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Mittwoch, den 11. Oktober 1911
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düng vor:
te* Badajoz, 10. Oktober.
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gen einer Uneinigkeit mit seinen Amtskollegen "eine Demission eingereicht. Gestern hüben die Monarchisten einen Wassen-Ersolg errungen. Es liegt uns darüber solgende Mel-
Das kretische Gespenst.
(Telegraphische Meldungen.)
zu heischen. England hat aus dem unter türkischer Herrschaft verdorrten und verwüsteten Land am Nil in mühevoller Reorganisations- und Restaurationsarbeit eine Oase moderner Wirtschafts- und Kultur-Entwicklung mitten im Bannkreis orientalischer Verkümmerung hervorgezaubert, hat Finanzen und Verwaltung geordnet, dem Handel neue Bahnen gewiesen und die staatliche Existenzmöglichkeit des Landes wirtschaftlich gesichert. Hat dafür bisher als Lohn den stärksten Einfluß in Aegypten beseffen, seinen Handel englischem Kapital untertan gemacht und das Schicksal des vermoderten Pharaonenreichs durch ein undurchdringliches Netz kapitalistischer Konzessionen für ewige Zeiten an das großbritische Imperium geleitet. Nur die äußere Form englischer Herrschaft über das Nil-Land entbehrte bisher des Hoheit-Charakters, und dieser Mangel (der praktisch zwar nichts bedeutet, als moralische Einwirkung auf den Völker- keffel des buntraffigen englischen Kolonialreichs aber immerhin schmerzlich empfunden wurde), soll nun durch die regelrechte Uebernah- me des englischen Protektorats über Aegypten auch der Form nach besettigt werden. War der Moment, diesen alten Traum des Kabinetts von St. James endlich in die Wirklichkeit zu übertragen, je günstiger als grade jetzt?
Die äußere Entwicklung der Dinge kann
P Baris, 10. Oktober.
Wie verlautet, soll die Regierung nunmehr die Einberufung des Parlaments auf den siebenten November beschlossen haben. Eine frühere Einberufung des Parlaments soll deswegen unterbleibe«, weil man den Abschluß des deutsch-französischen Marokkoabkom-
Im Anschluß daran liegt uns noch folgende Meldung aus Belgrad vor: Man rechnet in hiesigen politischen Kreisen mit der bevorstehenden Abdankung des Königs zugunsten des Kronprinzen Alexander wie mit einer unabwendbaren Notwendigkeit. Die Veröffentlichung der Nowakowitsch-Me- moiren hat im ganzen Lande eine tiefgehende Erregung geweckt, die nicht ohne Einfluß auf Parlament und Regierung bleiben kann. König Peters Situation ist dadurch völlig unhaltbar geworden und es bleibt ihm nur die einzige Möglichkeit,, durch einen freiwilligen Thronverzicht wenigstens die Dynastie zu retten. Zu diesem Schritt ist der König nun auch enffchlosien.
