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Der Neueste NMriM

Hessische Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

3. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

Donnerstag, 26. Juni 1913

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 169

Gestörte Flitterwochen?

Das Ende der Verschwörer.

ruhig und gefatzt

Unter den Freigesvrochenen

Tode verurteilt.

Rach der Maffen-Hiitrichttmg.

° 8- T«k°pS°n^ Amt M-rttzplatz 12584.

verbleibt der Ministerpräsident Pasitsch >m Amte Sobald die Rekonstrultion des Kabinetts vollzogen ist, begibt sich Pasitsch nach Peters- - um an der Konferenz der vier Minister-

men so gut wk gesichert erscheftft Man ist in Belgrad bereits davon unterrichtet, dass aiim der bulgarische Ministerpräsident D a n e w nach

Petersburg gehen wird.

Die Balkanier rüste« ab!

und das Gestell, auf dem er stand, wurde weg- ' : erschien Topal

(Draht - Meldungen.)

Konstantinopel, 25. Ium-

Die Kriegsgefahr geschwunden?

Belgrad, 25. Juni. (Privat-Tele

Belgrad, 25. Juni. (Privat-Tele- ar-mm.) In V-»Mch°«^«s-n »erlauf

seiner Uniform beraubt. Die übrigen, nerur- damals was aber noch

teilten trugen ein weißes Totenhemd über dm Eftalsrch ans «ist,^ besteht darin, daß die

.......... «* > KL7LZ«-L. S L«L

Um uic|vl vtyv * i T M , j.

Wahlkreis gesagt, esgehe gegenwärtig hin­ter den Kulissen so Mel vor, daß man mit aller Scharfe aufpassen müsse um Nicht über den Löffel barbiert zu werden." Alpers mag

noverschen Volk so treu und fest wie es je­mals stand!" Aber auch das treue hanno­versche Volk, das sich zusammengefunden habe aus allen Ständen, allen.Konfessionen, und das dahin strebe, daß fein Vaterland Hannover wieder ein Königreich werde, werde von diesem Ziele nicht ablas- scn, bis es erreicht fei. Wie stehe es nun mit der Erklärung des Prinzen? E« gegenwärtig hinter den Kulissen so viel vor, dass man mit aller Schärfe aufpas- scn müsse, um nicht über den Löffel barmerr ....

zu werden. Was in dem veröffentlichten ^findet sich unter anderen der Chauffeur stellung, azrieie steht sei von der ersten bis zur letz-1 . - . h»t Anaeklaaftn I

ren zu rönnen;stvinnyw ~ iPfnnen mandieren, so wäre mtr viel daran gelegen. Ich halte mich in aller Vergleichung da u

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aber" sei falsch, was die gegnerische Presse aus der Erklärung herauslesc, das; er verzich­tet habe auf die Wiedererrichtung des König­reichs Hannover. Ter Prinz habe nicht verzichtet und werde nicht uerzim-.-!OClSi juju« len Tas Irreführende an dem Aktenstück sei ^a^g beschlossen ^habt habe. Als

da" Fehlen des Ausdrucks, daß der Prinz ßeitCT bct Verschwörung wird Prrnz S a 'bah Eddin bezeichnet, der auch den Mord- Mu «egen Mahmud Schewket entworfen habe.

Die N-u-i^N-chrichtn.

atbonnementäprets betragt monaML ^^gengenommen. Druck-rei, Verlag

ÄÄ °Lchlachih°Mrat°2^ »«Ä » »S 16, T-l-phom Ami Morttzpiatz 42584.

Friedenszeiten sind alle welfischen Plä­ne hinfällig, aber wir leben in einer ernsten I Zeit (wie der Reichstagspräsident Kämpf »ungst im Reichstag bei der Ehrung des Kaisers an­läßlich des fünfundzwanzigsten Regierungsiu- biläums sagte), und der politische Horizont hat sich wieder sichtlich verdunkelt Wir haben m Kriegszeiten mit Polen, Dänen und elsaß- lothringischen Protestlern zu schaffen, die alle dem Reiche feindlich gegenüberstehen, aber sie befinden sich mehr an den Grenzen. Unbedingt notwendig ist es, daß wir im Innern fürI alle Fälle reines Haus haben, und deshalb ist es an der Zeit, die welfische Agitation, die die Gemüter erregt, endgültig zu beseitigen. H i n-1 ter den Kulissen ist in jüngsten Wochen emsig verhandelt worden, um den Prinzen Ernst August zu einer unzweideutigen Erklärung zu veranlassen, daß er für sich und seine Nachkom­menschaft auf das Königreich Hannover ver­zichte. Das hätte selbstverständlich vor der Verlobung des Prinzen mit der preußischen Prinzessin Viktoria Luise geschehen müssen, aber die Diplomatie hat leider auch in diesem Falle bewiesen, daß sie sich nicht gern zu gan­zen Maßregeln aufschwingt. Der Kanzler hat fetzt auf das Schreiben des Prinzen Ernst! August, Herzogs zu Braunschweig und -une- burg, zurückgegrifsen, m dem er vor der Hoc^ zeit erklärt hat, daß ernichts tun und nichts unterstützen werde, was darauf gerichtet iet, den derzeitigen Besitzstand Preußens zu veran-! bern: In den öffentlichen Erörterungen über dieses Schriftstück wurde allgemein, nut Recht darauf hingewiesen, daß der Prmz ferne Erklä­rung nur für seine Person abgegeben ha­be Darin liege kein vollständiger Verzicht des Eumberländischen Hauses auf Hunnover - aründet Auch der vom Prinzen geleistete Fah­neneid der nichts als eine persönliche Verpflich- nma darstellt, enthalte keine formelle Verzlcht- leistung, die auch die Nachkommen binde I

