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11 Kasseler Neueste Nachrichten

-JeBb.' Caffeler Abendzeitung Hessische Abendzeitung______________

3. Jahrgang

Fernsprecher 961 und 952.

Sonntag, 26. Januar 1913

Nummer 44

Fernsprecher 951 und 952.

Wird Krieg oder Friede?

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erregt.

London, 25. Januar-

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noch immer ohne jede amtliche Nachricht und

schäft zugegangenes Telegramm unterrichtet.

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Daß unser Auswärtiges Amt schweigt, kann niemand überraschen. Es hat auch geschwie­gen, als zwischen Abend und Morgen am Bal­kan die Kriegsfackel auflobte und mußte (da­mals, wie heut) dieweitere Klärung der Sach­lage" abwarten, bevor Deutschlands auswärtige Politik sim zum Handeln entschloß. Dabei sind (und nicht erst seit gestern) geschäftige Hände am Werk, Deutschland und dem Dreibund die Schuld an dem neuen Wirrwarr am Balkan zuzuschieben, in der klaren und bewußten Ab­sicht. die deutsche Politik zu verdächtigen und Ibte Verantwortung für die Gefahren, die aus

lieber die Vorgeschichte der Jungtür- ken-Rcvolutton berichtet uns ein Privat-Tele- gramm aus Konstantinopel: Die Revolu­tion wurde wäbrend einer Zusammenkunft zwi­schen dem Prinzen Said Hasim und dem Vorsitzenden der jnngtürftschen Partei vor eini­ger Zett beraten. Man sandte nach dieser Be- ratunr eine Abordnung an den Großwesir mit dem Vorschlag, eine Versammlung höherer Of-

Sttferttonäpretfe: Die s-chSgespaltene Sette für einheimisch« »eschüfte 15 W, f oitf roärttge Inserate 25 Pf, ReNamezeile für einhetmtsche Geschüste Pf für auSwürNge Sekchäfte 50 Pf. Einfache Bet lagen für die Gesamtauflage werden mit 5 Start pro Tausend be- ledmet Weaen ihrer dichten Berdreitung in der Reftden, und der Umgebung sind die Lrtseler Neuesten Nachrichten ein vorzüglicher JnsertionSorgan. SeschüftSstelle: Kölnische «trage 5 Berliner Vertretung: SW., Friedrichstraße iS, Telephon: Amt Moritzplah 675

mit 140 000 Man«

von Tschulu bis Dimotika und gegenüber dem Gol° von Leros (Dedeagatsch). Diese Vertei­lung entspricht den beiden türkischen Krasts- gmppen bei Tschataldscha und auf Gallipoli. Dir Bulgaren haben die Zeit des Waffenstill­standes zur Ergänzung sämtlicher Vorräte, zur Hetanschaffung reichlicher Munition und Ver­pflegung benützt. Etwa ein Drittel der bul- «arischen Armee besteht jedoch aus Mannschaf­ten, die noch nicht im Feuer waren aus Rekruten, die nur eine notdürftige Ausbildung erhielten Die Armee besitzt also nicht mehr die einheitliche Zusammensetzung wie zu Beginn des Krieges. Kommt es zur Wiedereröffnung der Feindseligkeiten, so dürften die Bulgaren vorlcufig unter Vermeidung der blutigen Frontanqrifle auf di« Tschataldschcchellung ihr i Hauptaugenmerk auf die Eroberung der Festung Ädrianope-l legen. Sie haben vom Aus­lande in letzter Zeit 28 schwere Geschütze erhal­ten vin denen mindestens ein Teil gegen Adri- anöpcl eingesetzt werden wird. Die Türken anderseits haben dort in Schukri Pascha einen überaus energischen General, der die Festung auch wefterhin hartnäckig verteidigen wird.

I Proviant ist noch für längere Zeit vorhanden. I und es ist also al? sicher anzunehmen, daß bei I btt Wiederaufnahme der Feindseligkeiten die I erste Entscheidung vor Adrianopel fallen wird.

*

Die Entscheidung bei Tschataldscha.

Die Bulgaren können übrigens zum ernst­lichen Angriff auf die TschataldschaPosition e r st d a n n schreiten, wenn sie die auf Gallivoft stehenden türkische,: KrLfte, die eine gefährliche Flankenstelluna einnclmen vertrieben baben. I Dabei kann auch die Absicht mrtfprelen. btt lDar anellenfirts von der Landfette zu Inehmen um der griechischeu Flotte daß

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ist selbst über den Wechsel des Ministeriums nur durch ein der hiesigen ottomanischen Bot-

Scherif Paschas Märchen.

