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8. ya-ivm-.

Casseler Neueste Nackrtchte«

Mittwoch, 26. März 1912t.

Effettivstärke nicht zu haben seien. Der elfäffi,

dieses Duells, das jedoch nur kurze Zeit in

wird

am.

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am Kassel.

Sos Neu

Vom Theater zum Kino.

Sie PalM der Sages.

Hundertjahrfeier in Hamburg

Aus Hamburg berichtet uns ein Pri­vat . Telegranrm: Die gestrige Hun­dertjahrfeier zur Erinnerung an Hr burgs Befreiung von der französischen schäft im Jahre 1813 wurde mit einem Fest-

Anspruch nahm, da der Tenor von seinem Geg­ner tödlich getroffen niedergestreckt wurde. Das Theater wurde polizeilich geschloffen.

deutscher Veteranen in kurzem mit obigen, von Politikern aller Parteien unterstützten Grund-

sche Genosse Krumbach fügte hinzu, daß alle Elsaß-Lothringer, selbst die französischen Elsaß. Lothringer, es vorzögen, deutsch zu bleiben, statt einen Krieg zwischen Deutschland und Frankreich zu sehen.

Sänger zum vierten Gesangswettstreit deut­scher Männerchöre entsenden gegen 6601 im Jahre 1909, 5683 im Jahre 1903 und 2660 im Jahre 1899. Die Befürchtung, daß die man­cherlei Verstimmungen, die sich jedesmal vor, während und nach den jeweiligen Kaiser-Wett- singen aus den verschiedensten Ursachen erge­ben haben, einen Rückgang der Gesamtveran­staltung im Gefolge haben würden, ist also un­begründet gewesen. Man darf vielmehr anneh- mcn, daß die Wettsingcn das Interesse am deutschen Männeraesang noch wesentlich gestei­gert haben, da viele Vereine um fünfzig und mehr Prozent an Mitgliedern gewannen.

Ein Aufruf für die Wehrvorlage.

Wie uns aus Berlin berichtet wird, weiden zurzeit in Groß-Berlin bei promi­nenten Persönlichkeiten Unterschrif­ten für einen Aufruf an die Patrioten zu­gunsten der neuen Militär- und Steuervor­lagen gesammelt. In dem Aufruf soll verlangt werden, daß der Reichstag die militärischen Forderungen unbesehen bewilligt und um die Art der Deckung nicht mit der Regierung ha­dert.

Unter deutliche» Anklängen an russische Melodien und Harmonien geht dann der Ebor in eine ernste und getragene Weise über, um zum Schluß wieder marschmäßig zu enden, viele eigenarüg« Schönheiten des Chors wer­

Ein Duell auf der Bühne.

Madrid, 25. März. (Privat - Tele­gram tn.) In Argana-illa de Alfa fand wäh­rend einer Theatervorstellung ein eigenartiges Duell statt. Der Bariton Pardo und der Te­nor Martinoz hatten beschlossen, wegen ver­schiedener Differenzen ein Duell auszusechten. Um aber die Theatersaison nicht zu unterbre­chen, waren beide übereingekommen, dieses Duell erst in den letzten Tagen der Saison, während der Vorstellung der OperCarmen* zum Austrag zu bringen. Während des dritten

Nach dem Fest.

Um die Mitternacht vom Ostersonnabend zum ersten Feiertage rauschte plötzlich der Re­gen herab, und als der Ostermorgen em­pordämmerte, bot er ein Wechselbild stürmen­den Regenschauers und lachenden Sonnen­scheins. Die warme, lebenspendende Früh lingssonne aber überwog, und wenn auch oft die Wolken drohend zusammenzogen, so beglei­tete doch ihr sanfter Schein die Wanderer ins Fuldatal hinaus, auf die hessischen Berge und in den Lenzzauber, den Wilhelmshöhe in sich barg. Ueberall regte sich das neue Leben der Natur. Tie braunen Knospen am kahlen Bau­me waren gesprungen, und zartgrüne Blatt-

