Kasseler Neueste Nachrichten
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23)
(Fortsetzung folgt.)
rief Erika.
Gehling die Fesseln ab! Rasch
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Schaudernd verhüllte Erika ihr Gesicht; krampfhaft klammerten sich die Kinder an sie an. Jeden Augenblick erwarteten sie die
einmal, dann war die kleine Schar überwältigt. ein kurzes, wildes Handgemenge ... ein Knäuel von schwarzen nackten Leibern wälzte sich über sie ... und im nächsten Augenblick lagen sie verwundet, betäubt, geknebelt am Boden, während die Schwarzen jubelnd den Wagen umtanzten.
menbrach. Ein Speerwurf mußte daS Tier tödlich getroffen haben.
Gehling war blitzschnell aus dem Sattel ge sprungen. Er lief zu dem Wagen, in 1 Erika und die Kinder befanden.
„Hierher! Hierher!" rief er seinen Leuten
„Ich schwöre bei allem, was mir heilig ist, daß ich nichts von diesem Ueberfall wußte," Nikodemus ... nimm Herrn --- . ich will es!"
das Vierteljahr von 2.25 Mk. an. Bedingungen bitte zu verlanget!.
vo« O. Elster.
(Nachdruck verboten.)
rer Entfernung halten..."
Aber kaum hatte er ausgesprochen, als er heftig zusammenzuckte und mit der Hand nach der Brust faßte. Ein Pfeilschuß hatte ihm die Schulter durchbohrt.
„Verdammt," knirschte er zwischen den Zähnen. „Ich bin getroffen ..
Er taumelte zurück ... diesen Augenblick benutzten die Schwarzen und stürmten unter wildem Geschrei von allen Seiten auf den Wagen zu.
Nr. 265.
Erster Jahrgang
2» Beilage.
Sonnabend, 14. Oktober 1911
Mit lautem Geschrei warfen sich die Kinder über ihren Vater.
Entsetzt stand Erika da.
„Das ist dein Werk, Mädchen," knirschte der Gefesselte zwischen den Zähnen.
NWIi m Wlilikl!
Der Graphologische Briefiasten der Casseler Neuesten Nachrichten.
(Bearbeitet von Elsbeth Ebertin).
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Wie wir bereits unttellten. haben wir für unsere Abonnenten einen Graphologischen Briefkasten eingerichtet, dessen Bearbeitung in den Händen einer bewährten und anerkannten Spezialistin liegt. Jeder unserer Abonnenten ist berechtigt, die neue Einrichtung (Lharakter-Ermittlung aus der Handschrift auf wissenschaftlicher Grundlage) in Anspruch zu nehmen. Zu einer Beurteilung sind mindestens zwanzrg Zeilen flüssig zu Papier gebrachter Schrift (keine „Schönschrift"!) erforderlich. Anfragen an den Graphologischen Brief- kasten wolle man fünfzig Pfennige in Briefmarken beifügen und die Sendung adressieren: An den Graphologischen Briefkasten der „Casseler Neuesten Nachrichten". Die Antworten werden regelmäßig in unserem.Familienblatt" (Sonnabends) mitgeteilt.
Gegen Wend kam der Befehl Gehlings, sich zur Abfahrt bereit zu halten. Man wollte die Nacht über fahren, um am anderen Tage in Gehlinghausen eintreffen zu können.
Erika war sehr zufrieden mit dieser Anordnung, da sie Hoffen durste, von Gehlinghausen Nachricht nach Windhoek senden zu können, wenn Gehling sie verhindern sollte, selbst nach dort zu reisen. Rasch traf sie alle Vorberettungen, lehnte es ab, ihr Pferd zu besteigen und nahm mit den Kindern und Klarigonda in dem Wagen Platz.
Gehling schalt über ihren Eigensinn, mit den Kindern fahren zu wollen, konnte es jedoch nicht verhindern.
Bei Einbruch der Dunkelheit setzte sich die kleine Karawane in Bewegung. Beim Abschied von Samuel blinzelte dieser Erika schlau zu. „Nicht erschrecken," flüsterte er, „wenn Schwarze kommen ... Freunde von Mistreß sein..."
Auch Sanna, sein Weib, nickte ihr gleichsam ermutigend zu, und das Buschmann- Mädchen Maffa lachte verschmitzt, als wisse sie von einem vorzüglichen Spaß.
