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Erster 3«h»ga«g.

Aus aller Welt.

anlagung des Fürsten Eulenburg gegen diesen beim Kaiser vorgegangen sei, sondern aus Gründen seines unstillbar en Ehrget* zes Auch der LandwrrtschaftsMlNlster sei ihm nicht gerade gewogen, da er, von der Schulenburg, die Fürstenberg-Affare provo­ziert habe. Seine politische Haltung und seine unglückliche Ehe mit seiner fetzigen Frau, die nach seinen Ermittelungen aus Grund feiner Entmündigung vom Papst eine NngN- '. < rex.» fvTl ah ntttd

einige Seit später der Verehelichung der Toch- ter des jetzigen preußischen Landwirtschafts-

lut nicht welterschüttemd ist, unterhaltmWenn die Lücke vorhanden ist, dann muß sie auch aus- gefüllt werden. .__.

Nachdem Stadtverordneter Stern noch be­merkt hatte, daß aus der beantragten Summe die Bestände auch ausgebessert werden sollen wird der Antrag des Magistrats mrt knapper Mehrheit angenommen.

schließlich

politisch und gesellschaftlich unmöglich, nachdem bekannt geworden war, daßerim H°- henstauffenbad zu Köln Aergerms erregt und deshalb ein Renkontre mit der Kölner Poltzer aebabt batte Später machte er dadurch von sich reden daß er auf seinem fürstlich ausge­statteten Schlosse Zwingenburg m Tirol diverse Vorgänge duldete, die ihn noch starker in den Geruch brachten, sträflichen Neigungen zu huldigen Schließlich tauchte der Name des Reichsgrafen von der Schulenburg auch m dem Bitlow-Brandt-Prozeß auf. in dem es sich um die bekannten Beschuldigungen des Schrift­stellers Brandt gegenden Für st en Bu­low handelte. Es war damals ziEllch all­gemein die Ansicht verbreitet, daß Relchsgraf von der Schulenburg als Schwager des Fui ft en Bülow dem Herausgeber der Zeiffchris Der Eigene", dem Schriftsteller Brandt, d, Beschuldigung, daß Fürst Bülow mit seinem Vetter, dem Referendar von Bulow, strafttch verkehrt habe, suggeriert habe Bei dieser Ge­legenheit wurde auch bekannt, daß Graf von der, Schulenburg die Bewegung derEigenen nickt nur materiell unterstützte, sondern daß er auch Mitglied eines eleganten Berli* ner Herrenklubs war. der. sträflichen Neigungen fröhnen soll. Umso mehr war man überrascht, als Graf von der Schulenburg st4

tel bis zu einem Zentner festgesetzt. Diese Maßnahme sei getrossen worden, um dem re- gulären Handel keinen Schaden zuzusugen. Da von den städtischen Beamten und Arbeitern be­reits 1300 Zentner Kartoffeln bestellt toortien seien, habe man unter Berücksichtigung dessen, daß verschiedene private Werke und die korng- lichen Behörden ebenfalls billige Kartoffellie- ferungen in die Wege geleitet hatten. 4000 Zentner Kartoffeln bestellt, dre m verschiedenen Kellern der Bürgerschulen untergebracht wur­den. Der Verkauf findet Mittwochs und Sonnabends, natürlich nur gegen bar statt, er werde durch städtische Beamte erfolgen, die die Gewähr dafür böten, daß sich alles regelrecht abwickelte.

Stadtverordneter Hufschmidt fragt an, ob in dem Preis von 3,50 Mark die Unkosten, tote Rollgeld, Arbeitslöhne und so weiter enthalten seien. Er stelle diese Frage im Interesse der hiesigen Kartosfelbändler. ar,

Stadtrat Dr. Saran erwidert, daß diese Ar­beiten von städtischen Angestellten ausgefuhrt würden und die Kosten in dein Preis nicht ent» h Stadtverordneter Wieder: Der Preis von 3,50 Mark kann als niedriger bezeichnet wer- ben In Anbetracht der Teuerung könnten dte andern Ausgaben von der Stadt getragen werden.

tzasfelr Stadlvarlament.

Die Sitzung vom 2. November.

