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Caffeler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Rümmer 279.

Fernsprecher 951 und 952.

Dienstag, 31. Oktober 1911.

Fernsprecher 951 und 952.

1» Iahrgmrg.

Welke Blätter?

Noch zwei Opfer der Marokko-Verständigung?

Ke näher der Marokko-Handel dem (endlich doch einmal unvermeidlich werdenden) Ab­schluß kommt, umso nervöser vibrieren hierzu- land die Nerven der unmittelbar und mittelbar am letzten Afrika-Abenteuer Interessierten. Bis zum achten Novembertag hofft der Herr Kanz- ler in der Lage zu sein, dem absterbenden Reichstag zu erzLhlen, waS sich zur Sommer- und Herbsteszeit nun eigentlich ereignet hat, hofft, daß das Parlament milde Nachsicht üben und die etwas scherzhaft anmutende Apo­theose nicht durch Lärm und Ruhestörung un­terbrechen werde, und erharret zuversichtlich den Dank des Vaterlands für eine Tat. deren komische Krastaufwände und possierliches Ende einst die Enkel noch belächeln werden. Von Paris kam zum Wochenende die Kunde, daß unser Agadir-Schiffchen im Morgendämmern des ersten Novembertags den Kiel heimwärts

Rede ging. Der Biebersteiner gilt bei kundi­gen Thebanern allgemein als der tüchtigste Kopf und der weitblickendste Taktiker in der illustren Corona unsrer staatsmännisch Begna­deten, und eS hat deshalb Befremden erregt, daß Deutschland im Tripolis-Abenteuer bisher weder am Tiber noch am'BoMgMs ein ein­ziges Wort aufrichtigen Dapiks "zu rechtferti­gen vermocht hat. Wie man hört, hat der Botschafter des Deutschen Reichs am Khalifen- hof seine Instruktionen direkt von höchster Stelle erhalten, und dies (in Verbindung mit der Zähmung nach dem Heldenstück von Aga­dir) soll in Alfred von Kiderlens Seele die Erkenntnis geweckt haben, daß es kaum nütz­lich sein dürfte, in der Enge der Wilhelmstraße noch weiterhin um Lorbeer sich zu mühen.

Auch anderwärts raschelt's herbstlich im Blätterwald: Herr von Lindequist der Erbe Dernburg'S im Reich der Dattelkiste und der Diamantenttäume, sieht dem nahen Abschluß des Kiderlen-Cambon-Turniers mit

Rubel erbeuteten, wagte doch Keiner, gegen sie vorzugehen, aus Furcht, von ihrer Rache gettoffen zu werden. Wie das Blatt Burzews mitteilt, setzte sich die Bande aus­nahmslos aus russischen Polizisten zusammen, die in Verkleidung ar­beiteten. Alle zu dieser Kostümierung not­wendigen Kleider, Perrücken und Schmink- töpfe wurden in den Räumen der Odessaer Polizeibureaus vorgefunden.

*

Petersburg, 30. Oktober. (Privat- Telegramm. Der frühere Ministerpräsident Graf Witte wurde dieser Tage zum Präsi­denten der Finanzkommiffion im Reichsrat er­nannt. Der Zar machte ihm selbst telegra­phisch die Mitteilung. Die Ernennung er- folgte auf den Vorschlag Kokowzews, der mit Witte in quten Beziehungen steht. Politische Kreise behaupten, Graf Witte werde demnächst einen wichtigen Posten in der aus­wärtigen Diplomatie übernehmen.

wenden werde, und daß bis dahin der mit so heldenhafter Pose begonnene und so kühl-ge­schäftsmäßig beendete Handel um MaroKo, Kongo, Entenschnabel und andre nützliche Dinge sicher .perfektioniert" sein dürste. In der Berliner Wilhelmstraße ist man noch schweigsam, müht sich offeittmr, das Unerfreu­liche so lang als möglich vorm Licht der Kritik zu verbergen, und hofft inimer noch, daß ein guter Stern am ätzten Ende der Torheit Men­ge mild verklären möge. Die »Hoffnung machet selig", und wenn Herr von Kiderlen in der Hoffnung und im Vertrauen auf das tra­ditionelle Pech unsrer Diplomatie ebenso stark geblieben wäre, wie im Glauben an seine und Jules Cambon's Meisterschaft, dann würde ihm vermutlich ein beträchtlich Teil der Ent­täuschung erspart gerieben sein, die jetzt seine Tage verdüstert und seine Nächte beunruhigt.

