Nr. 270. — 1. Jahrgang.
Casseler Neueste Nachrichtei»
Freitag, 20. Oktober 1911.
Handelszeittmg
(Von
f
in ganz kurzer Zeit bemerkbar.
(222)
18. io. ia io.
18. ia 19. io.
18. 10. 19.10.
18.10. 19. 10
123.10
97.ro
7113
Wie die Direktion aus sich die Erwartungen,
200.50
149.50
94.30
89.90
88.60
88.40
201.25
149.cc
Berliner Handelsges. Darmstädter Bank . Deutsche Bank .... Diskonto- Comic and. Dresdner Bank Mitteldeutsche Privatbank
National-Bank Oesterreich. Credit . Petersburger Intern.
Handelsbank ....
Buss. Bank für aus-
etwas befestigt, jedoch mungslust sehr gering, lässigt.
g? Rutgers Werke.
91.80
82.10
102—
91.75
82—
101.50
82.50
160—
93.10
91.75
82.10
102—
91.75
82—
101.50
Aus Ser Sekmat.
MiliMr in Kleinstädte«.
unferm militärischen Mitarbeiter.)
99.50 236.37 11250 167.25
31.50 3259
108.50 120.-
62.75
61.50
113.- :
10.37
6.83
164— 123.40 257.10 184.75 154.60
125—
©latfmt®, 19. Oktober. (Die Studenten drohen . . .) Der hiesige Studentenausschuß hat eine Eingabe an den Finanz- minister gerichtet, in der mit einer Abwanderung der' Studenten nach Frankfurt und mit einer Boykottierung der Marburger Universität gedroht wird, falls nickt der Neubau des physikalischen Instituts eine Beschleunigung er- ährt.
saß geboren und wurde im Jahre 1883 in Darmstadt eingestellt. Der Militärdienst sagte ihm aber damals recht wenig zu, er desertierte also 1884 und ging ins Ausland. Lange Jahre hielt er sich in den verschiedenster Weltgegenden auf, doch schließlich trieb es ihr nach der Heimat. Hier wurde er erkannt und verhaftet. Außer seiner Strafe wegen Fahnenflucht hat er jetzt mit seinen zweiund- fünszig Jahren nachzudienen.
O°o Marburg, 19. Oktober. (Aus unvor - icktigkeit in den Tod.) Dieser Tage
Man achte beim Einkauf genau auf den Namen Leciferrin. Preis M. 3.—, in Apotheken zu haben, ganz sicher von: Hirsch-Ap„ Ho- benzollern-Ap., Kronen-Av., Engel-Ap.. Stern- AP., Victoria-Ap., Hof-Ap. und Herkules-Ap. Wilbelmshöhe in Caffel, und Ap. Alfred Haas in Sontra.
(Anfangskurse).
18. 10. 19. io.
77.93
86.87
80.50
94—
105.62
109.75
99.25
235.50
112.25
(o'ige Mexikaner 'o-ige österr. Goldrente
war die Ünrerneh- Rüböl blieb vcrnach-
99.60
49.50
199 — f 84.37 252— 16487 154L5 123.37 13412 123.25 150— 20t— 154.75
19.75 143.87
98.37 231.50
die bekanntlich aus dem Verkauf des der Gesellschaft gehörigen Grundbesitzes stammen. Andererseits wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Gesellschaft möglicherweise mit der Austeilung der Reserven wartet, bis ihr gesamter Grundbesitz verkoust ist.
s* Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke, vormals Fernie, Gießen. Nach dem Bericht des Grubenvorstandes beträgt der R e i n - Überschuß im dritten Quartal nach Abzug! der für Anleihezinsen und Anleihetilgung zurückgestellten Beträge 73 225 Mark, gegen 63913 Mark im zweiten und 70133 Mark int ersten Vierteljahre. Es soll für das dritte Quartal wieder 50 Mark Ausbeute auf den Kux ausgeschüttet werden.
f* Aus der Kali-Industrie. Die Kaligewerkschaft „Glückauf", Sondershausen, setzte auf eigene Beteiligung im dritten Quarta! 1911 45 250 Doppelzentner (i. V. 40452 Dztr.) K. 2 O. ab. Außerdem wurden 24 833 Dztr. K. 2 O. für fremde Rechnung geliefert. Der Bruttobetriebsertrag war 438 691 Mk. (i. V. 359 009 Mt.) und seit dem 1. Januar d. I. 1279 980 Mark (1 136 784 Marks. Die Kaligewerkschaft „Glückau f", Bebra, setzte im drstten Quartal 1911 16 359 Dztr. K. O. ab, der Bruttoüberschuß war 35 610 Mark, und nunmehr total bis Ende September unter Berücksichtigung der Unterbilanz der ersten Betriebs- monate 26 819 Mark.
