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CMer NeM Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

3. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952.

Donnerstag, 1. Mar 1913

Fernsprecher 951 und 952.

Kummer 123

Der Dreibund gegen die Triple-Entente?

am Schicksaltisch der Weltgeschichte die Bot-|tre $gone des Verhängnifles überglänzt, die schäftet der Großmächte über Krieg oder «rie=| bie Grb£ Europas verfinstert und selbst des

haften Spekulanten überteuert wird.

Aus einer Wolke düstrer Sorgen dämmert »er Himmelfahrts-Tag dieses Jahres »er Unruhe und der Kriegsgefahr herauf; wie eine Ahnung nahender Ereignisse von welt­bewegender Tragweite lastet auf Herzen und Seelen die düstre Erkenntnis des dicht am Wege lauernden Verhängnisses, dessen überall sicht- bare Wetterzeichen daS alte Europa in Fieber­schauer bannen. Und während morgen durchs Lhristeuland kultur-durchträntter Humanität die Feiertag-Glocken läuten, während im Tempel des Ewigen das Wunder der Himmelfahrt gläubige Andacht erbaut, werden in London

Himmelfahrtstages stillen Frieden scheucht. Der Mai zieht ins Land, bringt helles Frühlings- glück und tausend Zauber-Symphonien, und birgt doch mitten unter allen lichten Herrlich­keiten die große Schicksalfrage, die wie der Stachel der Verdammnis sich in Aller Seelen bohrt: Krieg oder Friede? Dürfen wir, im Angesicht der Gefahr, noch hoffen, daß der Himmelfahrt Glockeicklang Friedens-Bot­schaft durch die Lande tragen wird...? F. H.

eine befristete Aufforderung zur Räumung Skuraris richten und die Frist so bemessen werde, daß sie erst nach der sür Donnerstag anbereumten Londoner Botschafterkonferenz abläu*k Gestern fand in Wien abermals eine lange Konserenz des gesamten Ministeriums

Im Auftrage des Generalstabes »st dre Stadt Cattaro von der Zivilbevölkerung und der Besatzung geräumt worden. Rur die Befestigungen werden besetzt gehalten. Die Bevölkerung ist in der Umgebung de, Stadt in Baracken untergebracht worden. Im südlichen Dalmatien stehen sechs G e. birgsbatterien zum Einmarsch in Montenegro bereit. Ebenso find in der Herzegowina große Truppenmassen konzentriert, die auf dem Landwege gegen Skutari marschieren sollen und jeden Augenblick marschbereit sind.

' Antwort hierauf sei bereits erfolgt. Rußland ' ist danach gegen jede militärische Aktion, alles solle mit Ueberredung versucht werden. Rach diesen sehr ernsten Meldungen bandelt es sich jetzt also um eine Kraftprobe zwischen Dreibund und Triple entente. Wir verzeichnen

gung guten Willens und jede schüchterne Er­innerung an die (vielbesungne) Einheit Euro­pas matt: Das ist das Schauspiel auf der Schicksalbühne der europäischen Völkertragödie, und es bedarf nur noch des (morgen erwar­teten) Stichworts aus London, um das Drama in seiner ganzen furchtbaren Wirklichkeit-Offcn- bariing dem entsetzten Auge zu entschleiern!

Wird dies Stichwort, diese Parole des Himmelfahrtstages Krieg künden oder Frie­den? Wird uns der Moment der Entschei­

den entscheiden! Das Jahr des Unheils drängt Lenzzauber und Feiertagsstille brutal zurück; . WaffengeNirr überdröhnt die fromme Mah­nung eherner Glockenzungen, Kriegsgeschrei überhallt den feierlichen Choral der Gläubigen, , und wenn des Himmelsahrtstags Absndschatten zu Tal sinken, ist vielleicht schon Wirklich- keil geworden, was in dieser Stunde noch als drohende Möglichkeit nächster Zukunft auf der Schwelle des Geschehens steht: Der Krieg! Seit vor Podgoritza im Spätherbst neunzehn- hundertzwölf der erste Kanonenschuß durchs Felsengewirr dröhnte und Europa an die rauhe Wirklichkeit blutheischender Gefahr mahnte, war die Spannung der Völker-Gegensätze nie so stark, der Kesiel nationalistischer Leidenschaften aus der Erde Europas nie so überhitzt als heut, am Vorabend des Himmelfahrtstags, und es hieße träumend dem Abgrund entgegen­straucheln, wollten wir dieser in's Riesenmaß gewachsnen Gefahr gegenüber unser Auge ver­schließen, im Bangen um des Krieges Schrecken verkennen, daß nur noch Augenblicke uns vom Moment folgenschwerer Entscheidung trennen!

