Hessische Abendzeitung
Casseler Abendzeitung
2. Jahrgang
Fernspreche« 951 utt> 952.
Freitag, 22. Dezember 1911
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 16
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SchlußMlt?
AMlvß im MaioNo-Wel.
Bild tote an den Vortagen und die Tribünen i waren wieder dicht besetzt; vielleicht war das Publikum noch zahlreicher erschienen, da sür abends die Abstimmung über das Abkommen erwartet wurde. Als erster Redner besieg der Sozialistenführer I a u r s s die Tri- >iine, um seine vorgestern abgebrochenen Aus- ührungen zu Ende zu bringen. Er fuhr fort, den Marotto-Vertrag einer scharfen Kritik zu unterziehen und warf der Regierung vor, ohne besondere Veranlassung die Gefahr eines Krieges in leichtsinniger Weise her- aufbeschtooren zu haben. Jaurös Rede hinterließ einen nachhaltigen Eindruck, und als er dte Tribüne verließ, wurde er von seiner Partei stürmisch applaudiert. Der nächste Redner, Pioü, verlangte ebenso wie der nach ihm sprechende D e l a f o s s e genaue Aufklärungen über die Gründe, die die deutsche Regierung dazu veranlaßt hätten, den Kreuzer „Ber- l i n" nach Agadir zu entsenden. Bereits nach Jaurss Rede war von einer Anzahl Abgeordneten Schluß der Debatte beantragt worden, doch wurde dieser Antrag nach Beendigung der Rede Piou's abgelehnt, sodaß die Abstimmung erst in den Abendstunden vorgenommen werden konnte.
Wodurch die S! werden sollten.
Wiener Hofburg zu betreuen. Wien mag bei den nahen Beziehungen zwischen den beiden verbündeten Reichen nicht ein so wichtiger Wachtposten sein, tote London oder Paris; immerhin: Auch an der Donau ist ein scharses Auge und ein Helles Ohr vonnöten. Das Kaisertum Franz Josefs dämmert im Schatten des nahen Abends dem Ende entgegen, und von der scharf ausgeprägten Persönlichkeit Franz Ferdinands steht zu erwarten, daß mit ihrem Aufstieg zur Höhe der Kaisermacht eine neue und bedeutsame Aera in der Politik Habsburgs ihr Werden deutlich in der Weltgeschichte markieren wird. Darf man in Heinrich von
3er Ehrendoktor dreier Fakultäten.
(Von unserm Korrespondenten.) Berlin, 21. Dezember.
Völkerpsychologen, der die Eigenarten zweier machtbewußtcr großer Nationen mit klugem Takt zu einen verstände, dabei aber genügend Blick- und Hirnruhe besitzen müßte, um die wohlverstandnen Interessen des Reichs im Wettbewerb mit britischer Weltmacht maßvoll aber entschieden zur Geltung zu bringen. Und wir haben im Botschafts - Hotel an der Themse eine bereits stark verbrauchte, die über den bescheidnen Durchschnitt hinausgear-, beitete Kraft, deren Qualitäten nicht nur vom Geist britischer Staatskunst, sondern auch vom Intellekt diplomatischer Ausland- Konkurrenz am Hof des fünften Georg sonnen- weit überragt werden. Wenn diese Sünde nun (spät zwar, aber endlich) gesühnt wird,
Tschirschkv und Bögendorff (dem als Arrangeur niedlicher Festunterhaltung ziemende Ächtung nicht versagt werden soll) den Mann schauen, der über die Gabe verfügt, den Ueber- gang vom alten zum neuen Oesterreich für Deutschland erträglich zu gestalten? Kaum: selbst SSerr von Kiderlen bezweifelt'?, und darum "ist's gut, daß er seinen Blick nicht nur zur Themse und Seine, sondern auch zur Donau schweifen läßt!
