Caffeler Abendzeitung
3. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
Mittwoche IS» Februar 1913
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 64
tritt.
vor
Balkan-Krise folgende Draht-Meldungen Bukarest, 18. Februar.
Der Ernst der Lage.
Die Situation auf dem Balkan.
Vie Kölnische Zeitung bringt zu der durch
Hilfe zu bringen. D'.e Führung der u wird Staxrud oder Hool iibernehmen.
lPrtvat-Telegramm.) Budapest, 18. Februar.
Uwer ungeheurem Andrang des Publikums begEgestern vor den hiesigen Gerichten der Prozeß wegen Verleumdung, den der ungan- icke Ministerpräsident Luka cs gefle« den Führer der Kossuthschcn ?bposttion, Dew, angestrengt hat. Desy war früher Staatssekw- tär und hatte in den stürmischen Sitzungen des Abgeordnetenhauses im verflossenen Herbst dem Ministerpräsidenten zugerusen. er habe vier Millionen Kronen Staatsgelder ihrer Bestimmung entzogen. Spater
Dezember durch di- Vermittelung der P arg er Filiale der Wallstreetfirma Raimond Pyncko« & Co. achttausend amerikanische Bahnaktien unter Ausnutzung der politischen K on st e l l n t i o n täglich handelte Als infolge russisch-österreichischen Krieges
von Jahren bestehen bleiben. Auch ein Reichs- Kalimonopol Hai bekanntlich Gnade vor den Augen deS Kanzlers und des Schatzsckretars
ral der Kavallerie ----- a.
hinter die Kulissen getan hat, und fuhrt aus. Vermehrung der Kavallerie, wesentliche Ver- stärkungder Eiats bei der Artillerie, Neufor-
6,tl'.Ve«: Di- i»l« l*»*i Angebote könnten den Anlaß zu. einem weste, ren unmittelbaren Meinungsaustausch bieten. Wenn eine Einigung hierdurch Nicht zuErzielen ist, s° ist als. ^sicher anzunehmen, daß vor d m
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Fünf- bis sechshundert Millionen.
Paris, 18. Februar. (P r i v a t - T e l e - gramm.) Die Regierung läßt erklären die Mitteilungen der Prcffe über d,e geplante . ftärl ig der Rüstungen seien verfrüht. Eine | Cinigung sei in den Hauptpunkten erz.ett wor- j den doch seien die Einzelheiten der Vorlage ! «och nicht ausgearbcitct. Der Kammer werde indeffen noch vor Ostern bezüglich der Ruftuw gen eine Vorlage zugehen, deren Kosten sich auf fünfhundert bis sechshundert Millionen Francs belaufen werde, die aus vier Jahre verteilt werden sollen.
b^aeSm^ d« «"
heutigen Dienstag unter Pomcarös Präsiden^ schast stattfindet, wird sich mit dem Ausglc ch bei Stärkeunterschiede _des„^stcanzosischen u -
rend gewesen, wie kaum zu einer Zeit vorher.
Die Anion auf der Wacht.
Washington, 18. Februar. (Privat- Telegramm.) Präsident Taft erllarte gestern in Beantwortung einer Anfrage, daß die Landung ameriaknischer Truppen tn Mexiko vorläufig nicht erforderlich geworden sei. An verschiedene Schiffsstationen an der atlantischen Küste ist aber gestern der Befehl ergangen, kleinere Abteilungen von Seesoldaten nach Philadelphia zu entsenden, wohin ei« Transportdampfer beordert ist. Es sollen zweitausend Mann dort zusammengezogen werden, die nach Guatanamo gehen werden. Staatssekretär Knox hat alle Konsulate in I Mexiko angewiesen, der Bevölkerung klar zu ,nachen, daß die Politik der Vereinigten Staaten Mexiko gegenüber unverändert sei.
Exzellenz Macs als Mger. Ein politischer Sensationsprozetz in Angar«.
aller Eile an die Ausfuyrung w > v - aramms herangegangen werden und schlimm- 5 soll auch die Privatindustrie zugezog n werden. Eine feste Frist ist nicht gestellt. Em anderer Vorschlag betrifft die
Effektivstärke der Armee.
