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Casseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Stummer 42

Fernsprecher 951 und 952.

Freitag, 24. Januar 1913

3. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952.

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3nfertton«pteife: Di« sechrgefpalten« Zeile für einheimische Sefchäft« 15 Pfg., für aus" wLrttg« Inserat« 25 Ps. Reklamezeile für einheimische Seschäfte 43 Bf, für auswärtige Geschäfte 83 Pf. Einfache Beilagen für die Sefamtanftage Wersen mit »Mark pro Saufens be­rechnet. Wegen ihrer dichten Verbreitung in der Residenz und der Umgebung stnd die Läsfeler Neuesten Nachrichten ein vorzügliche- Jnserttonsorgan. Eefchäst-iielle^ Kölnische Stratze 5. Berliner Vertretung SW., Friedrichstraße 18, Telephon: Amt Morippla, 876

NUN, da er auch produktiv und fruchtbar sich ge­bärdet, erscheint Herr Kühn ängstlichen Seelen plötzlich als Schrittmacher des Bösen, und die Bewundrung seiner graumelierten, tief zur Brust herabwallenden Männerzier schwindet angesichts der Sorge um die Pläne, die dieser neue Edison der Steuertechnik hinter hochge­wölbter Stirne wälzt.

Wieviel Millionen noch zu erraffen sind, be­vor allen feststehenden und noch geplanten Aus­gaben Deckung gesichert ist, läßt sich heut noch nicht übersehen; aus einem Fragment offiziöser Preß-Instruktion war indessen gestern zu er­spähen, daß allein bei der in Aussicht stehen­den Vorlage über den Ausbau der militärischen Luftschiffahrt eine Dreizehn - Millio­nen - Ausgabe noch ohne Deckung ist und daß über die Beschaffung der hierzu erforder­lichen Mittel «aus neuen Steuerquellen) zur­zeitVerhandlungen zwischen den beteiligten Regierungstellen" schweben. Dabei wird, unge­rührt vom Donnerschlag der Dementis, im Kreis der um Exzellenz Heeriqen Gescharten erzählt, eine neue Heeres-Vorlage sei unaus­bleiblich und ' unerläßlich und ihr Erscheinen nur eine Frage der finanziellen Bereitschaft. Unter diesen Umständen wird das Besitz- st e ue r - Problem unangenehm dringlich, und da Herrn Delbrücks kühne Monopol- Träume sich inzwischen als wirkliche Träu­me erwiesen, bleibt als einzige Rettung aus Not und Gefahr nur das idem Kanzler aus schmerzlicher Erfahrung verhaßte)Attentat aus Besitz und Erwerb". Im Engpaß dieses Zwangs zur Tat aber droht Gefahr: Im Ka­binett Bethmann regt sich scharfer Widerspruch gegen den Besitzsteuer - Plan, Finanzminister Lentze bekämpft des Chefs drängende Millio- nen-Forderung mit beunruhigender Hartnäckig­keit und einem Schnellfeuer von ArgumenkKi (bereit letztes möglicherweise die Frage:Sein oder Nichtsein?" enthalten kann), und im Wal­lothaus am Berliner Königsplatz harrt der Parteien erwachender Groll des Mannes im grauen Rock des Unbehagens, der Heyde- brands Ungeduld schon viel zu lang dem Schicksal entronnen dünkt: Die Götzendäm- merung der Aera Bethmann Hollweg droht, und bevor der Frühling auf die Berge steigt, wird im wilden Surm des Märzen vielleicht manch welkes Blättchen noch zur Erde nieder

ner, der Direktor der Lustschifsbaugesellschaft Friedrichshafen, daß dort von einem derartigen Bau nichts bekannt fei. Alle Luftschiffe, deren Bau schon in Angriff genommen oder ge­plant sei, würden sich in keinem wesentlichen Prmkte von den bereits in Verkehr gestellten Luftschiffen unterscheiden.

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Versal rf, e° 13 et«!

Der Mainzer Kaiserbecher... geraubt!

Wie uns aus Mainz berichtet wird, wurde in der Nacht zum Mittwoch in dem zu Museum, zwecken benutzten kurfüfftlichen Schlosse ein Ein­bruch verübt, und ein auf mehrere tausend Mark geschätzter B e ch e r, in dem Kaiser Wilhelm der Zweite tot Jahre 1892 bei seinem ersten Einzug in Mainz der Ehrenirunk dargebracht wurde, geraubt. Die sonsfigen in dem Raume unter- gebrachten zahlreichen Wertgeg-nstände blieben unberührt. Von den Dieben (es handelt sich offenbar um mehrere Täter) fehlt bis jetzt jede Spur.

