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Caffeler Abendzeitung

3. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

Donnerstag, 5. Juni 1913

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 151

traten gewinnen 4 Sitze. Die Gesamtver­schiebung reduziert sich wie folgt: Konserva-

Dolkspartei Zentrum . Polen Dänen . .

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könnte fast zu der Annahme verführen, daß im l Kreise unsrer Diplomatie alle intellektuellen Sphären des modernen Deutschtums ausrei­chend vertreten seien. Eine nähere Prüfung I ergibt indessen, daß fast alle diese Kräfte vor I ihrer Nutzbarmachung für die vaterländische Diplomatie eine Umwertung durchlaufen mußten, und diese Umwertung war (soiveit in der Diplomatie die Träger früherer bürger­licher Namen anzutreffen sind) der Ueber- gang vom Bürgertum zum Adel! Der Adel be­herrscht zu sieben Zehnteln die Reihen der deutschen Diplomatie, und die Auswahl des Nachwuchses beweist, daß man entschloffen ist, auch in Zukunft an dieser Einrichtung, die einer ausgesprochnen und absichtlichen Zuruck- etzung des bürgerlichen Elements gleichkommt, -estzuhalten. Im Reichstag hat man diese Methode (deren Beseitigung weder die Der- prechungen BülowS, noch die schwäbtsch-poeft- chen Beteuerungen Kiderlens ermöglicht ha­ben) einmal daS .Garde-Prinzip" genannt, und damit treffend charakterisiert, was an dem

ctnfertten6preUe: Di« (edjSaef palten« Zeile für einheimische Geschäfte 15 Bsg-, für au8- roarnae mferate 25 Reklame^!« für einheimisch« Geschäft. <3 Pf, für aueroiHtg. ««schäft« 60 Ps. Einfach« Beilagen für die iLesamtaüflage werden mit 5 Mark pro laufen» de. rechnet. Wegen ihrer dichten Berdreitnng in der Residen, und der Umgevung stnd die Lasseier Neuelten Nachrichten etn vorzüglicher Jnsertionrorgan. «eschüftsE «»lnische Straß« 5. Berliner Vertretung^ SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Lmt Morttzplatz 1258«

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Bei 42Mandaten hat eine Verschiebung in der Frakiionszugehörigkeit stattgesunden. Die Konservativen gewinnen 10, verlie­ren 15, die Freikonservativen gewin­nen 2, verlieren 9, das Zentrum gewinnt 5, verliert 5, die konservativen Wilden gewin­nen 2, verlieren 1, die P o l e n verlieren 2, die Nationalliberalen gewinnen 13 und verlieren 5, die Fortschrittliche VolkSpartei gewinnt 6 und verliert 5, die S o z i a l d e m o.

Die Ursachen dieser Entwicklung stnv mannigfacher Art; eine der wichtigsten und ve- denklichsten aber darf wohl in dem »Garde- Prinzip" erkannt werden, dem kürzlich die Mit­teilungen des Hansabunds eine eingehende Würdigung angedeihen ließen. Eine Untersu­chung über die allmähligeVerjüngung" uns­rer Diplomatie und die Heranbildung des di­plomatischen Nachwuchses gelangte zu folgen­den charakteristischen und beachtlichen Resulta­ten: Zum deutschen Gesandten in Teheran wurde anstatt des nach Athen versetzten Grafen Quadt Prinz Heinrich der Einunddreitzigste aus dem Hause Reuß (jüngere Linie) ausersehen. Ter Attachee des deutschen Generalkonsulats in Antwerpen, Dr. Fritz von Voß, wurde der deutschen Gesandtschaft im Haag zuerteilt. Freiherr von Romberg erhielt die Ernen­nung zum deutschen Gesandten in Bern. Für das deutsche Generalkonsulat in Kalkutta wurde der Legationsrat Graf von Luxemburg, für das deutsche Generalkonsulat in Budapest der Legationsrat Graf von Fürstenberg- Stammheim bestimmt und zum Legationsrat der preußischen Gesandtschaft in München wur-

(Privat-Telegramm.) Bukarest, 4. Juni.