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Theater-Neugründungen zu erwarten. Wie uns unser Korrespondent meldet, trägt sich bei­spielsweise auch Josef Giampietro, dessen Vertrag mit dem Metropolcheater nur noch ein Jahr läuft, mit dem Gedanken, selbst Direktor zu werden. Auch Dr. Franz Blei, der ferne Essayist, der sich in München als Schauspieler versucht hat. plant die Gründung einer neuen Bühne in Berlin, die vorzugsweise den Ein­akter Pflegen soll. An die Gründung eines Ein­akter-Theaters denkt außerdem Rudolf Blüm- ner. den man vom Teutsckcn Theater und vom Deutschen Schauspielhauses her kennt. Auch in Schöneberg steht eine Reugründung be­vor, dje demnächst verwirklicht werden soll.

genommen. Während der ganzen Dauer des Kampfes konnte man zwei bulgarische Aero­plane über dem Schlachtfelde bemerken. Eine gewisse Bestätigung erhält dieser türkische Sie­gesbericht durch folgende Drahtmeldung:

Paris, 25. März.

Rach Blättermeldungen aus Saloniki haben die Bulgaren, die infolge der letzten Kämpfe an der Tschataldschalinie um fünfzig Kilometer zurückgegangen sind, um den Bei­stand des griechischen Heeres er­sucht. Der griechische Generalstab hat darauf­hin beschlossen, den Bulgaren Hilfstruppen in Stärke von fünf Divisionen zu senden unter der Bedingung, daß König Konstantin als Ge­neralissimus de» Oberbefehl über d>« ver­bündeten Armeen übernimmt.

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Adrianopel und Tschataldscha.

(Privat-Telegram m3

Sofia, 25. März.

Hier eingegangene Depeschen aus Adri a- n o p e l melden, daß das Bombardement auf Adrianopel auf der ganzen Linie mit aller Macht wieder ausgenommen worden ist. Man hofft, daß die Ueb ergäbe der Festung in höchstens drei Wochen erfolgen wird. Das Ultt- matum Oesterreich-Ungarns an Montenegro hat in Sofia große Bestürzung hervorge­rufen. Der tückische Befehlshaber an der Tscha­taldschalinie, Silivri-Senekli-Jsternia, teilt mit, daß die Bulgare« während der letzten Schlacht ritten solchen Mut bewiesen haben, daß sie, nachdem ihre Munitton ausgegangen war, die attstürmenden Türken mit Steinwürfev empfingen.

sätzen festen Fuß im ganzen Reiche fassen wird. Um bett Beckand zu einem allgemeinen Volks, verband zu machen, ist der Beitrag für außer­ordentliche Mitglieder auf nur eine Mark nor­miert, während ordentliche Mitglieder einen Jahresmindestbeitrag von sechs Mark zu ent­richten haben. Für das Kaiser-Jubiläum ver­anstaltet der Reichsverband eine besondere Sammlung, die alsKaiier-Jubiläumsstiftung für bedürftige Veteranen" Verwendung finden soll. Es ergeht daher der Aufruf an alle deut­schen Männer und Frauen, es möge jeder nach seinen Kräften dazu beitragen, daß besonders die allierbedürftigsten unter de» noch lebenden Veteranen möglich bald eine durchgreifende Unterstützung finben. Anmeldungen zum Bei­tritt und Zeichnungen für dieKaiser-Jubilä- ums-Stiftung für bedürftige Veteranen" sind zu richten an denReichsverband jur Unterstütz­ung deutscher Veteranen", Berlin W. 9, Pots­damer Straße 126; Einzahlungen können er­folgen auf Reichsbank-Girokonto oder auf das Postscheckkonto, Berlin 16 399 oder auch direkt an den Verband. Um unnötige Schreibarbeit und Unkosten zu vermeiden, wird mitgeteilt daß Anträge und Unterstützungsgesuche von Veteranen nicht von der Zentralverwaltung an­genommen werden, sondern nur von den in Bildung begriffenen Zweig-Organisa­tionen, deren Adressen später bekannt gege­ben werden.

Politischer Tagesbericht.

Die Gräfin von Merenberg -st. Depesche« aus Cannes an der Riviera berichten: Die Gräfin von Merenberg, Witwe des Prinzen Nikolaus von Nassau, ist gestern abend gestor­ben. Die Leiche wird in der Kapelle der rus­sischen Kirche aufgebahrt und später nach Deutschland übergesührt werden.

