Einzelbild herunterladen
 

Jas Neueste aus ZasteS. Faschings-Kehraus i» Cassel, svr Zana ist verschollen, der Wein ver- # i" Die Tage der F a st n a ch t sind unö Katzenjammer erfüllt alle, die « ' fröhlicher Stimmung den Sekt in gstem schäumen ließen. Aschermittwoch .her feine alte Bedeutung verloren. Wäh- ' früher jede Fastnachtsfreude mit diesem J ~cge abbrach, geht heute das festfrohe weiter, und manches heitere Fest steht - bevor Und doch ist der Fastnachtsdiens- der Haupttag der Karnevalfreude. Auch Ht gaffel. Gestern konnte man in der dattadt echte, wahre Fafchingstimmung kon- ieren DieH a n u s ch - S äl e, festlich de- ert und in müdes, rotes Licht getaucht, wa- . überfüllt, und die Zahl der Paare, die tm laden Reigen dahinfchwebten, war fast -nehbar An Masken waren viele schicke originelle Eigenarten vertreten, und be- rs das Jahr 1913 kam zu vollem Rechte.

prachtvolle Maske, das Jahr 1913 dar- d, mit Hinweisen auf die Jubelfeiern der er Regimenter, der Tausendjahrfeier Cas- hes Kaiserjubiläums und der Weihe des iaer Völkerschlachtdenkmals übernahm die Mgr und Vertreter und Vertreterinnen a am Balkan raufenden Staaten wiesen Bf die Bedeutung dieses so übel beleumdc- Zahres hin.

w wieder andere Kostüme erregten Auf

Ein hübsches Wildwestmädchen, die :6 keck über den Rücken gehängt, Kolom- Soubretten, Zigeunerinnen, Bäue- st Bauern, Edelleute und Pagen und Ä- not least ein Pariser Apache fesselten Wmerksamkeit aller. Herr Petrr, der We Konferenzier desHanusch" hatte alle Vorbereitungen getroffen und sah ^Bemühungen glänzend gelohnt. Er hiM ddie Festrede und betonte dabei, daß Caf- gewissermaßen ein Faschingjubiläum be- ' könne. Die sanft entfchlafene Karneval- chast wurde 1863 gegründet und könnte das goldene Jubelfest feiern. Dem Fa- galt sein Glas. . . . Wertvolle Preise tot zur Verteilung. Frau Kreikenbohm den ersten Damenpreis als fesche Orien- das Jahr 1913 bekam den zweiten, eine eSt Jungtürkin den dritten, _ ein Knall- e den vierten und eine entzückende Cor­den fünften Damenpreis, während ein fe ein Damenimitator und ein Huns- Mauer die Herrenpreise teilten. Den er- ^Uppenpreis erlangten Eichsfelder Bauern i zweiten die Apachen. So glänzend fah Wner noch kein Maskenfest wie das =L Und auch intStadtpark- ju- dem Prinzen Karneval zu, in den war zeitweise kein Zutritt zu erlangen, erfüllt waren ihre Lokale, und wo Ver- Karneval begingen, da jauchzte das Le- »d?r Himmel hing voller Geigen. . . .

«ey<

eler Strafentlaffenen-Fürsorge.

r Verein zur Fürsorge für .offene Gefangene im Regie- gsbezirk Cassel, deffen Aufgabe es . ewlaffenen Strafgefangenen die furchtbaren gen, die eine verbüßte Strafhaft nach sich t, zu mildern und ihnen den Weg in die weit zu erleichtern, hielt gestern abend im terungsgebäude feine Hauptversammlung Sirafanstaltsdirektor H ü l s b e r g eröff- ,iÄit Begrüßungsworten die Versammlung erteilte dann Pfarrer Wolf das Wort Erstattung des Tätigkeitsberichts. Danach der Verwaltungsausschuß im Laufe des maenen Jahres eine Veränderung in sei- Mitgliederbestände erfahren. Fräulein lslandt, die lange Jahre dem Verwal- -rat angehörte und in der Fürsorge für die sien der Inhaftierten segensreich wirkte, ihr Ami nieder. An ihre Stelle trat Frau Herbig. Eines der ältesten und ver- bollsten Mitglieder, Kommerzienrat Weg- >, wurde dem Verein durch den Tod enr- Tein Sohn und Nachfolger ist nun an- - feines Vaters in den Verwaltungsrat getreten. Im abgelaufenen Jahre sind 206 ttonen an den Verein heranqetreten, 66 bä­um Vermittlung von Arbeitsgelegenheit. J ch sechs Fällen war eine Beschaffung von knsgelegenheit nicht möglich.