Es ist davon die Rede gewesen, daß die (nach dem Tag von Wilhelmshöhe merkbar ge- wordne) unerfreuliche Wendung im Marokko- Spiel den Herrn Staatssekretär der auswärti- gen Z^ichsangelegenhetten sehr peinlich berührt, seinen Eifer in der Erstrebung des kühn gesteckten Ziels merklich verringert

banger Sorge entgegen, erachtet die Kongo- Kompensation als verhängnisvolle Belastung des Reichs mit neuer Sorge und soll entschlos­sen sein, den unvermeidlich scheinenden Konse- guenzen des Afrika-Handels zeitig aus'dem Weg zu gehen. Lindequist hat schon zur Som­merzeit, als man diesseits der Vogesen noch in süßen Träumen schwelgte, auf die Bedenken des kongo-sumpfigen Kompensations - Pro­blems hingewiesen und hinter den Kulissen auch mit allen Kräften auf eine glücklichere Ge­staltung des Tauschgeschäfts hinzuwirken ver­sucht. Mit dem betrüblichen Erfolg freilich, daßDeutschland in Afrika" dennoch um ganze sechs Kilometer Sumpfufer bereichert wird, für die wir (die Bescheidnen heut, die Stolzen einst) generös eine ungleich wichti- g e r e Parzelle afrikanischer Erde an den Part­ner überlassen. Wenn Herr von Liudequiß' das Rechenexempel der Wilhelmstraße küm­merlich sinket, so ist er zweifellos im Recht und darf überzeugt sein, daß Millionen von ernsten Leuten, die die Weisheit der Herren Kiderlen und Cambon nur aus dürftigen und manchmal scherzhaft widerspruchsvollen offi­ziösen Bulletins erlauschen durften, die gleiche

Hiobspost ans Tripoli.

Reue schwere Verluste der Italiener!

Ein Prtvat-Telegramm meldet uns aus Konstantinopel: Nach zuverlässigen Nachrichten aus Tripolis gestattet sich die Lage sowohl in Tripolis als auch in Benghast für die Italiener kritisch. In fünftägigen Kämpfen wurden die Italiener zurückge- drängt und verloren mehrere hundert Tote und über tausend Verwundete. Von den Türken wurden viele gefangen ge­macht, darunter eine Anzahl Offiziere, ferner wurden Geschütze und Maschinengewehre erbeu­tet. Wie von sonst gut unterrichteter Seite mit­geteilt wird, machten der deutsche und österreichische Botschafter der Pfotte im Auftrage Italiens erheblich gün­stigere Vorschläge für einen Friedensab- chbluß, als alle bisherigen Präpositionen. In Anbetracht ihrer außerordentlich günstigen Po­sition in Tripolis erklärte die türkische Regie­rung indessen, in keinen Frieden Wil­li g e n zu wollen, den sie auch nur mit admini- strattven Zugeständnissen in Tripolis erkaufen müßte. Ueber die neuesten Kämpfe liegen fol­gende Meldungen vor:

Tripolis, 30. Oktober.

und die Begeisterung im Land über die männ­lich starke Tat des fast bismärckisch ins Welt- gettieb eingreifenden Schwaben-Diplomaten verwässert habe. Daß die deutsche Begeisterung für die Marovo-Aktton mit dem scheidenden Sommer entschwunden ist wie des September letzte Blümchen, lehrt überzeugender als allo Kommentare die. Stimmung im Reich: Man spricht von Marokko und Agadir wie von einer verpaßte« Gelegenheit, wie von einer Niederlage oder einem unrühmlich beendeten Intermezzo, an das man nicht gern erinnert sein möchte, und wenn den zum Wallothaus Delegierten neben der bänglichen Sorge um das bescheidne Plätzchen auf dem Lederstuhl des Bolksverttauens nur noch ein wenig Ver­ständnis für die so lang verkannte »Forderung des Tags" geläufig ist, wird's am november« neblichteu Marokkotag im Parlamentshaus am Berliner Königsplatz nicht an harten Wor­ten fehlen, die den für die Heldenfahrt nach Agadir und die Trübsal-Heimkehr von Marok­kos Küste Verantworüichen sicher nicht ange­nehm in den Ohren klingen werden. Ob auch Herrn Alfred von Kiderlen die schroffe Korrektur seiner Strategie verdrossen hat, ist bis zur Stunde nicht bekannt; wäre es in­dessen der Fall: Man könnte es verstehen und würde es billigen müssen. Und es wäre durch­aus nicht verwunderlich, wenn der in di« Kan­dare gezwängte Manager der Marokko-Aftion sich mit dem Gedanken trüge, neuen Enttäu­schungen ein für allemal aus dem Weg zu gehen.