Rrwhork neuester Skandal.

Der Brandstifter-Trust von Newhork.

Wir haben dieser Tage bereits berichtet, daß matt in Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, das bekanntlich jede Trustverbin­dung verbietet, einem mehr als eigentümlichen Trust auf die Spur gekommen ist: Eine Anzahl Verbrecher haben sich zu einem Brand- stifterring zusammengeschlossen. Die Ge­schäfte bestanden darin, daß sich die Gesellschaft, d.r von dem Generaldirektor, dem berüchtigten Jcctz the Painter organisiert worden war, an­bot, versichertes Eigentum in Brand zu st r ck e n, um auf diese Weise die Versicherten in den Genuß des von den Versicherungsge­sellschaften auszuzahlenden Geldes zu setzen. Neber die Affäre werden jetzt folgende Einzel­heiten bekannt:

Der Trust des Verbrechens.

(P riVat-Teleg ramm.)

Newhork, 23. Januar.

Die Aufdeckung des .Brandstifter- T r u st s" hat in Newhork ungeheure Erregung hervorgerufen, die umso größer ist. als dieser Ring des Verbrechens" eine ziemlich bekannte Institution gewesen zu sein scheint. Wenigstens versicherte der Haupt-Manager und Organisator Jccy the Painter bei seinem Verhör, daß er während der letzten vier Jahre nicht weniger als fünftausendAnfragen von Leuten erhalten habe, die gern ihr Eigentum in Brand gesteckt haben wollten. Die Beliebtheit der Ge- sellschaft beweist, wie außerordentlich gewissen- haft und gewissenhaft sie gearbeitet hat. Zu den verschiedenen bereits amtlich festgestellten Methoden bei der Brandlegung gehören fol­gende: Mi. Aether gefüllte Schweinsblasen wurden aufgehänot. zwölf große Pappschachteln wurden halb mit Oel gefüllt und miteinander sowie mit den Schweinsblasen durch ölgetränkte Baumwollfäden verbunden. In einem anderen Falle war in einer Wohnung eine mit Schieß- Pulver gefüllte Matratze aufgestellt worden, worauf sämtliche Gashähne geöffnet wurde«. Mir großer Roheit ging

die Brandstister-Bande

vor, alS sie tot vergangenen August den Auf­trag erhielt, einen Rennstall in Brand zu setzen. Die vorzeitig angerückte Feuerwehr fand zwei Pftrde, deren Decken mit Kerosingetränkt waren. In Newhork selbst haben sich zahlreiche kleine Geschäftsleute des Brandstifter-Trusts be­dient, um sich die Mühe eines Ausverkaufes zu ersparen. In diesen Fällen setzten die Brand- ftifiter die leicht entzündbaren Waren in Brand. Sie spannten außerdem quer durch die Lager­räume Seinen, an denen mit Petroleum gefüllte Würste aufgehängt wurden. Die Panik infolge dieser Enthüllungen über beit Brandstiftertrust ist eine derartige, daß sehr viele ^Versicherungs­gesellschaften sich weigern, mit kleinen Ge­schäftsleuten Versicherungsverträge abzuschlie- tzen. Fürihre.Arbeit" nahmen die unter dem NamenFeuerfliegen" bekannten Mitglieder des Brandstistertrusts ein bis zehn Prozent Her yon den Versicherungsgesellschaften gezahlten Brandentschädigungen, und Mister Jccy the Painter erzählte bei dem gerichtlichen Verhör, harmlos schmunzelnd, daßfeine Gesellschaft in den letzten Jähren enorme Geschäfte ge­macht habe".

außerordentlichen aktiven Dienstleistungen ein­berufen wurden, haben von der Heeresleitung den Befehl erhalten, von diesen Mannschaften einenTeil in die Heimat zu ent­lassen. Ein gleicher Befehl ist auch an die Kommandanten der beiden Landwehre ergan­gen, woraus geschlossen werden darf, daß Oeste- reich mit der Demobilisierung beginnen will.

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Gin Stoma im Gaswerk.

Vierzig Tote und Verwundete!

(Privat-Telegram m.)