Der Minister wird hierüber ein besonderes Programm verlegen. Es ist bereits beschlossen, welche Reformen notwendig sind und enorder- lichenfalls ohne Genehmigung der Kamme, \ su?geführt werden können. Es b«-adelt sich diesem Falle um diejenigen L;ute, die m administrativen Zweigen der Heeresv-rwaltung beschäftigt sind, wie Krankenpfleger, Backer und Sanitätssoldaten. Der Kriegsminlster ist beauftragt worden, die Resultate zu studieren und die notwendigen gesetzlichen Vorschriften auszuarbeiten. Diese Proposttionen sind dem Ministcrrat vorzulegen. Man glautt die &V sung in der Rückkehr zur drerlahrigen «Dienstzeit zu sehen, sei es entweder eme dreijährige Dienstzeit sür gewisse Gattungen von Truppen oder eine d r e i ß i g m o n a t i g e Dienstzeit für aIIc Waffen, oder eme Komb^ Nation beider Systeme. Man glaubt aber, datz die dreijährige Dienstzeit vorgez^n werden
die SiMation am Balkan geschieneni tionalen Lage eine offiziöse SUndgaoe aus Berlin, in der es heißt: Die Aussicht auf eine direkte Einigung zwischen Bukarest und
Auch unsere Nachbarn rüsten!
Eine neue Militärvorlage in Frankreich.
Wie uns aus Paris berichtet wird, der - lautet in dortigen gut unterrichteten pol tischen Kreisen, daß im Laufe der nächsten Woche om- ,:ene Vorschläge, die die Erhöh« n g d e s euu ”1.18 irn ->»»- •»«.*! I$g.| fischen Regierung vorgelegt werden sollem Diese Projekte sind bereits vor drer Wochen beraten worden. Im letzten Mmlsterrat, der am vorigen Freitag stattfand, beschäftigte man sich mit der Anforderung ^es sofortigen «Kredits von siebzig bis “4018 Millionen Franks. Diese Summe soll tag hfitiimtit fein, noch vor Ende des Jahres eine
Verbesserung^ nicht zu machen' ist, dann wird! für eine neue Halfsexpeditionein Schiff zur I ^e "und^der fichanisc^Gefandte^wur-
a7^ eine in de Furcht vorm Verhängnis Verfügung gestellt. In vierzehn Tagen soll Ser W ihren Dienstwohnungen
frömm und wohlgefällig wandelnde Regierung diese Expedition von Tromso abgehe^ um der den um -z g Gefecht in Mexiko
Sr<SÄf»«Ua»£ daß.htstig «eWert murta
Apfel zu beißen und dem Reichstag den Erb. schaftS. oder Vermögenssteuer Plan zu präsentieren.
der Vogesen gleichwertig bleiben soll.
Der .gewisse Besitzwechsel-, von dem General Bernhardt spricht, macht dem Reicy - schatzsekretär Kühn Nicht wenig Sorgen In zehn ^aaen mutz das Reichsschatzamt sich schlüssig werden, denn schon sür Anfang Marz wird die fixeres- und Deckungsvorlage vom Bun- verlangt. Gegen den Vermogenszu- -Steuerentwurf haben sich bis jetzt ins-
• ! ■___... x am KUHrt nPfts
des deutschen Heeres beschädigen nno rische Wortstihrer von Paris sprechen bereits von lump gen fünfhundert Millionen Francs-, die jährlich für das Heer bewilligt werden wenn es dem des Nachbars ostwärts
Roch eine Hilfexpedition für die Forscher.
Chriftiania, 18. Februar. i.P r i Sat- Tele gramm.) Gestern wurde hier eme Konferenz abgehalten, an der der deutsche Ges<.ndte 1K.* -,.sitotof «•«v.-Ä*:.‘S
Aufwendung ihrer poNttsche« iAac )t riff. selbst vrivaie Vorteile sichern, daß e? aber nicht .Panama" ist, wenn auf.privatem Wege Geld verlangt und öu politischttt Zwecken verwandt worden ser. Das G. . wollte sich gestern zuerst ledig ch auf ein Bc
I N,»isnerfabren über private Iinrerseiueife IssXÄ“» "ä« L «toi d-i. wohnte,' 'wurde daraufhin auf heute vertag ^ Der Verteidiger des Angeklagten c, wolle. den.Wahrh-itsbeweis
wenigstens einigermaßen Der «uge.»».^» E zu nahem), Aufstellung zahlreicher Rad- kabrerkompagnien, erhebliche Modemiftemng und Neubeschaffung von Trams und Kolonne^ Wie soll das alles mit hundert Millionen jährlich geschaffen werden?
