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Dienstag, den 24. Oktober 1911.
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Eiul-Mt-Serr.
Psychologische Momente aus der chinestschen Herbst-Revolution.
Die zwei Wochen Chinesen-Revo- kution haben in der Vorstellung abendländischen Jntereffes fast noch mehr Verwirrung angerichtet, als die unterhaltsamen, inzwischen aber dem Fluch der Langeweile verfallnen Produktionen der Herren Kiderlen und Cam- bon, oder die nordafrikanisch-lustige Raubritter-Komödie der römischen Caesar-Epigonen: Einmal hieß es, die Getreuen des dreijährigen Mandschu-Kaisers (in dessen Wiegenkissen sich die Allmacht eines Riesenreichs konzentriert) hätten die Legionen der Revolution im ersten Ansturm niedergerungen und der Drache des Reichs der Mitte werde dem zwanzigsten Jahrhundert in seiner ganzen, barbarisch-götzenbaf- ten Schrecklichkeit erhalten bleiben; dann wieder trug der Draht auf dem unvermeidlichen Umweg über die Londoner Zentrale der europäischen Meinungsküche aus dem fernen Osten die Nachricht zu uns herüber, der fanatisierte Haufe todesmutiger Rebellen habe das bezopfte Heer der Kaisermacht vor Hankau in die Flucht geschlagen und den ganzen Süden des chinestschen Riesenreichs unter seine Herrschaft gezwungen. Und damit der Revolution Im Yangtsetal auch der weltpolitisch-stimmungsvolle Rahmen nicht fehle, vernahmen wir aus Berlin, Paris, London und Petersburg die beruhigende Kunde vom Auslauf europäischer Kriegsschiffe ins wildaufbraufendc Chinesen-Gewäffer, von tiefen Sorgenfalten auf den Stirnen internationaler Diplomatenkunst und vom emsigen Feuerschüren am Herd der Revolution durch Nippons unermüdliche Söhne: Ein Schauspiel, so bunt und romantisch, so weltbedrohend und unheilschwanger, wie es seit Jahren dem politischen Sensationshunger unsrer nervös-überreizten Zeit nicht mehr beschieden war.
Daß diese Revolution keine Katastrophe Ist, wie sie im neuen Jahrhundert aus dem Vulkanboden russischer, türkischer und portugiesischer Volksleidenschast auflohten, scheint man im Erdwesten beim gruselnden Bestaunen des Zusammenbruchs eines jahrtausendalten Götzen zu übersehen: Was sich heut im lose gefügten Völkerkessel des chinesischen Riesenreichs vorbereitet, ist die natürliche Entwicklung der wirtschaftlichen Struktur eines Landes, das Jahrtausende hindurch gewaltsam von jeder Berührung mit abendländischer Kultur und moderner Wirtschafts-Entwicklung abgeschlossen war, das selbst dann noch nicht der neuen Zeit den Eingang durch die »Große Mauer" gestattete, alsJapans europäisierte und amerikanisierte Entwicklungshast der Chinesen- Kultur zur drohenden Gefahr wurde, und das nun in seinem Innern die mächtige Gärung im Kampf zwischen alter und neuer Welt spürt. Es ist gesagt worden, die Revolution im Yangtse-Tal richte sich in erster Linie gegen die degenerierte Dynastie der Maud- schus, deren Herrschaft zu allen Zeiten ihrer Regierungsgewalt die Allmacht intriganten Frauenwillens gewesen ist und deren Kaisertum sich auf die Treue selbstherrschender Vize- Könige stützt, die der Pekinger Zentralgewalt nach Belieben trotzen oder dienen. Die unbeholfne Schwerfälligkeit der chinesischen Verwaltungs-Organisation macht eine Einheitlichkeit in der Ausübung der Regierungs-Gewalt unmöglich. und es ist nur natürlich, daß unter diesen Umständen die Willkürakte und Mißbräuche sich häuften. Aber dieses Uebel bat der Koloß des chinesischen Staatsgebilds Jahrhunderte hindurch ertragen, ohne in seinem Gefüge ernstlich erschüttert zu werden, und als Beweis für die geringe Empfänglichkeit des Chinesen für staatsrevolutionäre Ideen darf jedenfalls die Tatsache gelten, daß alle revolutionären Regungen bisher im wesentlichen lokalisiert geblieben sind und eine eigentliche Volks-Erhebung nicht zu entfachen vermocht haben.
