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Weler Neueste Nachrichten

Was verschafft mir die Ehre Ihres Bc^

Zar Erdbeben in öüdüeutschland

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erwartet, eine angsterfüllte, schuldbeladene Frau zu finden und jetzt trat ihm eine Dame der großen Welt in ihrer ganzen Würde, ihrem Stolze und ihrer Unnahbarkeit entgegen. Er war es nicht gewohnt, mit solchen "Damen zu verkehren und entgegnete mit verlegener Höf­lichkeit:

Der Polizeikommissar war überrascht von ihrer stolzen, schönen Erscheinung. Er hatte

Die Gräsin trat dem Polizeikommissar mit der Würde und dem Stolz der Dame der gro- ;en Welt entgegen. In ihrem früheren Leben, ms nicht ohne Abenteuer verflossen war, hatte ie gelernt, ihre Gefühle zu verbergen und clbft in heiklen Situationen ihre Haltung zu bewahren.

Hauptausdehnungs-Gebiet = des Erdbebens .. __ . " \ Die vom Erdbeben betroffenen Städte sind unterstrichen'^. ;

Den geehrten Kunden hierdurch die ergebene Mitteilung, daß das von meinem verstorbenen Sohne, dem

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Augsburg

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erklären würde. Der Stromlauf des Rheines ist stets mannigfachen Veränderungen unter­worfen, und wer die Rheingegend kennt, weiß, daß es dort ganze L a n d st r i ch e gibt, die srüher -das Rheinbctt bildeten, die aber jetzt völlig trocken liegen. Diese Gesteinsschie­bungen am Rhein, veranlaßt durch Veränderun­gen des'Stromlauses und znm Teil vielleicht auch durch die Hitze des letzten Sommers, ver­ursachen natürlich ein Nach rutsch en der benachbarten Bodenschichten. Da­durch erklärt sich die Ausbreitung des Erd­bebens über ganz Deutschland bis zur Elbe hin. Wie schon betont, beruht diese Erklärung der Ursache nur auf Vermutungen. 'Eine

definitive wiffenschastliche Erklärung

kann erst abgegeben werden, wenn die Wahr­nehmungen aller Städte vorliegen; besonders kann erst dann der geographisch genau bestimmte Herd des Bebens angegeben werden. Für die mitgeteilte Annahme spricht aber auch der Um­stand, daß die Richtung der Erdstöße überein­stimmend als von W c st n a ch Ost gehend angegeben wird. Daß aus einzelnen Orten gleichzeitig Blitzerscheinungen berichter werden, kann nur ein zufälliges Zusammentreffen sein, denn in einem ursächlichen Zusammenhang ste­hen derartige Erscheinungen nur mit Erdbeben vulkanischer Art, nie aber mit solchen tek­tonischen Charakters, wie es das vorgestrige Erdbeben nach den übereinstimmenden wissen- schaftlichen Untersuchungen sicher gewesen fit.

Nr. 296.

Erster Jahrgang

-^Belfort-*-

Im großen Schrebergartee an d. Struthbach-Holländisch Straße, hinter der neuen Schule' sind noch einige Gärten zn vergeben. Zu erfragen W. Claus, Holländische Straße 57.

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trinkende bitte ich, die von verschiedenen Molkereien angepriesene '

Yoghurt-Milch auf Geschmack, Bekömmlichkeit und Nahrhaftigkeit prüfen und dann einen

Versuch mit der in meiner Anstalt nach dem Dr. Thomasschen Verfahren her­gestellten machen zu wollen. '

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liegenden Tür des hinteren Gartens'entwischte

und in den Weinbergen verschwand, welche fast suches?" fragte sie stolz, bis zu den Besestigungswerken des Mont St.

Quentin emporstiegen.

