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Kasseler Neueste Nachrichten

s a m k e i t anzunehmcn beginnt. Ein Volks-

i kricg ist im Werden, bei dem auch Pistole, Messer und Dolch ihre Rollen spielen, ja sogar

die Frauen der Araber und die K naben

selbst und zerschmetterte sich den Schädel. Dortmunder Bankkrach

Künar tiir..r <«Ari'nn(ii'rt irfifrhht1 rrfirrt der Anacklliatc CH

sichert der Angeklagte Ohm, daß er mit der

Ein kleiner Florentiner Bersaglicri schleppt

Jer ZgrtMvntzer Mnkkrsch vor Gericht.

(Von unserm Korrespondenten.)

Bersaglieri liegt verwundet im Hospital und erzählt dem Besucher das traurige Ende des unglücklich en H a u p t m a n n s B u c ch i o. An die" Kirchhosmauer gedrängt war er von einer Ueberzahl arabischer Kämpser umringt: mit Säbel und Revolver verteidigte er sich bis zum letzten Augenblick. Als er dann sah. daß er der Uebermacht erliegen mußte, richtete er den Revolver mit der letzten Patrone a uj sich

Zu Beginn der gestrigen Verhandlung des ' Prozesses vcr-

Vcrscndung der Depots niemals etwas zu tun gehabt habe. Rur die Verfügung rüh­re von ihm her, daß generell die Depots nach Berlin geschickt werden sollten, über die der Bank das Versügungsreeht zustand. Der Ange­klagte Schmitt betont, er habe die Kure gar nicht in die Hände bekommen, die Weitergabe nach Berlin sei in den meisten Fällen von den Filialen aus erfolgt.

Der dritte Angeklagte, Prokurist Bcn- n c r, ist als Lehrling, in die Riederdentschc Bank eingetreten, bei der er später fest ange- stellt wurde. Vor drei Jahren wurde er Pro­kurist. Er äußert sich wie folgt: Der Angeklag­te Schmitt batte das Amt, die eingelaufene Post durchzuschen. Die Briese, die ihm wich­tig erschienen, hat Schmitt behalten, ich habe nur belanglose Sachen bearbeiten müssen. Di­rektor Ohm machte mir einmal den Vorwurf, daß ich über verschiedene Dinge nicht orientiert sei. Als ich ihm mitteilte, daß mir Schmitt keine Einsicht in die Briese gebe, ersuchte er Schmitt, mir von diesen Briesen Kenntnis zn geben, Schmitt hat sich aber an d i e s c A n - ordnung nicht gekehrt. Von einer Ri valität zwischen Schmitt und mir. kann nicht die Rede sein. Er war trotz der nominell glei­chen Stellung mein Vorgesetzter: Direktor Ohm hat mir das selbst gesagt. Bezüglich der B l a n k o z e s s i o n e n der Kure will der An­geklagte angenommen haben, daß der Bank das Verfügungsrecht über die Kuxe zustand. Vorf.: Hatten S-e nicht Kenntnis von den Briefen der Berliner Handelsgesellschaft, in denen sie das Verfügungsrecht anzweifelte? Angekl.: Jawobl, aber darüber braucht man nicht besonders erstaunt zu sein, denn in B c r l i ner Bankkreisen weiß man über die Kure wenig Bescheid. Es wird darauf in die Erörterung der S p c z i a l s ä l l e ein­getreten, und zwar kommt zunächst die Affäre mit der Firma Ge b r. Alexander in Bres­lau zur Verhandlung, die bei dem Zusammen­bruch etwa hundertzwanzigtausend Mark ver­loren hat. Der Angeklagte Ohm erklärt hierzu, er habe in der Sache höchstens zwei Briese diktiert und wisse sonst nichts von der ganzen Korrespondenz, da er verreist war. Der Angeklagte Schmitt behauptet, daß ein Brief der Firma vorliege, nach dem die Bank die Verpflichtung hatte, über die Kuxe nicht zu verfügen. Ohm mußte von diesem Briese Kenntnis haben. Im weiteren Verlaufe der Ausführungen des Angeklagten Schmitt er­klärt O h m : Ich muß mich gegen die Art und Weise und aegen den Ton der Angriffe seitens des Angeklagten Schmitt verwahren. Ich möchte verhüten, daß in die Verhandlung ein Ton a la Wolif - Metternich bineinge­tragen wird. (Die Verhandlung wurde schließ­lich auf Donnerstag vertagt.) -er-

