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Wckr Neueste Nachrichten

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$te CalTder Renetten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und poax abends. Der «bormementSpreiS betrügt nwnatSch SO ivfg. bet freier Anstellung tnS Hau». Bestellungen werden jederzeit »an der SefchLPSstelle oder den Boten entgegengenonunen. Druckerei. Verlag und Redaktion: «chlachthofstra-e 48/30. Sprechstunden der Redaktion von 18 Nhr nach, mittags, juristische Sprechstunden für unsere Sbonnenten Mittwoch» und Sonnabend» von *6 Uhr abends. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Delephonr Amt IV 676.

Hessische Abendzeitung

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Nummer 20.

Fernsprecher 951 und 953.

Freitag, 29. Dezember 1911.

Fernsprecher 951 unk 952.

2. Jahrgang.

Wege> Siele.

Zwei Wochen vor der ReichStagSwaYl.

Eines ZirfallS Laune vielleicht, oder deS Kanzlers unersorschlicher Ratschluß hat's ge­fügt, daß des alten Jahres Abschiedsstunde der Lärm des Wahlkampfs durchzittert und die sonst so stillen Tage zwischen den Festen widechallen vom lauten Streitruf der Par­teien: Die Rüstung für den zwölften Ja­nuar t a g hat den Höhepunkt der Kraftan- spannung erreicht, der Aufmarsch der Parteien ist nah vollendet und im Mittelpunkt deS po. litkschen Interesses spiegeln sich die vtergerühm- ten und hartbefehdeten Reckengestalten der «lfhundertdre ißig Kandidaten, die in des neuen Jahres jungen Tagen auS- ziehen sollen, im Redehaus des Deutschen Reichs in langer Bänke Enge ein Plätzchen zu erstreiten. Elfhundertdretßig werben um noch nicht vierhundert Stühle in Wallot's Haus: Die Wucht des MassenangedptS läßt die Nach­frage fast winzig erscheinen, und man fragt sich verwundert, welcher Träumer jener Mann gewesen, der das seltsame Wort erfand, das Vergnügen an der Politik gleiche dem schönen Brauch deS Steuerzahlens: Man tue es nur, weil man müsse! Die Massenproduktion von Anwärtern auf die drei Zauberbuchstaben ,.M. d. E. überzeugt fehr deutlich vom Gegenteil, denn beim Steuerzahlen pflegt erfahrungsge­mäß das Angebot die Nachfrage n i e zu über­steigen. Der Wahlkampf birgt in seinem hasti­gen Wellenschlag zweifellos eine stattliche Summe idealer Begeisterung für ho. h e Z i e l e, und man fühlt manchmal ein aufrichtiges Bedauern bei einer verglei­chenden Wertung der Kräfte und Ideale, die hier wirksam werden.

Als Friedrich Naumann, dem ein Jahr­zehnt hindurch die Massen zugejubelt hatten, nach langen Kämpfen tit den Reichstag einzog, erhofften die Naiven ««ter den Zeitgenossen den Anbruch einer neue« Aera Parlamentart. scheu Aufstiegs, die endliche Befruchtung des dezennienlang dorrenden Ackers politischer Be­tätigung und einen Hochschwung parlamentari­scher Kultur zu nie erstrebten Höhen. Der Traum hat sich indessen nicht erfüllt: Das Mor- genrot ist ausgeblieben, und im Getriebe par­lamentarischer Mühsal ist derweil nichts ge- schchen, daS mit Recht als sonderlich erfreulich und das Maß normaler Wtrkensmöglichkeit erheblich übersteigend wie ein Dokument ju. gendstarker Entwicklung angesprochen werden dürste. ES scheint sogar, daß in der Werkstatt unsres parlamentarischen Lebens eine gewisse Stagnation eingetreten ist, seit die Reihen der Großen, der Führenden und Kämpfenden sick gelichtet haben und das Heer der Epigonen sich vergeblich müht, in der Rüstung der Titanen sich emporzurecken. Naumanns Schicksal (man kann hier wirklich von einem Schicksal sprc- chen) darf in gewisser Hinsicht als Bestätigung dieser Befürchtung gelten, denn Naumann stand als f r e i e r Tribun der Volkheit zweifel­los viel näher als heut, wo ihn die Barre der Partei-Disziplin von den Massen trennt, ebne daß seine Einspannung in den Webstuhl parla. mentarischer Parteiarbeit seine Nützlichkeit fürs Volksganze sichtlich erhöht hätte.

