Einzelbild herunterladen
 

MckrRklD MriM _ __ . ___ . _____ Olftoitbißifutta

Hessische Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

3. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952.

Donnerstag, 17» April 1913

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 111

Ge­

er-

Reue Stürme im Reichstag.

Jagow über das Intermezzo von Nancy; Diplomatie «nd Plntokratie; Müller-Mei­ningen u. Unterstaatssekretär Zimmermann auf dem Kriegspfad; Kritik am Grünen Tisch!

Erfreulich, daß der S t a a t s a n w a l t, der objektivste Amtmann der Welt", als letzte In­stanz die Heldentat von Rummelsburg nachzu- piüsen hatte. Die Unschuld vom Lande der derHerr Schwarz aus Berlin" mit den blit­zenden Fingerringen und der Haselnuß groß en Busennadel als der Inbegriff des Märchen- ?Sw«.unt.»f.««« w««s». der Ehrfurcht vor der Gewichtigkeit dieses | hwn

in dem Schauspieler in deutscher Ossi, ziersuniform auftraten, zu chauvini­stischen Kundgebungen. Deutsche Stu­denten, die der Vorstellung in einer Loge bei­wohnten, verließen das Theater, um keine wei­teren Zwischenfälle herbeizuführen.

Jagow über Raneh.

Staatssekretär von Jagow: Die Vorfälle in Rancy find mir bisher nur aus Telc- grammcn von W-lfss Telegraphischem Bureau «nd aus der Prefie bekannt. Sollten sie sich in

Der Detektiv von Rummelsburg.

(Privat - Telegramm.)

Berlin, 16. April-

Nancy und die Diplomatie.

Reichstag -Sitzung vom fünfzehnten April.

Am Bundesratstisch die Staatssekretäre Dr. Delbrück und von Jagow. Präsident Tr Kaempf eröffnete die Sitzung kurz nach ern Uhr. Das Haus setzte die «pezialberatung bea Etats für das Auswärtige Amt forr.

Die Stimmung in Paris.

(Privat - Telegramm.) Paris, 16. April.

Der deutsche Botschafter von hatte gestern nachmittag mit dem Minister des Aeußern, Pichon, eine Unterredung über den Zwischenfall von Nancy. Bon fran­zösischer Seite wird zugegeben, daß der amt­liche Bericht, den die Behörde von Nancy em- gesandt habe, noch lückenhaft ist und es wurde eine gründliche Untersuchung znaesaat. Die Verhandlungen werden beider- sttts ohne Nervosität geführt. Di- Blätter bringen zum Teil in Sperrdruck die Erklä­rung des Staatssekretärs von Jagow in der gestrigen Sitzung des Reichstages, enthal­ten sich aber jeglicher Kritik. Die Presse ist überhaupt bemüht, den Vorfall möglichst harmlos darzustellen.

Die Untersuchung in Nancy.

(Privat - Telegramm.) Paris, 16. April-

Dem zur Untersuchung des Zwischenfalls I nach Nancy entsandten Sonderkommisiar tm französischen Ministerium des Innern soll die Aufgabe zufallen, den Bericht des Nancyer Zentralkommiffars zu prüfen, die starken Luk ken dieses Berichtes nach Möglichkeit auszu- füllen und auf Grund der von den M e tz e r I Behörden entgegengenommenen Darstellung der beleidigten Deutschen Punkt für Punkt die Wahrheit zu erforschen. Als besonders wichtig gUt dem Minister des In­nern, sich die Ucbcrzeugung zu verschaffen, ob die Polizei in Nancy bei den Vorgängen ihre Pflicht und Schuldigkeit getan hat, was nach Lage der Sache stark zu bezweifeln ist, da bie Polizei sich völlig untätig verhielt.

Wie von französischer Seite.behauptet wird, befanden sich zurzeit des Zwifchenfalls zwei Polizisten auf dem Bahnhof in Nancy; ihre Dienste wurden aber von den Deutschen nicht in Anspruch genommen. In der Tat war der «inzige Franzose, der bei den Bor­fällen im Bahnhof, wenngleich auch etwas spat, einer Verantwortlichkeit sich bewußt zeigte, der Bahnhofsvorsteher, der durch feine Energie den Szenen im Waggonabterl em Ende zu bereiten wußte. Der Stationsvorsteher bestätigt auch, daß die Menge im Bahnhof an­dauernd rief:Schmeißt sie brnaus die gemeinen Preußen . . zm der Presse wird die Affäre allgemein sehr ruhig be­sprochen.

Wo war die Polizei?

