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Casseler Neueste Nachrichten

fischen Hafenstadt und Umgebung fand Dienstag ein äußerst heftiges Erdbe

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In dem

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schlechter wurden

mutig in das Kloster zurück. Dort findet sie die Madonna im Nonnengewande, sie legt das Christusbild in ihre Arme zurück und bricht ohnmächtig zusammen. . . Tas Spiel der Hauptdarsteller, Max Pallenbcrg als Spielmann, der russischen Tänzerin Trou- hanona als Rönne und der Frau Voll­möller als Madonna war glänzend. Das Publikum dankte ihnen und Max Reinhardt durch begeisterten Beifall.

Ein Privatielegramm meldet uns aus Berlin: Wie eine hiesige Korrespondenz erfährt, hat das Versicherungsgesetz für Pri­vatbeamte am letzten Mttwoch die Un­terschrift deS Kaisers erhalten. Man nimmt daher an, daß die Verkündigung des Gesetzes bereits in der ersten nach Weihnach­ten erscheinenden Nummer des Reichsgesetz­blattes stattfinden wird.

Me amtlich mitgeteilt wird, hat der Kaiser dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts,

flüchtete aus Reval wegen angeblich Finanzverhältnisse. Wie verlautet, cO OOO Rubel bei ihm vorgefunden.

rs Ein Doppelmord im Gasthof.

rs Opfer der Weihnachtsnacht. Am Weih­nachtsheiligabend brannte die Waldmühle bei Ketschdorf in Schlesien nieder, wobei ein Dienstmädchen verbrannte. In Hirschberg fand am heiligen Abend bei der Explosion einer Pe­troleumlampe eine sechzigjärige Frau den Verbrennungstod.

rs Seine Frau und sich selbst vergiftet! Der mit seiner Frau aus Reval geflüchtete Drucke­reibesitzer und Zeitungsverleger Aurich hat sich mit seiner Frau in dem Augenblick ver­giftet, als sie von der Polizei in einem Bukarester Hotel verhaftet und vor den Po­lizeidirektor geführt werden sollten. Wenige Minuten nach Beginn des Verhörs sank plötz­lich die Frau und kurz darauf der Mann tot nieder. Sie hatten, ohne daß es bemerkt wor­den war, Strich nin genommen. Aurich

Sie Politik Des Tages

Der kranke Kronprinz.

statt, das beträchtlichen Materialschaden an­richtete. Personen sind jedoch glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. Die Bevölkerung von Marseille befindet sich aber in großer Unruhe, da dies schon das dritte Erdbeben ist, das in den letzten Wochen in der dortigen Gegend zu bemerken war.

iS Ei« Bostoner Gesellschaftsfkandal. Große Aufregung herrscht in Boston über die Aufdek- kung eines fürchterlichen Verbrechens, dessen Urheber augenscheinlich in den besten Gesell­schaftskreisen zu suchen sind. In einem alten Hause entdeckte die Polizei den zerstückel­ten LeichnameinerFrau. Wie die Er­mittelungen ergeben haben, handelt es sich um eine gewisse M a r y B o l u e, die sich vor eini­ger Zeit in Behandlung eines bekannten Bo­stoner Arztes befand. Im Zusammenhang mit dem Fund erfolgte die Verhaftung des Arztes und vier Damen der besten Gesell­schaft.

Ein Privattelegramm berichtet uns aus Langfuhr: Die aus englischer Quelle stammenden Nachrichten über eine Verschlimme­rung im Befinden des Kronprinzen wer­den von einer Persönlichkeit aus der allernäch­sten Umgebung des Thronfolgers als gänzlich aus der Luft gegriffen bezeichnet. Das Befin­den des Kronprinzen ist in den letzten Tagen derartig zufriedenstellend gewesen, daß bereits morgen oder übermorgen die U e b e r - siedlung nach Berlin in Aussicht steht. Die Erkrankung des Kronprinzen bestand aus einem gewöhnlichen Katarrh, doch hatte sich der Patient mit Rücksicht auf die be­vorstehenden Hoffestlichkeiten zum Jahreswech­sel längere Zeit Schonung auferlegt, als das Leiden unbedingt erfordert hätte.

alleinstehenden GasthauseZur Erholung" in S ü d e r w i s ch bei Cuxhaven wurde der Be­sitzer Gustav Ulrich und seine Frau ermor­det aufgefunden. Ulrich lag angekleidet in der Gaststube. Er hatte mit einem stumpfen Gegenstand tätliche Schläge auf den Schädel erhalten. Von der Gaststube aus hat sich der Täter nach der Schlafftube begeben, wo er die Frau mit dem gleichen Instrument ermordete, nachdem anscheinend ein verzweifelter Kampf stattgefunden hatte. Als Täter wurde der Dienstknecht Meißner aus Frankfurt a. Oder verhaftet. Er hat beretts ein Geständnis ab- gelegt.

rs Brandkatastrophe auf hoher See. AuS Triest wird berichtet: Das Hafenamt in Se- bcnico teilt mit, daß der der Schiffahrtsgesell­schaftDalmatia" gehörende DampferIsla" bei Copocnica in Brand geraten ist. Die Mannschaft wurde vom DampferObre- vas" gerettet. DieIsla" wurde im Stich ge­lassen.

iS Grubenunglück. In Quaregnon ^Belgien) wurden in einer Grube vier Arbei­ter, welche irrtümlicherweise in einen fal­schen Schacht gestiegen waren, von dem Förderkorb anstatt zu Tage gefördert in die Tiefe gelassen, wo das Wasser vierzig Meter hoch stand. Drei Arbeiter sind ertrunken, der vierte konnte schwerverletzt geborgen werden.

iS Mit dem Auto entführt. Großes Auf­sehen erregt in Lille eine seltsame Entfüh- rungsgeschichte. Als die sechzehn Jahre alte AndreadelNatte,die Tochter eines klei­nen Kaufmannes, an der Stadtkirche vorüber­ging, kam in schneller Fahrt ein Automobil heran. Im selben Augenblich. öffnete sich der Wagenschlag, und das junge 'Mädchen wurde von einem jungen Manne in das Kraftfahr­zeug hineingezogen. Darauf verschwand das Auto wieder in rasendem Tempo. Der ganze Vorgang spielte sich in solcher Schnelligkeit ab, daß es der Polizei nicht gelang, die Spur des Wagens zu verfolgen. Die Eltern der Entführ-

Sos Reinhardt-Wunder.

Die Aufführung von Vollmoeller'sMirakel".

Tas ganze gesellschaftliche, künstlerische und literarische London, soweit es nicht während der Feiertage die Stadt verlassen hat, war am Sonnabend zur Premiere von Vollmoellers Mirakel" gekommen, das einen durch- schlagende«Erfolg erzielt hat. Ueber- raschend neuartig waren die Szenerien und die Lichteffekte. Der ganze Bühnenraum der Olym­pia war in eine Kathedrale verwandelt, in deren Innerem die Zuschauer sitzen. Der F a - beides Stückes liegt die alte Legende von der Nonne zugrunde, die aus Sehnsucht nach dem Weltleben das Kloster verläßt, aber nach bitteren Enttäuschungen reumütig zurück­kehrt und die Madonna findet, die in ihrer Abwesenheit ihren Dienst versehen hat.

Die Aebtissin überrascht die Nonne, wie sic mit den Kindern, die zum wundertätige« Ma­donnenbild gekommen sind, tanzt. Sie verur­teilt die weltsüchtige Himmelsbraut, esne Nacht lang im Gebet zu Wachen. Während die Be­strafte nun vor der Madonna kniet, erscheint plötzlich der Ritter, entführt sie, die ihre Tracht vor der Madonna abelegt und das Christus­bild aus ihren Armen raubt, während die Madonna herabsteigt und das Gewand der Nonne anlegt.

Das Zwischenspiel schildert die Er­lebnisse der Nonne im Weltleben. Der Spiel­mann, als böser Geist, lenkt ihr Geschick. Ein Königssohn, von ihrer Schönheit ergriffen, macht sie dem Ritter stteittg. Im Würfelspiel fällt sie dem Ritter zu. Der Raubritter endet durch Selbstmord. Ta erscheint der König, tadelt das Verhalten seines Sohnes, worauf dieser den Plan faßt, den König ermorden zu lassen. Doch der Spielman« reicht dem König seinen Dolch, und dieser erstickt im Dunkeln seinen eigenen Sohn. Als er sicht, was er ge­tan hat, wird er wahnsinnig. Vor dem irren König und dem versammelten Volke tanzt die Nonne, mit Fackeln in den Händen. Die Flammen ergreifen die Gewänder der Festteil­nehmer und verbrennen König und Gebäude.

Als Hexe soll die Nonne verurteilt werden. Doch das Volk, gebannt durch ihre Schönheit, ergreift sür sie Partei. Richter und Henker fliehen. die Verurteilte ist frei und lehrt reu­

zutreffend. Der Bürgermeister von Vene­dig teilt mit, daß die Ausstellung unbedingt am dreiundzwanzigsten April 1912 eröffnet werden wird.

iL Tod eines spanischen Dichters. Einer der berühmtesten spanischen Dichter, Mara- g a l l. ist, wie uns ein P r i v a t t e l e g.r a m m nieldet, im Alter von fünfzig Jahren in Bar­celona gestorben.

Eskorteure" für weibliche Theaterbe­sucher. Die Fürsorge der amerikanischen The­aterunternehmer für ihre weiblichen Theater­besucher ist, wie aus Newyork berichtet wird, wahrhaft rührend. Das Neueste auf diesem Ge­biet hat die Direktion eines kleineren Theaters geleistet. Sie hat nämlich fünf elegante M a n «er angestellt, welche die Aufgabe ha­ben, die jungen und älteren Damen, die den Musentempel besuchen, nach Hause zu beglei­ten, wenn die Mädchen oder Frauen beim Kauf des Billetts darum ersucht haben. Die Nach­frage nach diesen jungen Männern ist von feiten der Damenwelt derartig groß, daß die Direktion befchloflen hat, noch mehrere derar- ttge Billettzugaben beizulegen. Besondere Schwierigkeiten machen nur die Damen des so­genannten besseren Alters. Während die jun­gen, modernen Mädchen ohne Scheu neben ihrem Begleiter einhergehen und sich mit ihm angelegentlich von de« Freuden und Leiden sei­nes Berufes unterhalten, sind die älteren Da­men ungewöhnlich ängstlich.

Kindermund. Der Familienzeitschrist Welt und Haus" entnehmen wir folgenden allerliebsten Kinderausspruck: Die zebn- jährige Melanie spielt mit ihren jüngsten Ge- fchwistern in dem von der elterlichen Wohnung entfernt gelegenen Garten; dabei vergessen die Kinder ganz eine vom Vater ihnen aufgetra­gene Arbeit. Als der Vater dies bemerkt, fchickt er sie empört nach Hause. Dabei fallen die mehr von einer momentanen Zoruesregung eingegebenen als wirklich ernst gemeinten Worte:Wenn ich zurückkomme, werde ich euch bestrafen." In,ihrer Angst beschließe« die Kinder, zu bete«. "Die kleine Melanie bolt zu diesem Zweck das Gesangbuch herbei und sucht darin nach einem passenden Gebet. Plötzlich rüst sie erfreut aus:Jetzt habe ich das Rich­tige gefunden!" Und sie liest mit Inbrunst den Geschwistern das Gebet vor:In Kin- deSnöten «-,le

Sos Neueste aus Kassel.

Kassels neue Stadthalle.

Nun, da der Skizzenwettbewerb für die Er­richtung einer Stadthalle beendet ist und das Preisgericht bereits gesprochen hat, nimmt das Projekt gewissermaßen Gestalt an. Das Preis­gericht hat schwere Arbeit vollbringen müssen, um aus der Menge der eingegangenen Entwürfe die besten herauszufinden. Denn es mußte neben der äußeren Form, die sich dem Gesamt­bild jener Gegend am Aschrottpark anschließen soll, vor allem auch auf die innere Gestaltung des Gebäudes Gewicht gelegt werden. Und wenn man über alle einhundertelf Entwürfe, die in der neuen Schule an der Hegelstraße ausgestellt und durch Jederman zu besichtigen sind, einen Ueberblick gewonnen hat, muß man sich gestehen, daß mit Ausnahme weniger Ent­würfe nur geschmackvolle Arbeit geleistet wor­den ist. Die preisgekrönten und angekauften Entwürfe fallen fofort beim Betreten der Aus­stellungsräume in die Augen, da das den Na­men der Verfasser tragende weiße Schild mit einem Lorbeerkranz (der eine blau-weiße Schleife trägt) umgeben ist.

Es wird einem zweiten Arttkel Vorbehal­ten bleiben, auf die einzelnen Entwürfe, beson- ders aber auf die prämiierten und angckausten, näher einzugehen. Jedem Entwürfe, der aus Schaubildern, Grundrissen, Querschnitten und so weiter besteht, ist ein ausführlicher Erläute- rungsbertcht beigegeben, in dem ja in erster Linie die Bausumme interessiert. Und wenn man so in die einzelnen ErläuterungsberiLte hineinsieht, findet man Bausummen von ein« undeinerhalbcn bis zwei Millionen (vielleicht auch darüber) verzeichnet. Da am morgigen Donnerstag bekanntlich die Stadtverordneten eine Besichtigung der Entwürfe vornehmen, die unter fachmänmscher Führung stattfinden soll, wird man sicherlich auch erfahren, von welchen Gestchtspuntten das Preisgericht bei der Aus­wahl der Entwürfe sich hat leiten lasse«. Den Herren wird man genaue Aufklärung gebe«, da sie in der Bau-Angelegenheit gewichtige Per­sönlichkeiten sind, da sie die Gelder zu bewilli­gen haben.

Wie erinnerlich sein dürfte, haben sich die Stadtverordneten feinerzeit auch das Reckt Vor­behalten, bei der Beratung des Bauprojestes noch Emzelwünsche Vorbringen zu können, die (soweit sie die Mehrheit des Hauses finden) Berücksichtigung erfahren sollen. Bei der Be­wegung, die bezüglich der Größe der einzelnen Säle eingesetzt hat, darf man auf langwierige Debatten im Stadtparlament gefaßt fein. Die Beratung über die Bauausführung dürfte icherlich alsbald im neuen Jahre stattfinden, da Eile not tut, wenn die Stadthalle bis zum

iS Oberstaatsanwalt Jsenbiel}-. Ter frü­here Generalstaatsanwalt, Geheimer Oberju­stizrat Dr. Hugo Jsenbiel ist am Diens­tag in Obernigk bet Breslau gestorben. Dr. Jsenbiel, der lange Jahre Oberstaatsanwalt am Landgericht I in Berlin war, war der Ver­treter der Anklagebehörde in einer Reihe von Berliner Sensationsprozesfen. Zum letzten Male übte er seine Tätigkeit in dem großen Meineidsprozeß gegen den Fürsten Eulenburg aus.

iS Ein Drama am Heiligabend. AuS Ober st ein an der Nahe wird unS berichtet: Am Heiligabend hantterte in einer hiesigen GoldschmiedesamMe der Geselle mit einer Browningpistole. Plötzlich ging der Schuß los, verletzte eine Tochter des Goldschmieds leicht und tötete feine Frau, die Mutter von neun Kindern ist. Der Täter stellte sich der Polizei.

~ Der vergiftete Weihnachtspunsch. Eine Zecherei, der mehrere Menschenleben zum Op­fer gefallen sind, hat sich am heiligen Abend in Leipzig im Stadtteil Groitsch abgespielt. Dort hatte der Kaufmann und Likörfabrikant Willi Kehr drei Personen zu einem Punsch, den er selbst gebraut hatte, eingeladen. Nach been­digter Zecherei sind die Teilnehmer in ihren Wohnungen schwer erkrankt und gestorben. Dem Anschein nach ist der Punsch vergiftet gewesen. Die Ehefiau hatte ebenfalls davon getrunken, doch nur wenig, sodaß sich bei ihr keine ernstlichen Folgen eingestellt haben. Die Leichname wurden behördlich beschlagnahmt.

rs Maffenvergiftuna im Obdachlosen-Asyl. Im städtischen Odachblosen-Asyl in der Frö- belstraße in Berlin erkrankte gestern abend eine Anzahl Personen unter Vergiftungs­erscheinunzen. Zehn sind bereits gestorben. Die Ursache der Vergiftung konnte bisher nicht mit Sicherheit sestgestellt werden, doch scheint Vergiftung vorzuliegcn in­folge Genusses von Lebensmitteln, die von den Obdachlosen in das Obdach mitgebracht worden waren.

iS Ein reicherArmer". In Tolkewitz bei Dresden starb der Rektor a. D. R a d e- ni a ch e r, der mit seiner Tochter in den küm­merlichsten Verhältnissen lebte. Jetzt hat man unter dem Bette des Verstorbenen in vier Zi­garrenkisten dreimalhunderttausend Mark gesunden. Es ist festgestellt worden, daß Rademacher und seine kurz vor ihm gestorbene Tochter an Entkräftung zu Gmnde gingen. Rademacher hat sein Vermögen den beiden Tierschutzvereinen in Berlin und Breslau ver­macht.

den, die die Aviatik verherrlichen. Auf dem Programm stand eine Kantate von Massenei, Feierlicher Gruß an die Aviatiker", und eine lyrische Dichtung von Henry Gain,Ikarus", die von dem bekannten Sportmäcen Deutsch- de la Meurthe als Oper komponiert worden ist. In einem Akt wird der Abflug Ikarus von einem Felsen außerordentlich dramatisch dar- gestellt. Die Aufführung sand viel Beifall. Präsident Fallisres wohnte mit feiner Ge­mahlin der Vorstellung bei. Der Ertrag der Veranstaltung wird zur Errichtung eines Denk­mals zum Ruhme der französischen Aviatik ver­wendet.

Streikende Musiker. Am Montag abend ist in Paris unvermutet ein Ausstand von Musikern in verschiedenen kleinen Konzert- und Musikhallen der Vorstädte ausge­brochen. Der Ausstand ist darauf zurückzufüh- ren, daß die Leiter der Varieteethe- ater die Kontrakte der.Musiker nicht ein­geh alten haben. In verschiedenen Ver­gnügungslokalen beschränkte sich die Musikbe­gleitung auf ein Piano: andere erstatteten den Besuchern das Eintrittsgeld zurück. Es fanden keinerlei Zwischenfälle statt.

Gin Kruzifix von Leonardo? Aus Ma­drid wird gemeldet, daß die Frau des spa­nische« Abgeordneten Mayner ein Elfenbeinkru- sifir, das ihre Mutter vor fünfundzwanzig Jahren für 50 Pesetas erworben hatte und das sich nun als ein Werk Leonardo da Vincis herausstellte, an einen amerikanischen Millio­när für 650000 Pesetas verkauft hat.

