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3. Jahrgang
Donnerstag, 13. Februar 1913
Fernsprecher 951 und 952.
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Nummer 59.
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moto, der die Unterstützung der konstitutionellen Partei besitzt. Die Unruhen in der Haupt-
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2te Casseler Neuesten Nachrichten erschetnen wochsnMch sechsmal und zwar abends. Ter Äb'onnementSpreis beträgt monatlich 5ü Psg. bet freier Zustellung ins HauS. Bestellungen werden jederzeit von der Geschäftsstelle oder den Boten entgegengenommen. Druckerei, Verlag und Redaktion- Schlachthofstraße 28,'M. Sprechstunden der Redaktion nur von 7 bis 8 Uhr aftenb« Sprechstunden der Auskunft. Stelle: Jeden Mittwoch und yreitag von 8 bis 8 Uhr äbendS. Berliner Vertretung: SW„ Jriedrtchstr. 16, Telephon: Amt Moritzplatz 12584.
Hektiv-Kommission des Kabinetts beschlossen und Baron Kato wird daS Portefeuille des Auswärtigen beibehalten. Weitere Depeschen von heute früh bestätigen, daß daS Mini- sterium Kattura dem Mikado seine Demission angeboten hat. Der Parteiführer Faifi erklärte. dass es ihm u n m ö g l i ch sei, die VolkS- massen, ja selbst seine eigenen Anhänger zu beruhigen. Damit war dem Kabinett die letzte Hoffnung genommen. AlS voraussichtlichen Nachfolger nennt man den Admiral Jama-
lassen, die Straßenbahnen haben den Verkehr eingestellt. Präsident M a d e r o ist in den Pa- last zurückgekehrt, wo er mit den Ministern eine Konferenz hatte. Seine Gattin hält sich in Cha- pultepek aus. Madero vertraut darauf, dass die Regierung die Oberhand gewinnen werde. Er glaubt, daß eine genügende Anzahl von Truppen bald mobilisiert werden könne, um Diaz erfolgreich anzugrcifen. Bei den gestrigen Sttatzenkämpfen sollen nach den neuesten Berichten über dreihundert Personen (darunter weit über hundert Zivilisten) getötet worden sein.
JnserttonSpretse: Dl« sechSgespaltene Zeile für einheimische Geschäfte 15 Psg.. für aus. roärttge Inserate 25 Ps.. Reklamezeile für einheimisch« Geschäfte 4J ®f„ für auswärtige Geschäft» 6» Pf. Einfache Beilagen für die Gesamtauflage werden mit 5 Mark pro Tausend be. rechnet. Wegen ihrer dichten Berbreitmig in der Restden, und der Umgebüng find dis Lastelsr Neuesten Nachrichten ein vorzügliches JnferttonSorgan. Geschäftsstelle: Kölnische Sttaste 5. Berliner Vertretung: SW., Jrisdrichstrase 16, Telephon Amt Moritzplatz 12584-
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machte, ließen davon abkommen und es fiel daher erheblich auf, als man unmittelbar vor dem Geburtstage des Kaisers eine wesentliche Einschränkung der höfischen Veranstaltungen meldete. Damit war ursprünglich nichts anderes gemeint, als die offizielle Feier aus Anlaß der Verlobung. Daß die Verlobung so plötzlich bekannt wurde, ist nicht etwa auf einen äußeren Anstoß zurückzuführen, sondern entspricht einer Anregung, die von feiten des badischen Hofes nach Fühlungnahme mit dem Cumberländer Hofe in Gmunden gegeben wurde.
