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Casseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 286
Mittwoch, 8. November 1911
Fernsprecher 951 und 952.
!♦ Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
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des Kanzlers einfach unhaltbar geworden ist.
und dem Kleinkaufmann gegen mäßige Zinsen ein ausreichendes Betriebskapital bei langfristiger Zurückzahlung zur Verfügung sieht. Da der Hansabund über die wirtschaftlichen Kräfte verfügt, das finanzielle Genossenschaftswesen praktisch zu fördern, so werden berechtigte Hoffnungen auf sein Eingreifen in das wirtschaftliche Leben gesetzt. Die Erfolge werden aber erst darüber belehren können, ob der Hansabund auf dem richtigen Wege ist, dem schlichten Handwerker und dem Kleinkaufmann, die einen harten Kampf um ihre Existenz zu führen haben, durchschlagende Hilfe zu bringen. Ein erhöhtes Selbständigkeitsgefühl unsrer mittelständischen Kreise wird indessen in j e - dem Fall durch die großzügige Bewegung erzielt werden, und wenn's gelingt, diesem ideellen und moralischen Erfolg auch greifbare materielle Resultate anzugliedern, dann dürfte der Tag nicht mehr fern sein, der auch für die „Stiefkinder des Staats", den kleingewerblichen und Mittelstand, das Morgenrot einer besseren Zukunft aufstrahlen läßt. Um dies Ziel zu erreichen, bedarf es allerdings der tätigen Mitarbeit der interessierten mittelständischen Kreise, an der es bisher (lei»
Konstantinopel, 7. November. (P r 1 • vattelegramm.) Offiziell wird gemeldet, daß Derna zwar noch nicht völlig besetzt fei, doch werde dort heftig gekämpft unter großen Verlusten für die Italiener. Sämtliche Stämme der Umgebung haben jetzt den hei- ligen Krieg erklärt. Eine große Anzahl Geschütze wurde von den Türken erobert.
Stiefkinder der Staats?
Epilog zum Deutschen Mittelstands-Kongreß.
Wann wird der Retter kommen diesem Stande? So lautet die bange Frage, die nun schon Jahrzehnte aus allen gewerblichen und D e t a i l l t st e n k r e i se n in die Oeffent- lichkeit hinausgerufen wird, aber alle staatlichen und parteipolitischen Förderer der Mittelstands- bewegung haben sich bisher als falsche Propheten erwiesen, denn die Verhältnisse der Kleingewerbetreibenden und der Kleinkaufleut« haben sich nicht gebessert, sondern immer nur verschlechtert. Die sozialen Lasten und der Steuerdruck erfuhren eine stetige Steigerung, und die Erfüllung großer Versprechungen blieb aus. Werden aber unsre Staatsmänner an die herrschende Not des Gewerbe- und Mittelstandes erinnert, so tritt im Reichstag oder im Landes- Parlament ein Regierungsbeamter auf und weist aus den statistischen Aufstellungen der Sparkassen nach, daß sich „das Anlagekapital
kämpft wurde. Die italienische Flotte bombar. vierte unausgesetzt die türkischen Stellungen, die zurückverlegt wurden. Der Sturm wird unbedingt erneuert werden. Die Lage der Jta- liener ist verzweifelt.
Ne Ztatteuer zurückgeschlageu!
(Privat-Telegram m.)
Wichtige, gestern aus Tripolis in L o «d o Ni eingetroffene Depeschen besagen, daß nach einer Reihe von Angriffen seitens der vereinigten Streitkräfte der Türken und Araber nunmehr alleFortsvonTripolis von den Türken wiedererobert seien. Die Italiener seien vollständig in die Stadt zu. rückgetrieben worden. Der wichtigste Gewinn der Türken sei das Fort Bumiliana, wo die Wasserwerke von Tripolis liegen. Die italienischen Truppen müssen jetzt ihr Wasser von den Schiffen beziehen und int Falle eines Sturmes würde ihre Lage sehr ernst werden. Während der letzten drei Tage fanden unun- terbrochen Kämpfe statt. Die Oase Sidi den Mansur, in der die Niedermetzelung der Araber stattfand, fei jetzt von türkischen Trup« Pen besetzt.
