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Hessische Abendzeitung
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Nummer 285.
Fernsprecher SSI und SSL.
Dienstag, 7. November 1911.
Fernsprecher 951 und SSL.
1. Jahrgang.
in
-ei-
Blamage I
der die Grenzgemarkung (und was sie an mili tärischen Geheimnissen cinschließi) leicht
wahrscheinlich, daß sich die Erörterungen sehr lebhaft gestalten werden.
ein Betrugsprozeß schließlich nicht immer möglich (und nützlich!) ist. Auch hier bedürfte es nur des Muts, das einmal an sachkundiger Stelle herauszusagen, was sogar an dieser clbft geflüstert werden mag: Dieses Spiel ist (tote das Sprichwort sagt) nicht die Kerzen wert! Der eine Staat spioniert, und der zweite und der dritte, und alle haben davon endlich nur das eine befriedigende Gefühl: Daß derselbe Gauner auch den Nachbar (Pardon: Die „befreundete Großmacht", deren Namen nicht genannt werden soll) betrogen hat. Und darum nun der Lärm, die Sorge und die
Platzhalter für Herrn von Rechenberg Frage kommen.
Sie Marokko Interpellationen.
(Telegramm unseres Korrespondenten.)
Die Marokko-Interpellationen werden (wie bestimmt verlautet) im Reichstage am nächsten Mittwoch zur Verhandlung kommen. Der Reichskanzler wird zu Beginn der Sitzung sofort das Wort ergreifen, um die Interpellationen zu beantworten. Erst nach dem Reichskanzler werden die einzelnen Parteien, die die Interpellationen gestellt haben (es sind die bekannten fünf großen Fraktionen des Reichstags) Stellung zur Ma- rokkofrage nehmen. Der Reichskanzler legt Wert darauf, sofort dem Lande gegenüber Rechenschaft über die Maßnahmen der Regierung abzulegen, zumal in der französischen Kammer die Marokkofrage voraussichtlich am gleichen Tage zur Debatte gestellt werden wird. Für die Beratung der Marokkointerpellationen sind drei Tage in Aussicht genommmen. Die Verhandlungen dürsten dadurch noch besonders verschärft werden, daß seitens einiger Parteien beabsichtigt wird, auch die Krise im Kolo n i a l a m t in die Jnterpellationsdebattc einzubeziehcn. Unter diesen Umständen ist es
Der Schaden wird auf fünf Millionen Taöls geschätzt. Beim Bombardement von Hanvang, das am Donnerstag erneuert wurde, ist auch die ausländische Niederlassung und das Hospital vom Roten Kreuz von mehreren Geschossen getroffen worden, doch wurde niemand verletzt. In der Nacht brach aufs neue eine Feuersbrunst aus. Die Ausrührer teilten dem Roten Kreuz mit, daß sie beabsichtigten, Han- kau vollständig zu zerstören.
*
Peking, 6. November. (Privat-Te- legramm.) Die Lage gestaltet sich auch p o - litisch immer verzweifelter, da Duanschikai sich beharrlich weigert, das Amt des Premierministers zu übernehmen und die Nachrichten aus dem Revolutionsgcbiet immer bedrohlicher lauten. Schanghai ist völlig in ben Händen der Rebellen. Zwei gegenüber dem Arsenal liegende Kanonenboote haben die Drachenflagge niedergeholt, und auch ein Fort bei Wusung ist zu den Rebellen übergegangen. Die Treue der kaiserlichen Truppen scheint allgemein erschüttert zu sein.
überfliegen ist. Die Spionage lebt, indessen alle untauglichen Räder des Staatsbetriebs ausgewechselt werden. Sie lebt . . . und ist vermutlich heute genau so wertlos, wie damals, als man noch keine Photographien und chemischen Methoden kannte. Man könnte ie noch leichter ironisieren, wenn sie nur nicht o sündhaft teuer wäre! Aber während man in allen Staaten jedem, noch so drängenden Staatsbedürfnis knickerisch die notwendigsten Groschen zurechnet, werden hier für eine Aktion, deren Unwert für jeden Richtfachmann irozessual erwiesen ist, die respektabelsten Summen ausgegeben.
