Casseler Abendzeitung
3. Jahrgang,
Fernsprecher 951 und 952.
Mittwoch, 18. Juni 1913
Fernsprecher 951 und 952,
Nummer 162
als das Testa,
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und der Lärm dauerte fast eine Viertelstunde hindurch an. Die Debatte wird heute fortgesetzt werden.
zwang und der kurz darauf (am dreißigsten Mai 1849) ohne Mitwirkung der Kammer das gleiche Wahlrecht in Preußen beseitigte und durch dsS Dreiklasten-Wahlrecht ersetzte, über-
len und damit eine Stunde verhängnisvoller I Irrung im Leben eines unglücklichen Monar- = chen aus der Geschichte auszutilgen versucht. ' Die Vernichtung des Testaments erfolgte auf
kaiserliche Anordnung aus dem.Grunde, weil „bie Möglichkeit nicht ausgeschlossen sei, daß in Zukunst einmal ein junger, unerfahrener Herrscher zur Regierung kommen werde, auf den dieses Testament doch vielleicht einen verhängnisvollen Eindruck machen könne". Man weiß, wie Friedrich Wilhelm der Vierte, der Romantiker auf dem Thron, über die Verfassung und über seine Königs- Mission dachte: Am elften April 1847, bei der p Eröffnung des ersten (aus den Provinzialstän
den hervorgegangnen) preußischen Landtags, sprach der im Traum des Gottes-Gnadentums Versunkne: „Es drängt mich zu der feierlichen Erklärung, daß es k e i n e r M a ch t d e r E r d e je gelingen soll, mich zu bewegen, das natürliche Verhältnis zwischen Fürst und Volk in ein konventionelles und konstitutionelles zu verwandeln, und daß ich es nun und nimmermehr zugeben werde, daß sich zwischen unfern Hergott im Himmel und dieses Land ein beschriebenes Blatt Papier, gleichsam als eine zweite Vorsehung, eindränge, um uns mit seinen Paragraphen zu regieren und durch - ste die alte heilige Treue zu ersetzen
Dieser König von Gottes Gnaden, der dem Leben und der Wirklichkeit stets fremd geblieben, der in einem Traumland mittelalterlicher Mystik lebte und trotz glänzendster GeisteSga- ben dem Geist seiner Zeit verständnisloser und stemder gegenüberstand als je ein vom Cäsa- ' renwahn erfüllter Autokrat: Dieser König, den das Sturmjahr der Revolution in Demut
Weise den Truppen verlesen wurde. Der König dankt zunächst dem Heere für die treuen Dienste und die an den Tag gelegte Tapferkeit, die dem bulgarischen Heere ruhmreiche Siege ermöglichte. Dann heißt es in dem Befehl weiter: „Man sucht heute unsere Freundschaft und nähert sich uns von allen Seiten. Ich hoffe, daß Ihr noch genügend physische und moralische Kraft besitzt, um alle meine, sowie des Vaterlandes Hoffnungen bis sum Ende zu erfüllen. . . V*
lieferte seinen Nachfolgern auf dem Thron als eines Königs heiligstes Vermächtnis die Mahnung, die vom Volk erkämpfte Verfassung umzustoßen und Preußen, Rußlands Nachbar- Reick. in die Autokratie absoluter Königsmacht niederzuzwingen! Friedrich Wilhelm der Vierte hat, solange er auf dem Thron saß, mit der Verfassung als mit dem „beschriebnen Blatt Papier des Verhängnisses" gerungen: Männer wie Hansemann, Camphausen, Mevissen und Jacoby, deren helles Auge den Geist der Zeit richtig erkannte und deren ernster Rat den König zur Umkehr vom Weg zur Autokratie drängte, erfuhren Friedrick Wilhelms Ungnade, und wer weiß, wie der Kampf zwischen dem Romantiker auf dem Thron und der gewaltsam vortvärtsdrängenden Entwicklung einer neuen Zeit geendet hätte, wenn es Friedrich Wtt- helm, dem leidenschaftlichen Gegner der Verfassung, beschieden gewesen wäre, den Traum vom Gottesgnadentum bis zum Ende zu träumen: Der Sommer des Jahres 1857 sah ihn als unheilbar Kranken, und Wilhelm der Erste übernahm als Prinz von Preußen die Regentschaft. Vier Jahre später, im Jahre 1861, schied Friedrich Wilhelm der Vierte aus b'esem