Schwere Anklage« gegen die Römer.
(Privat-Telegram m.)
Die Londoner „Westminster Gazette" erhält über Malta eine Schilderung ihres bisher in Tripolis weilenden Korrespondenten Me Cul- lagh, welche die schärfsten Anklagen gegen die italienische Armee enthält. Herr Mc Cullagh, der auch für die „Newyok-World" tä- tig ist, hat, wie er nunmehr bestätigt, mit dem deutschen Kriegskorrespondenten von Gottberg zum Protest gegen die italienischen Barbareien dem General Caneva seine offiziellen Papiere zurückgegeben. Beide Herren sind dann am Samstag abgereist. Weiter sollen noch alle englischen Berichterstatter bis auf einen abreisen. Mc Eullagb versickert, die Italiener hat. ten vierhundert Frauen und Kinder und viertausend Männererschossen, von denen noch nicht hundert schuldig gewesen seien. Unter den vorsätzlich Erschossenen hätten sich Krüppel, Kranke, Blinde und Bettler befunden. Die Szenen bei defl Massenerschießungen seien schlimmer gewesen, als jeder russische Pogrom oder die armeni- chen Massakres. Erst nach den Schlächtereien der Italiener hätten die Araber angefangen, die Körper der Gefallenen zu verstümmeln; an- ängs hätten sie sich sehr gut benommen.
Aus Berlin wird uns geschrieben: Die Angriffe, die gegen den bisherigen Staatssekretär von Lindequist gerichtet wurden, sind so ungewöhnlicher Natur, daß eine Darstellung der tatsächlichen Verhältnisse am Platze sein dürfte. Zwar ist dem Staatssekretär nicht der Vorwurf gemacht worden, daß e r an den Indiskretionen schuld, sondern nur, daß er dafür verantwortlich sei. Ist aber dieser Vorwurf berechtigt? Wer mit den Verhältnissen im Reichskolonialamt vertraut ist, weiß, daß seit dem Amtsantritt Lindequists (ganz im Gegensatz zu der Amtszeit Dernburgs) sämtliche Angelegenheiten des Reichskolonialamts auf ausdrückliche Aufforderung des Staatssekretärs vor seinem Amtsantritte mit größter Zurückhaltung und Verschwiegenheit der Oeffentlichkeit und Presse gegenüber behandelt wurden. Nie war das Kolonialamt zugeknöpfter als unter ihm, und wenn nun tatsächlich vorzeitig einige Mitteilungen veröffentlicht wurden, so ist der Staatssekretär daran weder schuld noch dafür verantwortlich.
Kanzler-Krise in Sicht?
Mitglieder der Kaiserlichen Familie: Gegner des Bethmann-Kurses!
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Wir berichteten bereits gestern über die wachsende Mißstimmung gegen das Regime Bethmann-Hollweg in der nächsten Umgebung des Kaisers. Die frei- konservative Berliner „Post" bestätigt heute diese Meldungen und bemerkt dazu: „Wir können hinzufügen, daß selbst in der kaiserlichen Familie mehrere Mitglieder ganz entschiedene Gegner des Bethmann'schen Kurses sind . .