Langsam, tastend, schleichend ist die Gefahr den Völkern Europas genaht; lauernd geschürt von Mächten, denen eines Krieges Schrecken nicht zu hoher Einsatz sür die Beftiedigung intriganter Gelüste dünkt; gehetzt und gejagt von den Ereignissen, die seit Halbjahrsfrist tm Südosten des Kontinents den Fcuerbrand des Balkandramas nähren! Was in Skutari sich ereignet, offenbart im Licht des Tages sich als Trug und Verrat, als Lüge und Verbrechen, und wie ein Kainszeichen ewig-unvergäng­licher Schuld wird das Brandmal der Schande durch die Jahrtausende der Weltgeschichte am Reich des Ruflenzaren haften, dessen Politik der Kabalen zum Förderer und Helfer der Europa verhöhnenden Balkan-Raubritter geworden! Kein Zweifel: Das, was wir in diesem Moment die Höchstspannung der inter­nationalen Krise, den Kulminationspunkt der seit Monden unterm Papiermoder rasch ver­hallender Diplomaten-Noten schwelenden Ge­fahr nennen, ist Rußlands Werk, geplant und organisiert zu denr Zweck, dem Nachbar- reich der Donaumonarchie den Weg zum Bal­kan abzudämmcn! In Belgrad feiert der Ge­sandte des Friedenszaren den Verrat Skutaris als Großtat und Siegstriumph der zur Mittag­höhe des Ruhms strebenden Slavcnmacht; in Petersburg umheulen die fanaftschcn Apostel All-Slavas jeden Papierfctzcn, der vom Bal­kan neue Hiobspost durchs Europäerland trägt, wie die Offenbarung naher Verheißungs-Er­füllung, und am Friedenstisch in London setzt Rußlands Vertreter, durch gemessne Instruktion aus Ssasanows Kabinett verpflichtet, jeden Scdachzutl ehrlicher Friedensarbeit, jede Re-

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Tic Großmächte find gegen die Einverleibung Skutaris in Montenegro. Ich befinde mich zwischen der Scylla de§ Volkswillens und der Charyvdis des Willens der Großmächte. Aber selbst, wenn ich Skutari ab tret en wollte, würde sich dagegen mein ganzes Voll und meine Armee auflehnen. Der Altar Skutaris, der so viele blutige Opfer for­derte, ist für Montenegro heilig. Das ganze Volk ist zu allen Opfern bereit, um das Endziel zu erreichen.

*

Der Abenteurer als König.

(Von unferm E. ^.-Mitarbeiter.) Wien, 30. April-

folgende Drahtmeldungen:

Wien, 30. April.

Die Situation ist ä u ß e r st z u g e s P i tz t. Alle Vorbereitungen für ein selbständiges Vorgehen Oesterreich-Ungarns find getrof­fen. Graf Berchtold weilte gestern drei Stun­den beim Kaiser behufs der Vollmachten für alle Eventualitäten. Sollte Ruß­land im letzten Moment nicht doch noch Oesterreichs Standpunkt akzeptieren, fo ist die Politik der freien Hand für Oester­reich-Ungarn unvermeidlich. Italien trachtet mit fieberhafter Tätigkeit danach, das Aeußer- sie zu vermeiden. König Viktor Ema­nuel soll beim König Nikita dirette Vorstellunaen erhoben haben.

Wien, 30. April.

Stelle bemerkt, daß dieses nunmehrige selb­ständige Eingreifen unserer Nachbarmonarchie nicht verübelt werden kann, da die Botschafter- konfercnz bisher ein einmütiges Vorgehen der Mächte nicht erzielen konnte und ei« weiteres Zaudern dem Ansehen Oestereich-Ungarns ent­schieden schädlich sein würde. Immerhin glaubt man n ich t, daß dieses alleinige Borge- hen einen Grund zur Beunruhigung geben wird, da man nicht an ein Uebergreifen der Differenzen auf die Großmächte selbst glaubt, sondern durchaus die Ansicht vertritt, daß ein eventueller Konslikt lokalisiert bleiben werde«

statt.

Die Auffassung in Berlin.

Kein Uebergreifen der Krise auf Europa?