(Privat-Telegramm.)

London, 25. Januar.

Der türkische Friedensuntrrhändler Scherif Pascha hat dem hiesigen Korrespondenten des Pariser Temps folgende Erklärung über den jnngtürkischen Staatsstreich abgegeben: Der Staatsstreich in Konstantinopel setzt ntcht nur die Sicherheit des oitomanisck^n Reiches, besonders seiner Hauptstadt in Gefahr, son1 dern ex kann sehr wohl allgemeine Komplikationen herbeisühren, an die augenblicklich alle Welt denkt. Ich habeI während meines Aufenthaltes in Konstantine -1 pel sichere Anzeichen dafür gehabt, daß I Deutschland und Oe st erreich im Ge­heimen und in sehr geschickter Weise daran! arbeiteten, die Rückkehr der Jungtür- Ick zur Macht zu betreiben. Sehr hohe deutsche Persönlichkeiten haben während mci- Nks langen letzten Aufenthalts in Konstanti­nopel mit Hartnäckigkeit verfucht, mich mit dem jungtürkifchen Komitee auszusöhnen. Dir Agenten des Dreibunds haben be-> sonders die Gleichgültigkeit der Triple-En­tente, besonders Englands, gegenüber der Türkei hervor, indem sie den Widerstand in Adrianopel ermutigten. Die öf­fentliche Meinung, zu der sich der Patriotis­mus gesellte, war vorbereitet, den Umschwung der Dinge günstig aufzunehnten. Die viel be- merfte Abwesenheit Mahmud Schefket Pa­schas. sowie Hafli Paschas und anderer Jung türkenchefs in der Nationalversammlung und daS Stillschweigen derjenigen Unionisten, die zugegen waren, hat flar gezeigt, daß ein Staatsstreich im Gange war und von langer Hand planmäßig vorbereitet wurde.

Die Vertreter der Verbündeten beurteilen die Situation nicht mehr so pessimistisch, wie unter dem unmittelbaren Eindruck der türki­schen Umwälzung, halten jedoch die Frie- denSanssichten für gering. Die türkische Delegation ist auS Konstantinopel

GroßwesirS mit den gewohnten Zeremo­nien Rach dieser Investitur leisteten die übri­gen Minister vor den, Sultan den Amtseid. Das neu- Ministerium hielt gestern im Palast feine erste Sitzung ab, um über die Antwort­note an die Mächte zu beraten. Spät abends wurde bekannt, daß ein definitiver Beschluß noch nicht gefaßt worden ist Die Regierung tr-tt entschieden den Gerüchten entgegen, sic habe den Waflenstillstand aufgekündigt.

mer m it mit ! an d. Reul-

Der N«b der Harmlosen.

^pch «« Donnerstag Abend: Ahnungslos.!

- (Son unserm Korrespondenten.)

Berlin, 25. Januar.

Izzed, der Caffeler Husar.

(Don unserm Korrespondenten.)

Berlin, 25. Januar.

General Izzed Pascha, der als Nachfolger des erschosienen Nazim Pascha zum G e n e I ralissimus der türkischen Armee ernannt I wurde, der nunmehr die kriegerischen Geschicke I der Türkei als Kriegsminister und Generalisii« I mus leiten soll, ist ein qeborener Albanier. Er gehörte zu den jnngtürftschen Offizieren, denen man die Teilnahme am Balkanftieg versagte, I und die, ohne helfen zu können, Augenzeugen I der schlimmen Niederlagen ihres Heere? sein mußten. Izzed Pascha steht im einundfünfzig­sten Lebensjahre. Er ist einer der b e d e u -1 tendsten Offiziere, die heute die Türkei aufzuweiken hat, und es ist anzunehmen, daß er die Möglichkeit, seine bedeutende Intelli­genz in den Dienst seines Vaterlandes zu stel­len, die ihm jetzt endlich gegeben wurde, zum Nutzen seiner Heimat ausnützen wird. General Izzed Pascha hat seine militärische Vorbil­dung gleich Enver Veh und Mahmud Scheffet Pascha in Deutschland genosien. Er hat beim Casseler Husaren - Regiment eine längere Dienstzeit abgeleistet und war eine | Zeitlang Adjutant des Freiherrn von der Goltz. Nach seiner RücRehr in die Heimat konnte er bald beweisen, was er in Deutsch­land gelernt hatte. Er wohnte dem griechisch- türkischen Krieg im Jahre 1897 als General- stabSoffizier bei und er fand verschiedentlich Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Lange Zeit genoß Izzed Pascha die

Gunst des Sultans Abdul Hamid.