Der Polenführer Czarlinski gestorben. Im Alter von achtzig Jahren ist in Kulm in West­preußen der bekannte polnische Abgeordnete von Czarlinski gestorben. Der Verstorbene ge­hörte von 1867 bis 1871 dem konstituierenden und dann dem Norddeutschen Reichstag als Vertreter des Wahlkreises Neustadt-Karthaus, außerdem dem Preußischen Abgeordnetenhause

Man schreibt uns aus Berlin : Der Kino« moloch frißt immer weiter um sich. Er leert die Theater, nm die Massen in seine Dunkel­kammer zu ziehen. In Berlin verliert eine Bühne nach der anderen den Untergrund, wohl hauptsächlich infolge der großen Konkurrenz der Kinematographentheater, und es ist nur die logische Entwicklung, daß die Theater dazu übergehen, sich gänzlich in Kino-Theater um- zuwandeln. Einige Bühnen haben schon die Umwandlung halb vollzogen, beispielsweise dasTheater am Nollendorfplatz", in dem man inmitten einer Posse einen richtigen Film zu sehen bekommt, andere werden die Umwand­lung in Kürze vollziehen. Das TheaterGroß- Berlin" wird in ein richtiges Kinotheater um- geroanbelt, das soeben definitiv verkrachte Friedrich - Wilbelmstädtische Schauspielbaus" soll folgen und im Sommer noch wird auch das Avollotheater in der Friedrichstraße sich als Kino auftun. Es war ursprünglich die Heimat der jetzigen Metropoltheater-Revuen; hier er­lebte Paul Lincke seine großen Triumphe. Spä­ter wandelte es sich in ein Varietee um und im vergangenen Herbst sollte es ein Operettenthea­ter werden. Jedenfalls hat es aber schon im Laufe des Winters wiederholt mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt, und es geht schlimmeren Eventualitäten nun rechtzeitig aus dem Wege, indem es sich gleich dem Film in die Arme wirst, bevor der Weg über den Kon­kursverwalter fowieso keinen anderen Ausweg mehr zulaßr. u.

Neues trom Tage.

Tragödien am Ostertag.

(Privat-Telegram m.)

Berlin, 25. Mät^.

Der Schauplatz einer Eifersuchtstragödie war am gestrigen Vormittag das Haus Oder- bergerstraße 42. Dort wohnte seit zwei Jah­ren eine neunundzwanzig Jahre alte Frau Keller, die von ihrem Manne getrennt lebte, mit einem fünfundzwanzig Jahre alten Arbei­ter zusammen. Zwischen beiden entspann sich ein Liebesverhältnis, von dem der Mann der Frau Keller bald Kenntnis erhielt. Von Eifersucht getrieben, begab er sich nach der Wohnung der Frau, um sich mit ihr wieder auszusöhnen. Die Frau weigerte sich jedoch, die eheliche Gemeinfchast mit ihm wieder aufzuneh­men. Dadurch geriet Keller in solche Wut, daß er plötzlich einen Revolver zog und einen Schuß auf seine Frau abfeuerte. Die Kugel verletzte ihn jedoch weiter nicht. Ehe Keller zum zweiten Male auf seine Frau anle­gen konnte, erschien der Arbeiter. Im selben Augenblick krachte ein zweiter Schuß, der den Liebhaber in den Unterleib traf und sofort t ö - tete. Herbeigeeilte Hausbewohner überwäl­tigten hierauf den Täter und übergaben ihn der Polizei.

©in Familiendrama in Erfurt.

Erfurt, 25. März. (Privat-Tele- gramrn.) Hier hat sich am Osterfest eine furchtbare Familientragödie abgespielt. Aus unbekannten Gründen erschoß der Kaufmann Lehmann seine Frau, öffnete sich dann die Pulsadern und tötete sich durch einen Schuß ins Herz. Indessen suchten die Kinder des Ehe­paares in der Wohnung Ostereier.

fruillrton.

Einnspruch.

Dem frohen Tage folgt ein früher, Doch alles wiegt zuletzt sich auf. August, Graf von Platen.

Hermann Nissen wieder Präsident der Bühnengenossenfchaft. Aus Berlin wird uns berichtet: In der Karfreuagsitzung der Bühnen­delegierten wurde Nissen mit überwältigender Mehrheit zum Präsidenten wiedergewählt. In einem Telegramm erklärte Nissen, daß er die Wahl annehme.

Deutsche Gedichte ins Japanische über­setzt. Von Professor Tr. Ino K u b o ist in ei­ner der größten japanischen Zeitschriften eine Uebersetzung der lyrischen Gedickte von Hugo Salus zugleich mit einer Biographie des Dichters erschienen.