Wie«, 23. Januar.

Das Gaswerk in Schönbrunn in Ceftet* reichifch-Schlesien war gestern abend der Schau­platz einer furchtbaren Katastrophe. Aus bisher noch unbekannter Ursache erplo.

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Hartmand-Slimmungen.

Des neuen Jahres erste Wochen.

Nun, da überm Balkanlande sich der Htm- viel klärt und Osmans Sühne ins Joch Euro- pens gezwungen, darf Traum und Sehnen des I Kanzlers wieder die Heimaterde befruchten, der Genius der Wilhelmstraße sich zu neuer Of- fenbatung regen. Daß unser auswärtiges Ge­schäft mitten im Gewirr der Krise durch Tod und Schicksalschlag heimgesucht ward, hat man : am Gehalt der Leistung kaum gemerkt: Äider- len-Waechter, der seines Junggesellenlebens munterste Jahre in den Schluchten des Balkan _ verbracht (und der drum tot Kreis der Zünfti- l ge*t als Spezialist in allen jenen Dingen galt, 1 die jenseits der Donau als Komödie oder : Tragödie Asiens nahe Nachbarschaft so anschau- - (ich demonstrieren), ging von bannen, und wo- = cheulang trauerten tot Auswärtigen Amt lei- tunq-lose Hinterbliebene. Herr Gottlieb von Jagow absolviert in Rom, bepor er zur lieben nähme dringlicher Amtgeschäfte zur Wilhelm- straßc eilt, in aller Ruhe ungezählte Abschied- Visiien, und die Geschichte seiner Berufung mit wochenlangem Rätselraten und schließlichem Ju-Aussicht-Nehmen" hat aller Welt bewiesen, daß wir auch in kritischer Zeit mit Ruhe und Akkuratesse unsre Dispositionen zu treffen Pfle­gen. und daß es der Regierung Theobald'von - Bethmann Hollwegs nichts ausmacht, wenn gg*.. einmal ein wichtiger Posten im Reichsbetrieb I wochenlang verwaist ist: Der Herr Kanzler ' macht alles, und es will, gemessen am Eifer seines Strebens, nicht viel besagen, daß er, der nie dem engen Pflichtenkreis der Verwaltungs- Schreibstube entronnen, dem Problem der iu- lernationalen Politik so fremd und ahnunglos gegenübersteht, wie weiland der Hu- saien-Kommandeur Podbielski dem Jdeenbe- reick der Posthorn-Sphäre.

| Daß wir im Balkan-Handel nicht das win- - zigste Lorbeer-Reischen errungen, daß wir in London wacker die Geschäfte der Triple Entente besorgt und am Bosporus-Gewisser uns den . letzten Rest von Sympathie verscherzt, kann ^ glücklicher Zufriedenheit nicht Abbruch tun: die Norddeutsche Allgemeine Zeitung erzählte uns in mäßigen Intervallen mit dem würdigen Ernst, der einem Kanzlerblatte ziemt, die Groß­mächte seien einig in der Erkenntnis der Not­wendigkeit, die Brandfackel des Balkankriegs n'cht abermals auflohen zu lcsssen, und es be­stehe zwischen den Kabinetten der sechs Mächte, deren Elite-Diplomaten in London mit unge­mindertem Eifer wochenlang über das Balkan- Problem plauderte»,völlige Uebereinftim- mung" über die zur Erreichung des Ziels erfor­derlichen Mittel und Wege. Fazit: Europäische Drohnote an die vom Kriegfieber abermals M-i durchschauerte Türkei, englisch-französisch-russi­scher Fischzug am Goldnen Horn unter freund- 7 sicher Mitwirkung des Dreibunds und endgül­tige Abkehr von allen denjenigen Grundsätzen, die Jahrzehnte hindurch die deutsche Politik ge­genüber dem Sultanreich bestimmten und die Wilhelm den Zweiten in seiner Herrschaft jun­gen Zagen wichtig genug düickten, Mohameds Söhne mit seinem Schild zu decken. Adolf von Marschall ist's erspart geblieben, das wichtigste Stück seiner Lebensarbeit ht Trümmern zu sehe» und auch Alfred von Kiderlen ward abbtrufen. ehe über dem Balkan-Drama der düstre Vor- hang fiel; von der Statisten-Rolle aber, die das Teuffche Reich in dieser historischen Szene gespielt, wird die Geschichte einst sagen: Die Regie verdarb Effekt und Harmonie, denn atü Regisseur stand seltsamerweise der Wolkenschieber hinter den Kulissen'

Im Bereich der dreifarbnen Grenzpfähle schqut's nicht lieblicher aus. Zwar klingen durch Retchshaus und Landtag noch tönende Schal­meien, kehrt offiziöse Geichästigstit jedes Stäub­chen des Aergeruisses behend vom Weg, aber

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Die Türken-Tragödie.

