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Mer Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

3. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952.

Mittwoch, 5. Februar 1913

Fernsprecher 951 und 952.

tonntet 52

diktieren Tie Mächte tonen ryre ^inroiuigung nmiu um «iv ----- hierzu gegeben haben unter der Doraussetzung, I und vor Adrianopel wieder be g

kcher Autoritäten der Casseler Bürgerschaft ge­leigt, und kein Dementi, kein dienstbeslissnes

Die gestrigen Kampfe.

(P r i v a t - T e l e g r a m m)

Konstantinopel, 3. Februar.

Wie nunmehr auch offiziell mitgeteilt wird,

schaftliehe Millionen-Macht verfügt, müht, mit einer Kommune ein Vertragsverhältnis ein« gehen zu dürfen, das äußerlich (für die Kom­mune) manche Reize zeigt, so muß der Arg­wohn fingen: Welche Wirklicheit birgt sich hinter dem Sirenen-Sang?

Wie diese Wirklichkeit beschaffen ist, haben wir an der Hand tatsächlichen und einwand» fielen Materials, unter Hinweis auf die Er«

Die Caffeler Neueste« Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar abend«. Der «bonnementSvretS beträgt monatlich SO Pfg. bet freier Zustellung in« HauS. Bestellungen werden jederzeit von der Geschäftsstelle oder den Boten entgegengenommen. Druckerei, «erlag und Redaktion Schlachthofstrab- 28(30. Sprechstunden der Redaktion nur vou 7 bis 8 Uhr oben»» Sprechstunden der Auskunft Stelle: Jeden Mittwoch und Freitag von 6 bl« 8 Uhr abends. Berliner «erttetung: SW, Friedrichstr 16, Telephon: Ami Moritzplas «76.

bangen noch nicht vor.

Sofia, 4. Februar.

Aus Mustapha Pascha wurde gestern um neun Ahr abends telegraphiert: Anhaltender Kanonendonner vor Adrianopel macht hier die Fenster er­zittern. Sn hiesigen unterrichteten Kreisen rechnet man damit, daß die Festung in längstens vierzehn Tagen fallen wird.

Konstantinopel, 4. Februar.

Die Beschießung Adrianopels durch die Bulgaren hat um fünf Ahr gestern nachmittag begonnen. Angeblich hat bei Tschataldscha ein ernster Zu­sammenstoß stattgefunden. Die Bul­garen sollen Tschataldschakö jin Brand gesteckt haben.

Neuer Krieg, neue Forderungen.

Paris, 4. Februar. (Privat - Tele­gramm.) Der hier weilende bulgarische Kam­merpräsident Dr. Danew erklärt im Temps: Wenn die Türken nicht sofort und in vollem Umfang nachgebeu, so werden wir neue For­derungen stellen, sei es auf territorialem Gebiet, sei es in finanzieller Hinsicht. Wir wer­den dann einen Zugang zum Marmara­meer verlangen und die Ziffer der Kriegsent- chädigung erhöhen. Wie auch immer die türki- chen Angebote sein mögen: Wir werden uns auf einenneuenWaffenstillstand einlas­en, unsere Armeen werden erst beim definitiven Friedensschlutz Halt machen.

Europa und der Balkan.

weiteren Dispositionen

sind bisher die folgenden bekannt: Im Juni wird der Kaiser an der Jubelfeier des Klosters L o e c u m teilnehmen, das jetzt auf ein 750- jähriges Bestehen zurückblicken kann. Das bei Hannover gelegene Kloster wurde durch den Grafen Wulbrand den Alten von Hallermund vor 750 Jahren gegründet. Seit 770 ist das Kloster ein Predigerseminar, in dem ständig zwölf Kandidaten des Predigtamtes ihre letzte Ausbildung erhalten. Die nächste Reife fuhrt den Kaiser nach Kiel zur Teilnahme an der Kieler Woche die diesmal vom vierundzwan- zigsten Juni bis einschließlich zum sechsten j Juli dauern soll. Auf der Reise dorthin wird her Kaiser (wie alljährlich) dem Deuts ck en Derbv in Hamburg beiwohnen. Die K i e - ler Woche ist geaen früher diesmal um tute Woche nach dem Juli zu verschoben worden mit Rücksicht auf Hamburger Wunsche infolge der Verschiebung der Seytine der großen Pfer­derennen mußte auch das Derbv verlegt wer­den, und um der Hamburger Bevölkerung ihren

