Oler Wie RachWtm
Hesstsche Abendzeitung
Caffeler Abendzeitung
3. Jahrgang
Sonntag, 9. Februar 1913
Fernsprecher 951 und 952.
Nnrnrner 56
Fernsprecher 951 und 952.
sanken.
Cetinje, 8. Februar-
sind
lei-
Zagows gestriges Debüt.
(Von unserm P. 8t.-Mitarbeiter.)
die Alarmierung der Straßburger Garnison geäußert haben. Wie ein Korrespondent zu melden weiß, hat der Kaiser gesagt: „Ja, lesen denn die Herren keine Zeitungen; da stand es doch groß und breit drin, wo i* gewesen bin." Vom Militärkabinett ist ein dienstlicher Bericht aus Straßburg eingesordert worden.
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Dis kommende Heeres-Dorkage.
Wie eine parlamentarische Korrespondenz Höri, ist auf eine Anfrage aus Abgeordnetenkreisen im Reichsschatzamt mitgeteilt worden, daß die neue Leeresvorlaa« dem
Jnsertton«preise: Dte sechSgefpaltene Zelle für einheimische Geschäfte 15 Pfg., für au« württge Inserate 25 Pf., Reklame,eile für einheimische Geschäfte 13 W, für au«wärtige Geschäfte 60 Pf. Einfache Beilagen für die Sesamtaustage werden mit 5 Mark pro Tausend berechnet. Wegen ihrer dichten Berdrettung in der Restdenz und der Umgebung sind die Caffeler Neuesten Nachrichten ein vorzügliche« Jnsertionsorgan. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt Moritzplay «76
Reichstag erst in den Osterferien zugehen wird, und daß die neuen Steuervorlagen voraussichtlich nicht vor Mitte April dem Reichstag werden unterbreitet werden können. Der Nachtragsetat, der eine Vermehrung der L u f t- flotte fordern wird, soll dagegen im Reichs- tag bereits anfangs März vorgelegt werden.
Cetinje, 8. Februar.
Gestern hat daS Bombardement der Festung Skutari an allen Positionen vor der Stadt begonnen. Die montenegrinische Artillerie beschoß den Berg Tarabosch und die vorgelagerten Positionen mit Erfolg. Das Feuer der türkische« Artillerie ist im Laufe des Gefechts wesentlich schwächer geworden. Mehr als zweihundertsrchzig montenegrinische und Erfische Kanonen sind am Kampfe betei- ligt. Ein türkischer Moniteur, der auf dem Skutarisee kreuzte, ist von montenegrinischen ©rannten durchbohrt worden und ge-
als Flugzeug-Konstrukteilr bekannt und geschätzt, unternahm als Passagier ebenfalls seinen ersten Meer-Flug.
ist vollständig zertrümmert. Die Leichen noch nicht gefunden.
Die Opfer der Katastrophe.
Straßburgs Faschings Parade.
Der Kaiser über die Affäre.
Berlin, 8. Februar. (Privat-Tele- gramm.l Ter Kaiser soll sich sehr unmutig über die vlumve DepeschenfSlsckmtg und
des Geheimnisses etwas weiter zurückgeschlagen wird, als es tu der Stille der Haus- Halts-Kommission von Gottlieb Jagows noch unsicher tastender Hand geschehen. Wichtiger als das Rätselspiel, das nun (wie üblich) über Wert und Inhalt der Erklärungen des neuen Mannes beginnt, darf drum eine N ü a n c e im flüchtig skizzierten Bilde geschätzt werden, die uns als Erkenntnis-Offenbarung wert und beachtlich dünkt: Die Haushalts-Kommission des Reichstags hat in ihrer überwiegenden Mehrheit dem neuen Mann der Wilhelmstraße den Wunsch des Parlaments vorgetragen, die Fragen der auswärtigen Politik mehr als bisher im Licht der Oeffentlichkeit und vor dem Auge der nationalen Kritik zu verhandeln, das Reich der Diplomatie aus dem Dunstkreis der Rätsel und Mysterien mitten in den Lebenskreis völkischen Interesses zu verlegen und das Werk des Grünen Tischs für« derhin nicht mehr von einem System bestimmen zu lassen, in dem selbst die Nachsicht längst die Gefahr geheimniskrämernder Unveräntwortlich- keit erblickt.
