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Fernsprecher 951 und 952.

Freitag, den 27. Oktober 1911

Fernsprecher 951 «nd 952,

&

Frankreichs Kongo-Geschenk«

(Eigene Drahtmeldung.)

Gedanke, daß der Kanzler eigentlich von wohl­wollend-sorglichen Staatsanwälten gegen die Ungeheuerlichkeit derartiger Phantasie-Perver­sionen in Schutz genommen werden müßte. Eher noch dürste man erwarten, Herr von B-thmann Hollweg werde, mit dem Lorheer- reis des politischen Kulturpioniers umkränzt, in den Wahlkampf ziehen und seine ministerielle Vergangenheit als Zeugnis eines guten Wil­lens laut durch die Gaue schreien lasten: denn darüber braucht füglich nicht gerechtet zu wer- den: Was der Kanzler am Montag erzählt, be- teuer! und bestritten hat, ward in keiner glück­lichen Stunde gesprochen, hat die Erregung im Lande noch vermehrt und den Gegnern der Regierung und des Kanzlers eine scharfe Waffe in die Hand gegeben, deren Anwendung im bevorstehenden Wahlkampf sicher zu spüren sein wird. Die Kanzlerrede vom dreiundzwan- zigsten Oktobertag aber gar als Wahlpa­role proklamieren, hieße das Heer der Wäh-1 Icr zum Sturm gegen Bethmann und feine Aera herausfordern. Und einem Intermezzo

»t« «affele* Neuesten Nachrichten erscheine» wSchenUtch sechsmal and iroar abend« Der Wunmemenlrprei« betragt monatlich 50 «fg. bei freier Zustellung in« Hau». Bestellungen »erden jeder^U non der EeschästSstell« oder den Boten «ntgegengenommen. Druckerei. Verlag und vredaktton: Schlachthofstrast, 28/30. Sprechstunden der Redaktion von 123 Uhr nach. Mittag«, juristisch« Sprechstunden für unsere Abonnenten Mittwoch» und Sonnabend« von

Uhr abend«. Berliner Vertretung; SW, Friedrichstraste 16, Telephon: Amt IV, 676.

dort eine große Karawanserei einrichten, wo die Kaufleute von Sus ihre Kamele und Maulesel unterbringen können. Zurzeit befinden sich noch etwa zwanzig Deutsche in der Umgebung von Parudart.

Depeschen aus Parts zufolge ist man über die angekündete Grenzregulierung imKongogebietin politischen Kreisen der

N Paris, 26. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.)

DaSEcho de Paris" läßt sich auS M 0 g a. d 0 r melden, es scheine, daß die Deutschen die Zwecklosigkeit der Besetzung von Agadir einfähen und den Ort verlas- f e h. Die meisten Deutschen verziehen nach Mo- gador, dagegen habe das ManneSmann- Syndikat in der Nähe von Arbalu bedeu-

gangen, um die Kanton-Kaula-Eisenbahn zu bewachen, auf der bereits eine große Anzahl Chinesen nach Hongkong geflüchtet ist.

gnsrrtton«preis«! Di« sechSgrspaU-n« Zell« für «wheimisch« S«schLst, 15 Pfg., sstr au*, wärttg« Inserate 25 Pf, Reklamezeile für einheimisch, Geschäft« 40 Pf, für auswärtige SeschSft« 60 Pf. Beilagen für die Desamlauflage werden mit 4 Mark pro taufen» be. rechnet. Wegen ihrer dichten Verbreitung in der Residenz und »er Umgebung ftn» die Sasseler Reuesten Nachrichten ein vorzügliche« JnsertionSorgan SeschüflSstelle: »Slnifche .Sttast« 5. Berliner Vertretung: SW.. Friedrich »rast« 16, Telephon: Amt rv. «76.

wnde Gebirtserwerbungen gemacht. Anderer­seits habe eine französische Handelsgesellschaft eine Zweigstelle in Agadir errichtet und werde

denden Jahres kam Bülow's glücklicher Zuver- sicht der rettende Gedanke einer bürgerlich-na­tionalen Kampfgemeinschaft gegen Schwan und Rot. Drei Wochen genügte», um die Idee des Silvesterbriefs aus der Wilhelmstraße durch alle Gaue des Vaterlands zu tragen und im ersten Ansturm schon den Kampf in der Hauptsache zu entscheiden. Allerdings weht« damals auch ein andrer Wind als heute: Die Ereignisse vom dreizehnten Dezember neunzehnhundertsechs lebten noch frisch in der Erinnerung, als die Werbetrommel der Bii- low'schen Paarungsidee verheißungsvoll durch die Lande klang; Dernburg's hitzige Attacke gegen den Zentrumsturm hatte den furor pro- teatanticus geweckt, und die bürgerliche Koali­tion gegen die von Bülow geächtete schwarz- __________________ ...... ... ..... vt.