B e r l i n, 30. April. (T e l e g r a m m u n- sers Korrespondenten.) Bei dem ge­strigen Empfang des diplomatischen Korps im Auswärtigen Amt durch Staatssekre­tär von Jagow lag eine Meldung von einem beabsichtigten selbständigen Vorgehen Oester­reich-Ungarns noch nicht vor. Zu dreser W:e- ner Nachricht wird von hiesiger maßgebender

Wie man Millionen macht.

Das Reich braucht Parlaments-Kontrolle»

Anläßlich der Krupp-Afsäre ist die Frage der parlamentarischen Kontroll . . KomMis­sionen wieder in den Mittelpunkt der De­batte gestellt worden, und was in dieser Be- richuna die Parlamente anderer Staaten schon längst haben, Kommissionen zur Untersuchung wichtiger staatlicher Ausgaben, das werden wir jetzt auch bekommen. Man kann vielleicht sein« Verwunderung darüber aussprechen, daß ivir diese Institution nicht schon langst besitzen. Eine solche Kommifiion hätte dem Reich autzer- ordenilich viel Geld sparen können wenn sie zum Beispiel rechtzeitig bei der Herstellung des neuen Truppenübungsplatzes bei Zossen hätte tätig werden können. Hier hat das Reich Mehrausgaben in der Höhe von 50 0 Pro­zent der normalen Bodenpreise zahlen und an die Bodenspekulation abfuhren müssen. Der Vorfall verdient, naher betrachtet zu werden.

Das Reich und die Spekulanten.

(Informationen unseres W. L..Mitarbeiters.)

Berlin, 30. April.

In dem Dorfe Schöneiche kamen vier« zchn Grundstücke in Frage, deren Gelände zu dem neuen Truppenübungsplatz Zossen heranzuziehen waren. Diese vierzehn Grund­stücke waren von ihren Besitzern für einen Gesamtbetrag von 97 586 Mark offeriert. Als nun der Vertreter des KriegsmimsterS in Ichöneiche erschien, um die Grundstücke zu kau­fen, da stellte sich heraus, daß sie von ihren Vorbesttzern bereits an einen Zwischen- händler verkauft worden waren. Und da der Militärfiskus die Grundstücke nun unbe­dingt benötigte, mußte er mit dem Zwischen­händler unterhandeln. Der Zwischenhändler ließ sich selbstverständlich die Gelegenheit zu I einem besonderen Geschäft nicht entgehen, kurz. Der Militärfiskus mußte für die Grundstücke, die erst nur 97 586 Mark gekostet hatten, bei- i nahe den fünffachen Betrag bezahlen, nämlich 470000 Mark. Das heißt: Das Reich hätte den Zwischenbetrag von 373 414 Mark sparen können, wenn es seinen Kauf so bewerkstelligt hätte, daß kein ZwischenhLnd.

I ler etwas davon erfuhr, um bann das Reich zu nötigen.

Himmelfahrt-Glocken!

DerMomeutder Entscheidung istgekommen!

Depeschen aus Wien melden «ns: Die Regierung hat den Botschafter in London beauftragt, an den Be­ratungen der Botschafter - Reunion weiter teilzunehmen, sich aber an den Berhandlungen über die Skutari- fragenichtzu beteiligen. Unmittel­bar nach dem Abschluss der Verhand­lungen mit Rom wird ein kurzbe­fristetes Ultimatum nach Cetinje gerichtet worden, nach dessen Ablauf die österreichischen Truppen in Montenegro einmarschieren werden.

Ein weiteres Privattelegramm aus Wieu berichtet «ns: Die öster­reichischen Militärbehörden ha­ben gestern die nach dem Süden gehen­den Eisenbahnen in Besitz genom- meg. Bis jetzt habe« allerdings noch keinerlei Truppenbewegungen gegen Montenegrostattgefunden. Aus Inns­bruck kommt jedoch die telegraphische Nachricht, daß gegen zehntausend Mann Kaiserjäger aus Tirol nach dem Sandschak Rovibazar beordert wurden, offenbar zu dem Zweck, die dortigen Garnisonen zu verstärken.

reife- Die iecbäqefnaltene Zeile für einheimische Geschäft» iSPfg.. tut au«, roärtiae Inserate 25 Pk. Rettamszeile für einheimische »-schäfte W W, Geschäfte«) M. Einsache Beilagen für Sie Gesamtauflage werden mU 5 Mar! pro Tausend de. rethnet' Wegen ihrer dichten Berdreitung in der «estden, tm» der Umgehung sind d- "Xlet Neuesten Nachrichten ein vorzügliches Jnsertion^rgan. ^^chaftsitelle: Kgln.sch Straße 5 Berliner Vertretung: SW., Friedrichstraße 16, Telephon: Amt Moritzplatz 1-684

Zehn Millionen Spekulauten-Gewin« ?

