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CMer Neueste Nachrichten

Caffeler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 299

Fernsprecher 951 und 952.

Freitag, 24. November 1911

1» Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952.

»er väterlichen Rüge keine weitem Folgen für

ihn habe« werde.

F. H.

rend der Rede Bebels das Haus. Um dem Reichskanzler Genugtuung zu geben, lud ihn der Kaiser zur Abendtafel. Vorher fand eine

den und beschwerte sich über das Verhal­ten des Kronprinzen. Noch ehe aber der Kai-

des- ver- die

nur und

Neue englische Snthüllungeu.

Ein Privat-Telegramm meldet uns

erschevr« wöchentlich sechsmal und M-r abends. Der MmimnUjtfH beträgt monatlich so Pfg. bei freier Zustellung taä Sans. Bestellim-en ®rf>rb 601 ®ote errtgegengenommeir. Druckerei, «erlag

Z30- EprechMmbeu der RibaMon vou 1-3 Uhr nach^ S? Sprechstunden für unser, «bormenten Mittwochs und Eounabe-rdS von Uhr abends. Berkiuer Bertretmig: SW, Frtedrtchftratze 16, Telephon: Amt IV 676.

feit erfolgreich wären, würde Deutschland nur einen fürchterlichenWeißen Elefanten" an der Hand haben. (Es ist in der letzten Zeit so viel Seltsames über die Ursachen und Wirkungen derdeutsch-englischen Gefahr des letzten Som­mers" erzählt worden, daß Sir Alfred Turners eigenartige Mitteilungen kaum noch überra­schen können. Sehr wahrscheinlich klingen sie indessen nicht, und wir registrieren sie auch nur der Vollständigkeit halber.)

ser eine Verfügung getroffen hatte, verließ der Kronprinz aus eigner Initiative wäh-

starkes Polizeiaufgebot verhindert. Statt sen aber gelang ein mit geringer Gefahr bundener Feldzug großen Stils gegen Fensterscheiben. Es wurden nicht

Vor dem Londoner Polizeigericht er­schienen gestern über zweihundert An­hängerinnen des Frauenstimmrechts

aus London: Der frühere Inspektor der Hilfstruppen, Generalmajor Str Alfred Turner, erklärte einem Vertreter desEve-

von dem Vorgehen in der Kronprinzenloge überhaupt nichts gesehen. Nach der Rede

der beiden Parteiführer Hertling und Heyde- brand wurde er von seiner Umgebung auf die kronprinzliche Demonstration aufmerksam ge­macht. Der Reichskanzler ließ sich hierauf t e - lephonifch mit dem Kaiser verbin-

ntng, im nächsten Jahre daS allgemeine Stimmrecht für Männer einzuführen, wodurch die Aussichten auf Erteilung des Wahlrechts an eine geringe Zahl wohlhaben­der Frauen vermindert werden. Die Suffra­getten veranstalteten deshalb riesenhafte De­monstrationen, die schließlich in regelrechte Ausschreitungen ausarteten. Der Versuch der Frauenrechtlerinnen, in das gerade tagende Unterhaus einzudringen, wurde durch ein

London, 23. November. (Privat-Telegramm.)

Entsetzlich tönte das Nebelhorn durch die Stra­ßen der Stadt und die Bürger stürzten aus den Häusern. Im Schlosse war auch bald alles munter und jeder suchte sich so schnell wie mög­lich zu retten. Rach einer Schilderung brannte das Zimmer unter dem Schlafgemach des ru­henden Königs bereits und der heraufdrin- gende Nauck hatte JSröme schon betäubt. Ta stürzte sein Page in das Gemach, hüllte den Betäubten in eine Decke und trug ihn hin«

Interessant ist auch, was jetzt über dieKron­prinz en-D emo nstration" im Reichs­tag erzählt wird. Es wird uns darüber be­richtet:

sen noch immer kein Wahlrecht haben. Einem Warenhaus in Piccadilly wurde eine An­zahl großer Schaufenster, jedes im Werte von vierhundert Mark, zerschmettert. In vielen Fällen konnten die Urheberinnen der Zerstö­rung auf frischer Tat verhaftet werden. Im ganzen wurden vor dem Unterhause und auf den Straßen zweihundertdteiund- zwanzig Verhaftungen vorgenom­men; auch die Leiterin dieser Kampagne, Frau Pethick Lawrence, wurde festgenommen. Die Damen ließen sich, da es ihnen hauptsäch­lich auf denRuhm" des Verhaftetwerdens ankam, meist ruhig zur Polizeistation führen, wo die große Mehrzahl von ihnen von den bereits wartenden reichen Anhängern, die die Bewegungfinanzieren", sofort durch Stellung von Bürgschaft ausgelöst wurden.