Zu der deutlich merkbaren Strlte innerhalb der Reichsregierung berichtet uns ein Telegramm unsres Berliner politischen Mitarbeiters folgende charakteristischen Einzelheiten: Die ungünstige Aufnahme, die das Marokko-Abkommen noch in letzter Stun- de vor der Unterzeichnung gefunden, hat die Regierung in eine derart verwirrte Lage gebracht, wie sie seit Bismarcks Abschied keinen analogen Fall aufweisen kann. Wie mir von diplomatischer Seite versichert wird, ist die Stimmung in leitenden Stellen eine über, aus pessimistische, ja niederge- drückte. Dies geht ja schon zur Genüge aus der Nervosität hervor, der man an matzgeben- der Stelle anheimfiel, als plötzlich der Abgang Lindeguist's und Danckelmann's im Kolonial- amt bekannt wurde. Man hat allerdings auf Grund der vorliegenden Presseäußerungen be- reits eingesehen, daß die ungewöhnliche Art, mit der man den Staatssekretär im Kolonial- amt und einen seiner verläßlichsten Mitarbeiter durch Inspirationen in ergebenen Blättern abschüttelte, überall in hohem Grade befremdete. daß man sich ferner auch mit diesem voreiligen Schritt ins eigne Fleisch ge. schnitten hat, schon deswegen, weil es im Schoß der Regierung noch einige höhere Beamten gibt, die int Interesse des Kabinetts zwar noch mitmachen, durch die Art aber, wie man langjährige bewährte Beamte „hinauszuekeln" bemüht ist, bestimmt werden könnten. die nächste Gelegenheit zu benutzen, um auf irgend eine plausible Art das sinkende Schiff zu verlassen. Wir stehen also vor weitern Entsagungen, die uns jedenfalls no» vor den Wahlen beschieden sein dürften. In diesen Tagen der Nervosität und des Aer- gers, die die Regierung schon dahin gebracht haben, tebe Wahrheit durch ein „Ich dementiere!" zu bekräfttgen. wird es auch ziemlich gleichgültig sein, ob jemand behauptet. B e t h- m ann habe schon jetzt seine Entlassuna erbeten und nicht erhalten, oder er habe erklärt er halte seine Entlastung in der Schwebe vielleicht auch, daß er seinen Rückttitt von dem Ausgang der Marokko-Interpellationen im Reichstag abhängiq mache: Jede dieser drei Fastungen enffvricht allerdings der Wahrheit. Es müssen sowieso die Tage des Reaimes Betbmann schon aus dem Grund ge- rähltsein., weil dieHomog enität des Kabinetts zerstört ist und weil die Situation
Die Türken vor Derna.
Neue schwere Verluste der Italiener.
Depeschen aus Konstantinopel berichten: Eine dem Großwesir nahestehende Persönlichkeit teilte mit, daß einer gestern eingetroffenen Depesche zufolge die Türken Derna besetzt haben. Sie nahmen neunzehn Geschütze und viel Munitton und Lebensmittel. Fünfhundert Italiener sollen tot sein. Die türkischen Verluste seien gering. Eine offizielle Bestätigung der Meldung steht allerdings noch aus. Weitere Depeschen melden:
Konstantinopel, 7. November.
(Eigene Drahtmeldung.)
Am letzten Sonntag begannen die Araber und Türken den Generalsturm gegen Tripo is. Der Kampf war äußerst blutig, die Verluste auf beiden Seiten sehr groß, da Mann aeaeu Manu. Bajonett gegen Lanze ge-
Berlin, 7. November. (Eigene Drahtmeldung.) In Verbindung mit den Gerüchte« über eine nahe bevorstehende Kanzlerkrise tauchen neuerdings in unterrichteten polittschen Kreisen auch Befürchtungen wegen eines möglichen Rückttitts des Staatssekretärs von Kiderlcn- W a e ch t e r auf. Es heißt, der Staatssekretär fühle sich durch die scharfe Kritik, die seine Tä- ttgkeit in den deutsch-französischen Verhandlungen In Presse und Oeffentlichkeit erfahren, gekränkt und sei rum Rücktritt entschlaf.
der kleinen Sparer in den letzten Jahren wieder um so und so viele Millionen erhöht habe"; womit also der Beweis erbracht sei. daß „in den mittler« und kleinen Kreisen des Volks kein Mangel, sondern UeberflußanGeld herrsche." Würde man aber eine genauere Prüfung eintreten lassen, so wäre wohl festzu- stellen, daß die Sparsummen weniger aus dem mittler« und kleinern Bürgerstand der Städte stammen, sondern daß das Land und der mit besser« Löhnen versorgte Fabrikarbeiter- und Technikerstand in erster Linie zu der Erhöhung des Bestands der Sparkasse« beitragen.