Jeder Herr, dem die Spielbank in Monaco und die Lebedame in Brüssel nicht mehr die Reisespesen vorstrecken will, weiß, wo er diese (und mehr noch) letzten Endes findet. Wo? Im Staatsbudget jeder „ungenannt sein wollenden" Großmacht, der er dafür Abschriften gedruckter Handbücher, Ansichtskartenbilder in »ergrößertem Maßstabe und bestenfalls die Per- onalbeschreibung eines Kollegen übergibt. Hebet den moralischen Wert des tolerierten Gewerbes der offiziellen Kundschafterei ist ja weiter- lein Wort zu verlieren. Aber schließlich muß ja der Staat noch nicht als moralische Anstalt betrachtet werden. Aufreizend wirkt besonders, daß Jahrzehnte herber Erfahrungen an dieser einfältigen Institution nicht haben rütteln können. Jedes andre Institut würde schon längst gesperrt sein, wenn es nichts als so zweifelhafte, unsichere Resultate zutage fördern würde. Das der Spionage blüht fort: Man beordert tote früher ehrenhafte Offiziere, sich mit dem unsaubersten Gesindel der Welt abzugeben, verpulvert für bett Un-
Fähigkeiten durch die ärgste Felonie, durch eine Verräterei beweisen muß, wird dann in den Staatsdienst ausgenommen, gebührend hoch honoriert und soll mit einemmal dem Dienstherrn „treu" bleiben.
Warum grade in so wichtigen Dingen die Gaunerehre in Rechnung gezogen wird, ist nicht recht klar, aber alle Generalstäbe der Welt verlangen in der bewußten unsaubern Manipulation die Biederkeit von Ehrenmännern, und nichts weniger. Das Ergebnis einer so verschiednen Auflassung tritt in jedem Spio- nageprozetz zutage. Der Vertrauensmann ist : (man kann nicht weniger tönend sprechen) „voll und ganz" ein Lump. Da man ihn zum Verraten abrichtet oder benutzt, so verrät er eben in jeder Stunde seiner Tätigkeit und : nicht mit Pausen. Er betritt Alle, mit denen er zu tun hat, und am eifrigsten den ■ Lohngeber. Er treibt Spionage und Konter- ' spionage, und man darf auch vermuten, daß er ■ beiden Staaten schlechte Ware liefert. Aber f zumindest: Welcher Sachverständige ist so selbst- . bewußt, zu schwören, daß ein so vielseitiger , Mann ihm nicht g e s ä l s ch t e Ware um echtes Geld zusteckt? Dieses anmutige Spiel dauert vielleicht, seitdem die Menschheit Grenzen ab« gesteckt hat, aber es dauert merkwürdigerweise noch immer und sogar in einer Zeit, in
den müsse.
Auch dem Auswärtigen Amt dürfte der Rücktritt des Kolonialsekretärs kaum über» rasch end gekommen sein, da Herr von Linde- quist trotz des Dementis vom vorigen Sonnabend (das nur in die Welt gesetzt worden war, um die letzten Verhandlungen mit Frankreich nicht zu erschweren) Herrn von Kiderlen- Waechtcr kein Hehl daraus gemacht bat, daß er
rüdem Kongovertrag nicht zustimmen werde.
Tripolis onnettiett!
„Endgültig und unwiderruflich vereint".
Die Italiener sind scherzhafte Leute: Trotzdem sie in den letzten Tagen vor Tripolis empfindliche Niederlagen erlitten haben, hat der Minister des Aeußern gestern an die Botschafter Italiens im Ausland eine Depesche gesandt, in der es heißt: Die Besitznahme der wichtigsten Städte von Tripolis und Chrenaika, die andauernden Erfolge unserer Waffen, die überwältigenden Streitkräfte, die wir dort versammelt haben und die anderen, die wir uns noch anschicken, hinzusenden, haben jeden Weiteren Widerstand der Türkei unwirksam gemacht. Um andererseits unnützem Blutvergießen ein Ende zu machen, ist es dringend notwendig, j-'d- Unsicherheit in bet
Stimmung der dortigen Bevölkerung zu zerstreuen. Daher sind durch ein Königliches Dekret Tripolis und Cyrenaika endgültig und unwiderruflich unter die volle und ganze Oberhoheit des Königreichs Italien gestellt worden ... In seltsamem Kontrast zu diesem siegbeWutzten Pronunziamento der römischen Consülta steht die Meldung über die Opfer der jüngsten italienischen Niederlagen:
Die Krise im Kolonialamt.