also süglich nicht überraschen, denn mit dem Vorstoß Englands, in einem Land, das Jahrzehnte hindurch vckn englischer Energie beackert worden, war seit Jahren schon zu rechnen, und es handelte sich imgrunde nur um eine Zeit- und Zweckmäßigkeitsfrage. Bedenklich dagegen ist die Art, wie Albion die Verwirklichung des Aegypten-Traums vorbereitet hat: Wenn matt kritisch die Ereignisse würdigt, h;e dem Unheilherbst ncunzehnhundertelf im Gewirr internationaler Politik vorausgegangen sind: Die Einmischung Englands ins deutsch-französische Marokko-Spiel (mit dem offenbaren Endziel, durch die Hinauszögerung der Verständigung freie Hand in Aegvpten zu behalten), die Betreuung des Draufgängers Kitchener mit der (seiner Soldatennatur gar nicht entsprechenden) diplomatischen Miffion in Kairo und Englands seltsame Stellungnahme im Kampf ums Mittelmeer, dann ergibt sich fast ein logischer Zusammenhang zwischen all diesen Schachzügen be$ Kabinetts von St. James, und man steht unter dem Eindruck, daß die raffinierte Kunst großbritischer Diplomatie über die Gesamtheit europäischer Politik einen in seinen Konseguenzcn heut noch nicht absehbaren Sieg davongetragen hat. Kommt nun (was nicht unwahrscheinlich ist) zu dem englischen Anspruch auf Aegypten noch der Kreta-Konflikt mit den Griechen, dann steht die Türkei glücklich zwischen drei Feuern, und es kann also leicht der Fall cintreten, daß unter diesen Umständen auch die eifrigsten Löschversuche nichts mehr nutzen, daß vielmehr der einmal zur glühenden Lohe entfachte Brand auch sein Opfer fordert. Am Bosporus wird man inzwischen über den »einzig wahren Freund der Türken" wohl andrer Meinung geworden sein, aber es ist nun zu spät, um sich zu entrüsten, und die einzige Frage bleibt nur noch die: Kann England die Verantwortung ftagen, die es durch die Aufrollung der ägyptische« Frage in einem Moment ernster Friedensgefährdung sich aufzuladen anschickt? Die Okkupation des Nil-Lands bedeutet in dieser Zeit allgemeiner Erregung einen Oel- guß ins schwelende Feuer der Kriegsgefahr und man treibt in der Londoner Downing- Street ein v e r w e g n e 8 Spiel, indem man schwüle Gewitterzeit zu später Ernte zu nutzen
: sucht. F.H.
Irr Tragödie andrer Teil.
Italien: Tripolis; England: Aegypten; Griechenland: Kreta?
Knapp vierzehn Tage sind's her, seit in der Londoner Downing-Street ehrenfeste Männer entrüstet den Gedanken von sich wiesen, England sehe den aufkeimenden Konslitt zwischen Römern und Türken mit freundlich-aufmerk- samem Auge werden, erachte die Zeit als nützlich, auch seinerseits nach kurzer Tatenruhe Wiede: einmal ein einträgliches Geschäftchen zu machen und werde Wohl kaum zögern, im geeigneten Moment seine Hand über Aegypten auszurecken, das nie so sicher zu haben, nie erfolgversprechender im Verborgnen zu fefleln war, als grade jetzt. Als am Golpnen Horn ein paar Hellerblickende Unheil witterten und in der Presse der Besorgnis Ausdruck liehen, daß die Trip o lis ko mP lik a tio n für die Türkei durch das Risiko ägyptischer oder kre- tischer Eventualitäten erheblich verschlimmert zu werden drohe, kam von der Themse laut hallend das Echo zurück: Englands Politik war stets und zu allen Zeiten in erster Linie die Politik der Menschlichkeit, und dieses Menschlichkeit-Prinzip zwingt zu rückhaltloser Verdammung römischer Abenteurerpolitik und zu ehrlicher und aufrichtiger Sympathie für die um Recht und Ehre kämpfende Türkei, der vom Gegner der Krieg in einem Moment halber Wehrlosigkeit brutal aufgedrängt worden. Das Schlagwort tat auch feine Wirkung: Als man am Bosporus begann, deutsche Korrektheit (unsre Diplomaten nennen's so) als kühle Verleugnung einstiger Freundschasts- beteuerungen leidenschaftlich zu verdammen, erbrausten gleichzeitig die Hymnen auf Old- England, das Dschavid-Bey noch vor wenig Tagen im „Tanin" den „einzig wahren Freimd der Türken" nannte. Und von Sir Edward Grey erzählte man am Goldnen Horn voll Dankbarkeit, er widme der persönlichen Orientierung über den jeweiligen Stand des Tripolis-Abenteuers Tag um Tag zwei volle Stunden seiner kostbaren Zeit.
Zer Faden ohne Ende.
Wieder ein „erfreulicher Fortschritt!"
Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Paris: Depeschen und Artikel der gestrigen Pariser Abendblätter betonen, daß während der letzten vierundzwanzig Stunden ein erfreulicher Fortschritt in den deutschfranzösischen Marokko-Verhandlungen erzielt worden ist. Der heutige Kabinettsrat wird sich mit der Kongofrage befassen. Inzwischen stiegen am französischen Parlamentshimmel bereits dunkle Wolken auf. Ein Telegramm aus Paris berichtet uns:
Mer her Bomben.
Tie Ermordung des russischen Großfürsten Sergius Alexandrowitsch.
(Von unserm Korrespondenten.)^
Die Grmorbung Stoltjpinä veranlaßt die Petersburger „Rowojs Wremja" flch mit anderen terrori- fti(eben Akten der letzten Jahre ?n beschäftigen, wobei fle sich auf die unlängst erschienenen Erin, nerungen e neS der hervorragendsten Mitglieder der Partei der sozialistischen Revolutionäre. Boris Ssawinkow, stützt. Ssawinkow hat sowohl an der Ermordung des Großfürsten Sergiu» Hieran, drowttsch wie auch am Mordanschlag auf Plehwe aktiv ttUgennmmen.
Ueber daS Attentat auf den Großfürsten Sergius erzählt Ssawinkow in seinen Memoften folgende Einzelheiten: Es fei ihm auf dem Genfer Kongreß der Kampforgani- fation seiner Partei der Auftrag erteilt worden, den Moskauer Generalgouverneur Grotzsürsten Sergius zu ermorden. Mtt ibm sollten nach
Depeschen aus K a n e a zufolge ist dort stern die kretische Nationalver-
Nur keine Intervention!
Der Stand des Tripolis-Abenteuers.
Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Rom: Wie an hiesiger unterrichteter Stelle verlautet, wird von Italien der Gedanke einer Intervention abgelehnt und sogar übel genommen. Auch die Frage einer Geldentschädi- gung an die Türkei könne nicht in Betracht kommen, weil die Expeditionskosten bereits eine beträchtliche Höhe erreicht hätten. Die europäischen Großmächte, die sich um die Schlichtung des Kriegs im Mittelmeer so aufopfernd mühten, wissen also jetzt, was sie von Italien zu erwarten haben: Italien will keine Intervention; es will Tripolis, und ein FÄiedensschluß oder eine auf der Grundlage kriegerischer Machtprobe crfolgeq- de Verständigung erscheint den Leuten auf der römischen Consulta nur dann diskutabel wenn die Türkei den Anspruch der Römer au die Asrikaprovinz vorbehaltlos anerkennt. Inzwischen verlautet denn auch aus Konstantinopel, daß (nach Meldungen aus zuverlässiger Quelle) einige der Großmächte der türkischen Regierung den Vorschlag gemacht hatten, die Okkupation von Tripolis anzu erkenn en. Die Großmächte würden sich in diesem Falle verpflichten, in wenigen Tagen die Feindseligkeiten zum Stillstand zu bringen. Wie ferner die Agencia Stefani meldet, hat die türkische Regierung auf Bitten deS deutschen Botschafters in Kon- stantinopel die Massenausweisung der Italiener auf gehoben. Sie wird wahrichemlich nicht mehr stattfinden.
in Kairo betraut ward, und welches teilnehmende Interesse Sir Edward Grey in den letzten Wochen Tag um Tag zwei volle Stunden an das Tripolis-Abenteuer fesselte.