Persönlichkeiten sind überhaupt eine rare Ware geworden, und dort, wo sie auftau. chen, stürzt sich des Durchschnitts wildes Rudel auf den drohenden Konkurrenten, kläfft die Meute des Alltagkampfs giftig am Weg und dräut der »leitenden Greise' kurulischer Zorn dem Kühnen beim ersten Schritt zur Höhe. Der Durschschnitt beherrscht die Stunde und das Schema regiert die Geister, und wenn irgend, so sind die Früchte dieser Degeneration in unsrem politischem Leben zu erken­nen, das an dem Mangel wirklicher und in sich geschlossner Persönlichkeiten offensichtlich krantt. Es ist vor nicht langer Zeit einmal von kompe. tenter Seite das Wort von der »Flucht vor der ss^litik' gefallen, und mancherlei Tatsachen deuten darauf hin, daß dieser Ausspruch trotz des Massenaufgebots parlamentarischer Stuhl- anwärtcr ferne innere Berechtigung hat. Bei der Kandidatenschau für den neuen Reichstag schon hat man's gemerkt: Ausgeprägte Persönlichkeiten sind für die Lederpsüble im Wallothans nur in sehr beschränkter Zahl zu werben gewesen, trotzdem der Kreis der Er- wählten den Radius des Bedürfnisses fast um das Vierfache übersteigt. Die Freude an der Politik ist also d och im Schwinden begriffen, und es kann nicht verschwiegen werden daß dazu nicht zuletzt die Ausartung des poli. tischen Kampfs beigetragen hat, die die »ethi. sche Grundlage' und die »ästhetische Linie' stark verwischte.

Daß unser politisches Leben des Bestands OUsgeprägter Persönlichkeiten ermanaelt. lieat

tot übrigen sicherlich weniger an der Seltenheit der Exemplare, als an der Tatsache, daß die Persönlichkeiten beim Eintritt ins politische Leben unterm Bann der Partei-Disziplin sich zur Opferung ihrer Individualität ge­zwungen sehen, oder aber (um nicht sich selbst aufgeben zu müssen) von vornherein, abgesto- 6en vom heutigen System des parteipolitischen Kampfs, es ab lehn en, ihr Wissen und Können, ihre Kraft und ihre Vaterlandsliebe in den Dienst des Parlamentarismus zu stel­len. Das ist sehr bedauerlich, und wird es auch solange bleiben, als die bürgerlichen Par­teien (ttotz der immer mehr wachsenden Zahl der sozialdemokratischen Stimmen) ohne Rück­sicht auf die l o k a l e n Verhältnisse in den ein. zelnen Wahlkreisen bei der Auswahl der Kan­didaten lediglich ihr Parteiprogramm ausschlaggebend sein lassen, trotzdem der par- «ipolittsche Standpunkt naturgemäß doch nur in denjenigen Wahlkreisen den Ausschlag ge­ben kann, wo gegenüber den andern bürger­lichen Parteien die eignen Wählerstimmen bei weitenr überwiegen. In allen übrigen Wahl­kreisen dagegen sollte nicht so sehr die Partei­doktrin betont, als vielmehr darauf geachtet werden, daß eine Persönlichkeit aufge. stellt wird, deren übrige Eigenschaften die ent­gegengesetzten parteipolitischen Anschauungen gern vergessen lassen. Das zu ermöglichen wäre das Ziel verständiger Wahlkampfarbcit und Vug erwogner Taktik! F. IL

AiplomMche DouauttreAerr?

Heinrich Tschirschky und Lexa Aehrenthal.

Durch die Presse gingen in diesen Tagen allersei seltsame Gerüchte über Wiener Di- plomaten-Konflikte, in denen (in Verbindung mit der kürzlich aufgetauchten Meldung über einen bevorstehenden Wechsel in der deutschen Ausland-Diplomatie) der Name Heinrich von Tschirschky und Bögendorff auffallend hervortrat. Herr von Tschirschky ist deutscher Botschafter bei der Wiener Hofburg, und es hieß, daß zwischen ihm und dem öster­reichischen Minister des Aeußern, Grafen Aehrenthal, scharf zngespitzte persönliche Differenzen beständen. Von unterrichte­ter Seite werden uns dazu folgende Mittei­lungen zuteil:

Berlin, 28. Dezember.

(Telegramm unsers Korrespondenten.)