Die Diplomatie gilt (selbst noch im zwanzigsten Jahrhundert) der großen Oeffentlichkeit als der Inbegriff aller politischen Geheimnisse; ihre Werkstatt verbirgt sich hinter der Rimbus- Wolke traumhafter Vorstellungen, und jeder Angehörige der Zunft repräsentiert vor dem Auge der Oeffentlichkeit den Träger welibe- we^nder Probleme und Schicksalstagen. Vor ein paar Jahrhunderten, als die Diplomatie nur den Verkehr von Fürst zu Fürst vermittelte und gewissermaßen die lebendige Verkörperung der Fürstenpolitik darstellte, mögen diese Vorstellungen. Methoden und Rätsel im Interesse des Arbeitserfolgs zweckmäßig und notwendig gewesen sein; heut indessen vermittelt die Diplomatie lediglich den politischen Verkehr von Volk zu Volk; sie ist «in Glied im internationalen Getriebe geworden und ihre Arbeit untersteht der Kritik derOeffentlichkeit. Die Voraussetzungen, die die „Wolke des Geheim- nisses" einst schufen, sind im zwanzigsten Jahrhundert also nicht mehr vorhanden, und es ist lediglich eine Forderung logischer Erkenntnis und technischer Zweckmäßigkeit, der Wandlung der Verhältnisse auch die Betriebssorm unsrer auswärtigen Politik anzupasseu. Die Stimmung einer Ration kann für Momente von Zufälligkeiten beeinflußt werden; auf die Dauer aber wird stets das wohlverstandne nationale Interesse sie bestimmen, und es würde sicher nicht als Fehler und Gefahr zu beklagen fein, wenn Deutschlands auswärtige Politik näher ans pulsierende Leben der Ration.
Kapitänleutnant I e n e tz k i war der tende Offizier der Marineflugstation Putzig und als hervorragender Flieger bekannt. Mit dem jetzt verunglückten Apparat hatte er bereits einige bemerkenswerte Ueber- laudflüge ausgeführt und war hierbei auch auf der Eisdecke des Putziger Wiecks gelandet. Der Doppeldecker „Westpreußen" war vor nicht langer Zeit von der Fabrik geliefert und als er st es Marineflugzeug unter besonderen Feierlichkeiten in Gebrauch genommen worden. Obermaschinistennmaat W i e ck m a n n,
Hinter der Wolke.
Die Diplomatie und die Oeffentlichkeit.
Herr Gottlieb von Jagow, der nun als Leiter deS auswärtigen Reichsgeschäfts in der Berliner Wilhelmstraße residiert, hat soeben den »om Reichstag in die Haushaltskommission ent- sandten M. d. R. erzählt, wie sich unsre Jahr- bllanz der WeltpoÜtik gestaltet, und es heißt, paß er dies mit Frische und Zuversichtlichkeit getan. Sin Staatssekretär, der eben erst Umschau tat Kanzleibereich gehalten, dem nie vorher KiderlenS Geheim-Archiv seine Schätze erschloß, und der als Diplomat sozusagen im Umherziehen deS grünen Lorbeers Reislein pflückt«: Sin dem Parlament zu Antwort und Auskunft Verpflichteter in dieser Schonzeit- Situation kann naturgemäß noch' nicht Probleme ergrübeln, Gedankenblöcke wälzen und durch die Gigantenkrast des Hirns die Zuhörer iu den Bann staunender Bewunderung zwingen. Er kann nur restrteren, erzählen, und enträtseln, darf als Nachlaßpfleger deS Kiderlen- Erbes die Erfolg-Rechnung des Vorgängers prüfen und den Männern auS Wallots Haus die Latbilanz zur Begutachtung unterbreiten. Das ist inzwischen geschehen; Herr von Tirpitz hat den neuen Kollegen auS der Wilhelmstraße bet hinter dicht verschlossnen Türen im Hohen Rat versammelten HauShaltS-Kommission vorgestellt, und Herr Von Jagow verlaS nach sorglich formuliertem und geglättetem Manuskript vor der Kommission des Parlaments die üblichen Erflärungen, die Deutschlands auswärtige Politik tat Lapidarstil zu illustrieren pflegen.