Der »Krieg gegen die Mandschus" ist auch diesmal nur eineF o r m e l, die in ihrem eigentlichen Kern viel wichtigere Tendenzen birgt. Sun-Aat-Sen (bett man den intellektuellen Urheber der Revolution nennt, und dessen Erhebung zum Präsidenten der neugeschafinen »Republik der Mitte" auch in der äußern Form seine Verdienste um die Befreiung des Yangtse- tals aus den Krallen des Drachen gebührend würdigt) hat dies in dem Ausspruch bestätigt: »Selbst wenn der Kaiser ein Chinese wäre, würde es dennoch nötig sein, die Revolution durch's Land zu tragen, weil China einer starken Regierung, und zwar einer Regierung des Volks bedarf!" Tas heftjt >iit andern Werten: Tas Riesenreich der chinesischen VollSgemeinrchatt to reif für eine
republikanische Staatsordnung, und der Erstrebung dieses Ziels gilt auch die Revolution von neunzehnhundertelf, deren treibende Kräfte (int Gegensatz zu früher» Eruptionen der Volksleidenschaft) nicht int Fremdenhaß wurzeln, sondern die unverkennbar eine Anlehnung an das belebende Element weltlicher Kultur herbeizuführen sucht. Daß Sun- Uat-Sen (der neben Kang-Du-Wei schon vor dreizehn Jahren der Hauptführer der, damals mißglückten, Reform-Revolution war) außer der republikanischen Staatsordnung auch eine sozial! st ische Gesellschaftsordnung auf der Grundlage agrar-sozialistischer und bodenreformerischer Ideen erstrebt, ist ein weiterer Beweis für die w i rtsch a ftsp o- litischen Motive der Revolution, die mit der Parole: »Krieg den Mandschus!" nur insoweit in Einklang gebracht werden können, als die regierende Fremd - Dynastie der Mandschu-Kaiser int Grunde auch für die Hemmung der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas verantwortlich zu machen ist.
Die Chinesen-Revolution ist ein überzeugender Beweis für die Richtigkeit der Theorie, daß die monarchische Staatsform stets dann am gesundesten und fruchtbringendsten ist, wenn ihr Geltungsbereich mäßige Raumgrenzen nicht überschreitet, und daß ihre Intensität geschwächt und gelockert wird, wenn die räumliche Ausdehnung ihrer Macht sich über den Gesichtsbereich der Zentralgewalt hinaus erweitert: Rußlands Staatsorganisation mit ihren über zwei Erdteile sich erstreckenden Machtgrenzen wird nur durch die brutale Gewalt halb-barbarischer Autokratie im schwerfälligen Gang erhalten, und der Funke der Revolution glüht wie ein ewiges Verhängnis unter der Asche; Englands Weltreich, in der Zentrale von der Polksgewalt regiert, ver- । waltet seinen Kolonialbesitz wie ein großes Handelsgeschäft, bat aber trotzdem das Risiko der Kolonial-Revolution niemals aus dem Gefahrbereich zu scheuchen vermocht. An diesen beiden Beispielen gemessen, erscheint der Koloß des Chinesenreichs (an Größe Eurova gleichkommend, dicht bevölkert und wirtschaftlich über die primitivsten Formen keimender Entwicklung nicht hinausgelangi) wie das versteinerte Urbild eines jrssilen Staatsgebilds, dessen Schwächen in seiner staats-organisatori- schen Primitivität wurzeln. Daß die Existenz dieses ohnmächtigen, an Händen und Füßen gefesselten Riesen in demselben Augenblick gefährdet war, in dem int neuen Japan int fernen Osten ein modernes Staatsgebilde zu starker Kraft emporwuchs, ergab sich als zwingende Notwendigkeit schon aus der äußern Entwicklung der Verhältnisse, und man darf annehmen, daß diese Tatsache auch in der Kalkulation Sun-Uat-Sens nicht übersehen worden ist. Die Revolution int Aangtsetal ist die natürliche Konsequenz dieser Erkenntnis, und mag sie nun mit einem Sieg oder einer Niederlage des Drachen-Kaisertums enden: Sie ist das Morgenrot einer neuen Zeit im Bannkreis iabrtausendalten Dunkels, und Europa leistet der Welt Asiens den nützlichsten Dienst, wenn es das verzweifelnde Ringen zwischen weichender Nacht und aufdämmern- dem Tag nicht durch einen Eingrift stört, der unter Umständen den Siegeszug westlicher Kultur für eines Jahrhunderts Dauer zurückdrängen könnte! F. H.
