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CMer Neueste Nachrichten

Zweiter Jahrgang

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Epping&Niehaus

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Fernsprecher No. <60.

von Cassel und Umgegend

Vollendete Maßanfertigung

Sonntag ist unser Geschäft bis abends 8 Uhr geöffnet.

Serie III M. 8.50

Serie IV M. 11.50

Die „Casseler Neueste Nachrichten" sind unter Nr. 951 und 952 an das Fernsprech­netz angeschlossen.

Serie V M. 14.50 und höher.

Gesellschafts-Anzüge Beinkleider, Westen Straßen-Anzüge Jagd-Joppen Paletots Ulster

Prinzip beschlossen wurde, und für dessen Er­bauung (zunächst des Knabenschulhauses) die Mittel bewilligt wurden. Aus den Bildern, die einen Anblick des Schulgebäudes von der «Äraßen- und von der Hofseite gewähren, er­sieht man die gefällige Gruppierung der Schulgebäude, an die sich unmittelbar die Turnhalle und schöne, große Spielplätze an­

bewohnt werden, ist die Anzahl der Wohnun­gen mit Badeeinrichtung ungleich größer. Außerdem würde das Schwimmbad, wenn cs wirtlich an der vorgeschlagenen Straßenkreu­zung erbaut würde, auch von den übrigen Stadtteilen aus nicht allzu schwer zu errei­chen fein, da man mit der Linie fünf der Elek­trischen bis in die Nähe des Gebäudes fahren könnte. Die Anwohner des nördlichen Stadt­teils würden der Stadtverwaltung jedenfalls Dank wissen, wenn sie bei der Schwimmbad­frage berücksichtigt würden; bislang weist ja

der Norden so gut wie keine öffentlichen Gebäude auf. In gesundheitlicher Beziehung wäre die Errichtung des Schwimmbades im Nordviertel für die dort wohnende Bevölke­rung natürlich von allergrößtem Nutzen, denn bei den jetzigen Verhältnissen, ist es auch dem, der herzlich gern ordentlich etwas für seine Gesundhcits- und Körperpflege tun möchte, fast unmöglich, ein Bad zur Verfügung zu haben, so ost er es wünscht. Hoffentlich baut man aber vor allen Dingen ein Bad, das wirklich von jedem benutzt werden kann, und

ren Kirchhofes errichtet wird, soll allen moder­nen Ansprüchen genügen. Sie wird je fünfzehn Klassen erhalten; auch soll eine Brausebadan- lage eingebaut werden. Die Schulverhältnisse waren in Kirchditmold, soweit die Unterbrin­gung der Klassen in Betracht kommt, recht schlecht. Die vorhandenen vierzehn Klaffen sind an sechs verschiedenen Stellen unterge-

Die Schwimmbad-Frage.

Wie die „Casseler Neuesten Nachrichten" kürzlich im lokal«'. Teil registrierten. hat der Bürgerberein Holländische Gemeinde in seiner letzten Versammlung beschlossen, in der Angelegenheit der Schwimmbadfrage eine Eingabe an den Magistrat zu richten, daß der Bau auf dem Eckgrundstück zwischen Holländi­scher- und Henkelstraße errichtet werde. Dieser Entschluß ist mit Freuden zu begrüßen, denn gerade für die Bewohner des nördlichen Stadtteils ist die Schwimmbadfrage von größter Bedeutung. Bekanntlich wird der nördliche Stadtteil in der Hauptsache von der werktätigen Bevölkerung bewohnt, von Arbei­tern, kleinen Beamten und geringer besoldeten Angestellten. Alle diese Leute sind meistens nicht in der Lage, sich den Luxus einer Woh­nung mit Bad erlauben zu können, und außer­dem sind in diesem Stadtviertel die Wohnun­gen, in denen eine Badecinrichtung vorhanden ist, nicht in der Mehrzahl. In den Stadtteilen aber, die von der besser situierten Bevölkerung

Nochmals: Unsere jungen Damen.

Da hat sich in den „Casseler Neuesten Nach­richten" irgend ein Griesgram über „unsere jungen Damen" ausgelassen, deren abend­lichen Erholungs-Spaziergänge ihm das Herz bedrücken. Da ich annehme, daß hier zum größten Teile die erwerbenden Frauen in Betracht kommen, will ich mich zu einigen Gegenäußerungen entschließen, weil ich selbst zu den „verdienenden" Frauen gehöre. Die Töchter aus wohlhabenden Häusern machen ihren Spaziergang am Nachmittag, wenn die Sonne auch um diese Zeit das ihrige tut. Wir aber, die Backfische, die meistens schon ein an­ständiges Stück Geld verdienen helfen, haben den Vorzug nicht, die Sonne an Werktagen genießen zu können. Wir suchen uns deshalb am Abend etwas zu ergehen, gelegentlich wohl auch in Begleitung bekannter Herren und suchen ein Weng Gemütlichkeit in einem Cafö. Und das wollten Sic. verehrter Herr, uns ver­wehren? So schwarz wie Sie, sehen hoffent­lich nicht alle Vertreter ihres stärkeren Ge­schlechts. Wenn man den ganzen Tag über im Kontor oder Geschäftslokal seinen Posten getreu ausfüllt, dann dürfen einem doch wohl einige Stunden gemütlichen Beisammenseins vergönnt fein. Daß wir dabei auch etwas nach dem Vergnügen schauen, dürste aus dem vorange- benden wohl erklärlich sein. Also packen Sie, Herr Philosoph. Ihre Akten, die nach längst vergangenen Zeiten duften, ruhig ein und ver­sorgen Sie sich mit einem Ausreisebillet nach dem Lande, wo der Pfeffer wächst! Unsere deutsche Fugend des „zarten" Geschlechts ist kräftig und selbstbewußt genug, über einem barmlosen Vergnügen, das der Erholung die­nen soll, nicht die Wohlanständigkeit zu ver­gessen. W. Sk.

bracht. Einige Räume sind als Unterrichts­räume keineswegs geeignet. Aus all diesen Gründen ließ sich daher ein großer Schulneu­bau nicht länger hinausschieben. Die Bau­kosten werden 325 000 Mark betragen. Die Entwürfe und Pläne sind ebenfalls im Stadt- bauamt nach den Skizzen des Herrn Stadt- baumeisters Arnolt angefertigt.

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3. Beilage.

Sonntag, 17. Dezember 191L

Das Doppelschulhaus in Kirchditmold

Unsere heutigen Bilder bernntomtWn] Kaufes 6in8etoiefen Um bett ®eiamteini>rud das projektierte Doppel-Volksschulhaus in aber nicht zu zerstören, unterwarf ch das Kirchditmold, das in der Stadtverordneten- Kollegium dem Grundsatz der Aesthetik. Die Sitzung vom 19. Oktober dieses Jahres im I neue Lchule, die auf dem Gelände des zruy.-

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Wir machen ganz besonders aufmerksam auf unsere im Preis herabgesetzten

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Anregungen und Wünsche.

tiefer Rubrik finden Artikel und Abhandlungen Auf. nctme in denen im öffentlichen Interesse Mißstände ciüat Ober Fragen des öffentlichen Lebens erörtert „den. Tie Artikel für diese Abteilung unterliegen der redaktionellen Prüfung und die Auswahl der Veröffentlich- ‘„en behält sich die Redaktion vor. Im übrigen gelangen nur Anregungen und Beschwerden sachlicher Natur zur Aufnahme

Ttzester und Parfüm.

Schon manches Wort ist an dieser Stelle über Theaterbesucher, über das Theater an sich, i-ber Theaterstücke, über den Geschmack des Publikums und dergleichen geredet worden. Fch möchte heute auf etwas Hinweisen, was bislang noch nicht zur Diskussion gestanden hat: nämlich auf die Parfümfrage mbe- TM auf den Theaterbesuch. Durchschnittlich neunundneunzig von hundert Menschen, die ins Theater gehen, halten es für angezeigt, üch vor dem Theaterbesuch mit irgend einer wohlriechenden Flüssigkeit zu begießen. Ich bin kein Feind von guten Parfüms, die ;a hier im allgemeinen wohl in Betracht kommen, trotzdem halte ich es für angebracht, ja für notwendig, daß man im Theater auf jedes Parfüm verzichtet. Man denke sich einmal: Fast jeder einzelne von den Hunderten von Personen, die das Theater saßt, bringt ein an­deres Parfüm mit; da gibt's Rosen-, Veil­chen-, Nelken-, Hyazinthen-, Resedcndüste und eine Unmenge von Zusammensetzungen, sodaß beinahe jeder Theaterbesucher sein ganz spe­zielles Parfüm hat. Und diese verschiedenen Gerüche vereinigen sich nun zu einem Meer von Dust, dessen Einwirkungen man wahrend einiger Stunden ausgesetzt ist. Da mischen sich die extravagantesten Odeurs mit den ein­fachsten Blumendüsten aller Art, das kostbare Parfüm der eleganten Modedamen mit dem einfachen Kölnischen Wasser eines bescheidenen Backsischchens, und eine Woge von Dust zieht bis in die fernsten Eckchen des großen Rau­mes. Man muß diese Düste einatmen, ob man will oder nicht; man kann sich nicht davor ret­ten. Es ist aber durchaus nicht angenehm, sich davon umschmeicheln zu lassen, man kann sogar die greulichsten Kopfschmerzen dabei kriegen. Merkwürdigerweise sind es auch nicht allein die Damen, die eS lieben, sich für das Theater einzuparfümieren, die Herren hul­digen ebenso gern mehr oder weniger dieser Sitte. Man wird mir nun entgegenhalten, daß jeder einsichtige Mensch möglichst mäßig im Gebrauch des Parfüms ist. DaS gestehe ich gerne zu, aber durch die große Anzahl dn parfümierten Personen wird's des Guten doch zuviel. Eine einzelne parfümierte Person läßt sich ertragen, aber parfümierte Massen sind ein bischen viel für die Geruchsnerven des normalen Menschen. Das follte sich jeder Theaterbesucher sagen und nach Möglichkeit kein Parfüm anwenden. T. R.

schließen. Das Bestreben, bei der Erbauung von Volksschulhäusern guten Geschmack zu entwickeln, zeigt sich auch in dem vorliegen­den Falle. Ganz reizend schließt sich das Schuldiener-Haus, durch einen großen Torbo­gen mit dem riesigen Gebäude-Komplex ver­bunden, an. Von einer Seite wurde in der Stadtverordneten-Sitzung bekanntlich auf die etwas luxuriöse Ausstattung des Schuldicner-

das man nicht durch übermäßig hohes Beide, geld für den besser gestellten Teil der Bevölke­rung reserviert. *

An die Adresse der „v. 6. 6t I"

Das Wort, daß die Welt „im Zeichen de- Verkehrs" steht, hat offenbar für unsere Re­sidenzstadt keine Gültigkeit, und wer da­für den Beweis haben will, unterziehe sich em-! mal der Tortur, morgens um die Zeit, wenn der Strom der Bureauangestellten und Kauf­leute nach den Arbeitsstätten strömt, mit der „Großen Casseler Straßenbahn" zum Ziel zu gelangen. Auf der Linie Frank- furterstraße-Rothenditmold (Sieben) verkehren morgens von halb acht an ein oder zwei Wa­gen mit Anhängern; die meisten Wagen fah­ren indessen gerade in b er Zeit, in ber sich die Fahrgäste förmlich drängen, ohne An­hänger, und so kommt es, daß von der Lan- daustraße ab bereits sämtliche zum Königs- vlatz fahrende Wagen derart üb er füllt sind, daß 1 die an der Tischbein- oder Fried- rirbstraße wartenden Fahrgäste unmöglich noch Platz finden können. Die Menschenfreundlich­keit der Schaffner ermöglicht es allerdings manchmal dennoch, jedenfalls aber kann das nur aus Kosten der Hygiene und der Bequem­lichkeit geschehen, denn Wageninneres und beide Perrons sind dann derart überfüllt, daß der berühmte „Apfel" sicher nicht „zur Erde fallen" würde. Warum die Straßenbahn mit Anhängern gerade in der betriebsregsten Zeit, morgens kurz vor acht Uhr, so (sagen wir mal) „sparsam" ist, scheint mir nicht recht klar, denn sie hat doch schließlich wohl selbst ein Interesse daran, möglichst viele Fahr­gäste zu befördern. Die Ueberfüllung der ohne­hin schon engen Wagen aber ist betriebswid­rig und gesundheitsschädlich, und wenn die Straßenbahn-Verwaltung sich darum nicht sorgt, muß sich eben die Polizei darum kümmern. H. N.

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