SS W a s Herr von Jagow der Kommission er- Mlr, ist im Einzelnen dem Ohr der Oeffent- lichkit noch nicht erreichbar, wird wahrscheinlich erst in den ReichsiagS-Debaften zum Etat Kapitel: Auswärtige Politik) als Echo ver- fthmbar werden und bleibt also sür's erste Geheimnis der Kommission. Erklärungen indessen erschöpfen allein noch nicht die Bedeutung der Ding«, deren Wesensart sie im allgemeinen Umrissen andeuten, und man wird also in eine Spezialkritik unsrer auswärtigen Jahr- Bilanz erst eintreten können, wenn in der Re- gierungsbank im Hause Wallots der Schleier
Berlin, 8. Februar.
Der neue Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Herr von Jagow, hat gestern bei seinem ersten parlamentarischen Auftreten in der ReichshaushaltS-Kommission einigermaßen enttäuscht. Die Heine, fast unscheinbare Statur und das fteundliche, gutmütige Gesicht deS Staatssekretärs ließen ihn zunächst nur schwer als solchen erkennen, zumal wenn man an die Gestalt und das Auftreten seines ver- storbenen Vorgängers von Kiderlen-Waechter zurückdachte. Wäre Herr von Jagow nicht in Begleitung des Staatssekretärs von Tirpitz erschienen, der ihn dem Kommissionsvorsitzenden und einigen Parteiführern vorstellte, so hätte ihm leicht passieren können, daß er überse- h e n worden wäre. Mit seiner wohlformulierten Erklärung über unsere Beziehungen zu den andern Mächten trat er dann allerdings recht frisch und sicher auf. Die bald darauf auS dem Schoße der Kommission heraus einsetzende ziemlich vielseitige Kritik nahm Herr von Jagow anfangs lächelnd auf, um bald darauf mit sehr ernsterMieue und nach gründlicher Ueberlegung mit seinem Unterstaatssekretär Zimmermann seine ersten Darlegungen zu erweitern und zu kommentieren. Hierbei verfügte er aber nicht mehr über die anfängliche Gewandtheit und Sicherheit, und als er schließlich seine für die Presse bestimmte Erkla- rung zu Papier brachte, mußte aus der Kom- Mission heraus eine nicht unwesentliche diplomatische Korrektur an dem CommuniquS vorgenommen werden. Alles in Allem: Man war enttäuscht . . .!
Jagow und Tirpitz.
Deutschlands auswärtige Jahr-Bilanz.
Wie wir schon telegraphisch berichteten, haben in der gestrigen Sitzung der Reichshaushalt- Kommission des Reichstags die Staatssekretäre des Auswärtigen Amts und des Reichs« marineamtS Mitteilungen über unsere auswärtige Politik und das deutsche Flottenprogramm gemacht und kurze Anfragen aus den Reihen der Kommission beantwortet. Es war das erste Mal, daß Staatssekretär von Jagow als Leiter des Auswärtigen Amts parlamentarisch debütierte; es scheint indessen, daß der Erfolg seines Debüts hinter den gehegten Erwartungen zurückgeblieben ist. Es wird uns darüber berichtet:
zwei neue Opfer der Lüfte.
Zwei Flieger in der Ostsee ertrunken!
Wie wir in der heutigen Sportlichen Rundschau berichten, ist gestern nachmittag der Albatros-Doppeldecker „Westprentzen" mit dem Kapitänleutnant Jenetzki als Führer und dem Obermaschinenmaat Wieckmann als Monteur an Bord kurz nach vier Uhr auf dem Rückfluge von dem großen Exerzierplätze in Langfuhr nach Putzig zwischen Zoppot und Adlershorst in die Ostsee gestürzt. Beide Flieger sind ertrunken. Ueber die Katastrophe erhalten wtr folgenden eingehenden Bericht:
Fliegertod in den Wellen.
(Privat-Telegramm.)
Danzig, 8. Februar.