** Graf und Rechtsanwalt. Vor dem Schöffengericht in Breslau stand der König­liche Kammcrherr Graf Hatzfeld-Tra- ch e n b e r g, nm sich gegen die Anschuldigung der Beleidigung eines Rechtsanwalts zn ver­antworten. Der Graf war in seiner Eigen­schaft als Verwalter, des Thronlehens Sagan mit dem Chef der herzoglichen Forsiverwal- tung, Wildert, in Differenzen, die sich lange Zeit hindurch hinzogen. Der Vertreter des Forstmeisters, Rechtsanwalt Hermann in Sagan, beschwerte sich im Laufe des Streites über den Grafen beim hiesigen Oberlandesge richt, wobei er durchblicken ließ, daß er Ma­terial besitze, dessen Verwendung dem Grafen wohl kaum sehr angenehm sein würde. In seiner Rückäußerung auf dieses Schreiben er­klärte Graf Hatzfeld, er verzichte darauf, mit so heimtückischen Angriffen zu manövcricren, wie das seine Geaner täten. Durch diese Aeußcrung fühlte sich Rechtsanwalt Hermann beleidigt

Mich überkam's ganz eigenartig. Ich war perplex, daß ein so tiesstehendes Wesen wie dieses Negermädel die Schönheit der Tragik eines Sbakespeareschen Dramas erraten konnte.

Endlich fiel der Vorhang.Komm, wir ....... " '' Da iw iedoch noch teilte

Novelctte, von Rens Grouge.

Mein Vetter hatte sie mir von der Guinea­küste mitgebracht, nebst einem Papageien, ei­nem Affen und etlichen Schnüren Korallen. Der Papagei und der Asse gingen ziemlich schnell ein, und die Korallcnschnüre waren bald ein Raub meiner Damenbckanntsckast von Montmartre. Rur das kleine Regcrmädel blieb mir ein lebendes Andenken an meinen ar­men Teufel von Vetter, der längst verschollen ist, und dessen Knochen wohl irgendwo im afrikanischen Sande bleichen mögen.

Sie war so klein, so winzig und unansehn­lich, . . . fast ein Nichts, dieses kleine weibliche Wesen: tiefschwarz war sie vom Scheitel bis zur Zehe, hatte dicke wulstige Lippen, kurzes flok- kiges Wollhaar und trug ständig geblümte Kat­tunkleider. Die schienen ihr einziger Trost im Exil zu sein, . . . vielleicht eine Erinnerung an die fonnendurchglühten Sandsläwen ihres Geburtslandes, wo sie in Freiheit und Wild­heit aufgewachsen, und nach dem sie wohl oft Heimweh verspüren mochte, wenn sie, ohne ein Wort zn reden, mit ihren schwarzen Augen vor sich hinbrütete ....

Nötig gehabt hätte ichs wohl nicht, dies immerhin sonderbare Geschenk anznnehmen. Ich tat's eigentlich aus Renommage. Hotte ich doch allein meine liebe Not, mich mit ihr zu verständigen! Das unsagbar drollige Kau derwelsch meiner kleinen Sklavin und mein Bculevardjargon wollten sich durchaus nickt in Einklang bringen lassen. Aber ich batte nun mal meinen Spaß daran, und wenn ich meine Klubfreunde empfing, hieß ich das Geschöpf- chen seine Rationalklcidung anlegen, behängte es mit Juwelen und ließ es seine wilden Tänze aufführen.