Von Wien aus werden Gerüchte von neuen Unstimmigkeiten zwischen dem Grafen Aehrenthal und dem deutschen Botschafter in Wien von Tschirschky verbreitet, die angeblich darauf zurückzuführen seien, daß der deutsche Botschafter gegen den Grafen Aehrenthal ge­richtete Artikel in die deutsche Presse lanziert habe. DaS Treiben gegen den deutschen Bot­schafter in Wien beginnt also von neuem. Man erinnert sich, daß von diesen Intrigen im Laufe der letzten Jahre wiederholt die Rede ge- wesen ist. Sie ließen sich damals auf fr an- z ö s i s ch e und englische Kreise zurückfüh­ren, denen offensichtlich daran gelegen war, Deutschland und Oesterreich-Ungarn mit ein­ander zu verseinden. Schon kurze Zeit, nach­dem Herr von Tschirschky nach Wien gekommen war, begann die Hetze gegen ihn. Man er­zählte sich damals, daß Graf Aehrenthal den Botschafter bei jeder Gelegenheit »schneide', daß Tschirschky versuche, die Kreise des Grafen Aehrenthal zu stören und österreichische Politik gegen den leitenden Minister zu machen, daß Aehrenthal eine Einladung zu einer Festlichkeit auf der deutschen Botschaft abgelehnt habe, aber trotzdem am selben Abend beim fran­zösischen Botschafter erschienen sei und so weiter. Ebenso unzutreffend und frei erfunden wie die damaligen Behauptungen sind die jetzi­gen Beschuldigungen gegen den Botschafter.

Tschirschky. der Geutlema«.

Wir haben bereits kürzlich in unserm Leit­artikelSchluß-Effekt?' darauf hingewiesen, daß Herr Heinrich von Tschirschky und Bögerdorff auf den Ruhm, ein staatsmänni­sches Genie zu fein, sicherlich nicht Anspruch erheben kann. Ebenso sicher ist aber auch, daß er ein fleißiger Mann und vor allem ein sehr anständiger Charakter ist. Als Staats­sekretär konnte er sich mit dem Fürsten Bülow nicht stellen, was dann zu seinem Schaden von diesem Posten führte. Tschirschky übernahm nun die Erbschaft Wedels in Wien, der (was Aufwand anbelangt) das Deutsche Reich ge­wiß glänzend vettrat, diplomatisch aber eine vollkommene Null war. Herr von Tschirschky hat steife, bureaukratische Allüren, beherrscht aber fachlich die Materie, und da­durch, daß er sich niemals durch klingende Phrasen eittfeifen ließ, erregte er von vorn- beretn das Mißfallen Aehrenthals, der sich in seinem Größenwahn in der Rolle Metternichs gefällt, zu dessen Füßen Weis­heitslehren lauschend der preußische Gesandte sitzen sollte. Zu dieser Rolle patzt Tschirschky aber nun ganz und gar nicht, und deshalb

kam Aehrenthal die in der Berliner Wilhelm- straße gegen den Bögerdorfser bestehende (sachlich gewiß auch nicht unberechtigte) Anti­pathie sehr willkommen, um auch seinerseits dem Boffchafter ein Steinchen in den Weg zu rollen. Wahrscheinlich sind mit diesen intimen Kulissengeschichten auch die Konspirationen in Zusammenhang zu bringen, die zurzeit an der Donau gegen Tschirschky gesponnen werden, dessen Wiener Botschaftertage bald gezählt sein dürften.

Rechenberg im AimwSrttgen Amt?

(Privat-Telegram m.)

Wie uns auS Berlin berichtet wird, ist in dortigen maßgebenden Kolonialkreisen das Gerücht verbreitet, dass Unterstaatssekretär Zimmermann demnächst auS dem Aus­wärtigen Amt auSscheiden werde. Der bis­herige Gouverneur von Deuffch-Ostasrika, Frei­herr von Rechenberg, sei zu seinem Nach­folger auSersehen. Der Kolonial-StaatSsekre- tär a. D. von L i n d e q u i st hat sich in Süd- tyrol eine kleine Besitzung gekauft, wa er in Zukunft fern von der Hoimat und seiner bis­herigen Tätigkeit zu leben gedenkt.

Sie Schrecken des Bürgerkriegs.

Düstere Bilder von der Chinesen-Revolution.