Der ganze neue Truppenübungsplatz bet Soffen Hal dem Reich dreizehn Millio­nen gekostet. Die Ausgaben für die Grund­stücke in Schön eiche stellen natürlich nur einen kleinen Teil der Ausgaben für den Platz dar. Wir haben aber schon gesehen, daß allein bei diesem Teil das Reich fünfmal mehr, als der normale Wert beträgt, bezah.en mußte. Soll­ten die Verhältniffe auch bei den übrigen Käu­fen ähnlich gelegen haben, fo müßte man an­nehmen, daß von jenen dreizehn Millionen nut der fünfte Teil, also 2,6 Millionen, dem normalen Wert entsprach, daß also das Reich den ganzen Truppenübungsplatz um zehn Millionen zu teuer bezahlt hat. Das wären

das Geschäft mit ihm zu machen. Gerade die­ser Vorfall bietet ein ausgezeichnetes Kapitel für eine parlamentarische Untersuchungs-Kom­mission. Es ist natürlich klar, daß jener Zwi- aus Wien meidel uns: Lire es rr 11 u; c t u u n n i schenhändler durch irgertb eine r e

Qöniä NMa'schonim Reinen war. Skutari war I ist gefallen. Man läßt sich hier nicht mehr au k t i ouvon den Kaufabsichten DEarMus detTü-kei verloren, und hier konnte man den eine Verschleppung der Skutar,frage etn wird m Schoneiche erfuhr, daß er ^fe Indiskretion Mächten alsdann für mancherlei Verlegenhei-1 vielmehr militärische Maßnahmen benutzte, um sich selber m den Besitz der Grün - ten große Schwierigkeiten macken. Dieser fa- gegen Montenegro anwenden, um es zur Rau- ffyrfe jU setzen, um dem Reich weiterhin me mose Akt ließ sich dann dadurch noch krönen, mung von Skutari zu zwingen, wenn König Preise zu diktieren. Wo ist nun der Urheber daß Effad Pascha sich entschloß, die letzte der Nikita nicht im letzten Augenblick noch nach- . Indiskretion zu suchen, aus der dem Reich

schon ohnehinunbegrenzten Möglichkeiten gibt, wofür allerdings nur geringe Wahr- 300 000 Mark Mehrkosten erwachsen sind,

schaffen, indem er sich zum König von Albanien scheinlichkeit vorliegt. Es ist nahezu sicher, daß , 6ätte die Untersuchungskommission

mackte. So überraschend dieser neue .»König I 31 a I i e n sich an der Aktion bete lJj.ä e n I , forschen Und da sich ähnliche

in die Erfcheinug tritt, so sehr liegt doch sein TOirb. auch wenn es für tneje fein europäischer 8! - 3 t anbern Gebieten er«

Vorgehen in seiner Person begründet Effad srr((rnbat erhält. Gestern abend war hier das Vorfälle auch aus^vielen andc

Pascha ist (wie schon oben gesagt) em Aben - @eiüd£|t verbreitet, daß Oesterreich-Ungarn eignet haben, wo das Reick al, Kaufe: n ,

teurer, der als sicher schon lange einen ^ute em vierundzwanzigstündiges oder acht- müßte es doch merkwürdig zugehen wen-n an«

bedeutenden" Rus genießt Im zzahre 19^(bet unbbieniaftünbigc§ Ultimatum an Man- dauernde ernste Nachforschungen und strenge

der großen Umwälzung in der Türket) wurde! ^£ rickten werde, und in Streifen des di- Bestrafungen nicht allmählich zur Besettr« er Jungtürke und kam als albanemoyer olomatischeti Korps meint man, es fei wahr-1 gu n g solcher Indiskretionen führen sollten. Abgeordneter ins türkische Parlamem ^er war ba{. Oesterreich-Ungarn und Iw- Dann erst ist die Möglichkeit gegeben, daß

er der Schrecken des Komitees für Einheit uns gemeinschaftlich an Montenegro k g Reich nicht mehr von allerhand zweisel-

Fortschrftt, wofür er sich bei Abdul Hamlvi . ~ ------ -- ---------1 --

lebhaften Tank verdiente. In den Jahren 1910 und 1911 stand er mit der Regierung auf Kriegsftiß, zu Anfang des Jahres 1912 aber ging er als Vorsitzender einer Reformkommif. sion nach Albanien. Hier mauserte er sich wie. der sehr schnell, indem er sich auf die e>eüe sei­ner aufständigen Landsleute stellte, und z« s.t- ncr Rolle in Skutari gelangte er bekanntlich durch die Ermordung des verdienten Ver­teidigers der Festung, Hassan Riza!