Lindcquists Abschied: „Keine Ucberraschung?" (Telegramm unsers Korrespondenten.) Aus Berlin Wird uns berichtet: Der
Rücktritt des Kolonial-Staatssekretärs von L i n d e q u i st bat in parlamentarischen Kreisen nicht überrascht. Schon seit vierzehn Tagen waren im Reichstag Gerüchte verbreitet, daß Herr von Lindequist sich mit Riick- trittsgedanken trage, Weil seine Bedenken gegen gewisse Punkte des deutsch-französischen Kompensationsvertrags im Auswärtigen Amt nicht gebührend geprüft worden seien und man dort über verschiedne Abänderungsvorschläge des Kolonial-Staatssekretärs einfach „zur Tagesordnung übergegangen" sei Der Staatssekretär soll deshalb schon seit Wochen das Gefühl gehabt haben, daß seine Kolonialvolitik an der maßgebenden Stelle in Zukunft keine Unterstützung mehr finden Würde. Aus diesen Erwägungen heraus ist bei ihm der Gedanke an den Rücktritt gereift. Selbstverständlich konnte das Rücktrittsgesuch nur in dem Augenblick der Unterzeichnung des Kongovertrages eingereicht werden, da Herr von Lindeguist nach den Vorfällen der letzten Wochen diesen Vertrag vor dem Reichstag nicht vertreten konnte.
Was die angeblichen Indiskretionen des Reichskolonialamts betrifft, so weist sich Herr von Lindeguist von jeder Sch u l d frei. Seitens des Reichs- kolonialamis stnd Mitteilungen an die Presse über die Kongoverhandlungen nicht ausgegeben worden. Die Angelegenheit dürfte auch noch im Reichstag ein Nachspiel haben, da man in den Kreisen der Kolonialpolitiker die Meinung vertritt, dast ein derartiger Borwurf begründet wer-
Die Sympathien in dem Streit Auswärtiges Amt contra Kolonialamt stnd in parlamentarischen Kreisen auf Seiten des Kolonialamts. Man Würbe es Herrn von Lindeguist sehr verübelt haben, Wenn er trotz der Bedenken, die er gegen den Kongovertrag ins Feld geführt hat, in Amte geblieben Wäre. Betreffs seines Nachfolgers verlautete heute und auch schon vor einer Woche, daß der Gouverneur von Ostafrika, Herr von Rechenberg, hierzu ausersehen fei. Wie ich an zuständiger Stelle erfahre, trifft diese Annahme auch zu, und Gouverneur Dr. Sols dürfte nur als
Sie Setten Spione.
Randbemerkungen zu den letzten
Spionageprozeffen.
Zu den Sensattonen jeder Saison gehört auch der S p i o n a g e p r o z e ß. Es ist noch nicht lang her, daß die Herren French und Brandon vorm purpurverbrämten Senat des Leipziger Reichsgerichts standen; später schluchzte vorm selben Gericht Mademoiselle Thirion, die „Eva von Wesel" (wie lose Zungen die personifizierte Harmlosigkeit der kleinen pikanten Französin nannten); zwischendurch gab'S noch einige alltäglich anmutenbe Fälle, bann spielte vor den Geschwornen von London bie groteske Komödie „Schultz und Compagnie" und eben hat man nun in Wien auch den Spion, Landesverräter und gewerbsmäßigen Kabalisten Cords auf einige Jahre in den Kerker geschickt, um ihm Gelegenheit zu geben, feiner Seele dunkle Triebe zu läutern, und an den zahlreichen Fasttagen der Bußezeit feine Schuld reuig zu fühnen. Der Prozeß gegen ben feltfamen Ehrenmann war gewissermaßen aufs Mysteriöse gestimmt, und der seltsame Rahmen, in den ihn die österreichische Gerechtigkeit zwang, erhöhte noch die eigenartige Wirkung des forensischen Schauspiels, sodaß es nicht befremden darf, Wenn in der öffentlichen Meinung innerhalb der fchtoarz- gelben Grenzpfähle der vortreffliche Herr Cords als eine Art „Märtyrer", als „verkanntes Genie" und als „Opfer einer unglücklichen Zufall- fügung tränenschwer bedauert wird: Früher erbaute man sich an der „Romantik" heldenhafter Räubertaien, heut wittert man hinter jedem Spione irgend ein „tragisches Geheimnis" und der Nimbus ist da, der das Verbrechen theatralisch verklärt.
