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Nr. 285.

Erster Jahrgang.

EHeler NeM Nchrichikk

1. Beilage.

Dienstag, 7. November 1911

Baffeis Privatbeamte

Am aller Welt

Deutschen Reiches uttb 8er Einzelstaaten be-

raschend grob, und die sich-nur für die.feierliche

männischer Verein und so weiter). Alle Red­ner brachten dem Jubelvercin herzliche Glück­wünsche dar und gaben der Hoffnung Aus­druck, daß der Verein wachsen, blühen und ge-

sichtigt. daß die Familie nur in der Woche zwei Pfund Fleisch habe. Eier und Butter seien noch gar nicht in Berrechnung gezogen. Ein Eisenbahner mit einer größeren Famme sei den schlimmsten Entbehrungen ausgesetzt. Die unausbleibliche Folge sei, daß gerade tm Eisenbahnerstande ein außerordentlich großer

Hessischer Trachtenfest.

Kirmestrubel der Bühnenkünstler.

den anerkannt wird. Durch die Kalamität werden in ^allererster Linie und in denkbar

jugendliche Publikum zu erfreuen. Die ge­fänglichen Darbietungen lagen in den Händen der Damen Kurzenknabe (Alt) und Rieb dl i n g (Sopran), von denen beson- ders Fräulein Riebeling durch ihre frrsche klangvolle Stimme und den liebenswürdigen Vortrag die Zuhörer entzückte., Fräulein Schneeberger hatte die Klavierbegleitung übernommen und auch ihr spendete man rei­chen Beifall; besonders gefiel der solovor- trag, der bekannten Schumannschen Kinder- >szenen. Frau von Bo den haus en brachte mit einigen feindurchdachten Deklamationen Abwechselung in das reichhaltige Programmt nur hätte die Dame vielleicht noch ewige leich­tere Sachen auswählen können. Der Beifall war so groß, daß sich die Damen zu verschie- denen Zugaben verstehen mußten. M. M

ihren Haushaltsetat einigermaßen im Gleich­gewicht halten können, bei der geringsten Verschärfung der Teuerung Not und Sorge einkehren, wenn nicht mit größter Beschleu­nigung Gegenmaßregeln getroffen werden. In dieser Erkenntnis wagt die heutige von über tausend Personen besuchte Bersamm- lung die Bitte auszusprechen, die König­liche Eisenbahndirektion wolle durch Ge­währung einer angemessenen aII« gem einen Lohnaufbesserung ih­ren Bediensteten über die schwere Zeit bin«

deihen möge.

Inzwischen batte man am Vorstandstisch gar geheimnisvolle Vorbereitungen getroffen, denn es galt, die Treue jener Mitglieder zu belohnen, die dem Zweigverein seit seiner Gründung angehören oder sich sonst langjäh­rige Verdienste innerhalb des Vereins erwor­ben haben. Der Vorsitzende teilte denn auch alsbald mit, daß der Verein beschlossen habe, Herrn Prokurist R. S ch l ö s s e.r zum Ehr en« Mitglied e zu ernennen, worüber ihm eine Ehrenurkunde ausgestellt worden sei. Für fünfundzwanzigjährige treue Mitgliedschaft er­hielten eine Ehrenurkunde die Herren Sekretär A. U mb ach, Buchhalter A. Bank und Kaufmann A. Schilderoth. Gleichzeitig wurde den Jubilaren ein schöner Svaüerstock mit silberner Krücke überreicht,damit sie noch weitere fünfundzwanzig Jahre den Weg zum Verein" fänden. Während dieser Ehrungen hatte der Kellner flinke Schar die Suvpe auf« getragen und man langte tapfer zu. Doch der Reden lange Reihe war noch nickt beendet, denn nunmehr nahm der zweite Vorsitzende des Vereins Kassel. Herr Prokurist Hühn, das Wort, um die Tätigkeit des ersten Vorsitzenden gebührend bervorzuheben. Der Redner schloß mit einem Hoch auf Herrn Gockschau, betonte aber dabei, daß die Mitglieder ihren Dank am besten dadurch rum Ausdruck brächten, wenn sie stets zahlreich an den Vereinsabenden teil- näbmen. Für all die Worte herzlicher Anteil­nahme dankte darauf der Vorsitzende und er gab im Anschluß daran von der Menge der eittgelaitfenen telegraphischen Glückwünsche Kenntnis. Später, als Messer und Gabel längst rubten, sanaen Fräulein Käthe Be­ters und Herr G. Warb eck vom Hofthe- ater recht hübsche Lieder, die von Herrn Wie­necke aus dem Klavier begleitet wurden. Herr Viktor Fei gl hatte den Vegasus gesattelt und erfreute durch seine Kunstfertigkeit auf jenem Rosse. Ein Jubiläümsreiaen, von Damen des Vereins daraestellt. vervollständigte das Pro­gramm. Sehr spät war es. als die Jugend zum Tanze kam. an dem auch manch älteres Semester sich lebhaft beteiligte. Die treuen ; Kämpen aber gelobten sich:Für den Verein in Treue allezeit für unfern Bund in starker : Einigkeit!" -ss-

iit. der Wirtschaftsführung der breiten Be-t völkerungsschicht in überaus drückender Weise fühlbar macht. Mit dem Fortschrei- ten des Jahres, mit der Abnahme deS ohne­hin geringen Vorrates an Futtermitteln wird nach Ansicht von unparteiischen Sack- verständigen zur Preissteigerung der übri­gen Lebensmittel noch eine größere Fl ersch- teuerung treten. Diese unsere Behaup­tung durch statistisches Material zu erhär­ten, glauben wir uns versagen zu tonnen, da der Notstand nickt nur von privater, son-

weghelfen. .

Zum Schluß nahm Herr Gehring noch Veranlassung, dem Landtagsabgeordneten Schröder für seine Bestrebungen im Interesse der Eisenbahner zu danken. Um ein Uhr mit­tags wurde die Versammlung geschlossen, -a-

Ae Wenbahner und die Teuerung.

Die herrschende Teuerung und ihre wirtschaftlichen Folgen.

Ueber dieses Thema sprach gestern vormit­tag in einer von mehr als. tausend Personen besuchten Versammlung de? Ortsvereins des Verbandes Deutscher Eisenbahn- Handwerker und -Arbeiter im Saale des Arberter-Fortbildunasvereins der Vorsit­zende Schade vom Siegener Verein. Zu­gegen waren unter anberm Laudtags-rbgeord- neter Dr. Schröder und (als Vertret«: der Königlichen Eisenbabndirektion) Eifrnbahn- Betriebsinspeftor Deichmüller. Der Red­ner führte aus: Es habe sich in den letzten zehn Jahren ein enormes und andauerndes Steigen der Nahrungsmittel bemerkbar ge­macht. An Hand Non Zahlen , der Berliner Börse führte er dann seinen Zuhörern die Teuerung vor Augen. Gegenüber dem An­wachsen der Lebensmittelpreise hätten aber die A r b e i t s l ö b n e keine große Steigerung er­fahren- Ter Eisenbahnewerband habe festge- stellt, daß eine Familie bei. einem Einkommen von 1350 Mark jährlich noch ein Deftzit von 418 Mark habe. " Dabei'sei aber noch berück-

schwarz-weiße Trackt hatten.entschließen kön­nen, trugen dem Charakter des Festes wenig­stens Rechnung mit einem kleinen ichwalmer < Hütchen odxr einem Zipfelmützchen . . . Rings < um den Festplatz aber liegen allerlei Buden i und winken zu allen möglichen Genüssen und i Vergnügen. Da schnurrt das Glücksrad, da wird Bier und Wein verzapft und , . - Kaffee Hag, damit der Teufel Koffein die fröhlichen Weingeister nicht verscheuche, da gibt's eine Schießbude, wo der Schützen Büchse so lustig knallr wie drüben dex Seftpullen Pftöpfe, selbst ein Wechsel- und ein Auskunftsbüro sind vor­handen. Von den Galerien aber winken Ern­tekränze mit bunten Schleifen freundlich herab.

Schon bald herrschte die schönste Stimmung, Was wunder, wenn das heitere Bühnenvölk­chen dabei ist! Der fröhlichen Mimen Kunst sorgte dafür, daß atemlose Lust dieRäume füllte. Für viele gibt's eine. Treppe höher noch einen Ertra-Genuß: Ein K ä b a r e t. In einem klei­nen Raum, der so gerammelt voll war, daß knapp das Podium frei blieb, konnte es den Künstlern an .Fühlung mit dem Publikum wahrhaftig nicht fehlen. Ihrer vier schufen sie den Zuhörern ein präckftges Viertelstündchen. Herr W u z ö l sang mit seiner wundervollen Baritonstimme eigene» nach der Laute, Herr P i ck e r t deklamierte mit heißem Tempera­ment, Frl. Gates entzückte mit zwei engli­schen Liedern und Frl. Grog war überwälti­gend in einer burschikosen Komik. Unten im Zaale dauerte das muntere Treiben fort. Svä- ter, als der Kaufmann von Venedig dem ®ef« ter des rachgierigen Juden glücklich entrückt war kamen auch die bis dahin beschäftigt ge­wesenen Mitglieder des Hostheaters, und im­mer mehr übermütige Laune zog mit ihnen ein Vorerst gaben die Damen vom Ballett in sckwälmer Trachten ein Pröbchen ihrer Kunst das von einem Meer bunten Lichts : überflutet wurde Auch die Tegernseer, , die Gäste vom Residenztheater. waren erfchie- . nen und die hessischen und bavriscken Trachten verschmolzen sich zu einer entzückenden Farben- svmvbonie. Natürlich trugen auck sie ibr Teil den Fettesgaben bei und belebten den fchwälmer Dorfplatz mit den Klangen und Tänzen ihrer oberbaprischen Heimat, mit Zither- und Guitarrenklang, nut Juchzern. Schnadahüpfeln und Tchuhplattltanz. Und dann wollten sich auch die geladenen Lanmeute

Sckwalm des Tanks gegen ihre Wirte

fiafleler Jugend-Konzert.

Es ist ein guter Gedanke, Konzerte für unsere Jugend zu veranstalten, Konzerte, die un­fern Kindern gleichsam die Tür offnen tollen zum Reich der Kunst, zu jenem Wunderland, in dem wir Erwachsenen so gerne weilen. Daß diese Juarndkonzerte daneben noch den schönen Zweck haben, zur Unterstützung der Ferienkolonie beizutragen. macht sie doppelt erfteulich. Der starke Besuch der gestrigen Veranstaltung läßt hoffen, daß für. diesen letz­en Zweck trotz der verhältnismäßig niedrigen Einftittspreife ein neftes Sümmchen heraus- gerechnet worden ist. Den Hauvtanteil der Zuhörer stellte natürlich unsere liebe Jugend, die freudestrahlenden Auges und mit gewann­ter Aufmerft'amkeit in Begleitung der Eltern und größeren Geschwister den Vortragen folgte. Verschiedene bekannte Kunstkräfte unserer Re­sidenz hatten sich freudig in den Dienst der guten Sache gestellt und gaben ihr Bestes, das

Wissenschaft oder Liebe?

Pariser Blätter wußten am Sonnavenv berichten, daß Frau Curie, die Witwe des berühmten Chemikers Pierre Curie, mit dem sie zusammen bekanntlich das Radium entdeckt hat, mit dem Professor des College de France, Langevin, eine Liebesreise unternom­men habe. Langevin, der verheiratet und Va­ter von sechs Kindern ist, sollte nach den An­gaben der Schwiegermutter Langevins vor mehreren Monaten die eheliche Gemeinschaft aufgehoben haben und mit den zwei ältesten Söhnen abgereist fein. Das .Journal" behaup­tete, weder Frau Curie, noch Langevin seien in Paris und ihr Aufenthaltsort sei unbekannt.

Fünfundzwanzig Jahre Privatbeamten-Berein.

Im Saale des Kaufmannshauses feierte ; am Sonnabend abend der Zweigverein Cassel des Deutsch en P r i v a t b e a m - ten-Vereins sein fünfundzwanzigjähriges Bestehen. Der Bedeutung des Tages ent- sprechend war die Feier, die man veranstaltet hatte. Im Schein des Hellen Bogenlichtes glitzerten die mit den driftendsten Blumen ge­stillten Vasen, die die weißgedeckten Tische zierten. Eine festesfrohe Menge füllte den Saal. Zu Häupten saß der Vorstand mit den besonderen Ehrengästen: dem Vorsitzenden des Gesarnwerbandes, dem Vertreter des General­rates, dem Landtagsabgeordneten Geheimrat Schröder, dem Syndikus der Handelskammer Tr. Metterhausen und anderen. An drei lan­gen Tafeln saßen die Mitglieder mit ihren Damen, Freunde und Gönner des Vereins. Und oben auf dem Altan, von dessen Brüstung die Zahl fünfundzwanzig, von einem Kranze umrahmt, herableuchtete, saß die Henkelsche Kapelle, die den Festabend mit einem schönen Musikstück einleitete. Dieweilen blätterte man in dem mit einem deutschen Adler und der De­vise .Einigkeit macht stark" geziertenJubilä­ums-Jahrbuch" und las staunenden Auges die Zahlen, die das Wirken des Verbandes ver- legenwärtigten. Dann teilte sich der Vorhang Der Bühne und Fräulein Leni Lieb au, in zartduftendes weiß gehüllt, trat hervor und sprach einen stimmungsvollen Prolog. Darauf erhob sich der erste Vorsitzende des Zweigver­eins Cassel, Herr Direktor Gockschau, um die erschienenen Mitglieder und Gäste zu be­grüßen. Insonderheit gedachte er derjenigen Firmen, die das Wirken des Vereins tatkräftig unterstützten. Wieder setzte die Musik ein und die Klänge des Waldmannschen Liedessei gegrüßt. Du mein schönes Sorrent" hallten durch den Saal. .

Dann hielt der Verbandsvorntzende, Herr Schmelzer-Magdeburg, die Festrede. In formvollendeter Weise führte der Redner aus, wie aus dem kleinen Reis, das zielbewußte Männe'r in Magdeburg gepflanzt hätten, ein großer, starker Baum geworden sei. Mit be­sonderem Stolz erfülle es, daß die Staats­regierung den Gedanken des Privatbeamten- Vereins aufgegriffen und einen Gesetzentwurf der staatlichen Pensionsversicherung für Privat­angestellte dem Reichstag vorgelegt habe. Wenn aber auch jetzt der Staat helfend eingreife, so sei die Selbsthilfe doch nicht zu entbehren. Der Redner gedachte in besonders warmen Worten des Casseler Vereins, dessen Wirken man in Magdeburg stets anerkannt habe. Er schloß mit dem Wunsche, daß es stets so bleiben möge. Gleich darauf erhob sich Herr Geheim­rat Schröder, der betonte, daß er um so lieber der Einladung Folge geleistet habe, als es sich um ein Fest handele, auf dem man sich freuen könne. Wenn er sonst Einladungen zu Versammlungen und Veranstaltungen erhalte, würden ihm meist Wünsche um Förderung bie? fet oder jener Interessengruppen im Varlamem vorgetragen. Der Redner erkannte dann das Wirken des Deutschen Privatbeamten-Vereins und des Zweigvereins Cassel mit trefflichen Worten an. Hierauf überbrachte Herr Dr. Metterhausen die Grüße und Glück­wünsche der Handelskammer zu Cassel, die an der Sicherung der Stellung der Privat- beamten im Alter und bei Berufsinvaliditat lebhaften Anteil nehme. Nun folgten der Re­den nock mehrere: es sprachen der Vertreter des Generalrates des Verbandes, des Ver- waltungsrates, sowie die Vertreter der Zweig- oereine von Frankfurt am Main, Pforzheim, die Vertreter der hiesigen Korporattonen (Kauf-

entledigen und gaben ihre heimische Tanzkunst zum besten; gemessene, figurenreiche. Tanzwei- "cn, unfern Quadrillen oder Lanciers nicht un­ähnlich, die die lebhaften bunten Farben durch­einander rollen ließen und von einer nicht übermäßig melodiösen Musik begleitet wurden. Ein prächtiges Bild, dieses kernige, echtdeuftche Volkstum si» so selbstsicher und wohlgemut drehen zu sehen. Der Beifall war auch so stark, daß sie ihre Kunst mehrmals wiederhol­ten. Und dann traten wieder Ne Tegernseer vor und tanzten und sangen, und um sie her­um sintere all das buntscheckige Volk durch den Saal. Mählich hatte der Sekt seine Wirkung getan und den kleinsten Rest von Emst und Steifheit aus dem Fesft'aal gebannt. Nebenan waren Tisch an Tisch für Hungrige gedeckt an denen aber nicht eben viele saßen. Eigentlich der beste Beweis für das Gelingen des Abends, daß bei den meisten der Festteilnehmer imWir- bel des Vergnügens nicht einmal das Geftihl für Hunger aufkam. Desto mehr allerdings das Durstgefühl, und damit eine immer mehr steigende fröhliche Laune. Mitternacht war bald vorüber, uttb bald auch die dritte Morgen­stunde, und mimer noch rauschte der Festtrubel. In unterbaltenber Beziehung war das Ergeb­nis des Abends jedenfalls prächtig, dank all den fleißigen Händen, die sich allenthalben so eifrig gerührt. Hoffentlich aber ist auch der klingende Lohn darnach ... H. E.

Prozentsatz

an Unterernährung leide. Kinder und Frauen seien gezwungen, mft Aufbietung aller Kräfte durch ihrer Hande Arbeit mit für den Unterhalt zu sorgen. Um diesen schreienden Mißständen entgegenzutre- ten, sei es eine dringende Notwendigkeit, daß man sich zu einem einigen Ganzen zusammen-! schließe und um eine Lohnerhöhung für alle in den Staat s b a h nbetri e- bett beschäftigten Handwerker und Arbeiter einkomme. Im weiteren beschäf­tigte sich der Redner mit den Kartoffel- bezüg em durch die Staatsbahnver­waltungen aus dem Osten des Meiches und erffärte, daß man darin eine schlimm-1 Enttäuschung erlebt habe. Es feien in großem Matze nut Vieh- und Starkekartoffeln gelie­fert worden. Bei einem reellen Zwischenhan- del wären die Kartoffeln nicht nur besser, fon- bertt auch billiger ausgefallen. ZU verurteilen fei es ferner, baß man Eisenbahnern für die empfangenen Kartoffeln von der vierzehntägi­gen Löhnung so viel abgezogen habe, das vier Mark für den Lebensunterhalt der vier­zehn Tage verblieben. Unter regem Beifall schloß der Redner seine Ausführungen. Im Anschluß hieran nahm Landtagsabgeordneter * uuu wu,... -.....-.....

Dr. Schröder das Wort, um die Ausmhrun-1 Inzwischen wird gemeldet, daß der Anftnt- gen des Redners zu unterstreichen. Darauf der beiden entdeckt worden fei. Sie

dankte der Vorsitzende Weber Dr. grober t>efinben sich beide ganz offiziell in Brüssel, für seine Ausführungen und forderte bte An-I^ «e mit anderen französischen und ausländi- toefenben auf, am zwölften Januar für ®r. f$en Gelehrten an einer wissenschaftlichen Schröder einzutreten. Dann wurde folgende Kommission auf Einladung eines Brüsseler:Jn- fflrfnfntinn Serfatttmlotl dustriellen namens Sovev teilnehmen. Frau RefoiMiSK »er &urie ist empört über bte falschen Rachrich-

einstimrnig angenommen: Lett die über sie in die Presse gebracht wor-

Dek gewaltige Ausfall, den die ungün- den sind. Sie gibt eine ausführliche Dar- stige Witterung des Sommers 1911 in ganz I legung, wo sie den Sommer über verbracht Mitteleuropa, besonders aber im deutschen! habe und Langevin tat ein gleiches. Aus sei- Naterlande in der Ernte an Kartoffeln, nen Ausführungen geht hervor, daß die beiden Gemüse und Futtermitteln hervorgerufen. I ,n der Tat nicht zusammen gewesen sein dürf- hat eine Teuerung zur, Folge, die sich I ten. andererseits erklärt der Professor Langevin, ------1U bafe er sich wirklich auf einige Monate von sei­

ner Frau getrennt habe, weil er den Eifer­süchteleien für eilte* Weile entgehen wollte.

Geistliches Konzert.

«torträge des Unterneuftäbter KirchenchorS.

Ein stilgerechtes Programm hatte sich am Sonntag der Kirchenchor zur Aufgabe ge­macht und die Lösung unter dem tüchtigen Dirigenten, Herrn G. Holstein, stellt der Leistungsfähigkeit des Chores ein gutes Zeu- nis a»s. Tie Chöre sind sauber und liehet studiert, einige dynamische Schattierungen, be­sonders am Schluß der Chorsachen hatten bessernd auf die Leistungen gewirkt. Herr Knöpfe! eröffnete das Programm mit dem Festvorfpiel:Ein feste Burg 'st unser Gott von Linnar,. Mit brausenden Akkorden hallte der Sieges-Reformationsgesang durch den ge­weihten Raum. Frl. Dittmar fang von Emmerich:Meine Seele ist stille zu Gott > mit viel Geschmack. Auch Herr Kaiser mit derTenorarie aus Paulus" konnte ebenso wie Frl. Dittmar vor einem anspruchslosen Publikum bestehen. Soliftffck wirkte noä Herr Ickmagold mit. Wft hatten schon öfters Gelegenheit, feine vtolmtsttschen Fahtg- keften zu hören, und die Aria (Tenagltal wie das Adagio von Händel und 91 tr* von. Bach. konnten uns wiederholt von ihnen übet seit» acn. Das geschmackvolle Programm brachte dann bett FrauenchorVerlaß mich nicht , von Packe, der im Verein bet Orgel mit einem zweistimmigen Streicherchor schöne Klangwir­kungen hatte. Einen würdigen Schluß bil­dete Mendelssohn mit dem orgelbsglettettn Chor:Wohl dem, der den Herrn nirdrtet!

Simm, bimnt, bimrn . . . immer rrran, meine ; Herrschaften, immer rrran! Ein mal rüm zehn 1 Pfennig! Gleich geht's los!. .. Von der Bu^ 1 ne herab, wo ein verttables Karussell sich 1 drehte, ruft's der reizende weibliche Konbuk- : teur und rührt die Glocke, daß einem das TroM- . melfell platzen mochte . . . Dumm, bumtn, bumm, . . *. anttuortet da unten bte Konkurrenz, di- Luftschaukel, deren Führer, pretiend mit viel schönen Worten der Luftfahrt Reize dem Gong tiefe Tone entlockt.Da draußen in duf­tigen Gärten" . . . intoniert die Drehorgel, die schönste, guieft'chende Jahrmarktsorgel, die man sich wünschen kann, dazwuchen ipielt die Henkelkapelle dort auf der Galette Tanze auf, tönen Juchzer und Gerämche aller Art . . . ein echter, rechter Kirmestrubel . . . Und das soll's auck sein. Die Bühnenkünstler, die das Fest zum Besten ihrer Pensionskaffeu tm s-tadt- vark veranstalteten, hatten damit.den reizvoll­sten Rahmen dafür gewählt. Am des Platzes . Mitte steht eine Dorflinde, eine wirkliche, rich­tig gehende Dorflinde, unter der stcks flat prächtig sitzt. Weiß Gott, wie sie die da rem- geschafft haben! Und unter dem tm Herbst- schmuck prangenden Geäste liegt der Tanzplatz, auf dem sich ein fröhlickes hessttckes Bauernvolk tummelt uttb brebt. Wie entzückend sind sie doch, im Schmuck der alten Volkstracht, die reizvoller wohl kaum in deutschen Landen zu finden ist. Wie leuchteten sie und bautoten sich beim Tanz, die weiten, roten Rocke, w,e lack­ten sie, die bunten Mieder, . . und erst bte frischen, rotbäckigen Gesichter! Unb bann bte Schwälmer. die lieben, treuherzig-klugen Bau­ern mit Zipfelmütze und langer Pfeift. Eckt waren sie. biefe Kinder der Schwalm, wurzel- echt und bodenständig. Dem Fest zu Ehren, zu dem sie geladen waren, hatten sie ihren ickon- sten Staat mitgebracht. Auch ein Brautkostum war darunter, das mit feiner Pracht an Spit­zen unb Stickereien sicher nicht wohlfefter als das neueste Toilettenwunder aus den Pariser Schneiderateliers, ein Glan,, gewissermaßen wie das leuchtende Wappenschild eines gedie­genen und wohlhabenden Bauernstandes. Da­gegen konnten die übrigen Festteilnehmer frei­lich nickt so aufkommen in ihrer Buntheit von des Kostümleihhauses Gnaden. Aber die Zahl dn Gäste in hessischen Kostüme» war dock über, aus der

Albert von Monako« Snkelin entführt. .

I Ein Privat-Telegramm berichtet uns aus P a r i s : Am letzten Dienstag hatte die E n t f ü h r n n g eines jungen Mädchens in der Rue de Jena durch zwei Herren, die in einem Automobil mit dem Mädcken entflohen, waren, großes Aufsehen erregt. Wie jetzt ftst- Ba £>er proinano nicor nm »uu i?uuuk>, jv..- I gestellt worden ist, handelt es sich dabei um, bettt auch von amtlicher Sette als vorhan- eine Enkelin des Fürsten Albert bow - _ - " - ' " Monaco, eine natürliche Tochter des Prin-

werden in allererster Linie und in denkbar ,en Louis von Monaco aus «einem Liebesver- schwerstem Maße die im- Arbettshgrhältnist hältnis mit einer bekannten Pariser Persön- steMde^ BediensteM' W1 SefriBe beehtofeit Das fünfzehnjähnge Maochen war in Deutschen Reiches uttb Der Einzelstaaten be- der Rue de Jetta bei emer Madame George troffen. Ihre Entlohnung ist ohnehin, teils I Kohn untergebracht. Die Frau Kohn ist eine um die Reichs- und Staatsfinanzen zu ^Schwester bet Baronin Hennv " e Ro 1 h schonen, teils ans Rücksicht auf die Verhält- schild, eine geborene Weisweiler Der Da­nisse in ber Privatindustrie, vor allem aber I ter des Mädchens wollte sein Kmid in eine der Landwirtschaft, niedriger bemessen, als ändere Pflege geben, weil er befürchtete, daß beim Durchschnitt der Privatarbeiterschaft, er von der Frau Kahn in den Augen semes Aus diesem Grunde ist wohl kaum einer von Kindes heruntergesetzt werde, und nutzte zu ihnen in ber Sage, selbst in normalen Zeit- diesem Zwecke zu demauyerordentlichen Mtt- läufen Ersparnisse zu machen Unter die tel der Enftuhrung greifen, nachdem die Pflege- >'en Umständen muß in den Familien der I rin trotz angedrohter gerichtlicher schritte sich Reichs- und Staatsarbetter, die notorisch geweigert hatte, das zn^ Mädchen herauszu- schon jetzt nur unter äußersten Einschran- geben Der Vorfall erregt tn Paris großes kungen, ja zum Teil unter Entbehrungen,'.Ausiehen. ,