Casseler Abendzeitung
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3. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
Sonnabend, 28. Juni 1913
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 171
Nordlicht-Eonne
Haffr » g - Zörgensen. .^m Leben erwachen, die Regierungsgewalt in wv. /T«___- I - . .*• «.l
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in erster Linie um den Schutzmann Glautz und
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Bauernhof-Besitzer, Pfarrer, Bankdirettor, Redakteur und Rechtsanwalt ttn Kabinett. Dem neue» dänischen Minister r i u m (unter Vorsitz des Minister-1 Präsidenten Rechtsanwalts Zahle) gehören unter andern folgende Mitglieder an: Minister für Kirche und Unterricht: Folketings-Abgeordneter Pfarrer Keifer-Nielse«, Land- wirtschaftsminister: Folketinzs-Rbge- ordneter Bauernhofbesitzer Pedersen, Minister des Innern : Fol- ______________
ketings-Abgeordneter Redakteur! be§ ^rone trägt. Ove Rode, Minister für öffent-I - -
Angeklagte wurde unter «arker Bedeckung in
Frankreichs und Englands Spion.
Wie in der Urteilsbegründung ausgcfühn wird, ist scstgestellt worden daß Janicke gemeinschaftlich mit dem Schutzmann Glautz und dem Obersignalmaaten Ehlers sich des Verbrechens gegen das Spionagegesetz rchuidlg gemacht hat. Jänicke hat Glautz und Ehlers (mit letzterem stand er auf verwandtichafttta^m Fuße) zusammengebracht. Er war vollständig in die Pläne des Glautz eingeweiht, ine dahin
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gingen, geheime Sachen an die franzö - ische und englische Regierung zu verkaufen. Er hat nicht bloß die beiden zn- ammengebracht, sondern auch die Mittelsper- on zwischen Ehlers und Glauß dargestellt. Es handelt sich bei der Spionage um die Ueber- gabe eines Teiles des Signalbuchs, der deutschen Marine.
Sie Kieler Wasser-Woche.
Bilder und Type« von der Kieler Woche; der Kaiser und der internationale Sport.
(Von unfern M. v. «.-Mitarbeiter.)
Kiel, 27. Juni.
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m.» die Ursache des Unterbleibens d-?L- S-! ».«»s "»°ch Gm-Nd-» ran? Mehr noch: Was mag die Urrncho ,«m. 6a 6 die,', Ankündigung tn einer solchen s d) r 8 n e n Korm erfolgt? Soll die Urfache in einer Ver- stimmuKg des Kaisers über die UtUieugsamkeit des Eumberländers und seines Lohnes in der Frage eines Verzichts auf Hannover
-tnsertionsoretse- Die sechSgespaüene Zeile für einheimische Geschäfte ISJBfg-, fitt atö. wartige Jnl-rat- 25 Pf„ Rellamezeile für einheimische Geschäfte 10 Pf, sürauSwärNgs Ceschäst-so Pf. Einfache Beilagen für die Gesamtauflage werden mit 5 Mark pro Tausend beregnet. Wegen ihrer dichten Berbrettunz tn der N-!>»en, und ^r Umgebung ünd die Casseler Neuesten Nachrichten ein vorzügliche« 3nfettlonäotgan. ^Ektsüelle. Kölnisch Straße 5. Berliner Bertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt Moriyplatz 12581.
atfäre der Obersignalmaat Ehlersm Be- tracht der im Ium vorigen wahres vom Reichsgericht zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. Auch Glautz wurde bald wegen der Diebstähle vor Gericht gestellt und ebew älls zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Um w a s es sich bei dem Verrat militärischer Geheimnisse eigentlich gehandelt hat ist m der Oessentlichkeit natürlich nicht bekannt gewor den Ehlers soll das offizielle
Signalbuch der deutsche» Flotte gestohlen und durch feine Vermittler nach En«, land verkauft haben. Bei Glaub und Jamcke wurde davon gesprochen, W nischcn Pläne der «roßen schleuientoxe im Wilhelmshavener Knegshasen zuu ver, schassen gewußt hätten. G^en den dritten Schuldigen, Jänicke, konnte bisher nicht verhandelt werden, da sich Zweifel an seinem^Geisteszustand erhoben hatten. Er wurde daher zunächst einmal in einer Anstalt interniert. Die Aerzte stellten sedoch fest, daß Jamcke in recht ungeschickter Weise simuliere und daß er völlig zurechnungsfähig sei. Daraufhin wurde vom Reichsanwalt die Anklage erhoben Bei der Simulierung von Geisteskrankheit blieb Jänicke auch gestern vor dem Reichsgericht. Er gab keine Antworten, sah Mr vor sich bin und stürzte plötzlich zu Boden Aus Grund des Gutachtens eines Sachverständigen verhandelte das Gericht aber dennoch gegen ihn und zwar, wie immer bei Spionagep r o zefsen, unter völligem Ausschluß der Oessentlickkeit. In der vierten Nachmittagsstundc wurde das Urteil gesprochen. Der Angeklagte Jämcke wurde wegen Verrats militärischer Geheimnisse unter Einbezug der ihm früher zuerkannten Strafe von dreieinhalb Jahren Zuchthaus zu neun Jahren Zuchthaus, zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für zehn Jahre und z«r Stellung unter Polizeiaufsicht verutteilt.