1. Beilage.

Sormabertd, 4. November 1911.

be, könnten nicht ausschlaggebend sein für die Behauptung der psvchiatrischen Obergutachter, daß er an Geistesschwäche im Smne des Ge­setzes leide. Es handele sich bei dem Vorgehen gegen ihn auch um eine S P cIul ation auf die reiche Herrschaft Oefte, und das Obergutachten umgehe vollständig das Gutach­ten des Münchener Universitätsvrofessors Dr. Gudden, der ihn (SchulenburgV seinerzeit Wo­chen hindurch beobachtet und für v o l l st ä n - big zurechnungsfähig erklärt habe. Für den Prozeß sind mehrere Tage in Aussicht genommen, da L b e r s i e b z i g Zeugen ver­nommen werden müssen.er°

$ Stadtverordneter Dr. von Wild: <zch habe dem Bürgermeister die Garantie gegeben, pap kein Stadtverordneter: gegen den Antrag setn werde. Ich bitte Sie daher, fttmmen Sie dem Antrag zu, damit ich Recht behalte, t^eiterkeit.s Stadtverordneter Dr. Haruier: Wir haben un» schon zu lange über diese Frage, die abso-

In der gestrigen Stadtverordnetenfitzung war der Magistrat durch Bürgermeister SjJ mus, Stadtbaurat Hopfner, Stadtichulrat Bob ritz, die Stadträte Brunner Dr. Saran, Ruetz, Rosenstock. A"dr" Simon und Dr. Hüttenroth vertreten. Von den Stadtverordneten fehlen die Herren, Froelich, Henschel, Huhn Plaut Potente. Prei- ßel, Pulvermacher und Semmelroa.

Meistens kommt er anders als man denkt. So auch gestern: Fünf Punkte von untergeord­neter Bedeutung wies die Tagesordmmg der Stadwerordneten auf und doch wurde über eine Stunde debattiert, die meiste Zeit um dte Bewilligung von fünfhundert Mark, die für die Ergänzung der Bibliothek der Höheren Mädchenschule erforderlich find. Es war er­staunlich, zu hören, welch eigenartige Ansichten einige Stadtverordnete In dieser Angelegen­heit entwickelten. Die Vorlage war doch so klar, daß es eines Wortes d» Debatte ntcht be­durft hätte. Was sagte doch der Referent Die in der Bibliothek vorhandene Lucke hatte ausgefüllt werden können, wenn der brsherige Bibliothekar die alljährlich zur Verfügung ste­hende Summe voll ausgenutzt hatte. Da mutz­ten scheinbar größere Mittel drsponrbel ge­wesen fein. Aber in demselben Atemzug horte man, daß 150 Mark pro Jahr vorhanden ge­wesen seien und daß in den letzten zehn Zäh­ren rund 1440 Mark verausgabt waren. Also bleibt ein Ueberschuß von 60 Mark, der auf die einzelnen Jahre verteilt, eine Ersparnis von 6 Mark pro Jahr ergeben hat. Glaubt der Re­ferent wirklich, daß man mit dieser Summe die Lücke hätte ausfüllen können? Und dann die Ansicht des andern Herrn, daß jeder neue Schulleiter neue Wünsche habe! Aus diesen Ausfühmngen klang heraus, daß auf diefe Wünsche nicht sonderlich Rücksicht genommen zu werden brauche. Der Herr unterschätzt wirklich das frische neue Blut, das der Hoher« Mädchenschule in ihrer Leitung gewor­ben ist. Wenn, wie Fachleute mtttetlten, die Bibliothek wirklich in einem arg verlodderten Zustande sich befindet, dann war es höchste Zeit, daß eine junge Kraft die Reorganisation in die Wege leitete. Man sollte für solche Anregungen dankbar sein. Letzten Endes wur­den die fünfhundert Mark mit knapper Mehr­heit bewilligt. Hätte die Gegenprobe dte man bei der Abstimmung unterlief!, nicht vielleicht doch ein anderes Resultat gezeitigk? Sonder­barerweise stimmten die sozialdemokratische« Stadtverordneten gegen die Vorlag . Die übrigen Tagesordnnngs - Punkte wur­den glatt erledigt. Vor Eintritt ttt die Tages­ordnung wurden vom Magistrat emige Mr - ieilungen über die Beschlüsse der Teuerung^ kommission gemacht, Zum Schluß gab es noch eine Anfrage an den Magistrat, wie weit das Statut betreffend Einführung der Sonntags­ruhe in Cassel gediehen sei. Man erfuhr dabei, daß die Beratungen der Kommission alsbald wieder ausgenommen werden sollen Aus eini­gen Bemerkungen und Zwischenrufen konnte man entnehmen, daß diese Frage «och nicht so leicht wird geregelt werden können. ^Es wird deshalb noch manche Redeschlacht beider^Be- latuns des Entwurfs zu erwarten fein. Sonst ist über die gestrige Sitzung nichts von Belang zu erwähnen. *88"

HVWÄ; vorgenommen ^^7st7n Bülow ausgetreten, weil dieser in werden mutzten. KEgium erNart sich ^jEchkett nicht wegen der krankhaften Ver- mit den Vorschlägen debattelos einverstanden s ...... . .............