Erika achtete nicht auf dieses sonderbare Benehmen; sie hüllte die Kinder in warme Decken, da die Nacht kalt zu werden drohte, und setzte sich dicht neben sie. Bald waren die Kinder eingeschlafen und auch Erika verfiel in einen leichten Schlummer.
Der Schein des vollen Mondes lag fast taghell auf der Ebene, über die ein kalter Windhauch strich. In der Ferne bellten die Schakale; ab und zu ließ sich das unheimliche Gelächter der Htzäne vernehmen, die sich vor den nahenden Menschen scheu davonschlich. Rudel von Arttllopen flogen in raschem Lauf vorüber; Fledermäuse und Eulen durchstrichen di« Lust.
Langsam bewegten sich die Wagen durch das hohe, trockene, raschelnde Gras der Steppe; die Maulttere schnauften, die Fahrer klatschten mtt ihren langen Peitschen und riefen den Tieren ermunternde Worte zu. An der Spitze des kleinen Zuges ritt Gehling, die Repetierbüchse quer vor sich auf den Sattel gelegt. Zu jeder Seite der beiden Wagen ritt ein Herero, den Schluß machte der Neger Mambo.
Niemand sprach ein Wort; jeder fürchtete, den Zorn Gehlings zu erregen, der mißgestimmt und verdrießlich dahinritt, die qualmende Pfeife zwischen den Zähnen.
So mochte man wohl eine Stunde gefahren sein, als es plötzlich stärker in dem Grase raschelte, als ob eine Schar Antilopen das Gestrüpp durchbräche. f
Gehling hielt sein Pferd an und hielt scharfe Umschau.
Da ... mit einem Male erhob sich von allen Seiten betäubendes gellendes Geschrei, als ob die Holle losgelassen worden sei. Die Kinder fuhren erschreckt aus dem Schlafe hoch, Erika eilte an den Rand des Wagens, um nach der Ursache des furchtbaren Geschreis Ausschau zu halten. Da sah sie dann von allen Seiten, von vorn, von hinten, an den Flanken, dunkle Gestalten aus dem Grase auf- täuchen, mit teuflischem Geschrei auf die Wagen losstürmen, Pfeile und Speere gegen dieselben schleudernd.
Mit einem Male wurde ihr klar, was die geheimnisvollen Andeutungen des alten Bastards Samuel gemeint hatten. Schaudernd wandte sie sich wieder nach dem Innern des Wagens, wo die Kinder sich ängstlich an sie drängten.
„Gebt es den schwarzen Hallunken ordentlich!" rief die rauhe Stimme Gehlings.
Gleich darauf krachten mehrere Schüsse, die von einem infernalischen Geschrei beantwortet wurden. Wiederum zischten Speere und Pfeile durch die Lust. Erika sah, wie Gehlings Pferd hoch aufbäumte und dann zusam
NikodemuS zögerte. Da sprang eine dunkle Gestatt vor und schwattg eine Keule über dem Haupt des Gefesselten, daß die Kinder enffetzt zurückfuhren.
Erika erkannte Sukku, den Buschmann, der sie aus dem Labhrint der Felsenberge geführt.
„Der Weiße Mann mutz sterben!" schrie er, halb berauscht durch den genossenen Branntwein.
Nikodemus fiel ihm in den Arm. „Berühre ihn nicht, Sukku," sagte er drohend. „Der Weiße Mann ist mein Gefangener."
„Mein Pfeil hat ihn getroffen," entgegnete der Buschmann. „Mir gehört er ... er mutz sterben ... er hat auf meine schwarzen Brüder geschossen, wie auf die wilden Hunde der Steppe ... er muß sterben!"
Er schlug ein wildes Geheul an, in das seine Gefährten einstimmten, indem sie die Waffen fchwangen und den Gefesselten in tollen Sprüngen umtoste«.
Nikodemus erhob die Büchse, welche er Gehling abgenommen hatte.
„Wer dem Weißen Manne etwas zu leide tut, den schieße ich nieder!" rief er. „Er ist mein Gefangener."
Die Schwarzen duckten sich in daZ hohe Gras. Vor dem Feuergewehr hatten sie Angst; einer nach dem andern schlich sich davon, um in der Plünderung der Wagen fortzufahren.