Dienstag im Reichstzaus. Auf der Ta­gesordnung (trocken und wenig berheißung-- voll): Etat des Auswärtigen Amts und des Reichskanzlers. Aber der Tag wurde doch interessant, und zwar durch die Zwischen­fälle, die er brachte. Herr von ^agow übte den Kunstgriff Derer, die sich einer schlagferti­gen Debatte nicht gewachsen suhlen: Er spielte 'das Präveniere, indem er Das, was er über Nancy zu sagen hatte, von sich gab, bevor er noch gefragt worden. Lewer hatte er wenig mehr zu sagen, als das Eingeständ­nis des amtlichen Noch-nichtgenügeiw-un er- richtet-Seins, das man in solchen »allen im­mer wieder W hören bekommt. Er nannte ic- doch das Ereignisbedauerlich" und teilte mit, daß unser Pariser Botschafter angewiesen sei, eventuell Vorstellungen wegen ungenügenden Schutzes der Deutschen zu erheben. Man kann überzeugt sein, daß der franzosenholde Herr von Schoen sich dieses Auftrages tn einer Form erledigen wird, die die Gefahr w^terer Zwischenfälle nicht in sich birgt. Die Stim­mung im Hause über diese neueste Heldentat der ^sogenannten Kulturnation war begreif­licherweise sehr gereizt Herr . Oertevon der Rechten drückte das Gefühl des ganzen Hauses aus, als er sagte, die Nachricht könne einem das Blut in die Wangen treiben! Und selb» Herr Ledebour erklärte, die Regie­rung habe Mr angemesiene Sühne zu sor- gem Schon am Montag hatte sich dwDebets ! vorwiegend um zwei Punkte gedreht. Du ! Auswahl und Ausbildung unserer ® iv l o- I maten und unseren Einfluß in Ehina. ^n I ersterer Hinsicht versprach gestern^Herr von

Jagow Reform. Der Gedanke, daß der diplomatische Dienst

Die Gefielet -Jieueften 5la»rt»ten erscheinen wöchentlich sechsmal und »war.abends.Der AbonnemenlSvreiS betragt monatlich -» Psg. bu freier Su'lellnng mS Hau«. Bestellungen werden ieder,ett von der EeschastSstelle oder den Boren entgegengenommen Druckere . vertag un Medaillon: SchlachthoMrabe WA Sprechstunden derRedaMon 6 w

abend« Sprechstunden der AuSlunst. Stelle- Jeden Mittwoch und S^t°g °°° 6J^ s Uhr abends Berliner Bertrelung: SW, --riedrichstr 18. Telephon- Amt Moritzpl-S 125««.

des Sherlok Holmes .zu erhaschen: Dieser Mann bedeutet eine Gefahr für die Gesell­schaft, und sein Vorgehen heischt strengere Ahndung, als die Strafandrohung wegen Verübung groben UnMgs sie bestimmt! Wer ist gegen die Möglichkeit geschützt, einmal in ähn­licher Weise heimgesucht zu werden, wie in Rummelsburg die Einfalt eines weltfremden ! Dienstmädchens? Man braucht nicht unter allen Umständen silberne Löffel gestohlen oder Bank­depots unterschlagen zu haben, um in den ^'itschuld-, Verdacht- oder Zeugnisbereich ir­gend eines Strasversahrens verstrickt zu wer- den, und wenn nun der Sherlok Holmes Schwarz durch seine Rummelsburger Methode

I der unbeamteten Priesterschaft der G-rechUgkeit straflos Wege zeigen durfte^ dre (bei freund­licherer Zufall-Fügung) zu Ruhm und Ehre, Gold und Lorbeer Mhren können, so eröffnen sich sür die vom Strafgesetzbuch des Reichs umbürdete deutsche Zeitgenossenschaft Aussich­ten, die weder den Bürger »och den Staats­anwalt erbauen können. Die Sherlok Hol- mes'iade von Rummelsburg Zeigt wie zwin­gend im Jnterefle bürgerlicher Rechtssicherheit eine aeketzliche Regelung des Detektlv- Wescns ist, und wenn der Detektiv Schwarz aus Berlin zur Förderung dieser Erkenntnis bei unfern Gesetzgebern beigetragen hat, 4» i» sein Rummelsburger Gastspiel (der staa anwalMchen Nachlese ungeachtet) Nicht unnutz gewesen . . .!

