CMerNkueste Nachrichten
Dritter Jahrgang
An Mein Volk.
H. gegen dieses eigentümliche Verhältnis Da „Gräfin Lusy" ihre Macht auch gleich-
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endlich noch vom regierenden Kaiser geschasseu,
der am 22. März 1896, das heißt, am fiinfund- F zwanzigjährigen Jubiläum des neuen Eifer- le:
neu Kreuzes, das Eichenlaub stiftete, das ober-
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kreuz der erfolgreiche Verteidiger einer Festung erhalten. Die zweite Klasse des Eisernen Kreuzes wurde allgemein für kriegerische Verdienste verliehen, die erste ausschließlich für diejenigen bestimmt, die bereits die zweite Klaffe besaßen. Eine Ergänzung des Eisernen Kreuzes wurde
halb des Kreuzes angebracht wird. Besonders interessant aus der Geschichte des Eisernen
Kreuzes ist die Tatsache, das einmal ein Kreuz verliehen wurde, das statt des silbernen Randes einen goldenen Rand hatte. Diese einzigartige Auszeichnung erhielt Fürst Blücher von Friedrich Wilhelm dem Dritten. Sonst wurde das Eiserne Kreuz, als ein Symbol der schlim
D'r: Abrntrnrr eins- Hritplmrnnsfran.
Vor der zweiten Straslammer des Berliner Landgerichts II stand dieser Tage, der Untreue und Unterschlagung angeklagt, der Jmmobilienverwalter Jakob Lemmcn aus Paris. Die Hauptrolle in dem Prozeß sptelte eine Frau von H., die inzwischen geschiedene Gattin eines Hauptmanns. Diese Dame stand in Beziehungen zu einer inzwischen ins Ausland geflüchteten „Gräfin Lusy", die einen ähnlichen Ruf genießt, wie die seinerzeit crschoffene Gräfin Strachwitz. „Gräfin Lusy" hatte großen Einfluß auf Frau von H. gewonnen, der sogar soweit ging, daß sich Frau von H. von der „Gräfin Lusy" mit Messern bearbeiten ließ. Schließlich schritten die Verwandten der Frau
men Zeiten von 1813, nur in seiner schlichten Form verliehen, und die Zahl der Verleihungen in den Kriegen von 1813 und 1870/71 beweist, daß Krieger- und Heldentat im deutschen Volke zu allen Zeilen dankbare Würdigung gefunden hat...! E. G.
die Stimme des Volkes befragen, die vernehmlich und deutlich aller Orten spricht." Und Kotzebue meinte in einer Flugschrift: „Einem alten treuen Bedienten erlaubt man ja wohl ein Wort mitzusprechen, aber das treue Volk soll immer nur schweigen? immer nur fechten? immer nur geben? und nie mitreden? Das ist eine sehr engherzige oder sehr zweideutige Politik."
Die Enttäuschung zog durchs Land; die Bitternis über unerfüllte Hoffnungen des Volks, über den Sieg der Engherzigkeit und über den Triumph der Schwäche erfüllte die Herzen, und nach dem stolzen Jahr achtzehnhundertdreizehn, das ein Volk auf der Höhe seiner edelsten Tugenden gesehen, folgte das Jahr neuer Sorge, neuen Kummers und neuer Bitternis: Der Lorbeer von achtzehnhundertdreizehn drohte zu versinken in den Dürftigkeiten und Schwächen einer Regierung, deren Größe die Stunde des Volkstriumphs kaun^ überdauert. . .!
Deutschennrorde in Bolivia.