115.37 199—
121.87
94.12 184.75
89.62
82*12 160.25
161.12
221.62 181.50
172.75 137.25 183.50
200.751 246.87 I
94.50
89.81
Unterstaatssekretär Stemrich -j-.
Berlin, 19. Oktober. (Privat-Teke« gramm.) Der frühere Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amte, Stemrich, ist heute vormittag hier gestorben. Wirklicher Geheimer Legationsrat Stemrich war seit 1874 im Ju- tizdienst tätig, 1883 erfolgte sein Uebertritt in den Konsulardienst, 1906 wurde er Gesandter in Teheran und 1907 Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt.
Prinz Luitpold's Krankheit.
Berchtesgaden, 19. Oktober. (Privattelegramm.) Im Befinden des Prinz regenten ist nach gut verbrachter Nacht ein« weitere Verschlimerung der katarrhalischen Erscheinungen fcstzustcllen.
Die Revolution im Reich der Mitte.
Peking. 19. Oktober. (Privattelegramm.) Amtlich wird mitgeteilt, daß seit gestern abend sechs Uhr keine telegraphische Verbindung mit Hankan mehr besteht. Es sind die wildesten Gerüchte im Umlauf. Offiziell ist nichts darüber gemeldet, daß die Regierungstruvpen gestern einen Sieg errungen haben. Man glaubt, daß sich die Lage wesentlich verschlimmert hat. Die Zahl der Truppen vor Hankau wird auf einundzwanzigtausend geschätzt.
Der Reichsverband der deutschen Städte, der zum Oktoberbeginn in Berlin tagte, hat sich (wie wir schon mitteilten) unter anderem auch mit der Frage der Belegung der Kleinstädte mit Militär beschäftigt und eine Resolution angenommen, in der das Kriegsministerium ersucht wird, in den kleinen Städten die vorhandenen Garnisonen zu belassen und, wo solche nicht vorhanden sind und die staatlichen Jntereffen es gestatten, neue zu errichten.
Die in dieser Resolutton zum Ausdruck gebrachten Wünsche haben in den maßgebenden militärischen Kreisen eine sympathische Aufnahme gefunden. Der Standpunkt des Kriegsministeriums ist (entgegen einer kürzlich durch die Presse gegangenen Auslastung) der, daß die Belegung kleiner Städte mit Militär tunlichst gefördert werden soll. Auch jetzt schon ist der Prozentsatz der kleinen Garnisonen im Verhältnis zu den Großstädten kein ungünstiger. Preußen zählt int ganzen 1275 Städte; davon sind 177 mit Militär belegt. Von diesen 177 Garnisonstädten zählen 109 weniger als 25 000 Einwohner. In Zukunft sollen die kleineren Städte noch mehr als bisher berücksichtigt werden, selbstver- tändlich soweit die militärischen und ökonomischen Interessen darunter nicht leide». Diese Interessen verlangen in erster Linie eine größere Konzentrierung zusammengehörcnder Truppenteile. Die Verteilung eines und desselben Regimentes nach Bataillonen oder Schwadronen in verschiedene Orte soll in Zukunft vermieden, die dieser Art verteilten Trup- pcnkörper sollen zu Regimentern zusammenge- zogen werden. Für die Zweckmäßigkeit eines solchen Verfahrens sprechen strategische wie ökonomische Gründe. Bei der Wahl der Garnisonen kommen neben der allgemeinen Lage des betreffenden Armeekorvs die Billigkeit der Lebensverhältnisse, sanitäre Rücksichten sowie die Entfernung von größeren Uebungsvlätzen in Betracht. Die Größe des Ortes kommt nur insoweit in Frage, als kleinere Städte gegenüber größeren besonders berücksichtigt werden sollen. v. 8.
Echluß-Iepesche».
