Mittwoch, 8. Januar 1913.
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-T- Oberst von Blumenstein Ein Plötz- fither Tod hat, wie uni ans Düsseldorf ennelbet wird, bett Kommandeur des Füsilier- Regiments Nr. 39, Oberst Ernst von Blu- menstein, im Alter von 53 Jahren ereilt Oberst von Bftrmenstein galt als ein hervor- ragetrd tüchtiger OMier. Ter Ursprung der Familie von Blumensiein ist von ziemlich romantischer Art. Ter Großvater des jetzt verstorbenen Obersten starb 1875 als ehemaliger kurfürstlich hessischer Kammerherr und Oberforstmeister, nachdem ihm 1870 von Preußischer Seite bestätigt worden war, daß er den adligen Namen „von Blumenstein" seit seiner Geburt, die 1796 erfolgte, getragen hatte. Er war ein natürlicher Sohn des Landgra- ien Emmanuel von Hessen-Roten- bnrg-Reinfels, der von 1746 bis 1812 lebte und in der katholischen Kirche zu Schwal- bach beigesetzt ist; seine Mutter war eine De- ’noiiette Julie Strube aus Rotetchurg an der Fulda.
-r- Eine Betriebsstörung der Elektrische«. Der um einhalb sieben Uhr morgens von Bad Wolfsanger nach Cassel fahrende Wagen der Elektrischen konnte heute früh erst direkt vom Depot abfahren, da sich auf den Schienen der Straßenbahn zwischen demOepot und der Haltestelle Wolssanger ein Unfall zug et ragen
Letzte Telegramme.
(Nach Schluß der Redaktion eingegangen.)
Bank-reftaudant Weber verhaftet!
(Privat-Telegramm.)
Braunschweig. 7. Januar.
Der flüchtige Bantdefraudant Alexander Weber aus Braunschweig ist i« der vergangenen Nacht in Budapest verhaftet worden Tort hatte er sich unter dem Namen Rudolf Herber aufgohaltcn. lieber die Verhaftung des vor einigen Tagen flüchttg gewordenen Defraudanten werden folgende Einzelheiten bekannt: Im Laufe deS gestrigen Montags fanden im hiesigen Landgerrchts- gebäude zahlreiche Vernehmungen auswärtiger Zeugen statt. Einer dieser Zeugen gab dem Staatsanwalt und dem Untersuchungsrichter 6a8. Versprechen, daß er noch im Laufe des Abends einen weiteren Zeugen bringe« werde, der-über den Aufenthalt Webers genauer orientiert sei. Dieser Zeuge, bekundete bann, daß Weber unter dem Nameit eines Kaufmanns „Rudolf Herber aus Wien" sich in dem Hotel Metro- vol in Budapest auihalte. Hierauf wurde sofort von dex Staatsanwaltschaft die Verhaftung Webers verfügt, und diese auch von bet Behörde in Budapest in der bereitwilligsten Weise und sehr schnell durchgeführt, sodaß es Webet nicht mehr möglich war, feine Flucht nach dem Sude« fortzusetzere. Die Auslieferung des Defraudanten dürfte sehr baw erfolgen, da keine diplomatischen Verhandlungen dieset- balb zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland notwendig fuO.
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Augsburg, 7. Januar, (fß r i b a 11 e IN gram m.) Der Inhaber des Bankhauses Aletag in Füssen, Anton Aletag, hat sich der Staatsanwaltschaft gestellt und wurde in Untersuchungshaft genommen. Er hat an ausländischen Börsen spekuliert und große Summen verloren; die Depots wurden nut noch zum Teil intakt gefunden. Der Gesamwetlust der Sparet aus der Umgegend von Füssen dürste e t w a 350 000 M a t k betragen. Es handelt sich um Einlagen von wenigen hundert Mark bis zu Beträgen von 35 000 Mark. Aletag ist vierzig Jahre alt, verheiratet und Vater zwei Kindern.
Ritr^ffen in drk Lei^shauytstM.