Tann aber verfiel er dem Los, das gleich ihm schon viele bedeutende Türken gezogen Haffen: Er wurde verbannt. Der Sultan schickte ihn nach Palästina und gab ihm dort eine Ka- valeriedivifion. Sväter wurde er als Höchst- kommandierender der in Arabien stehenden türkischen Heeresteile nach Arabien versetzt. Auch dort hat er seine hervorragende Tüchtig­keit glänzend bewährt, denn es gelang ibm, mir geringer Truppenmacht und unter unend­lich großen Schwierig! riten den Aufstand i m I em e n niederzuringen. Mit dem Sturze

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der i w ges. Angeb, Ichäftz-. Nach.

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Friede diktiert sein wird.

Petersburg, 25. Januar.

In halboffizielle« Kreisen wird die Rach- rid); dementiert, daß Rußland der Türkei an gedroht habe, Armenien zu besetzen. Trotz deS Dementis glaubt man noch allgemein an diese Drohung. ES verlautet mit Bestimmt­heit, daß die russische Schwarze Meer-Flotte vor Sebastopol un­ter Dampf liegt und jeden Augenblick Order erwartet, um in See gehen zu können. Die Stimmung in politischen Kreisen ist sehr

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Noch läßt sich nicht übersehen, wie sich die neue am Ruder befindliche Partei der v'Ung« türken zur Frage des Friedensschlusses stellen wird. Daß sie entschlossen ist, Adrianopel unter keinen Umständen auszuliefern, steht fest, und es wird sich also in den bevorstehenden Verhandlungen in der Hauptsache um bte Frage drehen, ob und wie die Großmächte und die Balkanverbündeten sich mit dem Verzicht auf Adrianopel abfinden werden lieber die augenblickliche Lage gehen uns folgende tele­graphischen Meldungen zu:

Verlagen bei Stile Burgas und Kirk-Kiltsie ver­gangen, bedeutende Verbesserungen erfahren. Die erfolgreiche Abwehr der bulgarischen An­griffe auf die noch zum Teile unfertigen Be­festigungen der Tschataldschapoution im Novem­ber/ Angriffe, die an dem gut gezielten «euer der türkischen Batterien scheiterten und den Bulgaren Hunderte von Soldaten kosteten, m>t den Geist der türkischen Truppen gehoben: Es herricht wieder Siegeszuversicht und der Glaube an die Kraft der eigenen Armee kehrt wieder. Auch die sanitären Verhaltntffe haben sich bedeutend gebessert, und die bedeu­tenden Materialverluste, die die Artillerie et- titt, wurden durch Reservematerial zum Teil er- setzt. Die Türken haben ihre Kräfte in fol­gender Meise verteilt: Im Raume TMataldscha- Konstantinopel liegen 150 000 Mann mit 450 Feld-. 56 leichten u. 85 schweren Geschützen, eine Reserve von 50 000 Mann stand an der nein asiatischen Küste bei Jsmid und ist wohl schon über See an die Front gebracht worden. End­lich haben die Türken auf Gallipoli zum Schutze der Dardanellen 50 000 Mann konzentriert. Ih­nen gegenüber stehen die B u l g a r e n auf wei- Item Raum verteilt (zur Erleichterung der | Neberbringung und Verproviantierung)

Abdul Hamids kehrte Izzed Pascha nach Kon­stantinopel zurück und wurde dort General- stabschef. Im Jahre 1911 ging er wieder nach Arabien, top von neuem Aufstände ausgebro­chen waren. Während der Zvit des Krieges gegen Italien erst kam er wieder nach Konstan­tinopel. Es gelang ihm aber nicht, der wieder ans Ruder gekommenen alten Richtung gegen­über seine Teilnahme am Balkankrieg durchzu- setzen, und er blieb während des ganzen Krie­ges untätig, bis ihn nun die neue Wandlung der Dinge auf einen Posten stellt, auf dem er zweifellos seine hohe Begabung wird bewah­ren können. Izzed Pascha gilt als der tüchtig­ste und erfahrenste Stratege der türkischen Ar­mee und es ist jedenfalls kein Zufall gewesen, daß die vor Tschataldscha liegende Armee I grade seine Berufung als Nachfolger des unfähigen Zauderers Nazim Pascha immer wieder dringlich als einzige Rettungs- Möglichkeit verlangte.

Bor neuen Ballankämpsen?

Die Aussichten eines neue» Waffengangs.

Noch am Donnerstag abend hatten die j Großmächte (wie von znverläfligster diploma­tischer Seite verlautet) nicht die gering­ste Ahnung davon, daß sich in Konstantino­pel Dinge von der Bedeutung ereignen wür­den, wie sie jetzt eingetreten sind. Man war vielmehr überall der festen Ueberzengung, daß mit dem Nachgeben der Türkei gegenüber den Forderungen der Balkanmächte oder vielmehr geaenüber den Drohungen der Mächte (vor al­lem Rußlands) jede Gefahr weiterer Schwie­rigkeiten vermieden sei und daß nun der wei­tem Entwicklung der Dinge auf dem Balkan mit voller Ruhe entgegengesehen werden kön­ne. Zu einer Zeit, in der die Presse beretts die ersten Anzeichen von dem in Konstantino­pel losgebrochnen Sturme zu spüren begann, wußten die zuständigen Stellen noch nichts von den Ereignissen, die der Lage mit einem Mal ein ganz andres Gesicht gegeben baoem für Euro pa erwachsen

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.befinde sich alles in besterednunst. Uni i aufzubürden Das Echo de Paris nannte ge- überraschender mußten die Nachrichten von neuen lürkischen Großwesir Mahmud

den Vorgängen in Konstantinopel deressen.-1 « .x einen Preußen" und der Pari-

lichkeit kommen Die Diplomaue seltch- f^etnt von ihnen völlig überrascht worden zu '-.^a nahesteht, hat sich sogar den in Len­sem, den man muß annehmen, daß im andern I . türkischen Friedensunterhändler wei- Falle diese Eventualitäten beii derSememsa- » cherifPascha als Kronzeugen für men Aktion gegen die Türket berücksichtigt wor- Verdächfigung Deutschlands herangeholt, den wate. Tre Tatsache, daß Mir erhalten folgende Drahtmeldung:

die Großmächte selbst an den zuständigen Stellen genau so wenig von der in Konstantinopel und im türkischen Heere herrschenden Stimmung gewußt haben, wie der deutsche Zeitungsleser, gibt zu der Ver­mutung Anlaß, daß die Diplomatie sich über die wahre innere Sage der Türkei doch nicht K" Irgend unterrichtet hat. Denn so ganz ohne bare Vorzeichen konnte ein so durchgreifen- , des, das türkische Volk auf das allerengste be-! rührendes Ereignis kaum zustande kommen. Die nächste Frage ist natürlich die, ob die neue Regierung tatsächlich den Krieg fortsetzen wird. Man kann wohl mit Sicherheit anneh­men, daß es zu einer Fortsetzung des Krieges nicht kommen wird, denn die neue Regierung dürste weitblickend genug sein, um die Folgen eines endgültig verlorenen Krieges übersehen zu können. Schwierigkeiten wird dagegen die Zukunft Adrianopels und der Aegat- scken Inseln machen. Daß die Abtretung Adrimtopels unter dem neuen Kabinett nicht zur Durchführung kommen wird, erscheint klar, denn gerade sie gab ja den Anstoß zu der Um­wälzung Tatsächlich ist auch die Lage derar­tig, daß die alten Abmachungen hmstchtlm, Adrianovels nicht mehr gelten. Diese Tatsache werden die Mächte anerkennen mtiffen, und es bleibt dem neuen Kabinett überlasten, aus der schwierigen Situation einen neuen Ausweg zu finden.

ver- ZZL Ims-

Europäisches Chaos!

Im Berliner Auswärtigen Amt wird ,« de« Verwicklungen in der Türkei erklärt, die Situation sei noch viel zu undurchsichtig, um eine Orientierung z« gestatten. Man erwartet zunächst die Antwort des neuen Kabinetts ans die KolleMvnote, die den Mächten noch nicht zn- gegangen ist «nd wird erst von ihrem Wortlaut die weiteren Ent­schließungen abhängig machen. Man verkennt aber nicht, daß Vie Politische Lage jedenfalls die allergrößten Schwierigkeiten berge.

dauer Friedens-Konferenz endgültig ent­schieden werden. Der Abbruch der Konferenz diürste indeflen wahrscheinlich fein.