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Jtschang von den Rebellen erobert!
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 23. Oktober.
Tie heute früh aus Peking vorliegenden Nachrichten lassen die Situation in China als sehr kritisch erscheinen. Die amerikanische Regierung veranlasste die Entsendung von drei weiteren Kriegsschiffen aus den ostafiatischen Gewässern nach dem Jangtseflusse, sodass heute die amerikanische Flottille in der Stärke von zwölf Schiffen, drei Kreuzer, fünf Kanonenboote, zwei Torpedojäger, und zwei andere Fahrzeuge, am Jangtsefluss versammelt sein wird. Ter „Central News" wird aus Schanghai bestätigt, die Rebellen hätten Jtschang erobert. Man glaubt, dass auch Teschantscha gefallen fei, doch fehlen direkte Nachrichten, da der Telegraph durchschnitten ist. Es wird ferner gemeldet, dass die Rebellen befestigte Stellungen im Norden von Canton besetzt haben. Trifft diese Nachricht zu, dann werden die Rebellen einen ganz bedeutenden Erfolg errungen haben, da der Norden von Canton der Revolution bisher widerstanden hatte.
Ein weiteres Telegramm meldet: Jtschang wurde von den Truppen der Rebellen _m neunzehnten Oktober wider
standslos besetzt. Die im Osten der Provinz am Jangtse gelegenen Städte sind ebenfalls in den Händen der Aufständischen. Von Hankau aus rücken die Rebellentruppen an der Bahnlinie nordwärts vor. Aus der Provinz Hunan stiessen einige hundert Mann zu den Rebellen in Wutschang. Dem Petersburger „Rnftoje Slovo" wird aus Peking telegraphiert, dass bei einer Truppen- rcuuc von einem als Offizier verkleideten revolutionären Studenten auf Ananschikai ein Revolverattentat verübt wurde, das jedoch misslungen ist. Meldungen aus Hankau berichten, dass die Aufständischen, durch starkes Artilleriefeuer unterstützt, im Norden von Kwangsu die Regierungstruppen angegriffen haben. Letztere sollen eine Niederlage erlitten und den Rückzug nach Sinyana Cheu angetreten haben. Bisher unbestätigten Gerüchten zufolge soll es Nuan - schikai abgelehnt haben, die Sache der Regierung weiter zu verfechten. Diese Nachricht hat in Peking grosse Erregung hervorgerufen.
Die Schlacht bei Benghafi.
Die Franziskaner-Missionare getötet, die Wohnungen der Europäer geplündert!
Die erste wirklich große Schlacht in dem tripolitanischen Feldzug ist geschlagen. B e n g h a s i ist mit schweren Opfern genom - men worden. Zum ersten Male haben die Italiener Erfolge zu verzeichnen. Mit banger Besorgnis hatte Italien die endgültigen Ziffern der Verluste erwartet. Man sprach schon von Verlusten von über taufend M a n n. Die tatsächlichen Ziffern (wenn sie auf Wahrheit beruhen) sind indessen beträchtlich
Tie Zahl der Toten ist zweiundzwanzig, die der Verwundeten siebenundsiebzig, lieber den Verlauf der Schlacht geht uns folgende Meldung zu:
<? Rom, 23. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.)