Kassel vor hundert Fahren.

Der Brand des Casseler Schlosses im Jahre achtzehnhundertelf.

Im PalalS-Restaurant fand am DienStag «Lind eine Mtglteder-Verfammlung des Niederdeutschen Tourtften-Beretns statt, tn der Oberlehrer Grebe einen interessanten Vortrag über den Easseler Schloßbrand tm Jahre achtzehnhundertelf hielt. Der Vortragende gab einleitend eine ausführliche Schilderung der Entstehung des Caffeler Fürstenschlosses und ging dann auf die napoleonische Zeit über, die den unmittelbaren Anlaß zur Vernichtung des stolzen Baues am Ufer der Fulda gab.

JnferttonSpreife: Die fechSgefpaüene Zeile für etnheimifche Geschäft« 15 Pfg., für aus- wärttge Inserate 25 Pf, Reklame,eile für einheimische Geschäfte 60 Pf, für auswärtige Geschäfte 60 Pf. Beilagen für die Gesamtauflage werden urit 5 Mark pro Tausend be­regnet. Wegen Ihrer dichten Verbreitung tn der Residenz und der Umgebung sind die «afleler Neuesten Nachrichten ein vorzügliches JnsertionSorgan. Seschästsstelle: Kölnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV 676.

Kaiser, Kanzler unÄ Kronprinz.

Kronprinzcn-Depeschen und parlamentarische Kronprinzen Demonstration.

Londoner Franen'Revolution.

Ausschreitungen der Frauenrechtlerinnen.

in einer Reihe von Ministerien, Klubs Zeitungsredaktionen die Fenster eingeworfen,

Irr MH der Harmlose».

Das Urteil int Dortmunder Bank-Prozeß.

£err Julius Ohm und seine Leute (die kn der nun beendeten langwierigen Gerichts­verhandlung sich gegenseitig mit schöner Ein­mütigkeit als Opfer Ohm'schen Raffinements beweinten) dürfen mit dem Schicksal, das für sie und die Welt Gerechtigkeit bedeutet, zufrie- den sein: Sämtliche Angeklagte sind zu Strafen verurteilt worden, die in Anbetracht des Rie­senumfangs der Affäre, angesichts der langen Dauer der Untersuchungshaft und des gewal- tigen Justizapparats, der für die strafrechtliche Liquidation der Dortmunder Sensation auf- geboten war, fast scherzhaft winzig anmuten. Ohm, der größte unter den Sündern, büßt die jahrelang fortgesetzten, gewagtesten Manipula­tionen seines Bankbetriebs mit acht Mon- fe Gefängnishaft und zweitausendeinhun­dert Silberlingen Geldstrafe, während seine Anklagebank-Genossen die Uebeltat bereits durch die erlittne Untersuchungshaft hinrei­chend gesühnt haben. Glimpflicher konnte der Ausgang, ohne das Dreimänner-Kollegium direkt als Klub der Harmlosen und Märtyrer zu verklären, gar nicht sein, namentlich nicht, wenn man dwl Spruch der Richter vom Vorabend des Bußtags die schwere Anklage des Verteidi­gers des Mitangeklagten Benner, des angese­henen Essener Justizrats Wallach, vom siebzehnten Novembertag gegenüberfiellt, in

der im Labyrinth der zahllosen Anklage- falle doch zweifellos orientierte alte Jurist vor Gerichtshof und Zuhörerraum erklärte, Ohm habe gewußt, daß seine Bank schon seit Jahren bankrott war, und er habe lediglich versaht, sich durch die g e w a g - testen Bluff-Manöver über Wasser zu -alten.

Die Richter von (Men sind zu f^r?ent- uis gekommen, daß die drei Angeklagten sich nur in zwei Fällen des Vergehens gegen das Depotgefetz, der Untreue und Urlundenfäl- schung bezw. der Beihilfe hierzu schuldig ge­macht haben, während in den zahllosen übri­gen Anklagefällen strafbare Handlungen nicht als festgestellt zu erachten seien. Die Essener Riesen-Sensation, der unter so eigenartigen Begleitumständen erfolgte Zusammenbruch des Ohmschen Kartenhauses und die wirtschaftliche Vernichtung zahlloser Existenzen: Das al­le s ist nun auf die graue Alltäglichkeit eines Dutzen^- Ereignisses zusammenge­schrumpft, und man könnte beinahe versucht fein, Herrn Julius Ohm zu dem vortrefflichen Ausgang feines Kampfs mit der Gerechtigkeit zu beglückwünschen. Nicht wegen der Skru­pellosigkeit seiner Gründerpraxis, nicht wegen des leichtfertigen Spiels mit Existenzen und Millionen, und nicht wegen der sträflichen Läs­sigkeit in der Sicherung fremder Rechte muß der einstige Beherrscher vieler Millionen aus