In der havanna-wolkigen Sphäre reichs- hauptstadtischer Geheimrats - Stammtische spricht man vom bevorstehenden Rücktritt deS Leiters des answärttgen Reichsgeschäfts längst nicht mehr int Flüsterton; erörtert das unvermeidlich Dünkende mit jener fatalistischen Gleichmüttgkett, die fett achtzehnhundertneun­zig zum Kulturprinzip des grünen TischS erho­ben ist, und sühlt neben einigem Mitleid doch auch recht herzliche Schadenfreude über den Mann, der sich (trotzdem er das Schwabenalter längst überschritten) vermaß, dem Fatum deut­scher Schicksalfügung kübnlich trutzen und un­gestraft auf Bismarcks Pfaden wandeln zu dür­fen. Um dem lächelnden Nachbar im Westen nicht Anlaß zum Verdruß zu geben, ehe das Marokko-Pergament von neunzehnhundertelf in sichrer Lade, foll Herr von Kiderlen bisher seiner Seele Trauer felbstverleugnend in des Busens tiefsten Tiefen geborgen Und auf­quellender Bitternis nur daun milde Tadel- Worte geliehen haben, wenn im Kreis der Freunde über Marschall vo« Bieber- steiu'S Liebesmüh'« am Goldnen Lorn die

schmerzliche Ueberzeugung teilen. Schmerz­licher aber, als diese Enttäuschung es ist, würde es sein, wenn uns der »Scherz von Agadir" nicht nur die unabwendbar fdjebtenbe Einbuße an materiellen und ideellen Gütern bringen, sondern dem Reich auch die Kraft zweier wackrer Männer rauben würde, die, beseelt vom besten Willen, an der Errei- chung deS Ziels durch stärkere Mächte gehindert wurden. Selbst das Aequivalent deS sechskilo- metrigen SongosmnpfS könnte diesen Verlust nie vergessen lassen. F. H.

Reue russische Sensationen.

Bagrow und feine Kumpane.

(Telegraphische Meldungen.)

AuS Petersburg wird uns depefchiett: In Kiew wurden am Sonnabend die Haupt- organifatoren des Attentats auf Sto­lypin, ein gewisser Reful Tfchorny aus Uman und fein Mtwiffer Lentowski per- haftet. Tfchorny verweigert jede Auskunft. Jetzt macht sich der Fehler, den man mit der übereilten Vollstreckung des To­desurteils gegen Bagrow begangen hat, deutlich bemerkbar da nur dieser nähere Auf­klärungen über das Attentat hBte geben kön­nen. Es gilt jedoch als sicher, daß die beiden Verhafteten Bagrow zu dem Mord ge­zwungen haben, der fest davon überzeugt war, daß er höchstens nach Skbirlen deportiert werden würde, zumal der Generalgouverneur von Kiew ein Gegner der Todesstrafe tft Die Tätigkeit der Verhafteten hatte darin bestan­den, daß sie Bagrowe ständig über- wachten und ihn mit dem Tode br- drohte«, falls er sich weigern sollte, den Mord auszuführen. An dem Abend, an dem im Kiewer Stadttheater das Attentat auSge- führt wurde, hielten Tfchorny und Lentowsky vor dem Theater Wache, um Bagrow sofort zu töten, falls er das Attentat nicht auS- führen werde.

SieSchwarze Hand" in Sdefia.

(Privat-Telegram m.)