& Ein französischer Flieger am Südpol. Leutnant M o n a r d aus Reims, der schon verschiedentlich als Aviatiker hervortrat, wird sick (Depeschen aus Paris zufolge) einer Süd­polexpedition anschließen, die in den nächsten Monaten Europa verlassen soll. Er wird in der Umgebung des Südpols Flüge umerneh- men und hierbei astronomische Beobachtungen machen. Monard beabsicktigt, zwei Flugzeuge mitzunehmen. Die Expedition gedenkt zwei Jahre in der Nähe des Südpols zu verbleiben.

Deutsche Musik in London. Bei der dies­jährigen großen Opernsaison der Covent Gar­den Oper in London wird als einzige deutsche Opernnovität das erfolgreiche MusikdramaOberst Chabert" von Hermann W. von Waltershausen zur Aufführung gelan­gen, das auch in Cassel mit Erfolg gegeben wurde.

Reue Theater in der Reichshauptstadt. Trotz der vielen Theateropfer des Pleitegeiers stehen in Berlin wiriter ein« Reihe von

den erst in der vierstimmigen Durchführung des Werkes durch die Männerchöre der deut­schen Männergesangvereine zur richtigen Wir­kung gelangen. Umso wichtiger ist es aber auch, daß die beteiligten Vereine mit der Einstudie­rung nicht überanstrengt werden, damit bei der Hauptaufführung alles klappt, zumal außer dem Preischor auch noch andere von den Ver­einen selbst gewählte Chöre einstudiert werden müssen, soweit das noch nicht geschehen ist. Eine andere nicht minder wichtige Frage wie die Durchführung des Preischors und der selbstgewählten Chöre ist für die Vereine na­turgemäß die Geldfrage. Die Reise nach Frank­furt und den dortigen Aufenthalt kann man schließlich an der Hand der eigenen Vereins­kasse und der von städtischer und privater Seite geleisteten Zuschüsse zur Not noch erschwingen; allein für die vielen Geschäftsleute, die den Vereinen angeschlossen sind, fällt der Umstand sehr ins Gewicht, daß das Kaiserpreis-Wett- fingen diesmal in die Woche vor Pfingsten, fällt, in eine Zeit also, wo daheim alle Kräfte gebraucht werden. Doch hat noch kein Verein aus diesen Gründen etwa seine Zusage an der Teilnahme am Frankfurter Wettsingen zurück­gezogen. Im Gegenteil ist die Zahl der betei­ligten Vereine noch gestiegen, und zwar auf 43 gegen 34 in den Jahren 1909 und 1903 und 18 im Jahre 1899.

Unter den 43 beteiligten Vereinen sind eine ganze Anzahl neuer, noch unbekannter Chöre Vertreten, von denen man erst abwarten muß. ob sie auch künftighin durchhalten oder ebenso wie eine Anzahl an früheren Wettbe­werben beteiligter Vereine einmal und nickt wieder zum Wettstreit kommen. An allen vier Wettstreiten haben bisher nur die Aachener Concordia", der Kölner Männergefangverein. die EssenerConcordia", der Männergesang­verein Erfurt und der Sänaerchor des Turn­vereins Offenbach a. M. teilgenommen. Mit wahren Massenchören stellt sich auch diesmal wieder Rbeinland-Westfalen ein. So wird der Essener Männergefangverein nicht weniger als 432 Sänger auf das Podium der Frankfurter Festhallc stellen, der Männergesangverein Sanssouci" - Essen 385, der Sängerchor des Eisenbahnbeamten-Vereins Saarbrücken 340 und der Trierische Gesangverein 307. JnSge. samt werden die 43 beteiligten Verein« 9546

sichrer Vandervelde vor einem derartigen Be­schluß warnte. Als Datum des Generalstreiks der vierzehnte April sestgehalten.

an.

Ter Generalstreik in Belgien. Der Partei­tag der Sozialdemokratie in Brüssel sprach sich gegen eine verschwindende Minderheit für den Generalstreik aus, trotzdem der Arbeiter-

Sss ßaifrrprtis=ßärttfmgrn.

Der Frankfurter Sanges-Wettstreit.

(Von unferm P. 3. - Mitarbeiter.)

Frankfurt a. M., 25. März.