rote Internationale wurde verklärt vom Idea-1 Ansicht' daß die'Verhändlungen"darüber'rafä lismus einer Morgenluft witternde» Beaeiste-1 vonstatten geben werden. Es heißt, das Kabi-

I ruttfl. Heut ist von allen diesen Schätzen auch nicht der winzigste Rest zu schauen: Peter I Spahn's Zylinder glänzt längst wieder am Ehrenplatz in den Vorzimmern der SDHnifter Dernburg hat den Ministerstuhl mit dem Son» torsesiel vertauscht und Bernhard Bülow's kugelrundes Optimisten - Heldentum gedeiht unter einer glänzendem Sonne fern im Sü­den. Geblieben ist nur, was man anno neun­zehnhundertsieben in der Hochflut stimmzettel- stolzer Hoffnungsseligkeit hinwegzuschwemmen hoffte: Die Verdroffenheit im Reich, die Ta­tenarmut der Regierung und die Herrschaft greiser, alle rüstige Entwicklung hindernder Tradition. Herr von Bethmann Hollweg wird v o r m Silvestertag sich entscheiden müssen, wel- chen Weg er gehen will, wenn ihm (was hin­ter den Kulissen immer noch bezweifelt wird) die Aufgabe zufallen sollte, sein Schiff­lein durch die Brandung des zwölften Januar zum Ufer neuer Hoffnung steuern zu müssen.

Postskriptum: Graf Ferdinand von Zeppelin, Generalleutnant außer Diensten, Pionier der deutschen Luftschisfahrt, Ritter des I Schwarzen Adlerordens und .größter Deut­scher des zwanzigsten Jahrhunderts," hat sich nach reiflicher Erwägung entschlossen, von der Uebernahme einer (dem greisen Grasen von den Ulmer Nationalliberalen angebotnen) Kan­didatur zum Deutschen Reichstag abzusehen." Die's lasen, atmeten auf, froh, daß die Schau­stellung unterblieben. Der Gedanke, den grei­sen Mann vom Bodensee alsAttraktion" im Wallothaus auszustellen, mag im ersten Mo­ment (und angesichts der Aermlichkeit des modernen Parlamentarismus an Persön- lichkeitswerten) den Ulmer Wahl-Managern recht verlockend erschienen sein und vielleicht sogar den Fünfundsiebzigjährigen selbst für eines flüchtigen Augenblicks Dauer begeistert

weifen. Es ist besser, daß der alte Herr von diefem Kelch verschont geblieben ist, und besser ist's auch, daß dem Parlamentarismus der zweifelhafte Ruhm erspart bleibt, feinen wertvollsten Schatz In einem Kranz be­rühmter Zeitgenossen ausgestellt zu haben.

F. H.

nett Caillaux habe bereits bei Beginn der deutsch-französischen Verhandlungen den terri­torialen Forderungen Deutschlands sich ge­neigt gezeigt. Nach dem jetzigen Abschluß dürften aber nichtsdestoweniger neue Schwierigkeiten entstehen; auch werde das Abkommen in Frankreich kaum mit Be - geisterung ausgenommen werden. Trotzdem glaubt man, daß die französische Kammer den Abschluß des Abkommens gutheißen wird. Ob jedoch die deutsch-französischen Beziehungen da­durch eine Verbesserung erfahren würden, er­scheine nach Lage der Sache zum mindesten zwei­felhaft.

*

Schließlich wird uns noch aus B e r l i n de­peschiert: Wie hier gestern abend verlautete, ist das Kongoabkommen tatsächlich fertig- g e st e 11t und die Unterzeichnung steht unmit­telbar bevor, Deutschland wird ein kleines Stück von Togo an Frankreich abtreten, über das bereits früher Grenzstreitigkeiten ge­herrscht haben und deffenwegen ein Schiedsge­richt angerufen worden war. Deutschland ver- z ich t e t nunmehr freiwillig zugunsten Frank­reichs auf diesen kleinen, schmalen Streifen Landes.