Europens Völker zur Wahrung ihrer heiligsten Güter vor dem drohenden Verhängnis gelber Gefahr im bunten Wirbel jäher Schicksalswandlung. und die taschenspielerhast-emstge Ausrichtung jung-japanischer Macht ließ uns vergessen, daß dies „Volk der Zukunft", in dem die Bewundrer gelber Menschbeit die „Preußen des Ostens" bestaunten, ein paar Jahrzehnte früher noch den Gesetzen asiatischer Barbarei untertan war und sich der Offenbarung westlicher Kultur erst erschloß, als die ^lutwelle nationalistischer Hochspannung den Schutt jahr- hundertlanger Zerbröckelung hinweggespült, ^"ürst Katsura, der nun dem Volkszorn gewißen. war der Träger groß-japanischer Ideen;
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seine Machtpolitik erstrebte Ziele, die dem Arm des wirtschaftlich bis zur letzten Regung erschöpften gelben Mannes nicht erreichbar waren, und der kategorische Imperativ „Brot!", der zu allen Zeiten die gewaltigsten Anstrengungen der Volkskraft erzwungen, hat die Hungernden in Tokio zur offenen Empörung wider eine Politik getrieben, in der der Instinkt der Masse das Verhängnis witterte. Es ist das erstemal seit den Ruhmestagen von Mulden und Port Arthur, daß im Reich des Mikado sich der Geist der Revolution und der Wille zum Volkskampf wider Regierung und Staats-Autorität regen, und das Blutbad in den Straßen von Tokio, gespenstisch beleuchtet vom Flackern der politischen Leidenschaften auf der Erde Nippons, darf drum als düstres Wetterzeichen japanischer Volkszukunft, als wildbewegte Ouvertüre jener Götzen- dämmerung gelten, die im Reich der Mitte Throne stürzte und Ideale splittern ließ, und die nun auch am Schicksal-Horizont der I Japanerwelt auftaucht; drohend und verhäng-
Die Mexikaner-Revolution.
(Privat-Telegramm.) Mexiko, 12. Februar.
Gestern lieferten die Re-'erungstruppen den Aufständischen einen außerordentlich heftigen Straßenkampf, der bis gegen Abend dauerte, ohne daß die eine Partei einen Erfolg über die andere davongetragen hätte. Man schätzt die Stärke der Aufständischen au etwa viertausend Mann. Der frühere Präsident von Mexiko. Porfirio Diaz, ist nach Mexiko abgereist. um seinen Neffen, den General Diaz, zu iinterstützen. Alle Banken sind geschloffen, ebenso die Mehrzahl der Läden; die Straßen sind ver-
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drei knappen Jahrzehnten durcheilt, muß die Ursachen und Wirkungen dieses in der Geschichte aller Zeiten beispiellosen Wandlungspro- p zesses berücksichttgen und die politisch-soziale L Struktur der Großmacht im Osten würdigen, um ein der Wirklichkeit entsprechendes Bild der Dinge zu gewinnen, die in den jüngsten Februartagen in den Straßen von Tokio zu Aufruhr und blutigen Straßenkämpfen
Die Kaiserin als VerfShnerin?
An den Verhandlungen, die zu der Aussöhnung zwischen dem Welfenhause und den Hobenzollern ftihrten, nahm (tote von unterrichteter Seite versichert wirbt in den letzten Jahren die Kaiserin aucb einen regen persönlichen Anteil. Sie griff wiederholt. wenn sich Schwierigkeiten herausstellten, persönlich ein und führte auck eine Korrespondenz in der Angelegenheit, bis sie fixier zu ihrem Vertreter ihren Sobn, den Prinzen Adalbert, im Einverständnis mit dem Stauer, bestellte. Die Kaiserin fuhr (wie erinnerlich Ende vorigen Fabres einmal nach Straßburg und der offiziöse Telegraph meldete als Veranlassung dieser Reise einen Besuch beim Printen Joachim. Tatsächlich palt aber die Reise einer Zusammenkunft mit dem Prinzen von Cumberland, der sich damals gerade in Straßburg aufhielt nnb eine Begegnung mit der Kaiserin hatte. Auch die letzte
Reise bc5 Drinzen Adalbert verfolgte keinen anderen Zweck, als für eme Annäherung »wischen den beiden Häusern die letzten Schritte zu tun. Ursprünglich vermutete man. daß die Verlobung der Prinzessin am preußischen Hofe bereits am Geburtstag des Kaisers bekannt gegeben werden würde, aber ein'ne höfische Rücksichten und vor allem auch die besau' eren Wunsche, die man von österreichischer Seite geltend
SestliÄe Götzendämmeruns? | ®ic Stratzenkämpfe in Japans Hauptstadt, i Ein Privattelegramm meldet nns ans Tokio r Die letzten Nachrichten besagen, daß sich die Zahl der bei dem Aufruhr Getöteten und Verwundeten auf mehr als hundert Personen beläuft. Berittene Polizei- mauuschafteu säuberten die Straßen mit gezogenem Säbel und töteten und verwundeten Viele. Der Volkshaufe griff das internationale Hotel an, das nur von Ausländern bewohnt ist, zog sich dannaber zurück,nachdemer die elektrischen Leitungen zerstört hatte.
