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Freitag, den 20. Juni 1913.

Casseler Neueste Nachrichten

S- Ur. IM- 3- Jahrgang.

der Korbmacher-Innung Beiseförth die

Mischer aus.

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Körperschaften

Handwerksmeistern um Beihilfe zur Lehrlings-

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Eine lange, interessante Debatte entspann sich

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über die Frage, ob der Posten des Oberbürger­meisters ausgeschrieben werden solle. Aus verschiedenen Gründen tarn man schließ-

schusses statt, die verschiedene wichtige Hand­werkerfragen erörtern wird. So soll die drin­gend notwendige Vereinbarung eines Lohn­satzes für Tagelohnarbeiten bei städtischen Ar­beiten mit den einzelnen Innungen getroffen

weit-

Die dabei Wahl

t Verlauf der Versammlung. deren kurzer Vor-! f bericht sebr wenig wate, erführt, ist die Stodt- E vrrordncienven'ammluna und auch das Ma- oistratskollegium, das aus der Versammlung

i bervorgegam-en ist. der Meinung, diesmal l überaus vorsickim und bebuftam zu Werke zu | gehen müssen Selbstverständlich soll wiederum ein Oberbürgermeister gewählt werden, der mit j westschauendem Blick die Kommunalpolitik I Cassels zu leiten versteht und damit reprä- |? sentable Eigenschaften verbindet. Ans d'esem E. Grunde schon ist die Kommission auf achtzehn | Mitglieder verstärkt worden. Bei der

Bürgermeisterwahl im Vorfahre

I gehörten der Wahlkommission nur zehn Stadt-

L zu einer Besichtigung der Eddertalsperre. mtt klang die Casseler Tagung der Deutschen

fenster der Geschäftsstelle, Kölnischestraße 5, ge­genüber der Spohrstraße, sowie im Schalter­raum bringen wir für die nächsten Tage fol­gende Bilder zu aktuellen Zeitereignissen zum Aushang: Zum Regierungsjubiläum des Kai­sers Die Ausschmückung der Friedrichstraße in Berlin anläßlich des 28jährigen Regicruygs- jubiläums Kaiser Wilhelms des^Zweiten.

-c- Der städtische Handwerkerausschuß in Tätigkeit! Am Montag nachmittag vier Uhr findet im Kommiflionszimmer III des Rat­hauses eine Sitzung des von den städtischen

art seiner Stellung mit

allen kommunalen Vorgängen engst« Fühlung hat und daher über ein verzweigtes Gebiet Ueberblick besitzt. Prüfungen der Kommission werden sich weniger auf die im Vorjahre in engerer

Schulter und am rechten Oberarm verletzt. I Rack» Anlegung eines Notverbandes wurde der Verletzte dem Landkrankenhause zuaeftihrt.

-e- Wer ist verantwortlicher Bauleiter? Heber diese häufig umstrittene Frage hat das Reichs­gericht in einer jüngst ergangenen Entschei­dung sich ausgesprochen. Es handelte sich darum, ob der Geschäftsführer einer Gesell­schaft mit beschränkter Haftung. ein ehemaliger Kreismaurermeifter im Sinne des Paragraphen 330 des Strafgesetzbuches als Leiter des Baues seiner Firma anzusehen und somit für einen auf dem Bau stattgehabten Kerüsteinsturz verant­wortlich zu machen fei. Das Reichsgericht bat das vorinstanzliche Urteil, wonach der Ge- sckäftssiihrer als verantwortlicher Bauleiter an- gefeben und wegen des Gerüsteinsturzes bestraft wurde, aus folgenden Gründen bestätigt: Bau­leiter im Sinne der obigen Gesetzesbestimmung fei, wer sich tatsächlich der Bauleftuna unter­ziehe und technisch die Art der Errichtung des Baues nach feinen Weisungen und Anordnun­gen bestimme. Ohne Belang sei die formelle Anstellung und Bestellung als Leiter des Baues. Entscheidend fei lediglich die wahre Gestaltung des Verhältnisses des Angeklagten zum Bau.

Das Wetter am Freitag. Ter amtliche Wetterbericht sagt für den morgigen Freitag I folgende Witterung voraus: Meist wolkig, ein­zelne Regcnsälle. vereinzelt m Gewitterbegle,- tung, etwas kühler.

werden. Weiter sieht die Tagesordnung vor: Endgiltige Bestätigung bei Bewerbung von

nndfovielten erhebe ich hiermit Einspruch." Der Bezirksausschuß wies die Klage ah, weil fein I rechtswirksamer Einspruch vorliege. Ein solcher müsse erkennen lassen, ob der Einsprucherheben­de von der Steuer freigestellt sein oder sie nur ermäßigt haben wollte: und im letzteren Falle, in welcher Höhe Ermäßigung begehrt werde. Das Oberverwaltilngsgericht hob diese Eltt-I scheidung jedoch auf. weil sie nicht im Einklang mit her ständigen Rechtsprechung des erkennen­den Gerichtshofes stehe. Allerdings müsse ein Einspruch der auf Ermäßigung gerichtet sei, erkennen lassen, in welcher Höhe Ermäßigung begehrt werde. Wenn er aber nicht erkennen lasse, daß er nur eine Ermäßigung zum Ziel hahe, wie im vorliegenden Falle, dann müsse angenommen werden, daß er sich gegen die Veranlagung in ihrem ganzen Umfange richte. Da die Sache nicht spruchreif war. wurde sie zur Prüfung der sachlichen Einwände des Klä­gers an den Bezirksausschuß zurückverwiesen.

-r- Die öffentliche Lebens- und Bolksver- sicherung. Die hiesige Vereinigung der König­lichen Polizeibeamten hielt im Vereinslokale, Stadt Stockholm", eine VersamMung ab, in her nach Erledigung her Vereiusangelegen- heiten Dr. Reumann einen Vortrag überZiele und Ausgaben her öffentlichen Lebens- unh Volksversicherung" hielt. Es gelangte dann nach kurzer Diskussion eine Resolution Mr Annahme, in der hie Versammlung die vom Verbände öffentlicher Lebensversicherungsan­stalten eingesührte Lebens- unh Volksversiche­rung als eine nützliche, den Bedürfnissen des

I Beamtenstandes entsprechende Organisation I anerkennt und die alsbaldige Errichtung einer I öffentlich-rechtlichen Lebensversicherungsanstalt im Regierungsbezirk Cassel im Interesse des Allgemeinwohls für wünschenswert erachtet.

-4- Das falsche Geld in Cassel. Immer wieder werden jetzt falsche Zweimarkstücke an- gehalten, ohne daß es bis jetzt gelungen wäre, den oder die Verbreiter der Falsifikate zu er­mitteln. Das letzte der angehaltenen Zwei- marfftücke zeigt genau wie die Mehrzahl der früheren Falsifikate das Bildnis des regieren­den Kaisers und das Münzzeichen A. Außer­dem hat es die Jahreszahl 1907. Das Geldstück fällt durch seine graue Farbe, die ungleichmä­ßigen Randeinschnitte und die nicht besonders hervortretende Rändelung sogleich auf. Da es durch Guß hergestellt ist, ist nutzen am Rande die Eurgußstelle, durch Feilen in Form ge-

entfüBrt und hie Oberbürgermeisterkrise her­vorgerufen hat. Charlottenburg schritt gleich­falls zur Wahl, ohne den Weg der Ausschrei­bung eingeschlagen zu haben. An deren Stelle soll vielmehr di>e freie Auswahl treten und diese in ausgedehntestem Maße. In erster Linie wird die ausgewäihlte Kommission die über sechzig Bewerbungen prüfen, die im vergangenen Hahre für den Casseler Oberbür­germeisterposten eingegangen waren. Von die­sen sechzig scheiden eine Anzahl von vornherein aus, wenn man berücksichtigt, daß darunter Bankdirektoren, Offiziere a. D.. ja sogar ein ... Kammermusikus waren. Es werden immer­hin einige zwanzig ernste Anwärter übrig bleiben. So soll eine ganz geeignete Persön­lichkeit der Bürgermeister von Lüdenscheid fein, ein Kommunalbeamter, der infolge der Eigen-

gestandenen Persönlichkeiten beschränken. Ge­ringe Sttmmung herrschte in der Versammlung | vom Dienstag für Dr. Thode in Stettin, da­gegen hielt man viel von Stadtdirektor Koch in Bremerhaven. Einzelne Stimmen waren auch für Landesrat Dr. S ch r o e d e r. Wenn aber von anderer Seite gestern die Behauptung ausgestellt wurde, daß Dr. Ichroedergroße Aussichten" habe, sicherer Kandidat zu werden, so können wir heute diese Kombination als mindestens verfrüht bezeichnen. Tie Dienstag-^ Versammlung hat die persönliche Seite her Kandidatensrage nur sehr wenig berührt. Die Arbeit der Kommission soll sich weiter nicht darauf beschränken, die früheren ^Bewerbungen erneut zu sichten, sie soll auch Ausschau halten nach Bürgermeistern und Stadtvätern anderer großer- Gemeinwesen, die möglicher­weise für Cassel in Betracht kommen könnten, und mit diesen in nähere Fühlung treten, ähn­lich wie Charlottenburg vorging, als es Dr. Scholz zum Nachfolger Schustehrus' auserkor. In der Hauptsache beschäftigte sich hie Diens­tag-Versammlung mit her Dahl her Kommii- sionsmitglieder. Die nächste Zusammenkunft de» Kommission findet voraussichtlich anfangs

Letzte Telegramme.

(Rach Schluß der Redaktion einsegangen)

Das Millionen-Kompromiß.

(Privat-Telegram m.) Berlin, 19. Juni.

zeuge im Hafen lebhaft begrüßt. Am zwanzigsten Juni findet an Bord des Damp­fers ein Empfang statt, zu dem die städti­schen Behörden sowie bte Landesbehörden ein­geladen worden sind, desgleichen Vertreter der Präsidenten des ganzen Landes. Direktor Dr. Bünz und die Vizedirektoren Isidor Paul Meyer und Sickles führen den Vorsitz beim Empfang. Ein zweiter Empfang findet am Sonnabend statt. Am Sonntag und Montag wird die Besichtigung des Dampfers dem Pu­blikum gegen 50 Cents Eintrittsgeld gestattet fein. Der Ertrag wird wohltätigen

der kommenden Woche statt. Tann werden sich die Sitzungen häufen.

Wann geht Dr. Scholz?

Wie wir hören, wird Oberbürgermeister Dr. Scholz voraussichtlich anfangs September einen Urlaub antreten, von dem er nicht wie­der zurückkehren wird. Sein Amtsantritt in Charlottenburg erfolgt, soviel gesprochen wird, am ersten Oktober. Demnach wird Dr. Scholz nicht mehr, wie angenommen wurde, bei der Tausendjahrfeier der Residenz repräsentieren.

-r- Tas Neueste im Bilde. In dem Schau-

gebilheien Handwerkeraus-

Zwecken zugeführt.

Friede in der Spielwaren-Jndustrle.

Sonneberg, 19. Juni. (Draht-Mek« düng.) Entsprechend dem Beschlüsse der Ar­beitgeber der heimischen Spielwaren- i n d u st r i e sind heute die ausgesperrten Arbei­ter wieder zu ihren Arbeitsvlätzen zurückge- kehrt und auch bei den vier von den Arbei­tern gesperrten Firmen hat ein Teil der Arbei­ter die Tätigkeit wieder ausgenommen. Im Laufe des heutigen Tages wird eine Be- fprechung mit dem Oberbürgermeister statt- sinden.

Die Geretteten von Lintorf.

Mörs am Niederrhein. 19. Juni. (Prl- batt eie g ramm) Die auf der Zeche Friedrich Heinrich" in Lintorf gestern durch herabstürzende Gesteinsmaffe« eingeschlossenen vierzehn Bergleute konnten gestern abend un­versehrt geborgen werden. Die Rettung der Verunglückten gelang erst nach vielstündiger Ar­beit, bei der sich die Rettungsmannschaften auS- gezeichnet bewährten. (Siehe auch Neues vom I Tage.)

Ein Unglück in der Maschinenfabrik.

Augsburg, 19. Juni. (P r iv at-T et«, ararnin.) In der Maschinenfabrik Augsburg- Nürnberg ist gestern ein Seitenteil einer Ro- tationsmaschine vom Kran gestürzt Ein Ar­beiter wurde getötet. Zwei andere Arbeiter er­litten sehr schwere Verletzungen. Sie wurden sofort in ein Krankenhaus gebracht, wo sie in bedenklichem Zustande darniederliegen. Die Ursache des Unglücks konnte noch nicht ermit­telt werden

Bier Opfer der Flammen.

Jena, 19. Juni. (Privat-Teke« gramm.) Bei einem Brand, der in der letzten Nacht ein Wohnhaus in Jena einäscherte, sind der zweiundzwanzig Jahre alte Bahnarbeiter Anton Später aus Leißling bei Weißenfels und ein Säugling verbrannt. Zwei F r a u- e n wurden schwer verletzt, konnten sich aber durch die Fenster noch retten. Es spielten sich herzzerreißende Szenen ab. Rur notdürftig ve­rleidete Frauen und Kinder sprangen aus den Stockwerken auf die Straße und entgingen nur so dem Flammentode. Das Feuer entstand durch eine Gasexplosion.

Die Katastrophe auf dem Schießplatz.

Paris, 19. 'Juni. (Privat-Tele» g r a m m.) Ein schwerer Unglücksfall hat sich bei den gestrigen Schießübungen des 50. Artel» lerie-Regiments in Reims ereignet. Aus bis­her noch unbekannten Gründen krepierte eine Granate weit vor dem Ziel und verletzt« fünfzig Soldaten schwer. Zwe, Man« sind so schwer verletzt, daß ihr Zustand hoff- nungslos ist. Zahlreiche andere haben bedenk- liche Verstümmelungen davongetragen.

Unter Trümmern begraben.

Budapest, 19. Juni. (Privat-Tele» gramm.) Auf einem Neubau in der Ortschaft Petrozfuny Wrzte aus unbekannter Ur­sache ein Gerüst ein. Zwei Arbeiter waren so« i fort ot, ebenso ein vorübergehender Eiseu- 1 bahnarbeiter. Mehrere andere Personen wur­den schwer, eine Anzahl weiterer leicht verletzte Die Türkei rüstet nicht ab!

Konstantinopel, 19 Juni. (Privat. Telegramm.) Bezüglich des Schritts bet Möchte wegen der gleichzeitigen Abrüstung der Kriegführenden gibt die Pforte bekannt, daß die Türkei auf keinen Fall ab- I rüsten werde, bevor der Friedensvertrag aus­gewechselt sei. Wie die Pariser Finanz-Kon- serenz endnültig beschlossen habe, könne von der Brzahluna einer etwaigen Kriegsentschä­digung keine Rede mehr sein.

keinesfalls stattfinden.

Ein entwichener Fürsorgezögling. Dee aus Erfurt stammend- einundzwanzig Jahre alte Fürsorgezögling Walter N. war in Jossa in eine Lehrstelle gebracht worden. Die regel­mäßige Arbeit behagte anscheinend hem Bur­schen nicht unh er benutzte eine günstige Gele­genheit sich aus dem Staube zu machen. Nun­mehr fahndet die Polizei nach dem Flüchtigen.

Eine Reiferfeier der Heimarbeiterinnen. Der Gewerkverein der Heimarbeiterinnen wan­delte anläßlich des Reaierunos-Jubilänms des Kaisers seine übliche Arbeit-Versammlung, die am zweiten Donnerstag jeden Monats statt- findet, in eine patriotische Feier um. Im fest­lich geschmückten Saal im alten Rathause be­grüßte die Vorsitzende. Fräulein Schonian. zu­nächst die Gäste und wies auf die Bedeutung des Festes hin. Ein junges Mädchen sprach ei­nen Prolog, dem das gemeinschaftlich gelunge­ne Lied folgte:Ich hab mich ergeben, mit Herz und mit Hand." Dann feierte Pfarrer I Theps den Monarchen als Friedenskaiser. Die deutschen Frauen wollen jetzt der Kaiserin eine Gabe widmen, die zum Bau eines Altersheims für Heimarbeiterinnen verwendet werden soll. Mit einem Hoch auf das Kaiserpaar klang die Feier aus. Demnächst werden Listen herumge­reicht, um Gaben zum Jubiläum der Kaiserin zu sammeln. Die Frist tauft bis rum 1. JE Gaben nimmt entgegen Bankier Schirmer. Kol- nifcheftr. 12 Dann berichtete Frau Hochspruna, die zweite Vorsitzende des Berliner Hanptvor- ftanbea über ihre Erfabmnaen. Anaenehm ha­be berührt, daß auf ausdrücklichen Wmffch der Kaiserin Mitglieder des Gewerkvereins zur An- fertigung her Ausstattung der Prinzessin mit herangezogen wurden.

I -j- Generalleutnant Liman im Adelsstand Wie wir bereits mitteilten, wurde aus Anlaß des Kaiser-Jubiläums her Kommandeur der 22. Division in Cassel. Generalleutnant Li­man. in den erblichen Adelsstand erhoben. Der so Ausgezeichnete fülftt in Zukunft die Namensform Liman von Sanders.

Unglück bei der Arbeit. In einer hie­sigen Maschinenfabrik geriet gestern der Schlosser F. in das Getriebe einer Maschine, wurde von dieser erfaßt und erheblich an der

' Die Oberbürgermeister-Wahl.

| Wir haben in unscrem gestrigen Leitartikel Eg» hie Bedenken hingewiesen, die gegen eine chtausschreibung des Ober hüt« rmeisterpostens der Residenzstadt Usiasiel geltend gemacht werden müssen, lieber von dem Wahlkörper einzuschlagenden Kijeae für hie Kanhihatenauswahl gehen uns Wheutc von informierter Seite ein- Darlegungen zu. die geeignet sind, über Tätigkeit der Achtzehn-Männer-Kommission t ftt der WaUangelegcnbeit ein klares Bild zu keritrollcn. Definitive -Schritte können vor der k Erteilung der Königlichen Genehmigung für t die Charlottenburger Wahl des Casseler Stadt- F Oberhauptes noch nicht unternommen werden, f iRorläufia Hat sich die Tätigkeit her Kommission | M die Vorarbeiten der kommenden Oherbür- W germeisterwahl zu beschränken.

Die Nachfolge Dr. Scholz's.

(Authentische Informationen.) Cassel, 19. Juni.

i Die Wahlausschußversammlung der Stadt- | verordneten und unbesoldeten Magistratsmit- MFieder hat am Dienstag abend, wie wir ge- fc stern schon mitteilten, die Vorarbeiten für die | Oberdürgerrne ist erwähl einer Kom- I Mission von achtzehn Mitgliedern überwiesen. I Aechsundfünfzig Herren waren erschienen und saßen fast vier Stunden in langwieriger Be- | ratung zusammen. Die am Dienstag gewählte r Kommission 'hefteht aus zwölf Mitgliedern Mder Stadtverordnetenverfammluna und aus i sechs Vertretern des Magistrats, und zwar ist I diesmal die Auswahl der Bürgervertreter her« | art getroffen toorhen. daß je vier Angehörige l her einzelnen drei Wählerklassen in her Kom- r Mission vertreten sind. Im vergangenen Jahre s war die dritte Klaffe in der Minderheit, wäh­rend sie diesmal den übrigen Klassen an Zahl t gleichgestellt ist Wie man nunmehr über den

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| verordnete unh fünf Maaistratsmitglieher an.

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bracht, klar ersichtlich.

_?_Kautionsschwindler an der Arbeit. Die Polizei in Düsseldorf verhaftete den Friseur Reinhardt als Mitglied einer Schwmbel- ftrma, die daraus ausgegangen ist, junge Leu­te, hie sich auf ein Inserat als Kassenboten rnel- heten, um ihre Ersparnisse, die sie als Kaution hergaden, zu betrügen. ' In Freiheit befinden sich' noch em gewisser Otto Oppermann au» Oschersleben, der sich Otto Schmidt nannte, und ein gewisser Paul Klasritz ans Iserlohn. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Gauner auch in Cassel versucht haben, genau wie in an«

1 deren StädtenGeschäfte" zu machen. Ttc Schwindler engagieren für eine angebliche Fir­ma von her Heydt.

-T- Die neuen Müllermeister. Vor der Hand- werkskammcre Cassel bestanden die Muller Fritz Mertens-Havfeld. Heinrich Vonjahr-Fne- Icnborf, August Trieselmann-Ulfenmuhle wnd Wilhelm Trieselmann-Lispenhausen bte Mei­sterprüfung für das Müllergewerbe und erwar­ben damft die Berechtigung zur Führung des Meistertitels.

--- Praktische Handwerksförderung. Seit langer Zeit batten die Handwerkskammern das Bestreben, durch ihre Vermittlung den einzelnen Innungen lohnende Staatsaufträge zuzufuh- ren Diese Bemühungen sind von Erfolg ge­wesen Tie Artilleriewerkstätte Spandau hat, wie sie der Handwerkskammer mitgeteilt hat.

f- lich überein, von der Ausschreibung vorläufig l Abstand zu nehmen. Die Versammlung leiteten s- dabei mannigfache Erwägungen. Man berief | sich auf andere große Städte, die ebenfalls eine | Ausschreibung fallen ließen und nahm beson­ders auf das Vorgehen von Charlotten­burg Bezug, das unseren Oberbürgermeister

Lieferung von 5300 Geschoßkörben für 15 Zenti­meter-Langgranaten übertragen. Um die Seife« förther Korbmachermeister in der Anfertigung dieser Arbeiten zu unterstützen, veranstaltet die Casseler Handwerkskammer Anfang Oktober einen Fachkursus, bei dem ein Meister der Korbmacherinnung Halle, die schon seit länge­rer Zeit derartige Aufträge ausführt, als Fach- , lehret wirken wird Die Fertigstellung her Die Budget-Kommission des Reichs- Lieferung kann in den Wintermonaten, also in tags setzte heute die Beratung des Besitz- ber stillen 8eit, erfolgen. Steuer - Gesetzes beim Paragraphen 17

- Tie Beschädigung der Reichstelegraphen f«t, der von der Anrechnung der Grundwert- Anlagen. Zum Schutz her Reichstelegraphen- zuwachssteuer handelt Ter nat'onalliberale Ab- Anlagen sind wie uns geschrieben wird, für geordnete -Schiffer beantragte die Aufhebung das deutsche Reich nachstehende Bestimmungen der Grundwertzuwachssteuer und ihre Hebet« erlasst Wer voffätzlich unh rech:sw ihrig bett Weisung an die Kommisson Der nattonalltbe- Betrieb einer zu öffentlichen Zwecken bienen- rate Antrag wurde schließlich gegen die Stirn« den Telegraphenanlage dadurch verhindert men der Antragsteller und der Polen abge« ober gefährdet, baß er Teile oder Zubehömm lehnt und der Paragraph L nach der Regie­ren derselben beschädigt oder Veränderungen rungsvorlage angenommen. Die Kommission daran vornimmt, Wird mit Gefängnis von beantragte sodann die Einführung eines Para« einem Monat bis zu drei Jahren bestraft. Wer graphen zum Zwecke der B e st euer» ng der fahrlässigerweise durch eine der vorbezeichne- jAktien-Gesellschaften. Dieser Antrag ten Handlungen den Betrieb einer zu öffent- wurde von den Nationalliberalen mid der lichen Zwecken dienenden Telegraphenanlage Volkspartei energisch bekämpft und schließlich verhindert ober gefährdet, wird mit Gefängnis gegen die Konservativen und ein bayerisches bis zu einem Jahre ober mit Geldstrafe bis zu Zentrumsmitglied abgelehnt. Sodann wurde neunhundert Mark bestraft. Unter Telegra- beschlossen, an Stelle des zweijährigen Erhe- phenanlagen im Sinne der Paragraphen 317 bungSzeitraums eine dreijährige Periode ein- uud 318 sind Fernsprechanlagen mitbegriffen I zuführen, obwohl diese Bestimmung den Aus- Da die Reichstelegravhenanlagen in letzter fall eines Steuerjahres bedeutet.

Zeit häufig teils vorfätzlich (Zertrümmern her ------

Isolatoren durch Steinwürfe usw.s, teils fahr- Der Imperator am Ziel, lässig. namenMch beim Fällen von Bäuwen, tDraht-Meldunal

befchädigt worden sind, so werden die vor- ( 9 w M . iq

,-----------------... stehenden Bestimmungen hiermit warnend Newyork, 19. ^unt.

ausbildung (Meisterlehre) durch den Hand-1 ÄUr öffentlichen Kenntnis gebracht. Zugleich Der DampferImperator wurde bet werkerausschuß, Errichtung einer Bera -1 nrirb demieniaen. der vorsätzliche ober fahr-1 feiner Ankunft von den Sirenen allm:^ Fahr­tun gs stelle für Berufswahl unh läüige Befchädiaungen der Reichstelegraphen­einer Lehrstellenvermittlung, Aussprache über anlagen so tur Anzeige bringt, daß gegen den die städtischen Regiebetriebe und Uebertragung Täter mit Erfolg eingefchritten werden kann, der Lehrlings-Werkstättenverträge auf die j^em einzelnen Falle eine Belohnung bis Hanhwerkskammer. I zur Höhe von 15 Mark hiermit zugesichert.

4- Ein Rechtsirrtum des Casseler Bezirks Der Kaiserbesuch in Wilhelmshöhe. An nusschusses. In einem zur Entscheidung des zuständiger Stelle wird unserem Berliner Kor- Casseler Bezirksausschusses stehenden Falle hatte r^oubenien mitgeteilt, daß das in Cassel um- ein Steuerpflichtiger, wie das sehr oft geschieht, Gerückt, das Kaiserpaar werde in bte»

nur ein Schreiben mit folgendem Inhalt an I den Gemeindevorsteher gerichtet:Gegen die 1 em Jahre keinen Sommeraufenthalt in Wil- Heranziehung zur Reichszüwachssteuer vom fo° Helmshöhe nehmen, unrichtig ist. Es ist bisher - - -- -- - nichts darüber bekannt geworden, daß der

Sommeraufenthalt in Wilhelmshöhe nicht in Aussicht genommen worden ist. Jedenfalls aber dürfte ein solcher vor August dortselbst