WelerMuksie NchrichlK
gg i Hesfische Wanderungen. M
MM \~ " 1 Iie Weidelburg.!| ।
^AX'1V/w
auch klingen mag, unüberwin
e
Zvfinqcr
W«dr»
Ho£ '
Fallas
not
nun
doh
ahn-
ättere
13
-W
Jn dem nördlichsten Turm befindet sich auch eine Schlupstür. Alle diese Ringmauern, mit Aufnahme der Mauer nach dem Freudenstein zu, verdanken ihre Entstehung dem Ritter Reinhard dem Aelte-
ges, an dem sich die Ländereien des Dorfes Ippinghausen terrassenförmig hinaufziehen. Dichter Buchenwald bedeckt die Bergkuppe bis innerhalb der Ringmauern des Schlosses. Die bedeutenden Reste des Schlosses bestehen aus einem nördlichen, älteren Pallasbau von drei Stockwerken, einem südlichen, jüngeren Pallasbau aus vier Stockwerken, dem innersten Hof zwischen den beiden Gebäuden und den ihn einschlietzenden hohen Mauern, dem südlichen Zwinger mit einer hohen Mauer nach dem Freudenstein zu, dem östlichen Zwinger mit sechs Schalentüren und dem westlichen und nördlichen Zwinger mit drei Schalentüren. Von dem Burgweg aus, der sich um den Berg herumschlängclt, betritt man den äußeren Zwinger durch eine Spitzbogentür unter einem oben runden Turm. Links des Tores bedroht uns eine umgekehrt schlüssellochförmige Schießscharte. An dem Gewände des Tores sieht man noch die Art des Verschlusses durch einen doppelten Riegelbalken. In dem Zwinger fallen uns die vielen Schlüssellochschießscharten in der Ringmauer auf. Steinerne Konsolen in gewisser Höhe zeigen, daß hier noch ein Wehrgang hinter einer oberen Reihe von Scharten herlief. Die vor die Mauer vorspringenden halbkreisförmigen Schalentüren sind ebenfalls zweistöckig mit je drei divergierenden Schießöffnungen und sind hinten offen, um einen eingedrungenen Feind keine Deckung zu gewähren.
Südlich der Stadt Wolfhagen und dreieinhalb Kilometer nördlich der Stadt Naumburg, hart an der Grenze von Hessen gegen Waldeck, ragen über einem hohen, bewaldeten Bergkegel die stolzen Trümmer der Wcidelburg auf. Tas Elbeslüßchen umspült den Fuß des Ver
letzter, Widekind der Zweite, Domherr zu Magdeburg und Kanonikus zu Halberstadt, Naumburg und Wcidelberg 1625 sür 1500 Mark Silber an Landgraf Heinrich des Ersten das Kind verlauste, unter gewissen Bedingungen, die sich aber nicht erfüllten, Widekind
Dies Saal, gleich-
Bürg wiederherstellte und mit neuem, der Zeit angepaßten Außenwerken umgab. Von den beiden Pallasbauten des Hochschlosscs ist der nördliche der ältere, er gehört in seinem Unterbau vielleicht schon dem zwölften Jahrhundert an, wurde 1270 wieder aufgebaut und 1380 in seiner jetzigen Form hergerichtet. Zum 1. Stock gelangte man über eine jetzt zerstörte
rett b o n Delwigk, der 1437 die
3> Beilage.
Sonntag, 31. Dezember 1911
Bunter Allerlei.
Tic Scheidung eines Achtzigjährigen.
Man schreibt uns: Jnbezug auf die Sch ei« dungsMöglichkeiten haben wir gerade in der letzten Zeit die sonderbarsten Dinge gehört. Sie sind von dem großen Teich zu uns herübergekommen, und wir haben leider auch bei uns schon Scheidungen aus Motiven, die man gar nicht mehr ernst nehmen kann. Daß sich aber ein achtzigjähriger Mann von seiner Ehehälfte nach der goldenen Hochzeit getrennt hat, das ist ein Fall, der wohl nicht alle Tage vorkommt, und der entschieden aüch mehr heiter als ernst wirken muß. Der acht« zigjährigeGutsbesttzer Arpad Szapary inGrotz- wardcin (Ungant), • dessen Scheidungsgesuch kürzlich seine Erledigung sand, hatte nämlich, im Einverständnis mit seiner siebzigjährigen Gattin, am Tag- seiner goldenen Hochzeit 'durch seinen Rechtsanwalt das Scheidungsverfahren einleiten lassen. Als Grund wurde von dem greifen Ehepaar, so merkwürdig es
Wie mäh Widder zericke kamen, d^h wohr von den Anneren noch keiner doh, an anschdatt, daß mäh inttne dreie singen, konnten mäh erschd inttne sechze ahn- fattgen. Mäh bad den grobe d's fcheene Volkslied: „Käwcr Mai, Käwer Mai, for eine Nadel gibts schond drei", beendet, doh fiel unse Kapellmeister in Ohnmacht. Wie mäh'n mst'n bar Hoffnungsdrobben Widder mobil gemachd hadden, doh sung häh uff eimoh ahn firchder- lich zu schimben. Häh meinte, den Pestge- kchdank, der etnnte imme de Rose rimmewehen dbäde, könnte häh nidd mehr ußhahlen. Weil häh noch immer toie'n Rohrschbatze schempen dhad, doh merkede mäh erschd, was häh meinte. Mäh sahen zu unserm greßden Schrecken, daß uns de Kuhkäse hinnen zur Rockdasche rußgelau-
Nr. 22.