ausnahmslos nur den Besten, diesen aber ohne jede Einschränkung o^n stehen solle ist ihm in der Theorie durchaus Mmpathistt In praxi bestreitet er jedoch die Nützlichkeit de. Einbeziehung der Konsularbeamten in dii diplomatische Anwärterliste. Ebenso leugne er, daß es im Auswärtigen Amte überhaupt Pro tettionen gäbe. Empfehlung: RUn^a,aber Protektionen: Bewahre Gott! I« dD Ehma sache brachte Herr Muller - Meinrngen noO) einmal unsere unzureichende Vertretung wah­rend der Wirren zur Sprache. Sofort antwor­tete Unterstaatssekretär Zimmer m a n n in i einem Tone der Gereiztheit, der alles andere, nur nicht diplomatisch zu nennen war, er be­dauere daß der Abgeordnete sich durch st ne Montag-Ausführungen Nicht habe veieyren laflen Wir seien im Osten gut bedient, icden-

ledialich seine Pflicht erfülle. nicht am Platze. I Noch gereizter erwiderte Z i m m e r m a n n, etÄffe Ä ob eine derartige Kritik an einem Bundesratsbevollmächtigten überhaupt zulast sia sei. Merkwürdigerweise unterstützte ihn die

d.rck Sehr richtig!", während die Linke grollte, oder Herrn Paasche Beifall spen: da durch dcsien Geschick.ganz allein ein ern­ster Zusammenstoß vermieden wurde Roch lange sah man ihn Mit dem Unterstaatssekretai und Müller-Meiningen verhandeln Das Er­gebnis war eine Erklärung des Unterstaat.^ sekrctärS, er habe dieGew,flenha,tigkest des Abgeordneten nicht bezweifeln wollen. Effekt. I Enttäuschung! Und das Bachlein der Redner I plätscherte müde weiter. . .!

Lohn zuzumesien.

Alles in allem: Mehr Kopemckiadc als Traaikomödie, mehr Burleske als Seelen Dra- ma, und man findet, daß die Anwendung des Groben-UnMg-Paragraphen auf den Sünder in diesem Szenenbild hysterischer Phantasie- Ausschweifungen eigentlich eine zu billige ne ist. Der Mann, der den Polizeimeister von Rummelsburg durch die mysteriöse Blechmarke der Kriminalmänner täuschte (obwohl dme Blechmarke zwar Blech, aber keine amtliche Ausweismarke war), der sich, wohlwollend lä­chelnd, Schutzleute und Nachtwächter attachie- reu l,eß. um denTriumph der Gerechtigkeit ,n beschleunigen, der mit einem Menschensckuck- f0I und mit dem Vertrauen und der Liebe ei- »es im Trubel der Großstadt verwirrten Mäd­chens spielte, und zuguterletzt, als er die Mas- ke abwarf, eine ganze Familie der Verachtung und der Schande prcisgab, um den Lorbeer

Es bestätigt sich, daß gegen den Teteknv S ch w a r z, der in der Affäre des auf myste­riöse Art verstorbenen Obersekundaners ^re- mann eine so unrühmliche Rolle spielte, von der Staatsanwaltschaft wegen AnmÄung eines öffentlichen Amts und wegen «roden Unfugs ein E r m i t t e l u n g s v e r f a h r e n eingUei- ... tnnrSpn ist Schwarz zeigte, als er tn ^'MN melsburg in Pommern seine Nachforschungen der cirtsbehörde eine o v a l e B l e ch - m°rr- vpr, die nur die Ausschrist:.Dete tw- Rerlin" trug. Die Behörde begnügte sich damit und glaubte in Schwarz einen Berliner i Pottzeibeamten vor sich zu haben Diese Be- 1 amten aber müssen, wenn sie außerhalb des

gnferttaWretfe: Die ,e*|8fpatteye Eelnielmif4e^Äe^hif^°^^Bk? für^aurwe-Uge roirtlg. »erat«® % JSSShSm», 5®art pr-Taasen- de.

Sef chäfte M M Einfache Beilage» mr »le »elamka a » 6et Umgehung Nn» »le

rechnet Wegen ihrer dichten «efchchtS-le-ief «dlnifch-

Waffenruhe am Balkan!

Ist der Friede auf dem Marsche?

Was nach den Vorgängen der letzten Tage vorauszuseben war, ist emgetreten: Nachdem das Machtwort des Zaren die allflawr- 'ckcn Umtriebe beendigt und den Dattankmil- qrn gezeigt bat, daß sie sich in '^en Ansprüchen dem Willen deS vereinten Europa beugen müs­sen'sind sie kleinlaut geworden Der Friede ist au' dem Marsche! Bereits sind du: W" uiedergelegt worden, wie aus folgender ~iaD lu9 ä,(ontinoWl. is.