Ergebenbeit ist der hervorstechende Charak- trrzug, der ureigenste Instinkt gut behandelter Sklaven: und diese Eigenschaft war in ihr anfs höchste entwickelt. Ich konnte keine Bewegung machen, ohne daß sie mich belauschte; selbst meine Gedanken schien sie zu empfinden. Wenn ich las. kauerte sie zu meinen Füßen nieder. Sie hätte auch vor dem Fußende meines Bet­tes geschlafen, hätte ick nicht dagegen energisch Einsprache erhoben, ... diese Sitte schien mir doch allzu antik und nicht mehr in unsere Zeit

ist. So wenig Weib diese kleine Wilde da, in deinen Europäerangen sein mag ... du wirst doch als Kavalier an ihr handeln." Und ick beschloß, mich am nächsten Tage beim Kolonial­minister für die kleine Verliebte zu verwenden damit sie in ihre Heimat zurückgesandt werde

Schwierigkeiten wurden mir nicht gemacht. Als ich von meinem Gange zurückkarn, versuchte ich, halb in Worten, halb durch Gesten, ihr klar zu machen:

Ich komme vom Minister, ... du wirst abreisen."

Sie verstand mich nicht: es bedurfte der vor wickeltsten Zeichensprache, ihr die Bedeutung, der Worte beizubringen.

Plötzlich schien sie zu begreifen: beständig wiederholte sie die Worte:Du abreisen."

Erst war sie wie versteinert: ihre Hände durchwühlten ihr krauses Wollhaar . . . und schließlich schüttelte sie, als ob sie einen unwi­derruflichen Entschluß gefaßt hätte, energisch den Kopf:Nein."

Was?" fuhr ich sie an.Nein? Das wol­len wir doch sehen: Tn wirst reisen!"

Erschrocken vor meiner Gebärde flüchtete sie in einen dunklen Winkel, ans dem ich nur ihre blitzenden Augen hervorleuchten sah.

Wenn du ihr morgen allen Glasschmuck kaufst, nach dem ihr Herz begehrt, wird sie sich wieder trösten," dachte ich. Dann kam mir eine verrückte Idee: Ich wollte sie ins Theater führen. Ich fagte mir:Vom Leben hat sic doch nichts gesehen, es wäre doch schade, wenn sie nicht eine kleine Erinnerung an die Um­gebung, in der sie nun so lange gelebt hat, mit in ihre Wüste nehme." Io ging ich denn bin und erstand eine kleine' Loge von zwei Plätzen im Schauspielhaus.

Hamlet" wurde gegeben. Meine kleine Schwarze war so bestürzt von dem, was sie sab, daß sie während der ersten Hälfte des Stückes überhaupt keine Lebensäußerung tat. Erst ge­gen Schluß, als Opbelia rosenumkränzt starb, faßte sie heftig meine beiden Hände. Große Tränen rannen ans ihren Augen.

mühsam seinen verwundeten Leutnant aus der Kampslinie, keucht unter seiner Last einher; als er endlich seinen Ossizier in Sicherheit wähnt und die Bürde behutsam zu Boden legt, muß er sehen, daß er einen Toten geschleppt bat: Tie Kugel ist dem blutjungen Leutnant mitten durch die Stirn gegangen. Rim kommen die roten Kreuz-Wagen mit den ausgelesenen To­ten. Hock übereinander getürmt liegen die Leichen der Bersaglieri: über dem Hausen sieht man die traurigen Reste eines jungen Soldaten, dem die Feinde in der Wut des" Schlachtens die Kleider vom Leibe rissen. Der ganze Körper i st von D o l ch st ö - ßcn zersetzt. Auf die Italiener wirkt dieser gräßliche Anblick wie ein Signal:

Ter Rachedurst übermannt sie, sie stürzen sich aus die endlos einander folgen­den Züge gebundener Gefangener, wollen Ra­che nehmen und können nur mit Mühe zurück- gehalten werden. Es ist ein schreckliches und tragisches Bild. Ta in den Reihen der Gefangenen stolpern schwache Greise, Frauen und Kinder einher. Sie sind alle, öder wenigstens die größere Mehrzahl, völ­lig entkleidet, denn man hm ihnen die Hüllen abgenommen, unter denen man immer Waffen und Patronen fand. Den Fragen der Offiziere und Soldaten setzen dieseRebellen" ein starrsinniges Schweigen entgegen, sie seuf­zen nicht, sie starren gerade aus und erwarten ihr Schicksal. Hier und da bittet einer mit stoischer Gelassenheit um eine Zigarette. Der Befehl, sie zu entkleiden, war ihnen die schwer­ste Heimsuchung. Sie haben ein starkes Scham­gefühl, und sie zittern mehr aus Scham denn ans Furcht. Alle Rassen sind in diesem Zug der Todeskandidaten vertreten: Beduinen, Ber­ber, Araber und Sudanesen. Unter den wüten­den Zurufen der italienischen Soldaten werden sie in die Kaserne geschleppt. Es ist wohl ihre letzte Rächt, mit Sonnenaufgang werden sie vor der Mauer stehen und mit Kugeln für ihre Sünden büßen.Endlich fenkt sich die Nacht mild herab und bedeckt all diese düsteren und tragischen Bilder mit ihrem dunklen Mantel.

Die letzten Schüsse verhallen, die lebten Kämpfe ersticken: Im Dunkel geht selbst der Haß schlafen. Nun blitzen rings die kleinen Flammen flackernder Laternen auf, ihr Wiederschein schlägt zurück von funkelnden Bajonetten. Die Bajonette gehören der Es­korte eines neuen Gefangenentransportes, zweihundert nackte Menschen, die bereits z n m Tode verurteilt sind, und nun im un­sicheren Läternenschimmer durch die Stadt zum türkischen Hospital geführt werden, wo sie ihre letzte Nacht verbringen. Denn dort, am Hospttal. werden sie mit Morgengrauen er­schösse n. In diesem Augenblick beginnen plötzlich die bleich strahlenden Scheinwerfer der Panzerschiffe aufzuleuchten, gleiten bin über die dunkle Landschaft und treffen auch die trau­rige Prozession dieser dem Tode Geweihten. Kein Wort fällt in dieser Kette von Gefange­nen, die ihr Schicksal bereits kennen; stumm ziehen sie ininittten ihrer Wächter ihres Weges, nur bin und wieder dringt ein unterdrücktes Schluchzen aus den Reihen. Es ist zehn Uhr abends, die Ruhe ist eingekehrt und sie wird dauern, bis am nächsten Morgen die Schüsse krachen, die den hunderten von gefangenen ..Rebellen" an der Kirchhossmauer Tod und Vergeltung bringen werden . .

Nr. 281.

Erster Jahrgang

Anfänglich war sie fchcu und furchisant wie »ine übel behandelte Katze, bald aber merkte sie, daß ick nickt schlimm war. Und dann sagte sie ein über das andere Mal:Herr gut! Herr gut!" und heftete ihre Gazellenaugen auf mich.

