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Nummer 47. Fernsprecher 951 und 952. Donnerstag, 3V. Januar 1913. Fernsprecher 951 und 952.

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Vier Antworten

3. Jahrgang.

Auf eine kurze Anfrage erklärte gestern im Reichstag namens des Kriegsministers der Major Hoffmann: Die verantwortlichen Stellen der Reichsregierung find sich darüber einig, datz unsere Rüstung zu Lande einer Verstärkung bedarf, doch können über den Umfang der Verstärkungen keine Mitteilungen ge­macht werden, da der Bundesrat darüber noch nicht Beschluß gefaßt hat.

8, will Abend werden...!

DaS Krisen-Gespenst geht um.

nm Kühn will gehen, Herr von Heerin- aen a« denkt zu gehen, und Herr Doktor Del­brück soll gehen: Das alles wird uns von

vortrefflichen Leuten, die in der Berliner Bilbrlnistraße die zartesten Grashälmchen sprießen hören, so geheimnisvoll erzählt, als handle es sich um Mysterien, die kein profanes gttge entweihen dürfe, und nicht um Kulissen­lärm. durch den, jedem Ohr vernehmlich, der Schellenklang der Intrigen und Kabalen schnür. Das offiziöse Kanzlerblatt, das uns allwöchentlich mit würdigem Ernst die Diagnose pes Großmächte-Konziliums am Lager des ttanken Mannes präsentiert, hat es bisher noch nicht als nützlich erachtet, der Oeffentlichkeit zu sagen, was hinter den politischen Kammerdie­ner-Legenden sich an Dichtung und Wahrheit verbirgt (das Einzige, das Offiziosus zu tun sich ermannte, war das barock gedrechselte De- mcmi des von einem anonymen Kollegen der Oeffentlichkeit allzufrüh enthüllten Geheimnis­ses der Millionen - Sehnsucht unsrer bei Hofe kommandierenden Generäle), und grade die­ser Umstand darf, gemessen an der sonst übli­chen Geschäftigkeit der Dementier-Maschine, zu denken geben. Daß die märchenhaft verklärte »Homogenität" der Regierung des fünften Kanzlers längst zum erdenfernen Ideal gewor­den, weiß in Berlin der letzte Mappenträger der Wilhelmstraße, und wenn nun zwischen den Trümmern des zerbrochnen AltarS Beth- mann'scher Größe das Unkraut sich zum Lichte ringt: Wen kann es wundern?

Herr KühH. Ein Mann von statflichem Wuchs und ansehnlich entwickeltem Rückgrat. Kein schöpferischer Kopf, aber ein wackrer und verläßlicher Beamter, den, als man ihn unwirsch auf Wermuths hart zurückgestoßnen Stuhl, rief,

T.rbsterkenntnis mahnte, dem Sirenenruf und der Belastung mit überschwerer Bürde zu widerstehen, der dann aber, Not und Befehl gehorchend, doch ins Amt stieg und sich mühte, mi: der Kraft leidlichen Durchschnitts der For­derung des Tags gerecht zu werden. Daß man ihn, der als Unterstaats-Sekretär Nützliches ge­leistet, zur Duldung einer Belastung zwang, der seine Achsel nicht gewachsen, hatte sich schon ge­rächt, ehe noch Wermuths verwaister Sessel kalt geworden. Der Mann im Kastanien-Wäldchen, der im Amt des preußischen Ftnanzministers mit denselben starken Ellenbogen zu arbeiten liebt, die schon dem Barmer und Magdeburger Oberbürgermeister den Ruhm des Champions eingetragen, hat Herrn Kühn schlaflose Nächte und sorgendüstre Tage bereitet; das Gespenst der Besitz- und Erbschafts-Steuer schleicht durchs Land, und im Hause Wallots furchen sich die Stirnen der Tribunen: Wätts ein Wun- Aer, wenn Herr Kühn nun wirklich erkennte, daß seine Kraft nicht reicht, dem Sturm zu netzen. und er das Bedürfnis verspürte, dem Ungrwitter zeitig aus dem Weg zu gehen? Hm don Bethmann wäre dann (vielleicht) um eme EMtäuschung reicher, das Reich indessen Kscht um eine Hoffnung ärmer.