Die Inszenierung ist fast immer dieselbe: Ein begabter Mensch, dessen Versiertheit in der ganzen und halben Welt Interesse weckt. Ist er „ehrlicher, aber armer“ Eltern Kind, so mehrt dieser melodramatische Zug die Bewunderung für den Mann, der auch sonst äußerst sympathisch Wirb. Die Gerichtsverhandlung muß geheim sein. Und trotzdem wird in Andeutungen gesprochen, die nur dem spitzfindigsten Zubörer verständlich sind. Jeder geographische Begriff Wird, sanft umschrieben, jeder Eigenname maskiert. Wer der modernen Seuche der Detektivromane noch so Weit aus dem Weg gebt, Wird doch von dieser Regie ergriffen und folgt gespannt dem Prozeßbericht. Hat der Leser noch Sinn für Humor, so kann er sich auch an dem sachlichen Untergrund des Prozesses betonteren, zu dem aus Amsterdam, Stockholm und sashionableru Orten der Tatbestand zuströmt. All dies traf auch bei dem mannigfach talentierten Herrn Cords zu, und das nahm der Affäre trotz allem ein gut Stück des Interesses. Sie ist ein Tvpus, Wie Wir ihn schon öfters gesehen haben und noch mehrere Male sehen Werden: Der elegante Angeklagte, die Andeutungen von der Wie gewöhnlich an irgendeiner Grenze benachbarten Großmacht, und auch der Humor in der Sache. Besonders der Humor. Wir erfahren Wieder, daß ein Herr, dem kein menfchenkundiger Kaufmann eine wertlose Musterkollektion anvertrauen möchte, mit S t a a ts g e h e i m n i s s e n hausieren geht und Säufer findet. Einmal in diesem Staate und später in jenem: Hier gibt es keinen Unterschied der nachdenklichern oder tempera- menwollern Rasse. Der Gentleman, der feine
Bürgerkrieg in Shim?
Peffimistifche Stimmung unter ben Rebellen. Die Situation in China gestaltet sich mit jedem Tage verwickelter. Zwar erringen bie Rebellen Erfolge auf Erfolge, aber es scheint an ber Einigkeit unter ben Führern der Revolution zu mangeln. Wie Depeschen aus Schanghai melden, ist die Umgebung von Schanghai, Wusung, Hanytschen und Sunjki- ang in den Händen der Revolutionäre., Auch die Garnison von Sutschau ist zu ihnen überge» gangen. Trotzdem herrscht allgemeine eine p e ss imisti sch e Stimmung:
Peking, 6. November.
(Eigene Drahtmeldung.)
Die allgemeine Ansicht geht hier dahin, daß ber Sieg ber Rebellen durch bie Uneinigkeit der Führer beeinträchtigt Werbe, und man glaubt, daß die Revolution sich in einen Krieg zwischen Nord und Süd um» Wandeln wird, und befürchtet, daß nationaler Bankerott, Einmischung ber fremben Mächte und vielleicht bie Austeilung bes Reiches bie Folge sein werben. In einer schlimmen Sage befindet sich die Nationalversammlung. Proteste aus dem Süden erklären, baß nur ein ».eiliger 2turj der Mandschubyna- st i e das Volk und das Heer befriedigen kann, andererseits wieder kritisieren Provinzial-Ver- famnflungen im Norden bie Nationalversammlung deswegen, weil sie zu hastig und weit vorgehe. Die Nationalversammlung bittet und der Thron befiehlt daher eindringlich Duan- schikai, bie Premierschast anzunehmen. Der Thron hat sich völlig in die Hand ber Armeeliga gegeben. Der Kommandant ber sechsten Division, General Wulutscheng, wurde zum Gouverneur von Schansi ernannt. Vor zehn Tagen noch zeigte ber Regent nicht übel Lust, General Wulutscheng wegen seiner Weigerung, die Regierungstruppen nach dem Süden zu führen, köpfen zu lassen. Der Thron hat bie Nationalversammlung aufgeforbert, ein Wahlgesetz für ba5 Parlament zu verfassen und bie Wahlen vorzunehmen. Der Thron Willigte auch ein, die von den Revolutionären gebildete politische Partei anzuer- kennen.