teuffcl gewesen, daß dieser die Hand dazu nicht hatte bieten wollen, Nun hatte Friedrich Wilhelm IV. noch
über seinen Tod hinaus
aus seine Nachfolger aufdcm Preu- tzenthron einzuwirken gesucht mit aller Macht, die ein Toter auf Lebende ausüben kann, trat diesem Königswunsch in Zukunft doch noch einmal Erfüllung zu verschaffen. Kaiser Wilhelm hatte ebensowenig wie seine beiden Vorgänger irgendwelche Neigung, diesem Appell seines königlichen Großoheims zu folgen: aber er ging weiter: Er erwog, daß die Möglichkeit nicht ausgeschlossen sei, daß in Zukunft einmal ein junger, unerfahrener Herrscher zur Regierung käme, auf den dieses Testament doch vielleicht einen verhängnisvollen Eindruck hätte machen können: „Und seitdem (offlte der Kaiser) war es mir, als ob ich ein Pulverfaß im Hause hätte, und es ließ mir keine Ruhe, als bis das Testament vernichtet waick Es wurde verbrannt, und das Kuvert an das Königliche Archiv abgegeben mit der Bemerkung: „Inhalt vernichtet."
Mit solcher Entschiedenheit (schloß Professor Dr. Hintze) hat der Kaiser von seinem Regierungsantritt an sich selbst und sein Haus aus den'Boden der p r e u ß i s ch e n Verfassung gestellt; und nicht weniger stark ist in ibm die Gewissenhaftigkeit gegenüber den verfassungsmäßigen Rechten der Bundes-Regie r ü n g e n und der Volksvertretung im Reiche. Es ist nichts von absolutistischem Geiste in seiner Regierungsweile, wohl aber eine ungewöhnliche, rastlos sich betätigende Energie. Kaiser Wilhelm der Zweite ist wie
im ganzen Lande mit Freuden angenommen werde und daß die Regierung den Botschaftern nicht eine schwierige Lage bereiten dürfe." Der Deputierte Thomas erklärte alsdann, daß noch ein dritter Grund für die Einbringung der dreijährigen Dienstzeit vorhanden sei. „Will die
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$as Miliium der Kaisers. Kaiser Wilhelm und die Verfassung; der Schluß der Festlichkeiten zum Jubiläum.
In der gestrigen Festrede, die Professor Dr. H i n tz e in dem zur Feier des Kaiserjubi- l ä u m s veranstalteten Festakt in der Aula der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität hielt, machte der Gelehrte Mitteilung, von einem Vorgang, der sich auf eilt politisches Testament des Königs Friedrich Wilhelm des Vierten bezieht und der die Verfassungs- treue des Kaisers ins hellste Licht rüdt,. indem er offenbart, daß Wilhelm der Zweite die Verfassung über alle andern Rücksichten, selbst die aus der Pietät gegenüber seinen Vorfahren sich ergebenden, stellt. Professor Hintze erzählte:
Mit welcher Entschiedenheit sich der Kaiser von Anfang an auf den Boden der Verfassung gestellt hat, das erhellt aus einem bisher noch unbekannten historischen Vorgang, den der Kaiser vor Jahre» gelegentlich eines Empfanges mir mitteilte, und ich glaube, die mir damals zugleich erteilte Ermächtigung, davon Gebrauch zu machen, bei keiner besseren Gelegenheit benutzen zu können, als heute an dieser Stelle. Der Kaiser erzählte, daß er von dem Justizminister und Kronsyndikus Dr. Fried, berg in den letzten Stunden seines kaiserlichen Vaters darauf hingewiesen worden sei, daß ihm sofort nach dessen Hinscheiden ein für diese» Fall bereitgehaltenes ver.j schlossenes Schriftstück von größ» terWichtigkeit vorgelegt werden würde; und in der Tot war dies das erste, was der Kaiser auf seinem Schreibtische vorsand. Er öffnete und erkannte sofort dir charatteristi- sche» Schriftzüge König Friedrich Wilhelms IV. mit vielen Unterstreichungen und Ausrufungszeichen, wie dieser zu schreiben plfcgte. Es war
ein politisches Testament, das jedem Thronfolger im Moment des KegierungS-Antritts vorgelegt werden mußte; und es enthielt eine in de» stärksten und beweglichsten Wendungen gehaltene Mahnung, die Verfassung noch vor der Beeidigung »mzu- stoßen. König Friedrich Wilhelm IV. hatte ja. wie man weiß, zeitlebens an dem Gedanke« gehangen, die im Sturm und Drang des Revolutionsjahres geborene, von der Regierung zwar erst oktroyierte, dann aber auf dem Wege der Vereinbarung mit der Volksvertretung revidierte Verfassung zu ersetzen durch eine» aus königlicher Machtvollkommenheit verliehenen Freibrief, der gar nichts von dem revolutionären Charakter moderner Konstitutionen haben sollte. Es war die Wurzel der vielfältigen Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und seinem Ministerpräsidenten Otto von Man-
Regierung behaupten, daß sie sich durch Deutschland dazu veranlaßt gesehen hat, oder handelt es sich um eine Herausforderung, um die Stärke des Landes zu zeigen k" Darauf erhob sich der Ministerpräsident und erklärte, indem er die Worte betonte: Das Opfer, das wir verlangen, ist nicht eine Her- ausforderung, sondern eine Antwort und die Bedingung für die Bündnistreue, da die verbündeten Staaten dem gleichen Kraftaufwand unterliegen. Ich füge noch hinzu, daß die gegenwärtigen Anstrengungen in Frankreich und Rußland aus dem Grunde unternommen werden, damit die beiden Armeen für alle Eventualitäten bereit seien." Diese Worte des Ministerpräsidenten wurden vom Hause mit Sturm und mit minutenlangem Beifall ausgenommen und eine Rede des Kriegsministers, die den Erklärungen des Ministerpräsidenten folgte, blieb in dem Lärm fast ungehört.
Immer wieder: Das deutsche Gespenst.
Der Kriegsminister Etienne gab in der Kammer folgende Erklärung ab: Die Unterstellung des Deputierten überhöre ich. Weder das Abkommen mit Rußland noch Marokko haben uns zu diesem Gesetzentwurf veranlaßt, sondeni nur der Umstand, daß die deutsche Armee von 700000 auf 860000 Mann erhöht wtrd. ^e- de Regierung, die diese deutschen Absichten kennt, und nicht geeignete Maßnahmen trifft, würde ihre Pflicht aufs gröbste verletzen. Nur die dreijährige Dienstzeit stellt uns mit Deutschland auf gleichen Fuß, wenn wir nickt überrascht werden wollen Die Erklärungen des Kriegsministers riesen im Hause abermals großen Tumult hervor
i Sroßoheims Testament.
£ Friedrich Wilhelm der Vierte und Wilhelm
«er Zweite: Ei» vernichtetes Vermächtnis.