Zweiter Jahrgang.
der Zweite verkaufte feine Hälfte an den Schlössern um 400 Mark an den Erzbischof von Mainz, wozu auch noch die andern Hälften von den Söhnen seines Bruders kamen. Hessen konnte diese Güterverwertung durch Mainz nicht angenehm sein, es Verbündete sich mit Herzog Albrecht von Braunschweig und der Gräfin Mathilde von Waldeck und eroberte 1273 die mainzischen Schlösser, Naumburg, Weidelberg und Heiligenberg, wobei die Weidelburg zerstört wurde. Die Burg hatte eine eigene Burgmannsfamilie, die sich von Wedelberg nannte. Im Jahre 1380 errichtete Landgraf Hermann tnti dem thüringischen Landgrafen und den Grafen von Waldeck einen Burgfrieden, über Fürsteneck und 'Weidelberg. Anlaß zu diesem Burgfrieden gab der gegen den Landgrafen errichtete Hörnerbund. Ein Jahr zuvor hatte der Landraf die in Hessen liegenden mainzischen Lehngüter und auch die Weidelburg erhalten. 1382 besetzte er auch den Desenberg und besaß so zwei seste Schlösser flegeit Paderborn und den Ritterbund. Da verlangte der Erzbichof von Mainz die Weidelburg zurück, und nach einem Vergleich mußte die Burg wieder abgebrochen werden. Der Wiederaufbau geschah 1398 durch den Erzbischof, der sich zu diesem Zweck mit Friedrich von Heringshausen und seinem Sohn zu Fritzlar verband.
Im Jahre 1403 konnte die B u r g schon dem Ansturm des Landgrafen von
mäßig mit großen Fenstern ausgestattet ist, in deren Rundbogenblenden Steinsitze angebracht sind. In einer dieser Nischen befindet sich ein Steinsitz und vor der Nische eine Rundbogentür, offenbar war hier der Altarraum der Burgkapelle. Das zweite Stockwerk zeigt nach vier Setten Gußerker auf weit ausladenden Konfolsteinen. Bis zu halber Höbe find die Mauern dieses Stockes noch erhalten. Außen an der Ostmauer sieht man einen sogenannten Steinkopf, eine große Fratze. Der südliche Pallas entstand 1380 dadurch, daß man die schon bestehenden Hof- mauern durch eine Querwand verband. Es erklärt sich daraus di- verschobene, viereckige Grundform. Sämtliche Mauern bestehen aus Basaltblöcken, nur Tür- und Fensterrahmen, sowie Ecksteine sind aus Sandstein. Die Basaltblöcke dürsten wohl an Ort und Stelle gebrochen worden sein. Insgesamt bietet die Burg ein überaus vräckiiaes und wechselvolles Bild. Das Schloß besaßen im zwölften Jahrhundert die Graten von Raumbura. bete«
alle am Backen r mutet Wie mäh ferdia waren, doh deilde ttns de Witwe midde, daß d'r Bersckdorwene dem Gesangkvercin „Schdimmritze" drei stiften Zigarren vermacht hadde, unn als mäh das erfuhren, doh brachten mäh d'm Heimgcleichdeden cn dreimoh donnerndes Hoch! Verdient hadde häh’s joh tüt, bann das waren de reinsten Kohlschdrinke, doh mußte me erschd en Vierdeljohr vorher kinndigen, eh' me ziehn konnte. Mäh gütigen tut ins ahle Vereinslogal un als mäh d's Nachmittags heim suhren, doh hadden de Me- seritzer ne Musikkabelle beschdelld, die uns d'n Abschiedsmarsch blasen dhaden. Darum blie- we ich immer d'm Wahlschbruch drei: „Wer nit liebt Tchnabs, Bier un Gesangk, der bliewet en Narr sinn Löwen lang." Schorsche Klambes.