Ei» römischer Tempel in Tripolis. Auf dem trivolftanischen Kriegsfckauplatz in der Nähe des von den italienischen Truppen besetzten Ainzara wurde wieder ein kostbarer Antikenfund gemacht. Es handelt sich um einen fast ganz intakten kleinen römischen Tempel, der völlig verschüttet lag. Tarin befand sich außer mehreren Skeletten eine große Menge von Münzen aus der Zeit des Kaisers Septimius Severus sowie eine Anzahl Ampboren und anderes Gerät.

& Die Kunstausstellung Venedigs nicht auf« geschoben. Einige ausländischen Zeitungen hat­ten bekanntlich die Mitteilung gebracht, daß die große Kunstausstellung der Stadt Venedig we­gen des Krieges in Tripolis bis zum Jahre 1913 aufgeschoben werden sollte. Diese Nach­richt ist, wie wir erfahren volltzandia tttu

Rr. 19. X Jahrgang._________________

bon Adschi-Tschcri ein. Eine vom russischen Generalkonsulat zur Beerdigung der Leich- name von vier gefallenen russischen Soldaten enffandte Abteilung fand die Leichen voll­ständig verkohlt vor. Die russi­schen Verluste an Toten, Verwundeten und Vermißten betragen etwa hundertMann.Den neuesten Depeschen zufolge ist in den Kämpfen um Täbris eine Pause, eingetreten. Eine Ab­teilung englisch-indischer Kavallerie wurde in der Nähe von Käsern« angegriffen, wobei zwei indische Soldaten fielen. Die Lage in SchiraS ist sehr ernst. Generalschatzmeister Shuster setzte das Kabinett in Kenntnis, daß er fein Amt seinem Nachfolger übertragen werde, sobald dieser ernannt sein werde.

Si« englischer Konsul verschwunden!

(Te l e g r a p h i s ch e Meldung.)

, Teheran, 27. Dezember.

In der Nähe von Kaserun ist auf den mit einer großen Schutzwache indischer Reiter von Abuscher nach Schiras reisenden englischen Konsul Smard ein lieb erfüll ausge­führt worden. Der Schutzwache gelang es, sich nach erbittertem Kampfe nach Kaserun durchzu­schlagen. Der Konsul ist jedoch spurlosver- schwunden, nur das verwundete Pferd des Konsuls wurde aufgefunden. Die Verluste der Schutzwache sind nicht bekannt.

von Kider len - Waechter, unter dem Datum deS dierundzwanzigsten Dezember die Brillanten zum Roten Adlerorden erfter Klasse mit Eichenlaub verliehen. (Der Lohn für den Scherz von Agadir?")

Aus Paris berichtet unS ein Tele­gramm: DemFigaro" zufolge macht Deutschland neue Schwierigkeiten wegen der Frage der Abgrenzung des Kongoebietes. Denffchland beansprucht die dem abgetrennten Gebiet vorgelagerten Inseln und etwa dreißig Kilometer Uferland.

Die Soldaten der Republik.

Aus Lissabon wird unS depeschiert: Hier sind soeben Nachrichten über die Re­volte eines Teils des neunundzwanzigsten Infanterie-Regiments in B r a d a eingetroffen, wonach diese sich als ein monarchistischer Putsch­versuch herausstellt. Truppen des zweiten Jn- fanterre-Regiments, unterstützt von dem Rest des neunundzwanzigsten Infanterie-Regiments und einer Abteilung Marine-Soldaten, griffen die Kaserne an, wurden aber schließlich durch das Feuer der Rebellen gezwungen, sich zurück­zuziehen. Der Oberst des meuternden Regi­ments ließ hierauf zwei Batterien Kanonen vor der Kaserne auffahren und erklärte, er werde sie bombardieren, wenn nicht so­fort Uebergabe erfolge. Darauf ergaben sich dann die Rebellen, nachdem ihnen eine milde Straf« in Aussicht gestellt worden war. Die Regierung soll jedoch erklärt haben, daß sie die Empörer schwer bestrafen wolle.

Neues vom Sage.