An amtlicher Stelle gibt man nur geringe Einzelheiten über die vorgestrige Schlacht bei Benghafi und Dcrna bekannt. Bon verschiedenen Seiten wird versichert, dass die Gefechte sehr blutig verlaufen seien und noch weiter fortdauern. Die Regierung hält anscheinend die Telegramme darüber zurück, vermutlich, um die Familien der Gefallenen vor dem Eintreffen der offiziellen Verlustliste zu benachrichtigen. Dem „Meffa- gero" zufolge soll es sich bei dem Kampfe um Benghafi um eine wirkliche Schlacht mit vielen Toten und Verwundeten auf beiden Seiten handeln. Den Türken ist es gestern gelungen, neue Araberstämme für den Heiligen Krieg aufzuhetzen. Gerüchtweife verlautet, der Pulverturm von Benghasi sei in die Lust gesprengt worden. Weiteren Nachrichten zufolge sind die Mitglieder der Franziskaner-Mission in Ben- ghast getötet und die Wohnungen der Europäer geplündert worden. Eine Bestätigung dieser Nachricht liegt allerdings noch nicht vor.
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Weitere Depeschen aus Rom berichten uns: Die Verlustziffern haben hier einen tiefen Eindruck hinterlassen. Das klingt aus allen Leitartikeln heraus, die die italienischen Morgen-Blätter über die Schlacht schreiben. Die Siegesfreude kommt über die Trauer wegen der Verluste nicht recht zur Geltung. Zugleich klingt aus den Artikeln eine gewisse Furcht, daß die Volks stimme nun Umschlagen könnte. Die Tripolis-Affäre stellt sich jetzt doch ganz anders dar, als man ursprünglich erwartete. Die Einnahme von Tripolis war das reinste Kinderspiel gegen die Schlacht bei Benghasi, die den Beweis erbracht hat, daß die Türken als Gegner keineswegs zu unterschätzen sind.
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Fortdauer des Kampfs?
(Eigene Drahtmeldung.)
Aus Rom wird uns depeschiert: Die Nachricht, daß die Italiener noch nicht Herren von D e r n a und Benghasi sind, hat hier große Erregung hervorgerufen. Die Hauptforts sollen sich noch in den Händen der Türken befinden: nut einige Nebenforts konnten bis jetzt von bett Italienern erobert werben. Der Kampf soll noch immer furchtbar wüten. Nur Schritt für Schritt können bie Italiener vorgehen, ba sich die Türken verzweifelt wehren. Bei der Beschießung der Stadt Homs sind keine Men scheu umgekommen. Gestern früh um acht Uhr wurde die italienische Flagge gehißt und mit dem üblichen Salut durch die Flotte begrüßt. Tie Ausschiftung der Truppen wird in Homs nunmehr fortgesetzt. In Benghafi sind weitere
Verstärkungen eingetroffen. Die Ausschiffung der Truppen vollzog sich in Ruhe.
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Konstantinopel, 23. Oktober. (P r l vat-Telegramm.) Im „Tanin" schreibt Hussein Djavid, dass die Möglichkeit von dem Anschluß der Türkei an eine der europäischen Mächtekombinationen sehr wahrscheinlich sei. Diese Möglichkeit wird von der Bevölkerung mit Freuden begrüßt. Die Klugheit und die Erfahrung Said Paschas seien Garantien genug, dass bei Ausführung dieses Planes keine Parteinteressen ausschlaggebend sein würden.
bin Miefenbtanb in Stambul.
Vierhundert Häuser ein Raub der Flammen;
acht Millionen Brandschaden!
(Telegraphische Meldungen.)
In der nächsten Nähe von Tachtakale, jenem Stadtviertel von Stambul, das die Feuersbrunst im Juli dieses Jahres in wenigen Stunden in Asche legte, brach am Sonnabend in der achten Abendstunde ein verheerender Brand aus, dem gegen vierhundert Häuser zum Opfer gefallen sind. Der Brandschaden wird auf mindestens acht Millionen Mark geschätzt.