darf man's loben! Die in der Presse erörtert; »Doktor-
Sodann: Paris! Herr WilhelmvonMüdigkeit" des Kaisers tat eine kleine Schoen residiert dort als Botschafter des Vorgeschichte: Der Kaiser ist bekanntlich bis- Reichs ohne ersichtlichen Zweck. Er nahm Ab- §er Dr. jur., Dr. med. und Dr. phil. Es fehlte schied von Berlin und von der Wilhelmstraße, also noch der Dr. theol. Diesen zu bekom- toeil er erkannt hatte, daß ihm dort der Win- men hatte der Monarch in der letzten Zeit inzigste Lorbeerzweig unerreichbar war, und weil sofern gute Aussicht als Bestrebungen im Gange er sich von einer Stätte hinwegsehnte, an der waren, die darauf hinausliefen,-dem Kaiser im ihm aus allen Winkeln die Kobolde fd?aben= nädiften Jahre bei passender Gelegenheit auch frohen Spotts entgegengrinsten. Was der vom uoch den Doktorhut der vierten Fakultät zu hessischen Großherzog baronisierte Wormser verleihen. Hiervon erfuhr man in der U m g e- Bürgersproß als Vertreter der deutschen Sech- hring des Monarchen und dieser machte dann zigmillionen-Ration beim Elpsee geleistet, ist kein Hehl daraus, daß ihn zwar nichts abhal- ins Buch der Geschichte noch einzutragen; kein I fcn fönne, durch Studium die Doktorwürde der Lied, kein Heldensang kündet bis zum heutigen! Theologie zu erwerben, daß er es aber für we- Tag die bescheidenste der Taten dieses Staats- niger angebracht halte, diesen Titel honoris manns, dem Gunst und Zufall ein Amt bescher- causa Oberhaupt eines konfessionell ten, wie es dankbarer, bedeutsamer und ge- g e m i s ch t e n Staates anznnehmen. in schichtlich wertvoller einem Diplomaten über-! ^cm e§ wichtige Aufgabe sei, nicht den Glau- Haupt nicht zugewiesen werden kann. Während! &en entstehen zu lassen, daß es dem Monarchen der langen Dauer des Marokko-Geplauders zufolge der honoris causa verliehenen Würde zwischen Berlin und Paris hat man den Na- schwer fallen müsse, auf religiösem Gebiete in men des Freiherrn von Schoen als Akteur I j^r Beziehung tolerant zu sein.
(oder auch nur als Statist) auf der Bühne des! welterregenden Völkerhandels fast noch seltner gehört, als früher, zu einer Zeit, da es für den Botschafter Deutschlands bei der dritten Republik dringlichen Anlaß zu emsiglicher Geschäftigkeit nicht gab. Ob die deutsch-französische Verständigung der Verwirk-^ lichung heut nicht näher gerückt wäre, wenn statt der Bescheidenheit eines Sckoen die Initiative und Huge Energie eines Marschall von Biberstein an der Seine Wacht gehalten hätten? Jedenfalls: Zähren werden über Wilhelm von Schoens ziemenden Heimgang nicht
3fe Schwarze Hand.
(Privat - Telegramm.)
Ter „Verein der Schwarzen Hand", als dessen Opfer der ermordete Student Ciric wohl anzusehen ist, hat sich vor nicht langet Zeit erst konstituiert. Er besteht zu einem großen Teil aus der intellektuellen Jugend und erstrebt die Errichtung eines grotzserbischen Reichs, die Vertreibung der Karageorgiewitsch aus dem Lande und die Errichtung einer neuen
sein Nachfahr Schoen, bat (als er vor Jahren höflich daran erinnert wurde, daß man im _ o . „ „ „nfret I Auswärtigen Amt des Reichs einen ganzen
Das bevorstehende Revirement in unsrer starken Arm verlange) das
Ausland-ä. tplomatie. idyllische und nervensänftigende Plätzchen an
Nachdem nun das Kind glücklich tm Brun- Donau sich als Trostpreis aus. Es wäre neu verschwunden, soll die Grube auch zuge- be^eij unt) bem Reich weit weniger schädlich gedeckt werden: Herr von Kiderlen hai's ge- loefen, bett Bögendorffer in der Stille irgend schworen, und wir müssen uns bescheiden, daß cine§ gaschen Oberpräsidiums von sei- Ruhms seiner Taten zu harren. Daß Anlaß nc§ Staatssekretär-Daseins harter Plage sich er- vorhanden ist, fleißig die Hände zu regen, wird $0(cu lassen, statt den als unzureichend Et- kein Einsichtiger bezweifeln: Die ganze Ent- fa^nien mit der Botschafter-Mission bei der Wicklung und mühselige Dämpfung der Marok. ko-Krise war eine einzige Anklage wider j unsre Diplomatie, die mit tausend Zungen die Unzulänglichkeit staatsmännischer Qualitäten in der Werkstatt des Reichsgeschäfts predigte. Seit Jahren schon hört man diese Klage, haben ernste Kritiker warnend auf das Verhängnis dieser Schwäche hingewiesen und in öffentlichen Versammlungen ehrlich Grollende geaen das Auswärtige Amt den Vorwurf erhoben, daß cs auf wichtigen Auslandposten Dutzendleute und Kümmerlinge dulde, obwohl in der Wilhelmstraße der jüngste Kanzlist über
Der Marokko-Vertrag geuchmigt.
