yr. 87. - 3- Jahrgang
, dunkle Räume, die nur als Vor- 5,^ oder Rumpelkammern geeignet sind und Lk?,spUte nnr etwa zwei Quadratmeter große ^Aam'mcln, die vielfach als Mädcheuge- wsie einaericbrci worden waren. Nicht uncr- wäünt soll noch bleiben, daß ein ganz bedenk-
drängel an kleine« Wohnungen ben-bt, der vielfach dazu führt, daß einzelne ^zusbesttzer untergeordnete Raume ohne Licht «nd Luft, einigermaßen wohnlich hernchtcn iasim und dann zu hohen Preisen an kleul- «ente vermieten. Um hier Wandel zu ichaftcn, rnnntc in Frage kommen, tn Cassel einen ^.c>hnungs verein nach Frankfurter Mu- »,r als notwendige Ergänzung der bcsiehen- den Wohnungsinspektion zu gründen, der ici- nen Mitgliedern preiswerte und gesunde Wohnungen verschaffen will, durch Ermietung von älteren oder neueren Häusern, durch Errcch- runa von Neubauten mit kleinen Wohnungen, und sich im übrigen die Förderung des Klein- wohnungswesens im weitesten Sinne zur Au, aabe zu stellen haben würde. Aber auch durch Gründung eines Stocks zur Verbesserung der Wohnungsverbält- nisse in der Altstadt könnte viel Gutes geschaffen werden. Als geeigneter Zeitpunkt hierfür würde gerade das Jahr 1913 sich eignen, das Jahr des tausendjährigen Bestehens der Stadt Cassel. Bei solchen Gelegenheiten ist die Opfersreudigkeit der Bürgerschaft erfahrungsgemäß eine besonders rege, und in weitesten Kreisen wird Wohltätigkeit geübt. <ra wäre cs vielleicht am Platze, auch der Armen zu gedenken und eine Sammlung zur Gründung eines Stocks für Verbesserung der Wohnungsvcrhältnisse in der Altstadt zu veranstalten. Aus den Zinse dieses Stocks, der etwa eine Höhe von 15 000 bis 20 000 Mark erreichen müßte und der
als Jubiläumsgabe
dem Casseler Magistrat zur Verfügung zu stellen wäre, könnte jährlich eine größere Anzahl kleinerer Wohnungen in einen einigermaßen menschenwürdigen Zustand durch Neuanstrich und Ncutapezierungen, sowie Verbesserung der Kochgelegenheiten und dergleichen versetzt werden. Die Instandsetzung von Wohnungen aus diesem Stocke würde allerdings nur in solchen Gebäuden vorgenommen werden können, deren Besitzer in Vermögensverfall geraten und nicht in der Lage sind, irgendwelche Aufwendungen an den Wohnungen zu machen. Auf diefe Weise würden den Aermsten der Ar. men allmählich Wohnstätten geschaffen, in denen sie sich nach des Tages Last und Arbeit einigermaßen wohl fühlen könnten. Zu jeder gewünschten Auskunft ist der mit der Wohnungsaufsicht beauftragte technische Sekretär Rammenzweig im Rathaus, Zimmer 174, gern bereit. Soweit der Vorschlag der Wohnungs- inspektion, der freudig zu begrüßen ist. Es darf aber dabei nicht übersehen werden, daß die Bürgerschaft gerade in diesem Jubiläums- sahr bereits in hohem Maße für Sammlungen in Anspruch genommen wird: Die Spende des Großen Bürgervcreins für arme und kranke Kinder, die Sammlungen für die Ausschmük- kung der Straßen und dann die Missions fammlung für die Kaiserjubiläumsspende. Es werden in diesem Jahre allzu hohe Anforderungen an die Wohltätigkeitsgesinnung der Bürgerschaft gestellt. Vielleicht ließe sich ein Weg finden, die vorgeschlagene Spende mit den schon bestehenden zu vereinen. Diskutabel ist die Frage jedenfalls.
Ein Sturm-Sonntag.
Der Frühling naht mit Brauten, Er rüstet fich zur Tat. .!
Um die frühen Morgenstunden des Palmensonntags kam der Märzsturm zu Gaste. Mit aller Wucht rüttelte er an den Dächern und an Lien Türmen, ließ Fenster, die nicht fest geschlossen waren, ausfpringen und manche von ihnen in lausend klirrende Splitter gehen. So fegte er dahin und trieb fein loses Spiel mit Hüten, die er in tollem Wirbel über die Straßen und Plätze warf und freute sich diebisch über die austegende Jagd, zu der der Besitzer «wer derart treulosen Kopfbedeckung gezwungen war. Wie dröhnendes Lachen klang es durch das andauernde Pfeifen und Heulen. Es war Frühlings sturm, der da die Bäume zittern ließ, und ängstlich erschauerten alle zarten grünen Triebe, die bereits an Hellen und ungeschützten Stellen das Licht der Welt erblickt hatten. Es war ein hohes Gefühl, mitten im Sturme auf menschenleerem Landweg dahinzustreben, zu kämpfen gegen den machwollen Ansturm des entfesselten Aeolus. Verschleiert schimmerte die Sonnenscheibe durch das Wolkenmeer, das über den Himmel zog.
Von den Peitschenhieben des Sturms wurden di« Wolken aufgewühlt zu dunklen Welken, aus denen ab und zu ein leichter Regenschauer niederfprühte. Immer mehr wuchs des Sturmes Macht zum Orkan, und seine Wut begann erst am Abend etwas nachzulassen, als der Regen fiel und aus dem erregten Wasserspiegel der Fulda unruhige Wirbel hervorzau- bette. Irrlichtern gleich glänzten für den nächtlichen Wanderer die Lichtquellen der Stadt, und geheimnisvoll wirkte das Wechselspiel der Regenwolken am düster verhangenen Horizont. lieber Nacht brach die ungestüme Macht der Winde, und wenn auch beute noch der Sturm zu neuem Wüten ansetzt, so ist's doch nur ein leiser, schüchterner Versuch. Wir aber standen mitten im Sturm und ließen den kalttn Hauch über die Stirne streichen. Run muß es Frühling werden, da der Lenz nabt mit Brausen, und unter seinem Sturm und Sausen keimt (nach des Dichters Worten'» still die grüne Saat. So geht das große Erwachen durch die Welt nach dem .Wecken" des Sturms für die schlafenden Frühlingskinder. =ey=
*
Neue Stürme irr Sicht!
Für die nächsten Tage sollen nach Feststellung der Wetterdienststelle Weilburg neue sturmartige Winde in Aussicht sein. Der amtliche Wetterbericht sagt für morgen folgende Witterung voraus: Meist wolkig, Niederschläge in Schauern, kältere, zeitweise ch öi g e w cJtlt d» e Wind«. Der gestrige
Casseler Neueste Nachrichten
Dienstag, 18. März 1918.
Sturm hat an den Häusern, besonders an Schornsteinen und Fenstern, sowie in den Wäldern, Obstplantagen, Parks und Alleen großen Schaden angerichtet. In den Straßen der Stadt, namentlich den höher gelegenen wurden viele Fensterscheiben zertrümmert. Aus mehreren Stockwerken eines Hauses am Westring stürzten am Nachmittage eine Anzahl Fensterscheiben herab, wodurch einige auf der Straße spielende Kinder leichte Verletzungen erlitten. Des Sturmes wegen konnte ein sür gestern angesetzter Aufstieg des Ballons „Cassel" nicht erfolgen. Der Ballon war schon zpr Hälfte gefüllt, aber der Sturm machte ein Halten des Ballons zur Unmöglichkeit, sodaß die Reißlcine gezogen werden mußte. Auch die Flieger in Waldau waren zur Untätigfeit verurteilt und feierten den freien Sonntag im „Hotel Fliegerheim" in Waldau. Sobald das Wetter besser wird, finden wieder Flüge statt.
Die gestrigen Ligaspiele.
Die beiden Ligaspiele, die gestern in Cassel zum Austrag kamen, erfreuten sich eines guten Besuches, doch ließ der gebotene Spott etwas zu wünschen übrig, da der sturmartige Wmd kein gutes Spiel auffommen liefe Auf dem Spottplatz an der Hafenbrücke fochten gestern der Ballspielkluü „Sport" und der Gießener Sportverein das fällige Ligaspiel aus. Spott konnte nach beiderseits schönem und ausgeglichenem Spiel den Wettkampf mit 2:3 Toren für sich entscheiden, nachdem mit dem unentschiedenen Resultat von 1:1 Toren die Seiten gewechselt wurden. Auf dem Sportplatz an der Frankfurter Straße besiegte Eintracht Cassel die Casseler Herkules mit 3:1 Toren. E'ntracht trat mit nur 10 Mann an und konnte sich erst nach Halbzeit vervollständigen. Casseler F. V. sollte gestern in Gießen gegen die dortigen Bewegungsspieler spielen. Gießen, zog es aber vor, dem spielstarken Gegner die Punkte kampflos zu überlassen. Am Karfreitag ist,das Vorrundenspiel um die Westdeutsche Meisterschaft und zwar trifft sich in Siegen der Vertreter des Hessischen Kreises mit dem Meister des Rheinischen Südkreises. -r.
•e- Die Geschäfte zu Gründonnerstag und Ostern. Die Casseler Geschäfte dürfen am Gründonnerstag abends bis neun Uhr offenhalten. Arn ersten Osterfeiertage sind die Geschäfte (mit Ausnahme der Lebensmittelbranche und der Blumengeschäfte) vollkommen geschlossen, während am zweiten Feiettag die Ge- schästsstunden wie an jedem Sonntag sind. Die Versendung mehrerer Postpakete mit einer Postpaketadresse ist für die Zett vom 17. bis einschließlich 22. März weder im inneren deutschen Verkehr, noch im Verkehr mit dem Ausland (ausgenommen Argentinien) gestattet. Nach Argentinien können auch in dieser Zeit mehrere, jedoch höchstens drei Pakete, mit einer Postpaketadresse versandt werden.
-7- Messerstecher vor der Strafkammer. Eine Mutige Szene spielte sich am Vorabend von Kaisersgebuttstag in einer Stallung zu Wolfershausen ab: Dort waren bei der Strecken- anlagc der wiederholt vorbestrafte Richard Br. und der Galizier Anton Gl. befchästigt. Die Beiden schliefen zusammen in der Stallung und bekamen wegen des Eindringens zweier Landsleute G's., die dort unbefugt nächtigten, Streit miteinander, wobei der feurige Pole zum Messer griff und wüst losstach. Sein Gegner revanchierte sich nicht minder liebenswürdig und zerstach seinen Schlafgenossen mit dessen eigenem Messer ebenfalls ganz fürchterlich. Beide mußten ins Landkrankenhaus überführt werden, und der Galizier wird sich noch einer Operation unterziehen müssen. Der Staatsanwalt beanttagte gegen jeden, da Notwehr nicht in Frage kam, ein Jahr Gefängnis. Das Urteil lautete auf fechsManatc G e- fängnis gegen Br. und auf neun Monate gegen den vorbestraften Gl. Ein Monat der Untersuchungshaft wurde beiden angerechnet.
Ein unglücklicher Sturz. Am Sonnabend abend kam eine Dame aus Immenhausen mit der Bahn in Cassel an, um ihren am Westring wohnenden Bruder zu besuchen. In der B a h n- hofstraße wurde sie von Krampfen befallen, stürzte und schlug derart mit dem Kopf gegen den Randsteig des Bürgersteigs, daß sie stark blutende Kopfverletzungen davontrug. Die Krieger-Sanitätskolonne legte der Verletzten einen Notverband an und beförderte sie nach der Wohnung ihres Bruders.
4- Das neue Kraftwerk in Hann.-Münden. Zur Besprechung der Einzelheiten für die Erbauung des Kraftwerkes in Hann.-Münden findet heute nachmittag an Ott und Stelle eine Besichtigung durch den Sommiffar des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten, Geh. Obcr- baurat Sympher, den Kommissar des Ober- Präsidenten von Hannover, Oberbaurat Mnt- t r a h und noch zwei Vertreter des Oberpräsidenten von Hannover, fotoie des Vorstandes des Wasserbauamts Cassel-Hannover statt. Mit der Inangriffnahme der Arbeiten soll, wie wir von zuständiger Seite hören, in kürzester Zeit begonnen werden.
-t- Die neuen Schmiedemeister. Vor dem zuständigen Prüsungsausfchuß der Casseler Handwerkskammer ünb Kreistierarzt Veterinärrat Dr. Schlitzberger sand am Sonnabend abend die Meisterprüfung im Schmiedegewerbe statt. Es bestanden die Schmiede Friedrich Küchenmeister - Ihringshausen, Albett Merten- Capel, Jacob Werner- Dennhausen und Adam Freuden st ein - Crumbach.
-e- Im Beamten-Wohnungsverein. Der Be- amten-Wohnungsverein zu Cassel, e. G. m. b. H., hielt dieser Tage seine d'esjährige Hauptversammlung ab. Diese genehmigte nach Vortrag des Jahresberichts und des Jahresabschlusses einstimmig die Bilanz, erteilte fccut Vorstand Entlastung und beschloß, den 50909 Mark betragenden Reingewinn deut Vorschlag des Vorstandes und AuflichtsttttS cntfbredier.b folgendermaßen zu verteilen: Auf die Gut
haben 4 Prozent Dividende mit 36 823 Mark, auf di» gezahlten Wohnungsmieten 4 Prozent Mietdividende mit 6642 Matt, zum Reservefonds die an der satzungsmäßigen Höhe noch scUenden 300 Mark, zum Erneuc- rungs- und Tilgungsfonds 6100 Matt sowie zum Hilfsfonds 1144 Matt. Es wurden dann das nach den Satzungen ausscheidende Dor- standsmitglied, Generalkommiffionssekretär von Jaworski, ebenso vom Aufsichtsrat Rechnungs- rat Rode wiedergewählt Für das Aufsicbts- raismitglied Rechnungsdirektor Dietzel, der eine Wieder wahl ab gelehnt hatte, tritt Ober- landesgevichtssekretär Eichenauer in den Vorstand.
Die Tragödie der Göttingerin. Wie uns aus Göttingen gemeldet wird, ist es bisher noch nicht gelungen, das Motiv zu erkennen, aus dem die junge Göttinger Restaurateurstochter Mattha Bensemann, über deren Selbstntord wir bereits berichtet haben, diesen Schritt getan hat. Selbst die Eltern können ihn nicht ettlären: sic wissen nur, daß ihre Tochter feit dem ersten Februar bei zwei Casseler adelt gen Damen in Stellung war. In ihren Bttefen hat sie kein Wott geschrieben, das auf die Tragödie hinweift. Der Entschluß, sich zu töten, scheint übrigens am Tage vor der Tat, unmittelbar nachdem sie in Briesen, die sie auf dem Bahnhofe geschrieben, wieder schwankend geworden zu sein. Sic hatte einen Zettel geschrieben, der mit den Worten beginnt: „Ich bin die Martha Bensemann, die Tochter des Gastwitt Bensemann in Göttingen. . Diesen Zettel hat sie aber in den Ofen des Wartesaals geworfen, wo er gefunden wurde, der andere Teil ist verbrannt.
-z- Die Frühjahrs-Schwurgettchtsperiode. Die nächste zweite diesjährige Schwurgerichts- Periode des Landgerichtsbezirks Cassel wird bereits am Montag, den 14. April d. Js., vormittags 9% Uhr, ihren Anfang nehmen. Die Verhandlungen werden nach den wenigen Anklagesachen zu urteilen, die bis jetzt zur Aburteilung vor dem Schwurgericht spruchreif geworden sind, voraussichtlich nur von kurzer Dauer sein.
Neue Sonntagsfahrkarten. Auf der erst vor e'nige« Monaten neu eröffneten Eisenbahn von Hersfeld nach Heimboldshausen etc. sollen nach einem Beschlüsse der Verwaltung bereits vom 1. April ab von allen Stationen und noch allen Stationen der genannten Bahn Sonn« tagsfahttarten eingeführt werden.
4- Die neue Baupolizeiordnung in Kraft. Die neue Baupolizeiordnung für die Residenzstadt Cassel und die Städte Hanau, Marburg (außer der Altstadt) und Fulda ist nunmehr in Kraft getreten. Alle ihr widersprechenden Vorschriften, besonders die bisher gültige Bau- polizeiordnung I für die Residenzstadt Cassel und die erwähnten übrigen Städte vom 1. Juni 1906, sind damit aufgehoben.
-r- Urtier Ausschluß der Oeffentlichkeit. Der zweiundzwanzigmal borbeftrafte Arbeiter Gustav B. aus der Petersgasse stand heute wieder vor der Strafkammer wegen Vergehens gegen den Paragraph 176,3. Er hatte sich im Januar an zwei Mädchen im Alter von elf und neun Jahren unsittlich vergangen. Der Staatsanwalt beantragte unter Versagung mildernder Umstände eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und sechs Monaten und fünf Jahre Ehrverlust. Das Urteil lautete demgemäß.
Friede im Transportarbeitergewerbe! Der Lohnkampf der Speditionsarbeiter ist insofern beigelegt worden, als den festangestellten Leuten 1,50 Mark pro Woche zugelegt wird. Sowohl auf Seiten der Arbeitgeber, wie der Abeiinehmer war man zum Entgegenkommen bereit Heber die Lohnerhöhungen für die Pcriodenträger schweben noch Verhandlungen.
-T- Ein Urkundenfülscher vor Gericht. Der wiederholt vorbestrafte Handlungsreisende Otto P. stand heute wegen Privatuttundenfälschung vor der Strafkammer. Er hat, als gegen ihn eine Zwangsvollstreckung schwebte, in der Absicht, sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen, die Unterschrift seiner Schwester auf zwei gerichtlichen Urkunden gefälscht. Der Staatsanwalt sah den Angeklagten, der jede Schuld bestritt, der schweren Privaturkundenkälschung und des versuchten Betruges für überführt an und beantragte gegen ihn fechs Monate Gefängnis. Tas Gericht sah nur d e Urkundenfälschung als bewiesen an und verurteilte den Angeklagten zu drei Monaten Gefängnis unter Zubilligung mildernder Umstände.
-e- Unter dem Roten Kreuz. Nach dem Bericht der Krieger-Sanitäts-Kolonnc vom Roten Kreuz in Cassel über die Tätigkeit im Monat Februar wurden von der Kolonne folgende 45 Transporte ausgeführt: Mit den städtischen Krankenwagen 22. mit der Rader- trage 9, mit dem Auwmobil 3, mit der Radfahrertrage 11. Nach und von Orten außerhalb Cassels wurden 5 Transporte ausgeführt. Von Mitgliedern der Kolonne wurde bei Unfällen die erste Hilfe geleistet in 248 Fällen. Die Wache wurde 15 Mal in Anspruch genommen. Zur Erlangung sämtlicher Krankenwagen bei Unfall und Krankentransporten wolle man sich wenden an die Hauptmeldestelle Fernruf 917 ober Wache, Fernruf 1363, ober für Bettenhausen Fernruf 2518, für Kirchditmold Fernruf 3449, für Rothenditmold Fernruf 3562, für Gaffel« Wilhclmshöhc Fernruf 1054.
-4- Kleine Tageschronik. Ter Handels- und Gewerbevereitt c. V. hält morgen abend um viertel neun Uhr im Palais-Restaurant eine Versammlung ab, in der Landesrat Beck über die neue Privatangestellten - Versicherung spricht. Zur Beratung steht ferner die Vorlage des Voranschlages der Gewerbehalle für das Rechnungsjahr 1913 und 14 und die Bewilligung eines Zuschusses von 2000 Mark. — Der Kaufmännische Verein für weibliche Angestellte macht darauf aufmerksam, daß ihm Lehrstellen aller Branchen in nur guten Geschäften gemeldet sind. Junge Mädchen, die Ostern die Schule verlassen und gute Zeugnisse aufzuwcisen haben, können sich täglich von 12 bis 2 Uhr in der Geschäftsstelle, Untere Carl- fträfe e 3, melden.
Letzte Telegramme.
(Rach Schluß der Redaktion eiugegangen)
Die Petersburger Friedenskonferenz.
Petersburg, 17. März. (Privat. Telegramm.) Das hiesige Auswartrge Amt hat den Botschafter« der europäischen G r o H - machte Einladungen zu der Petersburger Konferenz zugesandt. Sobald alle Botschafter ihre Vollmachten und Instruktionen erhalten haben, wird die russische Regierung davon vcr. ftänbm* werde», und dann soll der Tag des Beginns der Verhandlungen angesetzt werden. Der französische Botschafter T>etcaffee dürste am nächsten Donnerstag hier cintreffcn, und da Rußland keine Osterfeiertage hat, werden wahrscheinlich bereits Anfang rrächstcr Woche die Verhandlungen ihren Anfang netziue»
Die Großmächte werden entscheiden!
Belgrad, 17. März. (Privai-Tele- jrainm.) Fn h efige» Regierungskreisen wird nunmehr die Nachricht bestätigt, daß bte Frage des Schicksals von Skntari und Albanien von den Großmächten entschieden werden wird In serbischen Volkskreisrn hat diese Nachricht einen tiefen Eindruck gemacht. Das Regierungsorgan Stampa fragt, was es denn eigentlich für einen Zweck habe, noch mehr Menschenleben zu opfern, wenn Montenegro doch nicht schließlich Skutari, um dessen Besitz es so lange gekämpft habe, erhalten solle. Es macht sich allgemein eine gewisse Kriegs- Müdigkeit bemerkbar.
*
Die Antwort der Grotzmachte-
Berlin, 17. März. (Privat-Telc gramm.) Die Großmächte bereiten zurze eine Antwort an die Balkanverbündetc auf deren Friedensbedingungen vor. Man dar als sicher annehmen, daß die Großmächte dic Uebermittelung der überaus harten Bedingungen an die Türkei a b l e h n e n und deren M i U derung verlangen werden.
Strafanttäge im Sattler-Prozeß.
Berlin, 17. März. (Privat-Tele- gramm.) In der heutigen Sitzung des feit mehreren Wochen vor der zehnten Straffammer des Landgerichts I verhandelten Prozesses gegen den Animierbankeir Otto Sattler beantragte der Staatsanwalt gegen Sattler unter Einbeziehimg der von dem Schwurgericht des Landgerichts I verhängten Gefängnisstrafe von drei Jahren wegen Betruges, Vergehens gegen das Börfengesetz und Stempelsteuervergehens eine Gesamtstrafe von acht Jahren Gefängnis und dreitaufend Mark Geldstrafe. Gegen die Mitangeklagten wurden Gefängnisstrafen von drei bis neun Monaten beantragt Das Urteil ist gegen abend zu erwarten.
Der Cumberländer Besuch in Potsdam.
Berlin, 17. März. (Privat-Tele- gramm.) Ter Empfang des Herzogs von Cumberland in Potsdam findet am 27. März, also in der Woche nach Ostern, statt. Prinz. Ernst August trifft bereits in dieser Wo- dje in Potsdam ein, um das Osterfest als Gast der Kaiserlichen Firmilie zu verleben, die mor- gen von Berlin ins Nene Palais übersiedelt.
Und immer wieder einer ...!
Flensburg, 17. März. (Privat - Telegramm.) Der Rendant der Spar- und Darlehnskasse in Ellingstedt, Landmann, der 103000 Mark unterschlagen hat, wurde festgenommen und in das Flensburger Gefängnis eingeliefert. Wie es heißt, hat Landmann die enorme Summe seiner Unterschlagungen durch unglückliche Börsen-Spettlkationen verloren.
Schiffsunglück im Aermelkanall
Paris, 17. März. (Privat-Telc- gram m.)' Vom Aermelkanal werden infolge des in den letzten Tagen herrschenden schweren Sttirmes verschiedene Schiffsunfälle gemeldet. Der englische Dampfer „Eastwell", von London kommend, wurde vom Sturme gegen einen Leuchtturm geschleudert. Er sank innerhalb zwanzig Minuten. Die Mannschaft und die Passagiere des Schiffes konnten gerettet werden.
Ein Drama auf dem Eiffelturm.
Paris, 17. März. (Privat-Tele- gramm.) Auf dem Eiffelturm spielte sich gestern mittag eine höchst aufregende Szene ab. Gegen drei Uhr stürzte fich eine etwa fünfundzwanzigjährige Frau von der zweiten Etage des Turmes in selbstmörderischer Absicht hinab. Ihr Körper schlug auf das Dach des in der ersten Etage liegenden Theaters auf und schlug dann zerschmettert auf die Plattform, wo er bis zur Unkenntlichkeit zerstümmelt liegen bljeb. Bei der Leiche fand man keinerlei Papiere.
Deutschlands Beispiel in Italien.
Rom, 17. März. (Privat-Tele- gramm.) Zur Frage der Deckung der ans der geplanten HeereSvcrstärkung erwachsenden Kosten ergreift letzt and) der frühere Ministerpräsident Professor L u z z a i t i das Wort. Er reut den Gedanken an, das italienische Volk möge das BeispielDentschlanvsnach- ahmen und wenn andi nicht eine Milliarde, lo doch eine seiner wirtschaftlichen Kraft ent- svrechende Summe dem Staat zu Zwecken der öffentlichen Wohlfahrt zur Verfügung stellen
Millionenbeute Rewvotter Einbrecher.
Rewhork, 17. März. (Vrivat-Tele- 6r a mm.) Einbrecher durcbhöblten gestern die Kellermauer eines Pfandinstituts und erbrachen hie Schränke Sie erbeuteten Fu welen 'm Werte von einer Viertel Million Dollar und Aktien kn Werte von fieb- -ig Millionen Dollar, die onaeblich aus dem Vermögen twrrimanns herrühren.
MeullMlMkriNW IS SM.