COler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Caffeler Abendzeitung
3. Jahrgang.
Fernsprecher 951 und 952.
Freitag, 25. April 1913
Nummer 118
Fernsprecher 951 und 952.
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Komm, lieber Mai, erlöse...!
Das bevorstehende Minister Revirement.
Man rüstet also zum Großreinemachen im wunderschönen Monat Mai! Herr von Heerin- gen soll gehen, gedrängt von Mächten, deren Einfluß dem Sichtbereich profaner Erkenntnis- Möglichkeit entrückt ist; Herr von Dallwitz will gehen, weil ihm die Frühlenzlust im Hause Unter den Linden Nummer zweiundsteb- zig nicht bekommen, und Herr Trott zu Solz, der Minister des Geistes, strebt noch höhern Zielen! Zwei Gehende und ein Kommender im Bereich Bethmann Hollweg'scher Kabinetts- Homogenität; dazu der übliche Troß der Kommenden und Gehenden in den Nachgeordneten Stellen. Daß just zur Maienzeit das Schicksal sich erfüllet, das früher in den Tagen der Kie- ler Wasserwoche der Vollendung entgegenzurei- fett pflegte, überrascht ein wenig, läßt vielleicht den Rückschluß auf die Dringlichkeit der Neuordnung zu und rechtfertigt die Annahme, daß nicht Zufälligkeiten oder (die so sehr beliebten) Gesundheitsrücksichten es gewesen, die in den Müden die Sehnsucht nach dem Feierabend plötzlich zum Entschluß des Abschieds steigerten, sondern daß hinter dem klanglos geformten Wort Revirement sich Er- eigniffe verbergen, die aus dem Bilde lenzlicher Siesta-Stimmung im Bannkreis der Berliner Wilhelmstraße sich scharf und grell herausheben. Ueber den »Fall Heeringcn" braucht (wenn er Ereignis wird) nicht erst orakelt zu werden: Er ist der typische Ministersturz-Pro- zeß und das die Schroffheit der Tatsache lin- dernd und mildernd umrankende Beiwerk kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß der Kriegsminister von einflußreichen Gegnern systematisch zur Strecke gebracht worden ist. Daß er noch nicht zum Opfer *<«*<>, dankt er der Taktik der ihn Umheulenden und dem in solchen Fällen üblichen lobesamen Brauch, das Schick- sal nicht im brausenden Sturm der Erregung, sondern im linden Säuseln schwüler Nachwehen Wirklichkeit werden zu lassen.
Und Herr von Dallwitz? Vor ein paar Tagen noch ritt er im preußischen Unterhaus mehr temperamentvoll als taktisch-llug und überlegt eine forsche Attacke gegen das zart aus dem Moos parlamentarischer Langeweile lugende Veilchen nationafliberaler Wahlre- f o r m - Hoffnung, fuhr Herrn Schiffer derb in die Parade und interpretierte die preußische Thronrede, die den „organischen Ausbau des bestehenden Wahlrechts' die wichtigste Aufgabe nächster Gesetzgebungs-Zukunft nannte, so dialektisch-sophistisch und sinn-verschnörkelnd, daß selbst auf den Bänken der Rechten starkes Unbehagen die Stirnen verfinsterte. Man war damals zwar nicht überrascht: Der Nachfolger des stillen, fast bethmännisch-philosophischen Herrn von Moltke liebt die Geste des starken Mannes; sei's im Gewähren oder im Versagen, und da er es als zweckmäßig erachtete, über das Wahlreform-Problem Neues nicht zu sagen, blieb nur übrig, das schon Geschehene nochmals mit Wucht und Schwung zu unterstreichen. Daß der Dallwltz'fchen Wucht der Schwung fehlte, daß die Schroffheit des Verneinens verletzte und der Mangel guten Willens Im Mittelpunkt natürlicher Erkenntnis haften blieb, war vielleicht nicht des Ministers Schuld allein, aber die Art und Weise, wie's geschah, weckte jene Stimmung des Unbehagens, in der man geneigt ist, das Kraftmenschentum als gewalttätig und geschmacklos zu verurteilen. Herr von Dallwitz ist jedenfalls kein kluger Interpret königlicher Thronreden, und wenn das nun auch der auf der Zinne der Verantwortlichkeit wachende leitende Staatsmann erkannt hat, darsss als nützlich geschätzt werden. Der „Stern aus Schlesien", als den man Dallwitz einst beim Einzug ins Ministeramt gefeiert, hat sich als flücht'ges Meteor erwiesen und sein Scheiden Wird sicher keine Zähren lösen!