(Während der Drucklegung eingegangen.)
188.75 181.— 174'5 191.50 110.10 132.10 172.25 140.75 165.25 163.60 131.75
200.50 724 — 447—
160*50 279.25 138.75
94.10 03.75
207.60 245.80 152.50 167.50 154.50
85.25 233—
132.40 116—
276— 276— 223.50 100.50
C0.60 184.50 2-0 50
199.35 187.62
164*25 154.37 123.37 134.12 123— 119.50 200— 155—
1937 144.-
98.37 232.75
** Das Urteil im Prozeß Weingartner contra König von Preußen. Aus Berlin wird uns berichtet: Kapellmeister Felix von Weingartner hatte gegen den König von Preußen eine Klage wegen Aufhebung eines im März 1908 geschlossenen Vergleichs angestrengt. Nach diesem Vergleich, den der Kläger mit der Generalintendantur der Königlichen Schauspiele in Berlin geschlossen hatte, ist dem Klager untersagt, innerhalb der nächsten fünf Jahre in Berlin und dreimeiliger Umgebung öffentlich künstlerisch tätig zu sein. Der Kläger, der persönlich gestern vor dem Geheimen Justtz- rat des Kammergerichts erschienen war, erklärte, daß der Vergleich wider die guten Sitten verstoße. Er habe den Vergleich zurzeit unterschrieben, weil er sich in einer Zwangslage, bezw. Notlage befunden habe. Nach mehrstündiger Verhandlung erkannte der Gerichtshof auf Abweisung der Klage und legte dem Kläger die Kostendes Verfahrens auf. Der Gerichtshof habe weder eine psvchiscke noch wirtschaftliche Notlage des Klägers bei Eingehung des Vergleichs erblicken können.
*-* Mit zweiundfünfzig Jahren. . . Rekrut! Aus Darmstadt schreibt man uns: Als Soldat zu den ältesten Semestern gehört sicher-^ lich der ehemalige Gardedragoner Michael Nonnemacher vom 23.Dragoner-Regiment in Darmstadt. Er ist 1859 bei Zabern im El-
Das nervöse Zeitalter.
Nervös ist heutzutage die Mehrzahl der Menschen, sei es durch Ueberarbeitung, Aerger, Schicksalsschläge oder durch ernste Krankheiten. Durch die Nervosität altern die Menschen viel rascher und verlieren frühzeitig ihr frisches Aussehen; die Haut wird runzelig, die Haare grau, der Körper verliert seine Schönheit und Frische.
Nervosität hängt intim mit dem Blutzustande zusammen; dadurch, daß das Blut nickt seine normale Zusammensetzung hat, werden die Nerven nicht genügend gespeist, folglich ist gesundes, normales Blut die erste Grundbedingung.
Leciferrin fit das hervorragendste Präparat, um Nervosität zu beseitigen, gesundes Blut zu schaffen und dadurch Lebensfrische und Energie wieder zu erzielen. Bei überreizten oder überarbeiteten Personen, welche an Schlaflosigkeit leiden, tritt durch den Gebrauch von Leciferrin ein guter, kräftigender Schlaf ein. Leciferrin (Ovo-Lecithin-Eisen) ist von hervorragenden Aerzten und Professoren begutachtet und klinisch erprobt. Die günstige Wirkung macht sich
Credit Diskonto Deutsche Bank .... Berliner Handelsges. Dresdner Bank ... • Darmstädter Bank. • A.Schaaffh.Bankver. National-Bank Russische Bank.... Petersb. Int. Hndlsb. Oesterr. Staatsbahn Lombarden Prinz Heinrich-Bahn Baltimore Canada..... .....
Lübeck—Büchner .. Pennsylvania Schantungbahn .... Warschau—Wiener. Hamburger Paketf. Norddeutscher Lloyd Hansa.L. 4°/0-ige Russen v.1902
Japaner .. 3°'o'ige Reichsanl... Türken-Lose Laura Bochumer Gelsenkirchen Happener Rombacher
D eutsch—Luxemb. Höhenloh» PhSnix
Reichsanl. 3°/0-ige Reichsanl... 4°/0-ige Preuß. Cons. ^/yVo-igePreuß.Cons. affige Preuß. Cons. Casseler Landes-
Creditkasse Ser. 24 4Wo-ige äußere Ar- ' gentinier 417»°/o-ige Chinesen von 1898 4°/orige Griechische
Monopolanl fiy/o-ige Japaner.. feige amort Ital..