Mft dem Beginn des Jubiläumsjahres r-unzebnhundertbreizehn steht Cassel vollkommen im Zeichen der Jahrtauienb- feirr, und viele fleißige Hande regen sich. Lpjt Vorbereitung nach bestem Können zft be- " u.jr[7n Tausende von Adressen sind ermittelt i--o7Sen von Casselanern und Kurhessen, die i'rn des Heimatstrandes weilen, und dennoch »ets mit Liebe und Anhänglichkeit der Heimat D- ein treues Angedenken bewahren. Herzliche Be- ii-tungen walten zwischen den Hessen in der aften und in der neuen Heimat, ob sie auch Berge und Meere Kennen. Bei der Sisiphus- arbeit des Adressensammelns stellte sich auch h-raus, roidrel Hessen im Reiche und im Staate hohe Stellungen einnehmen, und be« fPnicr§ in der Reichshaupt st adt leben ; viele Casselaner und Kurhessen, deren Name dort wie hier einen fluten Klang besitzt. Zwei Minister sind aus Kurhessen hervorgegan- aen: Kriegsminister von Heeringen und Kultusminister von Trott zu Solz. Und ~ ferner leben in Berlin Männer des Heeres, des Geistes, der Künste und des Handels, die Leuch- tcu deutschen Wissens und deutschen National- lcbens geworden sind. An ihrer ersten Stelle lobt unzweifelhaft der Ehrenbürger der Stadt Cassel, Chef-Präsident der Ober- reednungskammer. früherer Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau, Erzellenz Magde- r - bürg. Ihm folgen der Präsident der Verwal- rung der Staatsschulden, von Bischofshausen, der
Polizeipräfident von Charlottenburg, »on Stark, Wirklicher Geheimer Rat Cccius und Wirklicher Geheimer Rai Prof. Stolzel. Zahlreiche hohe Militärs stammen c"i Cassel und Kurhessen, und Angeh öri- ftae des alten kurhessischen Ade^s i n gen in der Reichshauptstadt de» G arderoa, en ihrer Spitze der Kommandeur des Kaiserin : Elisabeth - Garderegiments, Oberst Wild von Hoh enborn, der Träger eines ruhmreichen hessischen Namens. Doch auch die große Zahl Derer, die weiter in der deutsche« Kaiserstadt eine zweite Heimat fanden, vergaß des trauten Fuldastrandes nicht, und Viele haben sich zusammengesunden. Hessenium und Heffeneigenart auch inmitten des fast internationalen Lebens der Millionenstadt zu wahren. Bedeutende Männer und Frauen gehören der „Zwang- lösen Vereinigung geborener Hesr feit Casseler" in Berlin an, einer Ver? einigung, die unter der Leitung des um das Heffentum hochverdienten Professors Wolf *- steht. Zu allen diesen Hessen ist der Ruf der Heimat, zur Tausendjahrfeier die alte Heimat zu besuchen, als Freudenbotschaft gekommen, und gerade in der Reichs Hauptstadt hat der Gedanke kräftig Wurzel geschlagen, alle Hessen, wes Standes und Berufs sie seien, Ende September dieses Jahres in der Heinrat, nm herbstlich schimmernden Fuldastrand, wie einst im Zchoße Chasallas z« vereinen. Dann ist die Johriausendseier mehr denn ein Stadtjubiläum. sie stellt sich als ein Heimatfest in bes Wortes bester Bedeutung dar, als ein Fest der Hessen und des Hessentums. -ov-
Auf der Steuersuche.
Berlin, 7. Januar. (Privat-Teie« gram m.1 Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, haben bei der Berliner Besprechung die süddeutschen Finanzminister sich «ege« die Neberlaffung einer direkte« Bc- fitzsteuer an das Reich erklärt Wie weiter bekannt wird, werden die vom Reichsamt des Innern aufgenommenen Vorbereitungen für neue Handelsverträge eine runb fünf- prozentige Erhöhung der Zollfätze bringen.
Tic Tragödie einer Greisin
Brüffel, 7. Januar. (Privat-Tele- g r am m.1 In dem Villenort llccle wurde in der vergangenen Nacht die fünfnndsiebzig Jahre alte, sehr reiche Witwe Pelfef ermordet aufgefunben. Es fehlen Schmucksachen im Werte von hunderttausend Mark. Von den Mördern, die das Verbrechen offenbar von langer Hand vorbereitet haben, hat man noch keine Spur.
hatte, durch den die Geleise hier längere Zeit gesperrt wurden. Ein mit Ziegelsteinen schwer beladener Wagen der Ziegelei von Köhler und Sußmann, der der Bequemlichkeit hAber die Meise der Straßen bahn benutzt hatte, war aus der bezeichneten Strecke zusam- mengebrochen. Erst nach anderthalbstündiger Störung war die Strecke wieder frei
-t- Bo« der Baugewerksschule. Dem Vorschläge der Handwerkskammer entsprechend hat der Regierungspräsident den Manier- und § teinhauerm eiste r Christoph Müller und den Zimmermeister Wikhelm Zimmermann zu Mitgliedern und den Maurermeister Rudolf Friede und den Zimmermeister Hermann Eckhardt zu stellvertretendsn Mitgliedern des Prüfungsausschusses für die Hochbauabtei- htng bei der Königlichen Baugewerksschule für die Wahlperiode 1913/15 ernannt.