Exzellenz von Heeringen. Nahm nach dem Kavalleristen Karl von Einem, der die Parlamentsdebatte zuweilen mit der Felddienst­übung verwechselte, in der Regierungsbank sich etwas patriarchalisch, wie eine Erinnerung aus der Zeit vor Siebzig, aus, blieb tm parlamen- ürnfchen Redegefecht meist in der Nachhut und Etänschte auch als politischer Stratege die Hoffnungen, die ihm beim Eintritt ins Kriegs- ministerium den Pfad mit Blümchen säumten. Ein Mann von ausgeprägter Gewissenhaftigkeit Mrd unerschütterlichem Verantwortlichkeits-Be- ivllßtsein, dessen ruhige Bedächtigkeit die Rüsinngssanatiker in den ungefügen Lands­knechtkoller fahren ließ (um den »schwachen Zau­derer" im ersten Ansturm aus dem Weg zu räu- wrnl und dessen Gewissen bei der Abmessung ter sür's Heer dringlichsten Forderungen so sorglich arbeitete, als verwalte die Exzellenz im dunten Rock das Schatzamt des Reichs und nicht d'e Wehrmacht des Vaterlands. Daß seine letzte Heeres-Vorlage (die der Reichstag ohne Wim- derzucken akzeptierte) das Bedürfnis naher Zu­kunft nicht gebührend berücksichtigt, klingt heut als unentschuldbarer Sünde Vorwurf durch alle Blätterspalten, in denen des Generalstabs Geist sich regt, und niemand kann wissen, bis zu welchen Gipfelhöhen diese Stimmen der Unzu- äiednen gellen. Herr von Heeringen ist ein Krieger in Wehr und Waffen, aber kein Kämp- ftt im Jntrigantcn-Match hinter der Kulisse, gttnb wenn er von dannen geht, wird er scheiden als Einer, dessen Ideale im Meer der Vergan-

Lllenbeit versanken.

L Doktor Delbrück. Wie sein Finanzkollege Kastanienwäldchen weiland Obcrbürgermei- Mer; temperamentvoll, wacker und viclgewandt;

Richt grabe genial, aber erfüllt von jener mun-

Man weiß nun wenigstens, was die Glocke geschlagen: Die Militärvorlage kommt! Was die Norddeutsche Allgemeine Zeitung am letzten Sonnabend noch halb mit dem Schleier des Dementis verdeckte, hat ge­stern ein Abgesandter des Kriegsministeriums offiziell b e st ä t i g t: »Die verantwortlichen Stellen sind sich darüber einig, daß unsere Rü­stung zu Lande erneut einer Verstärkung be­darf." Damit wird man sich also abzufinden haben. Kosten wird es natürlich wieder man­che Stange Goldes; wie viele, darüber hüllte sich Major Hoffmann vom Kriegsministerium (genau wie es das Kanzlerblatt der Wilhelm- straße vor ihm getan) in Moltkesches Schwei­gen, »da der Bundesrat noch nicht darüber be­schlossen hat." Die sechs Unterfragen Grad­nauers, die auf den Alarmnachrichten der all­deutschen »Post" fußten, blieben aus demselben Grunde unbeantwortet. Die Sozialdemokraten lachten. Warum? Ein Regierungsvertteter kann sich doch nicht festlegcn auf Dinge, die sel­ber noch nicht festliegen. Ebenso lakonisch wur­den die drei Bassermannschen Anfragen beantwortet. Sie betrafen den Fall Stößel in Marokko, die deutsche Sprache in China und das inhaltschwere Rätsel, ob der Dreiverband in der Tat, wie man munkelt, die asiatische Türkei ohne Rücksicht auf Deutsch­land unter sich nach Inter sfensphärru verteilt habe. Der Rcgiernngsvertreter leugnete dies auf Grund angeblichunzweideutiger und ver­trauenswürdiger Erklärungen" der bezichtigten Großmächte. Auch hier lachte man; diesmal wohl mit etwas bessern! Rechte. In der Di­plomatie stehenunzweideutige und vertrau­enswürdige Erklärungen" nicht sonderlich hoch im Werte, und man hat unsre Reichsregierung immer noch im Verdacht, in deren Einschätzung allzu optimistisch zu sein. Aber solche Regic- rungsantworten sind nun einmal von abschlie­ßender Bündigkeit. Aus allen klingt derselbe Ton heraus: »Warum regt Ihr Euch denn über diese Dinge so auf? Seid doch versichert, daß alles in besten Händen liegt." Manchmal mag ja diese überzeugende Note ganz berrthi- gend sein; manchmal freilich auch wieder ge­rade das Gegenteil bewirken. Daß die gestri­gen Antworten auf die kurzen Anftagen son­derlich beruhigend gewirkt haben, läßt sich wirklich nicht behaupten: Sie enthalten ja im- grunde auch nur Bestätigungen Dessen, was man schon vorher wußte, und im übrigen darf man aus den Erklärungen des Herrn Geheim­rats Lehmann herauslesen, was man grade will. Diplomatisch mag das recht nützlich sein; im Reichshaus sitzen indessen keine Diploma­ten, sondern Volksvertreter, und denen sollte man zu alten Rätseln nicht noch neue zu lo­sen geben. Das gestrige Frage- und Antwort­spiel im Reichshaus hat jedenfalls bewiesen, daß die »kurzen Anfragen" ebenso wertlos sind, wie . . . die Antworten, die daraus gegeben werden. . .! * "en-