.Ich gut, du armes Tierchen?" neckte ich sie dann manchmal.. .glaub' ich nicht! Dazu bin ich zu stumpfsinnig!" Das verstand sie natür­lich nickt und lachte, daß ihr ganzes prächtiges

verteidigten uns wie Löwen, aber unserer waren so wenige und ihrer so viele, so viele. Wie Tiger sprangen sie auf uns los, die Mündungen der Gewehre blitzten dicht vor unseren Gesichtern auf. Und als der Bc- $ sucher des Hospitals den jungen Verwundeten fragt: Wieviel Italiener gefallen sein mögen, füllen sich die Augen des kleinen Soldaten mit Tränen und seine Stimme zittert:Oh, eine ganze Menge!" Und er beginnt eine lange - Liste der Kameraden und Freunde auszuzäh­len, die nie mehr heimkehren werden. In lan­gen traurigen Zügen werden die Verwun­deten herbeigetragen. Auch die Soldaten des | Sanitätslorps haben in der Wut des Kampfes, trotz des roten Kreuzes aus ihrem Arme, zur Waffe greifen müssen, haben gekämpft und ge­schossen und brauchten auf eine Antwort ihrer bleiernen Grüße nicht lange zu warten. Run schleppen sie die verwundeten Kameraden her­bei. Da liegt ein römischer Bersaglicri, drei ; Dolchstöße in der Brust, den Unterkiefer von einer Kugel zerschmettert. Aber in seinen Augen glüht noch die wilde Wut des Kampfes.Man : hat mir das Gewehr vernichtet," gurgelt er [ mühsam aus blutgefülltem Munde,eine Ku­gel schlug es entzwei, sonst hätte ick noch mehr von diesen Hunden zerschmettert.? Daneben aber liegt ein junger hübscher Bursche, der Schenkel ist ihm zermalmt, die wilden Schmer­zen entstellen sein Gesicht und die blutleeren Lippen flüstern stöhnend:

Mutter, liebe Mutterst'

Grausame Episoden haben sich abgcipielt. Der Leutnant Braccia forte von den elften

Messbilder aus Tripolis.

Kriegsschrecken und Bölkcrhaß.

(Von unserm Korrespondenten.) xx Rom, Ende Oktober.

Allmählich folgen denoffiziellen" italieni­schen Berichten über die jüngsten K äm p f e um Tripolis genauere Schilderungen, Ein­zelbilder werden entrollt und Episoden erzählt, die erkennen lassen, daß das Ringen um Tripo­lis einen Charakter beispiel loser Grau-

passend.

Es kostete mich nicht geringe Mühe, ihr ihre Negersprache abzugewöhnen und sie ein wenig an europäische Manieren zu gewöhnen; aber endlich gelang cs.

Meine Freunde veriilktcn mich und taten als ob sie mich im Verbackt einer perversen Neigung hätten. Als ich eines Tages noch leb­hafter als wie sonst dagegen protestierte, rief Berueville aus:

Ja Mensch, . . . siehst du denn nicht, mit was für Augen sic dich anfieht?"

Ick zuckle die Ackfeln und hielt Berncville für einen Dummkopf. Nichtsdestoweniger in­dessen beschloß ich, die Augen rufen zu halten, und mich zu überzeugen und setzte mick am Abend im Rauchzimmer, wo ick den Tee z» trinken pflegte, fo bin, daß mir keine Bewe­gung der kleinen Wilden entgehen konnte.

Sic stellte das Teegeschirr aus den Tisck den Zucker und die Likörslascken und bockte dann aus einem Schemel nahe der Tür nieder.

Vor mir befand sich ein Spiegel, sodaß ich das seltsame Geschöpfchen genau beobachten konnte. Und da sah ich denn, daß sie mich buchstäblich mit den Augen verschlang, seufzte, daß ihre Brust zu springen drohte und schließ- lick. als ob sie ihre Empfindung nickt mehr meistern könne, ungezählte Kußhände nach mir warf.