Die französische Deputiertenkammer hat gestern das deutsch-französische Marokko- Abkommen mit großer Mehrheit angenommen. Tie Abstimmung des Abkommens ergab 396 Stimmen sür die Genehmigung, während 36 Stimmen dagegen waren. In den Reihen der Sozialisten und Radikalen enthielten sich zahlreiche Abgeordnete der Stimmabgabe.
zu rinnen brauchen! I Hebet die gestrige entscheidende Sitzung der
Und dann: Wien! Herr H eint ich v o n Kammer geht uns folgender telegtaphi-
Frankreich zur Hebung eingezogen würden. Als weitere Forderung bezeichnet der Aufruf die Ausdehnung der Dienstpflicht auf die Ers atz r eser v e, auch verlangt er Abhilfe gegen die Veralterung des Offizierkorps. Der Wehrverein soll (so heißt es in dem Aufruf am Schluß) alle Kreise und alle Schichten unseres Volkes ohne Unter- schied der Partei und der Konfession umfas. fcn und kein einseitiges militärisches Geprägt aufweisen.
Stuttgarter Gerichts-Tag.
Parteiversammlung uet schwäbischen Genossen.
Wie uns aus Stuttgart berichtet wird, fand dort am Dienstag abend eine große Parteiversammlung der schwäbischen Sozial- d e m o k r a t i e statt, in der über die Vorgänge -bei der Gemeinderatswahl und über die sonstigen Streitigkeiten in der Partei Gericht gehalten werden sollte. Daß man in der gesamten Partei den Stuttgarter S3ti> ren die größte Bedeutung beimißt, geht auch daraus hervor, daß von dem Parteivorstand der Sozialdemokratie Deutschlands, Braun- Berlin, und außerdem August Bebel erschienen waren.
Bebel war besonders aus Zürich nach Stuttgart gekommen. Die Versammlung fand hinter hermetisch verschlofsenen Tu- ren statt. Es war strengste Ueberwachung angeordnet worden, so daß kein Unberufener zu der Versammlung Zutritt erlangte. Im Lause des Abends hielt Bebel Ansprachen, worin er die Genossen zur Einmütigkeit ermahnte und den dringenden Appell an sie richtete, angesichts der bevorstehenden Wahlen die Zwistigkeiten zu begraben. Im übrigen enthielt die Rede Bebels auch scharfe Wendungen gegenüber dem Revisionismus innerhalb der Partei.
Es wurde schließlich eine Resolution angenommen, in der betont wird, Anfertigung und Verbreitung von gefälschten Stimmzetteln zu den Gemeinderatswahlen iei eine Dis- z i p l i u l o s i g k e i t schlimmster Art. Die Parteileitung wurde beauftragt, gegen Parteigenossen, die sich wissentlich an der Herstellung oder Verbreitung der gefälschten Stimm,ett-l beteiligt haben, unverzüglich das Aus- schlutzverfahren einzuleiten.
Lvfrr der Schwanen Hand?
Eine sensationelle Mordassare in Belgrad.