Argentinische Blätter berichten über einen noch nicht ganz aufgeklärten Mord an zwei in Bolivia ansässigen Deutschen. Danach wären Mitte Januar zwei deutsche Angestellte von der Estancia Villa Montes im bolivianischen Chaco mit einem Peon (Knechts aufgebrochen, um in das Innere des Chaco vorzudringen und Indianer als Arbeiter für die Estancia anzuwerben. Die beiden Herren, Walter Kubsch und Hans Wcrner-Hampe, hätten in sechs bis acht Tagen wieder zurück sein müssen; als zwanzig Tage nach ihrem Ans- marsch verstrichen waren, wurden Nachforschungen angestellt, bei denen es sich nach Aussage von Indianern ergab, daß die beiden Deutschen mit dem Pco von den Chaco-Jndianern ermordet worden waren. Angeblich hätte ein norwegischer Forscher, genannt wird Norden- fljöld, den beiden Landsleuten schon früher dringend abgeraten, sich in die Jagdgründe der Indianer zu begeben, die als sehr^ fremden- feindlich gelten. Trotzdem scheinen die beiden Herren, der Warnungen ungeachtet, die gefährliche Fahrt unternommen zu haben, auf der sic das Schicksal ereilte.
- die Erwerbung des Kreuzes *
k maßgebend waren. Der Wert des Großkreuzes ; als einer ganz besonderen Auszeichnung wurde dadurch erhöht, daß es ausnahmslos nur iS für eine gewonnene Entscheidungsschlacht verliehen wurde, das heißt, der Auszuzeichnen^e mußte entweder den Feind aus einer ■eilen Stellung vertrieben ober eine wichtige ^ertung genommen haben. Außerdem konnte das Groß-
Dar Kreuz von Bifen.
Hundert Jahre seines Bestehens.
fecutic Montag wird im ganzen Deutschen Reich die bundertjährige Wiederkehr des Tages gefeiert werben. an dein unfcr berühmter Kriegs, erben, das .■Eiserne Kreuz", gestiftet wurde. An oiesen Lrden luüpsen sich so viele hervorragende Heldentaten deutscher Söhne, baß aus Anlab des hundertjährigen Jubiläums des Ordens es sich wohl geziemt, einige nähere Mitteilungen über die Entstehung und Entwicklung dieser preußischen Kriegsauszeichnung, die sicher oll. gemeinem Znteresse begegnen werden. ,u machen.
Das ursprüngliche „Eiserne Kreuz" bestand aus einem breiten Kreuz, dessen Ränder mit einer Einfassung aus Silber versiert waren. In der Mitte befand sich als Schmuck ein -Ornament aus drei silbernen Eichenblätteru. Der obere Balken des Kreuzes trug die Jnitiabn F. W. des Königs Friedrich Wilhelm III., der untere Teil die Zahl 1813. Es gab drei Klassen des Ordens: Das Großkreuz, die erste und die zweite Klaffe. Tas Großkrcuz wurde um den Hals getragen. Es war doppelt so groß als das Kreuz der anderen Klassen und wurde an Militär- und Zivilpersonen verliehen. Militärpersonen trugen das Kreuz am schwarzen, weißgerandcten Bande, Zivilpersonen am Weißen, schwarzgerandeten Bande. Die Kreuze der ersten und zweiten Klasse wurden an entsprechenden Bändern im Knopfloch getragen. Die Ritter der ersten Klasse erhielten dazu ein kleines Kreuz, das auf der linken Seite der Brust zu tragen war. Zunächst wurde nur die zweite Klaffe des „Eisernen Kreuzes^ verliehen, die erste Klasse erhielten nur diejenigen, die bereits mit der zweiten ausgezeichnet worden waren.