Der heilige Altar Skutaris.

Petersburg, 30. April. (Privat- Telegr amm.) Die Russische Börsenzeitung veröffentlicht ein Interview ihres Mitarbeiters in Cetinje mit beut KönigvonMontene- gto. Der König sagte: Die Entscheidung in bet Skntariftage liegt i« Gottes Hand.

Es läßt sich jetzt übersehen, in welch un­glaublicher Weise Nikita von Montenegro und Essad Pascha,König von Albaniens mit den europäischen Großmächten Komödie gespielt haben. Allerdings darf man 4ne eine Ueberzeugung haben, daß die Absicht Effad Pa- chas, sich zum König von Albanien zu prokla­mieren, noch nicht lange bestanden hat. Effad Pascha ist ein Abenteurer, ein im­pulsiver Mensch, dem der Gedanke, König von, m . _ , »

Albanien zu werden, erst gekommen fein muß,! Ein weiteres Privat-Telegramm

als er über die Auslieferung von Skutari mit aus Wien meldet uns: Die Entscheidung .Yr. ... ___ _________; I ntrfit mehr aut

düng als ausatmende Zuschauer einer dem Ab«

schluß entgegeneilcnden, mit versöhnender Apo- «rj

tHesse endenden Tragödie, ober als erschütterte WÜS wltO llUlX

Zeugen eines der größten Entscheidnngs-

Äugenblicke der Weltgeschichte, als von der Er-, h_r Budaet-Kom-1

kenntnis unabwendbar gewordner Gefahr gc b£§ Reichstags hat (wie wir fchon

straffte Ankläger Wider die ftivol mtr.gieren- Mi,sto^de Staatssekretär des Auswärtigen den Urheber der Katastrophe sehen? Wer toetB at)er die Sage auf dem Balkan Mittei- es? In der Donau-Monarchie, dem ®eutfd)cn [unflen gemacht, die eher eine Bekräfti - Reich und Italien eng verbündet, erhofft tein Luna denn eine Abschwächung der bestehen- Sehender mehr die Möglichkeit einer von den Befürchtungen darstellen und der Kriegsmi- Diplomatenkunst geformten rettenden Tat; nister hat, an diese Mitteilungen anschlieBend Oesterreich ist entschlossen, feinem Willen und erklärt, ^eut^I.a.*tL[;*hLri\nfeit T:euttotanb seinem Ansehen gegenüber dem Verräter und dem Maube an die Kr.ebfertmke.t Deutschlands Verratsgenoffen von Skutari mit wehr-gestahl- westen MAdungen über die Balkan-Krise läs­ter Energie Geltung zu verschaffen; fei's mit, j£n Lute die ganze Situation in noch dunk- sei's ohne Europa. Die Konferenzen in Schön- Iein Farben ersckeinen. Danach sind die Bot- bntnn, die den greifen Kaiser, Franz Ferdi- schafter' des Dreibunds bei den Regiernn- nands drängende Tatkraft, Hötzendorffs molk- gen der Triple entente im Sinne der Wunsche ke'sches Genie und Berchtolds staatsmännisches Oesterreich-Ungarns vorstcüig geworden, hatten Talent bis zum grauenden Morgen in den ein UItimatum an nea - -

Zwang eherner Pflicht bannten, lassen etken- ^^io^Oesterreichs gedroht. ' Rußlands neu, daß man in Wien ,eden Augenblick mit | J jxHo _ bcr£it§ eifo(at. Rußland

der Notwendigkeit lang-vorbereiteter Kriegs­erklärung rechnet; aus dem Innern des Reichs braust Zug um Zug mit Truppen- und Waffen- Transporten zur Peripherie der Monarchie, und bei Pola steht die Flotte Oesterreichs seit Tagen fahrtbereit unter Dampf, jeden Moment zur Mion gerüstet: Sympwme des Gefah­ren -Ernstes biefet Tage, die in sonnigem Frühlingszauber wie verklärtet Gottesfriede übers Erdrund strahlen und deren Wunder­pracht doch nut tote flüchfget Hauch die