Aus London schreibt man uns: Ein Engländer, der in der Nähe von Hankau als Mitglied des Roten Kreuzes bei der Pflege dor Verwundeten im chinesischen Bürger­krieg tätig gewesen ist, gibt eine erschütternde Schilderung von der grausamen Wut, mit der die Kriegführenden gegeneinander vorgehen. Ich bin nach Hankau mit der Erkenntnis zurück- gekehrt (so erzählt er), dost dieser chinesische Krieg weit entfernt von den zivilisierten For­men des Westens ist. Tagelang haben zahl­reiche verwundete Rebellen auf den Hügeln rings um Hangjang ohne jede Nahrung und Pflege gelegen. Alle, die gefangen wurden, leben in höchster Angst, von den Kaiserlichen erschossen zu' werden. Ich selbst habe gesehen, wie Soldaten Verwundete erschietze-n. Einen fand ich, den ich am Tage vorher ge­pflegt und dann bei den Bauern gelassen hatte, mit einer Kugel im Kopf tot wieder. Er war zu deni Flußufer gekrochen und lag nun starr neben einem anderen Verwundeten. Es machte uns auch große Schwierigkeiten, einen anderen Mann zu retten, den wir gepflegt batten. Er hatte einen schwierigen Schenkelbruch, mit dem ervierTage ohnePslege und Nahrung bagelegen hatte. Wir wollten ihn gerade fortbringen lassen, als zwei Soldaten dazukamen, die das Rote Kreuz und dazu Ge­wehre trugen. Ehe wir noch ein Wort sagen konnten, legte der eine an und wollte gerade abfeuern, als wir ihn verhinderten. Nach eini­ger Hin- und Herrede meinte er:Ach ja, wir haben das Rote Kreuz, aber wir töten die verwundeten Rebellen. Wir wissen, waS wir zu tun haben.' Dann fahen wir einen alten Mann, der sich mühsam auf Hän­den und Knien längs des Weges dahin- schleppte. Wir fanden, daß er von einem Granatsplitter schwer verwundet war; er war das letzte Mitglied seiner Familie, das noch am Leben geblieben war. Als wir die Trümmer eines abgebrannten Hauses passierten, bemerkten wir darin einen Haufen von ver­brannten Leichen. Sechs oder sieben verwundete Soldaten hatten sich hier unter dem Stroh versteckt t aber die Regierungstruppen hatten sie gefunden und über ihnen das Haus angesteckt, fodaß sie lebendigen Leibes ver­brannten. .. -bw»

Sie Russen in der Mongolei.

(Prtvat-Telegramm.)

Wie a»3 Petersburg gemeldet wird, hat der dortige chinesische Gesandte seiner Re­gierung mitgeteilt, der Minister des Aeußern, Sasonow, habe ihm erklärt, daß die in der Mongolei beretiS einmarschierten und noch einrückenden Truppen nicht zwecks Okkupa­tion der Mongolei, sondern lediglich zum Schutz der russischen Interessen dort­hin marschieren. Es ist dies die erste offi­zielle Bestätigung von dem längst gerüchtweise gemeldeten Vormarsch russischer Truppen nach der Mongolei. Wie aus sicherer Quelle verlautet, haben die Revolutionäre ge­stern in einer geheimen Sitzung be­schlossen, falls die Berhandlungen bis Ende dieser Woche nicht zu einem günstigen Ab­schlüsse gelangt feien, unter allen Umständen den Bormarsch auf Peking anzutreten, um Juanschikai endlich zu einer klaren mid endgiltigen Antwort auf ihre Forderungen zu zwingen.

Mißbräuche in der SchAerstiftmrg? HanS Kyser als Anfläger. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 28. Dezember.

Ter Schriftsteller HanS Kyser veröffent­licht im Januarheft derReuen Rundschau" (das in den nächsten Tagen zur Ausgabe ae.

langen wird) einen ArtikelDie deutsche Schiller st iftung", der in den Literatur- kreisen Deuffchlands großes Aufsehen erregen dürfte. Kyser wird nachweisen, daß mit der Stiftung unerhörter Mißbrauch ge­trieben wird. Die Unterstützungen auS der Schillerstistung flössen seit Jahrzehnten zum größten Teil Personen zu, bereit fchriststelle- rische Erzeugnisse als durchaus minder, wertig bezeichnet werden müßten, während die Förderung aufstrebender literarischer Ta­lente völlig außer acht gelassen werde. An der Spitze der Stiftung und ihrer Zweigstiftnngen sollen sich Männer befunden haben, die dem li­terarischen Schaffen Deuffchlands v o 11 st ä n. big fremd gegenüber stehen. Man darf da- mit rechnen, daß die schweren Anschuldigungen KyserS nicht ohne sensationelle Nachwirkungen bleiben werden.

