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CasselerNkueste Nachrichten

_______ Caffeler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Mumm er 88. Fernsprecher 951 und 952. Sonnabend, 15. März 1913. Fernsprecher 951 und 952. 3. Jahrgang.

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seiner spotten. ..!

F. H.

SrkaN'Klttastrophe in Amerika.

Zwei Städte durch Orkan zerstört!

R e w y o r l, 14. März. (Privat-Tele. gram m.) Wie Depeschen aus Alexandria im Staat Louisiana melde«, ist gestern früh die

sich die Vernehmung von zwölf Zeugen, und die Verhandlung konnte am Nachmittag zu Ende geführt werden. Das Urteil lautete: De, Angeklagte wird wegen Diebstahls und Der- brechens gegen das Spionagegesetz zu drei- zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jah­ren Ehrenrechtsverlust verurteilt.

Zer europäische Skandal.

Europas Großmächte als Laufjungen.

Irr der Londoner Times regt sich endlich das Suropäer-Bewubtsetn Tas Blatt schreibt:Die unbedingte Annahme der Bermittlungsverschlage der Mächte durch den Ballanbund muß erwar- tet werden, Die Mächte hatten schon der Türket gegenLer die Vermittlung auf anderer Grund­lage abgelehnt. Die Verbündeten wisien, daß die Mächte nicht dis Absicht haben, in der Vermittelung die Rolle von Zwischeuträ- gern und Laufjungen zu spielen...!"

Es gibt Tragödien, die mit einer Burleske enden und mau hat Burlesken erlebt, deren Aktschluß sich zur Tragödie gestaltete: Eine Tragödie aber, die gleichzeitig alle Toll­heiten der Burleske in sich vereinigt, sah man noch nicht. Sie ist uns bis zum Spätherbst neunzehnhundertzwölf erspart geblieben, und sie begann erst, als die Winzigkeit der Schwar­zen Berge-Majestät dem Padischah am Gold- neu Horn munter und behend die Kriegs­erklärung überreichen ließ. Schon der erste Akt der Ballantragödie brachte im gleichen Szenenbild Heiterkeit und Tränen, lautes Zischen und frenetischen Beifall, und erst als bei Lüle-Burgas und Kirk-Kiliffe diedyna­mische Steigerung" des dramatischen Effekts den Höhepunkt erreicht, glaubten wir wirklich

blühende Industriestadt durch einen Orkan fast völlig zerstört worden. Zwei Kirchen, viele Geschäftshäuser und die meisten Wohn­häuser stnd eingestürzt. Auch sind zahlreiche Mensch enleben der Katastrophe zum Op­fer gefallen. Die Stadt Many wurde eben­falls von einem furchtbaren Orkan heimgesucht, doch liegen darüber nähere Mitteilungen noch nicht vor, da die Telegraphenleituugen völlig zerstört worden sind.

Recht, das einer Zeil entstammt, die längst überwunden wurde. Doch mit diesem Recht er­kämpfte das Konsistorium eine Verfemung selbst der sterblichen Ueberreste Derer, die in der läuternden Glut der heiligen Flamme die Umwandlung des Körpers zum Staube voll­ziehen ließen. Dem andächügen Zuhörer der gestrigen Sitzung im Palast der Stadtväter war es, als sitze er in dumpfer Bibliothek hinter vergilbten Pergamenten und blättere in bet Geschichte des Mittelalters: Wer seine Leiche nicht der Erde übergeben will, ist von geweihter Stätte ausgeschloffen.

Abseits von der Kapelle,

auf einem Gelände, das vom Friedhof abge­trennt wird, darf das Krematorium errichtet werden, und wenn die Kirche ihres Amtes ge­waltet hat, so wird der Sarg an einer Mauer entlang und durch eine Pforte hinübergetragen zu der Stätte, die in Bann und Acht getan ist. Das Konsistorium hat es mit Meisterhand verstanden, unter Berufung auf das Recht vom siebzehnten Jahrhundert die eigenartigsten Be­dingungen zu erreichen. Mindestens einen Me­ter und fünfzig Zentimeter muß die Mauer an Höhe aufweisen, und widerstrebend nur gab es zu, daß die das geweihte Gelände abschlie­ßende Pforte wenigstens drei Meter breit wird. Doch Andersgläubigen als Christen ist der Gang auch als Toter über den christlichen Friedhof verboten. Deswegen muß das Kre­matorium an der inneren Biegung des Tan- nenheckerweges gelegen fein und zwar unmittel­bar an der Straße. Von dort aus können die Leichen von Nichtchristen oder Freidenkern in das Krematorium überfiihrt werden. Damit ist verhütet worden, daß von der nächsten Hauptverkehrsstraße, der Holländischen- oder von der Mombachstraße aus