Die wichtigste Aenderung bezieht sich au den Paragraph 13, wonach mundelsichere und vei der Reichsbauk in Klasse 1 bKlhbare^Wert- baviere bis zn 90 Prozent des Nennwertes be- liehen werden dürfen; bei ernem Herabgehen des Tageskurses unter die Massige Grenze muß binnen acht Tagen das Unterpfand ent-

soll zu verkaufe-. Zu Tarleken ^:?A^aaebe°I "akei'.erttäruna 'der Ehe und die ErlcmbmS fen nicht mehr als em Viertel des Anlageve » Eingehuna einer neuen nachgesucht ba- tandes verwendet werden. . m.

ei« G ra b p f le ge ve r mach tnis des verstorbenen Stadtgarten-Jnspeftors,E u b e l l wird mit Dank entgegengenommen.

Von der Prüfung der Rechnung der Ele- mentarlehrer-Witwen- und Waisenkasse für das Eiatsiabr 1910 und der Rechnung der Betriebs- ^anftiikässe für a -selbe^ Ia bttuimmt das^K ol- legium Kenntnis. Für dre bevorstehende Vieh­zählung werden 200 Mark bewilligt.

Casiel «nd die Sormtagsrrche.

Stadtverordneter Francke stellt an denMa- gistrat die Anfrage, w,e wett die Beratung^ bezüglich des Ortsstatuts für die Sonntags­ruhe^ gediehen seien. Es ser die Rede davon gewesen, daß eine Aenderung erforderlich sei, weil die Kirchenbehörde den Gottesdienft vo« 9 auf TZ10 Uhr verlegt habe. Der Magffttat 'oll nun beim Polizeipräsidenten EmsprM er­hoben haben, daß die Zett für den Gottesdienst verlegt worden fei, obgleich schon fett Jahren der Gottesdienst anders gelegt worden. ist. Ter Polizeipräsident soll. geanttvortet haben das er nicht entscheide« könne, bevor das Ortsstatut erledigt sei. Die Verlegung des Gottesdienstes von 9 bis 11 auf ^10 bis 5412 Uhr könne den Geschäftsleuten doch nur angenehm sein.

Stadtrat Dr. Saran: Der Magistrat habe Kinuna beschlossen, daß die Ar-

Gafiel und die Teuerung. '

Geheimrat Pfeiffer eröffnete 6.85 Uhrdie . Verhandlungen und erteilt« Bürgermeister , Iochmus das Wort, der mttteilte, daß die em gesetzte gemischte Kommission zur Beratung der Maßnahmen zwecks Linderung der beste henden Lebensmittelteuerung bereits praktische Arbeit geleistet habe; es wurden sogleich Einzel heften zur Kenntnis gebracht.

Stadtrat Dr. Saran, der Referent in der Angelegenheit, führte dann aus: Tie KoMMisi sion habe sich in sehr eingehender Welse mit der ihr obliegenden Angelegenheit beschäftigt Man habe die Frage geprüft, ab es möglich sm, ein fitHiae Fleifchversorgung für cte minderbemittelte Bevölkerung in die Wege M leiten. Die Kommission sei sich von vornhe-ein darüber klar gewesen, daß die direkte »steinn Versorgung auf erhebliche Schwierigkeiten sto­ßen würde und daß daher andere Mapuab- men. die in Betracht kommen könnten geprüft werden müßten. Die Kommission habe kchlosten bei verschiedenen Städten eine Rund- kaae Tii halten, um einschlägiges Material zu erzielen. Das gleiche solle bezüglich der Lie­ferung von Seefischen und Gemüse er­folgen. Die Kartoffel liefern ng je» boch dürfte keine Verzögerung erfahren, einmal wegen der Preissteigerung bei der fltoperen Nachfrage, zum andern wegen des bevofftehen» den Frostes. Die Kommission babe sich vom Magistrat einen Vorschuß anweisen lassen und der Magistrat habe bei der Hauvtkasse einen Kredit eröffnet. Der Redner ist von der Kommission beauftrag worden, Offerten jur die Lieferung von Kartoffeln und von see» «scheu einznzieben. Bei den Kartoffel-Offerten schwankte der Preis: zwischen der Niedrigsten und höchsten Offerten sei eine Differenz von 60 Pfennigen. Der Selbstkostenpreis für die ein» gekaufte Ware betrage 3,50 Mark pro Zentner, wofür die Kartoffeln auch abegegeben werden sollttn. Dieser Preis sei jedenfalls niedr ger als der im Kleinhandel Die Kartoffeln feien heute eingetroffen und wurden morgen zur Ausladung kommen. Die Abgabe der Kartofeln soll an städtische Arbeiter und Beamte mit einem Einkommen bis zu zwe - tausend Mark in unbeschrankter Weise erfol» gen. Für die übrige minderbemittelte Bevol- kernna fei eine Abaabemenge von einem Vier-

