um die Mittagsstunde 4,23 Meter. Der Weser« Pegel in Hann.-Münden wies heute früh eine Wafferhöhe von 4,23 und der Pegel in Frankenberg (Hessen-Nassau) 1,52 Meter auf. Im allgemeinen kann angenommen werden, daß das Hochwasser nicht viel weiter steigt, wenn nicht neue Regenfälle eintreten. Es ist zu erwarten, daß das Wasser noch zehn Zentimeter steigt und dann abebbt. Die Hochwassergefahr scheint nun Vorüber zu sein. Aus Zwesten meldet uns ein Privat-Telegramm: Die Schwalm steigt zusehends; ebenfalls sind auch deren Zuflüsse reißend angeschwollen. Das angrenzende Gelände steht vollständig unter Wasser. Tie Wagmühlc bei Niederurff hat ebenfalls sehr mit dem Hochwasser zu kämpfen. Die Mühle lautt nicht in Betrieb gesetzt werden.
Der Unfall im Elektrizitätswerk. Die Leiche des gestern mittag, wie berichtet, im neuen städtischen Elektrizitätswerk am Hafen durch einen Starkstrom getöteten Elektromonteurs Heinrich Zimmermann wurde ae- stern noch nach der Friedhof-Leichen alle überführt. Bis heute mittag war die 8t'&c von bei Staatsanwaltschait noch nicht freigeaeben worden. Der Unglückliche war erst sechsun.Äzwan- zig Jahre und hinterlaßt eine Frau und ein Kind.
Der geheimnisvolle „Zeppelin"! Der geheimnisvolle Zeppelin, den verschiedene Spaziergänger am vergangenen Montag am nördlichen Himmel gesehen haben wollen, entpuppte sich als ein Ballon, den eine hiesige Firma während der Kaiser - Geburtstags-Parade in der Aue aussteigen ließ. Der Ballon überflog das Theater ,.nd nachdem er eine beträchtliche Höhe erreichte, fiel er bei Speele in die Fulda. Hier wurde er von einem Speeler Einwohner aufgefischt. Der Hebet« bringet erhielt dann eine Belohnung.
Ein Casseler Urteil vor dem Reichsgericht. Pom Landgericht Cassel war wegen Urkunden- fälschung der Metzger Jakob S. zu drei Monaten Gefängnis und 300 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Im Oktober 1911 erhielt der Zeuge F. von einer Bank ein Schreiben, daß in einigen Tagen ein von ihm ausgestellter Wechsel fällig fei. F. hatte aber keinen Wechsel ausgestellt und erfuhr auf der Bank, daß der fragliche Wechsel inzwischen vom Angeklagten eingelöst worden fei. S. bat dann den F.. über diese Sache zu schweigen Er hatte den Wechsel, um sich aus augenblicklicher Verlegenheit zu helfen, gefälscht und in Verkehr gebracht. Seine Revision wurde (wie uns aus Leipzig ge- fchrieben wird) gestern vom Reichsgerrcht verworfen.
-4- Der Ballon „Cassel". Die Sektion Cassel des „Kurhessischen Vereins für Luftfahrt" hat nunmehr einen eigenen Ballon erwart"", der 200 Kubikmeter größer ist als der Ballon „Marburg". Am 16. Februar wird Oberbürgermeister Dr. Scholz den Ballon auf den Namen „Cassel" taufen. Bei dieser Gelegenheit wird auch der Ballon „Marburg" auffteigen. Beide Ballons werden sodann von Mitgliedern ches Automobilklubs .Kurhessen" kriegsmäßig verfolgt.
Das Drama in der Diakonifsenstraße. Die Staatsanwaltschaft hat nach, einwandfreier Aufklärung der einzelnen Tatumstände b,g Ereignisses die Leiche des Fräulein Schn- *er in der Diakonissenstraße zur Beerdigung fieigegeben. Ans den hinterlassenen und von der Polizei beschlagnahmten Briefen der Dame geht mit zweifelloser Sicherheit hervor, daß diese die Absicht hatte, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Heber die Motive zu der verzweifelten Tat enthalten die erwähnten Briefe jebo* nur unklare Andeutungen; man ist also in dieser Beziehung auf Vermutungen angewiesen. Die Beerdigung fand bann heute vormittag statt.