Herr von Trott zu Solz: Anwärter auf Dallwitz' Erbe! Man ist überrascht. Der Herr Minister des Geistes galt bisher als der ruhende Pol in der Exzellenzen-Erscheinungen hastender Flucht und politische Ambitionen schienen ihm ungewohnt und fremd. Er hat als Kultusminister dem vom Vorgänger ererbten System kein Pünktchen, keinen Hauch genommen, pietätvoll alles beim Alten gelassen und sich gemüht, als ein Stiller im Lande mählich in Geist und Wesen der Dinge hineinzuwachsen, die sich ihm, als er das Ministerium der geistlichen, Schul- und Medizinal-Angelegenheiten übernahm, als eine Welt schroffer Traditionen und unwandelbarer Thesen offenbarten. Als Minister des Innern würde Herr von Trott
Alarm am Balkan!
Ei« Privat-Telegramm meldet uns aus Wie«: Auffallend war gestern der lebhafte Verkehr höherer militärischer Personen am Hoflager des Kaisers Franz Joseph. Der Chef des Generalstabs, Freiherr Conrad von Höhendorff, erschien dort und verweilte bis in die Abendstunden im Schloß. Der Reihe nach meldeten fich zahlreiche hohe Generäle, teils auf telephonische Berufung, teils aus eigenem Antrieb.
Der hysterisch-leidenschaftliche Jubel in allen Slavenländern über die Erstürmung Sku- t a r i s, das Waffenklirren und Zähneknirschen in Wien und Budapest über die Verspottung des österreichisch-ungarischen Machtgebots durch Montenegriner dnd Serben bezeichnen die neu geschaffene, von schwarzen K r i e g s w o l - ken behangne europäische Sage! Sobald Kaiser Franz Josef gestern die Kunde von der Einnahme Skutaris erhalten hatte, berief er den Kriegsminister Ritter von Krabatin und verhandelte mit ihm fast zwei Stunden. Das politische Volksgefühl in Oesterreich-Ungarn zeigt sich bereit, einer kräftig auftretenden Diplomatte willig zu folgen, denn man versteht nicht, weshalb 500 000 Mann unter die Fahnen gerufen wurden, wenn sie untätig zusehen müssen, wie das Ansehen der österreichisch-ungarischen Monarchie von zwei kleinen Königen verhöhnt wird. Die Entscheidungsstunde für die Lenker der Wiener Diplomatie ist gekommen, und man sieht den kommenden Ereignissen mit banger Sorge entgegen. Wir verzeichnen folgende Drahtmeldungen:
Petersburg, 24. April.
Der Fall Skutaris macht zweifellos einen weit größeren Eindruck, als der von Adrianopel. Seit dem November und seit dem ersten Siege der Verbündeten war niemals eine solche Teilnahme der Bevölkerung zu bemerken. Die Regiernngskreise waren von der Einnahme Skutaris völlig überrascht.
Prag, 34. AM; 3-
Jm Anschluß au eine von der Polizei aufgelöste Versammlung der Tschechisch-Radikalen zur Feier des Falles von S k ut a r i fanden Umzüge durch die Hauptstraßen statt unter Hochrufen auf Montenegro und Ab- stngung allslavischer Lieder. Mehrere Ansammlungen wurden zerstreut und dreißig Personen verhaftet.
Belgrad, 24. April.
wird bestätigt, daß in Skutari furchtbare Hungersnot herrschte und die Bevölkerung Essad Pascha zur Uebergabe drängte. Mit Rücksicht auf die Lage in der Stadt, in der Krankheiten ausgebrochen waren und das Elend seinen Höhepuntt erreicht hatte, entschloß fich Essad Pascha, den Montenegrinern die Kap i- tulation anzubieten.
