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®te eaffde* Reueftra «achrichten erftfietnen wSchmMch l-chSma! mid zwar nbenb». »er KbonncmentSpcet» beträgt monatlich 60 «fg. bei freier Zustellung tnS Haus. BeNellimgen werden -»errett von der Geschäftsstelle oder den Bote» entgegengenommen, »ruderet, «erlag snb Redaktion: Eehlachthosstrabe 28/80. Sprech stund en der Redaktion von 123 Ubr nach, mittag«, lurllUsche Sprechstunden für unsere Äbonnenten Mitwochs und Sonnabends von 6e Uhr abends. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV, 676.

Fernsprecher 951 und 952.

Mittwoch, den 11. Oktober 1911

Fernsprecher 951 «nd 952.

stnsetttonSvrrile: Die lechSgespastene Zeile für einheimische Geschäfte 15 $t#-. für auS. roärttae Snierate WPf' Reklamezeile für einheimische -Leschäste 40 Pf, für auswärtige Geschäfte 60 Pf. Beilagen für die Sesamtauflage werben mtt 4 Mark pro Tausend be. rechnet. Wegen ihrer dichten Verbreitung in der Restden, und der Umgebung sind die Saneier Neuesten Nachrichten ein vorzügliches JnsertionSorgan. Geschäftsstelle: kölnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV, 676.

ES

düng vor:

te* Badajoz, 10. Oktober.

ge­

gen einer Uneinigkeit mit seinen Amtskollegen "eine Demission eingereicht. Gestern hü­ben die Monarchisten einen Wassen-Ersolg er­rungen. Es liegt uns darüber solgende Mel-

Das kretische Gespenst.

(Telegraphische Meldungen.)

zu heischen. England hat aus dem unter tür­kischer Herrschaft verdorrten und verwüsteten Land am Nil in mühevoller Reorganisations- und Restaurationsarbeit eine Oase moderner Wirtschafts- und Kultur-Entwicklung mitten im Bannkreis orientalischer Verkümmerung hervorgezaubert, hat Finanzen und Verwal­tung geordnet, dem Handel neue Bahnen ge­wiesen und die staatliche Existenzmöglichkeit des Landes wirtschaftlich gesichert. Hat dafür bisher als Lohn den stärksten Einfluß in Aegypten beseffen, seinen Handel englischem Kapital untertan gemacht und das Schicksal des vermoderten Pharaonenreichs durch ein undurchdringliches Netz kapitalistischer Konzes­sionen für ewige Zeiten an das großbritische Imperium geleitet. Nur die äußere Form englischer Herrschaft über das Nil-Land ent­behrte bisher des Hoheit-Charakters, und die­ser Mangel (der praktisch zwar nichts bedeutet, als moralische Einwirkung auf den Völker- keffel des buntraffigen englischen Kolonial­reichs aber immerhin schmerzlich empfunden wurde), soll nun durch die regelrechte Uebernah- me des englischen Protektorats über Aegypten auch der Form nach besettigt werden. War der Moment, diesen alten Traum des Kabi­netts von St. James endlich in die Wirklich­keit zu übertragen, je günstiger als grade jetzt?

Die äußere Entwicklung der Dinge kann

P Baris, 10. Oktober.

Wie verlautet, soll die Regierung nunmehr die Einberufung des Parlaments auf den siebenten November beschlossen haben. Eine frühere Einberufung des Parlaments soll deswegen unterbleibe«, weil man den Abschluß des deutsch-französischen Marokkoabkom-

Im Anschluß daran liegt uns noch folgen­de Meldung aus Belgrad vor: Man rech­net in hiesigen politischen Kreisen mit der be­vorstehenden Abdankung des Königs zugunsten des Kronprinzen Alexander wie mit einer unabwendbaren Notwendigkeit. Die Veröffentlichung der Nowakowitsch-Me- moiren hat im ganzen Lande eine tiefge­hende Erregung geweckt, die nicht ohne Einfluß auf Parlament und Regierung bleiben kann. König Peters Situation ist dadurch völlig unhaltbar geworden und es bleibt ihm nur die einzige Möglichkeit,, durch einen freiwilligen Thronverzicht wenigstens die Dynastie zu retten. Zu diesem Schritt ist der König nun auch enffchlosien.