-- Ein tödlicher Unfall in den Henfchel- werken. Ein schweres Unglück, das ein Menschenleben vernichtete, ereignete sich gestern abend kurz vor sechs Uhr in den Henschel- werken. Im Bau D. hatte sich der achtunddreißig Jahre alte Dreher Metz aus dem Westring «och Arbeit geholt und zwar eine Kurbel- stange im Gewicht von hundertsechzig Pfund. Als er diese nach seinem Arbeitsplatz tragen wollte, glitt er in der Nähe des Fahrstuhls aus, stürzte zu Boden, und die schwere Last fiel über ihn. Dabei zerschlug die Stange dem Unglücklichen das Genick und verletzte ihn am Kopfe außerordentlich schwer. Sanitätsmitglie- der der Fabrik leisteten dem Verunglückten bte erste Hilfe und brachten ihn nach dem Land- krankenhaus Unterwegs aber starb Metz bereits. Er hinterläßt eine Frau und drei Kinder.
Unfall in einer Grube. Gestern nachmittag vier Uhr war ein Maurer M. in einer Grube einer Eiseitgießerei und Armaturenfabrik in Rothenditmold beschäftigt. Plötzlich fie- len ihm mehrere Mauersteine so unglücklich in den Rücken, daß ef schwer verletzt wurde. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde der Verunglückte durch die Samtätskolonne von Ro- ihendftmald nach seiner in der Kaufunger Straße belegenen Wohnung gebracht.
-r- Schulknaben als Kaninchenbiehe Gestern abend kurz nach Eintritt der Dunkelheit ertappte ein Einwohner von Rothendi t - m o Tb zwei Schuljungen, als sie aus einem aus dem Hose stehenden Statt Kaninchen entwendeten. Der Bestohlene machte kurzen Prozeß und verabreichte den beiden Taugenichtsen eine tüchtige Tracht Prügel.
-t- Noch ein Opfer der Neujahrsnacht. Der Arbeiter Fritz B. ans 'bet Marktgasse sah In der Neujahrsnacht aus dem Fenster. Hinter ihm brannte jemand eine Rakete an. Der Feuerstrahl trat' B. und verbrannte ihn vom Hals an den Rücken bis zu den Deinen. Die Verletzung verschlimmerte sich derart, daß B. gestern abend durch die Krieger-Sanitäts- Monite dem Landkrankenhause zugeführt werden mußte.
--- Die Handwerkskammer und die Fleischteuerung, Die Handwerkskammer in Cassel nahm in ihrer letzten Vorstandssitzung zur Fleischteuerung Stellung. Nach eingehender Beratung wurde eine Entschließung gefaßt, in der das Fleischerge, werbe von der Schuld an der Teuerung freigesprochen wird und die von der Regierung eingeleiteten Maßnahmen zur Linderung der Fleischteuerung, die den Stadtverwaltungen die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung in die Hand geben, bedauert toetibein.
-4- Die Stimme des Gewissens. Ein Malermeister in der Unterneustadt erhielt dieser Tage einen Brief aus einer Kreisstadt des Regierungsbezirks Cassel. Ein Geselle war der Abfenider, der vor zwölf Jahren bei dem Meister beschäftigt gewesen war. Er schrieb nun, daß er damals •für zehn Mark Farbe veruntreut habe. Das Gewissen lasse ihm aber keine Ruhe und er bitte daher um Verzeihung. Per Postanweisung gingen dem Meister zehn Mark zu. Tatsächlich brachte der Geldbriefträger am folgende« Tage zehn Mark.