Durch die Steigerung aller Lebensmittel- Preise ist dem Landmann ein großer finanzieller Vorteil zugefloffe«, und der intelligente und fleißige Arbeiterstand hat durch gewerkschaftliche Zusammenschlüsse eine bessere Bezahlung seiner Leistungen erreicht. Bei der Zoll- und Steuergesetzgebung wurde immer nach dem Grundsatz verfahren: „Hat der Bauer Geld, so Haffs die ganze Welt", und die Vertreter des Mittel- und Gewerbestandes haben wacker mit- geholfen, die Zollschranken zu erhöhen; doch die in sichere Aussicht gestellten Vorteile für das mittlere und kleinere Bürgertum der Städte sind ausgeblieben, und die Hausfrauen müssen in die Seefischhallen wandern, um mit Hilfe der Behörden die notwendigste Kost für die Fa- milie zu beschaffen. Gewiß: Es gibt einzelne Schichten von Gewerbotteibende«, die noch immer zu Wohlstand gelangen und Geld auf die Sparkassen bringen können, aber diese neh- men an den Vorteilen der Landwirtschaft teil, denn sie haben sich mit enffprechenden Auffchlä- gen der Preissteigerung für alle Lebensmittel angefchlossen. Die große Masse des gewerblichen Mittelstandes dagegen steht unter einem wirschaftlichen Druck, der alle Bewegungsmög- lichkeit hindert.
Nicht Mißgunst und Neid sind die Triebfedern für die mit erneuter Kraft einsetzende Bewegung des Mittelstandes und der Kleingewerbetreibenden. sondern die berechtigte Forderung, daß in der Gesetzgebung auch endlich Derer gedacht wird, die immer bescheiden zuriickstanden, wenn es sich um das Wohl andrer Berufsstände handelte. Aber nicht vom Staat allein erwarten sie Hilfe, sondern durch kräftige Selbsthilfe falle« die Mittel zur Hebung des Betriebs und des Einkommen gewonnen werden. Der Hansabund hat die wirtschastspolttische Einigung von Handel. Industrie und Gewerbe in die Hand genommen, und erklärt es als seine Hauptaufgabe. den Mittelstand „ehrlich ohne Parteipolitik" zu fördern. In den Verhandlungen des Mittelstandskongresses (die foeben in Berlin ?um Abschluß gekommen sind) sagte der Präsident des Hansabunds. das deuffche Bürgertum solle die „Schlafkrankheit" überwinden, die es seit Jahrzehnten überfallen habe. Die allmähliche Erziehung zu dem Bewußtsein, daß nur gemeinsame Arbeit an demselben Tisch geeignet fei. einen Weg zu finden, bei dem alle Berufsstände gedeihen könnten, müsse im Vordergrund aller Bestrebungen stehen. Eine 6efiere Bewertung der gewerblichen Arbeit könne auch dadurch zum Ausdruck kommen, : daß ein gesetzliches Recht zur Präsentation in die Ersten Kammern der Parlamente für alle k Erwerbsstände geschaffen wird.
: Zu diesen allgemeinen Ansprüchen muß sich -
aber eine praktische Tätigkeit gesellen. Die Hebung des „kleingewerblich.en Kredits" i und die Beseitigung des .Borgunwesens" will der Hansabund erzielen, indem er ein solidarisches Vorgehen in die Wege leitet. Von dem \ Segen der Kreditgenossenschaften werde zu wenig Gebrauch gemacht, und deswegen sollen \ diese genossenschaftlichen Organisationen finan- । tiell so gestärkt werden, ba6 dem Handwerker 1
fen, wenn die morgen im Reichstag beginnenden Marokko - Interpellationen nicht einen für die Regierung befriedigenden Ausgang bringe« werde«.
Fmmer noch: MaroKana!
Marokko-Frieden und Algeriras-Akte.
Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Wie«: Der deuffche und der französische Botschafter überreichten gestern dem Ministerium des Auswärffgen das Marokko-Abkomme«. Da das Abkommen eine Modifikation der Algecirasakte bedeutet, wird zu untersuchen sein, ob es nicht den Interessen Oesterreich-Ungarns Widerspricht.