Auch Sukku war verschwunden.
Nikodemus beugte sich nieder und löste Gehlings Fesseln.
Dieser richtete sich mühsam auf.
„Sind meine Kinder gerettet?" fragte er.
„Ja, Herr Gehling," entgegnete Erika. „Hier sind sie. Ich bitte, ich beschwöre Sie. mir zu glauben, datz ich an dieser enffetzllcben Tat unschuldig bin ... lassen Sie mich Ihre Wunden verbinden ..."
„Pah ... die kleine Schramme hat nichts zu sagen," stieß Gehling hervor. „Gebt mir mein Gewehr, baß ich dem Schurken da eine Kugel durch den Kopf jage."
Drohend wies er auf Nikodemus, der ruhig dastand.
„Ihr habt mich gepeiffcht bis aufs Blut. Herr," sagte er aufatmend. „Ihr habt mich mit Füßen getreten ... Ihr wolltet mich töten ... Ihr hattet Böses mit der weißen Herrin im Sinn ... ich war es, der die Schwarzen herbeirief, die Euch ebenso hassen, wie ich es tue, weil Ihr die armen Schwarzen wie die Schakale der Wüste gejagt und getötet habt ... jetzt haben wir Rache genommen, und nur, weil die Herrin für Euch bittet, schonen wir Euer Leben. Aber ein kranker, schwacher Mann werdet Ihr bleiben, denn wisset, der Pfeil, der Euch traf, war in Gift getaucht..."
„Verdammt seist du, Schurke!"
„Ihr kennt das Buschmannsgist," fuhr Nikodemus fort. „Es tötet nicht, aber es frißt an Eurem Lebensmark, es frißt Eure Kraft, es macht Eure Nerven und Sehnen schlaff ... Ihr seid ein armer, kranker Mann ..."
Gehling schien eine Ohnmacht anzuwandeln. Er lehnte sich gegen den Wagen, keuchend ging sein Atem, seine Pulse flogen, seine Augen rollten, wie im Fieber.
Erika wollte ihn stützen. Er stieß sie fort.
„Fort!" keuchte er. „Hätte ich dich niemals gesehen!"
Dann sank er bewußtlos nieder.
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schwarzen Söhne der Wildnis in den Wagen eindringen zu sehen, ihre Hand umkrampfte Zattel ge- den Revolver, lieber sterben, als in die Hände dem sich der Wilden fallen.
Eine dunkle Gestalt erschien am Eingang des Wagens. Erika erhob den Revolver.
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, sterbleich. seine dunklen Augen rollten wild Die Büchsen der Verteidiger krachten noch un$, t>rofjenb.
„Zurück!" rief sie mit verzweiflungsvoller Entschlossenheit. „Fürchtet nichts, Herrin," entgegnete eine sanfte Stimme. „Ich bin es ... erfennt mich doch ...ich bin es, Nikodemus ..
„Nikodemus ... du?! ... Oh, rette uns..." „Ihr habt nichts zu befürchten, Herrin," erwiderte Nikodemus. „Auch die Kinder sollen sich nicht fiirchten ... ich bin gekommen, um Euch zu befreien. Kommt heraus ... Ihr seid frei."
Zitternd, in der Hand den Revolver haltend, stieg Erika mit den Kindern aus, die sich furchtsam, starr vor Schrecken, an sie anklammerten.
Eine wilde Szene bot sich ihren Blicken dar. Die Schwarzen waren eifrig dabei, den Vorratswagen zu plündern. Jauchzend bemächtigten sie sich der Decken, der Lebensmittel, der Waffen, und was sonst noch der Wagen enthielt. Ein Fäßchen Branntwein und einige Flaschen Wein hatten sie auch gefunden, unter wildem Geschrei schlürften sie die berauschenden Getränke, wodurch ihre Raubgier noch mehr gesteigert wurde. Einige der Maultiere lagen tot in ihren Strängen, die anderen waren, ebenso wie die Pferde, in die Steppe hinaus entflohen. Die blutigen Leichen des Negers Mambo und zweier Fuhrleute lagen 'neben dem Vorratswagen und starrten mit verglasten Augen zum nächtlichen Sternenhimmel empor.
„Nikodemus ... was hast du getan?" fragte Erika schaudernd.