Das Ende der europäischen Türkei?

Was zu erwarten stand: Die türkische Nati­onalversammlung hat sich in ihrer gestrigen Sitzung für den Frieden entschieden und fast einstimmig den Beschluß der Regierung aebil- ligt, die Forderungen der Mächte zu erfüllen. Ein gegen Abend ausgegebenes amtliches EommuniquS besagt darüber, daß die große Ratsversammlung nach einigen Ausführungen der Regierung und der sich daran anschließen­den Debatte den Standpunkt der Regierung an­genommen habe. Wir verzeichnen nachstehend die uns heute vorliegenden Drahtmeldungen:

Letzte Hoffnung, letztes Sehnen.

(P ri p at. T e l e g ro mm e.)

Konstantinopel, 23. Januar.

Die Pforte hofft, daß die Großmächte nunmehr einen mäßigenden Einfluß auf Bulgarien und Griechenland ausüben werden, damit bei der definitiven Regelung der Frage Adrianopel und der ägäischen In- fein die vitalen Interessen des ottomanischen Reiches nicht völlig geopfert würden. ES wäre (so wird erklärt) höchst gefährlich, die durch die Anwesenheit der Helden von Tripolis. Enver Bey und Fethy Pascha mit neuer Zuversicht erfüllte Armee, bis zu einem Grade zu r e i z e n, daß keine Regierung mehr .die Macht hatte, einem Säbelregiment irgend welchen Widerstand zu leisten.

Konstantrnopol, 23. Januar.

Die Beratung der National-Versammlung war um vier Nhr nachmittags beendet. Der Sultan ließ sich über den Verlauf der Rats- verfammlung fortlaufend Bericht erstatten. Heute fiitbet einMinisterraf statt, der den endgültigen Text der Pforte an die Mächte beschließen wird. Die Ueberreichung der Antwortn : wird voraussichtlich heute nachmittag erfolgen. Diese Note wird weder Adrianopel, noch die Inseln auN>rücklich er­wähnen, sondern nur besagen, die Pforte nehme die Ratschläge der Mächte im Vertrau­en auf deren Versprechungen an.

London, 23. Januar.

Ein Londoner Blatt berichtet aus sicherer Quelle, daß am Freitag eine hervorragende Konstantinopeler Persönlichkeit als Emissär nicht unmittelbar der Jungtürken, sondern der neuen Partei der türkischen Jugend in London war. Es habe sich darum gehandelt, finanzielle und andere Hilfe für eine Bewegung zu finden, die das Ziel ver­folgt, den Sultan von Konstantinopel nach Kleinasien zu bringen. Dort sollte eine neue Hauptstadt gegründet und das zukünftige ottomanische Reich auf- gerichtet werden. Der Emissär habe aber keine Erfolge gehabt, sondern sei mit leeren Händen zurückgekehrt.

Konstantinopel, 23. Januar.

Man befürchtet in Konstantinopel, daß die Armee vor Tschataldscha. die 130 000 Mann stark ist und sich kaum sünfunddreitzig Kilo­meter von Konstantinopel entfernt befindet, auf die Nachricht von der Annahme der Frie­densbedingungen der Großmächte in einem Ausbruche der Empörung auf die Hauptstadt marschieren werde. Der Geist des Widerstandes wird noch in der Armee bestärkt durch die Haltung des Thron­folgers. der beim letzten Familienrat sich sehr energisch g e g e n die Annahme der Frie­densbedingungen ausgesprochen haben soll.