Paris, 7. November.
(Eigene Drahtmeldung.)
In der Deputtertenkammer waren gestern zahlreiche Abgeordnete erschienen. Die Unterhaltungen in den Wandelgängen drehten sich natürlich um das deutsch-französische Abkommen und um die Rede des Ministerpräsidenten Caillaux. Es zeigte sich dabei, daß man das Abkommen für Deutschland in feiner Gesamtheit als günstig beurteilt und daß es in der Kammer eine starke Mehrheit finden wird. Die Regierung wird der Kammer Vorschlägen, sofort die Budgetdebatten in Angriff zu nehmen und die Verhandlungen über das deutsch-französische Abkommen etwa vierzehn Tage zu verschieben, bis sie mit der Abstimmung über das Ratifikationsgesetz verbunden werden können. Es ist nach dem guten Eindruck, der allgemein vorherrscht, ziemlich sicher, daß dieser Vorschlag der Regierung auf keinerlei Widerstand stoßen wird.
Die NationaMberalen protestieren!
(Eigene Drahimeldung.)
~ Aus Frankfurt a. M. berichtet uns ein Telegramm unsers Korresponden» -e n: In einer von über zweitausend Personen besuchten Versammlung, die von bett Nationalliberalen einberufen war, sprach ber Abgeorbnete Geheimrat P a a s ch e über die deutsche Politik und speziell über den soeben abgeschlossenen Marokkovertrag. Paasche meinte, die deutsche Politik sei schwäch- lich und habe, wie nicht anders zu erwarten war, zu diesem schwächlichen Abkommen geführt. Es sei für Deutfchland besser gewesen, gar nicht erst mit der Marokkopolitik anzufangen, dann wäre ihm dieses ungenügende Abkommen erspart geblieben. Im Reichstage werde es wohl sehr heftige Debatten geben und dem Reichskanzler wie dem AuS- wärttgen Amt werde deutlich zu vefftehen gegeben werden, daß der größte Teil des deut- fchen Volles mit diesem Marokkoabkommen ganz und gar nicht zuftiede« sei.
Lindequist und die Indiskretionen-
(Von unserm Korrespondenten.)
London, 7. November.
(Eigene Drahtmeldung.)
In der vergangenen Nacht um ein Uhr ging hier folgendes Telegramm aus Hongkong ein: Die Nachricht von der UeVergabe Pekings hat zu großen Freuden- e st e n in Hongkong geführt. In allen Straßen und an allen Ecken bildeten sich Züge, in denen Banner mit dem Bilde des Generals Li ! )uan-Heng getragen wurden. Auf den öffent- lichen Plätzen wurden Freudenfeuer angezündet und die Straßen Ware« von einer b e - geisterten Menschenmenge angefüllt, die Hochrufe auf den General Li ausbrachten. Die Bureaus der Zeitung „Scheng Po", der einzigen Zeitung, die treu zum Throne gestan-
3ft Peking gefallen?
Die chinesische Haupfftadt in der Gewalt der Rebellen.
(Telegraphische Meldungen.)
Ein Privattelegramm berichtet uns aus London: Aus San Franzisko wird gemeldet, daß nach dort eingettoffe- nen Depeschen aus Hongkong und Schanghai Peking gestern nach zwölfstündigem erbittertem Kampf in die Hände der Re- bellen gefallen fein soll. Eine Bestäti- gung dieser Nachricht fehlt augenblicklich noch.
Inzwischen sind Nachrichten eingetroffen, die die Eroberung der chinesischen Hauptstadt durch die Truppen ber Revolution bestäti- l en. Es kann also nicht mehr zweifelhaft fein, raß die Rebellen selbst in der Metropole des chinesischen Reichs einen entscheidenden Erfolg errungen haben, ber für die weitere Gestaö tung der Dinge von ausschlaggebender Beben- tung fein muß. Es geht uns solgenbe Mel- bung zu: