Einzelbild herunterladen
 
  

(Wer Neueste Nachrichten

Ra

IMS

cm

Es ist mir sehr unangenehm/

sagte der

feierlich verkündet innrbcn.

Eleoiiora

liefern, alles an-

'-4

f35w £!

Marramw

Mittwoch, den 1. November, abends 6 Uhr

Wiedereröffnung

Carlton-Weinstuben

Ed« M du Cencpto und WewMSe

w

| | | w , ,,, w , ...._______.r____, ~r-..._, ___..... _ m

i I .....

Abreise so beschleunigen zu welchem Zwecke wir uftb noch ist dieser Zweck

Verlobung aus Probe.

Versuchsverlobung" aus ein Jahr Ist age in dem fashionablen Villenort der

i

i

würde" dürfen, ist...

B

El

lZ

Z

j Tiefe merkwürdige Form der Eiizleituug eines Herzensüuuves geht von der Mutter der hm«

ehe ich nicht das und vorbereitet . Sie müssen mir

Eine dieser T

ren Blicken beobachtete er die Gesellschaft, an deren Gespräch.er nicht teilnatzm. Besonders oft ruhte sein Ange ans der hageren Gestalt und dem Raubvogelgesicht des Barons Flem­ming, der sich nur durch einige kurz hinge­worfene sarkastische Bemerkungen an der Un­terhaltung beteiligte. Heino hatte schon immer den Verdacht gehegt, daß Flemming sein Ri-- vale in der Gunst Germaines war: er hatte ibn jedoch nicht gefürchtet, denn er konnte sich nicht denken, daß dieser Mann, in dessen Ge­sicht sich die Spuren eines wüsten Lebens be­merkbar machten, die Liebe einer Germaine erringen könne.

Seit seiner letzten, für ihn so schmerzlichen Unterredung mit Germaine war er jedoch zu der Ueberzeugung gekommen, daß Flemming in dem Leben Germaines eine unheilvolle Rolle gespielt haben mußte. Er erinnerte sieh der steten Annäherungsversuche Flemmings an Germaine; er sah, wie sich ihr Gesicht verfin­sterte, wenn Flennning das Wort an sie rich­tete; er bemerkte sein spöttisches Lächeln bei ihrer, abweisenden Haltung, das alles konnte nur seinen Grund in einem näheren Verhält­nis haben, das sie früher verbunden und das Germaine jetzt verhaßt geworden war.

(Fortsetzung folgt.)

Sie Tochter des Stzism

Roman, von O. von Brunneck.

2. Beilage.

Mittwoch, 1. November 1911

Nr. 280.

Erster Jahrgang

aus glauben wir aber doch sagen zu da>- ' das Gliederreißen vorzuziehen

7) (Nachdruck verboten)

- Im Zimmer des Grafen saß dieser mit dem flxmmerzienrat Sanders im ernsten, heimlichen E Gespräch zusammen, während ans dem Salon f der Gräfin, der von des Grafen Arbeitszim- - incr durch den Speisesaal getrennt war, Ge­plauder und munteres Gelächter ertönte. Tic I; Gräfin verstand es vortrefflich, ihre Gäste zu ^ unterhalten und ihr lebhaftes, geistreiches Ge- W plauder sowie ihre schöne Erscheinung nahmen p jeden gefangen, der sich in den liebenswürdi- p gen Bannkreis ihrer Gefellfchast begab.

Auch Herr Sanders schien den Retz ihres f Wesens zu empfinden, denn oftmals lauschte er nach dem Salon der Gräfin hinüber und horte mit einer gewissen Zerstreutheit auf die leisen Worte d--s Grafen.

gehe- keinen Schritt weiter, eerrain sorgfältig studiert habe. Dazu brauche ich Sic . meinen Mairn in die Hände

bete lassen Sie meine Sorge sein. Sie dürfen I jetzt noch nicht obreisen!"

amerikanischen Millionäre Newport zwi­schen Harold Sterling. Banderbilt, einem inn« geren Mitglied der bekannten Familie, und

Prügel per Elektrizität.