Um füushundert Mark.

Für die Schülerinnen-Bibliothek der Höhe­ren Mädchenschule wird eine Nachforderung von fünfhundert Mark gemacht. Der Referent, Stadtverordneter Dr. Schlüske. führt ans: Der Antrag werde damit begründet, daß der neu eingetretene Bibliothekar festgestellt zu haben glaube, viele Bücher feien im Laufe der Zeit unhvgienisch" geworden und würden für die Schülerinnen eine Gefahr bilden. Im übrigen würde die neuere Literatur bei der Ergänzung der Bibliothek keinerlei Berücksichtigung erfahren haben. Der Referent hat die Beläge der letzten zehn Jahre Lurchgesehen und gefunden, daß von dem bisherigen Bibliothekar einige facher bevorzugt worden seien, besonders die religiöse Literatur. So wünschenswert es im Interesse der Schülerinnen erscheine, die offenbar vor­handene Lücke auszufüllen, so würde er den Antrag des Magistrats auf Bewilligung der Mittel nicht empfehlen. Einmal halte er es aus generellen Gründen nicht für wünschenswert, den einmal ausgestellten Etat zu beranbern, zumal die Anforderung nicht unbedingt erforderlich fei. Würde man dem Antrag statt­geben, würde man einen Präzedenzfall sckasfen. Im übrigen sei die in den Etat fur-bte Biblio­thek eingesetzte Summe um 100 Mark auf -oO Mark erhöht worden. Hinzu komme, daß die jahrelang zur Verfügung gestandenen 150 Ml. nie voll ausaebraucht worden seien. Wurde die Summe von dem bisherigen Bibliothekar voll ausgenützt worden seinMmrde sich doch die Lucke, wie sie sich jetzt herausgestellt hat, zum kleinen Teil wenigstens haben aussüllen.lassen, -em jetzigen Bibliothekar bleibe es seiner Meinung nach überlassen, die verfügbare Summe aus­zunutzen, sodaß in einigen Zähren die ge­wünschte Ergänzung der Bibliothek durchge- führt sein werde. Er bitte den Antrag des Ma-

S tad verordneter Francke als zweiter Re­ferent, bemerkt noch, daß er in. dem Buchewer- eichnis einige Bücher gefunden habe>, die in die Schülerinnenbibliothek nicht hinemgehör- ten, so Ellen Kev und »Die Waffen nieder, von , Bertha von Suttner

Stadwerordneter Dr. von Wild bemängelt ' zunächst, daß nicht diejenigen Herren zu Rese- ' renten bestellt worden seien, die die Angels genbeit in der Kömmisson behandelt hatten. Zur ; Sache selbst bemerkt er, daß die Bibliothek der ; Höheren Mädchenschule und des Lehrerinneu- seminars höchst mangelhaft sei. urtt, nur den Umfang der Bibliothek für Ober-Tertta, aftö einer Klasse, erreiche Die Ergänzung der Bi­bliothek sei erforderlich, da gerade im Winier von den jungen Mädchen für ine Bersetzung und das Lehrerinnen-Eramen gearbeltet werde. Dir Bücher, die sie hierzu brauchten, konnten sie in öffentlichen Bibliocheken nicht erhallen. Da die Bücher nötig seien, mutzten sie. fetzt an- ges-bafft werden, ihre Anschaffung durste kei­neswegs auf die nächsten Jahre. verteilt

werden.