Hierher gelaugte Nachrichten über den drohenden R ü ck t r i t t des bulgarischen, griechischen und serbischen Ministerprä­sidenten lasten die Hoffnung aus Erhal­tung des Frieden« mehr und mehr | schwinden. Bulgarien ergreift umfassende Maßregeln, um die Westgrenze gegen Serbien zu sichern. Die Truppentransporte nach der Donau haben bereits begonnen. Im Gegen­satz zu der friedlichen Haltung der Regierung ist die Stimmung des bulgarischen Bolles außerordentlich kriegerisch. Die Prelle wirst der Regierung Unfähigkeit hin­sichtlich der Vorbereitungen zur Erhöhung der Schlagfertigkeit der Truppen vor.

Depeschen aus Saloniki zufolge wird dort die Lage allgemein als sehr ernst betrachtet. Es verlautet, daß die Griechvn ihre Forderung noch Räumung von Zangeon sowie der Gebiete von Serres und Drama aufrechterhaften, daß aber die Bulgaren ebenso entschieden auf ihren Forderungen bestehen. Die Nachricht, daß die siebeuie griechische Division von den Bulgaren

de Prinz Gustav Alexander Sayn zu Wittgenstein-Sayn ernannt. Zum Botschafts­rat in Konstantinopel wurde endlich Herr von Mutius ausersehen, und schließlich erfuhr man (zur Beruhigung über den Nachwuchs in der deutschen Diplomatie), daß der Oberleut­nant Graf Georg von Kanitz von den Garde-Ulanen in den diplomatischen Dienst übergetreten sei. Bei dieser Liste handelte es sich um die Veränderungen eines einzigen Vierteljahrs: Der Gesamteffekt eines ganzen Jahres läßt sich also unschwer errechnen!

Wenn man die Pcrsonenliste unsrer Diplo­matie durchbläftert, begegnet man auf jeder Seite Namen von bestem Klang, Enkeln und Urenkeln gefeierter vaterländischer Größen, Sproffen von millionenschweren Pionieren wirtschaftlicher Entwicklung, Erben von Für­sten des Eisens und der Finanzen, und eine oberflächliche Wertung dieses Materials

äußerte abends, die Freude der Opposition wer­de gedämpft werden, denn es werde nur ein Personen- und kein Kurswechsel eintre­ten. Er werde den Grafen Tisza als Nach­folger Vorschlägen. Die Entscheidung dürfte im Laufe des heutigen Tages fallen.

Exzellenz LukacS beim Kaiser.

Budapest, 4. Juni. (Privat-Tele- g r a m m.) Gestern abend trat ein M in i st er- rat zusammen, an dem sämtliche Mitglieder des Kabinetts teilnahmen, mit Ausnahme zwei­er Minister, die zum Empfang des Prinzregen- ten von Bayern sich in Wien aufhalten. Mi­nisterpräsident L u k a c z dürfte bereits heute vor dem Kaiser in Wien erscheinen und das Rücktrittsgesuch des gesamten Kabinetts über­reichen. In Kreisen der nationalen Arbeiter­partei hält man die Annahme der Demission für a e w i ß und glaubt, daß bis zum Herbst ein Ueberganasministerium eingesetzt werden dürste. Graf T i s z a , der bisherige Abgeord­netenbaus-Präsident hat sich zur Uebernahme der Kabinettsbildung bereit erklärt.

Rach dem Arterlspruch.

Budapest, 4.Hunt. (Privat - T ele- gram m.) Tie Freisprechung D ösys hat wie eine Bombe gewirkt und wird unbedingt schon in den nächsten Tagen zu grundle­gend en Umwälzungen in der ganzen innerpolitischen Situation führen. Die Opposi- tion ist förmlich elektrisiert und befindet sich in einem wahren Freudentaumel. Sofort nach der I Verkündung des Urteils zog gestern eine große I Menschenmenge vor die Wohnung des Verteidi­gers Vazsonyi, bei dem Döfy weilte, und veran­staltete dort Kundgebungen. Für heute hat die Opposition ein Bankett zu Ehren- I sys angekündigt. In den Kreisen der Regie-