Wenn der Reichstag fragt.

Reichstags-Sitzung vorn 28. Januar.

Am Bundesratstisch: Dr. Delbrück. Präsi­dent Tr. Kaempff eröffnet die Sitzung um ein Uhr mit folgenden Worten: Seiner Maiestat dem Kaffer habe ich in Gemeinschaft Et dm beiden Herren Vizepräsidenten gestern die Glück­wünsche des Reichstags übermittelt Seine Majestät hat dafür den Dank ausgesprochen. Auf der Tagesordnung stehen zunächst k l e i n e A n - fragen.

Abg. Baffermann (natl.) fragte: Ist dE Herrn Reichskanzler die Vergewaltigung des deutschen Ansiedlers Stössel in Marokko durch ftanzöstsche Truppen bekannt? Welche Schritte sind zur Wahrung der Interessen des Geschädigten und zu dessen Schutze geschehen?

Geheimer Legationsrat Dr. Lehmann: Die erste Frage ist mit Ja zu beantworten. Auf die zweite Frage ist zu erwwern, dass sich Stös­sel in Casablanca in Sicherheit und Frei­heit befindet. Ter Vorfall wurde sofort nach Einttcfsen einer telegraphischen Meldung des kaiserlichen Konsuls in Casablanca durch den kaiserlichen Boffchafter in Paris auf Weisung des Herrn Reichskanzlers bei der französi- schenRegierungzur Sprache gebracht. Die Verhandlungen schweben gegenwärtig und wer­den noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da

der Tatbestand von beiden Seiten verschieden dargestellt wird, so daß voraussichtlich noch weitere Erhebungen erforderlich sind.

Abg. Baffermann (natl.) fragte weiter an: Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß die neue chinesische Elementarschulordnung vorsieht, daß in jeder höheren Elementarschule eine fremde Sprache und zwar in der Regel die eng­lische Sprache gelehrt werden muß? Ist der Herr Reichskanzler bereit, bei der chinesischen Regierung für eine Gleichstellung der deut­schen Sprache einzutreten?

Geheimer Legationsrat Dr. Lehmann: Dem Herrn Reichskanzler ist bekannt, daß nach der chinesischen Elementarschulordnung vom September vorigen Jahres in den höheren Ele­mentarschulen englischer Sprachunterricht einge­führt werden kann, nicht aber eingeführt werden muß. Je nach den örtlickfen Verhältnissen kann vielmehr anstelle der englischen Sprache auch eilte andere fremde Sprache gelehrt werden Der kaiserliche Gesandte in Peking hat bereits die nöttgen Schritte getan, damit von dieser Mög­lichkeit zugunsten der deutschen Sprache ein aus­giebiger Gebrauch gemacht wird.

Abg. Baffermann (natl.) fragte ferner an: Sind dem Herrn Reichskanzler Mitteilungen darüber geworden, daß zwischen England, Frankreich und Rußla d bestimmte Ver­einbarungen über eine Abgrenzung der gegen­seitigen Interessensphären in den armenischen, syrischen und arabischen Gebietsteilen der Tür­kei getroffen worden sind, und welche Stellung gedenkt der Herr Reichskanzler gegenüber sol­chen Vereinbarungen einzunehmen?