Im Anschluß an vorstehende Meldungen wiro uns aus Sofia depeschiert: lieber die Vorbehalte, die die Pforte in ihrer Beant­wortung der Note der Mächte geltend machen will, verlautet an maßgebender Stelle folgen­des: Die Pforte wird erklären, daß mit der Ab­tretung Adrianopcls das Maß ihrer Zu­geständnisse erschöpft fei und daß sie den b a l - digen Abschluß des Friedens erwarte. Von den Mächten wird sie bestimmt die Ver­sicherung über die in Aussicht gestellte finan­zielle Hilfe verlangen. Den ersten Teil der zu erwartenden Erklärung der Pforte faßt man als Ablehnung einer Kriegsentschädigung auf. Es ist nicht bestimmt, wie sich die Leibüu- deten zu dieser Frage stellen werden.

Oesterreich rüstet ab!

Budapest, 23. Januar. (Privat-Te- legrammfi Die Kommandanten jener Hee- reSkörper, bet denen infolge der Balkan- Zr He ein Teil der Reservemannschaften zu

Horizont ste-gt bereits das Sturrtro ölk- chen nahen Unhctts empor, und wenn n'cht alles trügt, wird's noch in den Wochen vor Astern zu einem kleinen Wetterschlag kommen. Das Verhängnis heißt diesmal: Besitz- stkuer, und die Möglichkeit, es bannen zu Können, wird mit jedem Tag, der nutzlos im der Steuersuche verrinnt, geringer. Man »beiß: Herr Kühn, der Adolf Wermuths Erbe als Säckelmeister des Reichs übernahm, ist der geniale Erfinder jenes niedlichen Steuer-Sh- Mms. das unter der Biedermeier-FirmaVer- ^wgens-Zuwachssteuer" eineumgekehrte" Be- erstrebt, deren Eigenart es ermög- ®'e Latifundien-Mauer ostwärts der e tbor bet Heimsuchung neuer Sieuerqual Butt toa&rtt" $at bom Nachfolger 83er« tos bisher nur vernommen, daß fein s»ö- "«»art der sonst so dürftig belebten Regie rungttanf im Parlamenthaus am Berliner "rngsplatz zur desondern Zierde gereicht.

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Warum ging Lhnrker?

Lebhafte Ueberraschung in Armeekreise».

Der ganz plötzlich erfolgte Rücktritt des Generals der Infanterie von Lhncker durch Kaiserliche Kabinettorder vom zwanzigsten Ja- nuar hat in den Streifen der Armee, ganz be­sonders aber in Berlin, lebhafte Ueberra = schung hervorgerufen. Schon während zehn Jahren und länger wußte man. daß die Ver­mehrung und Organisation unserer Verkehrs­truppen nicht Schritt gehalten hatte mit dem Ausbau des Heeres, und dem hochverdienten General von Lhncker war es Vorbehalten gewesen, einen großen Teil der geforderten Neuerungen zur Durchführung zu bringen.

KriegsMinister und General.

(Privat-Telegramm.)

Barlin, 23. Januar-

lieber bis Gründe der plötzlichen Zur­dispositionstellung des Generals von L Y n ck e r laufen die verschiedensten Gerüchte um. Kör­perliche Indisponiertheit oder das Unver-- gen. den Ueberblick zu wahren, scheiden in dem vorliegenden Fall vollständig aus, da Lhncker als eine besonders befähigte und rüstige Kraft galt. So bleibt nicht« weiter übrig, als die zu erwartenden Neuerungen auf dem Gebiet deS Luftslottengesetzes für das über­raschende Ereignis verantwortlich zu machen, und zwar insofern, als man sich nicht in der Lage sah, alles Tas zu erfüllen, was der Ge­neralinspekteur in fein Programm auf genom­men hatte. Man wußte schon früher von Meinungsverschiedenheiten man­cherlei Art zu berichten und es heißt nun, daß die Ursachen des Austritts Lhnckers in neuerdings aufgetauchten Meinungs-Verschie­denheiten zwischen dem Kriegsminifier und dem General von Lhncker zu suchen sind, die daraus zurückzuführen sein sollen, daß Ex- zell«»z Heeringen den sehr weitgehenden Pläu- nen Lhnckers bezüglich des Ausbaus unsrer Luftflotte scharfen Widerstand entgegen setzte.

Kein neuer Riesen-Zeppelin?

In verschiedenen Blättern wird die Mel­dung verbreitet, daß in Friedrichshafen ein neues Militärlustschiff geplant fei, des­sen Dimensionen alles im Lustichiffbau bisher Dagewesene in den Schatten stellen sollen. Das Schiff solle eine Motorkraft von 900 PS er­halten. Auf eine Anfrage erklärt nun Dr. Ecke-