IKaisertag* zu erhalten, bat man um Verlegung der Kieler Woche. An der Kieler Wocke durften sich wieder die Nordlandreise des Kmiers

I anschließen, die, wie alljährlich, ungefähr drei I bis vier Wochen dauern dürste. Die letzte der I bisher bekannten diesjährigen Renen de^ Kaisers wird im Oktober stastsinden und den Kaiser nach Leipzig zur Teilnahme an den aronen Festlichkeiten bei der Einweihung des Völkerschlacht-Denkmals führen. An die,er

I großen Feier wird der Kaiser in Gemeinschaft I mit sämtlichen anderen deutschen Buudesfur I ffeu teilnebmen. '

Bleib« der Kriegsminister?

Wir verzeichneten gestern aufgrund einer Mitteilung der als offiziös geltenden dcilita- , rrsch-Politischen Korrespondenz die Nachricht von dem bevorstehenden Rück tritt des jKriegsministers von Heeringen. Tem-

haben die Feindseligkeiten gestern abend um sieben Uhr an der Tschataldschalinie ' , onnen. ES

Konstantinopel, 4. Februar. (Pri- vat-Telegramm.) Die verschiedenen Bot­schafter statteten gestern der Pforte Besuche ab, enthielten sich jedoch jeder Nötigung gegen­über der ottomanischen RegieruWr- Es scheint, daß sie nunmehr darüber unter­handeln, den Krieg zu lokalisieren. Ge­stern hieß es, ein Dorf bei Dschatald- scha stehe in Flammen und die Bulgaren hät- fcn sich zurückgezogen, jedenfalls nur, um die türkischen Truppen zu veranlaffen, auS ihren Verschanzungen herauszugehen. Die tot,:f*en Truppen haben aber st r e n g e n B e f e h l, die Offensive nicht zu ergreifen, sondern den Alli­ierten den ersten Angriff zu überlaffen.

hing uns das Märchen erzählt, den Wortführer der A. E. G. habetautet Beifall" gelohnt. Diesen Lorbeer möchten wir der A. E. G. nicht neiden; wir haben aber das Vertrauen zu den Vertretern der Caffeler Bürgerschaft, daß sic am morgigen Entscheidungstag ihr Urteil so fällen werden, wie es das Interesse der Stadt und die Sicherung der wirtschaftlichen Seib- ständigkeit der Kommune erheischen: Hände weg von einem Plan, der hinter lockenden | Millionenzisfern doppelt schwere Gefahren birgt...! F- H-

(«nüber den Problemen und Projekten mo- dern-großstädtischer Kommunalpolitik die ; Schuld daran beigemessen wird, daß die Kom­munalpolitik der Residenzstadt Cassel Jahre hindurch in einer bedenklichen Stagnation ver­harrte und Fortschritt und Entwicklung eher Hemmung als Förderung und verständnisvolle Unterstützung zuteil werden ließ. Jndeffen: Was einst unterlaffen und übersehen wurde, liegt hinter uns und es wagt sich heut' die Hoffnung ans Licht, daß auch für Eaffels kommunale Wirksamkeit und Entwicklung eine neue Aera

, sichtbare Verkörperung des endlichen Er- vM XDÖtl lU elJICl ülUnUK. wachens bürgerschaftlichen Kommunalinteres- A- F .«Traac. ses und den berufnen Repräsentanten der Bür«