das neue Krematorium

gesichtet werden kann. Wir in Caffel dürfen eben das Beispiel anderer Städte nicht befolgen, in denen hochgelegen der Tempelbau der Feuer- bestattungsstäite sich erhebt und stolz zur Stadt blickt. Still, verborgen, bescheiden und demütig liegt das Caffeler Krematorium an verlaflener Straße, in den Schatten gestellt von der Ge­dächtniskapelle, die daneben errichtet wird. Ein Raum von 70 Quadratmetern steht für das Krematorinm zur Verfügung. Und davon entfallen 10 bis 15 Quadratmeter auf den Raum für Leidtragende, also eine Stätte, die kaum fünfzig Personen Platz gewährt. Für die Größenverhältniffe der Kapelle aber spricht schon, daß eine Empore darin angelegt werden soll, die mindestens sechzig Sängern Aufent­halt gewähren kann. 275 000 Mark kann diese Kapelle kosten, während f:'~ Krematorium lediglich siebzigtausend Mark in Voranschlag gebracht worden stnd. Man vergleiche dazu die Aufwendung, die andere Städte gemacht haben: Mainz und Wiesbaden für das Mainzer Kre­matorium 150 000 Mark, Bremen gleichviel, Zittau 110 000 Mark und Hagen 100 000 Mark. Eine ganz kleine Kapelle ist für die Feuerbestat­tungsanlage vorgesehen worden und

größere Leichenfeiern

muffen daher wohl oder übel in der Gedächt- niskapelle stattfinden. Andersgläubige ober kommen in die allergrößte Verlegenheit. Mit Recht rügte es ein Stadtverordneter, daß der Magistrat die Gelegenheit versäumt habe, sich vom Konsistorium frei zu machen und Herr im eigenen Hanse zu werden. So wie die Dinge nun liegen, bleibt es in Cassel auch im Tode noch bei einer reinlichen Scheidung der Konfessionen. Der Magistrat zuckte gestern bedauernd die Achseln:

Das internationale Ratselspiel.

Die internationale Lage steht wieder einmal weniger freundlich aus. Zunächst hat die Friedensfrage noch immer keine Fortschritte gemacht, die Verhandlungen gestalten sich viel­mehr (wie aus London berichtet wird) sehr schwierig. Londoner Diplomatenkreise zweifeln überhaupt an einem positiven Erfolg der Bemühungen der Mächte, da die Balkan­staaten unerfüllbare Forderungen stellten. Im Gegensatz zu dieser pessimistischen Auffassung wird uns aus Sofia berichtet:

Sos Kasseler Krematorium.

Pflichten der Stadt und Rechte des Kon­sistoriums; abseits von geweihter Stätte.

Die Caffeler Stadtverordneten haben sich gestern abend mit allen gegen eine Stimme im Prinzip da- für ausgesprochen, daß in Caffel eine Feuerbestattungs-An­lage errichtet wird, die mit einer Gedächtniskapelle, einem Ur­nenhain und einer Arnenhalle ver­bunden wird. Die den Stadtver­ordnete« unterbreitete Vorlage wurde jedoch wieder zurückgegebe«.

Das Caffeler Krematorium blickt auf eine bittere Leidensgeschichte zurück und der Kelch ist noch immer nicht zur Neige geleert. Wohl ist der Friede geschloffen worden zwi­schen dem Konsistorium und der Stadt, ein Friede, der drückend und für weite Kreise der Bürgerschaft vollkommen unannehmbar ist. Harte Bestimmungen stellte die Kirche und die Stadt unterzeichnete der Not gehorchend. Denn nicht die Stadt, die für die Unterhaltung ihrer Totenacker sorgt, ist Herrin aus dem eigenen Gelände: Das Konsistorium ist's nach uraltem