-e- Bei Nacht und Rebel im Auto „gerüdt". Bei einer Familie am Grünen Weg hatte sich ein Musiker B. aus Amsterdam einlogiert. Die Miete wollte er am Letzten bezahlen. Im Laufe des Monats ließ er die Wirtsleute auch bare Auslagen machen. Nun sollte es ans Bezahlen geben, aber der „Künstler" gab sich mit derart prosaischen Angelegenheiten nicht ab, sondern verschwand bei Nacht und Nebel höchst standesgemäß per ... Auto. Ten leidtragende« Wirtsleuten ließ er lediglich einen wertlosen Handkoffer zurück.
Die neue Fahrrabbahre der Krieger- Sanitätskolonne. Geheimer Kommerzienrat Henschel stiftete bekanntlich der Kriegersani- tätskoloune eine modern gebaute Fahrradbahre. Diese Bahre hat nunmehr im Hanse Kölnische Straße 66 ihren Standort erhalten. Bei Unglücksfällen oder Krankentransporten ist die Bahre durch die Fernffprechnummer 917 (Kronprinzenstraße 25) zu bestellen. Die Sani- tatsfolonne bat das Recht, die Trottoirs zu benutzen. Dabei kommt es oft vor, daß das Publikum, besonders Kinder, den Rädern ent- gegenWußt. Es empfiehlt üd>_ daher, der Bahre auszuweicheit, da die Samariter bet steilabfallenden Straßen nicht in der Lag« sind, rechtzeitig anzuchalten.
-h Der Arbeitsmarkt in Cassel.^ Die Bautätigkeit war nach Mitteilung des Statistischen Amts auch im Monat Dezember eine verhältnismäßig rege, sodaß außer Bauhandwerkern eine große Anzahl ungelernter Arbeiter bei Bau- und Erdarbcncn Beschäftigung sand. Dagegen war in allen übrigen Handwerksbetrieben die Nachfrage nach Arbeitskräfte« gering, während das Angebot an solchen, insbesondere bei den Schreinern, Buchdruckern und Malern sehr beträchtlich war. Im Gastwirtsgewerbe überstieg ebenfalls das Angebot an Arbciis- kräften die Nachfrage nach solchen erheblich. Bei der weiblichen Abteilung der städtifchen
—fcheim. als sollte Eintracht gegen :3t Mirtzball-Derein feinen ersten Tri-
** ^noittraaen, denn es sind nur noch zehn StA [Hie?en und es hat % noch rftchts
Mjmiren Schluß, macht ,T:’^_-flFturm des Casseler Fußball-Vereins xJUfZT entscheidenden Ansturm, der Link- ^XXiäirmer Sachse erhält den Batt zuge- ’B’wurtb schießt aus vollem Lauf unhaltbar h ,-Aa'tt dadurch den Ausgleich her. Kurz £,n ‘j ;j* Achftrß und mit 2:2 Toren un« ^'»ichieden endet der spanneuide Wett- 5^ l.- Beide Mannschaften bediente« ,ich einer ""binnen Sptelweise. Erwähnenswert ist daß der Spielfstbrer des Casseler F. V. - . H Tölcke, sein drei hundertstes Ä^zspiel für seinen Verein austrug.
Die Spiele am Sonntag.
«abrenb das Ligafpiel zwischen Eintracht -»^Casseler F. D. ausgetragen wurde, spielten , ? Mn Eintracht-Platze die zweiten Mann- TZrtMi der Vereine gegeneinander. Hier aber
-er Casseler F. V„ daß er über sehr gu- Nachwuchs verfügt; die Eintracht-Mann- «nßte sich der technisch besseren C. F. V. Äsmit 4:0 beugen. Auch das Spiel der drit- rl Mannschaften, das am Vonnittag vor sich ^'"'ah den Casseler F. V. mit einem Resnl- “Jan 3:1 Toren siegreich. Im Ligaspiel in Marburg Spott Cassel gegen die Marburger ^-wraungs-spieler blieben die letzteren mit 5:1 Toren siegreich. Adle: I gegen Wacker I 5:2.
Stellenvermittelung war die Zahl der stellen-1 uchenden jungen ungelernten Mädchen groß An Arheitskosenunterstützung zahlte der Be- zirkverein Cassel des Verbandes der Deutschen Buchdrucker 865,40 Mark (gegen 542,25 Mark im Vormonat). Die Zahl der Passanten betrug bei der städtischen Arbcitsvennittlungs- [teffe 181 (gegen 225 im Vormonat), bei bet Wanderarbeitsstätte 790 (gegen 715).