" Im Jahre 1841, am Geburtstage Friedrich H Wilhelms des Dritten, wurde durch
König Friedrich Wilhelm den Vierten
I mit dem Eisernen Kreuz eine Stiftung ver - bunden. Es wurde angeordnet, daß die Ritter
A »es Eisernen Kreuzes aus Lebenszeit cin.u Ehrensold erhalten sollten. Die Stiftung wandte sich jedoch nicht an alle Ritter des Kreuzes, son- U Bern nur an die Senioren. Von den Rittern " der ersten Klaffe erhielten zwölf Senioren vorn * Offiziersstande und zwölf Senioren vom Sol- M- datenstande im Jahre je 150 Taler, von dm - Rittern der zweiten Klaffe je 36 Senioren vönt M Offiziers- und Soldatenstande 50 Taler jähr- M sich. Voraussetzung war, daß die Ritter M ihren Wohnsitz in Preußen hatten. Diese Stis- k; tuna besteht noch heute. Jrn Jahre 1870 lebte der Orden vom Eisernen Kreuze, der ursprüng- BT lich im allerengsten Zusammenhang mit den Befreiungskriegen stand, wieder auf. Am Tage M der französischen Kriegserklärung, am 19. Juli S 1870, verfügte König Wilhelm der Erste eine Erneuerung des Ordens vom Eisernen Kreuz. Die Grundlage der Bestimmungen blieb die | gleiche. Die bisherigen Äuszeichnungen wurden in derselben Klasseneinteilung mit denselben Ehrenzeichen und Ordensbändern beibehalten. Die Kreuze wurden lediglich für ihren £ neuen Zweck etwas umgestaltet. , In der Mitte M, wurde ein W, darüber eine Königskrone, ange- Üb bracht, und statt der Jahreszahl 1813 wurde | 1870 gesetzt. Gleichzeitig wurden genaue Be-
M dingungen bekannt gegeben, die für
öe wenig für Mein treue« Volk, a!« für Deutsche, bedarf.«« eurer Rechen» schast über die Ursachen de« Kriege«, welcher jetzt beginnt. Klar liegen sie dem unverblendeten Europa vot Augen.
Wir erlagen unter der Uebermacht Frankreich«. Der Frieden, der di« Hälft« meiner Unrerchanen mir entriß, gab un« fein« Segnungen nicht; denn er schlug un« tiefere Wunden, al« selbst der Krieg. Da« Mark de« Lande« ward ausgesogen. Di« Haupt-Festungen blieben vom Feinde besetzt, der Ackerbau ward gelähmt, so wie der sonst so hoch gebracht« Kunstfleiß unserer Städte. ' Di« Freiheit des Handels warb gehemmt, und dadurch die Quelle de« erwerbt« und des Wohlstände« verstopft. Das Land ward ein Raub der Verarmung.
Durch di« strengste Erfüllung eingegangener Verbindlichkeiten hoffte ich, meinem Volke Erleichterungen zu bereiten und den französischen Kaiser endlich zu überzeugen, daß es sein eigener Vortheil sey, Preußen seine Unabhängigkeit zu lassen. Ader meine reinsten Absichten wurden durch Uebermuth und Treulosigkeit vereitelt, und nur zu deutlich sahen wir, daß de« Kaisers Verträge mehr noch wie seine Kriege uns langsam verderben mußten; j«N ist der Augenblick gekommen, wo alle Täuschung über unfern Zustand aufhbrt.
Brandenburger, Preußen, Schlesier, Pommern, Litthauer! Ihr wißt, was ihr feit 7 Jahren erduldet habt, ihr wißt, waS euer trauriges Loos ist. Wenn wir den beginnenden Kampf nicht ehrenvoll enden, erinnert euch an die Vorzeit, an den großen Kurfürsten, den großen Friedrich. Bleibet eingedenk der Güter, die unter ihnen unser« Vorfahren blutig «rkämpftrn, Gewissens» freibeit, Ehre, Unabhängigkeit, Handel, Kunstfleiß und Wissenschaft. Gedenkt de« großen Beispiels unserer mächtigen Verbündeten, der Russen, gedenkt der Spanier und Portugiesen, selbst kleine Völker sind für gleiche Güter gegen mächtigere Feinde in den Kampf gezogen und Haden den Sieg errungen, erinnert euch an die heldenmüthigen Schweizer und Niederländer.
Große Opfer werden von allen Ständen gefordert werden, denn unser Beginnen ist groß, und nicht gering die Zahl und die Mittel unserer Feind«. Ihr werdet jene lieber bringen für bat Vaterland, für euren angeborenen König, al« für «inen fremden Herrscher, der, wie so viele Beispiele lehren, eure Söhn« und eure letzten Kräfte Zwecken widmen würde, die euch ganz fremd sind. Vertrauen auf Gott, Ausdauer, Muth und der mächtige Beistand unserer Bundesgenossen, werden unseren redlichen Anstrengungen siegreicheir Lohn gewähren!