Herr Plamenatz, der Held.
(Privat-Telegramm.)
Cattaro, 24. April.
Wie verlautet, find die Kapitulationsformu- lare wegen der Uebergabe Skutaris am Mittwoch um Mitternacht unterzeichnet worden, wodurch Essad Pascha und die Besatzung mit allen militärischen Ehren und dem gesamten Kriegsmaterial nach Albanien durch- gelassen werden. Der Grund der Uebergabe wird darin gesehen, daß die Garnison erklärt habe, sie wolle nur für die Türkei kämpfen, nicht aber für ein autonomes Albanien. Der Minister des Innern, Plamenatz, erklärte einem Korrespondenten: Skutari ist nun gefallen. Die Montenegriner besitzen es und keine Macht wird uns zwingen können, es wieder herauszugeben. In Cetinje zog gestern eine zahllose Menschenmenge vom Schloß nach den Gesandtschaften Serbiens, Bulgariens und Griechenlands, Nationalhymnen singend. Abordnungen werden zusammen- 'tzesteZt und nach Skutari mit großen Mengen Nahrungsmitteln gesandt. Seit gestern früh seckS Uhr ist die B^l o ck a d e der montenegrini- scheu Küste durch die internationale Flotte bis nach Durazzo ausgedehnt worden, doch macht diese Maßnahme in Cetinje sehr tot« n i g Eindruck.
Siegestaumel in Petersburg.
(Privat - Telegramm.)
Petersburg, 24. April.
Gestern nachmittag wurden vor dem Königspalast, der russischen Gesandtschaft und dem Ministerium des Aeußeru Kundgebungen veranstaltet, an denen sich eine unübersehbare Menschenmenge beteiligte. Der König, der russische Gesandte Hartwig und der Ministerpräsident P a s i t s ch bantten für die stürmischen Ovationen.
Das alles sind Kundgaben, die Besorgnis wecken, denn sie zeigen, daß das Sla- ventum sich solidarisch fühlt. In der Rückenstärkung der Montenegriner und Serben durch Rußland liegt eben die Gefahr für die Auftollung der schon fett Monaten drohenden Fragen. Das Vorgehen Oesterreichs gegen Montenegro würde eine heftige Auseinandersetzung unter den Mächten s e l bst im Gefolge haben, und die notdürftig überbrückten Gegensätze würden dann abermals auf der Bildfläche erscheinen. Mrd die mühsam aufrecht erhaltene Einigkeit der Mächte auch jetzt noch zu bewahren fein, da sie bisher doch lediglich im Nichtstun beruhte? Das Handeln einer Macht, wie Oesterreich-Ungarn, würde wahrscheinlich das Signal zu einer allgemeinen Erschütterung des friedlichen Verhältnisses sein. Damit rechnen auch die Drahtzieher in Belgrad und Cetinje, denen der Rauch, der den mächtigen Schloten der Kriegsschisfe auf der Adria entstieg, lediglich europäischer Qualm war. Das eine ist jedenfalls sicher: Skutaris Fall ist ein A l a r m r u f gewesen. Ob für den Frieden, ob für den Krieg: Wer weiß es ...?
Entweder... oder: Herr König!
(Privat - Telegramm) Cetinje, 24. April.