(wozu man 'leine Trupps gut gekleideter Da­men entsandte, die in den Taschen Steine und Hämmer verbargen), sondern auch in einer großen Zahl von Privathäusern im Westend, namentlich in der Gegend des Strand und der Parliament Street. Viele Kaufläden mußten es entgelten. daß die Damen der oberen Klas-

und zwar zur Agitation für die kom- imenben Reichstagswahlen. Er wisse, daß die Regierungen von England und Deutsch- '.-ud fest entschlossen waren, keinen Krieg z u z Ul affen. Ein hervorragender deutscher Flottenoffizier habe ihm neulich erzählt, daß Kaiser Wilhelm im Gespräch mit ihm erklärt habe, ein Angriff auf England würde mit der denkbar größten Gefahr veffnüpst fein. Der Erfolg würde auch sehr zweifelhaft scheinen, und selbst wenn die deutschen Waf-

ning Standard", die gefährliche Lage zwischen England und Deutschland sei durch die konservative oder die Zentrums­partei in Deutschland verursacht worden,

Die schweren Ausschreitungen am Diens- des Schlosses werden: Eine bitterkalte Nackt tag abend waren die Antwort der Frauen- war wieder einmal herangebrochen, es war die rechtlerinnen auf die Ankündigung der Regie- 5um v erundzwanzigsten November - - - - - 1 achtzehnhundertelf, einem Sonntag. Die Stadt

Cassel lag in tiefem Schlafe und auch im Schloß ruhte alles. Dort drinnen herrschte behagliche Wärme, denn man hatte die Kupferröhren der neuen Heizanlage bis zur Rotglut erhitzt, im Leichtsinn nicht bedenkend, zu welchem Unheil das führen konnte. In einem der Zimmer des Schlosses nun fing ein Vorhang, der mit dem glühenden Kupserrohr in Berührung gekommen war, Feuer und mit furchtbarer Eile breitete sich das rasende Element im Schlosse aus. Der Adjutant, der kurz vor dem Ausbruch des Brandes seinen Rundgang gemacht, hatie noch nichts bemerkt. Kurz nach ein Uhr erst entdeckte einer der wachthabenden Soldaten das Feuer und nun wurde alles alarmiert.

Angesichts der Vorgänge am Dienstag abend, die am kommenden Sonntag sich wie­derholen sollen, hat die Londoner Polizei An­weisung erhalten, gegen die Suffragetten m i t größter Energie vorzugehen. Es soll verhindert werden, daß Demonstrationen in dem Umfang wie am letzten Dienstag über­haupt innerhalb der Stadt zustandekommen. Falls dies dennoch geschieht, soll die Polizei mit allen zu Gebote stehenden Mitteln die An­sammlungen zu zerstreuen suchen, da (wie es in der Verfügung heißt)die Stimmrechtsbe- wegung der Frauen zu einem gemeinge­fährlichen Unfug ausgeartet sei".

aus Veranlagung und Neigung, verwegen in der Ausführung eben erst erdachter Pläne, un- bedenklich in der Wahl und Anwendung der Mittel, die vom Zweck geheiligt werden, und von jener faszinierenden Glückhaftigkeit, die selbst die Bedächtigkeit und ruhige Besonnen­heit Andrer mit fortreißt in den goldig-schil- lcrnden Strudel phantastisch ausgesponnener Millionen-Hoffnungen. Das war der Mann, der mit seinen Aufsichtsräten scherzte wie mit fröhlichen Freunden hinter funkelnden Bechern, der die kühlsten Köpfe zur Glut mammon-süch­tiger Leidenschaft entfachte und mit dem Schick­sal kaltlächelnd Würfelbecher spielte.