Aber welche Opfer auch von einzelnen gefordert werden mögen, sie wiegen die heiligen @*er nicht auf, für Die wir sie hingeben, für die wir streiken und siegen müssen, wenn wir nicht aufhören wollen Preußen und Deutsche zu seyn.
ES ist der letzte entscheidende Kampf d«n wir bestehen, für unser« Eristenz, unsere Unabhängigkeit, unfern Wohlstand. Keinen andern Ausweg giebt es, als einen ehrenvollen Frieden, oder einen ruhmvollen Untergang. Auch diesem würdet ihr getrost entgegen gehen, um der Ehre willen, weil chrlo« der Preuße und der Deutsche nicht zu leben vermag. Allein wir dürfen mit Zuversicht vertrauen, Gott und unser fester Wille werden unserer zerechteu Sache dm Sieg verleihen, mit ihm «inen sicheren glorreichen Frie- ’)t$, und die Wiederkehr einer glücklichem Zeit.
®tt£l.8u, den l7>tnMärz iziZ.
Friedrich Wilhelm,
1. Beilage.
Dienstag, 11. Marz 1913.
hatte, im Jahre 1807, weil er die Abschaf- funa der Kabinettsregierung gefordert hatte, von Friedrich Wilhelm dem Dritten als Minister entlassen wurde. Der König schrieb ihm:
„Ich habe zu meinem Leidwesen gesehen, daß Sie als ein widerspenstiger, trotziger, hartnäckiger und ungehorsamer Staatsdiener anzusehen sind, der, auf sein Genie und sein Talent pochend, weit entfernt, das Beste des Staates vor Augen zu haben, nur durch Kapricen geleitet, aus Leidenschaft und persönlichem Haß und Erbitterung handelt. Dergleichen Staatsbeamte sind aber gerade diejenigen, der Derfah- rungsart am allernachteiligsten für die Zusammenhaltung des Ganzen wirkt. Ich muß noch hinzufiigen, daß, wenn Sie nicht Ihr re- spektwidriges Benehmen zu ändern gewillt sind, der Staat keine große Rechnung auf Ihr« ferneren Dienste machen kann."
Acht Monate später wußte der König sich keinen anderen Rat, als Steht wieder in sein Amt zuriickzuiufen. Wie man jedoch im Volke über den großen Staatsmann dachte, erhellt aus einer Episode, die Pertz in seiner Biographie erzählt:
„Tas Ansehen, das Stein in dieser Wendezeit der deutschen und europäischen Geschicke genoß, das Vertrauen, welches er als der treibende Geist des Bundes, als Deutschlands Mtterretter seinem Volke cinflößte, spiegelt sich in der Tatsache, daß Offiziere der verbündeten Heere den bekannten Professor der Geschichte und des Staatsrechts, Nicolaus Vogt, in Frankfurt aufsuchten und ibm die Frage stellten: Ob Stein nach den Reichsgesetzen zum Deutschen Kaiser gewählt werden könne? Eine Frage, die Vogt, Metternichs ehemaliger Lehrer, unbedenklich bejahte."