fen waren. Diß Dheader! Na,mähzohchenunse Röcke uß und fangen in Hemedärmeln weiter. Mäh hadden fo sckeene gelungen, daß mäh en erschden Breiß kriechen dhaden. Uß An- erkennungk für urtfe vorzicchlicken Dienste tourr unfern Kabellmeister ’ne iserne Kette, mit ner birkenen Schnubbdawaksdofe beatme, imme den Hals gehängt. Uß Dankbarkeit schmetterten mäb d's scheene Volkslied: .An dem Baume, doh hänget ’ne Pflaume." Am Owend wahr großes Festessen im Gasthof ,3 um braunen Flohbock". Doh gab's Schnittlauch mtt wissem Käse unn Bodder- Milch.
Bis en annern Morgen honn mäh uns amesiert. atoer als dr Morgen grauen dhad, doh wohr en Bild ze sehn, doh wobr's Enne von weg. Stiehle, Tische, Biergläser unn Fässer lagen derchenanner unn midden zwischen de Sangesbrieder. Am selwen Dahge gab es noch ne kleine Abweckselungk. Dr älteste Berger von Meseritz wohr nähmendlich zeschdorwen unn do mußden mäb emme d, ledzden Schderwegesangk singen. Mäh dhaden uns ufffchdellen unn sangen zeerst: „Wenn in Dankow blüht d'r Flieder, sehen mäb uns wieder.' T« Trähnen Merken d'n Liebden
Wendeltteppe in der Nordwestecke. Stockwerk bildete offenbar den da es nach allen Seiten
schwenken. Me mäh grabe unfen Gesangk Umfangen wollden, doh merteben mäh erschd, >aß unser erschde Dehnor sählde: häh wohr wie weggengeblosen. Dr Vorschdand gab en Sichnal, unn mäb schwärmten glihch uß, imme unfen Denohr ze suchen. Na mäh fanden d'n Karle au bahle un wissen Se wo? Jn'm Kuhschsdall, doh saß häh und wollde mob sühn, ob häh noch melken konnte. Doderzu baddc Häh sich noch en Kostime vom Trinchen ahngezohchen und boh saß Häh hoch uff’tn Schemel, ben großen Eimer zwischen sinnen Geh- belzern. Dem Kerle, dem de Stieße geheerden, beme machtes orenlich Schbaß, daß häh for Freide jedem von uns einen großen Kuhkäse schenkcde, den mäh in unfen Schlibbenfrack ver- • schwinnen dhatrn ließen. Mäh zohchen
mit unfern Dehnor los.
llasieläner Rlderchen.
De Sänger-Fahrt d's Caffcläner Gesangk-Vereins „Tchdimmtttzc".
»Kinner, so lange däh lato cd mißt däh immer fingen, atoer feste, daß sich dr Balken bie= ge\ for lauder Freide. Däh kennt doch au das ah-e Dchbrichwövdchen: Wo me singt, doh laßt ochch ruhig nieder, bese Menfchen honn gar sinne Lieder. Also: Wenn irgendwo gefungett wird, doh mißt däh ochch hinNesetzen un mid- desingen un nit wie so'n Trauerkloß ins Blaue ninn glotzen. Awer das well ich ochch schbrc- chen, däh mißt au singen un nit grehlen, quietschen, grunzen oder blärren. Vor allen Tengen mißt däh awer au d's Richdige singen, was sich geheeren dhied. Me derf sich awer au nit ze hoch versteigen wie dohmols biehm Wettstreit. Do wurr überhaubt sinn vemünsdiges Volkslied gesungen, fonnent nurd fo ’n Grohm, der einem iwwer'n Hohrezond gehn dhad, des- derwegen fchnabbeden se au allemoh itotoer. Doh sinn mäh awer mit unserm Brißsingen in Madenschlack annerSber drahngegangen, weil mäh nurd be scheusten Volklieder gesungen honn, un desderwegen konnten mäh au d'n erschden Preis heimfchaukeln. Zwelf Vereine honn sich imme de Siegesbalme geschdridden, awer mäh, d'r WählhiederVolkslieder-Gesangk- Verein „Schbimmtttze", mäh honn gesiegt, un womidde? Mtt ’m scheuen Volksliede: »Ich ben n' Caffelaner von be Fülle Stranne".
