Nummer 266
1» Jahrgang
Hessische Abendzeitung
gefielet Abendzeitung
Fernsprecher 951 und 952.
Sonntag, beit 15. Oktober 1911
Fernsprecher 951 und 952.
Waa in hellem Aufruhr!
tragen worden.
Am Vorabend neuer Kümpfe.
zu können.
Verhandlung«».: Die Ne
ohne Opfer von unserer Seite geregelt werden kann. Andererseits ist es notwendig, daß auch Deutschland seinerseits anerkennt, daß wir das Recht und die Pflicht haben, diese Opfer mit aller Sorgfalt zu prüfen, bevor man sich entschließt, sie zu gewähren.
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berichtet aus Tripolis, daß General Ga- neva mit dem Vize-Admiral Faravelli, dem Gouverneur Borea Rizzi und dem Kommandanten Zagni eine längere Besprechung gehabt und sich zum sofortigen Vorrücken in das Innere des Landes entschlossen habe. Das Platzkommando von Tripolis ist dem Generalleutnant Pezori Giraldi Über-
Konstantinopel, 14. Oktober. (Pri» vat ° Telegramm.) Die Pforte nimmt, wie es heißt, gegenüber der Antwort der Mächte auf ihre Note den Standpunkt ein, daß sie nur auf der Grundlage der Souveränität über Tripolis mit Italien in
gelung der Kongoangelegenheit kann noch immer eine Lösung erfahren, von der beide Länder einen wirklichen Vorteil haben und sich befriedigt fühlen. Aber dazu ist nötig, daß ein Teil des französischen Publikums begreift, daß die Angelegenheit nicht
chicken wird, und daß eines Tags diese Ueber- 'lutung des sozialen Kampffelds mit der von der Jugend schon eingesognen Erbitterung sich verhängnisvoll rächen muß.
Der .Schrei nach der Individualität" und nach der „Freiheit des Individuums" ist an sich zweifellos ein berechtigtes ethisches Prinzip; die Entwicklung der politischen Verhält- niffe in Frankreich zeigt indeffen, wie verhängnisvoll sich die Ueberspannung dieses Prinzips in ihren Wirkungen äußert. Vorgänge wie die Bübchen-Revolution von Moretel sind nur dort möglich, wo die politische und staats - organisatorische Degeneration bereits wirksam geworden ist: Die Ohnmacht und Tatenlosigkeit der Behörden illustriert deutlich die Schwäche der staatlichen Autorität gegenüber der Maffe, und der Streik der Schulbank-Hörigen ist ein klastischer Beweis des Schwindens des Verständnisses sür die naturnotwendige Ordnung der Dinge im Staats-Organismus und die Folge einer bis zum Aeußersten angespannten, krankhaft ausartenden politischen Svzial-Bewegung, deren Wellenschlag immer weitere Kreise zieht und deren Odem Haus, Schule und Familie infiziert. Und wenn wirklich die bürgerliche Ordnung nur dann aufrecht erhalten werden kann, wenn der Einzelne in der Gesamtheit der Volksgemeinschaft in seiner politischen und sozialen Bewegung auf seinen engen Kreis beschränkt bleibt und infolgedessen der „Freiheit des Individuums" in politischer Beziehung entbehrt, so mag dieser Zwang doch immerhin noch erträglicher scheinen, als die Auswüchse des ungezügelten Mas- sen-Jmpulses, deren Früchte allmählich in Frankreich reisen. Dem Streikspiel, den Be- amtenkämpfen und den Meutereien im Heer gesellt sich jetzt als tragikomische Beigabe die Bübchen-Revolution von Moretel: Momentbil- der des zwanzigsten Jahrhunderts und Symptome einer Zeit, die sich den „Mittag der Kultur" nennt! F- H-
Laufe der nächsten Woche zusammcntrcten. um den Gcschäftsplan aufzustellen. Zunächst wird die erste Lesung des Privat beamten- p e n s i o n s g c s e tz e s auf die Tagesordnung gestellt werden, der die zweite Lesung des Schifsahrtabgabcngcsctzes folgen wird. Tie erste Lesung des deutsch javanischen Handelsvertrages wird stattfiudcn, sobald der Vertrag dem Reichstag vorliegen wird.