M^Das Kaiser-Jubiläum ist vorüberge- ;angen wie ein Sonnentag im Rosenmond: -schimmernd, strahlend und golden. Wir sahen ntten Fürsten mit seinem Volk geeint in Glück md Dankbarkeit, fühlten beim Rückblick aus >as verronnene Vierteljahrhundert deutscher üeichsgeschichte, wie hoher Ernst und männlich- tarkes Streben im Willen des Monarchen sich M idealer Friedenstat verwirklicht und erkannten in der reichumspannenden Feier fünfund- fwanzigjähriger Regierungszeit des dritten Saisers den natürlichen Danktribut der natio- ralen Gemeinschaft an Vorsehung und Schick- ial-Fügung. Nun, da die Fanfaren verklungen, ziemt's sich, die Ereignisse des Kaisertags in ruhigerer Belichtung, nicht umblinft vom Feierprunk des Jubelfestes, zu überschauen. Die vierteljahrhundert-Wende hat Ueberraschungen tnb Enttäuschungen gebrack, hat das Füllhorn fürstlicher Gnade fast allzureich über Deutschlands Gaue sich ergießen lassen und dennoch mancherlei Hoffnungen nicht erfüllt, die dem Weg zum neuen Dierteljahrhundert kaiserlicher Regierung sich am nächsten wähnten. Aber aus dem bunten Gewühl des Kaisertags, aus festlichem Reigen und fürstlicher Hulderweisung ragt, wie eine Erinnerung aus längst vergang-
: ter Zeit, düster und gespenstisch eine Offenbarung empor, die den Deutschen Kaiser
; m seiner Stellungnahme zur Verfassung zeigt. Professor Dr. Otto Hintze, der gefeierte Historiker der Berliner Friedrich-Wilhelms-Uni-
: oersität, hat gestern beim Festakt in der Aula r )er Universität das politische Testament -FriedrichWilhelmsdesVierten dem - Reich des Geheimnisses entrückt und, von dem l Bestreben geleitet, Wilhelms des Zweiten uner- 1 ichütterliche Verfassungstreue zu dotumentie- F ;en, der Oeffentlichkeit enthüllt, wie der König - »ci Romantik auf dem Preußenthron über
Verfassung und Volksrechte gedacht.
Das politische Testament Friedrich Wil- t- Helms des Vierten, traditionell überliefert von L Thron zu Thron, präsentiert sich als eine könig- f liche Aufforderung zum Staatsstreich, mahnt und beschwört die Erben auf dem Zol- lernthron, die vom Preußenvolk einst in schwerer Zeit erkämpfte Verfassung noch vor der Königs-Eidesleistung umzustoßen und das konstitutionelle Regime durch die Autokratie des absoluten Königs von Lottes Gnaden zu ersetzen. Kaiser Wilhelm der Zweite hat, als ihm nach seines Vaters Heimgang das Te- - stament des G-oßoheims (das vor ihm Wilhelm der Erste und Friedrich der Dritte in der | Stunde der Thronbesteigung empfangen hatten) | übergeben wurde, die Vernichtung dieses ' Dokuments eines verblendeten Königs befoh-
sem Bekenntnis -------- .
den ost und gern den himmelMrmenden Idealismus Friedrich-Wilhelm'scher Romantik verherrlicht und dessen eignes Wesen und persönliche Auffassung vom Amt des Kronenträgers noch bis in die jüngsten Tage als dem Mystizismus des vierten Friedrich Wilhelm nahverwandt beutteilt wurden) offenbart stck unerschütterliche Zollerntreue gegenüber Verfassung und Volksrechten, und die beiden Worte, die nach kaiserlicher Weisung auf den Briefumschlag des Großoyeim-Teftaments geschrieben wurden: „Inhalt berntchiet. tnb als Zeugnis kaiserlichen Willens zu chatzen, Gegenwart unb Zukunst nicht vom tragischen Verhängnis einer in mystische Dämmerung versunknen. Vergangenheit beschweren zu lassen. Friebrich Wilhelms bes Vierten gefährliches Testament an seine Erben ist nicht mehr: Wann aber schrieb ber Romantiker auf bem Thron bieses Vermächtnis an bie nach ihm Kommenben nieber? Geschah's zu einer Zeit, als sein Geist bei Wirklichkeit bereits entrückt war,' ober erwachte in bes Romantikers Seele bet Verhängnis-Gedanke kommenden Staatsstreichs in den Tagen, da er, ein noch geistig Gesunder, um Mittelalter-Ideale rang- Wilhelm der Erste und Friedrich der Dritte sind vom Thron ins Grab gesunken, o h n e des Vorgängers Vermächtnis als Produkt unheilvoller Irrung aus bei Geschichte ausgetilgt zu Haben, und es ist Wilhelm bem Zweiten, bet als Neunundzwanzigjähriger den Thron bestieg, Vorbehalten geblieben, zu tun, was Pflicht uno Treue geboten: »Inhalt verni«-^^.:
Französische Sammertome.
Neue Kämpf» im Seine-Parlament.