Ick hatte nickt übel Lust, sie beim Halse zu packen und an die Lust zu befördern! Dati diese Wilde sick erdreistete, mirihre Gefühle zu widmen", erschien mir als der Gipfel aller Unverschämtheit. Aber im selben Augenblick

haben zur Flinte gegriffen, um die Eindring­linge auszurotten. In dem Kampf gegen die am ußersten linken Flügel der italienischen Stel­lung liegenden Bersaglieri ist aus dem Kampfe zweier Parteien eine Orgie Menschen- . mörderischer Wu t emporgeslammt und hier, wo die Italiener auch im Rücken ange­griffen wurden, hat der entfesselte Haß der Araber furchtbare Opfer gefordert. Alle Erzählungen der Verwundeten entrollen das gleiche schaudervolle Bild von der Wut dieses Ringens, das wirklich ein Kriegbis aufs M c'i s c r" geworden ist. Von drei Seiten wurden wir angegriffen (so berichtet ein im Hospital liegender verwundeter junger Brr- saglieri dem Kriegskorrespondenten der Stam- pa). Die Wut der Araber kannte keine Gren­zen. Frauen und Knaben erschienen mit den Waffen in der Hand inmitten der Kämpfer, warfen sich den Feinden entgegen und versuch­ten, den Soldaten die Waffen zu entreißen.

K Wir

ward ick inne, daß ich unrecht halte.

Guinea-Neger", ... so reflektierte ick ...

haben möglickerweise dock eine Seele natur lich nur eine ganz kleine, stumpse. dumpie .

Seele, die aber doch für Sckmerz empfänglte? gehen! befahl rch.

1. Beilage.

Donnerstag, 2. November 1911.

und stellte gegen den Grafen Hatzfeld Klage. Das Gericht schloß sich der Ansicht des Grafen, daß er in Wahrung berechtigter Interessen gc handelt habe, nicht an, sondern verurteilte ihn zu 180 Mark Geldstrafe, wobei die glänzende finanzielle Loge des Grafen besonders berück­sichtigt wurde.

Ms aller Welt.

Müller, der MiLlgnen-ZchwinSler.

Die Gaunereien des Berliner Amtsgericht?- Bogcnschreibcrs Hans Müller haben nach den weiteren Ermittelungen einen noch viel größeren Umfang gehabt, als zunächst ange­nommen wurde. Ans den Schriftstücken und anderen Zachen, die bei ihm beschlagnahmt wurden, geht hervor, daß Müller auch Schwindeleien anderer Art als die bisher aufgcdecktcn entweder schon betrieben hat oder zu betreiben im Begriffe stand. So sand man in seiner Behausung bei seiner Mutter auch Stempel einerD entsche n Darlehnskas.se". Ob Müller diese erst gründen wollte, oder schon gegründet hatte, steht noch dahin. Zn welchen Zwek- ken er Bestätigungsformulare, die er einem Notar in Blanko entwendet hat, benutzen wollte, oder vielleicht schon benutzt bat, be­darf auch noch der Aufklärung. Die Formu­lare hatte er bereits mit dem Stempel dos Notars verscheu, sodaß er jeden Augenblick imstande war, gefälfchtc Urkunden berzustellen und zu benutzen. Seinen behördlichen Land­sturmschein hat Müller sehr schön dahin ge­fälscht, daß er jetzt auf D r. Hans Müller lautet. Diesen Schein bat er wahrscheinlick auch benutzt, um sick in die Universität e i n z u s chm u g g e l n. Eine I m m a t r i - kulationsbescheinigung, die er sick erschwindelte, diente ihm wieder dazu, A n - schluß a n st u d e n t i s ch e Verbindung gen zu finden, und der Verkehr mit diesen Kreisen verschaffte ihm wieder Gelegenheit, immer neue Kunden für feine geheimnisvollen Geschäfte zu finden.

Vom Zchicksa! ereilt!