wagtche« ^Trans"aktiEn^^dw ^bedenllickften dlussprache zwischen dem Kaiser und seinem ÄÄSS «»lauf des Abends fand der

und so sicher dem prüfenden Auge auf. ^°"^^lc«enheit, mit dem ReichSanzler sichträtlicher Kontrolle zu entziehen? öier «««en ä sprechen. Wie ver- Herr Ohm ist der Erfinder jener gemütlichen .fotI $err yon Bethmann Hollweg vom Aufsichtsrat-Rendezvous, die bei perlendem Kronprinzen die Erllärungen empfangen haben, Sekt und duftschweren Havannas mehr den durchaus befriedigten. Trotz- Charakter stimmungsvoller Klubabende als das b^ verbot der Kaiser seinem Sohn, wieder Gepräge ernsten Rats trugen, und bei denen in ben Reichstag zu gehen. Der Kaiser sah in es so idyllisch zuging, daß die Stirnen auch Ibem Verhalten seines ältesten Sohnes nur ei- nicht vom leisesten Hauch grauer Sorge berührt ncn Ausbruch jugendlichen Ueberei- wurden. Bis dann schließlich die Katastrophe N ' r s und dieser milden Beurteilung verdanke hereinbrach und auch für den Klub der Auf- cS bet Kronprinz, daß fein Verhalten außer ei- sichtsrat-Harmlofen der Morgen des Verhäng- nisses düster heraufdämmerte! Wir erleben das gleiche Spiel fast alle Tage: Eben wieder bei der verkrachten Göttinger Bank, in deren außerordentlicher General-Versammlung am letzten Dienstag aus Vorstand und Aufsichts­rat ein Hagelschauer schwerster Anklagen nie« berprasselte, weil der Aufsichtsrat sich nicht in angemessner Form um die Geschäfte der Bank gekümmert, den Vorstand frei und ungehindert habe schalten lassen und nicht einmal Ahnung davon hatte, daß auf einmal Posten von zwei-, drei- und fünfhunderttausend Mark ver­loren wurden. Ein Mitglied des Aufsichtsrats wußte auf diese Vorwürfe nichts andres tu er- j to"bern, als daßder Aufsichtsrat stets vor vollendete Tatsachen gestellt wor­den sei". Der Göttinger Fall ist nicht etwa eine unrühmliche.Ausnahme: Er ist die Re­gel, und wenn man sich die Göttinger Misere auf Dortmund angewandt denkt, gewinnt man in schwachen Konturen ein annähernd zu­treffendes Bild vom Umfang, von den Ur­

schen und Begleitumständen der Ka­tastrophe, die Herr Julius Ohm mit acht Mo­naten Gefängnishaft billig genug büßt!

Napoleon hatte bekanntlich den hessi­schen Kurfürsten aus seinem Lande ver- | trieben und aus Hessen-Cassel, sowie aus Tei­len von Hannover, Westfalen, Preußen, Braun­schweig und anderen Gebieten das König­reich Westfalen gebildet, dessen Herrscher sein jüngster Stuber JsrSme wurde und zu dessen Hauptstadt er Cassel bestimmte. Am siebenten Dezember des Jahres 1807 kam Js- röme mit seiner Gemahlin Katharina von Württemberg in Wilhelmshöhe an; am zehnten Dezember hielten die Majestäten von Napo­leons Gnaden ihren Einzug in Cassel und nah­men Wohnung im Casseler Fürstenschloß. Die vorhergegangene unruhige Zeit war auch an diesem Bau nicht spurlos vorüber gegangen. Die Königin Katharina klagt in einem Briefe an ihren Vater darüber, daß das Schloßso ärmlich" ausgestattet sei. Sicherlich war während des Krieges ein Teil der kostbaren Möbel gestohlen und verkauft worden, und was noch schlimmer war, die unersetzlichen wertvollen Gemälde, die kunstliebende hessische Fürsten mit großem Fleiß gesammelt, waren zumeist verschwunden; dieser Schatz ist niemals wieder in seiner alten Pracht zusammengekom-

Bor tmb hinter den Kulissen.

(Eigene Drahkmeldung.)

Berlin, 23. November.

Neber die ostentative Stellungnahme des Kronprinzen im Reichstag gehen dem Kleinen Journal" von angeblich eingeweihter Seite weitere Mitteilungen zu, die geeignet tnb, neues Licht auf den bekannten Vorfall zu werfen. Der Gewährsmann des genannten Blattes schreibt: Der Reichskanzler batte

dem Schatz gläubiger Vertrauensseligkeit acht Monde düstrer Kerkereinsamkeit durchbangen, sondern wegen ein paar Inkorrektheiten und Unterlassungssünden, die mehr oder weniger sträflich fast j e d e n Betrieb vom Genre Ohm belasten; wegen einiger Maul- wurfhügelchen im Alpengelände Ohm'- scher Gründer-Genialität und wegen eines un­beträchtlichen Regie-Defekts im großen Trauerspiel dieses verhängnisvollen Massen- und Millionen-Krachs!

Das Tragisch-Charakteristische des Essener Bank-Zusammenbruchs ist durch den langwie­rigen Strafprozeß mit feinem ertötenden For­men-Einerlei beinah verwischt worden, und es läßt sich deshalb nicht umgehen, bei einer kri­tischen Würdigung des Ereignisses der (durch die eigenartige Gestaltung unsrer Strafgesetze bedingten) Milde des straftichterlichen Spruchs das düstre Schuldkonto Ohms als Zerstörer vieler Existenzen und als Vernichter von Glück und Vertrauen in der Riesenschar klagender Leidtragender gegenüberzuhalten. Daß die hier begangne Sünde durch den Essener Rich­terspruch nicht annähernd gesühnt worden (oder vielmehr: Nicht gesühnt werden konnte), ist umso bedauerlicher, als die wochenlange Beweisaufnahme im nun beende­ten Prozeß deutlich offenbart hat, daß Julius Ohm, der kleine, schwächliche Mann mit den gigantischen Millionenplänen, in seinem Reich fast tote ein Selbstherrscher geschaltet und fei­ner zähen Energie und rastlosen Initiative auch diejenigen Instanzen dienstbar gemacht hat, die bei sorglicherer Erfüllung ihrer Pflichten der krankhaft-fchöpferischen Phantasie Shms natürliche Und naturnottoendige Hem- n u n g hätten fein müssen. Julius Ohm ist ttoie viele andre vor ihm, die wegen gleicher Sünde auf der Anklagebank um ihr Schicksal rangen! der aeborne Gründer: Ovtimist

. Zu der in den letzten Tagen in der Presse lebhaft erörterten Danziger Telegramm- Affäre des Kronprinzen (über die wir am Dienstag eingehend berichtet haben) werden neuerdings von unterrichteter Seite folgende, , »--........ v----,----------,

Einzelheiten berichtet: Nicht ein pflichtvergesse- unter der Anklage, während der vorgestrigen ner Beamter hat die Nachricht weitergegeben Kundgebung die Polizeirnannschaften in der daß der Kronprinz Telegramme abgesandt bat' Ausübung ihrer Dienstobliegenheiten behindert die sich gegen di« Person des R e i ch s- und absichtlich Beschädigungen verübt zu ha- kauzlers richteten. Die Sache liegt viel tte- ben. Zwei Gefangene wurden bet gerichtlichen . ------- ...............------

fer, wichtiger unb interessanter- Jm Drutschen I Aburteilung überwiesen, die übrigen wurden men. JörSme richtete sich mit feinem Hofstaat Reich besteht nämlich eine Vorschrift uack der 8 Geldstrafen von zehn bis vierzig Schilling im Casseler Schloß nun wohnlich ein, glänzende alle Telegramme, die Pläne oder Anickläae ac-,nb Schadenersatz für zerbrochene Fensterschei- Feste, rauschende Vergnügen wurden dort ge­gen die Staatssicherheit ober auch nur Dunkel- bcr Zahlunqswetgerung. zu feiert, unb es schien bem Napoleoniden sehr

heiten enthaltem dft nach fener Rickwna^us- Gefängnisstrafen verurteilt. Tie vorgestrigen gut im deutschen Land zu gefallen. Dann kam gelegt werben können vor ihrer Einbändiauna Ausschreitungen, die die Frauenrechtlerinnen der Winter des Jahres achtzehnhundertelf, der an den Adressaten der Reicksk an is?lv7r° ba§ Polizeigericht führten, sind allerdings eine außerordentliche Kälte mit sich brachte Die

«legen sind und -wir von Am s Wesen So Tollste das seit Jahren an Exzessen der vorhandenen H-izvorrichtungen genügten nickt

haben Kaiser Silbe Im imh englischen Suffragetten zu verzeichnen gewesen mehr, und so kam man auf die Idee, Kupfer-

kanzler Von Setbmann ift 68 wird darüber berichtet: röhren durch die Zimmer u leiten unb diese

Jon ben ^t berÄK&S^Ö London, 23. November. Röhren zu erhitzen. Das sollte

nis erhalten, b e v o r der Kronprinz nach Ber-! (Privat-Telegramm.) | die Ursache der Vernichtung lin kam und fick in der Hofloge des Reichstags bemerkbar machte. In die Oeffentlichkeit kam die Telegramm-Affäre durch die Herren von Hehdebrand und von Oldenburg- Januschau, die von den Plänen gegen den Reichskanzler gewußt baßen. Ob die hier mit« geteilten Einzelheiten den wirklichen Tat­sachen eutsvrecken, läßt sich nicht nachprüfen;

charakteristisch ist jedenfalls, daß die Namen der Herren von Hehdebrand und von Ol- denburg-Januschau immer wieder in Verbindung mit der Affäre genannt werden.