Prinz Ernst August hat seinen Brief stcher- lick nicht ohne staatsmännische Berater ge schrieben An der besten Absicht des Prinzen, und seinen endgültigen Frieden mit Proitze und dem Reich zu machen, «wessen nicht z zweifeln. Wie jetzt bekannt wird, wollte ihn

untätig bleiben zn müssen,

besonders-Ä

Bit Scharnhorst starb.

Gestatten nnd Bilder ans dem VölkerfrStz» ling: Scharnhorsts Ende am 28. Jnni 1813.

c^n der Schlacht von Großgörschen war Scharnhorstirn dichtesten Schlacht«etummel gewesen. Ein Pferd war ihm unterm2e be erschossen ein zweites verwundet worden, eine Ll halft seinen Czako durchbohrt und chließlich verwundete ibn eine zweite so am Fuß, daß er das Schlachtfeld verlassen mutzte. Die Wunde schien unbedeutend, nur mußte sich Scharnhorst eine Zeitlang schonen, vor allem war er nicht selddiensttauglich. Knesebeck sollte ursprünglich nach Wien reifen und die Verhandlungen mit Oesterreich, dessen Haltung immer noch schwankend war, fuhren Dieser Plan wurde durch Scharnhorsts Verwundung nun geändert: Er felbst erbot sich, an Knese becks Stelle nach Wien öu reisen, der König billigte dies und nichts schien dagegen zu sprechen, denn der Generalstabschirurg Wiebel war der Ansicht, General Scharnhorst wurde trotz seiner Wunde die Reise aussühren können, wenn r sie in kleine Tagesstrecken einteile M5drend König Friedrich Wilhelm dem Kaiser Tanz die Ankunft ^mrnhorsts brieflich °n- mechete mutzte dieser einen Umweg machen und durch die Lausitz reisen, weil die Heeres- massen der Franzosen nachdrangten. Nach sieben­tägiger Reise zwang das Wund fieber Scgarn horst zu einer Unterbrechung der Reise >n?>tt- lau. Am vierzehnten Mai war er in Prag.

Meine Wunde Brennt!"

/schrieb er von hier an Friederike Hensel), aber mein Herz und mein übriger Körper sind ge- r,.,.K gg acht mit mir wieder langsam, aber fidier vorwärts." Ein schwerer Schlag war es »ft ibn als ibn auf der Weiterreise ein Bote Metternichs mit der Meldung erreichte, er möge | nach Prag unckehren. Zunächst konnte er oteiem, I ihm anfangs unverständlichen Wunsche, nicht

ochen, denn die Verschlimmerung der Wunde LL. in Znaim von neuem Rast zu machen Sein Zustand war so bedenklich, daß Yuichi einmal mit Krücken gehen konnft son- dern sich tragen lassen mutzte. >?n ^naim S&SÄK >^Fch gehe vor Ungeduld zugrunde (schreibt er vW öjvr w . . Munde ist schlim-

Der Sultan hatte am Montag die Urteile des Kriegsgerichts gegen die Mörder

gelegentlich seines Aufenthaltes in

^ch^Müuchen^ gereist? Deputation I Der w7l'fsiche R^chstagsabgeor^ I Dft Maffen-Äin-ichtting in Konstantinopel. SÄÄ öS» SÜSS Ä« "' - -.........

einige Punkte seines Briefes an den Reichskanzler erbitten wollte. Prinz Ernst August lieh den Herren erklä-1 ren, daßin jenem Briefe alles ge­sagt sei, was gesagt werden müsse."