Man schreibt uns: Geprügelt wird auch bei uns, in Schulen, in Besserungsan statten und sonstwo, aber es ist im allgemeinen ein Prügeln ohne rechterr Sinn und Verstand, ohne feinere Unterscheidungen, ohne bureau- kratischc Regelmäßigkeit: Die Prügel sausen auf einen hernieder, wenn er cs am wenigsten erwartet, und cs ist dann ganz gleich,wies und wo's trifft". Da sirrd sic in Amerika besser brau: In diesem Lanoc der grandiosen und Verblüffenden Erfindungen bat man jetzt näm­lich das 'elektrische Prügeln erfunden!

pflegte zu jeder Mahlzeit eine Gabel, einen Löffel und ein Messer mitzubringen, um das "Eßbesteck nach beendigter Mahlzeit dem Kell­ner zu schenken. Ein anderes Original be­glückte die Kellner mit feinem schön einge­rahmten Bild, und ein dritter verteilte aus­ländische Briefmarken, die manchmal einen hoben Wert hätten. Das eigenartigste aller Trinkgelder erhielt aber vor drei Fahren der Oberkellner eines großen Londoner Restau­rants am Tage vor dem Derbv-Rennen. Der Gast gab ihm ein Pfund Sterling und sagte bedeutungsvoll: ..Setzen Sic das aufSigno- rinetta" und denken Sic an mich." Der Kell­ner befolgte den guten Rat und gewann am Nächsten Tage 100 Pfund Sterling! Er ist noch heute fest überzeugt, daß der unbekannte Spender des Sterlings Ritter Ginestreli, der glückliche Besitzer der damaligen Derbysiegerin, in eigener Person gewesen ist ...

mir doch," entgegnete Sanders,daß Sic bc- erzielt hätten."

Buntes flletlei.

Die Trinkgelder der Millionäre.

Man hört oft erzählen, daß die amerikani­schen Millionäre geizig seien und auf Reisen mit Trinkgeldern sehr kargten. Das ist aber eine boshafte Verleumdung. Ter Oberkellner des Waldorf A st o r i a Ho t e l s in Rew- vork gab einem Mitarbeiter desDaily Te­legraph", der sich mit ihm über die Trinlgel dcrsrage unterhielt, die Versicherung, daß er noch nie weniger als 1 Dollar Trinkgeld er-

Man weiß, daß die braven Hankees schon seit langem den lieblichen Scherz, so manElcktro- erekutiou" nennt, eingesübrt haben; nun, das elektrische Prügeln ist nur eine kleine gemil­derte Abaer dieser Hinrichtnngsmethode. Tas elektrische Prügeln soll in amerikanischen Er- ziebungsanstalten und sonstigen Züchtigungs­instituten bereits eine auf breiter Basis auf- gebautepädagogische" Anwendung gesunden haben. Der junge Mann» der geprügelt wer­den soll, wird in ein Badezimmerchen ge­bracht, ausgezogen und in einer Wanne fest- gcbunden. In einiger Entfernung von der Wanne befindet sich die elektrische Batterie: Der eine Pol steht in Berührung mit dein Wasser der Wanne, während der andere in einem Badeschwamm befestigt ist. Der Schul- bültel, der den Auftrag hat, den jungen Mann zu prügeln, berührt den Jnkulpaten hier und da am Körper, und ... das übrige kann man sich denken. Tas Wunderschöne an diesem System besteht darin, daß die elektrische Züch­tigung nicht bloß in moralischer, son­dern auch in physischer Hinsicht nützlich ist: Der Schuldige wird (zumal wenn er an Rheumatismus leidet) nach der solennen elek­trischen Erekutioii so gesund, daß er sofort aus der Wanne springt und den Boston ober einen andern modernen Tanz zn tanzen beginnt. Tas mag ja in hygienischer Beziehung recht wertvoll sein; vomStandpunkt der Menschen-

Ich kann nicht bleiben, bester Herr Graf. Man har mir aus Straßburg geschrieben, daß i i'iait uns auf der Spur ist ... Sic wissen ja, daß sich dort ein tragischer Vorfall ereignet bet ..."

£Ja, es hat sich da ein Offizier erschossen L... seiner Schulden halber, wie man sagt ...,r

-Wenn der junge Mensch zu mir gekom l men wäre und hätte mir seine Lage offen mit- < geteilt, ich würde mich mit ihm schon arran­giert haben. Ich will memanben in das Ver­derben stürzen, am allerwenigsten den Selbst­mord eines Menschen auf dem Gewissen haben. Tiefer Vorfall hat mich schmerzlich erschüttert und hat mich fast bewogen, mich von dem Ge­schäft zurückzuziehen."

Tic Augen des würdigen Herrn schienen - feucht zu werden. Seine Stimme zitterte merklich.

Der Graf lächelte ironisch.

Ihre Gewissensbisse kommen etwas spät," sagte er.

F . ..Immerhin besser als nie." fuhr Sanders ; fort und strick mit der schmalen, laugen wei ßcu Hand seinen ehrwürdigen grauen Voll­bart.Ich muß ans einige Zeit verschwinden,

halten habe. Einer der ständigen Gäste des I prunkvollen Hotels gibt den Kellnern regel­mäßig 10 Dollar Trinkgeld pro Tag, und von Kellnermnnd zu K-llnermund pflanzt sich die Geschichte jenes Wall Street-Magnaten fort, der, nachdem er vier Wochen im Waldorf Asim ria geweilt, seinem Liebliugskellncr eine Z a h- l u n g s a n w e i s u n g aus 5000 Tolla r überreichte. Es gibt aber auch exzentrische Käste, die merkwürdige Gegenstände, mit wel chen der Kellner nichts Rechtes anzufangen lveiß, als Trinkgeld geben. Ein reicher Herr

Was nützen diese kleinen Entdeckungen, welche ich dem Herrn de Malmaisoii mitteilen konnte!" sprach der Graf ungeduldig.Tic technischen Einzelheiten der neuen Geschütz- Konstruktion, die ich mir zu verschaffen wußte, werden binnen kurzem doch allgemein bekannt werden. Man wünscht vor allem Einzelheiten über die Mobilmachungspläne und den Auf­marsch der Truppen an der Grenze im Fall einer Mobilmachung. Tiefe Einzelheiten kann ich aber an bet untergeordneten Stelle, mit der ich in Verbindung stehe, nicht erhalten. Dazu bedürfte ich ja gerade Ihrer Hilfe, um jene Stellen, die mir Auskunft geben kön­nen. mit einem unzerreißbaren Retz zu um geben. Und jetzt, wo wir dicht am Ziele stehen, wollen Sie mich im Stich lassen!"

Ich kann nicht anders, bester Herr Graf! Unser aller Sicherheit steht ans dem Spiele ... nicht nur die meinige, sondern auch die Ihri­ge ... und Sic besonders haben die Erttdek lmig ut befürchten. Ich käme mit einigen Monaten Gefängnis davon, Ihnen aber winkte das Zuchthaus."

Der Graf erbleichte etwas.

-Um des großen Zweckes willen darf man die Gefahr nicht scheuen." entgegnete er leise. Und glauben Sie mir, ich bin vorsichtig und

0

D

graf,daß Sie Ihre wollen. Sic wissen, uns verbunden haben nicht erreicht."

:Aber Sic sagten acr würdevolle Herr rciis einige Erfolge

in Paris kann man am leichtesten untertau­chen."

Ich lasse Sie aber nicht eher fort, bis unser Zweck erreicht ist!"

Sie haben schon einige Papiere von dem jungen Mann in-Händen," fuhr Sanders fort. Wenn Sie wünschen, kann heute abend der große Schlag geführt werden. Ich werde mit Flemming sprechen. Unser Mann lammt doch?"

»Ja, er hat unsere Einladung angenom­men."

Nun aut . für alles andere lassen Sie uns sorgen. Sic haben ja durch Ihre Tochter gut vorgearbeitet ..

Lassen Sie meine Tochter aus dem Spie­le," unterbrach ihn der Graf finster.

Tut cs Ihnen leid, ihre Schönheit ge­braucht zu haben, um den jungen Mann an Tie zu fesseln?" fragte Sanders spöttisch.Doch lassen wir das/ setzte er beruhigend hinzu, als er sah, daß der Graf auffahren wollte, das ist nicht meine Angelegenheit. Ich werde den Vertrag, den ich mit Ihnen getroffen, hal tcn, aber Sie müssen mir auf Ihr Ehrenwort versprechen, den jungen Mann nicht in das Verderben zu stürzen Ich habe ihn ordentlich lieb gewonnen, er ist so ein netter, lieber, harmloser Kerl."