Unterstützungen wurden von Gefangenen ^Familien Inhaftierter in 140 Fällen be- * In den meisten Fällen konnten teils <ere, teils größere Unterstützungen bewilligt den. Die Schreibstube für Stellenlose hat wieder in erfreulicher Weise weiter ent- M. Die Zahl der eingegangenen Aufträge l von 1506 im Jahre 1911 auf 1650 im 1912. Ebenso wurden wesentlich höhere muahmen für gelieferte Einnahmen erzielt. , der Vereinsmitglieder stieg von 456 T4'v Der Kassenstand zeigt ein sehr günsti- s Bild. Tie Einnahmen betrugen 2448,16 " wozu noch eilt Bestand vom Voriabr . wdaß die Einnahmen stch auf 2964 Mark *ern. denen 2776.15 Mark Ausgaben ae- derstehen. Es bleibt demnach ein Bestand 19u6g Mark. Die satzungsaemäß ausschei- en B'rwaltunasratsmitglieder. Generalsu- uen<.ent D. Möller. Strafanstaltsdirektor Pfarrer Wolf und Polizeirat wurden wiederaewäblt Nachdem c: Bericht der Schreibstube erstattet wor- schloß Strafanstaltsdirektor Hülsberg enammlung mit einem Avpell an die Ge- °>t* den aus der Strafanstalt Entlassenen

z. 3. Jahrgang.___________________

war es leider schon zu spät. Die Er- waren Brüder.

«icii er schlechte Schulzeugnisse hatte, h-hn-bnjäbrige Gymnasiast Goldstern aus

warf sich Beim Einfahren eures Zu- # Schienen; er wurde auf der Stelle ^«<us hinterlassenen Briefen des jungen 1- anfir hervor, daß das Motiv zu der schlechten Schulzeugnissen zu suchen ift «ein zeigte schon seit längerer Zett em gedrücktes Wesen, doch maß man dem Lcscuttma bei.

Casseler Neueste Nachrichten

keine Steine in den Weg zu legen, vielmehr ihr Los zu erleichtern. *ey=

Ans großer Zeit: 1813.

Vom 6. bis 9. Februar: Die ostpreu- ßischen Stände beschließen die Aufstel­lung von 20 000 Mann Landwehr und 13000 Mann Reserven auf Kosten der Provinz, sowie Bildung eines Landstur­mes, umfassend alle Männer von 18 bis 45 Jahren. Außerdem, auf Anregung ffjorks, noch die Aufstellung eines Kaval- ierie-Regiments.

Am 6. Febrnar: Das Korps Rork trifft in Elbing ein, während Ijork selbst noch in Königsberg bleibt.

4- Tausend Mark unterschlagen und geflo­hen! In einem hiesigen Bauunternehmerge­schäft war kürzlich ein neuer Bürodiener einge­stellt worden. Unter vielen Bewerbern hatte man den bevorzugt, der die schönste Handschrift besaß. Vor einigen Tagen trat der neue Bü­rodiener die Stellung auch an, und da er sich als recht brauchbar erwies und man wußte, daß er gute Zeugnisse eingeschickt hatte, so wurde ihm von der GeschäftsleiMng gleich von vorn­herein viel Vertrauen entgegengebracht. Vor­gestern erhielt der Bürodiener etwa dreitausend Mark eingehändigt, um damit an verschiede­nen Stellen in der Stadt fällige Zahlungsver­pflichtungen (Wechsel, Rechnungen ec.) zu er­ledigen. Nach einigen Stunden kehrte er auch ins Geschäftsbüro zurück, lieferte die erforder­lichen Quittungen ab, sodaß alles in Ordnung schien, und erhielt sodann nochmals einen Be­trag von 800 bis 1000 Mark ausgehändigt, um ebenfalls Rechnungen und anderes damit zu be­zahlen. Jetzt kam der Kassenbote aber nicht wieder; er ist, wie die angestellten Ermitt­lungen ergeben haben, von hier wieder spur­los verschwunden. Ferner hat eine Umfrage bei den beteiligten Geschäftsfreunden die wei­tere bedauerliche Tatsache ergeben, daß ein Teil der zuerst am Mittag wieder zurückgebrachten Quittungsbescheinigungen über die angeblich gemachten Bezahlungen von dem Schwindler gefälscht worden ist. Im Ganzen hat der Durchbrenner über tausend Mark mitgenom­men.