ESSEN

HASS'L

Das Erdbeben am Spätabend des sech­zehnten November (über das wir gestern ein­gehend berichtet habens hat ganz Süd- und Mitteldeutschland, die Schweiz und teilweise auch Italien und Frankreich betroffen. Nach den wissenschaftlichen Registrierungen zu urtei­len, dürste der eigentliche Herd des Bebens in der nördlichen Nachbarschaft des Bodensees zu suchen sein. Im Laufe des ge­strigen Morgens sind von verschiedenen Erd­bebenwarten noch einige schwache Nachstöße ausgezeichnet worden; im allgemeinen scheint aber die Erdbewegung mit den vorgestrigen Er­schütterungen ihr Ende erreicht zu haben. In­teressant ist, was uns von wissenschaftlicher Seite über

die Ursache de« Erdbeben«

mirgcteilt wird: Bei dem Erdbeben in der vor­vergangnen Nacht handelt es sich um ein Be­ben tektonischen, nicht vulkanischen Cha­rakters, das heißt: Die Vodenschwankungen sind nicht auf den Einfluß irgend eines Vulkans zu­rückzuführen, wie die letzten großen Erdbeben auf Martinique und Sizilien, die vielen Tau­enden von Menschen das Leben kosteten, son­dern auf natürliche Schiebungen und Ver- 'chiebungen der Schichten der Erd­oberfläche. Diese Bodenschiebungen bei dem zestern Währgenommenen Erdbeben sind wahr- chcinlich auf Veränderungen in den Gesteins­chichten des Rheintales zurückzuführen, was auch das besonders starke Auftreten des Bebens im Süden und Westen Deutschlands

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Sie Tochter des Spions.

Roman, von O. von Brunneck.

23) (Nachdruck verboten 1

Es dauerte eine Weile, ehe sich die Gräfin von dem Schrecken, den ihr die Nachricht von der Verwundung Germaines verursachte, erholt und die Vorbereitungen zu der Fahrt nach dem Forsthaus getroffen hatte. Die Gräfin war eine an allen Luxus und an alle Bequem­lichkeiten der vornehmen Welt gewöhnte Dame: gutmütig und hilfsbereit, wenn cs sich um irgendeinen Unglückssall handelte, war sie je­doch zu wenig tief veranlagt, um auf die Dauer wirkliche werktätige Hilfe leisten zu kön­nen; sie gab im ersten Augenblick mit vollen Händen, sie war Feuer und Flamme zu hel­fen, um dann rasch zu ermüden und ihre gute Absicht in den Vergnügungen der großen Welt zu vergessen, die sic über alles liebte. Sie war ein liebenswürdiges Kind geblieben, das den ernsten Aufgaben des Lebens hilflos gegen­übersteht.

Auch jetzt wußte sie nicht, was sie alles mitnehmen sollte, um Germaine Hilfe und Be­quemlichkeiten aller Art zu bringen. Sie stand umgeben von einer Menge Dinge Decken, Kleider, Süßigkeiten, Bücher usw., die sie hcr- beizuschaffen befohlen hatte, und war noch im­mer nicht entschlossen, was von all diesen Sachen sie mitnehmen sollte, als Louis, der französische Kammerdiener des Grafen, rasch eintrat.

Verzeihen Frau Gräfin, wenn ich störe/ sagte er. mit einer ihm sonst fremden Erregt­heit,aber draußen am Tor steht ein Polizei­kommissar mit mehreren Beamten und verlangt Einlaß."

Was will denn der Mann?" fragte die Gräfin erstaunt, die von den heimlichen Plä­nen ihres Gatten keine Ahnung hatte.

Louis,-ein klug und schlau blickender Süd­franzose, zuckte die Schultern. Er war der Vertraute seines Herrn und konnte sich schon denken, aus welchem Grunde die Polizei kam. Aber er hatte strengen Befehl, der Gräfin nichts von den Plänen seines Herrn mitzu­teilen.

Es ist keine Zeit, Frau Gräfin, ba8' aus­einanderzusetzen/ entgegnete er rasch.Den­ken Frau Gräfin aber an die Herren Sanders und Flemming . . .*

Die Gräsin erschrak. Ihr Gatte hatte ihr, um ihre Leidenschaft für das Spiel zu dämp­fen, die Angelegenheit jener Herren in den schwärzesten Farben gezeigt.

Glauben Sie, daß dem Grafen Unan­nehmlichkeiten daraus erwachsen können?"

Allerdings, Frau Gräfin," erwiderte der Diener.Und ich rate dringend, den Aufent­halt des Herrn Grafen nicht zu verraten."

Werde ich mit jenen Leuten sprechen müssen?"

Ja das wird nicht zu umgehen sein."

Was soll ich sagen?" fragte die Gräfin ängstlich und hilflos sich umblickend.