Die Ostsee hat gestern zwei Militärflieger als Opfer gefordert. Der Albatros-Doppel- decker „Westpreußen" mit Kapitänleutnant I e - netzki und dem Monteur Obermaschinistenmaat Wieckmann an Bord ist gestern nachmittag kurz nach vier Uhr auf dem Rückfluge von dem großen Exerzierplätze in Langfuhr nach Putzig zwischen Zoppot und Adlershorst in die Ostsee gestürzt. Beide Flieger fänden den Tod in den Wellen. Die Flieger waren gestern vormittag um zehn Uhr in Putzig zum Ucberlandflug nach Stolp aufgestiegen, mutzten aber wegen widriger Winde über Neustadt umkehren und in Danzig landen. Um vier Uhr wurde die Rückfahrt nach Putzig angetreten. Ueber dem Meere bei Zoppot brach plötzlich der eine Flügel des Flugzeuges, das ins Meer stürzte. Segelboote, die auf See waren, nahmen sofort den Kurs nach der Unfallstelle. haben aber von den Verunglückten keine Spur mehr finden können. Der Absturz erfolgte aus hundertfünfzig Meter Höhe. Der Apparat
näher ans Empfinden der Volksgemeinschaft herangerückt würde. Im Gegenteil: Sie könnte davon nur gewinnen.
Was hätte an Mißverständnissen, Argwohn und Groll vermieden werden können, wenn die unruhig hin und her schwankende Ausland- Poliftk des Reichs in den dreiundzwanzig Jahren, die seit Bismarcks Heimgang verronnen, von der starken Anteilnahme der Volksgemeinschaft reguliert, vom insttnftiv empfundnen Interesse der Nation gekräftigt und getragen worden wäre? Der Reichstag ist in den wichtigen Schicksalfragen, die Deutschlands Machtstellung im Rat der Völker bestimmen, mcht ausschlaggebend; er ist zur Unterhaltung und Beratung zwar berechtigt, darf sogar in seines Hauses Enge Mißtrauen und Unzufriedenheit empfinden: Eine entscheidende Stimme indessen hat er nicht. Ersatz für Bismarcks Genie ist Deutschland bisher nicht erstanden; das volkerwählte Parlament ermangelt, durch das Fehlen verfassungsmäßigen Mttbcstim- mungsrechies des tieferen Interesses für di« Probleme der Weltpolitik beraubt, der Autorität in den Fragen internationaler Poli- fik, und vom zurzeit leitenden Staatsmann wissen wir, daß er, als er Bernhard Bülows Erbe übernahm, dem Irrgarten des auswärtigen Reichsgeschäfts als ratlos Fremder gegen« überstand. Sagt man zuviel, wenn man das Zusammenwirken dieser Tatsachen eine G e - fahr nennt, deren Größe wir in kritischer Zett oft genug erkannt? Und war's unbescheiden von den Herren der Haushalts - Kommission, dem neuen Mann der Wilhelmstraße diese Gefahr vor's Auge zu rücken? Kaum; eS war nützlich, und wenn Herr von Jagow der finge Diplomat ist, als den seine Freunde ihn uns empfohlen, dann wird er dringlicher Vorstellung nicht sein Ohr verschließen dürfen, sondern versuchen müssen, berechtigter Forderung Erfüllung zu sichern. . .! F. H.
Mehr Oeffentlichkeit, bitte i
(Von unserm sr-Mitarbetter.)
Berlin, 8. Februar.
Die gestrigen Verhandlungen der Reichshaushaltskommission wurden unter starker Beteiligung von Regierungsvertretern und Abgeordneten durch kurze, streng vertrauliche Mitteilungendes neuen Staatssekretärs des Auswärtigen von Jagow über die Beziehungen zu den Mächten, besonders auch zu England, eingeleitet. Der Staatssekretär betonte, daß diese Beziehungen gute seien, was von der Kommission mit Befriedigung ausgenommen wurde. Staatssekretär von Tirpitz ergänzte und kommentierte feine gestrigen Darlegungen. Er ging auf die Ausführungen des englischen Marineministers vom März vorigen Jahres näher ein, daß ein Verhältnis von 10:16 zwischen der deutschen und der englischen Schlachtflotte für die nächsten Jahre akzeptabel sei, und vettrat seinerseits die Ueberzeugung, daß auch er vom Standpuntte seines Ressorts aus hiergegen keinerlei Bedenken haben solle. Auch die folgende Erörterung war beschlußgemäß vertraulicher Natur. Mit Ausnahme der Konservafiven wünschten indessen alle Parteien nach dem Beispiel Englands und Frankreichs eine mehr öffentliche Behandlung der Fragen der auswärtigen Politik, da dadurch manche Störungen vermieden werden könnten, die gerade in letzter Zett die Oeffentlichkeit unnötig erregt und eine Unruhe geweckt hätten, die der tatsächlichen Begründung entbehre. Werde die auswättige Politik öfsentlicher als bisher behandelt, dann würde die Oeffentlichkeit sich nicht unnötig zu erregen brauchen.