Stadwerordneter Professor Sandrock: In bet Kommission sind die Bedenken bezüglich der Bewilligung autzerhalb des Etats auch erhoben worden. Die Herren, die sie aber geltend maL- ten, hätten sie wieder fallen gelassen, dafeiige- stellt sei, daß es sich um einen Notstand handle.

Stadtverordneter Schläfke stellt fest, Lag m den letzten zehn Jahren 1E.35 Mark für die Bibliothek ausgegeben worden seien, daß also eine Ersparnis von 60 Mark gemacht Ware.

Bürgermeister Jochmus: Lehrer Hassenpflug, einer der Vorkämpfer auf dem Gebiet der Schundliteratur, hat einen interessanten Be­richt verfaßt, in dem et auSeinandersetzt, daß nd) die Bibliothek m einem unhaltbaren Zu- tanb befände. Da die Beiträge für andere Schulbibliotheken schon früher als wie sur die Höhere Mädckiensckule erhobt worden seiem io befände sich letzte « Rückstände. Ter Red­ner bittet um Annahme des Antrages. .

Stadwerordnetr Ragell erklärtdaß feder neue Direktor Wunfche habe. Wurde man abermals einen neuen Herrn bekommen, wurde er auch wieder neue Wunsche haben. Das kann aus den Aussall der Prüfung keinen Einfluß haben, ob die jungen Mädchen emen Suder­mann mehr oder weniger kennen Wem» . s sich um die Anfchassung eines größeren Werks, etwa Mepers Konverfattonslerckon handle, wäre es etwas anderes,

Stadtverordneter Zimmerman, unterstützt den Antrag Les Magistrats.ebenfalls Stadt­verordneter Friebe, der erklärt, daß man die Höher- Mädchenschule immer als Stiefkind be-

Herrenlose Millionen.

Ein Erbschaftsprozeß, bei dem es sich u« ein Objekt von Lreihundert Millione« Francs handelt, beschäftigt zurzeit die Pari» ser Justizbehörde. Es bandelt uw um de« Nachlaß der Witwe des Generals ChatleS Huette. General Huette, der Sohn unbemit­telter Eltern. stammte aus der Bretagne^ Bor einigen Jahrzehnten wanderte er nack Kanada aus erwarb dort ein beträchtliches Vermögen, das er durch geschickte Finanzoperationen auf die Höhe der fetzt angefochtenen Hinterlassen- schatt steigerte. Sväter kehrte er nach Frankreich zurück und starb dort nach kurzer Zeit. Er hin­terließ fein Vermögen feinet Witwe, die eben­falls starb, und zehn Jahre nach ihrem Able­ben beschlagnahmte der französische «taat das dreihundert Millionen Francs betragende Bet- mögen, da weder direkte Erben, noch ein rechtsgültiges Testament vorhanden waren. Inzwischen haben nun dreißig in der Nor­mandie ansässige Familien, die behaupten, na. he Verwandte des verstorbenen Huette zu fein, stch vereinigt, und eine Klage gegen den fran­zösischen Staat auf Herausgabe M»

DermSaenS vorbereitet.

Ministers

Freiherr von Schorlemer Lieser, mit dem Freiherrn von FKrstenberg bm* bernb in den Weg stellte. Man erinnert sich «och, daß unmittelbar nach der Trauung der Baronesse von Schorlemer mit dem ore herm von Fürstenberg der Landwrrtschaftsmintster von Schorlemer durch den Grasen Gunther von der Schulenburg davon in Kenntnis gefetzt ivurde, daß sein nunmehriger L>chwlegersoyn Freiherr von Fürstenberg sträflichen Neigun­gen huldige, und daß Freiherr von Üjurfien- bcrg nach der Rückkehr von der Hochzeitsreise als Leiche im See seines Schlosses aufgefunden wurde. Es handelt sich dabei um I dieselbe Tochter des Landwirtschaftsministers, die vor einiger Zeit eine neue Ehe etngegangen ist. Das ganze Verhalten des Grafen von der Schulenburg gab nun seiner Frau, einer belgi- fchen Grafentochter, und den mtt den Schwe­stern des Grafen verheirateten Herren, Exzel­lenz Freiherr von Maltzahn und Graf Pückler Veranlassung, beim Amtsge­richt Velbett die Entmündigung der ___ . tollen Grafen" (wie er im Volksmunde in feiner letzten Sitzung beschlossen, daß die Ar-1 ^eißt) zu betreiben, und zwar mit der Begrüu- beiten bet Kommission wieder- ausgenommen paß er die Angelegenheiten emes Edel» werden sollten, dann werde die Frage »u prü- man8ne§ unb Standesherren, sowie eines Ehe- fett sein, ob in dem Ortsstatut die Zeit ur beit mnnne§ nicht zu besorgen vermöge. In der Hauptgottesbienst von /2IO bis ^12 Uhr be- Berbandlung der Sache wandte derj8ras tticksichtigt werden solle. - - von der Schulenburg ein, daß man tbm aus