Vorder Enficheidung in bet A.EG.^age. n ^^ber Magistrat und Stadtparla- Am fünften Februar (am Aichermittwoch-1 meut begrüßen) seine Stimme zur Mahnung Bm) werden die von der Casseler Bürgerfchast I Narnung an die über die Zukunft unsres «wählten Stadtverordneten endgültig darüber Elektrizitätswerks entscheidenden Stellen erho- geschluß zu faffen haben, wie die bürgerschaft- wenn noch ein leiser Zweifel darüber

i*e Körperschaft sich zu dem Plan des Magi- bestehen konnte, ob sich in Wirklichkeit die Ge- jjgtf in der Elektrizitätswerk- yrage sawtheit der Bürgerschaft gegen das millio- » stellen gedenkt. Was an sachlichen Mo-1 ^en-glitzcrnde Verhängnis-Projekt stemme, so nenten für und gegen das magistratliche Pro- dieser Zwcifelrest durch die gestrige Ans- M einer Verbindung der Stadt mit Großtapi- fpra(^c Evangelischen Vereinshaus als be- y und Privat-Jndustrie vorzubringen war, feitiflt selten, unb e§ ist wohl nur ein kleiner N in der kurzen Spanne Zeit, die zwischen dem (hJenn ^ch etwas deplazierter) Fastnachts- Mwntwerden des Vertragsentwurfs und der -$er, tocnn eine hiesige Zeitung in ihrem Be- Mscheidung des Stadtparlaments liegt, reich- x--t übei gestrige Bürgerschafts-Versamm- s* und erschöpfend geschehen, und was noch «sagen bleibt, liegt mehr auf kommunal- psychologischem Gebiete. Wir alle wiffen es und haben es oft genug beklagt, daß das kommunalpolitische Jntereffe in der Bürger- toaft der Residenz nicht fo rege und diszipli­niert ist, wie man es wünschen möchte, und es Wbehn sicher nicht der Berechtigung, wenn Mde diesem fühlbaren Mangel an Ver- 8ättbni8 und Anteilnahme der Bürgerschaft ge-

Mutz Adriansvel falls»?

Der Kampfpreis des Krieges: Adrianopel!

(Von unserem M. v. 8. - Mitarbeiter.)

Von Bulgarien ist bereits angewndigt wor« den, daß sich die Operationen der Verbün­deten gegen die Türkei zunächst au; Adrianopel beschränken wurden. Die Frage ist nun, wird Adrianopel den erneuten und vermutlich verstärkten Ansturm auszuhal­ten vermögen? Ohne Frage ist Adrianopel m technischer Beziehung eine äußerst st ar k e Fe­stung. -Die Befestigungswerke sind vor drei Jahren bei der allgemeinen Heeresorgamsa- tion des jetzigen Generalissimus Izzet Pascha von Grund aus modernisiert worden. Der Umkreis der Festung beträgt etwa fünfunddrei- ßig Kilometer. Zwanzig Befestigungswerke ersten Ranges befinden sich auf der Seite der Maritza und fünf gegenüber Karagatsch. Da ein bedeutender Teil des Festungsgürtels fei­ner Lage nach mit der Maritza, der Arda und der Tundscha zusammenfällt, die tm Winter fast ein drittel der Umgebung Adrianopels un­ter Waffer setzen, so ist auf diese Weise cm un­einnehmbares natürliches Hindernis gegen ei­nen feindlichen Angriff gegeben. Die Garni­son Adrianopels betrug im Augenblicke der be­ginnenden Belagerung außer drei Redlfbatail- lonen erster Klaffe drei Divisionen Redifs zweiter Klaffe, also ungefähr 30 000 Bajonette. Wenn dagegen die Angaben des spondenten der Times zutreffend sind, so befin­den sich in Adrianopel auch noch andere Truppen.