also süglich nicht überraschen, denn mit dem Vorstoß Englands, in einem Land, das Jahr­zehnte hindurch vckn englischer Energie beackert worden, war seit Jahren schon zu rechnen, und es handelte sich imgrunde nur um eine Zeit- und Zweckmäßigkeitsfrage. Bedenklich dage­gen ist die Art, wie Albion die Verwirkli­chung des Aegypten-Traums vorbereitet hat: Wenn matt kritisch die Ereignisse wür­digt, h;e dem Unheilherbst ncunzehnhundertelf im Gewirr internationaler Politik vorausge­gangen sind: Die Einmischung Englands ins deutsch-französische Marokko-Spiel (mit dem offenbaren Endziel, durch die Hinauszö­gerung der Verständigung freie Hand in Aegvpten zu behalten), die Betreuung des Draufgängers Kitchener mit der (seiner Sol­datennatur gar nicht entsprechenden) diplomati­schen Miffion in Kairo und Englands seltsame Stellungnahme im Kampf ums Mittelmeer, dann ergibt sich fast ein logischer Zu­sammenhang zwischen all diesen Schach­zügen be$ Kabinetts von St. James, und man steht unter dem Eindruck, daß die raffinierte Kunst großbritischer Diplomatie über die Gesamtheit europäischer Politik einen in seinen Konseguenzcn heut noch nicht absehba­ren Sieg davongetragen hat. Kommt nun (was nicht unwahrscheinlich ist) zu dem eng­lischen Anspruch auf Aegypten noch der Kreta-Konflikt mit den Griechen, dann steht die Türkei glücklich zwischen drei Feuern, und es kann also leicht der Fall cintreten, daß unter diesen Umständen auch die eifrigsten Löschversuche nichts mehr nutzen, daß vielmehr der einmal zur glühenden Lohe entfachte Brand auch sein Opfer fordert. Am Bosporus wird man inzwischen über den »einzig wahren Freund der Türken" wohl andrer Meinung ge­worden sein, aber es ist nun zu spät, um sich zu entrüsten, und die einzige Frage bleibt nur noch die: Kann England die Verantwor­tung ftagen, die es durch die Aufrollung der ägyptische« Frage in einem Moment ernster Friedensgefährdung sich aufzuladen anschickt? Die Okkupation des Nil-Lands bedeutet in dieser Zeit allgemeiner Erregung einen Oel- guß ins schwelende Feuer der Kriegsgefahr und man treibt in der Londoner Downing- Street ein v e r w e g n e 8 Spiel, indem man schwüle Gewitterzeit zu später Ernte zu nutzen

: sucht. F.H.

Irr Tragödie andrer Teil.

Italien: Tripolis; England: Aegypten; Griechenland: Kreta?

Knapp vierzehn Tage sind's her, seit in der Londoner Downing-Street ehrenfeste Männer entrüstet den Gedanken von sich wiesen, Eng­land sehe den aufkeimenden Konslitt zwischen Römern und Türken mit freundlich-aufmerk- samem Auge werden, erachte die Zeit als nütz­lich, auch seinerseits nach kurzer Tatenruhe Wie­de: einmal ein einträgliches Geschäftchen zu machen und werde Wohl kaum zögern, im ge­eigneten Moment seine Hand über Aegypten auszurecken, das nie so sicher zu haben, nie er­folgversprechender im Verborgnen zu fefleln war, als grade jetzt. Als am Golpnen Horn ein paar Hellerblickende Unheil witterten und in der Presse der Besorgnis Ausdruck liehen, daß die Trip o lis ko mP lik a tio n für die Türkei durch das Risiko ägyptischer oder kre- tischer Eventualitäten erheblich verschlimmert zu werden drohe, kam von der Themse laut hal­lend das Echo zurück: Englands Politik war stets und zu allen Zeiten in erster Linie die Politik der Menschlichkeit, und dieses Mensch­lichkeit-Prinzip zwingt zu rückhaltloser Ver­dammung römischer Abenteurerpolitik und zu ehrlicher und aufrichtiger Sympathie für die um Recht und Ehre kämpfende Türkei, der vom Gegner der Krieg in einem Moment halber Wehrlosigkeit brutal aufgedrängt worden. Das Schlagwort tat auch feine Wirkung: Als man am Bosporus begann, deutsche Korrektheit (unsre Diplomaten nennen's so) als kühle Verleugnung einstiger Freundschasts- beteuerungen leidenschaftlich zu verdammen, erbrausten gleichzeitig die Hymnen auf Old- England, das Dschavid-Bey noch vor wenig Tagen imTanin" deneinzig wahren Freimd der Türken" nannte. Und von Sir Edward Grey erzählte man am Goldnen Horn voll Dankbarkeit, er widme der persönlichen Orientierung über den jeweiligen Stand des Tripolis-Abenteuers Tag um Tag zwei volle Stunden seiner kostbaren Zeit.

Zer Faden ohne Ende.

Wieder einerfreulicher Fortschritt!"

Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Paris: Depeschen und Artikel der ge­strigen Pariser Abendblätter betonen, daß während der letzten vierundzwanzig Stunden ein erfreulicher Fortschritt in den deutsch­französischen Marokko-Verhandlun­gen erzielt worden ist. Der heutige Ka­binettsrat wird sich mit der Kongofrage befassen. Inzwischen stiegen am französischen Parlamentshimmel bereits dunkle Wolken auf. Ein Telegramm aus Paris berichtet uns:

Mer her Bomben.

Tie Ermordung des russischen Großfürsten Sergius Alexandrowitsch.