DaS freisprechende Urteil im Prozeß Lu- kacs-Desy erregt überall größte Sensation. Aus der Begründung des Urteils ist folgendes hervorzuheben: Da der Angeklagte Desy nach­gewiesen hat, daß der Ministerpräsident beim Abschluß von Verträgen mit der Ungari­schen Bank von dieser einen Betrag von über drei Millionen Kronen angenommen hat, da es ferner von dem Gesichtspunkte der Moral nicht zulässig ist, daß der Minister­präsident von einem Kontrahenten eines Staatsvertrages Geld annimmt, wenngleich der Ministerpräsident sich in diesem Falle nicht den geringsten Vermögensvorteil verschafft hat, son­dern nur parteipolitische Zwecke för­derte, mußte der AngeNagte Desv wegen der gegen den Ministerpräsidenten Lukacs ausge­sprochenen beleidigenden Vorwürfe straffrei er­klärt werden. Das Ministerium Lukacs hat in i einer gestern abend abgehaltenen Sitzung be­schlossen, dem Könige das Rücktrittsge­such des gesamten Kabinetts zu über­reichen. Die Aufregung in allen politischen Krei­sen ist eine unbeschreibliche.

Die Begeisterung der Opposition

kennt keine Grenzen. Die Sozialisten veran­stalteten abends vierzehn Versammlungen, in denen unter heftigsten Angriffen und Schmährufen auf Lukacs und Tisza etn

I unerbittlicher Kampf gegen daS jetzige Regime und für die Revision des Wahlrechts angekün- digt wurde. Etwa zehntausend Menschen zo­gen bann, Lieder singend, vor das Gebäude der Justhpartei, wo Desy, Justh und Vazso- f n y i Ovationen bereitet wurden. Justh forderte die Sozialisten auf, wie bisher gemeinsam mit der OPPosifton zu kämpfen. Die Menge zer­streute sich sodann. Mehrere hundert versuch­ten, vor die Wohnung Tiszas zu gelangen, was die Polizei aber verhinderte. Für heute ist zwecks Veranstaltung einer Demonstra­tion vor dem Parlament Einstellung der Arbeit in den Fabriken geplant. Die Demis­sion des Kabinetts wird unbedingt ange- ttommen werden. Ministerpräsident Lukacs

tive minus 5, Freikonservative minus 7, kon- servative Wilde plus 1, Nationalliberale plus 8, Fortschrittlche Volkspartei plus 1, Sozialde­mokraten plus 4. In Stichwahlen stehen in Brandenburg, Westhavelland, Zaiwh-Belzig drei Konservative (darunter von Branden- stein) mit drei Kandidaten der Fortschrittlichen Volkspartei, in Berlin 12 der Fortschrittler Runze mit dem Sozialdemokraten Ernst.

abgeschnitten sei, wird von griechischer Seite als falsch bezeichnet.

rungspartei ist man sehr niedergefchla- gen. Für abends ist abermals ein Ministerrat einberufen. Die Polizei hat den für heute ge­planten Auszug der Arbeiter vor dem Parla­ment verboten und ist entschlossen, jede Kundgebung gewaltsam zu unterdrücken.

gitrotms größter Panamist.

Minister-Skandal und Kabinets-Krise.

Es gibt noch Richter in Ungarn! Der Budapester Gerichtshof hat gestern in dem Sensations-Prozeß, den der ungarische Mini- sterpräsident Dr. von Lukacs gegen den oppo­sitionellen Abgeordneten Desy angestrengt hafte, weil Desy ihm den Vorwurf der Kor­ruption gemacht und ihn dengrößten Pana- misten Europas" genannt hafte, den Angeklag­ten Desy freigesprochen und in dem Ur­teil ausgeführt, daß die Behauptung Desys, Lukacs habe für Wahlzwecke Gelder von Banken verlangt und erhalten, restlos erwie­sen sei.

Der gerichtete Minister-Präsident.

(Draht-Meldungen.)

Budapest, 4. Juni.

Sozialdemokraten 10 ( Deutsch-Soziale. 1 (

Christlich-Soziale 1 ( bei keiner Partei 0 (

Zusammen: 439

Konservative. . 147 (bish. Stand 1*5)

Freikonservative 53 ( , 60)

Rationalliberale 73 (

System eigentlich fossil ist.