nur noch an eine Tragödie, an ein düstres Drama ausgleichender Gerechtigkeit, und wir vergaßen, wie komisch und lustig dies Drama der Weltgeschichte begonnen. Von Lüle-Burgas und Kirk-KÄisse hat nun der Weg des Schicksals nach Tschataldscha, Adrianopel und Skutari ge­führt; die Kanonen donnern wieder, und der Wettbewerb der Siegsdepeschen-Dichter ist zur höchsten Leidenschaftlichkeit gediehen. Sogar die Enkel des Leonidas haben sich zur Heldentat armanxt: Janina ist (durch Verrat) ein Beute- flück des Griechenheers geworden, und vor Skutari und Adrianopel beraten Ferdinands, Peters und Nikitas Kommandierende über den Schachzug des General-Angriffs. Unterdessen sorgen Europas Großmächte sich in nim­mermüdem Tun um des Friedens endliche Ein­kehr, sitzen am Friedenstisch in Londons Re­belmeer sechs Botschafter des Mächte-Konzerns zu undankbarem Tun versammelt, rasselts durch tausend Blätterspalten von Hoffnungen und Beklemmungen, froher Zuversicht und banger Sorge: Sah das zwanzigste Jahrhundert je eine tollere Komödie?

Das Londoner Cityblatt übertreibt nicht: Die Rolle, die den in milliardenschwerer Rüstung starrenden europäischen Großmächten im Kriegshandel am Balkan zugeteilt, unter­scheidet sich in nichts von derjenigen gefälliger und allzeit diensteifriger Laufjungen, und es war in der Tat ein niederdrückender Anblick, die Großmächte alszaghafte Bittsteller" vor den Balkanthrönchen zu sehen, tote sie von oben herab behandelt und mit nahezu verächtlicher Geste abgewiesen wurden. Die zahlreichen er­folglosen Vermittlungsversuche der Groß­mächte bilden ein trauriges Kapitel in der jüngsten Geschichte der europäischen Diplomatie. Als Entschuldung erfand man dafür das Axiom, daß in die Beschlüsse der Balkanstaaten nicht eingegriffen werden dürfe, da sonst das Heiligtum ihrer Selbständigkeit frevelnd an­getastet werde. Das Schlagwort:Der Balkätz. den Balkanvölkern", das ursprünglich bloß einen territorialen Sinn hatte, fand seine An­wendung auch auf das diplomatische Ge­biet, und so geschah es, daß der Sinn ein Un­sinn und die Wohltat eine Plage ward. Die Kleinen wurden groß, und die Großen wur­den klein. Und das geschah, weil Europa zer­fahren, zersplittert und daher gegenüber dem unverantwortlichen Treiben der Balkanier tat­sächlich machtlos war. Von dem höhnenden Schritt des von des Zaren Gnade auf den Thron gehobnen Fürsten der Schwarzen Berge an (der vier Stunden v o r der Audienz, die er den Gesandten der Mächte großmütig gewährte, die Kriegserklärung an die Türkei absandte) bis zum letzten Szenenbild im europäischen Friedensarbeit-Wirrwarr: Eine einzige Kette von Hohn und Spott, eine Serie von Nieder­lagen und ein Potpourri zaunköniglicher Un­gezogenheiten, wie es in der Geschichte fast nicht seines Gleichen hat. Man lächelt heut, wenn man an das Wort zurückdenkt, das am ! Vorabend des Balkankriegs einer der geschah- ' testen Staatsmänner sprach:Es gibt noch ein 1 Europa!" Gewiß: Europa ist noch vorhanden, i aber die Reputation feiner Großmächte-Diplo- matie ist in den Balkanbergen verloren gegan­gen, und der ehrliche Finder hat bisher sich 1 nicht gemeldet.

Man kann die ganze Geschichte dieser Kriegs und dieses wilden Wettrennens um den Frieden ungeheuer komisch finden, in den Ursachen der europäischen Blamage am Balkan vielleicht die Ungeschicklichkeit der Regisseure ( und den Mangel harmonischen Zusammen- <

$er Spion von Hamburg.

Ei» früherer Lehrer als Landesverräter.

Wieder einmal hatte sich gestern das Reichs­gericht in Leipzig mit einer Spionageaffäre zu beschäftigen, die sich gegen einen früheren Leh­rer richtete. Vor dem vereinigten zweiten und dtttten Strafsenat stand der am fünften Mai 1885 in Willischken im Kreise Tilsit geborene Handlungsgehilfe Hermann N a u j o k s unter der Anklage des schweren Diebstahls und des Verrats militärischer Geheimnisse. Naujoks hat zuletzt in Hamburg seinen Wohnsitz ge­habt, bis er verhaftet und in Untersuchungshaft genommen wurde.