Aalien kurz . London vista London kurz Paris vista ..
Engi. Konsols . . .
4°o Argentinier . . ■ 3% Deutsch. Reichs
anleihe A/0 .. .
4°/0 Russen 5°/0 Russen Atchison Baltimore Canada Southern Pacific . . Union Pacific ..
Erie . •
Missouri New-York Central . Northern Pacific . . Pennsylvania .. . . Steel Corn. Steel Prefe Central Mining . . . Randmines .....
Anfrage mitteilt, haben . .
Die im Geschäftsbericht Anfang des Jahres ent
Nachbörsenkurse gegen 3’/. Uh1
18. 10.. 19. 10.
Sie Bergarbeiter-Bewegung.
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Essen, 19. Oktober.
In einem Artikel mit der Ueberschrift: „Die Not steigt, wir fordern Lohnerhöhungen" gibt die B erg arb eiterz eitung ihrer Genugtuung darüber Ausdruck, daß in der Beurteilung der Lohnfrage und in der Frage der knappschaftlichen Rentenzahlung bei den großen Bergarbeiterorganisationen volle Einstimmigkeit herrscht. Jetzt hätten die Bergarbeiter in allen Revieren das unbedingt Nötige zu besorgen. Die Bergarbeiterschast habe es in der Hand, ihre Lage zu verbessern. Der Artikel schließt: „Wir wünschen den Kampf nicht, aber wir werden uns nicht scheuen, zu kämpfen, wenn es keinen anderen Ausweg gibt. So wie es jetzt ist, kann es unmöglich bleiben."
Die heutige Berliner Fondsbörse. fPrivattelegramrn.) Das Geschäft an der heutigen Börse war äußerst geringfügig. Das Hauptinteresse hatte sie den im freien Verkehr gehandelten Otavianteilen, die von Beginn an schon matt lagen, zugewandt. Infolge großer Abgaben, die von verschiedenen Seiten vorgenommen wurden, ging der Kurs von 94 auf 87 zurück. Im weiteren Verlaufe trat aber ein hiesiges erstes Institut, das an der Otavi- Minen-Gesellschaft interessiert ist. als Käufer auf, doch konnten sich die Werte nur um W-. Prozent auf 88% Prozent heben. An der Börse waren über die Gesellschaften die verschiedensten Gerüchte verbreitet, doch war positives hierüber nicht in Erfahrung zu bringen. Der scharfe Rückgang in Otavianteilen hatte lähmend auf die gesamte Tendenz eingewirkt, und konnten selbst die aus London eingetroffenen festen Notierungen und der gute Geldstand (tägliches Geld war wieder mit 3 Prozent reichlich anae- boten und auch die Seehandlung gab Geld bis Ende Oktober mit 4 und von heute bis 27. Dezember mit 4% Prozent) eine Acndcrung nicht herbeisühren.
5? Der heutige Berliner Getrcidcmarkt. (Privattelegramm.) Der Getrcidcmarkt war sehr still, die Kurse waren im allgemeinen
halten waren, erfüllt. Der Gewinn gegen aas Vorjahr ist nicht unwesentlich g e st i c a c n. so daß heute mit einem bessern Resultat gerechnet werden kann. Ob allerdings in Anbetracht der volitiscken Verhältnisse und der allgemeinen Wirtschaftslage auch eine Erhöhung der Dividende eintreten wird (im Vorjahr 11 Prozent), läßt sich heute noch nicht beurteilen
<f Düsseldorfer Eisenbütten-Gescllfckast. tP r i v a tt e l e g r a m m.) Das abgelaufene Gesckäftsiahr ist im Großen und Ganzen nor- m a l verlaufen. Es wird angenommen, daß Die vorjährige Dividende von 8 Prozent wieder erreicht werden wird. Die Gesellschaft batte nicht unwesentlich unter dem teuren Einkauf von Rohmaterialien zu leiden. Wie im Geschäftsbericht weiter gesagt wird, ist cs nicht ausgeschlossen, daß die Gesellschaft in absehbarer Zeit an die Aufteilung ihrer großen stillen Reserven Herangehen wird,
Hofgeismar, 19. Oktober. (Vom Felde der Ärbeit.) Hier stürzte der Maurer Eichenberg aus Hofgeismar beim Bau eines Schornsteins in Schöneberg aus der Höhe von zehn Metern so unglücklich berab, daß er schwere Verletzungen davontrug. Durch die Sanitätskolonne wurde eer nach dem Krankenhaus in Cassel gebracht.