Das vierte Wettlingen der deutschen Mannergesang-Vereine um den Kaiserpreis, für das der Termin erst in letzter Stunde fest­gelegt worden ist, hat die beteiligten Vereine in nicht geringe Aufregung versetzt. Rahm man doch ursprünglich an, daß der Wettstreit erst nach der bevorstehenden Hochzeitsfeier im Kai­serhaufe stattfinden würde, so daß für die Ein­studierung des Preischores noch reichlich Zeit gewesen wäre. Jetzt stehen allerdings nur noch sieben Wochen zur Einstudierung zur Verfü­gung. Und wenn der diesmalige Preischor auch nicht ganz so kompliziert ist, wie die frü­heren Wettstreitchöre, so wird ihm doch von Kundigen nachgesagt, daß er die Sänger, wie alle Hegar'schen Männerchöre, zum Teil vor ganz neue Aufgaben stellt. Der jetzt zweiund­siebzigjährige Meisterkoinponist wandelt nun einmal nicht in den schon etwas ausgefahrenen Gleisen der beliebten deutschen Liedertafel­chöre, sondern gibt sich auch in seiner neuesten Schöpfung als ein krasser Realist nach dem Muster von Richard Sttauß, Reger und ande­ren zu erkennen. Dazu kommt die eigenartige Dichtung des ebenfalls schweizerischem Boden entsprossenen Dichters Professor Adolf Frey, deren Rhythmus dem Komponisten freien Spielraum für den Tonfatz ließ. In Moll ein- etzend^ bewegt sich der Chor zunächst in lyri- hen Lätzen, um dann in wuchtiger Steige­ng in ein marschmäßiges Tempo überzu- en.

gottesdienst in der großen Michaeliskirche ein­geleitet. Mittags fand unter großer Beteiligung der Bevölkerung von Hamburg und Umgegend ein historischer Festzug statt. In dem Zuge, in dem etwa dreißig Kapellen marschierten, ge­langten dreißig Bilder aus der Leidenszeit Hamburgs unter dem französischen Marschall Davoust zur Darstellung. Der Hauptfestakt voll­zog sich auf dem Rathausmarkt, wo auf den Tribünen Senat und Bürgerschaft sich einge­funden hatten. Bürgermeister Dr. Schröder hielt eine Ansprache. Der Vorbeimarsch des äuges dauerte etwa zwei Stunden. Die ganze tadt, insbesondere die Feststratzen waren mit

Tannengrün reich geschmückt.

Gegen die dreijährige Dienstzeit.

Am Sonnabend abend fand in Brest (Frankreich) eine große Volksversammlung ge­gen die dreijährige Dienstzeit statt. Die Deputierten V a i l l e u r und Morel er­klärten, daß sie und ihre Kollegen in der Kam­mer während der Beratung des Gesetzes alles anwenden würden, um eine Obstruktion herbeizuführen. Jeder sozialistische Deputierte werdelang und breit" reden. Sie wurden sämtliche Reden verlesen, die seinerzeit für die zweijährige Dienstzeit gehalten worden feien. Nach diesen Beiden erschien auf der Rednertri­büne der deutsche sozialistische Abgeordnete Molkcnbuhr, der erklärte, daß feine Ge-

Set Sünt des Vaterlands.

Eine Nationalspende für die Veteranen!

Der vor kurzer Zeit gegründrie Reichsver­band zur Unterstützuttg deutsch er Vetera­nen hat nunmehr, nachdem die inneren Orza- nisationsfragen über den zukünftigen Aufbau des Verbandes zum Abschluß gekommen sind, mit der Propaganda begonnen. Aus den Auf­gaben und Zielen des Reichsverbandes, die in erster Linie den allerbedürftkgsten Ve­teranen, die in Not und Bedrängnis leben, durchgreifende und nachgehende Fürsorge zuteil werden soll. Sodann soll ferner noch ar­beitsfähigen Veteranen durch eine den speziel­len Verhältnissen angepaßte Stellenvermittlung und Auskunftei leichte Beschäftigung nachge­wiesen und sachliche Beratung zur Erlangung der Staatsbeihilfe gewährt werden. Nicht Er­satz der Staatshilse also, aber eine wertvolle Ergänzung soll die Verbandshilfe bringen, und zwar besonders auch in allen denjenigen Fäl­len, wo das Veteranenfürsorgegesetz ein Ein­greifen des Staates nicht zuläßt. Sodann will der Verband überall da eingreifen, wo die bis­herige private Fürsorge der Landeskrieger­oerbände, die satzungsgemäß nur ihre eigenen Mitglieder unterstützen, ihre Grenze findet. Strengste Durchführung des Prinzips der poli­tischen und konfessionellen Neutralität ist als vornehmster Grundsatz in die Satzung des Reichsverbandes auf genommen worden. Das