Sonnen- und Mondfinsternisse im neuen Fahre. Tas Jahr neunzebnhundertdreizehn ist ziemlich reich an Finsternisse« sowohl der Sonne als des Mondes, aber es unterscheidet sich für unsere Gegenden dadurch gegen das Vorjahr, daß keine der Finsternisse bet uns sichtbar fein wird. Es werden in diesem Jahre zwei Mondfinsternisse und drei Sonnenstnsterniffe stattfinden. Der Mond eröffnet den Reigen. Seine erste Finsternis wird am 22. Mörz sich ereigne« und die letzte Son- nensinstetnis am dreißigsten September Daz prächtige Schauspiel einer Finsternis läßt sich demnach in diesem Jahre nicht bewundern. Für ängstliche Gemüter, die Unheil aus solchen Ereignissen voraussehen, gäbt es also eine Beruhigung.
Hermann Faubcl in Cassel in Konkurs, lieber das Vermögen des Kaufmanns F a u - bei, in Firma Hermann Faubel, pharmazeutische Bedarfsartikel, in Cassel, Königstor 4, ist gestern auf Antrag eines Casseler Bankhauses der Konkurs eröffnet worden. Es werden jedoch noch Verhandlungen gepflogen, um ein Moratorium herbeizuführen.
-t- Grab und Wiege in Cassel. In der Woche vom zweiundzwanzigsten bis achtundzwanzig- fien Dezember starben nach den Mitteilungen des städtischen Statistischen Amtes in Cassel 28 Personen (gegen 39 in der Parallelwoche dez Vorjahres). Danmter waren ffiürtr Kinder im ersten Lebensjahre. Unter der Gesamtzahl der Sterbefälle waren einer durch Diphtherie und Krouv, einer durch Keuchhusten, sechs durch Tuberkulose und drei durch akute Krankheiten der Atmungsorgane verursacht. Die Zahl der Se« bemdaaborenen betrug (in der vorhergehenden Woche) 66 gegen 67 in der gleichen Woche des Vorjahres.
Die Vergrößerung der Casseler Fliegerschule. Auf dem Ererzierplatz Waldau bei Cassel herrschte in der letzteren Zeit reges Leben: Die Halle der Casseler Fliegerschule wurde vergrößert. Der neue Bau schließt sich an die bisherige Halle an und ist wie diese mit zwei Dpitzgiebeln geziert. Die fsilberige Halle genügte für die Ausdehnung nicht mehr, die der Flugzeugvark der Schule genommen hat. In der ersten Woche im neuen Jahre wurde die Erweiterung ihrer Bestimmung übergaben.
4- Unsere Altpensionäre. Der Verein pensionierter deutscher Reicks- und Staatsbeamten, sowie Lehrer zu Cassel hält am Mittwoch nachmittag vier Uhr im Palais-Restaurant seine ordentliche Generalversammlung ab. Neben der Erstattung des Jahres- und Kassenberichts findet die Neuwahl des Vorstandes statt. Ferner soll durch eine Eingabe an die gesetzgebenden Körperschaften der Nackweis erbracht werden, daß die Regierung nicht durch die „Grundsätze für Zuwendungen", sondern nur durch eine „gesetzliche Erhöhung der Bezüge" den Altvensionären überall ausreichend Hilfe gewähre» kann. Alle dem Verein noch fernstehenden pensionierten Beamten und Lehrer (von hier und auswärts), sowie die Witwen der Mtpensionäre sind eingeladen.
4- Fünfundzwanzig Jahre Friseur-Innung. Die Freie Vereinigung selbständiger Barbiere, Friseure und Perückenmacher begeht am kommenden Sonntag die Feier ihres fünsundzwan- zigjährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß findet im Perschschen Saale ein Festakt statt, an dem auch ein Vertreter der Handwerkskammer teilnehmen wird.
-T- Kaisers-Geburtstag im Hoftheater. Am elften Januar feiert die Bereinigung des technischen Personals des Königlichen Hoftheaters im „Stadtpark" den Geburtstag be» Kaisers. Das Programm weist humoristische Vorträge Und kleinere Theaterstücke auf, die unter Mitwirkung von Mitgliedern der Königlichen Bühne ausgeführt werden. Ein nachfolgender Ball wird die Feier -beschließen. Diese Feier nimmt alljährlich einen würdigen Verlauf. Man fleht hier Beamte und Mitglieder de? Königlichen Theaters in ungezwungener Fröhlichkeit mit der Vereinigung beisammen. Ein Besuch dieser Festlichheft ist gegen einen Eintrittspreis von 25 Pfennig für jedermann ermöglicht.