Geisweider Eisen... Gelsenkirch. Bergw. Ges. f. elektr. Untern. Gr. Berlin. Str.-Bahn Gr. Casseler Str.-B. Hamburger Paketf.. Harpen er Bergbau . Hartmann Masch.., Hasner Eisen HerkuJesbr. Cassel . Hirsch Kupfer Hohenlohewerke. .. Hofmann, Wggf. Kölner Bgw.
König Wilhelm conv. Laurahütte ....... Ludwig Loewe & Co. Neue Boden-Ges.... Norddeutscher Lloyd Obersehl.Eisnb.-Bed. Orenstein & Koppel Phönix Bergbau ... Rhein. Stahl ..... Rombacher Hütte .. Schuckert Elektr. .. Siegen—Solingen .. Siemens & Halske . Stahl & Nölke Stolberger Zink.... Thale Akt Thale Vorz. Akt- . . Vorwohl. Porti. Zern. Wenderoth Westf. Stahlwerke . WittAner Guß TAtlctoFF Waldhnf .
166.50 30.87
32.-
108.- 119.75
62.75
59.62
112.25
10.50
6 87
ProMenHSrse
(Schlusskurse).
18. io. 19. io.
’ 117.— - 199— ’ 131.65
! 94.12
i 185—
89.75
82—
160— 162.— 221.87
181.75 172.62 167— 184—
1201.- 1247 37
Wechsel.
18.10. 19. 10.
Short und Mel.
Die Zwanzigstundenfahrt des „L. Z. 9". Aus Baden-Oos wird uns berichtet. Tas Luftschiff „L. Z. 9", an dessen Bord sich Graf Zeppelin und die Militär-Abnahmekommission befinden, ist gestern abend 7 Uhr 15 Min. von Baden-Oos zu einer Dauerfahrt, die für die Abnahme noch vorgeschrieben ist und zwanzig Stunden dauern soll, aufgestiegen. Es passierte um 8 Uhr 15 Min. Karlsruhe, 9 Uhr 40 Minuten Mannheim, um 11 Uhr Mainz und zwischen 12 und 1 Uhr Koblenz. Heute früh 8 Uhr sichtete man das Luftschiff bei Pirmasens und Landau. Das Luftschiff „L. Z. 9“ ist das neueste der Zeppelinschen Werft, es war vorgestern mittag in Friedrichshafen aufgestiegen und nachmittags nach glatter Fahrt in Baden- Oos gelandet.
•K Fünf Passagiere im Aeroplan. Ein neuer Weltrekord int Passagierflug wurde von dem bekannten französischen Aeroplan-Konstrukteur Sommer aufgestellt. Er flog von Reims nach Vitrv und zurück mit 5 Passagieren an Bord. Diese Leistung stellt einen neuen Weltrekord dar.
Reue Stinnes Projekte.
(Telegramm unsers Korrespondenten.) g* Mülheim (Ruhr), 19. Oktober.
Zu dem Ankauf g r o ß e-r W a l d b e - stände in Schweden durch den Großindustriellen Stinnes wird noch mitgeteilt, daß Stinnes plant, die schwedische Holzbearbeitungsindustrie zu syndizieren und deren Hauptsitz nach Deutschland zu verlegen. Hauptsächlich handelt es sich um die Fabrikation von Türen und Fenstern, die als die angesehensten Erzeugnisse schwedischer Holzbearbeitung in Deutschland guten Absatz haben. Tas Sttnnes'sche Holzsyndikat plant, zunächst für einheitliche Preise zu sorgen. Wie wett es Einfluß auf die deutsche Holzbearbeitungs-Industrie erhalten wird, kann heute noch nicht gesagt werden; das eine steht fest: Daß Stinnes seinen gewaltigen Unternehmungen in der Eisen- und Kohlen-Jndu- st r i e auch noch die Holzindustrie angliedern will. Bemerkt sei noch, daß die Fabrik für Waggonbau der Dortmunder Union einen beträchtlichen Bedarf an Holz hat. Wie es heißt, beabsichtigt die Deutsch- Luremburgische Berg- und Hütten-Aktienge- sellschaft, den Waggonbau noch weiter auszudehnen.