Spion im Dienste Frankreichs!

den Großmächten selbst ist, der den Uebermut der über Nacht zum Gottesgnaden- tum der Majestät gereiften Balkanfürstev be­günstigt und genähtt, die Londoner Friedens­konferenz zur auf dem ganzen Erdrund belä­chelten Farce und die Agonie des Türkenreichs zur widerlichen Schaustellung gemacht hat. Als bei Podgoritza Nikitas Kanonen im Früh- rotschein des ersten Kriegstags donnerten, sprachen die Zionswächter des Europäer-Frie­dens in feierlichem Chor: Der status quo dar von keines schwertgewaffneten Frevlers Hand angetastet werden. Wo ist nun heut der status quo? Der Säbel hat das morsche Götzenbild europäischer Diplomatte beim ersten Hieb zer­trümmert. Dann vernahmen wir: Der Balkan gehött den Balkanvölkern! Einigt Euch unter­einander, Brüder, und des Friedens holder Engel Wird den neuen Bund der Völker segnen. Wem gehört heut der Balkan? Der Miß­gunst und dem Machthunger der Bulgaren, Serben, Griechen und Montenegriner, und was aus diesem brüderlichen Handel schließlich an Gefahren emporbrodeln wird, kann Europa verhängnisvoller werden, als alles Andre, das bisher in dieser Weltgeschichts-Tragödie sich e'reignet. In England scheint nun die Er­kenntnis sich zu regen; das Europäer-Bewußt­sein siegt über den Krämergeist brittscher Po­litik, und man empfindet endlich, was Würde und Selbstachtung längst hätten erkennen müssen: Es ist ein Skandal, das Europa un­tätig und duldend zuschaut, wie die Zwerge

> (Von unserm Reichsgerichts-Mitarbeiter.) Leipzig, 14. März.

Hermann Naujoks, der Set Spionage Angeklagte, bestand im Jahre 1905 das Letzter­er am en und war dann in Tilsit und an ver- ; schiedenen kleinen ostpreußischen Ortschaften als Lehret tätig. Da er sich schlecht führte, war seine vorgesetzte Behörde nicht mit ihm zufrie­den, und da er befürchten mußte, aus dem Amte entlassen zu werden, legte er dieses sret- willig nieder. Nach seiner Amtsniederlegung als Lehrer siedelte er nach Hamburg über, um sich eine neue Existenz zu gründen. Er war zu­nächst für eine Versicherungsgesellschaft tätig. Dann wandte er sich an ein Stellennachweis bureau und erhielt dadurch bei der . Werft von Blohm & Voß Beschäftigung. In dieser Stellung machte sich nun Naujoks derjenigen Straftaten fchuldig, wegen derer er jetzt vor dem Reichsgericht steht. Der Eröffnunglbe- schluß legt dem Angeklagten zur Last, sich des vollendeten und des versuchten Verrats militä­rischer Geheimnisse schuldig gemacht zu haben, insofern er in den Jahren 1911 und 1912 Bü­cher, Pläne, Zeichnungen und andere geheim zu haltende Schriftstücke, die Eigentum der Fir­ma Blohm & Voß und der Reichsmarinever­waltung waren, unter Anwendung falscher Schlüssel gestohlen haben soll. Einen Teil der entwendeten Gegenstände hat Naujoks in Pa­ris und an anderen Otten des Auslandes ei­ner ftemden Regierung ausgeliefert oder aus­zuliefern versucht, obwohl ihm bekannt war, daß diese Gegenstände im Interesse bet Sicher­heit des Deutschen Reiches geheim zu halten waven.Die Oefsenklichkeitwurde im Jntereffs der Reichssicherheit für die ganze Dauer der Ver­handlung ausgeschlossen. Im August 1912 machte die Firma Blohm & Voß die Entdek- kung, daß eine ihnen außerordentlich