-> Die Ankunft des Zirkus Charles. In zwei Ertrazügen trifft morgen früh 5,46 Hhr der Zirkus Charles auf dem Güterbahnhof Bettenhausen ein. Die etwa zweihundertfünfzig Kilometer lange Strecke von Barmen nach Cassel kostet dem Hnteruehmen etwa 15 000 Mark Reisegebühren. Vom Bahnhof aus erfolgt die Ueberfübrung der durch eigene Lokomobilen entladenen Transport-Waggons mit ebenfalls eigenen schweren belgischen Speditionspferden nach dem bereits errichteten Zirkus-Gebäude auf der Leisterschen Wiese.
-r- Das Geschick der Stadtpark-L chtspiele. Vor dem Köuigl. Amtsgericht stand he tte abermals Termin in der Klage der Herkulesbrauerei gegen die Stadtpark-Lichtspiele auf Räumung des Saales statt. Das Gericht verwies die Klage auf eine Wiederklage des Konkursverwalters hin. an das Landgericht, so daß die Entscheidung noch weiter hinausgeschoben wird.
Die Erstausführung von „Oberst Chabcrt" im Hoftheater. Am Mittwoch findet im Hoftheater die Erstaufführung bet Mnsikft-'vbie „Oberst Chabert" von H. von Woltershausen in Gegenwart des Komponisten statt. Die Besetzung ist folgende: „G-t-tert" Herr WuzÄ, „Rosine" Fräulein von der Osten, „Ferrand" Herr Windgassen, „Derville" Herr Groß, „Godeschal" Herr Bartram, „Vm'-ard" Herr Warbeck. Die musikalische Leitung hat Herr Tr. Zulauf. In Szene gefetzt ist das Werk durch Herrn Regisseur Ehrl.
-e- Kleine Tageschronik. Oberzahlmeister Vilmar vom ersten Kurhessischen Feldartil- (erieregrment Nr. 11 wurde der Charakter als Rechnungsrat verliehen; Garnisonverwalter Oberinspektor Baumgarten in Ohrdruf wurde nach St. Avold versetzt: Gerichtsassassor Möller bei der Intendantur des elften Armeekorps wurde zum etatsmäßigen Militär-Jn- tend.-Assessor ernannt. ... Ter Arbeiter Friedrich N. wurde durch polizeiliche Verfügung aus Cassel ausgewiesen. ... Wir machen hiermit auf das heutiae Inserat des Koch-Vereins aufmerksam. ... Städtischer Ausseher A u s P u r g feierte am Sonnabend sein fünfundzwanziajäh- riges Jubiläum im Dienste der Stadt Cassel.
-z- Das Wetter am Mittwoch. Der amtliche Wetterbericht sagt für morgen, Mittwoch, folgende Witterung voraus: Bewölkung und Niederschläge vorübergehend Nachlassen^ Temvera. « tut wenig geändert.
Letzte Telegramme, l
(Nach Schluß der Redaktion eingegangen)
Zer neue Balkan-Krieg.>
„Konstantinopel ist ruhig.. ♦
(Privat-Telegramm.)
Konstantinopel, 4. Februar.
Die Nachricht von dem Wiederbeginn der Feindfeligkeiten ist hier mit verhältnismäßiger Ruhe ausgenommen worden. Zwar hatte das Ausbleiben der erwarteten gemeinsamen Intervention der Großmächte hier eine etwas nervöse Stimmung bertiorgerufeu, und moit fühlte einige Beunruhigung, als gestern abend bekannt wurde, daß der französifche Botschafter Bompard dem Großvesir erklärt habe, ein derartiger Kollektivschritt werde keineswegs erfolgen. Man gibt sich indessen der Hoffnung hin, ein Eingreifen der Mächte werde vielleicht doch noch zugunsten der Türkei erfolgen. Die bis heute mittag hier eingetroffenen kurzen telegraphischen Nachrichten aus dem belagerten Adria- nopel lauten günstig. Es fehlt nur an Salz und Petroleum, sonst sind Lebensmittel auf. die Dauer eines Monats vorhanden.