Geheimer Legationsrat Dr. Lehmann: Dem Reichskanzler find die Gerüchte bekannt, wonach sich mehrere Mächte über die Abgren­zung von Interessensphären in der Astatischen Türkei geeinigt haben sollen. Amtliche Mit­teilungen, die die Richtigkeit dieser Gerüchte bc- ftätigen, liegen nicht vor. Umgekehrt lassen unzweideutige und vertrauenswürdige Erklä­rungen, die gelegentlich des Meinungsaustau­sches zwischen den Großmächten aus Anlaß des Balkankrieges abgegeben worden find, das Vor­handensein derartiger Vereinbarungen als ausgeschlossen erscheinen.

Abg. Dr. Gradnauer (Soz.) fragte: Ist der Herr Reichskanzler in der Sage, Auskunft zu er­teilen, ob und inwieweit die angeblich auf amt­lichen Informationen beruhenden Zeitungsmel­dungen der Wahrheit entsprechen, daß die ver­bündeten Regierungen neue umfassende Mili­tärforderungen, auch abgesehen von dem Ausbau der Luftflotte, durchzuführen be­absichtigen? Entspricht es im besonderen der Wahrhftt, daß die Absicht besteht, die Mann­schaftsstärke der Kompagnien zu erhöhen, dritte Bataillone, soweit sie noch nicht vorhanden sind, aufzustellen, die Ersatzreserve zur Ausbildung mit der Waffe einzuberufen. Kavalleriedivisio­nen schon in der Friedenszeit aufzustellen, selb­ständige Radfahrerkompagnien zu bilden und die Artillerie zu vermehren?

Major Hoffmann: Die verantwortlichen Stellen der Reichsregierung sind sich darüber einig, daß unsere Rüstung zu Lande einer Ver­stärkung bedarf. Doch können über den Umfang der Verstärkungen keine Mitteilungen gemacht werden, da der Bundesrat darüber noch nicht Beschluß gefaßt hat.

Die Spezialberatung des Etats des Reichs­amts des Innern wird hierauf bei den dauern­den Ausgaben für das Reichsgesund- b eit8 am t fortgesetzt, und nach längerer De­batte vertagt sich das Haus auf Mittwoch. Auf ber Tagesordnung der heutigen Sitzung steht die Interpellation der Polen über die Enteignung in den Ostmarken.

Das Reichstags-Programm.

Der Seniorenkonvent des Reichs­tages trat gestern während der Plenarsitzung des Hauses zusammen und beschloß, die Inter­pellation der Polen über die Anwendung des preußischen Enteignungsgesetzes am heutigen Mittwoch zu besprechen, falls das Haus die Be­sprechung der Jnterpellatton beschließen sollte. Dann soll (voraussichtlich am Donnerstag) die zweite Lesung des Gesetzentwurfes über die vor­übergehende Zollerleichteruug bei der Fleischeinftlhr erledigt und nach deren Beendi­gung die zweite Lesung des E t a t s fortgeführt werden, lieber die Frage, ob die Erledigung des Etats trotz der bereits erfolgten Verzöge­rung noch vor Ostern zu ermöglichen sein wird, wurde im Seniorenkonvent nicht gesprochen.

tern Tatenlust, die auch bescheidner Kraft zu« weilen den Lorbeer des Erfolges gönnt. Herr von Dallwitz, der aus den Gefilden Schlesiens in's Ministeramt berufen ward, droht den Be­henden aus dem Sattel zu heben, und wer Sinn für Humor hat, kann in der über Nacht gekommenen Veröffentlichung des preußischen Wohnungsgesetz-Entwurfs (der dem Hirn des Kollegen Dallwitz entsproß) eine kleine Fa­schings-Komödie belächeln. Der einsttge Dan­ziger Oberbürgermeister, der in den Jahren sei­ner ministeriellen Tatbeflissenheit stets ein aus« gesprochnes Verständnis für die politische Wet­terlage offenbart und der erst jüngst der Oeffent­lichkeit (gelegentlich der Erörterung über die Gewerkschafts-Enzyklika) anschaulich demon­strierte, wie man bei drohendem Schiffbruch sich um die eigne Rettung mühen darf, erfreut sich seit einiger Zeit des ttefsten Grolls der Rechten, und die letzten Tage haben ihm Apostrophierun­gen gebracht, aus denen ein kluger Mann, wie Herr Delbrück, allerlei Unerfreuliches schließen mutz. Er wird, wenn (vor oder nach dem Lenz- beginn) seine Stunde schlägt, nicht mit dem Lächeln des Erlösten vom Gipfel der Enttäu­schung scheiden, sondern mit der Bitternis des Verdrossenen, dessen nimmermüden Eifer schnö­der Undank hart verkannte. Und dieHomo­genität", das lichte Ideal Bethmann'scher Politik? Sein Glanz enffchwand im Dunkel der Schatten, und seines Erdenrests dürftige Spur wird vielleicht einmal Hohenfinows ra­gende Pappel-Allee wie später Abendsonnen­strahl verklären ...! F. H.

Der Sturm Mr Parlament.

Feustcrscheiben-Bombardemeut in Dublin.

Die Zurückziehung der Wahlreform- Bill hat in England unter den Stimmrechtle­rinnen, die damit eine ihrer kühnsten Hoffnun­gen scheitern sahen, einen Sturm der Entrü­stung hervorgerufen und sie derart fanatisiert, daß nunmehr der Kampf um das Frauen­stimmrecht in aller Form auf die Straßc ge­tragen worden ist. Gestern versuchten in Lon­don die Suffragetten das Parlament zu stür­men und es kam zu wüst en Ausschrei­tung en. Es wird uns darüber berichtet:

Llohd George und die Frauen.

(Prival-Telegramrm)

London, 29. Januar-

Eine von Mrs. D r « m o n t, einer der ge fürchtetsten Stimmrechts-Kämpferinnen, geführ­te Deputation von etwa zwanzig Suffra­getten begab sich gestern abend nach dem Unterhaus und verlangte den Schatzkanz­ler Lloyd George zu sprechen. Dieser ließ ihnen sagen, er sei heute abend verhindert, kön­ne sie aber morgen empfangen. Die Frauen versuchten darauf mit Gewalt in das Un­terhaus einzudringen und es entspann sich ein wüstes Handgemenge mit den Polizi­sten, die die Frauen und die sie begleitende Menschenmenge zerstreuten. Mrs. Drumont und Mrö. Pankhurst und viele andere Suffragetten wurden verhaftet. Vier Suffragetten, die Fen­sterscheiben im Schatzamt einwarfen, und meh­rere Frauen, die große Schaufenster in den SchiffahrtSbureauS zerstörten, wurden ebenfalls in Haft genommen. Im Ganzen sind bisher dreiundzwanzig Suffragetten verhaftet worden. Tie Polizei hatte in mehreren Fällen Mühe, die Frauen vor dem Gelynchtwerdeu durch die ihnen folgende feindselig gestimmte Volksmen­ge zu schützen. Auch am Geschäftshaus der Hamburg-Amerika-Linie haben die Suffraget­ten durch Einwerfen der Fensterscheiben erheb­liche Beschädigungen angerichtet.

Zwangsarbeit für die Suffragetten.

Ein weiteres Privak-Telegramm meldet uns aus Dublin: Drei Suffragetten, die gestern fünfzehn Fenster im Dubliner Schloß einschlugen, wurden verhaftet und vom Polizei­gericht zu einem Monat Zwangsar­beit verurteilt. Die Londoner Frauenführe­rinnen haben sich bisher mit vagen Drohungen begnügt. Gestern sind umfassende polizefliche Maßnahmen gegen etwaige Suffragettenkra­walle getroffen worden, da die Sttmmrechts- Kämpferinnen mit neuen Attentaten drohen.

Türkische Gegenrevolution?

Das Heer droht mit Gewalt!

(Privat - Telegramm.)

Konstanttuopel, 29. Januar-

Der französische Botschafter in Konstantino­pel, Bompard, berichtet, daß sich unter den Truppen im Tschataldscha-Lager eine im­mer größere Erre gung gegen die neue Regierung geltend macht. Weiter sind Nach­richten über blutige Konflikte unter den Truppen von Tschatalvscha cingelausrn, bei de­nen fünfzig Soldaten und Offiziere getötet

Casseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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JnserttonSpretle: Die sechSgespaltene Zeile für einheimische Geschäfte 15 Psg.. für au. wärtige Inserate 25 Reklamezeile für einheimische Geschäfte 10 Pf für auSivarttg: Geschäfte SO Pf. Einfache Beilagen für die Gesamtaustage werden mit S Mar! pro Tausend be­rechnet. Wegen ihrer dichten Berbreitttng in der Restden, und »er Umgebung sind die Lafleler Neuesten Nachrichten ein vorzüglicher JnfertionSorgan. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW., Friedrichstraße 16, Telephon: Amt Moritzplatz «76