DasGarde-Prinzip" beherrscht unser ge­samtes öffentliches Leben, und man darf in diesem Zusammenhang vielleicht auch daran er­innern, daß der Spezial-Mission die vor Jah­ren der schwarzen Majestät Meneliks von Abes­sinien ein Geschenk deutscher Freundschaft über­brachte, ausschließlich Leute zugeteilt wurden, die mindestens das Maß eines auSg^ wachsnen Garde-Kürassiers aufzuweisen hat­ten. Hier war eS die k ö r p s r l i ch e Aeußer- lichkeit, die inmitten der Kulturarmut des Halbbarbaren-LandesEindruck Wecken soll­te: in der Diplomafte, die sich immer mehr ab­wärts, zur Salonkunst, entwickelt, ist S der Klang des Namens, von dem man sich Effekt verspricht. Als der vortreffliche Herr | David Jaime Hill von Newyork nach Berlin kam, um in einem bescheidnen Mietshaus als des Millionärs Eharlemagne Tower ärmlicher Nachfahr die Geschäfte der Union zu^,führen, | rümpfte man an der Spree die Rase über den armen Schlucker", und Mister David ist bekannt­lich ja auch nicht allzu lang auf deutscher Erde gewandelt. Daß der Hansabund in der Stille des Sommer» an diese Ding« erinnert, ist er­freulich: Wenn man im Tempel Wallots über den Etat des Auswärtigen Amts Plau­dert, geht das interessante Thema tm Milch- tneer frommer DenkungSart rühmlos nnto, und wenn'S hoch kommt, erzählt Herr Gottlieb von Jaqow unS, daßdie Regierung der zeitgemäßen Reform unsres diplomattschen Dienstes fortge­setzt sorglichste Aufmerksamkeit widme Der­weil rundete Britania durch dmErwerb öotr Kowett und Cypern den Herrschaftsbereich eng­lischer Weltmacht, und der füriS deutsche aus­wärtige Reichsgeschäft Verantwortliche erMttt dem besorgten Parlament, gütig lächelnd. Nur keine Unruhe, meine Herren, totr waren (wie immer) stumm - tatlose Zeugen dieses Stückchens Weltgeschichte. . .!" F-

Bor neuem Balkan-Krieg?

Balkanische Kabinetts-Krisen en gros!

Am gestrigen Dienstag hat das bulgarische Robinett8 Geschow anläßlich der verwickelten politischen Lage seine Demtsfron etnge- reicht. Die Krise soll nach Aukunft des So- branjepräsidenten Danew und des Fmanzmt- nisters Theodorow, die beute tn «ofiaemtref- fen. gelöst werden. In politischen Kreisen ver­lautet, daß die Kabinettskrise sich nicht »Kem auf Bulgarien beschränken londent tn S e r- yien und Griechenland ebenfalls zu Komplikationen führen werde.

Die Friedenshoffnung am Ende?

Unsere Jiplomaten.

DasGarde-Prinzips in der Diplomatie; die politische« Znterefsen des Reiches.

Wie jetzt feststeht- ist das englisch- türkische Abkommen über Koweit, durch daS deutsche Interessen in emp. findlichster Weise geschädigt werden, znstandegekommen, ohne daß das deutsche Auswärtige Amt Über die Dorverhandlnngen und die Bedeutung des geplante« Abkommens orientiert war. Der von Staatssekretär von Jagow im Reichstag erwähnte freundschaftliche Mein«»gsa«S. tausch" zwischen Berlin und London (über die Bagdad-Bah«) fand erst statt, als das Abkomme« bereits i« allen Punkten gesichert war.

Die Zetten ändern sich: Als der frühere ba­dische Staatsanwalt Marschall von Biber- stein vom graugelben Gewässer des Bospo­rus zur Themse beordeft wurde, um diebeson­dere Mission" zu erfüllen, die die Friedensehn­sucht zweier Reiche ihm zur männlichen Pflicht machte, sprach die hiternationiale Presse von demersten Diplomaten Europas", den der Deutsche Kaiser als Friedensengel über den Kanal entsende. Es klang fast wie der Rekla­metext auf den Aushängeschildern einer Ring­kamps - Konkurrenz:Der Löwe vom Goldnen Horn",Der starke Mann aus Konstantinopel", Der Champion deutscher Diplomatie", und man fühlte instinktiv, wie das Niveau diploma- tischer Kunst seit BiSmarcks Tagen sich ge- senkt. Ein Londoner Cityblatt, das uns blonde Vettern" aus Tradition und Neigung mit den Erdenklümpchen britischen Grolls zu bewerfen pflegt, meinte sogar, der Marschall aus Türkenland sei der einzige Diplomat, mit dem Deutschland sich überhaupt noch sehen lassen könne, und wenn man auch die Artigkeit deS Kaisers, grade diesem Riesen unter Zwergen die Last der Londoner Mission auf die breiten Schultern zu bürden, nach Gebühr schätze, so dürfe auf der andern Seite doch nicht ver­schwiegen werben, daß England nur diesen E i- nen unter den Bielen als ziemenden Träger kaiserlichen Vertrauens zu würdigen der- möge. Das war deutlich; sollte uns aber zu denken geben. Unsre Diplomafte ist wirklich keine Pflanzschule staatsmännischer Köpfe, ist kaum noch als Treibhaus diplomatisiereuder Salonkunst zu schätzen, und Mämter von der et. was struppigen, aber kerngesunden Energiekrast Bismarck'scher Art würden heut sicher als verlorne Söhne" der moderne« Schule be- trauert werden.