Gericht und Recht.
bin Zwölfjähriger als Mörder.
(Von unserm Korrespondenten.)
Aus Altona wird uns geschrieben: In Detlef von Liliencrons letztem Wohnorte Alt-Rahlstedt bei Hamburg erregte im Juli dieses Jahres eine Bluttat ungeheures Aufsehen, und dies umsomehr, als es sich um das Attentat eines zwölfjährigen Schülers auf ein fünfzehnjähriges Dienstmädchen handelte, dessen Motive alles andere als aufgeklärt zu nennen waren. Der am elften November 1898 geborene Schüler Paul Hoffmann trug feit längerer Zeit in Alt-Rahlstedt Zeitungen aus und hat bei Ausübung dieser Tätigkeit im Juli mit mehreren anderen Knaben zusammen einen neunjährigen Jungen und dessen zehnjährige Schwester verprügelt und mit Steinen beworfen.
Einige Tage später stellte ihn das fünfzehnjährige Dienstmädchen Emilie Firch, das bei den Eltern der verprügelten Kinder in Stellung war, wegen dieser Mißhandlungen zur Rede, worauf der Junge ihr mit den üblichen Frechheiten der Flegeljahre antwortete. Am nächsten Tage begegneten Paul Hoffmann und seine Geschwister der Firch. Paul Hoffmann ließ sich von seinem Bruder ein Taschenmesser geben und griff damit das Dienstmädchen an. Als dieses nun ihrerseits auf ihn losschlug, um sich zu wehren, geriet das Bürschchen in Wut und stach nach der Gewohnheit alter Messerhelden auf die Angegriffene ein. Ein unglücklicher Stich traf den Hals und durchschnitt die Schlagader. Die Uebersallene brach sogleich zusammen und starb zehn Minuten darauf an Verblutung. Wegen dieser Tat hatte sich Hoffmann nunmehr vor der Jugendstraflammer des Landgerichts zu Altona zu verantworten. Der Angeklagte gab zu seiner Entschuldigung an. daß ihn die Firch mehrfach mißhandelt habe. Am Tage der Tat habe er sich das Messer, von seinem Bruder geben lassen, um das Mädchen zu erschrecken. er habe aber, als er mjt dem Messer in der linken Hand an sie herangetreten sei, sofort zweiOhrfeigen von ihr erhalten. Da habe ihn dann die Besinnung verlassen und er habe in feiner Wut blindlings auf die Firch eingestochen. Der psychiatrische Sachverständige, der im Untersuchungsgefängnis den Angeklagten beobachtet hatte, erklärte, daß weder von Geisteskrankheit noch Geistesschwäche irgend welche Rede sein könne; er mache einen durchaus geweckten Eiudruck, auch seine Erziehung sei durchaus nicht vernachlässigt. Während der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren beantragte, faßte der Gerichtsbos wegen der offensichtlichen Reue des Knaben die Sache erheblich milder auf. Er berücksichtigte ferner das offene Geständnis, sowie den besonders unglücklichen Zufall, durch den der Tod der Firch veranlaßt war, als strafmildernd, und verurteilte den Angeklagten zu einer Ge- sängnisstrafe von einem Jahre unter Anrechnung von drei Monaten der erlittenen Untersuchungshaft. -er-
97.—
49.10
96.60
99.90
186— 181.50 174.50 191.75
131*50 172.80 139.75 166— 165.50 131.80 200— 724— 446— 235— 161— 279.25 138.50
94— 94.20
207’5 246.20 153.50 166.50 155.25
85.25 233.50 136 50
115— 277.50 276.25 223.50 100.50
60.50 183— 250 50
78.06 86.87
80.50 9412 1034,2 110.25
96.75
99*80
80.60
20.51
20.48
81.50
84*80
4%
82.50
160 —
93—
90.40
88.70
88.20
Paris kurz Wien kurx ? tivatdiskont... |
Fonds.
fest 208— 212.75 beh. 183.50 189.50
fest 186— 18750
17059 168.50
Berliner Kursbericht
18. u. 19. Oktober 1911, nachmittags 3 Uhr.
siarb in Zell ein hoffnunasvoller junger Mann an den Folgen einer Blutvergiftung. Er wollte sich an der Hand eine Warze vertreiben und overierte an der Wunde längere ?.eit, bis endlich der Arm bis zur Schulter an- ickwoll. Es war eine Blutvergiftung entstanden, die nicht mehr zu beseitigen war.