=tnfertt6n«pretfe: Die fedbSgefpattene Zelle für einhetmtfche ®efd>4fte 16 Wg, für au«- Mtatta?S WPf. REmerelle für einhetmtfche Geschäfte 40 Pf, für auswärtig, Geschäfte 60 Pf. Beilagen für bte Gesamtauflage werden mit 4 Mark pro Tausend he- rechnest Wege» ihrer dichten Verbreitung in der Restden, und der Umgebung find die Tafseler Neuesten Nachrichten ein vorzügliche« Jnfertion«organ. Geschäftsstelle: Pölnifche Straße 6. Berliner Vertretung: SW., Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV, 675.
Lhne Tripolis lern Frieder
(Eigene Drahtmeldung.)
Wie uns aus Rom berichtet wird, ist nach Informationen aus gutinformierten Kreisen die Lage in der t rip olitanrsch en Affäre zur Zeit folgende: Bisber sind keinerlei Friedens - Verhandlungen angc-! bahnt. Italien hat auch keine Vorschläge zu macken. Wenn die Türkei den Frieden wünscht, so ist Italien bereit, in Unterhandlungen einzutrctcn. unter der Bedingung, daß die Pforte die italienische Besitzergreifung von Tripolis anerkennt. Wenn die Mächte einen Vermittlungsvorfchlag unternehmen, so wird sich Italien auch damit einverstanden erklären, aber ebenfalls nur unter der gleichen Bedingung. Unter diesen Umständen ist nickt Vorauszusehen, wann mrt den Fricdensverhandluupen begonnen werden kann. Von einer Oberhoheit des Sultans in Tripolis könne indessen ftoic in politischen Kreisen versickert wird) in den Frie- densvcrhandlunacn ebenfalls nickt dw Rede •ein. Nack Angabe dc§ „©konnte d'Jtalia wurde kür die Erpcditiou nach Tripolis bisher die tnnwaürsckeinlick kUnaeudei Summe
*
($in Telegramm a
Marokko und der Reichstag.
Keine Debatte vorm Marokko-Abschluß.
(Telegramm nnsers Korrespondenten.)
Wie von zuständiger Seite einem bekannten Reichstagsabgeordneten auf Anfrage mitgeteilt worden ist, wird die Regierung die Marokko-Interpellationen erst dann beantworten könne«, wenn auch der Kongovrrtrag o6fle« schlossen fein wird, da die Regierung die Verhandlungen über den Marokkovertrag solange geheim halten wird, bis auch der Kongovertrag unterzeichnet ist.
(Privat-Telegram m.)
Depeschen aus R o m zufolge hat der „Mes- agero" ein Telegramm aus Tripolis erhalten, in dem gemeldet wird, daß eine st a r k e t irc»| kische Truppenabteilung mit Gebirgsartillerie heranrücke, so daß der erste Zusammenstoß der Streitkräfte bevorstehe^ Vier neue Aeroplane, die aus ^-rankreich in Rom angekommen sind, werden mit siebens Flugmaschinen der Militäraviatikerschule nach Tripolis gesandt. Elf Offiziere, von denen einige an dem Wettslug Bologna-Venedig teu- qenommen haben, werden die Apparate lenken imd neuartige Bomben mit sich sichren, deren Wirkung entsetzlich sein soll. Der Spezialberickterstatrer des „Secolo umbet, daß in Tripolis insgesamt etwa sunzund- zwanzigtausend Mann gelandet sind, mit deren Verteilung gestern begonnen wurde. Abteilungen der Genietruppen haben zusammen mit den Pionierabteilungen der <stt= santerieregimenter bereits B c f e st i g u n g e n ringsumdie Stadt angelegt, um etwaige Angriffe der Türken aus die Stadt abwehren
men sein sollen. *
London, 14. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Der „Central News" wird aus Peking telegraphiert: Zwanzigtausend Mann Truppen sind auf dem Marsche nach dem Süden begriffen. Die Rebellenführer erließen eine Proklamation, Worin es heißt, die Volksmassen werden die M a n d s ch u - D Y n a st i e st ü r - ä en. Es verlautet, daß der Hauptsührer der Bewegung der berüchtigte Revolutionär Hungsching, ein früherer Offizier, sei. Er ist noch nicht auf dem Schauplatze der Revolution cingetroffen. *
Die Proklamierung der Republik.