Kriegsbilder vom Balkan.
(Privat-Telegramm.)
London, 4. Februar. A
Der Spezialkorrespoudent des Daily Mirror, der sich auf dem Wege nach Konstantinopel befindet, berichtet seinem Blatte von Constanza aus interessante Einzelheiten über das Bild, das sich ihm auf der Reise darbot. _Son der ungarischen Grenze an bis zum Schwaben Meer war jede Brücke militärisch besetzt. In Oesterreich passierte der Zug lange Reihen von Güterwagen, die mit Kanonen und Mörsern beladen waren. In Rumämen mußten am Hebergang des Zuges über die große Donaubrücke alle Passagiere die Korridore' verlassen und wurden in ihre Abteilungen eingeschlossen. Detektivs und Zugbeam- te patrouillierten auf und ab, um einen etwaigen Versuch, Dvnamit auf die Brücke zu werfen, noch rechtzeitig zu entdecken. Der Nordbahnhof in Bukarest war von Soldaten bewacht, die nach der Grenze abgehen.
Bulgariens Volk fordert Krieg!
Berlin, 4. Februar. (Privat - Tele« g r a m m.) Nach Informationen aus diplo- matifcher Quelle fcheint es, daß nicht die militärischen Kreise Bulgariens, sondern gerade die Zivilregierung es gewesen »st, die eine Fortsetzung des Krieges mit Rücksicht auf gewisse Strömungen im Volke, verlangt hat. Man kann aber annehmen, daß smfalle einer Ankündigung neuer Friedensverhandlungen auch das Zugeständnis Bulgariens betreffend den Stellvertreter des Khalifen ,n Adrianopel eine wichtige Rolle spielen wird.
Diebesgeschichten aus der Kaserne. , Perleberg, 4. Februar. (Privat - Telegramm.) Ein Kasernenwärter, der fortgesetzt Soldaten bestohlen hat, wurde gestern auf frischer Tat ertappt. Ein revierlranker Soldat, der sich aus der Stube während des Dienstes versteckt hielt, überraschte den Kaser-, nenwärter vom 39. Feldartillerie-Regiment in Perleberg, als dieser mittels Nachschlüssels die verschlossenen Spinde auf der Stube öffnete. Wie festgestellt wurde, hat der Mann die Diebstähle gewohnheitsmäßig ausgeführt.-
Fürst-Erzbischof Dr. Nagl -j-. \
Wien, 4. Februar. (Privat-Tel»«j gram m.) Kardinal Fürstbischof Dr. Josef Nagl ist in der vergangenen Nacht im Alter von fast achtzig Jahren an Herzschwäche gestorben. Der greife Kirchenfürst war feit längerer Zite leidend und fchon feit einigen Tage« befürchteten die Aerzte fein Ableben.
Jonnards Friedens-Programm.
Paris, 4. Februar. (Privat-Telegramm.) Der Minister des Aeußern, Jon- narb, hielt gestern in einer Sitzung des Nationalkomitees zur Ausbreitung der französischen Sprache eine Rede, in der er unter anderem ausführte: Wir können nichts Besseres tun, als in die Futztapfen unseres Vorgängers Poinears zu treten. Die Interessen Frankreichs werden am besten gewahrt durch Erhaltung des Friedens. Ich werde alles tun, nm die Beziehungen Frankreichs zum Auslande auf das 23cfte zu gestalten.
Osfizelr-Streik an Bord.
Mars eil e, 4. Februar. (Privattele- gr amm.) Dem Streik der Offiziere des Dampfers „Kanada" haben sich auch die Offiziere von zwei anderen Dampfern derselben Gesellschaft angefchloffen. Die Gesellfchast macht bekannt, daß die „Kanada" heute ihren Hafen verlassen werde, da es ihr gelungen sei, neue Offiziere anzuwerben.
Eine Londoner Klub-Affäre? >
London, 4. Februar. (Privat-Telegramm.) In politifchen Kressen Londons wird der Austritt des Schatzkanzlers und des Marineministers aus dem Resorm- klub dem angefehensten liberalen Klub in London, lebhaft erörtert. Die Leitung des Klubs bewahrt tiefstes Schweigen über den Grund des Ausfcheidens. Wie in Klubkreifen verlautet, fall der Austritt keine politifche Be-' beutung haben, fonbetn eine Privatangelegenheit sein.
Die Bluttat eines Postens. ” „
Lonbon, 14. Februar. (Privat -- Telegramm.) Ein Korporal der Garde fand vor einigen Tagen einen Wachtposten fdrfafenb. den er meldete, woraus der Bosten mit zwei Tagen Arrest bestraft wurde. Gestern abend mußte der Soldat wieder Poften stehen, 'HS derfelbe Korporal die Runde hatte. Der Bosten gab einen Gewehrschust aus ihn ab, durch den der Korporal sofort getötet wurde. \
IMiWMmmmW 12 Seiten. - - in um i—rrT—r TTIwiwr 7
52. — 3. Jahrgang.
Die Weiße Woche.
W. siches Frauenherz schlägt nicht höher bei
Hw Gedanken an die Wunder der weißen Wundervoll zarte, mit Svitzengeriesel gierte Dessous, blütenweiße Tischwäsche, ent- dall- und Sommerkleider und was tniboKen Tinge, die tu eine- weißen Wo- gehören, noch mehr sind. Schon wochen- vorher sind in den großen Häusern die KSptuungen für die Weiße Woche gemacht, sind x Os um erdenklichen Vorbereitungen getroffen um sie zu einer Anziehungskraft er-
s ** Ranges, zu.einet kleinen Geschäftssensa-
Kommunales aus Wahlershausen.
Ter Bürger-Verein Wahlershausen zu Caffel-Wilhelrnshöhe hielt diefer Tage im Restaurant Thiele eine gut besuchte 93 er« - fammlung ab. Der Vorsitzende, Stadtverordne- : ter Fröhlich, eröffnete die Versammlung, ES und wies auf die kommende Siadtverordneien- toabl am 13. Februar für den Wahlbezirk Cas- Mstl-Wilhelmshöhe in der dritten Wählerklasse Urhin (das Wahllokal befindet sich in der Keim- MUen Gastwirtschaft, Wilhelmshöher Allee 309), und ersuchte um Stellungnahme zu dieser Wahl,
i-i er selbst der Ausscheidende fei. Während der zweistündigen lebhaften Debatte, in der auch von leqnettscher Seite, die nicht dem Bürger- Verein angebörte. Fragen aufgerollt waren, die von Herrn Fröhlich eingehend zur Zufriedenheit der Mitglieder erledigt wurden, gab er zu- M gleich einen Rechenfchastsbericht über feine bis- - - hörige Tätigkeit, sowie feine Stellung zu den sehr brennenden Fragen (Eleftrizitätswerk «fto ). Schließlich einigte man sich auf die Wiederwahl des Herrn Fritz Fröhlich, und beschloß, den Wählern der dritten Klasse dig Kandidatur des bisherigen Stadtverordneten zu empfehlen, - der sich in feiner feitherigen zwölfjährigen Tä- : ligkeit sowohl als ehemaliger Gemeinde-Verord- ; neter, wie als Stadtverordneter allzeit bewährt - bat. Im weiteren Verlaufe der Verfammlung kamen die Verhältnisse der Stockwiesenstraße ■mb des Wasserwegs zur Sprache.
Die Stockwiefenttraße
Ust im Winter bei Schnee und Eis kaum passier- ^Mhsr, da bei Frost hier große Eisberge und bei
i taute etter Schlammbäder entstehen, besonders I am Eingang zum Wasserweg, vor den Häusern Schreinermeisters Kumpe und des Müh- Wstnbesitzers E. Lederhose. Ferner wurde Mbemänaeft. daß die Passage der Bachbrücke le- As benzgefährlich ist. Heber den Wasserweg, der BAU starke Verbindungspassage von der Kirch- DMmoldcr- nach der Langen Straße und Wil« WMmshöher Allee bildet, gab Herr Wimmel eine erbauliche Schilderung. Die Straße WMrd zum Teil von dem Bache gebildet. Für Mo» Personen-Verkehr befindet sich an der Sette etwa einen Meter hoher und kaum einen ^Bier breiter Fußsteig (Damm) ohne Geländer. Es* 1 * * * s? Tchutzmauer an dem Bache ist zum großen Mattle eingefallen. An Reinigung fehlt es fast ■ ganz. Die Versammlung beschloß, über diese ^Kagen eine Eingabe an den Mo"'sftat zu rich- damit hier schleunigst Abhilfe geschaffen ■Bs*. Ferner soll eine nochmalige Eingabe »Eaen Beschaffung von Badegelegenheit für den an den Magistrat gehen. In der Frage ausendjahrfeier will der Verein " den Nachbarvereinen in Verbindung treten. UW das Komitee für den Wahlakt wurden die e vtIten I. Moneke, G. Lauterbach, W. Frei- - Mn- H Reitze und Blochberger gewählt. Zum E ?Mwß wurde noch auf die polizeiliche Schlie- - »ung des fogenannten Elgershäuser Fußweges der oberen Kohlenstraße narb dem Kuh- ESSge aufmertfam gemacht. Die Versammlung l x°ustragte Herrn Wimmel, die Anlieger und x -tfutervifenten zu einem Einspruch zu veranlassen.
F.
fckwierigsten Dinge, direkt hage- BK. Zachen, und Anton, der Arm, über- EHrttft feinen Bruder, der stets in Lack und ■SSL auf die Bühne spaziert kommt, bei- noch an besspielloser Frechheit. Alle Ver- W^^uno.en des lustigen Schwanks beruhen, ESTbaö so gewöhnlich bei Schwänken der Fall MFFkein Pflegt, auf einem kleinen Seitenfprung hübschen Frau Emmy Langen (Eva Job); W^bai ein Verhältnis mit dem Baron War- äSLheia (Geisthövel). Hermann, der Agent, wie WWlü, Buche steht, der Businessman conune il W?«! verkauft, unglaubliche Frechhett, gelegen!« M?,' ,{„<5 Kaiserbesuchs im alten Köln bte auf dem Balkon des Fabrikbesitzers (Tackr.rann), schickt Langen feinen eige- '-uruhrr in der Uniform eines Schutzman- den Hals und läßt ihn 100 Mark „für Armen" blechen, weil er ohne behördliche Etotefimiqung die Balkonplätze verkauft hat. M^RMrlich wird ein Balkonplatz an Baron ßäurtenberg verkauft, der so die schöne Emrnv unerwartet wieder zu Gesicht bekommt.
Verwicklungen des Stücks bringen es ent - gx daß Wartenberg feine Brieftasche auf dem m der Wohnung Langens liegen läßt; K.slnaen findet sie und darin «warum mußte er io neugierig fein!) die Photographie fei« ffrau. Rache an dem Verführer zu neh- M«-« das ist natürlich fein einziger Gedanke, «her armer Langen, man führt ihn schändlich bimers Licht. Wartenberg erzählt, die photo- W-rabbierte Dame fei gar nicht Emmy, fonbetn Hä# schöne Soubrette Ella Bella, die nur Frau ^MMy ein wenig ähnlich sehe. Langen will Bella fehen, und nun kann Hermann fern ■BetoäftSgenie glänzen lassen. Wie er ben ar« K Langen an der Nase herumführt, rhm eigene Frau als Soubrette Ella Bella EwrKeÄt, und nicht allein das, nein, ihn auch Ei» fi» verliebt macht, w'e er aus der Woh- Onkels, des Bankleiters von Herder, natürlich von Wartenberg bezahlte Woh- MMg der Ella Bella macht, wie fein Bruder Winton aus der Beschränktheit und der 93er« - eaeuheit des Langen und Wartenberg Kapital rjdtogt, wie endlich im Theaterbüro Ella Della Mir Soubrette spielt, das ist einzig, das kann Kaan weiter nicht erzählen, das mutz man ein« KB gesehen haben: Man lacht sich kapott, man schon, wenn man Hermann Job nur 5 jiebt. Und da das Lachen nun einmal so ge= iuno ist, da kann man schließlich niemand einen BÜtffcnn Rat geben, als Hermann Job und Bäte Leute den „Schieber" spielen zu sehen.
e. 8.
Casseler Neueste Nachrichten
tton zu ma<Hen. Auf die Ausmachung kommt es heute an, und das Geschäftshaus, das sie vessteht, hat den Vogel abgeschoflen. Eine recht glückliche Hand hat in der augenblicklichen Weiße Woche-Saison die Ausstattung im Haufe Arthur Wertheim geleitet. Schon die Dekorattonen der acht Schaufenster, die sämtlich in weiß und fliederfarben gehalten sind, verraten einen vornehmen und gediegenen Geschmack. Aber überrascht ist man durch die entzückende Ausstattung des Jnnenraurnes. Rings um den Lichthof ziehen sich weiße Ar- katen mit diskret angebrachtem bunten Schmuck. Dem Haupteingang gegenüber ist eine Bogenhalle im maurischen Stil, von zwei pagodenartigen Türmen flankiert, errichtet. Die ganze Dekoratton ist durchweg in weiß und fliederfarben gehalten, und nur ganz diskret mischen sich matte bunte Farben hinein. Des Abends esstrahlt die ganze Herrlichkeit schier feenhaft im Licht der fliederfarbenen Leuchtkörper. Die Dekoratton des Jnnenraurnes, bei der etwa sechzigtausend Taschentücher Verwendung gefunden haben, ist entworfen und ausgesührt von Geschäftsdekorateur Paul Wilde. Die Schaufenster verdanken ihr festliches Aussehen der Arbeit des Herrn Wilde und des Dekorateurs Sichel.
Der Krach im M. V. V.
Der auffehenerregende Krach im Deutschen Mietversicherungs - Verein, wobei bekanntlich eine Unterbilanz von fast einer Million Mark festgestellt wurde, spielt auch durch persönliche Momente nach Cassel herüber. In einer von Fabttkant Moosbacher und Stadtverordneten Zimmermann einberufene« Jnteressentenverfammlung, die gestern abend im Kaufmannshause ftattfanb, wurden darüber interessante Einzelheiten bekannt. Die Leitung der Beratung übernahm auf allseitigen Wunsch Prof. S Ä a n z, der zunächst folgendes ausführte: Die Hausbesitzer in Essen haben, soweit sie an der Sanierung des Mietversicherungs - Vereins interessiert sind, sich entschlossen, Justizrat Dr. Baumert in Spandau mit der Wahrnehmung ihrer Interessen bei der heute in Berlin statt- findenden beratenden Versammlung zu beauftragen. Die Hauptversammlung ist erst für den zwölften Februar in Berlin in Aussicht genommen. Prosefsor Schanz ist der Ansicht, daß eine Liguidatton nicht unumgänglich ist und schlägt vor, gleichfalls Justtzrat Baumert zu bevollmächttgen und außerdem von hier aus einen Herrn zu entsenden. Auch Herr Schiff, ein früherer Subdircktor des Miet- Versicherungs-Vereins, hält das Hnternehmen nach wie vor für lebensfähig. Unter großer Spannung nimmt bann Herr I. Löwenstein das Wort, der, weit ausholenb, von der Gründung des Vereins erzählt. Unter dem Druck der Verhältnisse, Realkredit für zweite Hypotheken zu erlangen, ist die Idee der Mietversicherung aufgegriffen worden. Der vielgenannte Spiritus rector des Unternehmens, der Getreidehändler Schönewald, trieb einige Monate Versicherungsstudien und, nachdem für die Vorarbeiten zweitausend Mark gezeichnet worden waren, trat man mit dem Kaiserlichen Aufsichtsamt in Unterhandlungen. Dieses verlangte zimächfl einen Garanti esonds von hunderttausend Mark, den zehn Herren aufbrachten. Nach kurzer .'seit forderte bas Aufsichtsamt eine Erhöhung des Fonds auf vierhunderttausenb Mark, und auch diese Summe wurde gezeichnet.