Kleine Tageschronik. Der Hessische Bezirksverein Deutscher Ingenieure hält heute abend im großen Saale des Lesemuseums am Stäudep6atz seine erste diesjährige Monatsver- sammlung ab, in der Diplomingenieur C. Matschoß, Dozent an der technischen Hochschule in CHarlottenburg, einen Vortrag mtt Lichtbildern über „Geistige Mittel des tschnischen Fortschritts in de« Vereinigten Staaten" halten wird. — Das Kürassier-Regiment Graf Geßler i Rbernisches) Rr. 6 in Kökn>-Dewtz stellt zum Oktober 1913 Freiwillige ein, besonders Schmiede, Sckneiver, DckUhmacher, Schreiner, Sattler,' Köche, Schreiber und Landwirte. Größe mindestens 1,67 Meter, jedoch möglichst nickt über 1,75 Meter. Tas Gewicht darf 70 Kilogramm nicht übersteigen. Meldungen sind zunächst schriftlich unter Beifügung eines Meldescheines an das Regiment zu richten. — Morgen abend findet im Perschschen Saale in der Unteren Karlsstraße der zweite vom Kreis- Kriegerverband veranstaltete Vortrag statt, ein Lichtbildervortrag von Professor Tithmar: „Mit Schillers Tell von Luzern bis zum Gotthard". Der Eintritt ist frei. — In der R olisch uhbahn tritt wieder Grete Rosen- meber auf, die von ihrem letzten Gastspiel her in Casseler RollMuhkreisen bekannt ist.
— Das Wetter am Mittwoch. Der amttiche Wetterbericht sagt für den morgigen Mittwoch für Hessen-Nassau folgende Witterung voraus: Vorwiegend trübe, teilweise nebelig, ziemlich mild, einzelne Niederschläge, meist Regensölle
Was wird nun werden?
(Privat-Telegramm.)
London, 7. Janitdr.
Einer der griechischen Friedensdelegierten erflärte, die Friedens-Unterhandlungen seien nicht abgebrochen und die Delegierten hatten nickt die Absicht, London sofort zu verlasse«. Der Delegierte erklärte weiter: Inzwischen werden, wie wir glauben, die Großmächte Kenntnis von dem Geschelftnen nehmen und wenn sie beschließen, irgend welche Schritte zu unternehmen,, so werden wir dies halb erfahren. Der nächste Schr'-tt für die Türken wird feilt, eine Sitzung einzuberufen, wenn sie etwas mitzuteilen, haben. Jnzwifchen können die Großmächte über eine Aktion Beschluß gefaßt haben, oder Adrianopel kann gefallen fein. Wenn die Türkei irgendwelche vernünftige Vorfchläge einbringt, sind wir bereit, sie zu erörtern. Aber ihre gegenwärtigen Vorschläge sind vom Standpunkt der Verbündeten aus so wett entfernt, daß sie mit ihren berechtigten Forderungen unvereinbar sind.
Der Seekamps um Chios.
Konstantinopel, 7. Januar. (Pri» vat-Telegramm.) Gestern morgen verließ die türkische Flotte wiederum die Dardanellen und fuhr in der Richtung nach Chios, wo sie von neuem den Kampf aufnahm. Das Ergebnis des Kampfes ist unbekannt. Hier wohnende rumänische Reserveoffiziere erhielten Order, bei ihren Regimentern einzurücken.
Immer noch Friedens-Hoffnung 1
London, 7. Januar. (Privat-Tele« g r a m m.) In den Wandelgängen des Unterhauses war heilte die Ueberraschung über die unbestimmte Vertagung der Friedenskonferenz nicht besonders groß. Man hält die von den Block-Delegierten gewählte Form aber für ein gutes Zeichen und glaubt, daß Einflüsse am Werke sind, die in wen»gen Tagen eilte Entwicklung in der erwünschten Richtung bringen werden.
Dänischer Besuch in Berlin.
Berlin, 7. Januar. (Privat-Tele- g r a m m.) Tas dänische Königspaar trifft Ende dieser oder Anfang nächster Woche in Berlin ein, um ferne Antrittsviftie am Berliner Hofe abzustatte«. Von hier wird das Känigspaar zum gleichen Zwecke nach Paris und London reifen.