' Der General kommt auf die berüchtigten fünF Milliarden zurück, die angeblich jährlich | » D,Mch-°»d M W »»d w-rd-n. und m«mt, du» d-, Selbe das für Heereszwecke angeregt werte. Hur cin gewisser Besitzwechsel" stattsmde, weil der arößte. Teil der für die Armee ausgegeoe- nen Summen immer wieder in die Taschen der Steuerzahler zurückströme. Unter diesem Ge-! sichtspunkt hat das KriegsmiNistermm auch alle Scheu verloren und diejenigen Vorbereitungen aetroffen die uns in einigen Jahren Frank' reich gegenüber die militärische Ueberlegenheit sichem die dem VerhälMis der Bevolkerungs- zabl entspricht. Den Franzosen, die nun sehen, daß im Deutschen Reich mit der allgemeinen Wehrpflicht wirttich Emst gemacht wird, ist «e «««« 6««e8«od««;lto8£«W".Ä”s„,■
War tun, sprach Mr...?
Deutsche und franzöfische Rüstungen.
Nach mancherlei Seufzem der Verzweiflung f« nun am gestrigen Montag die neue J i - tärvorlage aus dem KriegsmiNistermm m das Reichs schatzamt hinübergewandert, unö
Heeresresormen
die im Budget für «me grossere Anzahl von wahren vorgesehen sind. Der Zweck dieses Pro- aabm für Heereszwecke. „Damit ist die toaaje i g^mms ist, die Reformen in emet bestuniM schreibt nun aber der Gene- P^iode ähnlich tote bet den de Aschen IU- Bemhardi, der einen Blick litälüDItagcn von 1911 und 1d12 durchzus.h .
. ...... weiterer Kredit von fünfhundert
Millionen Franks soll dazu dierwn das K r i e g s m a t e r i a l, auszubauen^ Es soll m
Der Botschafter als Spekulant?
Rewyork, 18. Februar. (Pr ivat-T elc- aramm) Die Klage der Newyorker Maffer- ffrma gegen den amerikanischen Botschafter in Verl,« Leishmann (über die wir bereits gestern telegraphisch berichteten) wachst sich zu einem wahren Skandal «»8. Es ist, nach einer Meldung auS ^^Y°rkfestgestelltwor- sptt hflft seifvman vom 14. November bis 11.
antreten
"V" b-weisen. daß der Angekiagre nur im öffentlichen Interesse gehandelt habe. Er wem. beweisen daß der Ministerpräsident Lukacs tm
hVa Rohres 1910 vor den Reichstags- Wahlen^ be? dem Abschluss mehrerer Verträge
»ÄÄ w». ,°>.d
nen NuYen . b Vertrag
iffif «SfSraVg«
sst stÄ-a- »ÄSy'S ’U finden Ter Ministerpräsident habe diese fKÄ'ä’ÄÄ“? I Wahlzwecken verausgabt wurden.
Europa keinen größeren Panamlsten als Herrn von Lukacs. Lukacs habe im ^ahre 1910 einen Vertrag über das Salzgcfalle unter der Bedin auna erlangt, daß die Ungarische Ban!^ tret Millionen Kronen bezahle. Auf seine Weisung seien diese drei Millionen Kronen in die Wahlkasse der Regierungspartei gezahlt worden. Auch einen Vertrag der ~ ank mit dem Staat über die Unterstützung von Hattsindustriearfikeln soll Lukacs 1910 gegen Zahlung von 150 000 Kronen tn die Wayllaffe
Reaiemngspartei erneuert haben. Die I Spannung, mit der ^m Beweisverfahren vor dem Gericht entgegengesehen wird, nt unge heuer In der Regierungspresse wird der I rstnnbbuttft hervorgehoben, daß unte- dem
M»^Nanama" nur solch- Handlungen von BÄS? !->«". toli d-n-n
denkt man im Reichsschatzamt daran, den zum Gesetz gewordenen .Antrag Erzberger-Basser- mann" in der Richtung zu ändern, daß die Einnahme« aus der Besitzsteuer ausichlietzlich zur Deckung der durch die Heeres Vorlage cntstehmden Kosten verwandt werden ■ Die Zuckersteuer, auf deren Aufhebung mcm tm
Hiobspost aus Mexiko; Taufende von Opfer«!
