Einzelbild herunterladen
 

Reih«

C Mer NM MW tm

IJB Caffeler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

JnserttmlSpretse: Die ftchSgefoaltene Zeile für einheimische BeschLft, 15 Pfg-, für ou5" wärtige Inserate 25 Reklamezetle für einheimisch« Seschüste 4» Bf., für auswärtige Leschäfte so Pf. Einfache Beilagen Mr dis Wesamtauffags werden nrtt 5 Mark vro Laufend be­rechnet. Wegen ihrer dichten Berbreitunz in der Sisstden, und der Umgebung lind die Caffeler Neuesten Nachrichten ein vorzügliches JnferttonSorgan. SefchäftSstelle: Kölnische Strabe 5. Berliner Bertretung: SW, FrtedrichftraSe 18, Telephon: Amt Moritzplatz 676

ghttntner 49. Fernsprecher 951 und 952. Sonnabend, 1. Februar 1913. Fernsprecher SSI und 952. 3. Jahrgang.

Die Caffeler Neueste« Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar abends. Der rkbsnnementSpreiS beträgt monatlich 60 Bfg. bei freier Zustellung ins HauS. Bestellungen werden jederzeit von der Geschäftsstelle oder den Boten entgegengsnommen. Druckerei, Verlag und Redaktion: Schlachthofstratze 28/30. Sprechstunden der Redaktion nur von 7 bis 8 llhr abends Sprechstunden der Auskunft - Stelle: Jeden Mittwoch und Freitag von 6 bi» 8 Uhr abends. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstr. 16, Telephon: Amt Moritzplatz 676.

Neuer Balkan Krieg

F. H.

Rätsel noch zu entschleiern .

Sofia, 31. Januar.

- W \

t wer« |

. der

t der

bastW hol»

Main domiziliert ist, mit einem Schutz durch den Kops aufgefunden worden. Baumann hat­te sich auf die Jagd begeben, und es ist möglich/ daß er dabei dem Bahnstrange zu nahe kam und von einem Posten der Bahnwache erschossen wurde. ES ist aber auch ein Raubmord nicht ausgeschlossen. Die bisherige Untersuchung hat völlige Aufklärung über die Art des Todes BaumannS noch nicht gebracht und es geht das Gerücht um, Baumann sei von türkischen Fanatikern erschossen worden.

rett; li'gen,

n 1 scbeing

Frage offen, wie es zu erklären ist, daß, aus­weislich der Geschichte, die doch wohl als das Ideal vergleichender Statistik geschützt wer­den darf, ein Geburtenrückgang zu a l l e n Zei­ten stets dann erkennbar war, wenn die Not durchs Land ging. Vielleicht bemüht sich der Herr Minister, unserm Auge such dieses

es ein

fette

wen- MssU-1 i de»

reuet* muten : innen.

Agcnüber der Quantität der Volksvermehrung tntnt8 : ff größern und i d e a l e r n Wert nanntet

Hollwegs Führerband nach fernem Lorbeer langten, uns aus den Zahlenreihen der Stati­stik die erfreuliche Hoffnung extraktierten, die Teuerung werde nur »eine vorübergehende Er» schttmmg* sein und ihre Ursachen wurzelten nicht in Svstem-Mängeln unsrer Wirtschafts­politik, sondern in dem unziemlich gesteigerten fileischhunger der Deutschen des zwanzigsten Jahrhunderts, der (abermals offenbart durch die Tabellen der Statistik) als überzeu­gender Beweis allgemeinen Wohlstands ge- schSht werden dürfe. Die Statistik der Herren Arnim-Criewen und Schorlemer-Lieser hat

. e Berichte erst teilweise eingegangen sind"), W aleibt angesichts des Babelturmz dieser jta- "»Lkbkn Lavier-Aktion nocb die bescheidne

Een Jahres Abendtagen den Gebutten-Rück- als natürliche und gesunde Reaktion der E «* den letzten Jahrzehnten allzuhastig ent. UWckelten Bevölkeningszunahme auf deutscher kennzeichnete und die Besserung der Qualität in der Rachwuchs-Heranbildung