Die in Paris erscheinende neue russische Zeitschrift »Avenin", die von dem bekannten Entlarver Azews, Burzew, herausgegeben wird, veröffentlicht beute einen Artikel, der neue Unterlagen für die Korruption der russischen Polizei liefert und allgemei­nes Auffehen hervorrust. Nach dem Artikel, der aus Odessa stammt, herrscht dort eine Bande, die unter dem Namen »Tie schwarze Hand" arbeitete und durch ihren Terrorismus alle jüdischen Kaufleute in Odessa in große Angst versetzte. Obwohl die Räuber ihre Ovfer schamlos erpreßten und in ver- hältnichnäßia kurzer Zeit eine Million

(Eigene Drahtmeldung.)

Schon wenige Stunden nach der zehnstün­digen Schlacht vom letzten Donnerstag began­nen in der Nacht zum Freitag die Türken und Araber ihre Angriffe auf die italieni­schen Stellungen von neuem, und der Kampf hat seitdem mit kurzen Unterbrechungen bis zum Sonnabend getobt. Die Mo­hammedaner gehen mitunerhörterKühn- heit gegen die Positionen der Italiener vor und haben ihnen sehr erhebliche Verluste bei- gebracht. Unter den auf italienischer Seite Ge. fallenett befinden sich viele Offiziere. Am Sonnabend morgen befürchtete man fogar, daß in der Stadt felbst eine Schlacht ent­stehen könne, da die Türken und Araber abends bis dicht an die Stadtgrenze herange­rückt waren. Es heißt, daß zwanzigtau- sendAraberim Begriff seien, vom Gebirge herabzusteigen, um zu den Kämpfern zu stoßen. Gestern sind italienische Verstattungen in Tri­polis eingettoffen und werden in aller Eile ausgefchifst. In dem Kampf am letzten Don­nerstag wurden fünfhundertfünfnnd- fechzig Italiener getötet oder ver­wundet. Die Verluste der türkischen Truppen waren nur gering, dagegen die der arabischen Retterei sehr erheblich, wenn auch geringer als die der Italiener.

Tripolis und Benghast erobert?

(Eigene Drahtmeldung.)

Aus Konstantinopel wird unS be» peschiert: Der »Jkdan" veröffentlicht die fen» fationelle Nachricht, daß die italienische Flotte die Reede von Tripolis wegen des hohen Seeganges verlassen mußte und sich a u f die hohe See zurückzog. Die Türken, unterstützt von Arabern, benutzten diese Ge­legenheit, um nach einem heftigen Kampf einige Forts von Tripolis zu erstürmen und den Italienern diese zu entreißen. Rach ande­ren Meldungen sollen die vereinigten Türken und Araber in sehr blutigem Kampf, bei dem mehrere Italiener in Gefangenschaft gerieten, Tripolis und Benghasi wieder ge­nommen haben. Weiter laufen Gerüchte um, nach denen die Türken die Italiener nach sieg­reichem Gefecht aufgefordert haben, be i d e Städte zu räumen. Diese Meldung wird von verschiedenen Ministern dahin motiviett, daß die Italiener (einer Depesche aus Malta infolge) südlich von Tripolis eine entschei­dende Niederlage erlitten haben, und sich nach Tripolis zurückgezogen hätten, um Verstärkungen abzuwarten. Die frühere Dis­ziplin der Italiener hat aufgehört und die Mauuschaft hat vollständia den Kopf

verloren. Die Offiziere haben die Leute teilweise nicht mehr in der Hand. Der Gene- ralstab ist ü b e r n e r v ö s.

*

Paris, 30. Oktober. (Privat-Tele­gram m.) DasEcho be Paris" meldet aus Philippopcl, daß in Konstantinopel eine Ver­schwörung jung-türkischer Offi­ziere gegen den Großwesir Said Pascha entdeckt worden ist. Zahlreiche Ver­haftungen sollen bevorsteheu. Man betrach­tet die Sage des türkischen Kabinetts als kri­tisch, da die Stimmung in der Armee immer deutlicher die herrschende Erbitterung ge­gen das Kabinett widerspiegelt. ES scheinen sich schwerwiegende Ereignisse vorzu­bereiten.