Der Innungs-Ausschuß über die Lehr­lings-Ausbildung. Am Montag hielt der In­nungs-Ausschuß eine gut besuchte Versamm­lung im RestaurantSchaubs Garten" ab, um zunächst sich mit der Frage der Fachschulen zu beschäftigen. Stadtv. Schreinermeister Döten­dier hatte über die Vorbildung der Lehr­linge ein Expose ausgearbeitet. Er ist der Meinung, daß die beste Ausbildung der Hand­werkerlehrlinge die durch den Meister sei. Die Behörden könnten hier fördernd eingreifen, indem sie die Lehrmeister durch die Innungen bestimmen lassen und durch Zuweisung von Arbeiten an solche Meister diesen es möglich machen, ihre Lehrlinge an alle Arbeiten heran- kommen zu lassen. Obermeister Knie st, der Vorsitzende des Ausschusses, wurde beauftragt, eine Eingabe an den Magistrat auszuarbeiten, die von diesen Punkten ausgehen soll. Man will dem Magistrat Vorschlägen, eine gemein­same Sitzung des Kuratoriums der gewerbli­chen Fortbildungsschule, des Vorstandes des Jnnungsausschuffes und der Jnnungsmeister anzuberaumen, in der man sich über die Ge­staltung des theoretischen Fachunterrichtes ver­ständigen soll. Ferner beschäftigte sich die Ver­sammlung mit der Gefängnisarbeit. In den Vorstand wurde Bäckerobermeister Bornemann gewählt an Stelle des ausscheidenden Herrn Bilsing.

-z- Im Eis des Küchengrabens eingebro­chen. Das vierjährige Söhnchen des Schnei­ders W. aus der Carlstraße ging gestern mit einem älteren Schüler in der Aue spazieren. Der kleine W. wagte sich dabei auf das dünne Eis des Küchenqrabens, brach ein und lag int eisigen Wasser. Aus das Geschrei des anderen Knaben eilte ein älterer Herr zu Hilfe, der den bewußtlosen Kleinen herauszog. Nach längeren Wiederbelebungsversuchen kam der Knabe wie­der zu sich und konnte seinem Vater übergeben werden.

-f- Eine Pfingstrauferei vor Gericht. Ter Maschinist Heinrich R. aus Wega stand heute vor der Strafkammer unter der Anklage der vorsätzlichen körperlichen Mißhandlung. Der Verhandlung, die heute in zweiter Instanz ver­handelt wurde, liegt ein Renkonire am zwei­ten Pfingstfeiertage zugrunde. Der Angeklagte befand sich mit mehreren Landleuten auf dem Wege nach Mehlen. Unterwegs trafen sie einen Wagen, auf dem sich Gesangvereinler aus Affol­dern befanden. Zwischen den beiden Gruppen entspann sich eine Schlägerei, in bereit Verlauf der Angeklagte einem der Sänger einen Stock vor die Brust geworfen haben soll. R. bestritt dies entschieden. Das Fürstliche Schöffengericht in Wildungen hatte ihn auch in erster Instanz freigesprochen. Trotz der auseinandergehenden Zeugenaussagen hielt der Staatsanwalt die Schuld des Angeklagten für erwiesen und bean­tragte, den Wildunger Freispruch aufzuheben und auf eine Geldstrafe von fünfzig Mark zu erkennen. Das Gericht hielt ebenfalls die Schuld für erwiesen und erkannte unter Zubilligung mildernder Umstände auf eine Geldstrafe von dreißig Mark und Tragung der Kosten in bei­den Instanzen.

Einspendabler" Gast. In einer Wirt­schaft in der Wolfhagerstraße gab gestern ein gutgekleideter Zechpreller eine Gastrolle. Er stellte sich als Vertreter derLembacher Brannt- weinsabrtk" vor und traktierte die Anwesenden, ohne an Bezahlung zu denken. Ter Wirt und die Gälte ließen demVertreter" eine ziemlich schmerzhafteAbreibung" zuteil werden.