Die türkische Armee

lieber die Stimmung in Bulgarien be­richtet uns ein Privat-Telegramm aus Sofia: Sowohl der deutsche, als der eng­lisch« und französische Botschafter in Sofia inter­venierten gestern bei der bulgarischen Regierung vergeblich hinsichtlich des Kriegsbeginnes. Die bulgarische Regierung erklärte, nur gegen die unveränderte Annahme der Friedensbedin­gungen von Feindseligkeiten abzusehen. An- cheinend ist Bulgarien so hartnäckig, weil es nunmehr auch die Eroberung Konstanti­nopels anstrebt und entschloffen ist, den Kampf bis zum Aeutzersten fottzusetzen.

wurde nämlich von den Bulgaren in dem Au­genblick Überrascht, wo sie gerade in der Kon« zentration begriffen war. Eine Abteilung dieser Truppen, nämlich die Streitkräfte Omar Raver Paschas und Ahmed Abuk Paschas, konnte sich noch rechtzeitig in die Festung zn- rückziehen. Im Dezember war man m turki- schen Generalstabskreisen der Ansicht, daß sich Adrianopel noch bis Ende Marz wurde halten können. Das bedeutet, daß im äußersten Falle auch bis Ende Mai der Belagerung Widerstand geleistet werden könne. Wie dem auch fei: In jedem Falle ist man falsch unter« richtet, wenn man meint, daß dre Festung be­reits am Ende ihrer Kräfte angelangt sei. Wenigstens hat man bis letzt noch mckts davon gehört, daß Schukri Pascha den Versuch gemacht haben sollte, sich der wehrlosen Zivilisten, die der Garnison mir die Nahrung nehmen, zu entledigen. Sicherlich würde ein Kommandant, der so oft Beweise seiner Tüchtigkeit gegeben hat, seine Truppen nicht unter Hunger leiden taffen, nur um 100000 Zivilisten den Unterhalt zu sichern. Wenn es richtig fern sollte da« Cholera und Dysenterie auch die Adrianopeler Garnison Nicht verfchonl haben, so stehen andererseits Schükri Pascha große Reserven an Massen und Munition zur Verfü­gung, und zweifellos hat er die Reihen (einer Kämpfer durch

Rekrutierung von Zivilisten auszufüllen und zu verstärken gesucht. Nach alledem scheint soviel sicher, daß für den Fall, daß genügend Verpflegungsmittel vorhanden sind, die Festung int Sturm nur nach einer langen Reihe blutiger Angriffe genommen werden kann. Die Situation der Stadt ist eine solche, daß die Hauptwerke, wenn sie energisch verteidigt werden, nur m die Hände eines Feindes fallen werden dessen Hauptwaffe die Geduld und der darauf vorbe- , teilet ist, eine große Zahl an Menschenleben zu opfern. Es wäre sonderbar, wenn man in So- , sia über diesen Stand der Dinge nicht hinrei­chend unterrichtet sein sollte. Viellmcht haben deshalb Diejenigen nicht ganz unrecht die der Ansicht sind, daß die neue Initiative der Bul­garen nur mehr eine markierte sein wurde Man will anscheinend, um emen Druck auf die Morte und die Mächte auszuuben, ich ein« bar die Feindseligkeiten wiederaumebmen, aber dock so, daß nickt große Opfer gebraut ju werden brauchen. Denn daß der Abichlux des Friedens nur noch eine Frage von Tagen ist: Ziefer Einsicht verschließt man sich in den Kreisen der Verbündeten wahrscheinlich ebenio wenig, wie in den Kabinetten der Mächte. Man hat eben einmal A gesagt und glaubt jetzt auch das B folgen taffen zu ntüffen. Nur ist es so ernst nickt gemeint, und der Krieg kann trotz aller Rodomontaden auf beiden seilen und kleiner Vorpostengefechte als latsäcklich be­endet gelten. Tie näckste Zukunft wird die Richtigkeit dieser Ausfaffung lehren.

jahrungen, die man anderwärts in der gülb- nen Fessel der A. E. G. gesammelt, und gestützt aus die Gutachten amtlicher und parlamenlari-

gegenüber teilt nun (im Auftrag des Kriegs­ministers?) Generalleutnant von Wachs der Preffe mit, daßdie genannte Korrespondenz eit Jahren nicht mehr offiziös gespeist wird. Damit fallen auch (fo heißt es in der Zuschrift) die von der genannten Korrespondenz gebrach­ten Mitteilungen über die Amlsmüdig- k e i t des Kriegsministers als haltlos in sich zusammen. . Ob man dieses Dementi als Zurückweisung der dem Kriegsminister nach­gesagten Rücklriltsabsichlen deuten darf, wird die Zukunft zeigen müffen.

Neuer Kanonen-Lonner.

-MserttonSoreise- Di« ftchSgefpallene gelle für einheimisch« Geschäfte ISPfg., vtt ans wärttne Inserat« 25 Pf, Reklame,eile für einheimische Geschäfte 40 «f für auäroarttge Geschäfte so Ps. Einfache Beilagen für die (Sefamtauflage werden mit SMark pro Taufen» be rechnet. Wcaen ihrer dichten Berdrettung tn der Residenz und der Umgebung find dis SEler Neuesten Nachrichten etir vorzüglicher JnferttonSorgan. ^°lchLf^E Kölnische Stratze 5 Berliner Vertretung: SW., -rriedrichstr-be 10, Telephon: Amt Mori»pt°,«7«

daß die Stadl geschont werde. Weiter wird be­kannt, daß die Pfotte nach dem Aufbruch der Balkanbevollmächtigten bereits nach Sofia T e- legramme gesandt habe, in denen sie die Uebergabe von Adrianopel anbot.

Konstantinopel bedroht?

Rom, 4. Februar. (Privat - Tele­gramm.) Ein hiesiges Blatt meldet, die bulgarische Regierung habe bet den Machten angefragt, ob sie Konstantinopel beset­zen dürfe, um dort der Türkei den Frieden zu diktieren. Die Mächte fallen ihre Einwilligung

. Bresse-Märchen kann die eine erweisliche und

'' allein ausschlaggebende Tatsache erschüttern: j

Gaffel würde sich selbst und seiner wirtschaftlich

- arbeitenden Bürgerschaft eine verhängnisvolle Fessel anlegen, wenn es fein mit großen |gfc ~Pfem errichtetes, zu den besten wirtschaftli­chen Hoffnungen berechtigendes Elektriziläts« werk dem Millionenfpiel und dem Monopol« ' Truck der Großindustrie ausliefern wollte. Am - Vorabend des Entscheidungstags hat nun auch bet Große Casseler Bürgerverein dem wir alle mit aufrichtiger Freude die

Beginn der Fahrhnndert-Feiern.

Kaiserreisen im Frühjahr und Sommer.

(Von unserem E. G. - Mitarbeiter.)

Berlin, 4. Februar.

Ueber die bisherigen Dispositionen für die Reisen des Kaisers im Frühjahr und Som­mer 1913 werden von militärischer Seile fol­gende Mitteilungen gemacht: Die erste diesiah- tige Kaiserreife erfolgt am fünften Februar. An diesem Tage trifft der Kaiser m Königs­berg i. Pr. ein, um dort einer Festsitzung des Provinziallandtages, der Eröffnung der Jahr­hundert-Ausstellung in der neuen Kriegsaus- stellungshalle und einem Festmahl in der Stadt­halle beizuwohnen. Damit beginnen die gro­ßen diesjährigen offiziellen Iahrhund ert- feiern. Die nächste Reise ftihrt den Kotier nach Wilhelmshaven. Er wird dort voraussichtlich in der letzten Februarwoche zur Vereidigung der Marinerekruten eintreficn, und an Bord des LinienschiffesKaiser", seines neuen Wohnschiffes, Wohnung nehmen. Es wird dies das erste Mal sein, daß dme-Lchisf dem Kaiser als W o h n u n g dient. Die Raume für den Aufenthalt des Kaisers sind bereits fertig in Stand gesetzt. Das Inventar für die Räume des Kaisers, Möbel, Ausstattung und Silberzeug, ist bereits von derDeutschland auf das LinienschiffKaiser" überführt wor­den. Nach der Beendigung des Aufenthaltes in Wilhelmshaven wird der Kaiser vermutlich I den üblichen Ausflug nach Helgoland un­ternehmen, die Rückkehr dürfte über Bremen er­folgen, wo der Kaiser zu einer Besichtigung des Ralhausneubaues erwartet wird. Als nächste Reise dürste die Fahrt nach Korfu folgen. Es ist anzunehmen, daß der Kaiser wieder die Osterfeierlage auf seinem Sommersitz im Süden

I verbringen wird. Von den

Der Wiederbeginn des Balkankrieges.

Was zu erwarten war und befürchtet wurde, ist nun geschehen: Der Krieg am Balkan Hal aufs neue begonnen, und vor Adrianopel und bei Tschataldscha donnern abermals die Ka­nonen. Damit Hal der zweite und wahrschein­lich l e tz t e Akte des Balkan-Dramas begonnen, denn niemand kann darüber int Zweifel sein, daß dieser neue Krieg, geführt unterm Druck der Großmächte, bald zum entscheidenden Abschluß gebracht werden wird und daß die Entscheidung der Waffen gleichbedeutend sein wird mit dem Schicksal der Türkei überhaupt.

Konstantinopel, 4. Februar.

Rach offiziellen Mitteilungen hat vor Adrianopel gestern abend eine heftige Schlacht begonnen. Vor Tschataldscha fand nnr ein bedentnngsloser Zu. sarnrnenstotz statt. Aeber den Ausgang de« Kämpfe bei Adrianopel, die bis in die späte Nacht dauerten, liegen Mel-

.: angebrochen.

Es ist vielleicht ein Zufall, oder em zettli- 1 chcs Zusammentreffen verschiedner ursächlich I

5 "»«rmrenhängender Umstände, daß nun grade ^Beginn einer (in ihren äußern Um- »ria bereits deutlich erkennbaren) neuen Epoche residenzstädlischer Kommunalpolitik ein j Vroittt auftauchte, das In seiner wirtschaftlich-1 theoretischen Struktur möglicherweise als die Offenbarung neuer Wege und Ziele ge­schätzt werden darf, das indessen in feinen prak­tischen Wirkungs-Möglichkeiten eine wirt' schädliche Gefahr von eminenter Große darstellt, und daS außerdem von der Ten-1 denz beeinflußt ist, den städtischen Wirl- schaftSbelrieb werbender Unternehmungen durch die Macht großkapitalistischer Unter« stützmtg in seinen finanziellen Effekten zu 6er« beffent! Es mag auf den ersten Blick verlockend

M scheinen, die Großindustrie mit ihrer Millionen-1 bewegenden Kapilalkrastfür die Stadl" arbei­ten zu lassen und auf diese Weise der Kommune I einen sichern Erwerbsgewinn zuzuführen, dem kein sichtbares direktes wirtschaftliches Risiko

|K gegenüberstehl. Es darf auch gesagt werden, daß die Stadl selbst als Verlrags-Kon-

f Irahent von den Gefahren einer wirlschastli- chen Verbindung mit der monopol-erstrebenden Großindustrie nicht unmittelbar betroffen » wird: Die Bedeutung der Gefahr liegt biet« E," mehr in ihren verhängnisvollen Einwirkungen

U auf das bürgerschaftliche Wirt-!

M schäft sieb en, das sich in demselben Au­genblick dem Druck großkapitalistischer Ueber- Ez* mach« ausgelieferl sieht, in dem die Stadl Edem Millionen-Konzern die Hand zur Gel« t e n d m a ch u n g seiner Machtmittel und zur gL Erstrebung seiner Ziele reicht. Die A. E. G. ist ein Unternehmen, das allerschärfster Wirt­schafts-Energie seine Erfolge verdantt, und wenn sich eine Gesellschaft, die über wirt