Zwischen den Kriegführenden ist ein zehntägiger mit Montag mittag beginnender Waffenstillstand ab. geschloffen worden. Wahrend dieses Waffenstillstandes sollen die F ri edens- verhandlnngen möglichst zu Ende geführt werden und man hofft, bah es möglich sein wird, bis Anfang nächster Woche den Frieden abzuschließen.

Richt zum wenigsten hat zum Abschluß des Waffenstillstandes sicherlich die allgemeine Er­schöpfung der Kriegführenden betgettagen. Bei der Türkei mag noch die Angst vor neuen inneren Verwickelungen mltbestim- gewesen sein, ganz abgesehen von der vei Mahmud Schefket Pascha sicher vorhandenen Einsicht, daß bei den verzweifelten Zustanden in Heer und Verwaltung nichts mehr zu retten ist und man froh sein muß, daß nicht noch mehr verloren geht.

Nach dem Türkenkrieg: Bruderkrieg?

Saloniki, 16. April. (Privat -Tele­gramm.) Einer hier vorliegenden Meldung zufolge kam cs zw'fcken den s e r b i s ch c n und

nickt abverlangt. ' Man stellte ihm lediglich auf die B l e ch m a r k e hin den Pol>zeisergeantcn zur Verfügung, der dann auch im Auftrage de. ^ctektivs wiederholt Ermittelung e n für ibn anaestellt hat. Auch nach der angeblichen Aufklärung des Verbrechens" hielt -Lckwarz die Täuschung aufrecht. Mit der Staatsan­waltschaft gebt auch der Vater des Dienstmäd­chens Heinrich gegen Schwarz vor Er hat bereits Strafantrag gegen ibn gestellt. Sckwarz, der früher von Beruf Ttsck-. ler und dann Sattler war, erfreute sich ohnehin nickt des besten Rufes und es ist des­halb befremdlich, daß ihm die Ausübung der Tätigkeit als Privat-Detektiv überhaupt ge­stattet wurde.

bulgarischen Truppen anläßlich der Be-1 setzung von Jstip M einem blutigen Zuiam- m e n st o tz. Die Bulgaren bereiten eine Beset­zung Koprülüs vor, das sie im Notfall ge­waltsam nehmen wollen, falls sich die Ser­ben nicht zurückziehen. In Serres! wird die Ankimft einer ganzenbulgaris chenD- vision erwartet. Die Bulgaren bemühen sich in Serres durch Heranziehen des bulgari­schen Landelements dieser Stadt den griechi­schen Charakter zu nehmen.

Set Skandal von Ranch.

Herr von Schoen erhebt Vorstellungen:

Wie aus Paris berichtet wird, hat im Lause des gelingen Tagesder deutsche Bot-1 schafter die notwendigen «chatte bei der fran­zösischen Regierung wegen des Zwischenfalle, in N a n c y eingeleitet und die vorläufige Aus­kunft erhalten, datz man aus dem raschesten Wege die erforderlichen Nachforschungen über den Grad der Verschuldung der Teilnehmer an dem unliebsamen Zwifchenfall von Nancy an­geordnet habe. Der vollständige Bericht durfte heute im Ministerium elntrefsen. Der Botschaf­ter wurde vorläufig offiziös verständigt, d ß die deutschen Berichte aus Nancy nberlrle- b e n erschienen. Heute liegen uns folgende Drahtmeldungen vor:

Schwarz,deröherlokHolmes.!