£-> Esckerode. 19. Oktober. (Des Lebens müde.) Die Witwe M. von hier, die kürzlich ihren Monn durch den Tod verlor, hat sich den Verlu't io zu Herzen genommen, daß sie in einem Aniall von geistiger Umnachtung auf dem Boden ihres Hauses ihrem Leben durch Erhängen ein Ende machte.
fester 207.—
211.75 fest
185.-
189.50 fest
184.50 187.-
gesch 1 168*—
fest - 70180
71.30
4Vs®/n-ige österr.
Silberr. Jan.—Juli 4°/o-ige Russen vor
1902
4°'0-jge Spanier ....
40/„-)ge Türken von
1905 Türken-Lose 4%-ige Ungar. Goldr. 4°/o-ige Ungar. Kronenrente ........
4°/0-ige Mosk.-Kasan 4°/0-ige Russ. Süd-
Ostbahn 1897 ....
Banken.
20.51
81*47
8480
Weizen, Tendenz: w Nov. .
, Dez. . . .
Roggen, Tendenz;
, Nov. . . .
, Dez. . . .
Hafer, Tendenz: w Nov. .... w Dez
Mais, Tendenz: . » Nov. .. . .
» Dez
Rüböi, Tendenz :. , Nov. . . . . Dez.
164.ro 123.70 257.- 1S4.5G 154.50
125.— 123.10
18.10
19-10.
Otavi-Minen......
95.80
1 90.25
South-West-Afrika
(deutsche Stücke) 1148.30
157.25
Bahnen
13.10. .19.10.
Lübeck—Büchener
_.—
187.80
Baltimore........
98.4(
08.50
Canada-Pacific. . .
231.50
231.7)
Warschau—Wiener.
202.-
199.50
Pennsylvania......
________.
Südösterr. Lombard
— ——
— .,
Oesterr. - ungarische
Staatsbahn .
IQ QP.
4 <1
Prinz Heinrich-Rah n
H4 |144
Industrie.
’S. 10.19.10.
Accumul.-Fabrik
Pr^p^o
Aligem. Elektr.-Ges.
263.75
264.20
Badische Anilin... •
500.—
497.-
Bert-Anhalt.- Masch.
184—
184.-
Bochumer Gußstahl
220.25
220.50
Braunschweiger Jute
202.—
201.50
Brauerei Schöff erhol
03.10
93.25
Casseler Federstahl
258.50
261.25
Concordia Bergbau .
272.10
275.60
Consoiidation......
334.75
335.—
Deutsche Linoleum-
Wachs..........
163.25
l«2.5O
Dortmunder Union C-
--
—” -
Donnersmarckhütte.
298—
299.50
Deutsche Spiegel-
Glas .........
378—
377j«
Dynamit-Trust.....
178.25
178.60
Eschweiler Rerswerk
167. -
167.25 1
10. 4». 10
18. 10.
19. 10.
Rheinl. Stähl
153.—
163—
^astrands......
3.1"
3.15
AJIg. Elektr.-Ges.
263.50
263 —
Goldfields.......
4.32
4.32
Siemens & Halske
— ■
233.37
Modderfontain....
11.43
11.50
Deutsch—Uebersee .
173.50
173.50
Geduld......
0.93,
0.93
Ges. f. elektr. Untern.
174.87
175 —
Goerz ........
0.88
0.87
Dynamit-Trust
178.37
176.25
Chartered... ...
30.0
30'3
Gr. Berliner Str.-B
191.62
191.25
Debeers........
18.30
18.25
Tendenz:
z. fest
bef.
Amalgamated ....
53.25
52.50
Anaconda...
6.93
7.06
Rio Tinto.......
Olavi . . ........
59.50
60.38
Lonaoner Börse
South Westafrika. .
Tendenz: .......
29/0 ruhig
29/ schw.