Sie Rebellen auf der Flucht?

Die Mandschutruppen in Hankau.

Die Nachrichten vom Schauplatz der ch i tt e fischen Revolution widersprechen ein­ander noch mehr wie die Kriegsdepeschen au8 Tripolis: Nach einer amtlichen Meldung aus Peking haben die Regierungstruppen die Aufständischen vor Hankau in die Flucht geschlagen und das Bombardement von Wutschang und Hanyang foll bevorsteheu. Im Gegensatz dazu berichten Depeschen au8 Han- kau, daß die Aufständischen noch immer die Herr en d er La ge seien und die Revolution täglich weitere Fortschritte mache. Es bleibt bei diesen Widersprüchen in den Nachrichten nur übrig, die vorliegenden Meldungen kommen­tarlos zu registrieren:

fr* Peking. 30. Oktober.

(Reuter-Telegramm.)

Die Revolutionäre setzten dem Vormarsch der Regierungstruppen auf H a n k a « geringe« Widerstand entgegen. Beim Räumen der Stel­lung ließen sie alle Kanonen und die Feldaus­rüstung zurück und flohen in vollstän­diger U « o r h_n « « g. Daraufhin gab Ad­miral Sah ben Konsuln feilte Absicht bekannt, Wutfchang und Hanyang am Sonnabend nachmittag zu beschießen und forderte, alle fremden Schiffe sollten sich auS dem Fenerbe­reich der Kanonen der Aufrührer begebe«. Die Fortsetzung des Kampfs am Sonnabend nach- mittag endete mit der vollen Zurückwer» fung der Rebellen, die sich hinter die Chinesenstadt von Hankau zurückzogen. Ma« nimmt als sicher an, daß die Rebellen weiter nach Hanyang zurückweichen. Das von Admi­ral Sah für Sonnabend nachmittag angesagte Bombardement von Wutschang und Hanyang hat bis heute nicht begonnen; nur mit einige« am Jangtseufer ausgestellten Geschützen der Aufständischen wurden einige Schüsse ge­wechselt.

Sie Kämpfe um Hankau.

(Telegraphische Meldung.)

Depeschen aus Hankau berichten, daß Me Aufständischen am Sonnabend unterhalb Wu­tschang bei Tagesanbruch die vor der Stadt ankernden Kanonenboote mit einer Bat­terie beschossen haben, die daS Feuer nur langsam und unregelmäßig erwiderten. Es heißt, Dintschang soll um die Enthe- bungvonseinemPosten nachgesucht ha­ben. Ein Edikt befiehlt, den Vizekönig von Huknang zu verhaften. In Tai» yanfu haben die Soldaten gemeutert. Die Stadt ist wahrscheinlich zu den Aufstän­dischen übergegangen. In der Umgegend von Tscheugfu greift das Räuberunwesen immer mehr um sich. In Simhangschau und Sfirmisching werden täglich zahlreiche kai­serliche Soldaten getötet. Die An­leihefrage soll in vierzehn Tagen geregelt fein. Einige Gesandtschaften haben den Frauen und Kindern ihrer Ratton empfohlen an die Küste zu kommen. Die Bevölkerung von Santo« erklärt sich unter .Führung der Provinzialver­sammlung offen für die Aufständischen. Das gleiche tun alle Truppen, ausgenom­men die mit mandschurischen Bannern, die sich entwaffnen ließen.

Also sprach Mhebtottb!

Die schwerste Gefahr für's Vaterland."

(Telegraphischer Bericht.)

nr Breslau, 30. Oktober.

Unter ungeheurer Beteiligung aus Stadt und Land trat gestern hier im großen Saal des Konzerthauses der Parteitag der Kon­servativen Schlesiens zusammen, für den seit geraumer Zeit eine lebhafte Propa­ganda in konservativen Kreisen entfaltet wor­den war. Nach einem Vortrage des Abgeord­neten Malermeisters Hammer überMittel­standsfragen und wahre Mittelstandspolitik", ergriff der konservative Parteiführer, Abge­ordneter von Heydebrand und der La so das Wort zu folgenden hochpolitt» schen Ausführungen: Bei den bevor­stehenden Wahlkämpfen handelt es sich utcht