In der französischen Deputierten- kammer ist es gestern bei bei fortgesetzten Beratung der bieijährigen Dienstzeit abermals zu einer überaus stürmischen Szene gekommen, unb eine Erklärung des Ministeiprä- identen Barthou, daß die gegenwärtigen militärischen Anstrengungen in Frankreich und Rußland unternommen würden, um für alle Ev/ttualitäten gerüstet zu sein, ent- ftfsÄte einen regelrechten Tumult auf der Linken, während die Rechte dem Ministerpräsidenten lebhaften Beifall spendete. Heber die gestrige Sturm-Sitzung erhalten wir folgenden Bericht:
Rüstung für alle Falle!
(Privat-Telegramm.)
Paris, 17. Juni.
In der gestrigen Kammer-Sitzung erklärte bei der Beratung des Gesetzes über die dreijährige Dienstzeit der Ministerpräsident Barthou, die Regierung des Herrn Briand fei durch die in Deutschland geplanten Rüstungen beunruhigt worden uni» habe darauf die verschiedenen Mittel erwogen, um der Lage gerecht zu werden. Ein lebhafter Zwischenfall ereignete sich, als der Deputierte Thomas die Frage auswarf: Erfolgte der Gesetzentwurf der Regierung nicht auf Grund eines Abkommens, das Frankreich am achten Oktober mit R u ß l a n d geschlossen hat? Ministerpräsident Barthou antwortete darauf verneinend. Die hierauf Bezua nehmenden und in Umlauf gesetzten Gerüchte seien falsch. Don der äußersten Linken rief man dem Minister Dumont zu, daß er das Gegenteil gesagt habe. Der Finanzminister Dumont erklärte in sichtlicher Verlegenheit: Ich habe ge. sagt, daß für uns ein moralisches Interesse vorliegt und daß wir dafür sorgen müssen, daß unsere Botschafter gegenüber dem Ausland sich nicht mft Schaden bedecken. (Stürmische und beleidigende Zurufe von der linken Seite des Hauses.) Der Deputierte Chautemps verlangte eine ähnliche Erklärung, worauf der Minister Dumont erwiderte: .Ich habe gesagt, daß die
dreijährige Dienstzeit
2 eben
Das Testament des Romantikers vererbte sich auf den Bruder, den Neffen und den Großneffen, blieb aber, was es war: „Em ve- schriebnes Blatt Papier", das die Gedanken eines Unglücklichen widerspiegelte und tn bte Wirrnisse einer Seele führte, die nie sich selbst und ihre Zeit begriffen. Wilhelm der Zweite, dessen Ahnenkult uns manchmal Rätsel aufgegeben hat von dem Testament seines Groh- oheims gesagt, daß er, das Empfinden gehabt habe, als „lagre ein Pulverfaß in feinem Hause" und daß et jtft dann beruhigt gewesen, ~ “ -ment bernichtet war. In bte« ifÜ Kaisers (bei in seinen Re-
ReurMassen-Berhaftungen!
Die Mörder des türkische» Großwefirs.
Wie uns aus Konstantionpel belichtet wird, wurde gestern außer dem Mörder des Groß- wesiis Mahmud Schewlet Pascha, Zta, auch ein Sohn Kiamil Paschas, und zwar Munib verhaftet. In Trapezunt wurden der Untersuchungsrichter. mehrere Journalisten und sonstige, der alttürkischen- Partei angeho- rende Personen verhaftet. Weitere Tepefchen melden uns:
Konstantinopel, 17. Ium-
Ter Mörder Rasim, dessen Verhaftung gemeldet wurde, ist wider Erwarten entschlüpft. Als die Polizei gestern in das Haus der Schwester RasimS eindrang, erklärte sie, ihr Bruder habe die Nacht im Hause verbracht, sei morgens aber fortgegangen. Gestern nachmittag wurden noch der Chef des Kriegsgerichts unter dem liberalen Regime, General Suleiman Pascha, und ein Günstling Abdul Hamids, Abdullah Pascha, verhaftet.
Ein Privat - Telegramm beliebtet uns aus Sofia: König Ferdin and erließ einen Armeebefehl, der in feierlicher
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