Kn Menfieg bei Tobruk.

Schwere Verluste der ttalienischen Armee.

(Prtvat-Telegramm.)

Konstantinopel, 28. Dezember.

DaS türkische Kriegsministerium veröffent­licht folgende Kundmachung: Nach Depeschen, die soeben aus Tripolis hier eingegangen sind, machten die türkischen Truppen in der Nacht zum vierundzwanzigsten Dezember einen Angriff ta zwei verschiedenen Richtungen ge. gen die befestigten Positionen der Italiener in Tobruk. Die italienischen Streiffräfte bestan­den aus einem Regiment Infanterie, einer Batterie, einem Schnellseuer-Detachement, einer Pionier-Kompagnie und einer halben Kaval­lerie-Eskadron. Die türkffchen Truppen dran- gen in die Befestigungen ein trotz des Feuers des Feindes, der durch eine Kanonade von vierzehn Kriegsschiffen untefftützt wurde. Die Genie-Kompagnie und das Schnell- feuer-Detachement, die sich im Innern des ForiZ befanden, wurden vollständig ber. nichtet. Beim Vormarsch der türkischen Flügel schnitten die türkischen Truppen dem Feinde den Rückzug ab. Die Italiener verloren die Hälfte ihrer Truppen. Die Schlacht währt« zwölf Stunden. Die Türken verloren nur sie- beit Tote. Unter ihnen befand sich der berühmt« Scheik Mert. Er fiel an der Sette seiner fünf Söhne und gab noch im letzten Augenblick Be. weise seiner Ergebenheit für baS Khalifat. Die Zahl ber erbeuteten Waffen und Munt, t i o n ist sehr groß. DaS Bulletin hebt befett» ders den Heroismus des Leutnants Nedjtd Esf end i hervor, der als Erster in die Forts von Tobruk eindrang.

Saloniki, 28. ®Membet. (Privat. Telegramm.) Dem Beispiel der Offiziere von Janina folgend, richtete auch baS Offi- zierkorpS von Monastir ein Telegramm an den Grotzwefir und bie Kammer, worin eS fei­nen Unwillen über bie unpatriotische Hal­tung ber gesetzgebenden Körperschaften in bet TrtpoliSfrage Ausdruck gibt und durch - blicken läßt, daß bie Armee nötigenfalls bereit sei, nochmals Ordnung zu schaffen, imb zwar in ber radikalsten Weise ein für allemal. DaS Offizierskorps von Skutari hat sich im gleichen Sinne an die Kammer und an den Grotzwefir gewandt.

Kassels kommende Aadthalle.

Die Entwürfe flir den Stadthallenbau.

In der Schule an bet Tischbeinstratze be- fprach heute vormittag der Königliche Stadt« b curat Höpsner vor einem kleinen Kreis Ge­ladener die dort ausgestellten, preisgekrönten Entwürfe für denBau einerStadt- halle in Cassel. Der Vorttagende erläuterte zunächst das Projekt, das vom Stadtbauamt selbst auSgearbeitet worden ist, um eine Vor­stellung zu ermöglichen, wie ber Bebauungs­plan beS in Frage kommenden Geländes am günstigsten, die Sage des Geländes am vor- tetthaftesten, und ob mit den in Aussicht ge­nommenen Mitteln auszukommen ist. Der Entwurf, der im übrigen auf den Programm­bedingungen basiert, sieht den Bau ber Halle unterhalb der Höhe des Terrains und mit der Haupffront nach ber Hohenzo llernstratze vor. An die Betrachtung deS StadtbauamtSpro- jettS schloß sich sofort eine Besichtigung der sieben preisgekrönten und angekauften Ent- tottrfe, an die Stadtbaurat Höpsner folgende Beurteilung der EinzÄhetten knüpfte:

Nr. 17, Kennwort:ImRnhmen derBausvmme".

Ter Entwurf zeigt neben mangelhaften Wirtschaftsräumen sehr gut angeordnete Gar­derobe- und Verkehrsräume, und auch die Säle sind derart zueinander gelegt, daß ihre Benutzung in bequemer Weise entweder zu- sammen, oder jeder für sich, möglich ist. Die Mauerstärken sind ungenügend vorgesehen, es läßt sich jedoch nicht erkennen, auf welche Weise die Konstruktion -es Daches Ute, «e