Newqork, 18. Febmar. (Privat-Tele- 6tamm.) Tie letzten Depcschendes amerikanischen Botschafters Wilson bezeichnen dw Lage in M e x i k 0 als e n t s e tz l i ch. Die Zahl der ,Toten und Verwundeten sei ungeheue . Das amerikanische Botschastsgebaude wurd. _ hrohenbcn I wiederholt von Granaten aetroffen, desgleichen! ocs dr h
Staatssekretär Kühn sitzt letzt mtt feine -^ mngsstab vor den Zahlen, um die Mittel. y oie Durchfühmng der allgemeinen Wehrpflicht aus reichlich fließenden Steuerquellen zu gewinnen. Wie der Reichskanzler soeben in der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung feststellen läßt, hat der Kriegsminister bei den neuen Heeressordemngen keineswegs angetrieben werden müssen, und Herr von Heeringen ist I auch tatsächlich aus eigenen Smcken zu Eigeb^ , rtiffen gekommen, die in ihren Umri ßen Aufforderungen entsprechen, die 'N dring fi fier Weise unter der Hervorhebung von mam cherlei Unterlassungssünden an ihn gfftelli^wor- d-n sind. Ein KriegsntlNister nimmt imtnet, was er bekommen kann, und da die Lage für ihn unter den herrschenden Verhältnissen guw stig ist, so greift er wacker zu. Man sprach bis her von hundert Millionen jährlicher Mehraus- für cZeeres,wecke. „Damit ist die «ache
Die rumänische Regierung will die Mächte davon benachrichtigen, daß die VeA>and- langen in Sofia einen sehr wenig befriedigenden Fortgang nähmen, und daß sich die rumänische Regierung vielleicht vor die Notwendigkeit gestellt Me, militärisch e Maßnahmen zu ergreifen. Diese Nachrichthat einen außerordentlich grosten E!- drnck gemacht. Es läuft auch das Gerücht um daß die rumänische Regierung sich mn 5’ Absicht trage, ihren Geschäftsträger .n Sofia abznbernfen.
Sofia, 18. Februar.
Die rumänische Antwort wird hier allgemein mit großer Spannung erwartet. Tw Abtretung der Festung S.listr.a wird „18 unmöglich bezeichnet. Die Yleligen vip-.rmatisSst-r Kreise haben jede Hoffnung aus eine Verständigung so aut w.c auf gegeben. Weiter wird bekannt, daß Rumänien entschlossen sei, an Bulgarien cm Ultimatum zu stellen und daß ein ruma »i7« .
meidlich sei, wenn Bulgarien auf seinem ablehnenden Standpunkt beharre.
<M»ris, 18. Februar.
Wie hier aus offizieller bulgarischerj Quelle bekannt wird, ist d'- bulgarische R j CT “»Ä SÄ aufrecht erhält. Man bemerkt dabm, daß d.e Zdee einer Vermittlung ursprünglich von Nuchae'^"eines'°'Schi7ds?pruch?' seitens J t°^
fig eingesteil”uf^ n0ti7t metbet, sind Telegramm aus Konstanimoo Galipoli
befehl demonstriert Ratten,
Ri-s°nbr°nd in «-nft-ntinop-l.
“uni“«'"«»
nachmittag . Regens nahm das
kommen find, steht noch Nicht fest.
wird Die Regierung wird die «amnwi
eben, bie Debatte über die Effektivstärke sobald h 1 toie möglich vorzunehmen, und wird gleichzeitig ^'anL Kabinett die Vertrauensfrage stellen Am heutigen Dienstag findet im Elhsee ein Ministerrat statt, in dem die Frage der Leeres-Verstärkung eingehend erörtert werden soll sodaß spätestens zu Anfang der nächsten Woche die darauf bezügffchen V 0 r l a g e n der Regierung zu erwarten sind.
„Die Nation bringt jedes Opfer
Varis 18. Febrnnr. (Ptivat^Te- legramm.) Ten angekündigten «EN Militärvorlagen der Regierung bringt die Pariser Bevölkerung, wie aus den lebhaft g - führten Diskuffionen m ^llen L°l°len^ervor- wachs-Steuerentwurf yaoen nw »» — gt ?nbet bA die Legierung das Datum
Sä*»“ “K!Ä H to to- •-*** lein flübt S6 kühn konstruierter Steuerplan j c d e s O P f e r zu bringen. WIÄ* - ---------—
der Ttempelabgaben an das Reich machen die Konservativen u. das Zentrum energisch Frmtt, obwohl einer der Ihrigen (Graf SchweriN-Lo-
3nfertton8pretfe: Di- MM«»
tOärtl8I i »Sta«?lürttbte®efamtauflags merben mit 5 Mar! pro Tauf-nb be.
Geschäfte 6l) Pf. Einfache jielbent unv der Umgebung sind die
rechnet. Wegen ihrer bichten ^rbrelwnz ^nfeTtion8o^gan. SeschLftzasIe: KSln'.fch-
einer Vermittlung s» * . - .
Auf dem ^«a«^«C0ÄSV”orIäw terbeff en die kriegerischen O,'Wft°nämlich eir
aeiunden, aber die Verwirklichung me,e- w- nen Traums liegt noch in weiter Ferne, und so wird schließlich doch nichts anderes übrig bleiben, als zagend und trauernd auf die Rcichserbschafts- oder Rerchsver-
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