Sagen Frau Gräfin, daß der Herr Graf zur Jagd nach Schloß Malmaison gegangen sei das war ja auch die Absicht des Herrn Grafen. . ."

Ja, das geht."

Ich werde indessen sehen, daß ick> mich auch fortstehlen kann, um den Herrn Grafen vor der Gefahr zu warnen."

Sie glauben an eine Gefahr?"

Ja, Frau Gräfin. Der Herr Graf schwebt in großer Gefahr . . ."

Oh, mein Gott!"

Der Herr Graf darf nickt nach hier zurück- fehren. Hoffentlich kann ick ihn noch rechtzeitig warnen. Frau Gräfin dürfen ihn nicht ver­raten auch das Kammermädchen muß schweigen da kommt die Polizei durch den Garten," setzte er hinzu, einen Blick durch das Fenster werfend.Es ist Zeit, daß ick durch die Hintertür verschwinde die Weinberge werden mich verbergen seien Sie klug und vorsichtig, Frau Gräsin . . ."

Der Polizeikommissar mit zwei Kriminal­polizisten stieg die vordere Treppe hinauf, die zu der Hausflur führte, begleitet von dem alten Gärtner, als Louis aus einer kleinen, versteckt

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2. Beilage.

Gr Mag, 19. November 1911.

Bamberg ,

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Verzeihen Sie ich möchte den Herrn Grasen de Bretteville sprechen."

Der Graf ist nickt daheim."

Habe ich die Ehre, die Frau Gräfin zu sprechen?"

.Ja . . ."

^zch bitte um Verzeihung ich habe in meiner amtlichen Eigenschaft einige Fragen an die Frau Gräfin zu richten."

Bitte treten Sie ein."

Sie öffnete die Tür zn ihrem Salon und trat ein; in bescheidener Haltung folgte der Kommissar, nachdem er einem der Kriminal­polizisten einen Befehl zugeflüstert hatte.

Der Gräfin klopfte das Herz heftig, doch sie bewahrte ihre stolze, ruhige Haltung. Sie wußte, was sie sich und ihrer gesellschaftlichen Stellung schuldig war.

Ich erwarte Ihre Fragen, mein Herr."

Wenn der Herr Graf nicht daheim ist, so können mir Frau Gräfin wohl sagen, wo er sich besindet?"

Wahrscheinlich auf Schloß Malmai- son ..."

Wie? Jenseits der Grenze?"

Ich denke, daß Malmaison in Frankreich liegt. Der Graf ist heute früh dorthin zur Jagd gefahren."

Und wann wird der Herr Graf zurück­kehren?"

Das kann ich nicht sagen. Vielleicht heute vielleicht morgen ich weiß es nicht."

Ich sehe, daß Frau Gräfin Vorbereitun­gen zu einer Reise treffen," sagte der Kom­missar, auf einige Koffer deutend, die im Zim­mer standen und in welche die Gräfin Sachen für Germaine hatte einpacken wollen.

In der Tat wir wollen in den nächsten Tagen verreisen."

Wohin?"

Nach Paris," entgegnete die Gräfin in leichter Verwirrung.

Frau Gräfin sind wohl sehr bekannt in Paris?"

Allerdings . ,

Stehen auch mit den Kreisen der Regie­rung in Verbindung . , , zum Beispiel mit dem Kriegsminister?"

Ich kenne den Herrn Kriegsminister nicht."

Wirklich nicht?" Der Polizeikommissar- ckelte.Der Herr Graf scheinen sich aber sehr für militärische Angelegenheiten zu interessie- ren. . ."

Woraus schließen Sie das?"

Hm... es verkehrten einige deutsche Offi­ziere bei Ihnen."

Ja . . ."

Zum Beispiel Leutnant von Braukhoff."

Ja . . . freilich, er ist der Verlobte unsrer Tochter..."

Kann ich Ihr Fräulein Tochter sprechen!* Nein . . ."

Weshalb nicht?" '*

Sie ist nicht hier ..." -1'

Wo befindet sie sich?" fragte der Kommis­sar schnell.

Fast hätte fick die Gräfin überrumpeln las­sen und die Wahrheit gesagt. Slber im letz­ten Augenblick dachte sie noch daran, daß sie dadurch auch den Aufenthalt ihres Gatten/ veraten haben würde. (Fortsetzung folgt;)

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