Preise I tr-Ge-W t ges.I n die s Reue- | Woh- j Suche- H

mit 1 Klei- I I Küsse, i n(fielt j

Die Schicksalfrage am Balkan heißt einfach und kurz: /Wollen die jetzt am Goldnen Horn Regierenden Krieg oder Frieden. Es heißt, die neue Regierung sei entschlossen, neuen Kriegsausbruch zu verhüten; sie ist.aber nicht weniger entschlosten, einem entwürdigenden

2=.

Der Staatsschatz ist vollkommen leer. Die ^sahr neuer kriegerischer Verwicklungen Kredite der Pforte sind erschöpft. In den toei( größer, als man glaubt. Die Aussichten letzten Tagen wurde auch der Rest des von Türkei in einem neuen Kriege sind zudem der Ottomanischen Bank gewährten Dar- weit günstiger, als sie es zu Beginn des Krte- lebns von 10 000 Pfund aufgebraucht. I waren, denn die Türken besitzen nun tat. Die Hälfte wurde für die Tschataldfcha-Ar- sächlich eine Armee, wahrend sie vordem nur mee n-rwendet die andere Hälfte für unauf- über mangelhaft organisierte und keine Einheit

Gehälter wurden noch nicht bezahlt. Nir- Dreihunderttausend ittt Kampf, gends ist eine Möglichkeit vorhanden, Geld ($on unserm militärischen Mitarbeiter.) zu erhalten Berlin, 25. Januar.

Belgrad, 2.x Januar. tiirttfdje Armee vor Tschataldscha hat in

Der plötzliche Umschwung in, Konstantmo- b ~,toej Monaten, die seit den schweren Nie­pel wird hier in maßgebenden Kreisen nut - --------u «--» *»«

großer Aufmerksamkeit verfolgt. Obzwar man den'baldigen Friedensschluß und infolgedes­sen auch die Zurückziehung der Armee er­wartet hatte, ist man jetzt vollkommen bereit, weiter zu kämpfen und Bulga­rien auch weiterhin tatkräftig zu unterstützen, bis von den Verbündeten der Türkei der

Das ist also der L o h n für die steundftchen Dienstleistungen, zu denen sich., im Londoner Friedensspiel der sechs Großmächte T>eutsch­lau d als Gefolgsmann der Trivle-Entm^ beraegeken: Verdächtigungen und Verunglimp­fungen' Traut einer der deutschen Regftrung zu, daß sie im Geheimen mit Bewußtsein im Gegensatz zu allen anderen Mächten dm Widerstand der Türkei zu organisieren versucht habe, und daß der Staatsstreich der Jungturken i h r Werk sei? Man leie bte nalv-u^e^lfenm Verlautbarungen der Berliner Vfilbelmura^, tote sie uns in den letzten Wochen erfteut haben, vvui evt|weiS| ,

und man wird reumütig an seine - ruft wagen, j^tre rfnzuberusen, die über den Stand der wenn man wirklich angenommen, unsere 1 türkischen Armee eingebend Bericht erstatten sall- maten .hätten die Situation beretts ertaßt . i (e ^^men sollte dann die Frage voraeleat wer- Jri Gegenteil: Die Berliner Wilhelmstratze wur ob man tS wagen könne, die Feindselig-

iwie immer) ahnungslos, und die -eure fe,jen tojc^r aufzunebmen. Kigmil Pascha I in Paris, London und Petersburg ubertwatzen i ^h^te jedoch ab, woraus dann der Sta ats- l uns, wenn sie uns die Kraft und.Initiative zu l rej^ beschlosien wurde.

-« ste3OTjffirfen.rte9ien.U9.

Das Ende des Friedensrats? I Konstantinopel, 25. Januar. (Pri- I ognbon 25 Januar. (Privat - Te- vat-Telegramm.) Gestern nachmittag er- lea^ramm.)' Die Revolution in »on-1folgte die feierliche Inthronisation des neuen stantinopel veranlaßte gestern acht der Balwn- Deleqierten. sich zu einer nicht offiziellen Be­sprechung im Hvdevark-Sotel zu versammeln, »ie Delegierten beschlosien, ihre Regierungen zu ersuchen, daß sie ermächtigt werden, die Friedensverhandlungen abzubre­chen, falls sie es für angebracht halten. Sobald die Telegierten auf dieses Ersuchen Antwort haben, werden sie sich von neuem versammeln, und es wird dann über das Schicksal der Lon-