Wenn er vernünftig ist, wird ihm nichts geschehen," erwiderte der Graf mit finsterer Miene.

Nun flut, dann lassen Sic uns zur Gesell­schaft zurückkehren. Ich habe mit Flemming noch einige Worte zn reden. Das ist ein ge­riebener Bursche."

»Sic haben ihn doch nicht in alle unsere Pläne eingewciht? Ich traue ihm nicht recht."

Er weiß nichts von unseren geheimen Planen. Er ist nichts als ein leidenschaftlicher Epieler. Aber Sic werden bemerkt haben, daß er in die Eomtesse verliebt ist ..."

Ja ... leider ..."

Er könnte Ihnen dadurch unbequem wer­den, bester Graf. Deshalb ist es für uns alle besser, ich nehme ihn mit mir nach Paris. .. .- Aber nun kommen Sie! Hören Sic nur die Gräfin, wie fröhlich sie lacht. Sie sind ein glücklicher Mann, Herr Gras, eine solche Frau zu besitzen."

Er -erhob sich, und der Graf mußte ihm notgedrungen in den Salon folgen

Hier war die Gesellschaft bereits beisammen und gratinierte sich um die Gräfin, die für jeden der Herren ein freundliches schelmisches Wort hatte. Besonders zeichnete sic einen gro­ße», starken Dragoner Major mit einem be­rühmten altpreußischen Namen aus. welcher «der Name nämlich) unter dem alten Fritz und in napoleonischen Kriegen auf allen. Schlacht­feldern sich mit Ruhm bedeckt hatte, während der jctzige Träger sich an einer gut besetzten Tafel und am grünen Tisch auszeichnete.

Da war ferner ein Hauptmann von der Artillerie, eine enragierte Spielrattc, der ans allen Renilbahnel! zu finden war und alle Männer vom Sport des grünen Rasen kannte.

Der Bau.kdirektor nahm sich in der militä­rischen Gesellschaft etwas ionberbar aus, ob­gleich er in Frack und weißer Halsbinde und mit dem gelblichen scharfmarlierten Gesicht eines alten römischen Imperators eine recht gute Figur spielte.

Ihm zur Seite sgß derPatriarch", wie man einen graubärtigen .Herrn genannt hatte, da er in seinem ganzen Wesen und Aussehen allerdings an einen alttestamentarischen Pa­triarchen erinnerte, zumal er stets einen lan­gen, bis oben zugeknöpften schwarzen Rock trug, über den der fast weiße Bart bis zur Brust niederwallte. Er war pensionierter Beamter. Seine Leidenschaft für das Spiel, dem er auch die Bekanntschaft mit dem Kommerzienrat Sanders verdankte, hgttc ihn in diesen Kreis geführt.

An dem Kamin lehnte Heino. Sein Ank- litz war bleich, seine Stirne düster; mit sinstc-

gen Dame aus, die feine regelrechte Verlobung haben wollte, sondern erst einmal festsleklcn will, ob die beiden Liebendenzu einander passen." Der junge Dollarkönig und die Schö­ne feiner Wahl sind also vorläufig nurV e r - s u ch s v c r l o b t e", unb erst im nächsten Herbst wird sich zeigen, ob sie in die Würde und den Stand richtiger Verlobter aufrücken dür­fen. In der diesjährigen Saison in Newport machte der junge Vanderbilt Miß Sears auf­fällig den Hof: bei Automobilpartieen, Ijacht- ausflügen, beim Tennis und Golf waren sie beieinander. Run sollen sie aber erst zeigen, daß die Flammen, die in ihren Herzen für einander glühen, kein Stroh feuer sind, sondern dauernd und kräftig genug, um der­einst auch die Glut des ehelichen Herdes zu nähren. Tic sämtlichenoberen Vierhundert" Rewyorks sind natürlich äußerst gespannt, ob sich ans der Vcrsnchsvcrlobung im nächsten Jahre eine richtige Verlobung und dann eine glückliche Ehe entwickeln wird.

kZ 0 0

der

W

W

iSi

s

£

£