Prinz Ernst August von Cumberland, der dem Berliner politischen Dunstkreis schnell enteilte und sich mit seiner jungen Gattin, der deutschen Kaisertochter, aus den waldigen Rie-

x? riete tiem, i» "V - . Schewket Paschas. Mehrere der Auge kl Wien

<»xkääisiss*

i'uchung habe das Bestehen eines Som-1rett zu können.^K ®i|if Knrnrt aeleaen vlotts ergeben, das. zum Teil die Ermor­dung Mahmud Schewkets, Talad Bers, Kemal Beis, sowie die Wiederherstellung der Macht

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zur Richtstäfte. Oberst Fund Bei wurde vor

hw fthtriAtttttfl militärisch entehrt und> geye vor uu«w»«*v >Anm.

seiner Uniform beraubt. Die übrigen Verur-1 damals an Gneisenau) ^mmne W^^d

kurz nach drei Uhr wurden zwölf der zum Tode verurteilten Mörder Mahmud Schewkets in der Nähe der Mordstelle durch den Strang hin gerichtet. Nur wenige Neugierige wohnten der Hinrichtung bei. Militär hatte die Richtstelle umstellt. Bald nach drei Uhr er-

. / otA novelliere an Ihre Treue," Sa hab Ed diu. Scherif Pascha.dergewe- ^ ^ven wir nftht chitz er die Worte in einem sene Minister des Innern, Resch.d BelKomal Ä***X8S K*SML.7KS

»cuiM« 1fiim« -ch»«-» wir »m

dertrugen der Schorfhaide in dte romantiichen . <gon einer unfreundlichen Gesin-

" nun« des Herzogs kann sicherlich nicht die Rede sein, da er den Kaiser tut August als Gast^tm Gmundener Schloß empfängt und also schon aus ethifchen Gründen nicht eine Politik bUlu -- kann deren Spitze sich gegen den Trager

Das türkische Großwestr-Drama hat gestern in der Morgenfrühe seine Sühne gefutiden: Sämtliche zwölf vom Kriegsgericht z-utn Tode durch den Strang verurftilftn Verschwörer oen 15UH« vu.v.v.. o- --------- t . wurden auf dem Bajazvd-Platz gechangt.

es wissen Wenn er aber behauptet, daß der I Weitere eI{ Angeklagte sind ru coiitumaciam verzog von Cumberland zu den Welfenfuhrern Tode verurteilt worden.^°E^er PriN^z peTäUH vvi ^1.^" ISabab Eddin. Scherif Paicha, der gewe-

feine

Ansprüche ans Hannover.

aufrecht erhalte. Der Prinz habe sich auch...

»egen die Aufnahme eines solchen Verzichts Ein P r i v a 1 - T e l e g r a m m aus K.

ää Ä»u -

dem Majestät das vernommen habe ^Uitärautomobil nach dem Fried

Forderung des Derzichts s Udrianopeler Tor gebracht, «eit sieben lassen. Die Führer seien sich klar gewesen - -

daß eine Mißstimmung ausgelöst werden würde, wenn nicht bekannt 8°^« wurde^ was vorher geschehen sei. N^n habe dem auch in Gmunden mit allem Nachdruck Aus-1 druck gegeben. Der Herzog habe in Gmunden den Führern gesagt: "Meme Herren i ch will nicht zum Hundsfott werden, ich halte Ihnen die Treue sest" denn je, ich appelliere aber auch an Ihre Treue'." Und weiter habe der Herzog ihn

<den Redner) ausdrücklich e r m a ch t i g t, es auszusprechen, e- auch^seine^^ u^ a ^ung . u t Q, um an bet Konferenz oer bi« deutsch-hannoversche Partei habe viele Stoße ausgehalten, sie werde auch den letzten ertra­gen, da der Herzog mit ihr sei. .

Wenn Herr AlVers m Hannovn die Wah^ n-ii aefaat bat, wird es dem Reicystanziri nicht le cht fall n, die Zulassung des Cumber- l^wd-r Rrinwn auf den Braunichweigischen E & » »>««!««

w .............. .iÄÄSgS

' ", - » I bei seiner Durchlahrt durch Münchcn rme Wcl. I ki^^drinien' au? Hanmver ^nicht genügen

fendeputaiion aufsuchen, um Klärungen uberlN^^ ^n ihm den Braunschweigischen

I verschiedene Puntte des Schreibens an d ^^^n freimache, sondern daß das ganze Lrnst August von Cumberland u. die Wel- Kanzler zu erhalten. Wenn es Tatsache ist, daß eIj en aU§ in an ett seinen Gliedern ei- $ f - 8------- -----«m.» Prmz die Deputation nicht empfangen hat, suchen Verzicht aussprechen müsse. Dieser

Kleidern Gegen halb fünf Uhr hatten

"V* I zwölf Zigeuner, die als Henker gedungen wo-1 sie'noch"nicht reine.'