Wir haben schon telegraphisch kurz über die aufsehenerregende Belgrader M o r i. a_ f • f äre berichtet, deren Opfer der achtzehnlahrige Sohn des Obersten Ciric, der Student Milan Ciric, geworden ist. Man fand die Leiche des Ermordeten mit gefesselten und eng aneinander geschnürten Füßen und da der junge Manu sich an politischen Umtrieben beteiligt haben sollwitd angenommen, daß er das Opfer einer Gehe.imgesellschaft ge- worden ist, der er gefährlich geworden sein mochte. Hebei den Vorfall werden folgende I Einzelheiten bekannt:
Belgrad, 21. Dezember.
Bürde des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt getragen. Unb nun soll's geschehen!
Herr von Kiderlen denkt zunächst an London, Paris und Wien: Drei Ausland- Stationen von eminentester Wichtigkeit, für deren j e d e der beste und hellste Kopf unsres gesamten Diplomatenheers grade gut genug ist. i - hnffriMnfih» Kais-V An der Themse thront (wie Zeus aus dem ALL MMr-MUM 31UHCT. Olymp) der Graf Wolff. Mette mich Der Kaiser und seine akademischen Würden, als Vertreter des Deutschen Reichs. Wir dan- Der Deutsche Kaiser hat seinen Wür- keu es zu einem ansehnlichen Teil den man- den, deren Auszählung eine ganze, enggedruckie nigfachen Talenten dieses eigenartig begabten Seite im Gotha in Anspruch nimmt, noch eimge land rm Lauf der Jahre zu einer Art — affen- ^cr pntoerütät Pennsylvania, Dr. of civil law stillstand mit schußbereitem Gewehr entwickelt i ber yuiverMt Oxford und Dr. jur. honoris hat. Wir brauchen für London (seit Jahren | causa der Universität Berlin. Er ist im Laufe hört man darüber nur die eine Stimme) ei- dieses Jahres auch noch Dr. med. honoris neu gewiegten staatsmännischen Kopf, etwa vom causa der Universität Prag und Dr. math. et ------- f'Ä'SMpÄff
täten nur noch der Doktor der Theologie fehlt. Wie nun der Roland von Berlin mitteitt, hat der Kaiser den Wunsch kundge- geben, es möge genug fein des Spiele« mit den Ehrendoktor-Diplomen. Schon die gelehrten Herren in Klausenburg, die dem Käfter eine Abordnung nach Berlin schicken wollten, nm den Kaiser in seinem Schlosse zum Dr. math. et rer. nat. durch Ansprache und Handschlag zu promovieren, und sich wohl von dein feierlichen Akte selbst einige gute Dinge erhofften, bekamen zu ihrer derben Enttäuschung die Weisung, ihr Diplom auf . . .diplomatischem Weg nach Berlin gelangen zu lassen.
Am der Parlaments-Mappr.
Der Termin für die Strafrechts-Reform.
Aus parlamentarischen Kreisen gehen uns über den Termin für das Inkrafttreten der I Strafrechtsreform folgende Mitteilungen zu: Die Straftechtskommission wird bereits nach Neujahr in die Beratung des speziellen Teiles eintreien, und es ist Aussicht vor. Hauben, daß die gesamten Vorberatungen der Kommission in der ersten Hälfte des Jahres neunzehnhundertdreizchn abgeschlossen fein werden, lieber die Beschlüsse der Kommission sollen dann unverzüglich die Verhandlungen mit den Bundesregierungen begonnen werden. Die Dauer dieser Verhandlungen ist naturgemäß ungewiß, da sie von vielerlei Zu-1 fällen abhängt. Da nun erst die Ergebnisse dieser Verhandlungen mit den Bundesregierungen die Grundlagen für die Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes im Reichsjustizamt bilden, so läßt sich der Zeitpunkt, marin die Vorlage an den Reichstag gelangen wird, nur ungefähr bestimmen. Soweit man die Sachlage mheksietzm kann, werden die Verhandlungen mit Den Bundesregierungen und die Ausarbeitung des Gesetzentwurfes ungefähr zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen, wenn die Arbeit glatt von statten geht. Man kann also erwarten, daß der Reichstag sich erst im Jahre neunzehnhuu- dertfünfzehn mit dem Entwurf beschäftigen wird. In diesem Fall kann mit dem Inkrafttreten der Reform schon für das Jahr neunzehnhundertfechzehn gerechnet werden.