Berlin, 31. Januar

Der erst siebenundzwanzigjährige Prinz hat durch seine Geldaffären schon oft die Oeffentlichkett beschäftigt. Zur Zeit seiner Uni- versttätsstudien (er galt damals als Thron­folger, da die Ehe des Großherzogs linder« los war) erzählte man sich viel von den tollen Streichen des Prinzen, von Spielgesellschasten, die er arrangiert habe. Die Universitätsstudien brach er aus einer der Oeffentlickkeit unbekannt gebliebenen Ursache vorzeitig ab. Der Prinz erhielt militärische Lehrer und trat dann in ein Gardekürassierregiment ein. Aber auch hier blieb er nicht lange, da er in seiner Disziplin­losigkeit und Spielleidenschaft einen un­günstigen Einfluß auf die übrigen Offiziere ausübte, und der Kommandant des Regiments selbst die Versetzung des Prinzen verlangte und auch durchsetzte. Er kam dann nach Saar, bürg zu einem Ulanenregiment. Auch in seinem neuen Garnisonsorte verübte er aber derartige Streiche, daß er sich bald unmöglich machte. Die großen Ausgaben, die seine Apanage weit über­stiegen, zwangen ihn, Schulden zu machen, die zweimal vom grobherzoglichen Hofe bezahlt wurden. Ms dann eine Anzahl von Gläu­bigern, die ungefähr 50 000 Mark zu fordern hatten, neuerdings an den Großherzog heran trat, wurde Prinz Hermann vom Militärdienst« beurlaubi und er selbst unter Kuratel ge- stellt. Besser wurde die Lebensweise des Prin­zen dadurch keineswegs. Er unternahm große Vergnügungsreisen, war ein leichtlebiger Gast in Seebädern und Kurorten und bewegte sich viel in

Gesellschaft von Hasardspielern.

So kam er auch nach London und verkehrte dort häufig in einer Spielergesellschaft, von der in einem vor Jahresfrist geführten Prozesse viel­fach die Rede war. Gelegentlich des Besuches eines Theaters, in dem eine italienische Operet­tengesellschaft gastierte, sah er die Schauspielerin Wanda Paola Loitero, die Tochter eines Genueser Schiffskapitäns. Die auffallend hübsche, damals erst zwanzigjährige Schcmspie- lerin fesselte ihn derart, daß er schon nach kur­zer Bekanntschaft entschlossen war, sie zu hei­raten. Er hatte den Theaterdirektor durch Zahlung eines Pönales veranlaßt, Wanda Lot­ters vor Ablauf ihrer Vertragszeit zu entlassen und reiste mft ihr nach Genua, um die für die Hochzeit notwendigen Papiere zu beschafien. Auf dieser Reise kam er in Begleitung der Wanda Lottero auch nach Wien. Er war da­mals nicht als Prinz von Sachsen-Weimar, son­dern als Graf von Hessen samt Frau ge­meldet. Von Genua kehrte er allein an den großherzoglichen Hof zurück und unternahm -Schritte zur Erlaubnis einer morganatischen Ehe mit der Schauspielerin. Da ihm die Be­willigung nicht erteilt wurde, erklärte er sich in einer vom zweiten August 1909 in Weimar aus­gefertigten Urkunde bereit, Titel und Rang eines Prinzen von Sachsen-Weimar-Eisenacb abzulegen und nahm den Namen eines Grafen Hermann von Ostheim an. Schon vier Wochen nachher führte er seinen Plan aus und heiratete am fünften September 1909 in Lon­don die italienische Schauspielerin.

Der Wahn ist kurz...!

Das junge Ehepaar nahm ständig Domizil in Paris. Die kinderlos gebliebene Ehe war aber nicht von langer Dauer. Der Prinz war stets von Gläubigern verfolgt, wollte aber trotzdem in feinei In&üiMlmen.

ungeü F J1 "ie kluge Mahnung des Geheimrats aus itereft ik °em preußischen Kultusministerium (der in des

-Iris' - ----

it vi-

kündet der ErkenntniSschwSche, die die Ikordes Leb en s als Hemmung der Volks- L... Vermehrung beklagt, grimmige Fehde. DaS Ets ist sicherlich recht schmerzlich und betrü­bend, und gegenüber der zerschmetternden An- "Nge des Herrn Ministers des Innern ver- siust die kluge Mahnung des Geheimrats aus

MS nun zwar nicht satt gemacht, aber wir er« nart»ät / sreuten uns doch eines gewissen Wohlbehagens, die Erzellenzen uns, gütig lächelnd, de-

Der bulgarische Generalissimus S a w o s f hat den türkischen Oberkommandierenden von der Kündigung deS Waffenstillstandes ver­ständigt. In einem neuen Armeebefehl hat Sawoff den Truppen mit geteilt, datz der Krieg fortgesetzt werde. Der Befehl drückt die Hoffnung aus, datz die Tntppen mit der gleichen Tapferkeit wie bisher ihre Pflicht erfüllen werden. Die Regierung hat den Bahnverkehr über Adrianopel eingestellt. In bulgarischen Armeekreisen wurde die Kündigung des WaffensfillstandeS mit lau­tem Jubel begrüßt.