Ler Filmstreis als BerrSler.

Pariser Blätter erzählen: Ein reicher Börsianer wollte dieser Tage bei der Hoch­zeitsfeier seiner Tochter seine Gäst« überra­schen und stellte dazu die Schnelligkeit der K i- nematographie in seine Dienste. Die Hochzeitstafel war eben zu Ende, gerade woll- it man sich erheben, als der Brautvater feine Gäste bat, noch einen Augenblick sitzen zu blei­ben. Man erwartete noch eine Rede, aber plötzlich wurde das elektrische Licht ausge­dreht, die Musik spielte einen Hochzeitsmarsch, und nun erschien an der Wand des Saales die ... wohlgelungcne kincmatographische Wiedergabe des H o ch z e it s z uge s: Die Brautführer und das Brautpaar schritten voran, bann folgte der lange Zug der Hoch­zeitsgäste, und jeder sah mit Befriedigung, wie gut gerade seine Aufnahme gelungen war. Schon war die Hälfte des Zuges zwischen der Menge der Zuschauer hindurch in der dunklen Kirchentür verschwunden, da unterbrach plötz­lich ein erschreckter Ausruf die schweigende Bewunderung der Hochzeitsgäste:Aber Pauline!" Alles sieht einen Augenblick Nach dem Sprecher und erkennt, wie jemand (na­türlich Paulinens Gatte) mit der Hand nach dem Bilde zeigt, und nun sieht auch alles, wie gerade Pauline sehr geschickt, doch nicht so geschickt, daß der mitleidlose Kinematograph es nicht hätte sehen können, einem Hernt des Zuges, der aber nicht ihr Gatte ist, ein ., . Briefchen zusteckt! Tableau!

. Kleines FemKeton.

Borweltsmenschen auf den Molukken. Die Freiburger Expedition nach den Molukken, der die Professoren Dr. C. I. Do- ntnger, Dr. O. D. Tauern und Dr. E. Strese- mann angehören, entdeckte im Manselagebiei eine Höhle, in der sich viele Reste von prä­historischen Menschen fanden. Die höch­sten Berge von Cerarn: Sofia, Tinaja, Sapo- lowa und Murkele wurden bestiegen. Eine schon im Jahre 1909 in Batavia erschienene Skizzen- karte der Insel Ceram gibt für den Murkele nur eine Höhe von 1800 Metern an; die neuen Messungen der Expedition ergaben eine solche von 2760 Metern. Er ist damit der höchste Berg der Insel Cerarn.

Doktorpromotion eines Chinesen an der Berliner Universität. Am Donnerstag wurde ia der Aula der Berliner Universität von dem jetzigen Dekan der philosophischen Fakultät, Geb.-Rat Nernst, ein Sohn des Reickes der Mitte zum Doktor promoviert. Es ist Ching- Ko - O u, der Sohn eines chinesischen Arztes. Der junge Doktor hat seine Prüfung erst vor acht Tagen bestanden und die Promotion be­schleunigt, weil er begreiflicherweise bei der jetzigen Sage in feiner Heimat fo fchnell wie möglich nach Hause will. Er ist Chemiker von Fach. Seine Dissertation behandelte die Syn­these von Dipeptede«. zweier Aminosäuren.

Karl Hoschra gestorben. Ter österreichi­sche Komponist Karl Hoschra, der Tondichter der OperetteMadame Sherry", ist im Alter von vierunddreißig Jahren am Heilig­abend in Newyork gestorben.

Eineaviatische" Opernvorstellung. Aus Paris wird berichtet: Der französische Aero­klub veranstaltete in der Pariser Großen Oper eine Galavorstellung, in der zum ersten Mal ernste musikalische Werke ausgeführt tour«

Donnerstag, 28. Dezember 1911.

ten vermuten in dem Täter einen jungen Kauf­mann, der fett einiger Zeit in Lille wohnte.

ts Erdbeben in Marseille. In der franzö-