In dem Kronrat, den König Nikita nach der Kollettivnote der Mächte wegen Einstellung deS Bombardements von Skutari einberief, soll der montenegrinische K r i e g s m i n i st e r zu dem Könige gesagt haben: „Entweder Du läßt Skutari weiter beschießen, oder die Automobile für Dich und Deine Familie stehen bereit, um Dich über die Grenze zu bringen ...!" Dieser Umstand, sowie die Wahrnehmung, daß die Mächte sich nur sehr langsam und zögernd zum Ergreifen irgendwelcher Maßnahmen entschließen, waren für König Nikita besttmmend, die Belagerung Skutaris fortzusetzen. Die nach- träglidfe offizielle Mitteilung des montenegrinischen Kriegsministeriums, daß die Garnison von Skutari mit den Waffen ehrenvoll abgezogen ist, hat in Cetinje nach dem ersten Sturmiubel etwas verstimmend einaewirkt. Es
Die Einnahme Skutaris, mit der man hier schon seit Tagen rechnete, hat nach offiziöser Auffassung die Lage wiederum verwickelter gestaltet. Obgleich man im Ministerium des Aeußern jede direkte Auskunft verweigert, wurde doch nicht verneint, daß Verwickelungen im Bereich der Möglichkeit liegen. Die gleiche Auffassung herrscht in der hiesigen serbischen und bulgarischen Gesandtschaft, die übrigens bisher ohne dirette Nachrichten aus Sofia und Belgrad stnd. Gegen Abend versammelte fich gestern nach einer Messe in der Kathedrale eine Menge von einigen Tausend Personen, die unter Ab- stngung der rusfischen und serbischen Nationalhymne vor die serbische Gesandtschaft zog, dort in stürmische Ovationen ausbrach und den Gesandten mit den Rufen: „H o ch Serbien!" „Rieder mit Oesterreich!" begrüßte. Die gleiche Demonstration fand vor der bulgarischen Gesandtschaft statt. Der Fall Skutaris wird von der gesamten rusfischen Presse als ein neuer Triumph des Slaven tumS und eine neue Kräftigung der Slavenmacht gefeiert.
Wird Oesterreich Ernst machen?
(Privat - Telegramm.)
Wie«, 24. April.
Bon diplomatischer Seite wird et« klärt, Montenegro werde auf jeden Fall g e - zw ungen werden, Skutari zu räumen. Vorläufig läßt man allerdings noch die Frage offen, ob dies durch eine internationale oder durch eine eigene Aktion Oesterreich-Ungarns geschehen werde. Oesterreich hat sich an die Mächte mit dem Vorschlag gewandt, energische Schritte einzuleiten, die die Montenegriner nicht im Zweifel lassen können, daß Europa den ernste« Willen hat, seine Forderungen durchzusetzen. In dieser Note an die Großmächte wird seitens Oesterreichs eine befristete Antwort gefordert. Es scheint demnach, zweifellos, daß Oesterreich-Ungarn, falls die Antwort der Großmächte zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht eintrifft ober nicht befriedigend ausfallen follte, enffchlossen ist, unbe- kümmert um die übrigen Mächte, Montenegro zur Raifon zu bringen. Von anderer Seite wird erklärt, daß außer der Be- fehung Antivaris und Tuleignos durch internationale Truppen Oesterreich das Mandat erzielen werde, mit Waffengewalt die Montenegriner aus Skutari zu vertreiben.
vielleicht weniger enttäuschen als Moltkes Erbe enttäuscht hat; möglich sogar, daß es ihm glücken könnte, die unter Moltke und Dallwitz verloren gegangne Verbindung zwischen der unentwegt nach rechts gravitierenden Politik der preußischen Staatsregierung und dem St» beralismns wenn auch nicht neu zu schaffen, so doch wieder anzubahnen, denn der Kultusminister ist nicht (wie Dallwitz) exttemer Vetteidiger ultra-konservativer Grundsätze, sondern ein Mann der „mildern Tonart", der selbst Kardorffs und Friedbergs Herzen noch zu erwärmen versucht. Freilich: Einen Systemwechsel wird die Exzellenzen-Ablösung in den Ministerien nicht bringen; die Marschroute ist den „nachgeordneten Stellen" vom Träger der Homogenitäts-Idee vorgeschrieben, und dieser Bannerträger preußischer Staatspolitik heißt Theobald von Bethmann Hollweg. Ein Name, der allein schon ein Programm, unwandelbar und unveränderlich, bet« körpert. . .! F. H.
Hessische Berkehrs-Projefte.
Der zweitgrößte Tunnel Deutschlands.