Hankan in Flammen.
(Reuter-Telegramms
Die Feuersbrunst hat in H a n k a u getoo.l- ligen Schaden angerichtet, und cs ist bisher auch nicht gelungen, den Brand einzudämmen. Er macht im Gegenteil wegen des herrschengen Windes so reißende Fortschritte, daß man jetzt bereits für bie.ganje Stadt fürchtet. Die fremden Matrosen, besonders die französischen und englischen, machten übermenschliche Anstrengungen, um wenigstens bie Missionshäuser vor den Flammen zu retten, doch weife man bisher noch nicht, ob ihre Bemühungen von Erfolg gewesen sinb. Verschiedene den Fremden gehörige Häuser außerhalb der K»n- 1 Zessionen Wurden bei ber Feuersbrunst zerstört.
London, 6. November.
(Eigene Drahtmeldung.)
Hiesige Geschäftsleute erhielten über bie italienische Niederlage am 1. November bei Tripolis folgende Nachricht: Achttausend Türken und scchzehntausend Araber, ange- feuert durch Reden Fiti Beys und Nesched Paschas, griffen die Forts Seid Myxi und Hani an und eroberten sie nach kurzem Kampfe. Die italienischen Verluste sollen fünf- bis sechstausend Mann betragen. Tie Türken eroberten eine Anzahl Geschütze und taufend Gewehre. Die ausländischen Konsuln rieten dem General Caneva angeblich, die Stadt den Türken zu übergeben, um weiteres Blutvergiestn zu vermeiden. Der türkische Kriegsminister erhielt von dem Kommandanten der türkischen Truppen vor Tripolis die Mitteilung, daß eine Kolonne türkischer Truppen und Freiwilliger die Italiener bei Homs angegriffen und ihnen empfindliche Verluste beigebracht habe.
Grausamkeiten ohne Snde.
(Privat-Telegram m.)
Die Londoner „Daily News" erhalten von ihrem Korrespondenten in Tripolis folgendes Telegramm: Als Wir die arabischen Häuser betraten, aus denen die Italiener durch bie Türken vertrieben Worben Waren, entdeckten Wit die Leichen von zwölf Frauen und Kindern, bie zusammengebunden und in schrecklicher Weise verstümmelt und zerschnitten waren. Einige Schritte weiter drangen wir in eine Moschee ein. Dort lagen mindestens vierhundert Leichen von Frauen und Kindern über einander, gleichfalls furchtbar verstümmelt. Der Korrespondent wirst dann die berechtigte Frage auf, ob dies europäische Kriegsführung sei, und ob England nicht ein- greifen müßte, um solchen Greueln ein Ende zu machen. Aus allen Gegenden erhielt der Berichterstatter Nachrichten über Metzeleien gegen Araber, bei denen auch Frauen, Greise und Kinder von ben Italienern nicht geschont Wurden.
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Depeschen aus Konstantinopel zufolge der- öffentlich! die Pforte den Text der bereits an- gekündigten Protestnote, die sich gegen Die italienischen Grausamkeiten in Tripolis wendet. Die Note ist an alle Regierungen gerichtet, die an der Haager Konferenz von neun- zehnhunbertsieben beteiligt waren. Durch die Handlungsweise ecaen die Bevölkerung von
terhalt dieser Elemente Unsummen und erntet Dinge, die nützlich sein können ober . . . auch nicht. Man entgegne nicht, daß nur bie Wenigen Affären, die ans Tageslicht kommen, diese Fehlernte zeigen. Es ist eher zu vermuten, befe eine Unzahl von Schlappen dem Publikum verborgen bleiben, Weil der 'Spion ben Boden rechtzeitig heiß Werden spürte, oder Weil