7nB thmann allerdings würde vermutlich di- „Homogenität" seines Kabinetts weder durch einen Redakteur, noch durch etnen Pfarrer oder Landmann „gefährden" lassen;
im rwanriasten Jahrhundert sah Deutschland einen Bankdirektor auf dem Exzellenzenstuh. und damals (als Bernhard Dernbürg ms Reich der Exzellenzen hinemschnette) schien s als zittre in der Wilhelmstraße die Erde Und doch: Würde es nicht auch dem Deutschen Reiche frommen, wenn eines Dags neben einem tuch^ tigen, in praktischer Lebensarbeit gereiften die Wirklichkeit hell überschauenden Kanzler Manner aus dem Volk, Pfarrer, Landwirte, Redakteure und Bankdirektoren, rm Regierung^ amt sätzen? Richt versunken in „gottgewollter Abhängigkeit", nicht erfüllt vom Submittenten- Bewußtfein der „Nachgeordneten Stelle, andern als freie Männer, geleitet und beseelt von dem Gedanken, für des Vaterlands Wohl ihr B e st e s herzuleihen ... ? “•
Keine Kaisersahrt nach Gmunden?
Ein norddeutsch-allgemeines Dementi.
Noch in den letzten Tagen war bekanntlich aus' das bestimmteste versichert worden, das «aiiervaar werde Anfang .juh die herzogliche Famttie Cumberland in G mund en besuchen: daran sollte sich auch em Befuch b“ wobw°und°daß 'an berni'3^^1=611119_ge« Set toerbe. Unb jetzt heißt's (osiG-s): Es ist nichts bekannt!" Die oisizioie Norddeutsche Allgemeine Zeitung tut nämlich kun .
Gegenüber den mehrfach in der Presse auftauchenden Meldungen über einen bevorstehenden Besuch deS Kaisers und Königs in Gmunden sind wir ermächtigt nritzuteilen, daß in den nächsten Monaten für die Kaiserreisen bereits die Dis- pofitionen getroffen worden sind. Ei» folcher Besuch ist nicht beabsichtigt.
„Der Kaiser kommt!" In schweigender Erwartung liegen die Kriegsschiffe vor der Holtenauer Schleuse. Um halb em Uhr gehen die Toppflaggen auf: Die »Hohenzol- lern" ist in Sicht. Aus der Schleuse leuchten die schräqgestellten gelben Schornsteine und dir schlanken Weißen Linien der Kalseriacht, die Blicke von Tausenden fliegen zwischen ihr und den grauen Kolossen im Hafen hm und her, die ihren obersten Kriegsherrn zu begrüßen bereit sind. Voran liegen fünf kleine Kreuzer, dann in zwei Reihen die Linienschiffe der dritten und vierten Division, weiter hmem in den Hafen die großen neuen Schiffe der achten Di- vision und der große Kreuzer „Moltke". Nichts bewegt sich an Bord, die Mannschaft m weitem Paradezeug steht längs der Reeling wie eme Perlenkette das Schiff schmückend, ©litte und Spannung überall. In dem Augenblick, in dem der Bug der „Hohenzollern" die Schleuse passiert, sällt der erste Salutschuß und die vorher so tiefe Stille ist plötzlich von donnerndem Krachen aus den Schlünden von vierzig Kanonen erfüllt. Rauch steigt auf m dicht« Ballen, verhüllt die Schisse, verzieht sich, bricht wieder auf, verdichtet sich. 5 27 Su 11 e fallen. Das ist der Gruß der Kaiserlichen Marine! Der Rauch verzieht sich bei Kitzebug als Helle Wolke über die Buchenwälder, der letzte Schuß ist verhallt, Stille liegt wieder über dem Bilde, schon gleitet die weiße „Hohenzollern » gefolgt vom „Sleipner", zwischen den schiffen hin. " Da braust der erste
Hurrah-Stnrm der Mannschaft
auf das Schiff, an dem die Kaiserliche Mcht vorbeisährt, senkt grüßend die Flaggen. Das weiße leuchtende Schisf fängt den ersten Strahl einer bis dahin versteckten Sonne Mit suggestiver Gewalt Prägt sich das wunderbare Bild des Kieler Hafens rn etnent solchen Moment ein. Aller Verkehr ist aufgehalten. Keine-m- dere Bewegung ist auf dem Wasserspiegel zu sehen, als die gleichmäßig hinglettende .Hohenzollern", kein anderer Ton zu Horen, als die Hurra-Salven der Besatzungen. Kam» aber ist das weiße Kaiserschiff mit ferner schmucken, frischgrünen Wasserlinie am Ausse vorüber, so schwirrt em ganzer Schwarm kleiner und großer Boote auf, wie em bewegli cher Schweif, den sie hinter sich herzleht. Und die große Feierlichkeit des Moments Ward abgelöst von der prickelnden Freude auf das l.- bendige Sportgetriebe, das nun feinen Anfang nimmt Sobald die „Hohenzollern" an der Boje liegt, melden siÄ sämtliche Admiräle (die „trockenen wie die „naffen ) beim Kaiser, ber diese Besuche gleich darauf erwidert, indem er an Bord der Flaggschiffe fahrt. Jn diesem ^abr sind zum ersten Male die Wilhelmsha- vener Schisse n i ch t zur Kieler Woche kommandiert, eine Rücksicht die den verheirateten O s- zieren und Unteroffizieren gilt. Nach diesen Besuchen widmet sich auch der Kaiser ganz dem ihn so überaus interessierenden Sport:
Die Kieler Woche beginnt!
Stadt und Hasen, lang vorbereitet durch betriebsamste Arbeit des Putzens und Malens, klebt in denkbar größtem Schmucke, ^etzt stürzt sich ^auch die Einwohnerschaft mit immer neu entfachter Begeisterung m de» Genuv ihrer Bestzeit Als einziger Gast liegt unter den Kriegsschiffen der italienische Panzerkreuzer Amalfi", dunkel und fremdartig gesonnt, er feine« Platz zwischen unseren großen
Schiffen .Moltke" und "Friedrich der Große", italienische Konrgshacht „T rina
c r i a" wird voraussichtlich neben d er„ Hohen- zollern" liegen. Auch die großen ausländischen Segel- und Tampf-Mchtcn werden noch von Hamburg her erwartet, wo sie ?" der spott wacke teilnehmen. Aber um die Ijacht-Kluv- Brücke und weit hinaus bis Bellevue wimmelt
ESÄSIäSS“ Schwarm Schau- und Tanzlustiger wachst mit ^§.m -?ab7 Da klingen alleSPrachen, d7 sieht man neben den elegante« Weltdamen den rauhen, wetterharten, Windgebraunten Dealer in loser Kleidung Mit de« leichten Gliedern des trainierten Sportmenlchen und d Hellen scharfen Augen, hie über unendliche W - ten zu blicken gewohnt sind. Da sieht man Gestalten, die hart auf der
Grenze des Abenteurertums
sieben, neben den behüteten gepflegten Sprov- linqen neuen Reichtums oder alienGoschlecht exttavagante Toiletten und knappe Praktisch.
Schwertgeklirr den jungen Morgen der Frei-, zu suchen sein?, wen sch l ich genommen
heil zu entweihen; Schweden ertrug die ware^ eine f^ Schwiegervater seiner Tochter zession, ohne aus „historischem Recht die ^at'.er Schwiegersohn so kurz nach den „Ehrenpflicht zum Kamps" zu konstruieren, dul-I ^^jts-Feicrlichkeiten schr zu bedauern; po- dete die Minderung seiner Macht in der <5r= [itifcb allerdings würde sie verständlich fein, kenntnis der Motive, die im Norweger-Land! bie Haltung der Welfen beweist ja, weiden Entschluß zur Endung der Union bestimm- Herr Wertgehali man grade dort dem „feierten und wurde Haakons jungem Königreich cm 1 Heben Wort" des Cumberlander Prinzen bei- durch die Gemeinsamkeit natürlicher Interessen mißt.
treu verbundner Nachbar. Norwegen berief den “
Dänenprinzen als König aus den Thron, flönntc fliS BÖlOH.
ihm Krone, Purpur und Szepter und blieb doch, 2)61 ÖUJUOUIUIIII Ul» VVJV
j was es war und sein wollte: Eine freie Ge- Verräter Jänicke vor dem Reichsgericht.
I meinschaft freier Männer, unter denen der Mo- Vor dem R e i ch S g e r i ch t in Leipzigl sand
narch als e r st e r B ü r g e r im Staat des Lan- Aftern (wie wir bereits telegraphisch berichte
direktor Hassing - Zörgensen. 3um Leben erwachen, die Regierungsgewalt m to'ä^tcttb der Untersuchung den Geisteskran-
Denen, die unterm Himmelsstrich Germa- ihrer Gesamtheit dem Pflichtbewußlsem sthltch- fm gespielt. Diese Rolle suchte er auch i« der
Herr von Dallwitz, sein preußischer Kollege, kinst getan? Die moderne Z^tung ist de
CMer NkM NaWteii
” Hessische Abendzeitung
gewollter Abhängigkeit" sich erlaben, sträuben Redakteur zum Minister des ^nnern, sich die Haare: Ein Redakteur, einer v-- -------- -- w^rbauä 1
aen Ungeliebten, die noch vor nicht allzu langer Zeit der Spezies verbummelter Gymnasiasten zugerechnet wurden, unterdessen zur Exzellenzenhöhe komntandierender Generäle avancierten und imgrunde doch geblieben sind, was sic immer waren: Ungeliebte; einer von der „Zunft der Krittler und Nörgler" steigt im Königreich der Dänen zum Ministerstuhl empor, empfangt ans des Monarchen Hand das Portefeuille des Chefs der Innern Landesverwaltung und wird, ohne je Amtmann oder Ritter hoher Orden gewesen zu fein, des Dänenkönigs vertrauter Berater! Ein Pfarrer aus irgend einem stillen, weltfernen Erdenwinkel der Monarchie, durch das Vertrauen freier Bürger zum Landtag delegiett, übernimmt die Verwaltung desj Kultusministeriums; ein biedrer Landmann aus des Marschlands grünen Tristen wird zur Exzellenz des Ackerbaus berufen und ein Bank-. cw hem alle
direktor, den Fleiß und Energie von der Spiegel des öffentlichen Lebens, in dem aue Pike auf emporgetragen ins verantwortnngs Regungen, alles Sehnen und alle - volle Amt, verwaltet als Minister Dänemarks kulturellem, politischem 6=^6^ i nb toir - £vmh<>r Gewerbe und Verkehr. Ein Mini- schattlichem Gebiet ausstrahlen, und em Rcdak- sterium' von Bürgern, an dessen Spitze der^eur, der fein Amt als Mission erfaßt, wnd 1 ^^ciwerdch^t^vmschaffte. Es" handelte sich tüchtige und welterfahrne Rechtsanwalt Z a h l e, (unbewußt vielleicht) ^m ?Mva. eifter Linie um den Schutzmann Glautz und
steht, der beste politische Kopf Dänemarks, em zum Verteidiger voltticher und mitton Schutzmann Jänicke. Mit Glauß und Ja- ganzer Mann, ohne die Vorurteil-Blähungen Iet Interessen und erfüllt °lf°^ alle VoraufI Mitschuldiger in der Spionage-
heU'ger Einfalt, ohne Sinn und Verständnisjungen, die ein Ministeramt erfori. t. nr><>rft<inaltnaat Eblers in Be-
sür „gottgewollte Abhängigkeiten" und öden , ~ -------**
Traditionen-Kult: Der Gatte einer Frau, die _ eS als Premierminister-Gattin nicht ver- A fchmähte, ihre Tätigkeit als Parlaments-Stenographin fottzufetzen, und die eine besondere Ehre darin sah, die Reden ihres Gatten m Reichstag und Landtag als bezahlte Stenographin des Parlaments persönlich aufzunehmen! Wir sehen hier eine Welt sieghaften Fottschtttts, erfüllt von modernen Ideen und belebt und gestaltet von starken, persönlichkeit- bewußten Menschen, denen Ziel und Ideal alles, Fosstlien-Kult und Traditionen-Götzen- dienst nichts bedeuten!
Das Licht vom Norden hat manchen Hellen Strahl auch ins Dunkel unsrer Erdentage hinüberblitzen lassen. Kunst und Literatur, Wissenschaft und Forschung, Politik und Lebens- Reform danken der stahlharten, durch keinen Hauch unfruchtbarer Romantik entnervten Kraft skandinavischer Menschheit energische Förderung auf allen Gebieten: Ibsen und Bjornson, Strindberg und Bang haben der geistigen Kultur des zwanzigsten Jahrhunderts die Wege neuer Zukunft gewiesen; Nansen und Amund- sen warben, Helden in Nacht und Eis, um den unvergänglichen Lorbeer ruhmgekrönter Weltentdecker; Norwegens Aufstieg zur Freiheit nationaler Reichsgemeinschaft offenbarte die gewaltige Energie eines im Bewußtsein freien Bürgertums innerlich erstarkten Volkes, und die Frauen-Bewegung, die modernste Ausprägung des politisch-wirtschaftlichen Individualismus, hat unter des Nordlands Sonne Triumphe gefeiert, die den Kämpferinnen um der Frauen Menschenrechte im Europa des gemäßigtem Fottschritts als aller Sehnsucht idealstes Ziel noch traumhaft-fern vorm Auge schweben. Die Energie menschlichen Fortschritt-Strcbcns scheint unterm Himmel Skandinaviens verdoppelt, verzehnfacht: Alles, das wir als hcilig- tümer-stürzend, als gewaltsamen Eingriss in die natürliche Entwicklung, als Vorsehung und Schicksal heraussordernd, mit einem Wort: Als revolutionär erschauernd Wirklichkeit werden sehen, ist nicht aus brodelndem Leidenschaft- und Patteienkampf, nicht aus einem Chaos anarchisch-verworrner Ideen geboren worden, sondern reifte im natürlich-organischer Entwicklung des Bestehenden, in ernster, zielklarer Fortschrittsarbeit als Zeucht sreiheitlicher Volkspolitik! Rvr- wegen proklamierte seine nationale sclbsiaii- diakeit, ohne durch Kanonen-Donner und
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ften verwaltet, der in langer praktischer Berufs- Die Spione von Wilhelmshaven, arbeit alle Bedürfnisse der nationalen Agrar-1 ^Bericht unsers J. V.-Korrespondenten.) Wirtschaft ans eigner Erfahrung kennen lernte Leipzig, 27. Juni-
und selbst am Pfluge stand: Er wird lern Amt Jänicke knüpft an an die große
sicher mit offnem Auge und ^rer Hand fuhren, S "j dem deutschen Hauptkriegshafen wird in Ehren neben seinem breu6tfc6en Mrsi ^ai)en> die gerade während
nister-Kollegen vom Ackerbau bestehen und sch deutsch-englischen Spannung im Sommer vom Freiherrn von Schorlemer-Lreser hochsicns aufgedeckt wurde. Damals erregte es m i dadurch unterscheiden, daß an seiner $an‘ I Deutschland begreifliches Aufsehen, als be-
heut die Spuren Hatter und ^angcftreng r ba6 a“ bem Hauptsiützpunkie der
Feld-Arbeit vom Kamps um Brot und eine Spionenban-
zengen. Und der Rcdatteur, de ,,,-^,.„.1 d e ibr Wesen treibe, die umso gefährlicher wer- ttonsstuhl mit dem Minister-Sessel vertauschte, b ° rhrWeftntrei^ Mitglieder teilweise aus I Wird er weniger Bems, FahiMt und ^camt en bestanden, denen geheim zu hal- rung mttbttng^ r«s Amt des Reg d , J
anderen Personen, D,e Emdeckung der Ge,eu- schast gelang nach mehrwöchentlicher Beobachtung im Herbst 1911, und zwar infolge des Umstandes. daß mehrere der Beteiligten anch eme reaelrechte Diebesbande gebildet hatten, die sich durch Einbruchsdiebstähle einen guten