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Dann kam, Anfang 1814, der Friede und mit ihm die Hoftnungen- „Worauf die ganze Nation sieht ' (schrieb Görres im Juni im Rheinischen Merkur», ist die Weise, in der geherrscht werden soll, und was man tun wird, um sie innen frei und glücklich, und außen stark 'und geehrt zu machen. Man soll nicht alau- ben, daß es getan ist mit gewöhnlichen Traktaten und leeren Worten; die Völker haben in der Tat geleistet, in der Tat wollen sie auch den Lohn empfangen. Etwas Ganzes und Rechtes soll da werden, und man soll dabei
Line hrldin aus großer Leit. , Unter den Frauen, die aus Begeisterung für den Befreiungskampf von der französischen Herrschaft selbst zu den Waffen griffen und in den Befreiungskrieg zogen, ist, wie uns geschrieben wird, in den mancherlei Veröffentlichungen der letzten Zeit eine Heldenjungstau nicht erwähnt worden. Dies ist Dorothea Sawosch aus Ritterkeutsch bei Gubinnen. ■ Sie war, als der Austuf Friedrich Wilhelms des Dritten an das Volk erscholl, in heller Begeisterung ihren Eltern entlaufen und hatte sich als Gemeiner beim westpreußischen Landwehrkavallerie-Regiment einreihen lcffen. Mit diesem Regiment zog sie ins Feld und nahm! an einer Anzahl von Kämpfen teil. Sie tat sich durch ihre Gewandtheit und ihren Mut fo hervor, daß niemand auf den Gedanken gekommen wäre, ein Mädchen vor sich zu haben. Später erlitt sie dann einen Sturz vom Pferde, sodaß es ihr nicht möglich war, weiter bei der Kavallerie zu dienen. Sie diente darauf im westpreußischen Landwehr-Regiment als Infanterist. Auch nach Beendigung des Krieges blieb sie ihrer Rolle als Mann treu. Sie wurde zunächst Pferdeknecht und später Kellner. Die Männerkleider legte sie erst ab, als eines Tages die Liebe in ihr Herz zog. Sie heiratete dann und wurde die glückliche Mutter von vier Kindern.
Ganz anders war die Zuversicht in den u n - ter en Schichten. Klein notiert aus Försters Geschichte der Befreiungskriege folgende Einzelheiten:
„Der erste Geldbetrag war vom Schneidermeister Hans Hofmann in Breslau, 100 Taler."
„Von Waldenburg sind dreizehn Bergleute und Bergeleven als Freiwillige angekommen. Die dortige Knappschaft hatte 221 Taler zu ihrer Ausrüstung zusammengeschoffen."
„Der Erb- und Gerichtsschulze Joseph Lanz- feld aus Weisclsdorf brachte ein schönes Kavalleriepferd mit der Erklärung: Fünf Stuck haben mir die Franzosen mitgenommen, so will ich ihnen das sechste nachschicken."
„Zwei goldene Trauringe mit den Motten: Wir haben durch des Kriegs Unglück alles verloren, nichts blieb uns übrig, als unsere Trauringe, hier sind sie mit Freuden. Der Kupferschmied Seeling und seine Frau."
„Von drei patriotischen Dienstmädchen: Ein silberner Becher, eine silberne Nadelbuchie, sieben Medaillen und fünfundzwanzig Taler.
„Der Schuhmacher Valentin: Drei Paar neue Stiefel und zehn Taler."
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Von der Art, wie zu derselben Zeit von den Behörden die führenden Geister Deuftch- lands behandelt wurden, gibt Klein durch folgende Notizen eine Vorstellung: -Arndt beißt in den Akten der „berüchtigte Vieftchreiber", G 0 e r r e s „ein gedungener Journalist"von Niebuhr, der den „Preußischen Correipon- dent" herausgab, wird gesagt: „Herr Niebuhr, bisher nur bekannt durch eine in barbariichem Stil geschriebene Römische Geschichte, tritt ... ganz unvorteilhaft, als politischer schriftsteller und Hofpublizist auf." Die Schreibart Niebuhrs sei „ein abschreckendes Beispiel preußischer klassischer Bildung". In den ichansien Konflikt mit der Zensur geriet Schleiermacher.
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Freiherr vom Stein schreibt in seinen Lebenserinnerungen von der Begeisterung des preußischen Volkes und fähtt dann fort: ,
„Wohl teilten diese Gefühle alle übrigen Teile von Deutschland, nicht aber deren. Fürsten und Kabinette und nicht deren Offiziere: denn diese schlugen sich mit großer Bitterkeit unter den Fahnen des sremden Herrscher», stolz auf Knechtschaft." . , .
Vielleicht ist es nicht ungelegen, auch wieder einmal an die Art zu erinnern, wie stein, dem Preußen in jenen Zeiten fast alles zu danken
Za« Zahr der Befreiung.
Sie Volksbewegung vor hundert Jahren.