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Verlobung und Versöhnung.
Prinz Ernst August preußischer Offizier.
Wie wir schon in unserem gestrigen Abend- depeschen-Aushang berichteten, hat Prinz Ernst August von Cumberland, der Verlobte der Prinzessin Viktoria Luise, um seine Ausnahme in die preußische Armee gebeten. Der Kaiser will diesem Wunsche willfahren und den Prinzen in das Ziethen-Husaren-Regi- ment einstellen, das Regiment, das einst feinen Großvater und Urgroßvater zum Chef hatte. Die offiziöse Norddeutsche Allgemeine Zeitung bemerkt zu der Verlobung, daß sie „in ein erinnerungsreiches Jahr falle. Den Tag, der Hohenzollern und Welfen zum engsten Familienbunde zusammenführe, umwehe eine tiefe, überall empfundene historische Bedeutung .
Berlin, 12. Februar.
Die Meldung, daß der Vater des Bräutigams der Prinzessin Viktoria Luise, der Herzog Ernst August von Cumberland, auf Hannover nicht verzichten werde, wird an zuständiger Stelle bestätigt. Der Herzog soll sich durch ein seinem Vater gegebenes Versprechen gebunden fühlen und hat sich nicht bewegen laffen, den Verzicht auf Hannover auszusprechen. Da insolgedeffen die Bedingungen, die der Bundesratsbeschluß von 1907 vorschreibt, nicht erfüllt sind, so wird in der braunschweigischen Frage zu Lebzeiten des Herzogs Ernst August keine Aenderung eintreten.
Gmunden, 12. Februar.
Die Bekanntgabe der Verlobung des Prinzen Ernst August von Cumberland mit der Prinzessin Viktoria Luise hat hier große F r e ud e hervorgerufen. Die Zahl der eingegangenen Glückwünsche aus Deutschland und von den verwandten Fürstenhöfen beträgt viele Hunderte. Für die nächste Zeit wird der Austausch von Besuchen zwischen Berlin und Gemünden erwartet. Der Herzog von Cumberland hat am Montag abend dem Hofstaat und den Beamten die Verlobung mitgeteilt und in bewegten Worten den Trinkspruch auf das junge Paar ausgebracht.
Weiter wird uns aus Hannover berichtet: Vor einigen Tagen weilten mehrere welfi- sche Reichstagsabgeordnete und Parteiführer in Gmunden und erörterten mit dem Herzog die Lage eingehend. Der Herzog wird am Mittwoch durch die Deutsche Volkszeitung das Resultat dieser Beratungen durch eine Kundmachung bekanntgeben lassen und darin auch den Standpuntt, bett er in Zukunft dem Deutschen Reich gegenüber einzunehmen gedenkt, Harlegen. In maßgebenden politischen welsischen Kreisen ist man der Ansicht, daß dre welfische Partei in der Provinz Hannover nicht zu existieren aufhören, sondern sich in Kürze einer der großen Parteien des Reichstages anschließen wird.