Die Rummelsburger Detektiv-Komödie. |

DerRoman des Detektivs" ist zu Ende, und man muß sagen: Das letzte Kapitel, das eigentlich die Pointe bringen sollte, hat I einigermaßen enttäuscht. Man las mit jenem gruselnden Behagen, das der Triumph der Gerechtigkeit in der Seele des Kulturnienschen zu wecken pflegt, wie der ins Märchenchafte ge­steigerte Scharfsinn eines Berliner -etektivs, drflen Namen bisher kein Lied, kein Setben- sanq genannt, die von Derbrecherschlaue sorg­lich verwischte Spur des Charlottenburger Gymnasiastenmords erklügelt, auf dem bis dahm ungewöhnlichen Umweg über Liebe und Verlöbnis die Fäden des Dramas ent­wirrt und gewissermatzen un Glucksraujch des ersten Licbeskusses den letzten Rest des heimnisies entschleiert habe. Man war staunt, befremdet, und das Unbehag'-n das man bei der Vorstellung vomJudaskuß des Verräters" empfand, wich rasch der Bewunde­rung für den scharf geschliffenen Intellekt des Helden dieses Romans, der auf dem besten I «eae schien, Conan Doyles Ruhm und ~er­btet vor dem Triumph von Rummelsburg in den Staub zu zwingen. Der Mann hatte Ta­lent: zweifellos: Kaum, daß er der Einfalt der von der Liebe Betörten das Geständnis der Verbrechertat (mit der Aussicht auf lang­jährige Zuchthausstrafe wegen Beihilfe zum Mord) entlockt, prunkt im Moniteur von Rum­melsburg in fetten Lettern die Siegskunde des erfolagetrönten Detektivs Schwarz aus Berlin; gefällige Reporter posaunen die Heldentat des Sberlok Holmes von Rummelsburg durch sämtliche erreichbare Blätterspalten und tn den traulich-verschwiegnen Bureaus der Lux-, Butz-, Sonne- und Argus-Detekteien in Berlin und in der Provinz läßt Neid und Groll die Adem

hysterisch angekränkelte Pflanze einer engen Rummelsburger Kinderstube war in den Hän­den des modernen Sherlok Holmes ein wider­standsloses Opfer, den Schlichen und Tricks ei­nes unter der Liebesmaske argwöhnend Spä­henden wehr- und schutzlos preisgegeben, und wenn Herr Schwarz aus Berlin nach Rum- melsburg gekommen wäre, um in den engen Winkeln u. Gassen des pommerschen Landstadt- ckens nach den Komplizen Frederik dootä bet der großen Nordpol-Komödie zu suchen: Es ist Tausend gegen Eins zu wetten, daß die fromme Einfalt des Dienstmädchens das er (de: Zweck heiligt die Mittel) zur Braut er­kor auch diese arktische Schuld auf sich ge­nommen und dem Amtmann von Rummels­burg ein tränenreiches Geständnis vorge- schluchzt hätte. Alles für die Liebe alles durch die Liebe! Bleibt nur noch die (etwas weniger romantische) Frage übrig: Lvre Da. sich in Zukunft der Normal- und schmttsbürger beiderlei Geschlechts zu verhal­ten, wenn Leute mit blitzenden Fingerringen und haselnußgroßen Busennaveln schmachtend um Liebe werben? Dieser Frage wird wahr- sckeinlick noch zur Frühlenzzeit der Staatsan­walt die Antwort finden, denn gegen den Sherlok Holmes von Rummelsburg soll em Strafverfahren eingeleitet werden. »* gengroben Unfugs" wahrscheinlich denn un­ser sonst so reichhaltig rubriziertes Strafgesetz­buch bietet leider keine andre Möglichkeit, dem Manne im Tempel der Gerechtigkeit fernen

................... , ' | ruMndigen Be^rden dürch ein mit dem

hauptstädtischen Gentlemans sich felbst ihr ^^,stsisgel ihrer vorgesetzten Behörden Verse- Schicksal und bk »«Weit ,u «M«m: ®l«J'I ©SrillflM

..... ................b»,a «Md; -m ,°Ich--LL' L-ck Schwa-

Paris. l6.April. (Privattelegramm.) Ter eine der in Nancy angegriffenen Deutschen, ein Herr T e i ch m a n n, wurde von den Fran­zosen mit dem Oberleutnant Brandeis, der ] im Zeppelinballon nach Luneville geflogen war, verwechselt und die ganze Aufregung entstand darüber, daß Herr Tcichmann nicht zugab, der genannte Offizier zu sein. Ter ganze Vorfall wäre vielleicht vermieden worden, wenn der Polizeikommissar auf seinem Poste» anwesend gewesen wäre. Tie beiden Deutschen, der genannte Herr Teich mann, der aus Il­menau stammt, und ein Herr Heine aus ____

Steglitz haben schon oft Rancy besucht, ohne tioßen umfange bestätigen, so würden belästigt zu werden. , ----------...

.sie allerdings als höchst bedauerlich zu

Nach Nanch: Grenoble! bezeichnen sei» (Zustimmung) und einen trau.

Paris, 16. April. (Privat - Tele-jrigen Beweis dafür biwen, wie sehr die chyu- gramm) Wie aus Grenoble hierher bc-jvinistischen Treibereien über die G richtet wird, kam cs dort gestern abend bei der | mütcr Macht »u gewinnen vermögen, un AuMhrung eines deutschfeindliche» LchoutviclS gefährlich sie find, -er Kais ch