(Eigene Drahtmeldung.)
Eine in London eingegangene Depesche nu-3 Rin Tschmmg meldet, daß gestern die Republik in Wutfchang ausgcrufen worden sei. Die Rebellen haben in Hankau den fremden Konsuln erklärt, daß eine neue Regierung entstanden sei, aber alle Verträge und Anleihen der chinesischen Regierung würden respektiert werden. Die Rebellen haben bereits die neue Fahne aufgezogen, die keinen Drachen mehr zeigt, sondern r o t - weißblau gestreift ist. In Pao Tin Fu und in Tientsin sind die Rebellen eingedrungen und haben die beiden Städte inBesitz genommen, nachdem die Regierungstruppen x? ihnen übcrgetreten sind. Aus Peking sind aryr Militärzüge, vollbesetzt mit Truppen, abgegangen. Die Rebellen ziehen ihnen entgegen, um I ihnen sofort eine Schlacht anzubiete n, die jedenfalls stattfinden wird. Acht Kriegsschiffe der fremden Mächte, die sich in Hankau befinden, sind nach Pao Tin Fn abge- gangeu.
von anderthalb Milliarden Lire verausgabt. In Caserta sind gestern dreihundertdreißig türkische Gefangene eingetroffen, darunter dreiundzwanzig Offizier«, ferner Zivilbeamte, Frauen und Kinder.
das „Jahrhundert in die Schranken zu fordern". In unferm Nachbarland indessen ist der Fall nicht grade selten, und wiederholt sind auch, begeistert vom „rassigen Temperament der Jugend", schmunzelnde Auguren für die „Interessen der Werdenden" auf die Tribüne gestiegen, haben schwächliche Obrigkeiten dem ungestümen Drängen der Jungenschar reuig Rechnung getragen. Man steht hier vor einem politisch-psychologischen Rätsel: Die treibenden Kräfte der „Hosenmatz-Politik" (um die es sich hier doch zweifellos handelt) sind ebenso eigenartig wie die Schlasfheit der Behörden in der Abwehr dieser krankhaften Eruptionen einer auf Abwege geratnen sozialen Bewegung, deren Ursachen offenbar in der Eigenart der romanischen Volkspsyche und in den Wirrnissen des Parteigetriebs im republikanischen Frankreich zu suchen sind. Daß in andern Ländern südlichern Himmelsstrichs der politische Rechtekampf in der Politifienmg der Masten ähnliche Ausschweifungen erzeugt, darf dafür als Beweis gelten.
Andrerseits tritt allerdings grade das p o - l i t i s ch e Moment des Ereignisses scharf in den Vordergrund, und es ist nicht zu verkennen, daß die Schulbankpolitik das charakteristische Erzeugnis der demokratisierenden und sozialisierenden M a s s e n - S u g g e st i o n ist, die in Frankreich (und in den Ländern romanischer Zunge überhaupt) das politische Leben mit jener Schärfe erfüllt, die nur des geringsten Anstoßes bedarf, um sofort ausgährcnd wirksam zu werden. Die Zügellosigkeit der sozialen Kampfbewegung hat die natürlichen Grenzen bürgerlicher Gesellschaftsordnung weit überschritten, und es kann füglich nicht überraschen, daß in einem Land, in dem man stündlich mit dem Verhängnis des Massenstreiks spielt, und bereit ist, die öffentliche Wohlfahrt kaltblütig einer einzigen politischen Kraftprobe zu opfern, allmählich auch die Jugend der K l e i n e n und Kleinsten in den Strudel hinerngerissen wird und sich eifrig müht, schon die Interna der Schulstube zum Ausgangspunkt politischer Aktionen zu machen. Es liegt ferner auch die Gefahr nahe, daß die Jugend, die bereits in den Kinderschuhen im sozialen Kampfzug mit- marschirrte, ihrerseits sicher nicht zu einer Generation des politischen Friedens beranw-'.ck-