Das Neueste im Bilde. Im Schaufenster unserer Geschäftsstelle, Kölnische Straße 5, gegenüber der Spohrstraße, sowie im Schalter- raum unserer Geschäftsstelle gelangten für die nächsten Tage folgende Bilder zum Ausbang: Tas Denkmal für den Schlachtenmaler Henri

Regnault. Ein Gruppenbild der berühmtesten Polarforscher der Gegenwart. Zum Flug stiber den Simplon. Königin Wilhelmina auf einer Schlittenfahrt. Ein eigenartiger Ge­denkstein. Von der Beisetzung des Admirals von Hollmann. Zu Kaiser Wilhelms Ge­burtstag. Major Enver Bey Der jüngste Thronerbe in Oesterreich. Erzherzog Rainer von Oesterreich Benediktiner-Mönche mit der Restaurierung ihres im Jahre 760 gegrün­deten Klosters in Devon-England, beschäftigt. Dreifach mit der Rettungsmedaille prämiiert.

-4- Unglück im Steinbruch. Im Steinbruch Dörnberg fiel einem Arbeiter ein Stein auf den Kopf, wodurch et sich eine schwere Schädelver­letzung zuzog. Der Schwerverletzte wurde mit dem Auto durch die Casseler Sanitätskolonne nach dem Roten Kreuz gebracht.

Die neuen Regierungs-Sekretäre. Im Sitzungssaale der hiesigen Königs. Regiening wurde nach langer Pause dieser Tage wieder einmal eine Regierungssekretär - Prüfung ab­gehalten. Die Prüfungskommission bestand aus Herrn Oberregierungsrat von W u s f o w. Stellvertreter des Regierungspräsidenten, als Vorsitzender und den Herren Regierungsrat Goldschmidt und Landesrentmeister Au- gustini als Beisitzer. Der Prüfung unter­zogen sich sechs Kandidaten, von denen fünf be­standen. Es sind dies die Herren Zivil- Supernumerar Emmerich, Bnreaudiätar B e b e r und Bureaudiätar Möller, sämtlich in Cassel und Zivil-Supernumerar Gei bei und Zivil-Supernumerar Wiebe aus Wies­baden.

Aus Cassels Kinos. DieHassia-Licht- spiele", untere Königsstraße 79, bieten im neuen Spielplan vier Dramen, drei Humoresken, zwei Naturaufnahmen und die Hassia-Wochenschau. ... Ferd. Beckers Lichtspiele, Königsstraße 85 und Bahnhofsstraße 15, bringen wieder ein neues Programm. Die Direktion hat die Preise bedeutend herabgesetzt. Kinder zahlen Wochen­tags nur zehn Pfennig. Erwachsene täglich von 20 Pfennig an mit Steuer.

6- Ein Meisterwerk der Casseler Henschel- werke. Versuche mit einer neuenStadtbahnlo- komotive werden gegenwärtig (wie uns ein Privat - Telegramm aus Berlin meldet) auf dem dortigen Nordring ausge- sührt. Die Maschine, die bei der Firma H c li­sch e l u. Sohn in Cassel gebaut ist, soll die gleichen Leistungen vollbringen, die nach der Elektrisierung der Stadtbahn von den elek­trischen Triebwagen erwartet werden. Die vereinigten Lokomotivsabriken haben die Ma­schine der Stadtbauverwaltung zur kostenlosen Prüfung zur Verfügung gestellt. Die Maschine soll nicht allein die gleiche Geschwindigkeit und Zugkraft haben wie die elektrischen Triebwa­gen, sondern auch die Fähigkeit besitzen, so schnell wie jene anzufahren. Mit der Loko­motive machten gestern mehrere höhere Eisen- bahnbeamte Fahrten, die einen günstigen Ver­lauf genommen haben.

Die Wahlen in Rothenditmold: Ein drit­ter Kandidat. Nunmehr hat auch die sozial­demokratische Partei in einer gestern vormittag imBürgerhof" in Rothenditmold abgehalte­nen, gut besuchten Versammlung zu der am dreizehnten Februar dieses Jahres stattsinden- den Stadtverordnetenwahl ihren Kandidaten bekannt gegeben. Es wurde als solcher der La­gerhalter Berthold Böttcher nominiert. Reichstagsabgeordneter Heinrich Hüttrnann sprach in anderthalbstündigen Ausführungen in eingehender Weise über die Grundsätze und For­derungen der sozialdemokratischen Kommunal­politik, forderte den Ausbau der Volksschule und Gründung von Mittelschulen, damit allen begabten Schülern, gleich, in welcher sozialen Lage sich die Eltern befinden, von Staatswegen der Weg zur höheren Bildung geebnet werde. Dann besprach der Redner das Wohnungswesen In Verbindung mit Ausführungen über Boden­politik. Nachdem Cassels Reichstagsabgeordne- ter unter lebhaftem Beifall geschlossen hatte, er­griff der Kandidat das Wort und besprach die Vorkommnisse, die zur Spaltung der Bürger­lichen in Rothenditmold geführt haben.