Alles wohr toeggen, be Brawo's wollben gar kinn Enne nahmen. Ich mutz ähnen boch emoh unse Brißfänger-Fahrt en bischen näher schillern, ’s äß nähmenblich ze irtbereffanb. D's Morgens in aller Hergodbsfrieh bambebenmäh mit'm Schnellzug ab un murren d's Middahgs in Meseritz von dem Meseritzer, Blasewitzer, Bunzlauer un Schiefelbeiner Gesangkverein mit'm Bomb empfangen, daß me en orrrnli- chen Blarr krichchen konnte. D'r Bergermeister hadde sinnen Brahdenrock ahngezwikked, häh hadde ne wisse Weste un Krawadde ahn un be Hosen uff Halbmast. Ußerbeme hadde häh sinne Angestrehre uffgestilbt, das wohr genau so'n Tengen, wie de Jidden in Balesttna einen uff- ziehn dhun, wenn Zahldahg äß. Emme ze Ehren schmedderden mäh glich de Dalldorfer Nazienal-Htzmne: „Du best vericked minn Kind!" Häh wohr geriehrd wie Abbelmus un schbroch, mäh sallden noch ne Zugawe gäwen. Das honn mäh dann au gedahn. Häh briffebe jedem von uns de Fohde un nteinbe, Häh dhäde sich ählend freien dhun, daß mäh de scheuen Volkslieder so flächen dhaden un häh dhäde hoffen, daß häh beim Brißsingen noch mehr von uns Heren dhäde. Als häh noch ne Runde for uns geschmissen hadde, doh machden mäh uns uff de Schdrembe imme d's scheue Meseritz mit sinnen Sehenswirdigkeiten ahnze- gucken. Goddsgemikke, was me doch alle gesehn honn, do äß d's Enne von Weggen.
Eine Kneibe wohr immer noweler wie de an- nere, iwwerall honn mäh d'n hunnerdjährigen Nordheiser browiett, den fe erschd frisch abae- zochchen hadden. Min Freind Karle wor so hatte, daß emme be Rordheiser Widder uß d'n Glotzen rußkahm. Imme drei sallde d's Bttß- singen beginnen. Unser Dirigent wollde ettcht noch ne Ahnschbroche Hahlen, awer häh wohr so angeähderd, daß häh vom Gettste fiel. In finnem Suff hadde häh noch sinnen Dirigenten- knippel verloren un nu mttßde häh den ganzen Singk-Sangk mit’m Schbazierstock runner-
Hessen, von Thüringen und der Herzöge von Braunschweig widerstehen, als diese einen Rachezug gegen die Burgen rnainzifcher Vasallen, die des Meuchelmords an dem Herzog von Braunschweig 1400 beschuldigt wurden, unternahmen. Nach einem Vertrag 1405 wurde die Burg dem Grafen Heinrich von Waldeck und Herzog Adolph von Nassau ein- gerämm, bis zur Entscheidung darüber, ob Hessen oder Mainz sie beanspruchen dürfe. Im Jahre 1431 wurde der Vertrag des Erzbischofs mit dem Ritter von Hettinashausen und seinen Söhnen erneuert, und Reinhard der Aeltere von Delwigk, der Schwiegersohn Friedttchs von Hertingshausen, zum Amtmann des Erzstistes auf Weidelberg und Naumburg bestellt. 1448 zogen heffische und main- zische Völker vor Reinhards Burgen und damals rettete ihn nur die Fürsprache der Herzogin Agnes von Braunschweig, der Schwester des Landgrafen. In einem Vergleich zu Münden mußte Delwigk und Hettingsbausen, sein Neffe, auf die Burg verzichten. Er starb auf der Naumburg 1461- 1522 erhielten
Wolf von G u d en b e r g die Burg zu Lehen. 1545 wurde Waldeck mit seinen Ansprüchen auf die Weidelburg, die zu der Zett von einem Christoph Wolf von Gndenberg bewohnt wurde, abgewiesen. Zn Anfang des siebzehnten Jahrhundetts war die Burg bereits verlas- fen, und die alten Abbildungen von Tillich und Merden zeigen sich schon ohne Tacker. 1696 war das Burginnere bereits mit hohen Bäumen bestanden. Der Verfall der turmreichsten Ritterburg Hessens schreitet langsam, aber stetig fort, und der Mauerkranz zerbröckelt unter dem Einffuß des eindttngenden Regen- Wassers. und nur eine großzügige Erhaltungsarbeit kann hier von Nutzen fein.