Um es gleich von vornherein zu sagen: Wenn Italien, alle völkerrechtlichen Usancen unbedenklich ignorierend, sich das Recht nehmen darf, die Türkei im Räicherhauptmann-Ton zur Herausgabe einer ganzen Provinz attfzu- fordern und, aI5 die Drohung: „Tripolis oder Krieg!" nicht zog, über den schwachen Mann am Goldnen Horn zu Wasser und zu Land herzufallen (obwohl Italiens Interesse an Tripolis sich weder auf kulturelle noch au wirtschaftliche Verdienste gründet), dann kann der Macht der A n g el f a ch f e n sicher nicht der Anfpruch bestritten werden, für sahrzehntelange emfige Kulturarbeit im Land der Pharaonen iu günstiger Stunde angemessener Aeguivalent
<? Wien, 10, Oktober
Einer Belgrader Mitteilung zufolge hat R o w a k o w i t f ch gestern den ersten Teil feinet Memoften beschlossen. Wie er darin berichtet, hat der Thron-Prätendent Peter, der jetzige regierende König, bei seiner letzten Zusammenkunft mit den Verschwörern die Verpflichtung übernommen, daß er eine verfassungsmäßige Regierung führen und die V e r - schwörernichtverfolgen, sondern vielmehr, wenn notwendig, begnadigt werde. Sollte die Verschwörung gelingen, werde er die Auslagen für das Unternehmen auS seiner Tasche bestreiten. Bei einem Mißlingen würde er sich jedoch zu keinen materiellen Opfern verstehen. Diese Verpflichtungen des Prätendenten feien von diesem eigenhändig auf Zettel geschrieben und Nenad o- witsch und Gentschiffch übergeben worden.
Heut weiß man, aus welchem Grunde es geschah: Der stets gutunterrichtete Londoner „Observer" brachte am Montag die sensationelle Notiz aus Kairo, man sei in dortigen politischen Kreisen überzeugt, daß England die aufregenden Wirrnisse deS italienisch-türkischen Konflikts dazu benutzen werde, um seinerseits Aegypten gänzlich unter englischen Einfluß zu bringen. Im Londoner Ka- binett (las man) bestehe der feste Entschluß, den Sturm im Mittelmeer nicht vorübergehen zu lassen, ohne Englands Protektorat über das Pharaonenland heimgebracht zu haben, und es dürfe sogar als wahrscheinlich gelten, daß Lord Kitchener, der „Mann mit der eisernen Hand" schon bei seiner Ankunft in Alexandrien die Proklamierung der englischen Herrschaft im Reich des Khedive vornehmen Werde. Offiziös wird zwar in der englischen Presse die Existenz des niedlichen Plättchens noch bestritten und der „Observer" (der zu sehr ungelegner Zeit aus der Schule geplaudert hat) als übler Lärmmacher befehdet; aber man kennt die straffe nationale Disziplin der Londoner City-Presse, die im enffcheidenden Augenblick auf einen Wink aus Sir Edward Grey's Kabinett selbstverleugnend einfchwenkt, und über dem „großen vaterländischen Ziel" allen kleinlichen Werttags-Hader vergißt. Man braucht also die sanfte Abwehr frommer Scheu, um die sich heut Englands geschwärzte öffentliche Meinung hinsichtlich des Ril-Land- Traums einträchttglich müht, nicht sonderlich tragisch zu nehmen: Hinter der Unschuldmaske funkelt das Auge im Vorgenuß der Freude des Gelingens, und man ahnt jetzt auch, warum grade Lord Kitchener, der „Held von Khartum", mit dem bisher recht nebensächlichen Posten des „englischen Agenten"
(Eigene Drahtmeldung.) •
Bei Moimenta fand gestern ein ernstes Gefecht statt, über dessen Ausgang nur Vermutungen bestehen. Es wird aber versichert, daß die Monarchisten gesiegt haben. Mehrere Tote und Verwundete, darunter ein Offizier, blieben ans dem Schlachtfelde. Die Stimmung in Lissabon ist schwül. Zwischen Heer und Marine herrscht Rivalität. Die ausländischen Konsulate werden von Carbonarios bewacht, um zu verhindern, daß verdächtige Portugiesen dort Schutz suchen. Bei der Ankunft eines Transportes verhafteter Monarchisten spielten sich in Oporto wüste Szenen ab. Der Mob zwang Gefangene, die republikanische Mütze zu küssen, und mißhandelte Widerstrebende schwer.