Ser Zohestomöf der Mei.
Die Kämpfe bei den Dardanellen; der Begin« des Bombardements von Skutari; schwere Derlnste ans beide« Seite« bei Adri» anopel; die llmgehnngstaktik der Türken.
Run donnern wieder auf der ganzen Kampflinie des BalkankriegeS die Kanonen: Adrianopel und Skutari stehen im Bombardement und um jeden Fußbreit Boden wird erbittert gerungen. Irgend ein entscheidender Erfolg ist bisher indessen weder auf feiten der Türken, noch seitens der Verbündeten erzielt worden, und es gewinnt den Anschein, daß sich der zweite Abschnitt des Kriegs doch länger hinziehen wird, als ursprünglich angenommen wurde, namentlich im Hinblick auf die Tatsache, daß die Finanzkraft der Türkei durch den bevorstehenden Abschluß einer Anleihe gestärkt werden dürfte. Ueber die letzten Kämpfe liegen uns folgende Privattelegramme vor:
Konstantinopel, 8. Februar-
Im Kriegsministerium wird erllärt, daß das Bombardement von Adrianopel, ebenso wie daS Feuer, mit dem eS die Belagerten erwidern, mtt unverminderter Heftigkeit fortdauert. Türken wie Bulgaren haben fchwereBerluste. Der Rück- zng der Bulgaren von der Tfchataldfcha-Linie in der Richtung auf Tschorlu dauert an. Kämpfe haben auf jenem Teil deS Kriegsschauplatzes nicht stattgesunden. Nordwestlich von Galipoli fanden kleine Gefechte statt, die ohne Bedeutung sein sollen. Bon einem entscheidende« Kamps mit den Bulgaren auf der Halbinsel ist jedenfalls nichts bekannt.
Ter vereinigte Angriff der serbischen und montenegrinischen Truppen auf Skutari begann gestern mit einem Vormarsch gegen die türkische Position bei Buscha«. Der montenegrinische General Bukowiffch wird heute mit Hilfe der Serben einen Angriff gegen die nördliche Stellung der Türken ausführen. Die serbische Regierung stellte Montenegro eine Anzahl Schnellfeuergeschütze und serbische Offiziere zu deren Bedienung zur Verfügung. Vor Skutari stehen 40 000 Montenegriner und 20000 Serben. Die Stärke der türkische« Truppen wird auf 20 000 Manu geschätzt.
Konstantinopel, 8. Februar-
Man hörte gestern starken Kanonendonner aus der Richtung der Tschataldscha- linie. Heute morgen haben die Blätter ein provisorisches Gesetz über Requisition veröf- sentticht. Die Regierung beabflchttgt, dieses Gesetz sofort in Anwendung zu bringen. Gestern verließ Enver Bey die Stadt mit einer Abteilung zusammengewürfelter Truppen, deren Bestimmung bisher unbekannt ist. Auf dem Marsch sollen sich ihm noch weitere Truppenmassen anschließen, da Enver Bey eine Umgehung der Bulgaren an der Tschataldscha-Linie plant, und sich mit der Absicht trägt, bei Rodosto größere Truppenmassen zu landen.
Ueber den Erfischen Umgehungs -Plan werden folgende Einzelheiten bekannt: Der tat» fische Kreuzer .Meffudije* ist in Begleitung von zwei Torpedobooten von Konstantinopel nach dem Marmarameer abgegangen, anscheinend, um die Landung vonTruppen.die von Trapezunt kommen, zu decken. In Rodosto, halb- Wegs zwischen Galipoli und der Tschataldscha- Linie, sollen dreißigtausend Mann gelandet sein, Es scheint, daß dte Türken einen ernstlichen Vormarsch in der Richtung von Lüle Burgas beabsichtigen, um Adrianopel zu entsetzen.
Galipoli: Ein Waffenlager.
Athen, 8. Februar. (Privat-Teke- gramm.) Der griechische Militär-Flieger MutusiS stieg mit einem Fähnrich als Beobachter von Lemnos auf und überflog die Dar-