Man rechnet allerdings in unterrichteten Kreisen damit, daß die Unterzeichnung des Kongo-Vertrags noch vor Ablauf dte- es Monats erfolgen kann. Die Fraktionen des Reichstags, die zum sechzehnten und siebzehnten Oktober einberusen worden sind, werden sich darüber schlüssig werden, ob die Marokkofrage erst nach dem endgültigen Abschluß der Verträge besprochen werden soll. Wie ich erfahre, geht eine Strömung dahin, die Debattenicktzu vertagen, da das Volk ein Recht habe, seine Meinung jetzt zu vertteten. Namentlich die rechtsstehenden Parteien wollen die Gelegenheit ergreifen. um zur Kompensationsfrage Stellung zu nehmen, da sie der Meinung sind, daß durch von Frankreich zu bewilligende Landabtretungen für das Reick keine uferlosen f..i- nanziellen Koloniallasten für neue Kolonien auftreicn dürfen. Wenn man Frankreich das reiche Marokko überlasse, müßten für Deutschland Gegenwerte in Betracht kommen, die Marokko entsprech e,n. Das Sumpfkongo wird als solcher Wert in diesen Kreisen nickt betrachtet und auck eine deutsche Laudabtretung in Kamerun wird von diesen Parteien nicht gebilligt werden. Es macht sich überhaupt in parlamentarischen Kreisen eine Verstimmung über den langsamen Fortgang der Verhandlungen geltend, die bereits in der nächsten Woche festere Gestalt annehmen wird. Man nimmt an. daß die Verhandlungen über die Kompensotionssrage noch Wochen dauern und die Langmut des deuffchen Volks auf eine neue Probe stellen werden. Der Seniorenkonvent des Reichstags wird im
Ein Pekinger Telegramm von heute früh meldet: Die Revolutionäre haben sich des BahichofeS von Lankau
RSpubflime Fraucaifc' kckrcib
fen, sondern dcreiust in den Dafe-.nskomp- uock; uns: schroffere und erbittertere El«;««-»« * ä)i s r
ick! et : den
zwanzigstes Fahrhundert.
Schattenbilder vom „Mittag der Kultur".
Nach mondelangem Kriegsgeschrei, nach einschläfernder Marokko-Langeweile und beizenden Moabiter Sensationen endlich wieder einmal ein Lichtblick, ein nervensänftigender Kalauer des Kulturjahrhunderts, über den man zugleich lachen und weinen kann. Die Geschichte mutet nämlich nicht nur tragisch, sondern auch außerordentlich scherzhaft an, und man hat also ein Recht, sich daran zu erbauen: In Moretel, einem kleinen Städtchen im Lande jenseits der Vogesen, dort, wo der Freiheitsdrang im Kleid des Bürgers und im bunten Rock längst alle Bande frommer Scheu gelöst, sind am zwölften Oktobertag die (offensichtlich zu den besten Hoffnungen berechtigenden) Zöglinge einer Bürgerschule in den „Aus st and" getreten, haben Schulranzen und Fibel in den Winkel geworfen und heldenhaft erflärt, das Haus der Plage nicht eher wieder zu betreten, bis der gekränkten Jungen-Ehre vollwertige Genugtuung zuteil geworden sei. Revolution etwa, Kampf w Gewissensfreiheit, oder Krieg um einen Nachmittag ungebundner und nicht durch Schularbeit vergällter Burschenlust? Nichts von alledem: Die Bübchen von Moretel streiken, weil der Schulleiter es abgelehnt hat, speziellen Wünschen der Herren Jungens in angemessner Form Rechnung zu tragen und weil er sich erdreisten zu dürfen glaubte, die darob Zürnenden mit dem auch in der Republik noch beliebten Rohr- stöckchen zur Achtung vor der Autorität anzuhalten. Moretels hoffnungsvolle Jugend zog daraufhin in corpore zum Gemeindehaus und verlangte dort unter begeisternden Hochrufen auf Recht und Freiheit die Auslieferung einer roten F ahne , um, gewappnet mit diesem „Panier" der Gerechtigkeit", den Kampf wider den Schultyrannen unter Aufbietung aller Kräfte weiterzuführen.