-f- Jubiläum des Vereins ehemaliger Bür­gerschüler. Morgen sind elf Jahre vergangen, seit derVerein ehemaliger Schüler der alten Casseler Bürgerschule" auf Anregung zweier alter Bürgerschüler gegründet wurde. Begei­stert wurde damals der Gedanke aufgenommen, die alten Schüler der in ihrer Eigenart 1890 eingegangenen Schule mit ihren früheren Leh­rern zu vereinen, und in kurzer Zeit waren es über 200 Casseler Bürger, die dem Verein bei­traten. Auch die ehemaligen Bürgerschullehrer beteiligten sich lebhaft am Vereinsleben. Ganz vorzüglich verlaufene Feiern der Lehrerjubiläen und der gemeinsamen Schulkameraden-Zusam- menkünsie hielten das Vereinsleben in Blüte. Von den damaligen Gründern des Vereins sind noch eine größere Anzahl dem Verein treu ge­blieben, zwei davon, die Herren Ph. Krieger und G. Reinecke, gehören dem Vorstand un­unterbrochen an. Am Sonnabend den 8. Fe­bruar, abends %9 Uhr, begeht der Verein die Feier seines elften StistungStageS im Saale der Holländischen Gemeinde.

-r- Kleine Tageschronik. Der Charakter als Geheimer SanitätSrat wurde Sanitätsrat Dr. Wilhelm Feh verliehen, dem praktischen^Arzt Dr. Hermann E v s e l der Charakter als Sani­tätsrat. Der Zweigverein Cassel des inter­nationalen Verbandes der Köche feiert beute abend imHanusch-Restaurant sein Stiftungs­fest, verbunden mit großer kulinarischer Tom­bola. die von vier Uhr nachmittags an dem Publikum zur Besichtigung freistebt. In dem gestrigen Bericht über die stafferfeiern in Cai- fel muß es heißenVerein der Hundert fünf­undsechziger, nicht 167er. Im Konzert des Altstädter Kirchenchors am Freitag den 7. Fe­bruar im Vereinshaus wirkt statt des erkrank­ten Fräulein Tbea Großiohann aus Münden Frau Helene Wenning mit Dadurch erfährt das Programm eine geringfügige Abänderung.

Tas Wetter am Donnerstag. Der amt­liche Wetterbericht sagt für Donnerstag folgende Witterung voraus: Bewölkung nur vorüber­gehend abnehmend, milde südwestliche Winde, später Niederschläge.

Donnerstag, 6. Februar 1913.

Letzte Telegramme.

(Nach Schluß der Redaktion eingegangen)

KriegsfchreckeK am Balkan.

Hunger und Not in Adrianopel!

(P r i v a t - T e l e g r a m m.)

Belgrad, 5. Februar. \

Aus den Erzählungen der vielen Deserteure, die aus Adrianopel flüchten, geht hervor, daß an die Mannschaften der Garnison nur noch 150 bis 170 Gramm Brot täglich verteilt werden. Seit vielen Tagen besteht das Essen der Soldaten nur aus Suppe, etwas Mehl und Safe; Fleifch fehlt gänzlich. Auch diese Ra­tionen werden nur in geringem Maße verteilt. Tiere gehen buchstäblich verhungert zu­grunde. Seit zehn Tagen bekommen sie nur noch etwas Mais zu freffen. Seit einem Mo­nat ist Petroleum und Zucker vollständig ver­griffen. Man befürchtet eine Revolution der Bevölkerung. Der moralische Zu­stand der Truppen hat sehr gelitten, woraus auch die große Zahl der Deserteure hindeutet. Nicht einmal für die Kranken kann ausreichend gesorgt werden, da es an dem nötigsten fehlt. Der Kommandant, General Schükri Pascha, tut alles, um den Mut der Truppen zu heben. Er besucht sie fast täglich und auch die Offiziere sind auf das eifrigste bemüht, durch Verspre­chungen die Stimmung zu heben. So wurde unter anderem behauptet, daß die Türken die Bulgaren zerniert und sogar Sofia er­obert hätten. Auf der Ostfeite von Adriano- pel sollen die Bulgaren um anderthalb Kilo­meter gegen die türkischen Stellungen vorge­rückt sein.