*
Weitere Depeschen ans Braganza melden, daß der Monarchistenführer Concei- ros Cacares verlassen habe und gegen Westen marschiere, wobei er innerhalb der Grenze blieb. Republikanische Truppen folgen ihm. Man glaubt, daß auch der Chef der Royalisten diesen Weg einaescblagen habe, aus Furcht, daß spanisches Militär seinen Rückzug nach Spanftn hindern könnte.
KSnigMärder-GeheimmssL.
Nowakowitsch und Karageorgiewitsch.
Die Enthüllungen des serbischen Königsmörders Nowakowitsch über die Vorbereitungen zur Ermordung des Königs Alexander und der Königin Draga (die wir jüngst in dem Leitartikel i „Königsmörder-Geheimnisse" eingehend gewürdigt haben) sind bisher ohne irgend eine amtliche Berichtigung geblieben, und man muß also annehmen, daß sie den Tatsachen durchaus gerecht geworden und in allen Einzelheiten wahr sind. Nowakowitsch hat jetzt den ersten Teil der Reminiszenzen abgeschlossen und in seiner letzten Veröffentlichung weitere Beweise für die Mitschuld König Peters erbracht. Ein Privat- Telegramm berichtet uns darüber:
MorrarchUensieg in Portugal?
Ein Gefecht bei Moimenta.
Ein Privat-Telegramm berichtet uns aus Lissabon: Trotz allen gegenteili- gen Meldungen der Regierung ist die Ruhe im Norden von Portugal noch lange nickt hergestellt. Jetzt wurde wieder Jnfan- terie nach Moimenta und Monteeorva abgesandt, außerdem wurden gestern vierhundert Seesoldaten in Oporto ausgeschifft, während weitere vierhundert nach Braganza abgegan- acn sind. Der Kriegsminister bat we-
mens zunächst abwarten will. Der konservative Abgeordnete Benoit veröffentlicht in den Zeitungen den Wortlaut eines Briefes an den Ministerpräsidenten, in dem er gegen die päte Einberufung des Parlaments prote- tiert. Cailleaux weiß sehr gut, was diese Angriffe zu bedeuten haben: Wird das Parlament eröffnet, bevor das Abkommen per- ett ist, so wird man versuchen, das Kabinett auf Grund einer Interpellation über irgend eine Frage zu stürzen und dadurch die mühselige Arbeit langer Monate zunichte zu ma- chen. e
Wie uns ein weiteres Telegramm meldet, fand gestern im Auswärtigen Amt in Paris eine Besprechung zwischen dem Minister des Auswärtigen, de Selves, und dem Gouverneur von Algier statt. Die Besprechung betraf die M arokko fra g e. Heute mittag findet abermals ein Ministerrat statt und man hofft, dann Mitteilungen über die endgültige Einigung zwischen Deutschland und Frankreich machen zu können.
sammlung im Namen des Königs von Griechenland eröffnet worden. Die Abgeordneten tiefen: „ES lebe die Vereinigung mit Griechenland!" Ein Telegramm aus Tripolis meldet, daß bei dem Bombardement sieben Europäer umgekommen sind. Einige, Italienern gehörige Häuser, wurden zerstört, darunter das Gebäude der B a n k v o n R o m. Die türkischen Gendarmen haben sich von dem Obersten Craveri anwerben lassen. Es ist dies derselbe, der seinerzeit die Truppen von Kreta organisierte. Viele türkische Soldaten sind desertiert. Hundert türkische Soldaten, die sich in einer Barke einschiffen wollten, wurden zu Kriegsgefangenen gewacht, außerdem fielen den Italienern einundzwanzig Schnellfeuergeschütze in die Hände. Nach den letzten Nachrichten aus Tripolis scheint die Stadt wieder ihr normales Aussehen anzunehmen.
Konstantinopel, 10. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Der russische Botschafter Tfcharkow hat einer vertrauenswürdigen Verson erklärt, daß bis Ende der Woche dieftipolitanischeFrage grundsätzlich geregelt sein werde. Die Antwort der Mächte auf die Rote der Türkei um Vermittlung ist günstig ausgefallen.