9ci,c I Ln ihre fchauerliche Aufgabe beendet. Außer }n htpfem Briefe, er werde

diesen Hingerichteten wurde eine Anzahl von |,

MahmudE»-wketgerächt!

<reT welfische Reichstagsabgeordnete Al-

»-n d« mi.de» 8.-16-?»*e*sgffiIsm WÄÄ»'*d»E, eu IcTtbutrQ in : ßjniunbcn utid "über die I sang, das TodesKed für die Verurteilten. Als

N,ckk?lluua^des Welfenhauses bezüglich deS erster erschien Hauptmann Kiafim Em Zi- .luftassu g t Prinzen Ernst August neuner legte ihm die Schlinge um den (als,

Ldeullich LvörLi wie nur möglich? Er hat auf dem er stand, wurde weg-

.m Sonntag bei einer Langensalza-eftier i I-geschoben. Als zweiter

Hannover eine Rede gehalten, in der er aus-1 $ £ f i t, bcr hie tröstenden Ulemas uuMrderft, führte: . I sich zu .entfernen. Als dritter der Gendarm

Fst das welfische Fürstenhaus seinem e m aj Er las selbst einige Koranverse. Volke untreu.geworden?" Er komme direkt $b Sali Pascha diktierte völlig ruhig aus Gmunden und könne nur erlkären:Das feto 2eftament und ließ seiner Gattin tagen, 'Königshaus der Welfen steht zu seinem han- - m6fle mehr an ihn denken. Sämtliche

"" eS 1,a Verurteilten schritftn

m Militärautomobil nach dem Friedhöfe 'ebluß des einer Ankunft 'N Prag eintraf Adrianopeler Tor gebracht. Seit sieben Ubr Paar ^age nam aug den Bnesen Greu-

i früh umdrängte eine riesige Menge, darunter entnehmen, wie es um ^arn-

vfele Damen der besten Kreise, die ltchsnicht ^^'n^d: '.Die hiesigen Aerzft W<f>tfiät+e Nach der Abnahme der Lerchen Horsts Geumoyei i Wunde es für

siünnten die Leute herbei, um ein Stückchen von fanden bei it isuw g der Wunde

Lu Stricken zu erbeuten, an denen die Ver- 'S-Haut uver o^. Wunde ge-

urftilten gehängt worden waren. MLK uche7zu können-. So heißt es m

einem Briefe vom neunten Suni, und dort ist schon von der Vereiterung der Wunde die Rede.

rav, 29. <suiu. ipnuui-*.. Der Anstand Scharnhorsts

? nd GttÜlich selbst ein Paar Tage W«

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berungen oer ------------- -- f,

Berglandschaften des Salzkammerguts begab, unterstellt, hat dott nicht ungestört der Liebe leben können,' des sondern er hat auch einen Vorgeschmack von staatsmännischen Quertreibereien bekommen, nr deren Mittelpunkt er sich in den nächsten Mo- K |lu;. UCÖ

naten als Anwärter auf den Braunschweiger gen > Königskrone und gegen den Mahmud Schewkets bestätigt, und gestern früh Herzogsthron befinden wird. Kaum waren die d-p Deutschen Reichs in seiner heuti-1- --- **"*»"-mnlf der sum

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Ä Sie ®eto«« »°» »»>>««. Führer im Welsenlager, um gegen die Behaup­tung Stellung zu nehmen, daß nunmehr das Ende ihrer partikularistischen Träume gekom-1 men fei. Nachdem sie ein auslegbares Dank­telegramm auf die Versicherungen ihrer Treue vom Herzog von Cumberland herausgelockt batten, wurden sie in der öffentlichen Bekun­dung ihrer Ansprüche auf die künftige Wieder­errichtung des Königreichs Hannover derart verwegen, daß sich der Reichskanzler tm offiziösen Blatt der Wilhelmstratze zu der Fest­stellung veranlaßt sah:Eine hannoversche Frage gibt es nicht!" Es gibt bekanntlich auch keine elsaß-lothringische Frage für das Deuftche Reich, und dennoch, ergeben sich fort und fort Notwendigkeiten für die Regierung, sich tritt Abwehrmaßregeln gegen die Agitation der Französlinge in den Reichslanden zu befajfen, bie auf die Losreißuug dieser Reichsgebiete ge­richtet ist. Ebenso können sich auch im Lauf ber Jahre Sagen einstellen, die die Bundes­staaten zur Niederhaltung des Welfentums

den fei, schon binnen einigen Tagen die Ab - rüstung des serbischen und bulgarischen Hee- res nach dem serbischen Vorschlag aus ein Vier­tel des Effektivbestandes erfolgen wird.