Sofia, 31. Januar-

AuS Adrianopel hier eingetroffene Meldungen besagen, datz die Lebensmittel in der Stadt nahezu aufgebraucht find. Alle Ein­wohner verlangen die sofortige Ueber- g a b e der Festung und es verlautet, datz ver­schiedene Tumulte stattgefunden haben, wobei einige höhere Offiziere ermordet worden sein sollen. Allgemein kommt in der Presse zum Ausdruck, datz ht dem nun begin­nenden zweiten Kriege die Balkan-Berbünde- ten auf der Eroberung Konstantino- p e l s bestehen müßten.

Ueber die augenblickliche Lage in der Türkei berichtet uns "folgendes Privat-Tele- gramm aus Konstantinopel: Unter dem Druck der neuen Ereignisse scheint die Bildung eines türkischen Einheits- und Versöhnungs- Kabinetts gesichert zu sein. Auch verschiedenen Anhängern des getöteten Kriegsministers Rasim Pascha wurden Portefeuilles angeboten. Den Bemühungen der Mittelsmänner ist es gelun­gen, die zur Meuterei neigenden Elemente der türkischen Armee, sowie die Garnisonen von Karat und Anedol am Eingang des Schwarzen Meeres zu beschwickttigen. Die Zahl der bei den Militärunruhen Getöteten und Verwundeten wird auf zweihundert angegeben, dürfte aber (Privat-Meldungen zufolge) wesentlich höher sein.

Et« deutsches Opfer der Ärife?

Berlin, 31. Januar. (Privat - Tele­gramm.) Aus Saloniki hier eingegan­gene Depeschen melden: In der Nähe von Gal- ftkos ist gestern die Leiche des deutschen I n - genieurs Baumann von der Firma Tvckerhosf & Wittmanu, die bei Frankfurt am

3er Graf von Meim.

Sin Steckbrief hinter einem Prinzen.

Das Wiener Landesgericht hat (wie wir schon telegraphisch berichteten) gegen den Gra­fen HermannvonO st heim einen Steck­brief erlassen, weil er beschuldigt wird, meh­reren Personen Geld entlockt zu haben. Graf Hermann von Ostheim ist identisch mit dem Prinzen Hermann von Sachsen-Weimar, der vor einigen Jahren Rang und Titel eines Prinzen des großherzoglichen Hauses Sachsen- Weimar niederlegen mußte, weil er eine itali­enische Schauspielerin geheiratet hatte, von der er übrigens wieder geschieden ist. Es ist anzunehmen, daß das gegen den früheren Prinzen eingeleitete Strafverfahren demnächst zu einem Sensationsprozetz führen wird, in dem dann dieses einstige Mit­glied des großherzoglichen Hauses Sachsen-Wei- mar eine wenig rühmliche Rolle spielen dürfte.

Liebe, Leichtsinn, Schicksal.

(Mitteilungen von unterrichteter Seite.)

toonftrietten, wie immens sich der Magenkult deutsch-» Vaterland verfeinert.

Der Herr Minister deS Innern indessen- mdtjr^t. o nein: Er sagt uns, die Stimme w £?udit furchtbarer Anklage erhebend, die fchserste Sünde an des Deutschtums Zukunft M den Kopf zu, hebt drohend die Kanzleipa- diertabellm der Statistik als Flammenschwert "N Wahrheit wider die nationale Gemeinschaft

Wien, *31. Januar.

In hiesigen unterrichteten Kreisen erhielt man erst heute früh die Bestätignng, daß der Balkanbund den Waffenstillstand gekündigt habe. Es wird hierzu bemerkt, datz, wenn Bulgarien und Serbien mit der Türkei a u f S neue Krieg führen, dies auf ihre Rech­nung und Gefahr geschehe. Mehr als gute Ratschläge zur Besonnenheit zu erteilen, seien die Kabinette der Großmächte auch fetzt nicht in der Sage, und die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten sei daher für alle Betei- ligten ein großes Wagnis.

Die Antwort der Türkei.

Versöhnlich, friedlich und entgegenkommend.