Wer hierzuland die Kunde hött, wird lächeln und verwundert fragen, ob in Frankreichs Wäl- bent nicht mehr genügend ungebrannte Asche wächst, um widerhaarige Rangen erfolgreich zur Raison zu bringen. Diesseits der Vogesen wäre der Fall ja auch undenkbar, denn die „Organffation der Jugend" ist bei uns glücklicherweise noch nicht so weltbewegend, als daß kurzhosige Knäbchen es schon wagen dürften,
Friedensvcrhandlungen eintreten könne. Die- «Xa riirfpn hnr ’ I ftr Standpunkt ist gestern auch in den mündli-
Bre (JllUlßUEr ruueu UUt. d)en Verhandlungen mit den Vertretern der Depeschen vom Kriegsschauplatz. Mächte zum Ausdruck gebracht worden.
In einigen Blättern wurde gestern eine1 Meldung aus Konstantinopel wiederge- geben, derzufolge es am Dienstag bei einer Re- koano'szierimg starker italienischer Detachements, - .. . .. „s.
in der Umgegend der Stadt Tripolis zu einem Volkserhebung gegen die Mandschu-Dynasti«. hestigen Kampf zwischen den türkischen Die Revolution im Reich der Mitte Truppen, die eine Höhe besetzt hielten, und den breitet sich mit unheimlicher Schnelligkeit im» Italienern gekommen sein sollte, wobei dieI mer weiter aus und eine Katastrophe Italiener sechzehnhundert Tote und f$eint unvermeidlich. Die Regierung zeigt Verwundete gehabt hätten und in die ^re Ratlosigkeit dadurch, daß sie heute erlas» Flucht geschlagen worden seien. Diese Mel- fene Anordnungen morgen widerruft. Am Hofe düng trifft n i ch t zu. Es wird uns im Ge- machen sich wieder persönliche Einflüsse stark gensatz dazu berichtet: geltend, sodaß die dort herrschende Verwir»
S Berlin, 14. Oktober. rung noch gesteigert wird. Man versucht, durch angeblichen heftigen Kamps bei Tripolis, ^rnchtz Die neuesten Depeschen lassen di« wobei die Italiener viele Tote und Verwundete 2afle ber Regierung verzw eiselt erschein gehabt haben sollen, n i ch t s b e k a n n t ist. Die nen. Wir registrieren folgende Meldungen: Nachricht klinge schon deshalb sehr u n g l a u b - h- Peking, 14. Oktober,
würdig, weil die telegraphische Verbindung (Eigene Drahtmeldungen.) zwischen Tripolis »nd Konstantinopel unter- $ic Regierung befindet sich In vollständiger brachen sei. Die Nachricht konnte d^halb nur $ Abfall der Truppen
und Berlin auf demselben Wege unterrichtet traten in »er letzten Nacht zu einer Sitzung worden. Da dies nicht der Fall ist, dürfte die zusammen, deren Beratung noch ganze Meldung erfunden sein. ES heißt, daß der ganze Hof mtter dem Schutz
ganze » * besonders treuer Truppen zu fliehen ge-
Ein weiteres Privattelegramm mel- beult, wem» die Nachrichten aus dem Anf» bet uns aus Rom: Der „Corriere d'Jtalia" | ftanbSgebiet dies als notwendig erscheinen las» len sollten. Die Revolutionäre haben sich gestern auch JschangS bemächtigt. Die telegraphischen Verbindungen nrit Hankau und allen andern Städten sind unterbrochen. Ein kaiserlicher Erlaß, der gestern abend veröfsent- kicht wurde, gewährt den Soldaten und Mari netruppeu Verzeihung, wenn sie jetzt noch von der Revoluttonspartei abfalleu und zur Regierung zurückkehren. Inzwischen haben auch die Truppen von Changsha gemeutert und sind zu den Revolutionären übergetreten. Die Revolution nimmt immer größere Ausdehnung an. Die letzten Depeschen berichten von großen Metzeleien, bei denen Tausende von Chinesen umgekom-