Will man bte Triebkräfte: unb bi: Vorgänge bet ganzen Epoche von Preußens Erhebung wahr, haft kennen lernen, fo nehme inan das soeben erschienene. vortressliche Buch von Tim Klein (..Die Befreiung von 1813, 1814, 1815", Urtunben, Beweise unb Briefe mit geschichtlichen Berbindungen von Tim Klein, Verlag von Wilhelm Langewiesche- Branbt. Elenhausen bei München) zur Hand, in dem die Jahre 1813 bis 18'.5 im Spiegel der besten Enteilen, der zeitgenössischen Dokumente, an uns vorüberztehen. Einiges davon sei hier herausgehoben, „... Die preußische Nation (sagt der märkische Edelmann von der Marwitz in seinen Lebenserinnerungen) stand auf einer ganz anderen Stufe als ihr König und sein Ministerium. Sie leistete nun, was ich 1805, 1807 und 1811 (jedesmal unter verschiedenen Umständen, aber doch immer zu dem nämlichen Zweck) gehofft und zu bewirken versucht hatte, und so riß sie den König mit sich fort." lieber die Stimmung Ende 1812 erzählen dieselben Memoiren:
„Das Volk jubelte und harrt mit Ungeduld auf den Augenblick, wo ihm würde erlaubt sein, über die durchziehenden Franzosen herzufallen und sie alle totzuschlagen. Es erwartete reden Augenblick, daß der König sich erklären wurde. Hardenberg jubelte auch, glaubte aber, mit Napoleon sei es vorbei, und man werde nun durch Demonstrationen und durch Traktate alles erhalten können, was man nur wolle. Der König entsetzte sich, denn er merkte, daß eine Zeit des Handelns kommen werde, und beschloß, seinen gewöhnlichen Gang zu gehen, nämlich: Nichts zu tun und das Ende abzuwatten."
Und wie stand es, als der patriotische Enthusiasmus bereits hell ausloderte? „Der König in Breslau hatte sich inzwischen keineswegs entschlossen. So viel hatte er, wahrscheinlich durch die heilbringende Nähe Scharnhorsts, begriffen, daß er sich rüsten muffe. Er rief also unter dem dritten Februar die ganze Jugend seines Landes auf, um als Freiwillige in sogenannten Jägerdetachements zu dienen. Ich weiß es ganz gewiß, daß er keineswegs erschlossen war, diese Freiwilligen gegen Frankreich zu gebrauchen; ja, er glaubte nicht, daß welche erscheinen würden! „Freiwillige auf- infen," sagte er, „ganz oute Idee; aber keiner kommen" ...!*
zeitig auf das Vermögen und die Schmucksachen der Frau von H. ausgedehnt hatte, wurde der jetzige Angeklagte Lemmcn zum Bevollmächtigten der Frau von H. ernannt, um jene Vermögensstücke zurückzuerlaugen. Dabei ließ er auch tausend Mark in die eigenen Taschen wandern. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu neun Monaten Gefängnis unter Anrechnung von zwei Monaten der Untersuchungshaft.
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Gin Drama im Hotel.
Im Eisenbahnhotil zu N yk ö b i n g auf bet Insel Falster wurde fwic aus Kopenhagen lerkftet w r d) ein deutsches Ehepaar tot aufgesunden, das Mittwoch im Houl ab gestiegen war. Der Mann war etwa 50 Jahre alt und die Frau 30 Jahre. In das Fremdenbuch hatte sich das Paar als Ingenieur Richard Gröning und Frau aus Leipzig eingetragen. Gestern früh teilte ein Reisender dem Hotelwirr mit. daß er in der Nacht im Nebenzimmer, das von dem deutschen Paar bewohnt wurde, einen Schuß habe fallen hören. Der Wirt ließ sofort dir Tür ausbrechen, und man fand den Ingenieur Gröning entkleidet und tot auf dem Fußboden liegen, während feine Begleiterin gleichfalls tot und nur halb angekleidet im Bett lag. Auf dem Tisch lagen drei Briefe. In dem einen an die Polizei gerichteten Briese bittet Gröning diese, ihre Namen nicht zu veröffentlichen. Ueber das Motiv der Tat gibt der Brief, ebenso wie die beiden anderen keine Aufklärung.