Stadtverordneter Sondermann wendet sich p 0 l i t i s ch e n G r u n d e n wundtot machen aeaeu die Einsübrung des Gottesdienstes von ^olle; er habe sich den unauslöschlichen ^10 bis ^12 "Uhr. Das Sonntagsgefchaft ist Has, pes früheren Reichskanzlers

lediglich auf die Landkundschaft eftigerlchtet. ömt 9ütoto und des Landwirtschafts.

In eine Besprechung der Angelegenheit mjn^er§ Freiherrn von Schorlemer-Lieser wird nicht weiter eingetreten. durch seine bekannten Enthüllungen zugezogen;

«u, »er M-glltrat-m«»»-. d.»

MMMm '"».Ä-EM-N Schulmbur,» ,«l mit »»«J**J4^J**S

Sie Schulenburg Affäre.

Graf von der Schulenburg vor dem Entmündigungs-Geticht. I

lT e l e g r a P h i s ch « r B e r i ch t.) g Elberfeld, 3. November.

Vor der siebenten Zivilkammer dez hiestgeu Landgerichts begannen sfissr..i W ?* j

fflüaer Reichs graf von der Schulenburg. der . S«n»emW I» *" der durch Urteil des Velberter. Amtsgettchts über ihn verhängten Entmündigung anstrebt, der Schwager des früheren ReichSkanz l e r s Fürsten von Bülow und durch seine Fa- Niilienbeziehungen mit dem vrmßischen Uradel verschwistert und verschwägert. Er ist autzer dem Besitzer der mitten tm Herzen des Ruhr koblenreviers -gelegenen Millronenherrschast riefte Die Familientraditionen der schulen, siuras reichen bis zu den Salischen Kaisern zu« riick und an den preußischen P^enhöfen haben sie stets e i n e g r 0 ß e R 0 l l e gespielt Umw arößere Verwundemng erregte es, daß Graf Günter von der Schulenburg sich der deutschen Rechtspattei anschloß, die bekanntlich gegen al­les Preußische einen erbitterten Kampf führt, und schließlich ium Katholizis­mus übertrat, um bald, darauf m der Zen- ttumspartet eine mehr eigenartige als hervor ragende Tättgkeit zu entfalten. Er wurde

8er Roman eines Deserteurs.

Ein Privattelegramm meldet uns aus Wien: Vor dem Landesgericht begann gestern der für drei Tage anberaumte Spio- nagepro zeß gegen den fiebenundzwan- zigjährigen deuffchen Reichsangehorigen Her­mann Cords. Cords ist bei der deuffchen Marine fahnenflüchtig geworden und hat für England gegen Frankreich und sur Italien gegen Oesterreich spioniert. Nach feiner Aburteilung wird er an Deutfchland ausgeliefett werden. CordS, ber mit einem Rofa-Ordensbändchen im Knopfloch vor dem Gericht erscheint, ist mit einer Begleiterin ge­reist. die mit Offizieren Liebest,er- bältnisse anknüpfte, um militärische Geheimnisse zu erfaßtem Nach feiner Desettion aus der deuffchen Manne begab er sich nach Varis, wo er sich in Kundschafter- kreise einsühren ließ. Da er fedoch nicht, ge- nügend entlohnt wurde, ging er nach Lion und nahm die Stelle eines Hauslehrers beim deuffchen General-Konsul an Nachdem er dort verfchtedene Diebstähle be­gangen hatte, slüchttte er nach Triest. Dort wurde er verhaftet, als " dew Kriegshffen von Para photographieren wollte. Der An gefiagte bestreitet, daß er die Reise nach Triest unternommen habe, um den ihm von «statten erteilten Auftrag, militärische niffe in Erfahrung zu bringen, aus-usuhren Er habe vielmehr den Auftrag an Oester­reich verraten wollen