wichtige Dauvorschrift für Kreuzer abhanden gekommen war. Es wurde nachgesucht und eS ergab sich, daß außer dieser Bauvorschrift noch drei weitere wichtige Bau­vorschriften fehlten. Der Angeklagte hatte sich durch große Ausgaben und seinen leicht­sinnigen Bettehr mit Mädchen verdächttg ge­macht, und es wurde bei ihm eine Haussuchung abgehalten. Es wurden auch mancherlei ihn veckächtigende und sehr stark belastende Sachen bei ihm gefunden, Zettel mit Adressen und der­gleichen, aber er ließ sich nicht zu einem Ge- tändnis herbei. Als seine Geliebte von der Polizei vernommen wurde, fand sich bei ihr ein Koffer, der dem Angeklagten gehörte. In die- em Koffer wurden nun die drei Bauvorschttf- ten, die außer der erst erwähnten abhanden ge­kommen waren, vorgefunden und außerdem noch eine fehr große Anzahl von Sachen, die ich alle auf geheim zu haltende Gegenstände betrcTfertb die Kreuzer und sonstigen Schiffe be­zogen. Der Angeklagte hat dann zugegeben, er die drei Bauvorschriften gestohlen habe, indem er den Schrank, in welchem sie aufbe­wahrt wurden, mit einem falschen Schlüssel öff­nete. Er bat weiter angegeben, daß er bereits eit 1911, feit er bei Blohm und Voß tätig war, und zwar seit Herbst jenes Jahres, geheime Sachen, die ihm in der Lichtpausanstalt zu­gänglich geworden waren, sich angeeignet und gesammelt habe, alles in der Absicht, sie an eine auswärtige Macht weiter zu geben. Weiter hat der Angeklagte zugeben müssen, daß er Ostern 1912 über Köln nach Paris gereist ist und dort einem Agenten der fran­zösischen Regierung die Schriftstücke übergeben und dafür eine erhebliche Geldsumme erhalten hat.

Dreizehn Fahre Zuchthaus!

Für die Verhandlung waren ursprünglich zwei Tage in Aussicht genommen, doch die Ver­handlung nahm einen unerwattet schnellen Au«, gang. Da der Angeklagte während der Haupt­verhandlung ei« Geständnis ablegte, erübrigte

Man ist des Krieges satt! (Privat-Telegram m.l

Sofia, 14. März.

Mit der für heute angesagten Ausgabe der Antwott bezüglich der Friedensver­mittlung der Mächte treten die Verbün­deten tatsächlich in neue Friedensver­handlungen ein. Allgemein ist der Ein­druck, daß sie diesesmal zum Ziele führen werden. Alle Welt ist des Krieges satt geworden und die Bulgaren sind überzeugt, daß es zu keinen weiteren kriegerischen Ope­rationen kommen wird. Im Allgemeinen befestigt sich auch a« maßgebender Stelle die hoffnungsvolle Betrachtung der Lage und die Ueberzeugung, daß der Friede nahe sei.

Vom Kriegsschauplatz liegen folgen­de Meldungen aus Konstantinopel vor: Nach dem amtlichen Kriegsbericht hat sich vom neunten bis zum elften März vor Adrianopel nichts Bemerkenswertes ereignet. Bei Bulair befestigt der Feind gewisse Stellungen. In der Gegend von Tschataldscha fand ein hefti­ger Kampf zwischen einer türkischen und einer feindlichen Abteilung statt, die zurückwei­chen mußte.

Vor einer Entscheidungs-Schlacht?

Konstantinopel, 14. März. (Pri - bat - Telegramm.! Hier liefen gestern Gerückte um, daß der Fall Adrianopels nahe bevorstehe. Diese Gerüchte werden von di­plomatischer Seile aber nicht bestätigt. Es heißt vielmehr, daß vor Adrianopel in den letzten Tagen nichts vorgefallen sei. Bei Bu­lair sind die Bulgaren mit Schanzarbeiten be­schäftigt, was darauf hindeutet, daß für die nächsten Tage eine große Schlacht ermattet wird.

Artilleriekampf bei Medua.

Podgoritza, 14. März. (Privat - Te­legramm.) Der türkische KreuzerHnmi- bije" dampfte nach der Beschießung von Du- razzo nach San Giovanni di Medua ab, wo ein heftiges Attilleriegesecht zwischen dem Kreu­zer und der serbischen Artillerie stattfand. Bei dem Bombardement wurden vier griechische Transpottschifse beschädigt, wovon zwei san­ken. Fünfzig Soldaten wurden getötet.

spiels erkennen, darf aber nicht vergeffen, daß es imgrunde doch nur das europäische Mißtrauen, der Argwohn zwischen