Depeschen auS Uesküb melden, daß fünf montenegrinische Jnfanterieregi- mentet und vier Batterien an die türkische Grenze in der Richtung nach Berane und Gus» sinye abgegangen sind. Da schon seit zwei Ta. gen von der türkisch-montenegrinifchen Grenze Zusammenstöße gemeldet wurden, sind mehrere türkische Offiziere auS Uesküb an die Grenze abkommandiert worden. Es stehen of­fenbar neue Kämpfe bevor.

dieser Art pflegt auch ein Philosoph weise aus dem Weg zu gehen.

Neunzehnhundertsieben schritt man auch durch den Schnee des späten Januar zur Wahl» urne. und erst in der Silvesternacht des schel-

Tükken-Redollltion in Acht?

Am Vorabend großer Ereignisse.

Was vorauszusehen war, scheint nun Wirk­lichkeit zu werden: Die Tripolis-Affäre hat die politischen Leidenschaften in der Türkei in ihren tiefsten Tiefen aufge­wühlt und es kann jeden Augenblick eine Kata­strophe eintreten, deren Tragweite sich im Augenblick noch nicht abschätzen läßt. Sicher aber ist, daß sich die Lage am Goldnen Horn in den letzten Tagen außerordentlich kritisch gestaltet hat und daß man in politi­schen Kreisen der Ueberzeugung ist, daß die Tür­kei abermals am Vorabend schwerwiegen­der Ereignisse steht. Es geht uns sol- gende Meldung zu:

Bukarest, 26. Oktober.

(Eigene Drahtmeldun g.)

Nach hier eingetroffenen Meldungen ist die Lage in Konstantinopel äußerst ernst. Man erwartet hochbedeut­same Ereignisse. Das Regime der Jungtürken sei stark gefährdet. Oefsentlich spricht man von der Notwendigkeit der A b - fetzung des Sultans. Aus Philip, popel wird telegraphiert: Nach einer dort eingetroffenen Meldung aus Saloniki wurde der Versuch gemacht, den Exsul- ton Abdul Hamid zu befreien; der Plan wurde jedoch im letzten Moment noch vereitelt.

I Aus die Bank von Saloniki hat gestern ein Run stattgefunden. Die Bank vermochte dem Ansturm jedoch im letzten Augenblick zu begeg­nen, da eine telegraphische Zahlungsordre von

I London an die Ottomanbank ihr fünfzigtausend ad zuführte. Damit, und mit dem eigenen

Bestände konnte das Institut die wesentlich« I sten Ansprüche befriedigen.

Depesche« vom Kriegsschauplatz.

(Eigene Drahtmeldungen.)

Nach Privatmeldungen aus Tripolis ist Bet | den südlich von Tripolis lagernden Arabern, die sich in den ersten Tagen nach der Okkupa­tion sehr italienfreundlich zeigten, ein Stim­mungswechsel eingetreten. Anfeuernd auf die Araber im Süden von Tripolis hat der kräftige Widerstand gewirkt, den die Senuffi vor Ben» ghast den Italienern entgegensetzten. Es heißt, daß der frühere türkische Militärattachee En- v e r B e h in den nächsten Tagen eine Aktion gegen die Italiener in Benghasi unternehmen wird. Mit ziemlicher Sicherheit kann man aus den Berichten übev das letzte Gefecht bei Tripolis entnehmen, daß die Tür­ken planmäßig vorgegangen sind und die Italiener zugleich von mehreren Sei­ten angegriffen haben. Während arabische Reiter, kommandiert von türkischen Offizieren, mit größter Heftigkeit eine ^djeinattade aus­führten, griff von anderer Seite die türkische Infanterie die italienischen Vorposten an. Die Verluste der Italiener sind groß; die türkischen Verluste sind noch nicht bekannt.

Set Zog von Philippi.

Zehn Wochen vor der Reichstagswahl.