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Die Wahlen in Hessen.

Cassel-Stadt. Gewählt Geheimrat Dr. Schroe» der mit 426 Stimmen. Hauschild (Soz.) er­hielt 105 Stimmen.

Cassel-Land. Gewählt Lehrer Heins (deutsch- soz.) mit 146 Stimmen. Kimpel (Freis. VPt.) erhielt 137 Stimmen.

Hofgeismar-Wolfhagen. Wiedcrgewählt ist von Pappenheim (K.). Die Zahl der national- liberalen Wahlmänner ist von 47 auf 53 ge­stiegen.

Melsungen-Fritzlar. Der bisherige Abgeord­nete Röll (K.) ist mit 146 Stimmen wieder- gewählt. Die Zahl der nationalliberalen Wahlmänner ist um sieben gestiegen. Wol­lenhaupt (ntl.) erhielt 61 Stimmen.

Homberg-Ziegenhain. Wiedergewählt Landrat ° von Gehren mit allen abgegebenen Stimmen. Kirchhain - Frankenberg. Gewählt ist Frhr.

Schenck zu Schweinsberg (K.).

Marburg. Gewählt: Bredt (Freikons.).

Fulda. Wiedergewählt Amtsrat Rhiel (Ztr.) mit allen abgegebenen Stimmen.

Rotenburg - Hersfeld. Gewählt ist Landrat Tnercke (K.).

Hünfeld-Gersfeld. Gewählt: Drinnenberg (Z.). Graflchast Schaumburg. Wiedergewählt von Ditfurth (K.) mit allen abgegebenen Stirn- men.

Hanau (Stadt und Land). Gewählt: Wohl­farth, (ntl.).

Schlüchtern-Gelnhausen: Gewählt: Hengsbacher (greif.) mit knapper Majorität gegen Schwarz- Haupt (ntl.).

Efchwegc - Schmalkalden. Gewählt ist Dr, Wendland (naU.).

Die Wahlen in Nassau.

Frankfurt a. M. (Stadt). Wiedergewählt fhtb Dr. Flesch (Forsche.) und Ocser (Fortschr.).

Unierlahnkreis. Wiedergewählt: Amtsgerichts« rat Lieber (ntl.) mit großer Mehrheit.

CaMerNeuksteMlhiHtm

* Hessische Abendzeitung __

Sie Bilanz der Wahlen.

Die Resultate der Abgevrdneten-Wahleni Eine kleine Parteienverschiebung «ach links!

Die gestern in Preußen stattgehabten A b - geordneten-Wahlen zum Landtag ha- den die bereits durch die Wahlmänner-Wahlen angedeutete kleine Verschiebung nach links gebracht: Die Sozialdemokratie zieht verstärkt in den neuen Landtag ein, die Nationalliberalen verfügen über eine wesent­lich höhere Stimmenzahl und die Konser­vativen sehen sich im Verhältnis zur früheren Parteistärke einer nicht unbeträchtlichen Schwächung gegenüber. Es stehen zwar noch vier Stichwahlen aus, doch ist die parteiliche Zusammensetzung des Landtags durch die ge­strigen Wahlen bereits bestimmt, Md diese Neugruppierung bedeutet eine (wenn auch nut kleine) Verschiebung nach links. Nach den ge­strigen Wahlen stellt sich die Bilanz der Par­teien folgendermaßen dar:

Es wurden gewählt r