Kaisertage in Königsberg.

(Privat « Telegramm.) Königsberg, 5. Februar.

Die offizielle Hundertjahrfeier der Be­freiungskriege nahm heute hier tn Kö­nigsberg ihren Anfang, Das Denkmal das Ge­nerals York wurde enthüllt und um tue Denk­malsenthüllung gruppierten sich unter Teilnah­me des Kaisers eine Reche festlicher Veran­staltungen. Die städtischen Körperschaften hiel­ten schon um neun Uhr eine feierliche Sitzung in dem historischen Stadtverordneten - Sitzungs - saale ab. Im Beisein des Kronprinzen wurde um zehn Uhr auf dem Walter siemons- Platz das Denkmal des Generals Volk ent­hüllt. Der Kronprinz fuhr hierauf zum Bahn­hof, um den Kaiser und die Kronprinzessin zu empfangen, die im Extrazuge kurz nach zwölf Uhr cintrafen. Anläßlich der Gedenkfeier ha­ben eine Anzahl hervorragender Perfonlichlei- teit Ostpreußens Ordens erhalten, r. em Für­sten zu Dohna-Schlobitten wurde der Schwär- ze Adlerorden verliehen, Landeshofmcister Graf von Dönhoff-Friedrichstein erhielt das Groß- Kreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub.

-p

Prinz Eitels Zug verunglückt.

Mediafch (Siebenbürgen), 5. Februar. (Privat-Telegram m.) Der Schnellzug, mit dem Prinz Eitel Friedrich von Preußen aus Rumänien nach Berlin zurücklehrt, stieß gestern nacht mit einem Lastzüge zusammen. Der Heizer und ein Passagier des Schnellzuges wurden g et ö t e t. Mehrere Passagiere wurden verletzt. Der Salonwagen des Prinzen blieb unversehrt. Ter Prinz und das Ge­folge nahmen rüstig an der Hilfeleistung für die Verwundeten teil. Die Fahri wurde dann durch Aukoppeln des Salonwagens an einen anderen Zug fortgesetzt.

Angesichts des Ruins

Berlin, 5. Februar. iPrivat-Te- legramm.) Gestern verübte ein K lemp - nermeister mit seiner Fran m feiner Woh­nung Selbstmord. Er soll in der letzten -eit bedeutende Geldverluste erlitten und vor dem wirtschaftlichen Ruin gestanden haben. Hausbewohner wurden durch den scharfen Gasgeruch, der ans der Wohnung des Ehe­paares strömte, aufmerksam und riefen die Feuerwehr herbei. Wiederbelebungsversuche waren ohne Erfolg.

Zwei Riesenbrände in sechs Wochen!

Berlin, 5. Februar. (P rivat-Tele- gramm.) In der Berlin-Neuroder Kunst­druckanstalt, die am 19. Dezember vorigen Jahres von einem verheerenden Brande heim- gesucht wurde, brach heute morgen wiederum ein großes Schadenfeuer ans, das em gro­ßes Fabrikgebäude vollständig ö e r n t d) t<-. e. Der Schaden läßt sich noch nicht übersehen, wird aber voraussichtlich mehrere Hunderttausend Mark betragen. Die Ursache des Feuers tp noch nicht aufgeklärt.

Zwei Opfer der Liebe.

München, 5. Februar. (Privat-Te- legramm.) Heute früh ereignete sich m München ein schreckliches Liebesdrama. Bon der Groß-Heffeloher Brücke, die fünfundzwan­zig Meier hoch ist, stürzte sich ein Fähnrich vom neunten Infanterieregiment in Wurzburg mit seiner Geliebten, einer zwanzigjährigen Dame, in die grausige Tiefe. Der Fähnrich war so­fort tot, das Mädchen wurde schwer verletzt aufgesunden und durch die Rettungsgesellschast ins Krankenhaus transportiert, Wo es kurz nach der Einlieferung starb.

Patenthoffnungsvolle" Jugend. _

Posen, 5. Februar. (Privat-Tele­gram m.) Bon der Berger Cbetrealfrfiulc in Posen wurden zwei polnische Primaner, die bei den Kaisergeburtstagsfeierlichkeiten beim Kaiserhoch nicht aufo"^anden waren, re­legiert. In einer höheren Privattöchterschule wurden ebenfalls zwei polnische Schülerin­nen aus demselben Grunde aus der Schule verwiesen. :

MiMeNMMlMW 12 Seiten.