Wenn das Sprichwort Wahrheit wäre, daß der Arbeit lange Dauer des Werkes Qua- l i t ä t verbürgt, müßte» Herrn von Bethmann Hollweg die Götter beneiden: U et er ein halbes Jahr hat's gewährt, bis die Re­gierung sich darüber schlüssig geworden ist, an welchem Morgen sie den verhängnisvollenTag von Philippi" heraufdämmern lassen kann, ohne die Ungeduld der Wähler zum fauchen­den Zorn anwachsen zu lassen. Seit gestern wissen wir, daß der zwölfte Januar als Tag des Schicksals erkoren ist, und daß uns also nur noch knappe zehn Wochen von der großen Abrechnung" trennen, bereit Nahen be­reits hier und da bängliche Seelen in düstrer Ahnung des Kommenden erzittern läßt. Nun, da man über den Termin des Kampfs sich schlüssig geworden, wird man wohl auch er­hoffen dürfen, daß uns der in den letzten Ta­gen so trutzig in die Arena gestiegne Kanzler nicht mehr lange über das Zauberwort grübeln läßt, das er im Wahlkampf auf die grau-düstre Fahne der Bethmann-Armee zu schreiben gedenkt, und von dem er (diesmal al­ler. dem Philosophen sonst ziemenden Skepsis abhold) den Sieg des guten Geistes Theobald über die Dämonen und Furien des schwarzen Verhängnisses erhofft. Als der Kanzellar am letzten Montag, angetan mit dem grauen Rock herzenskühler Nüchternheit, im Wallothaus sich vom Lederpsühl erhob, um das Gespenst der Not kühnlich in die Schranken zu fordern und den drohenden Sturm mit freundlichem Augenzwinkern zu fchwichtigen, tuschelte man sich in den Wandelgängen ins Ohr:Horch, die Wahlparole!" Bat aber dann abends, beim Wägen der inzwischen in Letter» gegoß» m, <. _ -------

»en kümmerliche» Argumente, dem Mittag-! Ruhigere Erwägung Indern mußte

Redner im grauen Rock den Frevel dieser Mei- ?®tc öxe

nuna reuig ab. jubelnd auf den Schild erhoben, sagen, daß

Man darf von den mannigfach bewährten y/^^rlamentarismus mit der Jagd nach Talenten desleitenden Staatsmanns" für den 17" J^tertt ist, day der Ernst

Wahlkampf allerlei scherzhafte und muntre t Arbeit und die Rot der Zeit Ueberraschungen erwarten (obwohl Herr von Mminer verlangen, die Mit rüstiger Kraft und Bethmann Hollweg für den Humor der Welt- £ct^errt®rat!run^ an8 $®crf ^hen. und daß geschichte bisher noch weniger Verständnis ^er der nattonalliberalen Partei

offenbart hat. als für das Problem der Teue- " $ 9eb,!n.t W« konnte,

rungsbekämpsung): Daß der Kanzler aber ^n nrcife ®rafen für eine Tätigkeit zu bet» wirklich den Plan hegen könnte, mit ber K Ö3cn Wesensart kaum

ungefügen Keule ber Schutzzollpolitik Empathisch gewesen Ware, unb für bie er. her auf der Walstatt zu erscheinen, um das Heer Mund das Lob alsgrößter

ber Wähler von ber Nützlichkeit ber von ber des (eben begonnenen) Iahrhun»

Regierung verwirklichten Ibee einseitiger Wirt- d-rts vernommen, keinerlei weiteres Rüstzeug schastspolitik zu überzeugen, ist ein so absurber ""gebracht hatte, als ben guten Willen, sich ------ des Vertrauens seiner Wähler würdig zu er»

_ Rümmer 276. < RaBraana

CassckrReilesteRchMm

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Die Flucht aus Agadir.

Früchte der Marokko-Verhandlungen."

Es scheint nun, daß die deutsch-französische ar»" o-Verständigung" tatsächlich dem Abschluß nahe tft: Wie uns ein Privat- Telegramm aus Paris meldet, versichert man in dortigen gut unterrichteten Kreisen, baß bas Abkommen bereits am Sonnabend unterzeichnet werben könne. Während Deutschland den Abschluß vom Reichstage so­fort gutheißen lassen kann, wird Frankreich ba» gegen vorher erst bie Zustimmung ber übrigen Mmhte abwarten müssen. Inzwischen reifen auch dieFruchte des mondelangen Handels:

Zofeili und Zofeöa.

Am Vorabend einer neuen Scheidung? (Von unfcrm Korrespondenten.)

Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Turin: Herr T o s e l l i er­klärte in einem Interview, er trenne sich von feiner Frau in friedlicher Weife, denn er fei es, der unter allen Umständen bie Ehescheidung betreiben wolle. Frau Toselli erklärte ihrerseits, während

Reue Rebeken yiege in 8hina.

Die Revolutionäre als Herren der Lage.