Armsnlasten fast verdoppelt
haben. Für 1908 betrug der Ausgabe-Etat der Armenverwaltung nur 341 300 Mark. Unsere Schul- und Bildungsanstalten verlangen gegen das Vorjahr ein Mehr von rund 125 000 Mark, hauptsächlich veranlaßt durch die regelmäßige Steigerung der Gehälter und Alterszulagen. Diese beträgt allein 84 000 Mark. Insgesamt betragen die Besoldungen unserer gesamten Schulen 2506 998 Mark für 1913, die sachlichen . Ausgaben der Schulverwaltung 2 751110 Mark, denen 658 560 Mark an Schulgeld und sonstigen Einnahmen gegenüberstehen. Die Stadt hat für die Unterhaltung ihrer Schulen insgesamt noch 2 092 550 Mark aufzuwenden. Hiermit stehen auch die Kosten in Verbindung, die die Stadt als Beiträge zu den Schullasten der Vorortgemeinden zu zahlen hat, und wofür 19 600 Mark im Titel X ausgeworsen sind. Wir kommen nun zum wichtigen Gebiet des städtischen Steueretats. Dieser ist in erster Linie dazu bestimmt, für die im Etat erscheinenden Mehrausgaben von im ganzen 644 000 Mark neben den Erträgen der gewerblichen Werke Deckung zu schaffen. So ist das Erträgnis der Einkommensteuer auf rund 168 000 Mark mehr gegenüber dem Vorjahr, auf 3 003 750 Mark veranschlagt (im Vorjahr 2008 350 Mark). Die
Grund- und Gebäudestensr
weist ein Mehr auf von 23 000 Mark (im Vorjahr 1312 000 Mark). Die Eintrittskartensteuer 17 000 Mark (50 000 Mark). Die Umsatzsteuer 5000 Mark (135 000 Mark), die Wertzuwachssteuer 25000 Mark (50 000 Mark), die Verbrauchsabgaben 10 000 Mark (322 200 Mark), Gebühren und Beittäge 28 000 Mark, die Gewerbesteuer 42 000 Mark (500 500 Mark), zuiam- men 316190 Mark. Daß diese Summen im Etat nicht unweieMlich höher angenommen werden, läßt den Schluß gerechtfertigt erscheinen, daß die städtischen Körperschaften mit einem gewissen Optimismus mit einer Stergenmg der Steuerkrast rechnen. Das findet auch tn der nicht ungünstigen wirtschaftlichen Konsunktnr und in der bisherigen günstigen Entwickelung der Stadt ihre berechtigte Grundlage. Von galt besonderer Bedeutung ist es, daß auf Grund de sorgfälttgen Finanzgebarung eine Erhöhung des gegenwärtigen Zuschlages zur Einkommen- sieuer, wie wir schon mitteilten, wieder bat vermieden werden können, so daß es also bei dem Satz von 135 Prozent Zuschlag zur staatlichen Einkommensteuer für 1913 verbleibt. Den gegenüber den Mehrausgaben noch verbleibenden Einnahmerest von 162 000 M'rk will be- Etat auf Grund höher veranschlagter Einnahmen bei den gewerblichen Werken decken, und zwar wird angenommen, daß das Gaswerk 69 000 Mark, das Wasserwerk 92 000 Mark ausbringen kann, während die Mehrablieferung deK
ftäbtifdjer. Elektrizitätswerks
vorsichtig nur mit 1000 Mark eingestellt toit* wahrscheinlich, weil angenommen wird, daß ft dieses Werk noch erhebliche Aufwendungen au. den laufenden Mitteln (für neue Einrichtungen und andere Zwecke) erforderlich fein toeroen. Das Extra-Ordinarium schließt in Einnahme und Ausgabe mit 789 300 Mark (gegen 785 600 Mark im Vorjahre) ab, also mit einem Weh;
Ser Kat der Stadt Saffet.