Eines der interessantesten deutschen Bahn- bau-Projekte ist der Bau der Umgehungsbahn bei Elm einschließlich der Erweiterung der Anschlußbahnhöfe Schlüchtern und Flieden. Die Arbeiten wurden int Jahre 1908 tu Angriff genommen unb sollten bis zum Frühjahr 1913 beendet fein. Infolge unvorhergesehener Schwierigketten traten jedoch Verzögerungen. insbesondere bei der Ausführung des Tunnels, ein, fo daß nunmehr mit einer Betriebseröffnung am 1. Mai 1914 gerechnet werden muß. Doch wird sich biefer Termin aller Voraussicht nach einhalten lassen, lieber den gegenwärtigen Stand der Arbeiten erfahren wir folgendes:
Die Clmer ^gehv.ngs-Bcrhn.
Die Arbeiten an der Umgehungsbahn sowie am Distelrasen-Tunnel und an den Anschlußbahnhöfen Schlüchtern und Flieden schreiten rüstig voran. Die freie Strecke vom Tunnelnordende bis Bahnhof Flieden ist schon fertiggestellt. Der Umbau der Bahnhöfe Schlüchtern und Flieden verzögerte sich wegen der in den tertiären Zonen aufgetretenen starken Rutschungen. Doch werden auch diese Umbauten bis zum Frühjahr 1914 vollendet sein. Das gleiche gilt von dem Bau eines dritten Gleises vom südliche:« Tunnelmund bis in den Bahnhof Schlüchtern, das nach der Eröffnung der Umgehungsbahn völlig unabhängig von der Hauptbahn Frankfurt-Bebra einen guten Anschlußverkehr von Schlüchtern nach den Zügen der Gemündener Strecke in Elm vermitteln soll. Bei dem Bau des zweigleisigen 3560 Meter langen Tunnels, der der zweitlängste Deutschlands werden wird, traten in dem stark drückenden Rötgebirge, das teilweise mit mittleren Buntsandstembänken durchsetzt ist, bedeutende Schwierigkeiten auf. Mußte schon in dem größten Teil des Tunnels mit äußerster Vorsicht und fehr ftarfer Holzverbauung vorgegangen werden, so vergrößetten sich die Schwierigkeiten an zwei Stellen derart, daß mit der sonst angewandten normalen Bauart nicht mehr vorgedrungen werden konnte. Es mußte vielmehr zu einer
Verbannung mittelst Eisenrahmen geschritten werden. Für den Gesamtausban des Tunnelprofils wurde deshalb die Schildbauweife gewählt, wobei ein starker Eisenschild mit angehängter Schutzschleppe in die Tonmas- fen vorgedrückt wird. Die Tonmassen werden durch in der Schildwand vorhandene Luken, die nach Bedarf ganz oder teilweise verschlossen werden können, entfernt, und unter dem Schutze der Schildschleppe werden Eifenauskleidung und eiserne Fachwerkrahmen eingebaut, die schließlich 1% Meter stark mit Beton ausge- stampst werden. Da alle diese Arbeiten auf einer nur sehr kurzen Arbeitsstrecke ausgeführt werden müssen, kann der tägliche Arbeitssort- fchritt naturgemäß nur ein geringer fein. In der letzten Zeit wurden jedoch Monats-Fort- schritte von 20 Meter erzielt, fo daß von der südlichen Druckstrecke bereits 200 Meter überwunden werden konnten. Für die nördliche Druckschildstrecke wird Mrzeit ein zweiter Schild montiert. Die Manerstrecke des Tunnels von 3130 Meter ist bis auf kleine Restarbeiten fertiggestellt. fo daß einschließlich der 200 Meter südlichen Tonst recke rund 3330 Meter Tunnel vollendet und noch 230 Meter Druckschildstrecke auszusühren sind. Es kann somit mit einer Gesarnffettigstellung des Tunnels im Mona^ März 1914 gerechnet werden.
Fünfzehn Millionen Kosten!
Die Gesamtkosten für den Sau der Umgehungsbahn bei Elm einschließlich der Erweiterung der Anschlußbahnhöfe Schlüchtern unb Flieden sind auf rund fünfzehn Millionen Mark veranschlagt. Hiervon entfallen auf die Herstellung des Distelrasentunnels allein 9% Millionen. Die Kosten sind deswegen so hoch,