Nach einem Kabeltelegramm aus H a n I a u finb die Ausständigen feit zwei Wochen dort völ- lig Herren ber Lage. Die Verwaltung ist ausschließlich in ihren Hänben unb bie alten Regierungsbeamten sinb verschwunden. Der Kommandeur der Aufständischen, Li, wendet sich mit zahlreichen Mitteilungen an das Kon­sularkorps, das sich unter strenger Wah­rung der Neutralität auf ben zur Aufrechter­haltung bes Schutzes ber Fremde» unb der tag« lieben Geschäfte notwendige» informellen Ver­kehr mit ber Leitung ber Autttänbischen be­schränkt. Der Hanbelsverkehr hat wie- btgr n-n. Die ^rost. '»nd ber Seezollschutz werden von den Aufstänbischen nicht angefoch­ten. Die neuesten Depeschen metben:

'<? Petersburg, 26. Oktober.

(E i g e n e D r a h t m e l b u n g e n.)

Aus Hankan erhielten die großen Moskauer Teefirmen die Nachricht, daß sich die Stadt ganz in ben Händen der Revolutio­näre befinde, die Post- und Telegraphenver­bindung zerstört sei und ber P ö b e l gegenüber ben Ausländern sich herausfordernd be­nehme. Biele Familien, die in den russischen Geschäften angestellt sind, siedelten eiligst nach Schanghai über. Gerüchtweise verlautet, der junge Kaiser von China sei vorsichts­halber ans Peking sortgefchafft wor­den. Weitere Meldungen besagen, daß der Ge­neral der kaiserlichen Truppen, S h a n g Pi - ong, Selbstmord begangen habe, als er feine Verurteilung zum Tode wegen Feig­st e i t vor dem Feinde erfuhr. Andere Gerüchte wollen wissen, der chinesische Kriegsmini­ster fei im Militärlager in der Nähe ber Re­bellen von einem Stabsoffizier ermorbetl worben.

Nach einem Telegramm aus Peking kam es in der gestrigen Sitzung ber Nationalver­sammlung zu stürmischen Szenen, als bas Haus bie Entlassung bes Vize­präsidenten des Verkehrsministeriums und bie] Erhebung ber Anklage gegen ihn forberte | wegen feiner Haltung tu ber Frage ber Hn- luang-Eisenbahn, bie von einem internationa­len Syndikat gebaut werben soll. Wenn bie Regierung bie Forderungen nicht bis heute abcnb erfüllt, will die Nationalversammlung sich auflösen.

®er Zerfall des Mandschu Reichs.

(Telegraphische Meldungen.)

Die Stadt S i t n f u, eine Hochburg der Mandschu-Dynastie, die man bereits als letzten Zufluchtsort des Hofes nannte, ist zu den Rebellen übergegangen. Sie hat sich mit den Mohammedanern in Kansu, die seit August dieses Jahres in offener Rebellion sinb, in Verbindung gesetzt und aller Wahrscheinlich­keit nach werden beide Streitkräfte jetzt zu- "ammen operieren. Ernsthafte Besorgnis wird in Regierungskreisen gehegt, ob die Gar- nison der Festung von Kyanghing am unteren Jangtsekiang loyal bleiben wird. Aus Schanghai wird gemeldet, daß die Pest in der nördlichen Mandschurei ausgebrochen sei. ihres letzten Aufenthalts in Florenz hät-

Zweitausend Mann japanischer Trup- ten fich Dinge zugetragen, bie sie zur Ehe-

ien zogen in Mulden ein. Die Stadt fcheidung zwängen. Sie habe bereits die

Tschen - Tschu in Hönau fiel in die Hände erforderlichen Schritte eingeleitet.

der Rebellen. Weiteren Nachrichten zufolge Man fchreibt uns dazu aus Rom: Sell- 'ollen die Truppen von Kei-Feng-Fu, der lame und einander widersprechende Nachrichten Hauptstadt von Hunan, meutern. Falls sich smd wieder einmal über bie Familie To- die Meldung bestätigt, so dürfte auf Suan» -eI!i im. Umlauf und halten das Interesse schikai, der selbst Hunanese ist keine Hoff- ,ene elgenarttgeFrauengestalt. die dem Pu. nung mehr zu setzen ftin. eine ÄS scheint

fünfhundert Soldaten ist gestern abend abge-leine Versöhnung zwischen dem Ehepaar