Der seit mehreren Wochen flüchtige arttstf- sckr Leiter des Berliner Sportpalastes, Otto Karras, ist in der Rocht zum Dienstag in einem Charlottenburger Hotel verhaftet wor­den. Karras war vor kurzem nach Unterschla­gung von etwa sechstausend Mark, die ihm zur Auszahlung der Gagen anvertraut wor- den waren, mit seiner Geliebten flüchtig geworden. Schon damals neigte die Berliner Kriminalpolizei zu der Annahme, daß sich Karras in Berlin und seiner nächsten Umgebung aushielt. Karras verstand es aber, seine Spur nach außerhalb zu lenken. Rock vor acht Tagen erhielt die Direktion des Sport­palastes eine Karte aus Marseille, in der Karras mitteilte, daß cr das unterschlagene Geld zurückerstatten wolle, und daß er aus Nizza, wo er mehrere Tage gewesen sei, habe abreisen müssen, da er erkannt worden sei. Am Montag abend sahen ihn zwei frühere Angestellte des Sportpalastes am Knie in Charlottenburg, obgleich Karras sich durch die Abnahme seines Bartes unkennt­lich zu machen versucht hatte. Karras wollte gerade in Begleitung einer Dame das Hotel, in das er sich unter falschem Namen cinlogicrt hatte, betreten, als ihn seine beiden srühcren Angestellten erkannten. Die jungen Mädcken teilten dem nächsten Polizeirevier ibre Wahr­nehmung mit. Karras wurde darauf in dem H o t e l v e r b a f t e t. Auf dem Polizeirevier gab er zu, der Gesuchte zu sein. Er erklärte, daß er die Absicht gehabt habe, sich in den nächsten Tagen selb st der Polizei zu stellen.

Lust hatte, zu schlafen, setzte ich meinen Schütz­ling in beit Wagen und begab mich zu Fuß in den Klub.

Ich hatte Pech an diesem Abend ... ich wurde ordentlich gerupft. Gegen sechs Uhr morgens kehrte ich mit leeren Taschen, schwe­rem Kops und verstimmtem Magen in mein Jungaefeklenbeim zurück. Ich durchschritt chic Diele und den Salon, trat ins Schlafzimmer und erblickte ...

Das Bett war aufgedcckt, darauf lag, einen Kranz von Rosen im wolligen Negerhaar, säst begraben unter Blumen ... aus meinem Win­tergarten ... meine kleine dunkclhäutige Wilde. Tie verkrampsteu Händchen hiclicn einen Zet­tel, als ob sic ihn mir reichen wollte ... darauf stand in steilen, ungefchickten Schriftzügen:

Ich Massa lieben!"

Aus der Bettdecke lag etwas Weißes. Spitzes . - - ein Schlangenzahn, den sie unter ihren Habseligkeiten mitgebracht haben mutzte.

Armes, kleines Ding!

Aas größte Warenhaus der Wett.

In Loudon wird demnächst ein Waren­haus eröffnet, das wohl das größte der Welt darstellen wird. Es ist ganz aus weißem Granit gebaut und bat eine Front von 840 Fuß. Die Knpserdräbte für die elektrische Be­leuchtung haben eine Länge von 24 englischen Meilen und die Beleuchtungskörper eine Licht­stärke von 1350 000 Kerzen. Die gewaltigen Räume dieses Kaufhauses können 100 000 Per­sonen fassen. Fünftausend Angestellte- werden in den 115 verschiedenen Abteilungen die Kun­den bedienen, zu deren Beförderung 24 Fahr­stühle und 154 Treppen zur Verfügung stehen werden. Auf dem Dach wird eine Zelle sur drahtlose Telegraphie eingerichtet. Innerhalb der Räume gibt es allein 800 Telepbonzellen. Für die Konstruktion dieses Warenpalastes sind 21 Millionen Pfund Stahl verwendet worden. Große Restaurationsräume werden in zwei riesigen Glashallen eingerichtet werden. Im Sommer können die Kunden sich in den,Tack­gärten erfrischen, wo ein Wiener Cafö sich etablieren soll. Auch der Kinderspiel­platz, aus welckcm ausgebildete Kinderpfle­gerinnen ihres Amtes walten, liegt dort tu luftiger Höhe. Daß Erholünas. Schreib- und Leseräume vorhanden sind, versteht sich von selbst