Wie wir schon gestern telegraphisch berichte­ten, ist am Donnerstag nachmittag in Konstan­tinopel den Botschaftern der Großmächte die ttirkische Anwort * Note überreicht worden. Die Note ist in gemäßigtem Ton gehalten und füllt vier Bogenseiten. Die Pforte besteht dar­auf, diejenigen Teile von Adrianopel zu behalten, in denen die heiligen Otte der Mu­selmanen liegen. Sie ist dagegen bereit, das rechte Maritza - Ufer abzutreten, will aber die Souveränität über die Aegäi- schen Inseln behalten. Wir erhalten folgende drahtlichen Meldungen:

Konstantinopel, 31. Januar.

Die ttirkische Antwortnote an die Mächte ist gestern nachmittag nm drei Ubr Bon dem Minister des Aentzern dem öfter rejchischen Boffchafter Markgrafen PalavieiN! überreicht worden. Es find an der Rote selbst noch im letzten Augenblick Aendernngen vorgenommen worden, nachdem der Minister des Aeußern schon im Begriff gewefen war. sie zu überreichen. In der Rote erklärt sich die Türkei bereit, Adrianopel rechts von der Maritza dem Anheimstellen der Mächte zu überlassen, will aber den ans dem linken Ufer gelegenen Teil von Adria­nopel behalten, da in diesem Teile die Mo­scheen und Mausoleen gelegen seien. Was die Aegäischen Inseln betrifft, so fei ein Teil von ihnen wegen der Nähe der Dardanellen unentbehrlich für die Verteidigung der Hauptstadt. Die übrigen bildeten einen wich- ttgen Bestandteil der asiattschen Besitzungen und seien unentbehrlich für die Sicher­heit Kleinasiens.

London, 31. Januar.

Der bulgarische Missionschef Dr. Danew erflärte gestern nach Bekanntwerden des In­halts der türkischen Antwort-Rote: Die Rote der türkischen Regierung aus die Kollektivnote der Mächte ist vollkommen unbefrie­digend für unS. Sie ändert an der Situ­ation, wie fie durch uns durch den Abbruch der FriüienSverhandlungen geschaffen wurde, nicht das Mindeste, denn was die Pforte sagt, ist unserer bestimmt formulierten Fordenmg gegenüber nicht als Basts für wei­tere Erörterungen geeignet. Es gibt über­haupt nichts weiter zu verhandeln. Wir denken nicht daran, uns auf ein bulga­risch-türkifches Kompromiß über Adrianopel einzulaffen, wir verlangen die ganze Stadt; selbst exterritoriale Abtretung der Moscheen ist vollständig ausgeschlossen, und es bleibt ge­genüber der Antwort der Türkei für uns nur die einzige andere Antwort: Krieg ...!

Im Gegensatz zu dieser schroffen Ablehnung der türkischen Zugeständnisse durch den bulgari­schen Friedensunterhändler steht die Beuttei­lung der Rote seitens der Großmächte und eines Teils der übrigen Balkan-Delegierten. Ein Privat-Telegramm aus London meldet unS darüber: Die Botsckafter-Reunion betrachtet es als ihr nächstes Ziel, alle Sonder- vettreter der Balkanstaaten zu einer wirklich lei­denschaftslosen Beurteilung der tückischen Ant­wortnote jju veranlassen. Die serbischen und montenegrinischen Delegierten sind ausnahms­los für eine gewifsenhafte Prüfung der türkischen Vorschläge, Unter den griechischen delegierten ist dagegen Venizelos für unbe­dingte Fo r t f e tz u n g des Krieges.

Die Röqrsr regen sich!

Rom, 31. Januar, (Privat - Tele­gramm.) In der italienischen Presse mehren sich die Stimmen, die das Aufgeben der philhelleniscken Gefühlspolitik verlan­gen. Der Matino bezeichnet Deutschlands klein- asiatische Polifik als Beispiel, dem Italien folgen müsse. Es gelte*;» verhindern, datz die Entente-Mächte von Kleinasien wirl- kchirftlick Besin ergteife« könnten.

3er Stein der Weisen?

i k,. Dettlrtenrückgauc.: Gewollte Erscheinung?