Nach sieben Uhr abends wurde am Sonnabend in Konstantinopel bekannt, daß in dem Stambuler Viertel, das nach der berühmten Bajasidmoschee benannt ist, ein großes Feuer ausgebrochen sei. Um neun Uh' waren schon mehr als hundertfünfzig zumeist größere Hauser abgebrannt. Bis zu diesem Augenblick herrschte Windstille, und es schien, als ob der Verheerung ein Ziel gesetzt sei. Aber gegen zehn Uhr entstand eine leichte Luft- bewegung, die die Jlammen westwärts Wei, tertrieb und einen S&fcen Häuserkompler gefährdete. Den letzten Meldungen zufolge fop len mehr als vierhundert Wohnhäuser ein Raub der Flammen geworden feilt Wie ferner berschtet wird, soll in der Vorstadt K a p u am Marmarameer ebenfalls eine Fen ersbrunst ausgebrochen sein, die gleichfalls enormen Schaden angerichtet haben soll. Der Brand in Stambul erlosch erst gegen zwei Uhr nachts. Die Ausdehnung des Feuers ist dem Wassermangel zuzuschreiben. Die abge■ brannten Stadtviertel sind ausschließlich von Türken bewohnt. Mehrere Konaks, die persische Schule und eine Moschee sind niedergebrannt. Das Feuer brach in einem Konak aus. Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen. Der erste Polizeibericht erklärt, daß das Jener durch Unvorsichtigkeit entstanden sei. Während des Brandes wurden über fünfzig Diebe verhaftet. Ter Brand rief in Stambul große Aufregung hervor, da ein lieberftreifen auf die angrenzenden dickt bevölkerten Stadtviertel befürchtet wurde. Der Minister des Innern und der Kriegsminister erschienen auf der Brandstätte. In der Stadt verursachte die Kunde von dem Riesenbrand eine ungeheure Panik. Besonders schwer sind die ärmeren Leute betroffen, die nur mit einem Hemde bekleidet, ihre Wohnungen verlassen mußten, um wenigstens das nackte Leben zu retten. Sie gehen jetzt infolge des Frostes und des Hungers, den sie auszuhalten gezwungen sind, zugrunde.
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Stambtt? nach dem Brande.
(Eigene Drahtmeldung.) Konstantinopel, 23. Oktober.
Das Feuer brach (wie jetzt festgestevt ist) im Hause des Scherifen Sadik Pascha aus und vernichtete mehrere Stadtviertel. In den verbrannten Vierteln befanden sich wunderbare Kanals der reichsten Türken. In vielen Konaks befand sich aussallenderweisc sehr viel Munition, so dass es beim Brande wie Gewehrseuer knatterte und die Feuerwehr sowohl wie die Polizei sich wegen der Explosionsgefahr in respektvoller Entfernung halten mussten. Das Feuer verbreitete sich an sieben Stellen so rasch, dass man aus den brennenden Palästen nicht einmal die Wertsachen retten konnte. Ter Schaden ist enorm und wird auf weit über acht Millionen geschätzt, doch scheinen die meisten Gebäude und das Mobiliar versichert zu sein.
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Der Riesenbrand im Juli.
Innerhalb drei Monaten ist Stambul nun zweimal von verheerenden Riesenbrän- d e n heimgesucht worden. Ter furchtbare Braud vom dreiundzwanzigsten Juli brach in der Nähe des Kriegsministeriums aus, und da die Arbeit der Feuerwehr nicht rechtzeitig ein« setzte, griffen die Flammen, von einem Sturmwind angefacht, rasch um sich: nach wenigen Stunden war der ganze Stadtteil bis auf wenige aus Stein aufgesübrte Bauten niedergebrannt. Mehrere Konaks, elf Moscheen und tausende kleiner Häuser lagen in Schutt und Asche, und die amtlichen Berichte schätzten den Gesamtschaden aus zwanzig Millionen