Das junge Unternehmen florierte, Risiken ging man nur mit Vorsicht ein. Trotzdem schloß das erste Jahr mit einem erheblichen Fehlbeträge ab (80 000 Mark). Das Aufsichtsamt intervenierte und stellte die Gefchästsfüh- ntng vor die Alternative, entweder zu liquidieren, oder den Garantiesonds abermals auf fechshunderttaufend Mark zu erhöhen; man entschloß sich für das letztere. Im ersten Jahre war der Redner Vorsitzender des Aufsichtsrates gewesen, wegen Differenzen legte er dann fein Amt nieder. Vorsitzender ist nunmehr Rittergutsbesitzer von Böhlendorff- Kölpin, M. d. R., der als solcher eine jährliche Vergütung von zweitausend Mark erhält, die übrigen Aufsichtsratsmitglieder je tausend Mark. Herr Löwenstein kommt bann auf bie Person des Dr. Grand ke zu sprechen, der bekanntlich eine heftige Preßfehde gegen die Leitung des Unternehmens eröffnet hat. Der Redner gibt zu, baß man in der Wahl der verantwortlichen Leiter nicht ganz glücklich gewesen ift. In feiner Polemik gegen Dr. Grandke. den früheren zweiten Direktor und Syndikus des Unternehmens, weist er darauf hin, baß bi.fer bereits im Frühjahr 1911 den Posten übernommen hatte und erst im folgenden Jahre dann d?e Berumblässigung der Buchführung kritisierte. Herr Löwenstein ist der Ansscht, daß eine Liguidatton nicht nötig fei. . . . Im Verlaufe der Debatte wird eine Aeußerung des Oberbürgermeisters Dr. S ch o l z zitiert: „Die Mietversicherung ist bte Grundlage für die Befchaffung der zweiten ßvpotheken." Weiter werden Bedenken laut, wie sich bas Kafferliche Aufsichtsamt zu dem Projeft eines Casfeler Mietverficherungs - Vereines auf Gegenfeitigkeit stellen wird. Ueber die Abstimmung auf der Hauptversammlung am zwölften Februar wM man demnächst beraten. Vorerst will man das Ergebnis der heutigen Berliner Besprechung abwarten. =der.
Ans großes Zeit: 1813.
Am 5. Februar: Unweit Saldins stürzen sich 42 Kosaken auf eine französische Truppe von 1500 bewaffneten Infanteristen mit fechs gefechisfähigen Geschützen. nehmen viele davon gefangen und toten eine erhebliche Anzahl, wäb- • renb der Rest in wilder Flucht nach Kü- I ftrin eilt.
— Das Hochwasser der Fulda. Das Hochwasser der Fulde, ist in Cassel gegenwärtig tum Stillstand gekommen, nachdem es im Verlaus des heutigen Vormittags noch um drei Zentt- meter gestiegen war Heute früh acht Uhr zeigte der Pegel im Casseler Hafen 4,20 Meter, und
'Mittwoch?5^Februar-191-^