Run wissen wir, was Deutschlands Zukunft bedroht, und als sinsteres Verhängnis den Weg deS Germanenstammes kreuzt. Herr von Dallwitz, der Minister des Innern im Lan­de Preußen, hat's ergründet und den Männern der Budget-Kommission im Landtag soeben den Bon ihm aus den Siefen des Geheimnisses zum Licht des Tags geförderten Stein der Weisen präsentiert: Der Geburten - Rückgang, dessen hattnäckige Beständigkeit in bänglichen Seelen Sorgen weckt, hat mit der absteigenden Tendenz der allgemeinen Lebenshaltung nicht das mindeste zu tun; er ist auch nicht (wie ge- lefirte Grübler ersonnen haben wollen) eine | .Kultur-Erscheinung*, die etwa dem zwanzig- stm Jahrhundert als sichtbares Degenerations- Symptom ins Sündeickonto zu buchen wäre, sondern seine Ursachen wurzeln (Herr von Dallwitz hat's ohne zimperlich Erröten gesagt) ingewollten Erscheinungen*, und das offiziöse Depeschenbüro hat die überraschende Kunde dieser Erkenntnis-Erleuchtung hurtig - als Offenbarung statistisch erwiesner Wahrheit durchs Land getragen. Wenn ein Minister spttcht, soll man ihm glauben, und wenn Herr | von Dallwitz uns erzählt, die Verschärftmg des Daseinskampfs und die Verminderung des Wettgehalts der allgemeinen Volks-Er- nährung habe auf Bevölkerungs-Zunahme und | Geburtenziffer keinen Einfluß, fo haben wir * darin die Kundgabe einer Auffassung zu er-

I. blicken, die die Regierung gegenüber einer als

bedenklich erachteten Erscheinung am sozialen 'j wr Gesellschastskörper geltend zu machen beliebt.

Herr von Dallwitz gründet seine Erkenntnis, die in gewisser Beziehung eine schwere A n - M klage gegen die Volksgemeinschaft enthält, : auf die von ihm veranlaßten Erhebungen einer

Statistik, die eigens zu dem Zweck veranstaltet wurde, um des Nebels Wurzel zu ergründen. Statistiken sind nützlich, sind unbestechlich und unbeeinflußbar, und wenn man will, kann man umer Zuhilfenahme ihrer freundlichen Mit­wirkung sogar beweisen, daß auch Staats­minister zuweilen in fundamentalen Irrtü­mern befangen waren. Vielleicht darf man, da abermals die gigantischen Zahlenkilometer der Degenerations-Statistik gespenstisch vor unfern Auge austauchen, daran erinnern, daß vor nicht ade. Ji allzulanger Zeit, die beiden Herren Minister is M des Ackerbaus im Lande Preußen, die als Letz- 'nicUM te ihres Ressorts an Herrn von Bethmann

Der Waffenstillstand am Balkan gekündigt; Antwort der Pforte an die Mächte; der Balkan-Krieg soll fortgesetzt werden; am Montag abend beginnt der Kamps aufs neue!

Was nach dem Vorbild Bulgariens auch von den anderen Staaten des Balkanbundes zu erwarten war, ist nun eingetteten: Der Waffenstillstand am Balkan ist von sämtlichen Verbündeten gekündigt worden und die Türkei ist entschlossen, am Montag abend die Feindseligkeiten wieder aufzuneh­men. Die Lage am Balkan ist also politisch die gleiche wie am Vorabend des Kriegsbe- ginns, mit dem Unterschiede nur, daß die Tür­kei heute bei Tschataldscha (wo jedenfalls die Entscheidung im Balkankriege fallen wird) über eine starke, vorzüglich ausgerüstete und wohldiszipliniette Armee verfügen, und in Konstantinopel selbst eine Regierung am Ru­der ist, die sest entschlossen ist, für die Erbal- ttmg der nationalen Ehre die schwersten Opfer zu bringen. Ueber die gegenwärtige Lage un­terrichten folgende Draht-Meldrmgen:

Konstantinopel, 31. Januar.

Dem Vorgehen Bulgariens Koben sich nunmehr auch die drei übrigen Baflnnver- bündeien angeschloffen. Griechenland, Ser­bien und Montenegro haben von gestern abend sieben Uhr ab den Waffenstill­stand mit der Türkei gekündigt. Das Hauptanartier der osmanischen Armee macht bekannt: Da die Bulgaren den Waffenstill­stand gestern gekündigt haben, werden die Feindseligkeiten dem WaffenstillstandSvroto- koll gemäß, am Montag abend sieben Uhr beginnen. Die Sttmmung in Konstan- tinovel ist allgemein sehr zuversichtlich und kttegsbegeistett. v

, O * V p V l II UUV I V C U l I, 1 II -wm*****/ Meer der Enttäuschung. Wenn nun, was hoffen, Herr von Dallwitz bei der Aufma- sWttg seiner Statistik vom Glück freundki- E r bedacht worden ist als seine Kollegen aus dem Bereich der Landwittschaft, Domänen und