Cassels Stadthaushalt im neuen Jahr; gegen das Vorjahr ein Mehr von 644000 Mark; 32 Millionen mehr Vermögen als Schulden.
Der morgen und übermorgen in der Stadtverordnetenversammlung zur Berattmg stehende Etat der Stadt Cassel für das Jahr 1913 schließt im Ordinarinm für 1913 in Einnahme und Ausgabe ab mit 11087 000 Mark, das bedeutet ein Mehr gegen das Vorjahr von 644 000 Mark. Diese Vermehrung der Ausgaben beruht in erster Linie auf der bedeutenden Erhöhung des Titels III „Kapitalzinsen und Abtrag" mit einem Mehr gegen das Vorjahr von 227 771,42 Mark. Die Begebung der Abteilung V der Anleihe von 1908 erfordert allein 120 000 Mark Zinsen und 30 006 Mark Abtrag. Die Gemeindeanstalten und Einrichtungen, Titel IV, erfordern einen Mehraufwand von 16 446,14 Mark, darunter die Straßen- und Platzbeleuchtung mit einer Mehrausgabe von 2000 Mark (jetzt 299 000 Mark) und das Feuerlöschwesen mtt einer solchen von rund 1500 Mark (jetzt 211000 Mark), nnb für eine weitere Reihe von städttschen, dem allgemeinen Wohl dienenden Einrichtungen nut Mehrbeträgen von 400 bis 4000 Mark. Für dte Armenverwaltung ist ein Mehr von 6000 Mark aufzubringen. Der städtische Zuschuß ür die Armenverwaltung betrug im Vorfahre 637970 Mark und stellt sich im Voranschlag für 1913 auf 643 000 Mark. Dabei ist besonders, bemerkenswert, daß sich innerhalb fünf Jahren bte
Mer Neueste Nchrichtm
Casseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung________________
M, >urch das Land der Morgensonne schreitet, bleich und drohend, das Gespenst der Not, Hunderttaufende kämpfen im Reich des Mikado mit Hunger und Elend, und nun hat die Er- ' rcgung der Masse, gestachelt durch die brutale Gewalt fozialer Leidenschaft, "den Aufruhr ent» | facht, und unterrn Druck der öffentlichen Mei-, . .
nung ist die Regierung des Fürsten Katsura nisschwer. zum Rücktritt vom Steuer des Staatsschiffs gezwungen worden. Hunderte sind unter den Nach den Straßenranrpsen.
Säbeln der Polizei und der zum Schutz der (Privat-Telegramm.)
Regierungs - Autorttät aufgebotnen Truppen Tokio, 12. Februar.
L verblutet, und in den Straßen von Tokio hat das gestrige japanische Rationalfest
neue Japan, das rasch aus Unkulttir uiw {m Ganzen ruhig verlaufen. Es kam nur zu Barbarei zur Hohe der modernen Welttnacht ^^enden Zwffchenfällen zwischen der emtzorgewachsne Reich im Erbosten, die Feuer- . . Polizei Die Erregung der
taufe bes Volkserwachens empfangen. ManMengeund bet fGestern
muß bie Vorgänge, bie in den letzten Tagen in BeEerE hat ^aS gewgi.
fe Japans Hauptstadt sich ereignet, unterrn Ge- mor^u fand Mtnrsierrar n l sichtswinkel der Entwicklung betrachten, -"M- Zett bauert T°raufwurt.edieKol die dies Wunderland östlicher Menschheit in'"'"" an des Kavmens
führten.