E. Wenzel-Wilhelmshöhe.
Abneigung angegeben. Schon lange hatten Zwistigkeiten zwischen den Gatten bestanden, die jedoch stets von den Kindern abgehalten wurden, diesen letzten Schritt zu unternehmen und dadurch die Ruhe des Familienlebens zu stören. Besonders von der goldenen Hochzeit und von den damit zusammenhängenden Feierlichkeiten versprach man sich eine Versöhnung, die für den kurzen Lebensabend der Leutr an« halten follte. Doch die Rechnung wurde ohne den Wirt gemacht: Anfangs schien alles gut zu gehen, und alle Vorbereitungen waren bereits für die goldene Hochzeit getroffen, die alle, auch im Ausland lebenden Kinder und Enkelkinder im Vaterhaus bereinigen sollte. Doch am Morgen des Festtages kam e8, zwi. sch en den Ehegatten zu einer erregten Auseinandersetzung, die die Scheidung zur Folge hatte.
*
Die „Lehrer der Langlebigkeit".
In den bereinigten Staaten gibt es einen Lehrer bet Langlebigkeit, der vermittels bes glückseligen Lebens ein hohes Alter erreichen zu können vermeint und deswegen zum Bttspiel rät, Weiße, heitere Gewänder zu tragen, langsam zu essen und die Mahlzeiten durch angenehme Gespräche zu Würzen. Dieser Mann steht in den Vereinigten Staaten nicht allein da, denn seit kurzem gibt es in Chicago eine „Schule der Langlebigkeit", in der man in der Kunst, lange zu leben, förmlichen Unterricht erhalten kann. Die Lehrer der Langlebigkeit sind alle hochbetagte hundertjährige Greise. Jeder dieser Lehrer toirlt, indem er fein eigenes Leben als Beispiel hinstellt und dessen Einzelheiten aufzählt. Dabei kommt es denn vor, daß ein Schüler der Langlebigkeit in einer Vorlesung genau das Gegenteil dessen zu hören bekommt, was er in einer anderen gehört hat. Herr X., der 101jährige Lehrer der Langlebigkeit, ist vielleicht ein leidenschaftlicher Gegner des Tabaks, wie er auch Fleischnahrung verwirft. Herr D. dagegen, der „nur“ 99 Jahre zählt, hat zeitlebens geraucht wie ein holländischer Schiffer und mit Vorliebe Fleisch gegessen, während er Gemüse wegwerfend als „Gras" bezeichnete! Wie sol- len die unglückseligen Schüler dieser großen „Lebenskünstler"sich da nun herausziehen? Wir meinen, die Vorschrift Mark Twains sei in diesem Falle das beste. Mark Twain litt nämlich einmal gleichzeitig an Schnupfen und Fieber, und ein Freund sagte ihm, einen Schnupfen müsse man füttern, während ein anderer ihm empfahl, das Fieber hungern zu lassen. Mark Twain tat beides, indem er sich erst wegen des Schnupfens „toll und voll aß und bann ins Bett legte, um das Fieber hungern zu lassen.
*
Die Schildbürger von Kansas.
Mit ber Veröffentlichung ber in bet letzten Legislaturperiobe von Kansas angenommenen Gesetze sinb (wie uns ans N e w h o t k ge- schtteben wird) gar kuriose Dinge an den Tag gekommen. Sehr schlecht haben es jetzt bort die jungen Mädchen und jungen Männer, denn wer von jetzt ab mit einem jungen Mädchen spricht oder geht, mit dem er nicht verlobt ist, wird zu vierzehn Tagen Ge - sängnisstrafe verutteilt. Dasselbe paf- siett einem jungen Mädchen, das mit einem Manne getroffen wird. Man kann mit Recht fragen, ob die Verlobungen und die diesen vorausgehenden Unterhaltungen nur telephonisch abgemacht werden dürfen. Ein anderes, höchst kurioses Gesetz, bestimmt, daß Eheleute nur im Frieden nebeneinander wohnen dürfen. Für die Xanttppen und zänkischen Ehemänner ist also eine schlechte Zeit angebrochen, denn sic werden sofort aus mehrere Tage bei Wasser und Brot festgesetzt. Ein ebenso eigentümliches Gesetz ist dasjenige, das bestimmt. daß irgend eine Person verhaftet werden soll, bei der Ritroglvzerin. Dvnamit oder andere Wettzeuge gefunden werden, womit ein Geldsckrank gesprengt werden kann. Auf Grund dieses Gesetzes könnte auch ein Mann verhaftet werden, der eine Tvnamitstange für Felssprengunaen bei sich hat, ober ein Schlosser, der im Auftrage einer Firma ober Korporativen mit Werkzeugen nach Kansas kommt, um bas außer Ordnung geratene Kombinationsschloß eines Geldschrankes zu repariere«. Man sieht also: Auch Amerika hat fehlt .. Schildbürger"^
N
Pallas