Komitee des Reichsverbandes weist allererste Namen bekannter Militärs, so­wie aus den Kreisen des Handels, der Industrie und der Landwirtschast auf, so daß zu erwarten

/ lttärtr anSpvrt der Bulgaren, bestehend steht, daß der Reichsverband zur Unterstützung uossen in Deutschland für die Vermehrung derW^z waren die Besucher des Theaters Zeugen 'aus zwanzig Waggons mit Lebensmitteln und*n' -----------***:± *'* 1imjulbsj. -

Munition. Es heißt, daß ein türkischer Ossi- jier, der in der Schlacht von Kadiköj verwun­det wurde, berichtet habe, daß die Schlacht von drei Uhr morgens bis neun Uhr abends ange­dauert habe; er könne nur den vollständi­gen Sieg der Türken bestätigen. Viele Bulgaren wurden gefangen

X Zwei Opfer einer Bluttat. Letzte Nackt ' fand man beim Waldschlößchen in der Nähe von München auf den Straßenbahngleisen die Leichen eines Straßenbahnschaffners und seines Bruders. Tie beiden Leute waren durch Mes­serstiche in die Brust getötet worden. Als Tä­ter wurde ein Postillon verhaftet. Er will in Notwehr gehandelt haben, als er auf dem Heimwege mit den beiden Getöteten in Strei­tigkeiten geraten war.

nr Die Erde bebt Am ersten Ostertag, abends 10 Uhr 19 Sekunden, wurde von der Erdbeben­warte in Laibach der Beginn eines Fernbebens angezeigt. Der zweite Vorläufer war um 10 Uhr 10 Minuten 53 Sekunden, die Hauptbewe- gung um 10 Uhr 39 Minuten 18 Sekunden zu Ende. Um Mitternacht wurde eine wirkliche Bodenbewegung in Laibach von einem Fünf- unddreißigtaufendstel Millimeter festgestellt. Die Herdentfernung betrug etwa 9500 Kilo­meter.

Der weiße Tod. Im Bernina-Gebiet in den Alpen ist eine Gesellschaft von drei Züricher Studenten beim Skifahren von einer Lawine verschüttet worden. Bisher wurde eine Leiche geborgen. ... Drei Herren und eine Dame be­stiegen am ersten Ostertag den Wilden Kaiser bei Kufstein. Gestern kamen aber nur zwei Herren und eine Dame zurück. Ein Herr, der Kupferstecher Wach aus München, war spurlos im Abgrund verschollen. Eine Rettungsabtei- lung war gestern bei schlimmstem Wetter unter­wegs.

nr Ter Vesuv wieder in Tätigkeit! Der Vesuv ist seit kurzem wieder in Tätigkeit. Seit vierundzwanzig Stunden hört man unterirdi­sches Getöse; es sind auch Erdstöße wahrnehm. bar. Auf der Ostseite des Vulkans haben sick mehrere Rauchkrater gebildet. Die Bevölkerung der Ortschaften am Abhang des Vesuv ist in großer Furcht vor einem heftigen Ausbruch des Vulkans. In verschiedenen Orten sollen Bitt- Prozessionen veranstaltet werden.

nr Eine Fürstin als Selbstmörderin. Die römische Fürstin Theresa Colonna, die wäh­rend des Tripoliskrieges dadurch von sich reden machte, daß sie in einem offenen Schreiben an dieTimes" ihre italienischen Landsleute der Grausamkeit gegen die Araber bezichtigte, hat sich im Grandhotel in Rom einen Dolch in die Brust gestoßen. Die Fürstin liegt schwer ver­letzt darnieder.

txi Die Schreckenstat eines Betrogenen. Ter Farmer Whorton in Williamstown in den Vereinigten Staaten, der sich auf einer Reife befand, kehrte vorzeittg zurück und sand feine Frau in den Armen eines anderen Mannes. Er tötete beide mit mehreren Revolverfchüssen. darauf steckte er das Haus in Brand und tö­tete sich und. feine Tochter. Man fand nachher alle vier Leichen unter den Trümmern des Ge­bäudes.