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3er neue Landtag.
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Berlin, 21. Dezember.
Die Eröffnung des Preußischen Landtags wird am fünfzehnten Januar, mittags zwölf Uhr, im Berliner Schloß erfolgen, nachdem im Dome und in der Hedwigs- kirche Gottesdienste vorangegangen stnd. Die ersten geschäftlichen Sitzungen des Landtags, werden im Anschluß hieran am Nachmittag r i v a t - T - l e « " m m.)
'tattfinden. Das Abgeordnetenhaus wird in Der achtzehnjährige Milan Ci r i c, v tien einer ersten Sitzung den Etat und die Leiche unweit der Stadt aus den Eisenlabn- neuen Steuergefetze entgegennehmen, schienen gefunden mürbe, toar der emzige «ohn Außer diesen beiden Gesetzen werden dem des pensionierten Obersten Etric Bei o Landtage bei der Eröffnung noch das Was- Sektion der Leiche wurden drei Revol • 'ergesetz und das F i sch er e i g e s e tz vor- kugeln im Kopfe gefunden. Milan war ein gelegt werden. Am nächsten Tage dürste die sehr intelligenter Jüngling; er lernte Vorzug Wahl des neuen Präsidiums stattfinden, lich, sprach mehrere fremde Sprocken und d ch hierauf wird sich das Abgeordnetenhaus mit sein nobles Benehmen kam er oft tn tue L e» Rücksicht auf die Stichwahlen wahrscheinlich sellschaft des Prinzen Paul, der ihn iw->- bis zum dreißigsten Januar vertagen und dann gewonnen batte. Milan ging abends zum seine Beratungen mit der ersten Lesung des Turnunterricht und kehrte nicht wieder nach Etats beginnen. Das Herrenhaus wird Hause zurück. Nach einer Version wäre er noch eine Sitzung am Eröffnungstage abhalten durch Mitglieder des Vereins der zur Neuwahl des Präsidiums und zur Entge- Schwarzen Hand ermordet worden, gennahme gefchäftlicher Mitteilungen und sich da er angeblich Mi t g l i e d e r n a m e n ve r- hierauf auf unbestimmte Zeit vertagen. raten hatte. Einem anderen Gerücht zufolge --------- liegt ein Mord aus Eifersucht vor, da «r« ttattot» SrhnftihnrS ? man an der Stelle, wo die Leiche aufgefunden
«Jul tlCUßt öLsC« uOOIfi. wurde, Spuren von Damenschuhen bemerkte.
Ter „Wehr-Verein" des Generals Keim. Außerdem ist ein Wagen auf Gummirädern an Der bereits vor einiger Zeit angeregte ker Mordstelle gesehen worden. Es scheint, daß Plan eines Deutschen WehtvereinsD,^ juneiric erfchoffen, hierauf mit ei« Lchk'L « M°"-- —
nach dem Muster des Flottenvereins erforderlich machen. General Reim geht von der politischen Lage der letzten Zeit aus, bann wendet er sich gegen die Bestrebungen internationaler Verbrüderung, deren Organisa- ttoncn er ein Gegengewicht schassen will. Des weiteren bemängelt bet Aufruf bie Lücken bet letzten Militärvorlage, vergleicht bie finanzielle!! wie persönlichen Opfer, feie Frankreich bringt, mit denen Deutschlands und stell, len. daß im Beurlaubtenstande bei uns in den letzten Jahren jedesmal nur runb 333(XM Mann gegen 615 000 beito. 660 000 Mann in
den Untoert des Materials lächle. Seit Jahren auch hören wir, daß eine Reform des auswärtigen Reichsbetriebs geplant sei: Schon Bernhard Bülow hat's versprochen, und ein Jeder fast, bet nach ihm die