Nippon ist aus dem Kampf mit der Riesenmacht der Moskowiter zwar als Sieger her-, - . - - . ««»»
vorgegangen, stand aber, als in Portsmouth I6i$ ™ =
Graf Witte vorn Vertrauensmann Mutsuhitos Ebare war von b'' * Wen
den Friedensschluß ertrotzte, wirtschaftlich dicht £1* " ner»JSbet^«m ÄS vorm Abgrund des Ruins und hat seinen Auf- verwendet morbat. am Wto.gat
stieg zur Weltmacht unter Opfern erkaufen waren ^lc müssen, wie sie schwerer und drückender kaum besätz Starke je ein Volk empfunden. Der verhängnisvolle ^ttwahww re^- .
Rückschlag, der auf wirffchastlichem Gebiet der mit ber Möglichkeit neuerNnruhen rechnet. Hochkonjunttur der Kriegs- und Siegsjahre Revolution in Abessinien? folgte, erschütterte das in der neuert Machtrü- (Telegramm der Agenzia Stefan!.)
stung erstarrte Reich in feinen Grundfesten; v H JL - 19
eine überhastete Industrialisierung verschärfte , «TJ? a 6 «eflent
die aufkeimenden sozialen Gegensätze zu leiden- I« der abessinischen Hauptstadt ist e8 gestern schaftlich geführten Klassenkämpfen, und ber W blutt gen Kämpfen zwischen den Zwang, die eben erst Mutig erkämpfte Macht- Truppen gekommen, die schließlich zu einer re- stellung zu Wasser und zu Lande durch starken gelrechten Revolution eines TeuS der Armee Ausbau der nationalen Wehrkraft zu sichern, geführt haben. Als nämlich gestern nachmittag
drängte die nationale Wirtschaftspolitik auf auf Befehl des Thronfolgers die Soldaten der
den Pfad bedenklichster Operationen. Die enge Leibwache des Kaisers Menelik ersetzt werden Liierung mit England und der Strom briti- sollten, brach plötzlich Stteit aus, weil der
scheu Goldes vermochten zwar eine Katastrophe Kommandant der bisherigen Leibwache ssch
zu verhüten, das Gespenst de« Staatsban- weigerte, seinen Platz als Kommandant der kerotts von der Schwelle zu scheuchen: Sie Palastwache zu verlaffen. Der Stteit artete
konnten aber nicht hindern, daß das nationale schließlich in einen blutigen Kampf aus. Den
Wirtschaftsleben in seinen Wirkungen auf die Angreifern gelang es ttotz wiederholttr Anbreite Masse des Volks sich »u unerträglichem stürme nicht, in das Palais ein,zudringen. Die
Truck gestaltete, der notwendigerweise eines Verteidiger setzten sogar Kanonen und
Tags zur Entladung führen mußte. Das ist Maschinengewehre in Tätigkeit. Wie- nun geschehen, und im Emporlodern mongoli- viel Personen getötet oder verwundet scher Volksleidenschaft sehen wir, blitzartig auf- sind, ist noch nicht bekannt. Während der Rächt lohend, die ungebändigte und undisziplinierte sorgte man durch Bereitstellung starker Trup- Barbaren-Regung asiatischen Massen-Jnstinkts, penabteilungen für de» Schutz der Gesandt- die im Kampf um Brot und Nahrung alles vor schäften. Im Europäerviertel hat sich kein sich niederreißt, was abendländischer Kultur- Zwischenfall ereignet. Der italienische Ge. Import ihr in Hast und Eile an Idealen her- schäftsiräger traf Anordnungen, um mehrere geliehen. italienische Familien, bte an bedrohten Stellen
Europa staub, schwankend zwischen Grausen der Stadt wohnen, in ber Gesandtschaft nutet, und Bewunderung, vor der Leiche des greisen zubringen. Diele Tausende umgeben ben Pa- Marschalls Nogi; unterrn Donner ber Kano- last, da nicht bekannt ist, waS sich tnzwtschen nett auf den weiten Felbern der Mandschurei dort ereignet hat. Die ~age wird als äußerst versank des Deutschen Kaisers Mahnung an ernst und kritisch bezeichnet.