„Ich habe mich gerächt und Euch befreit," entgegnete der Bastard nicht ohne Stolz.
„Du hast Herrn Gehling getötet?!"
„Seht her ..."
An Händen und Füßen gefesselt lag Gehling da. Das Blut tropfte ihm aus einer Wunde in der Schulter; sein Gesicht war gei-
zu, die sich ebenfalls um den Wagen scharten. „Eine schwarze Räuberbande hat uns überfallen," rief Gehling Erika zu. „Aber wir werden es den Schuften schon zeigen ..."
Ein gräßlicher Schrei von dem zweiten, etwas zurückgebliebenen Wagen her unterbrach ihn. Ein Haufen der Schwarzen hatte Mambo und den Wagen überfallen; sie rissen den Neger von dem Pferde, mehrere Speere durchbohrten seine Brust, es war 'sein Todesschrei gewesen, welchen man gehört hatte. Die beiden Fahrer des Wagens wehrten sich verzweifelt, aber auch sie hauchten unter den Speeren und Keulen der wilden Buschmänner ihr Leben aus.
Feuer!" kommandierte Gehling, und die Büchsen der um den ersten Wagen Versammelten krachten.
Man sah mehrere der Schwarzen zusammenbrechen, die anderen verschwanden blitzschnell in dem hohen Grase.
Eine Weile herrschte Ruhe. Man hörte nichts, als das Schnauben der Maultiere, welche kaum zurückgehalten werden konnten. Gehling und die beiden Herero-Diener stan- ,den mit erhobenen Büchsen da, aber es bot sich ihnen kein Ziel; nur in dem Zittern des Grases konnte man die Nähe des Feindes bemerken.
„Schützt Euch durch dicke Decken vor ihren Pfeilen." rief Gehling Erika und- den Kindern, zu. „Wir wollen die Schurken schon in siche-
Küchen- Bedürfniffe. Die Lieferung von gute« Speisekartoffela - etwa 2000 Ztr. —, Milch, Gemüse «. Bittnalien, sowie die Abnahme von Spülicht
soll für die Zeit vom L Novbr. 1911, bis Ende Oktober 1912 vergeben werden.
Versiegelte Angebote mit der Aufschrift: „AngedotaufKüchen- lieferung" sind bis zum 17.d.M., mittags 12 Uhr, einzusenden.
Die Lieferungsbedingungen können im Geschäftszimmer der Kasfenverwaltung 1/167 eingesehen werden,
Cassel, den 10. Oktbr. 1911. Küchenverwaltung Oes 1. Bat. guftr.-Regts Rr. 167.
Alle PiitiittD
unter billigster Berechnung;
für Putzmacherinnen : besondere Preise, r
Der Unterricht im Winterhalbjahr beginnt am Montag, den 16. Oktober er.
Anmeldung neuer Schüler nehme ich Dienstags und Freitags von 5^—6 Uhr nachmittags im Schulgebäude, Steinweg 10, entgegen.
3d> bemerke noch ausdrücklich, daß sich die Schulpflichtige« persönlich anmelden muffen, wobei sie das Abgangszeugnis der Schulz die sie zuletzt besuchten, vorzulegen haben, und daß die Lehrlmge (jugendliche Arbeiter) auch während einer etwaigen Probezeit zum Schulbesuche verpflichtet sind.
Freiwillige Abendkurse.
Im Winterhalbjahr 1911/12 werden bei genügender Beteiligung Kurse im Fachzeichnen eingerichtet werden für: 1. Maschinenbauer und Mechaniker . Dienstag — Freitag.
2. Bau- und Kunstschlosser . ... „ „
3. Elektrotechniker........ „ „
4. Klempner,Installateure und sonstige
Bauhandwerker ....... Mittwoch — Freitag
5. Maler........... „ ,
6. Schreiner, Glaser, Tapezierer . . Mittwoch — Donnerstag
7. 1 Kursus in darstellender Geometrie Montag — Mittwoch
Der Unterricht findet von 7 1/. Uhr statt. Das Schul
geld beträgt für jeden Kursus 5 Mk. und ist bei der Anmeldung zu bezahlen.
Anmeldungen werden Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags von 6 7# Uhr abends im Schulhause, Stein
weg 10, Zimmer Nr. 16, entgegengenommen.
Cassel, 14. Oktober 1911.
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