(Von unserm Korrespondenten.)^

Die Grmorbung Stoltjpinä veranlaßt die Peters­burgerRowojs Wremja" flch mit anderen terrori- fti(eben Akten der letzten Jahre ?n beschäftigen, wobei fle sich auf die unlängst erschienenen Erin, nerungen e neS der hervorragendsten Mitglieder der Partei der sozialistischen Revolutionäre. Boris Ssawinkow, stützt. Ssawinkow hat sowohl an der Ermordung des Großfürsten Sergiu» Hieran, drowttsch wie auch am Mordanschlag auf Plehwe aktiv ttUgennmmen.

Ueber daS Attentat auf den Großfür­sten Sergius erzählt Ssawinkow in seinen Memoften folgende Einzelheiten: Es fei ihm auf dem Genfer Kongreß der Kampforgani- fation seiner Partei der Auftrag erteilt worden, den Moskauer Generalgouverneur Grotzsürsten Sergius zu ermorden. Mtt ibm sollten nach

Depeschen aus K a n e a zufolge ist dort stern die kretische Nationalver-

Nur keine Intervention!

Der Stand des Tripolis-Abenteuers.

Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Rom: Wie an hiesiger unter­richteter Stelle verlautet, wird von Ita­lien der Gedanke einer Intervention abgelehnt und sogar übel genom­men. Auch die Frage einer Geldentschädi- gung an die Türkei könne nicht in Betracht kommen, weil die Expeditionskosten be­reits eine beträchtliche Höhe erreicht hätten. Die europäischen Großmächte, die sich um die Schlichtung des Kriegs im Mittelmeer so aufopfernd mühten, wissen also jetzt, was sie von Italien zu erwarten haben: Italien will keine Intervention; es will Tripolis, und ein FÄiedensschluß oder eine auf der Grundlage kriegerischer Machtprobe crfolgeq- de Verständigung erscheint den Leuten auf der römischen Consulta nur dann diskutabel wenn die Türkei den Anspruch der Römer au die Asrikaprovinz vorbehaltlos anerkennt. In­zwischen verlautet denn auch aus Konstan­tinopel, daß (nach Meldungen aus zuver­lässiger Quelle) einige der Großmächte der türkischen Regierung den Vorschlag gemacht hatten, die Okkupation von Tripolis anzu erkenn en. Die Großmächte würden sich in diesem Falle verpflichten, in wenigen Tagen die Feindseligkeiten zum Stillstand zu bringen. Wie ferner die Agencia Stefani meldet, hat die türkische Regierung auf Bitten deS deutschen Botschafters in Kon- stantinopel die Massenausweisung der Italie­ner auf gehoben. Sie wird wahrichemlich nicht mehr stattfinden.

in Kairo betraut ward, und welches teilneh­mende Interesse Sir Edward Grey in den letz­ten Wochen Tag um Tag zwei volle Stunden an das Tripolis-Abenteuer fesselte.

Um es gleich von vornherein zu sagen: Wenn Italien, alle völkerrechtlichen Usancen un­bedenklich ignorierend, sich das Recht nehmen darf, die Türkei im Räicherhauptmann-Ton zur Herausgabe einer ganzen Provinz attfzu- fordern und, aI5 die Drohung:Tripolis oder Krieg!" nicht zog, über den schwachen Mann am Goldnen Horn zu Wasser und zu Land herzufallen (obwohl Italiens Interesse an Tripolis sich weder auf kulturelle noch au wirtschaftliche Verdienste gründet), dann kann der Macht der A n g el f a ch f e n sicher nicht der Anfpruch bestritten werden, für sahrzehntelange emfige Kulturarbeit im Land der Pharaonen iu günstiger Stunde angemessener Aeguivalent

<? Wien, 10, Oktober

Einer Belgrader Mitteilung zufolge hat R o w a k o w i t f ch gestern den ersten Teil fei­net Memoften beschlossen. Wie er darin berich­tet, hat der Thron-Prätendent Peter, der jetzige regierende König, bei seiner letzten Zu­sammenkunft mit den Verschwörern die Ver­pflichtung übernommen, daß er eine verfas­sungsmäßige Regierung führen und die V e r - schwörernichtverfolgen, sondern viel­mehr, wenn notwendig, begnadigt werde. Sollte die Verschwörung gelingen, werde er die Auslagen für das Unternehmen auS seiner Tasche bestreiten. Bei einem Mißlingen würde er sich jedoch zu keinen ma­teriellen Opfern verstehen. Diese Verpflichtun­gen des Prätendenten feien von diesem eigen­händig auf Zettel geschrieben und Nenad o- witsch und Gentschiffch übergeben worden.

Heut weiß man, aus welchem Grunde es geschah: Der stets gutunterrichtete Londoner Observer" brachte am Montag die sensatio­nelle Notiz aus Kairo, man sei in dortigen po­litischen Kreisen überzeugt, daß England die aufregenden Wirrnisse deS italienisch-türkischen Konflikts dazu benutzen werde, um seinerseits Aegypten gänzlich unter englischen Einfluß zu bringen. Im Londoner Ka- binett (las man) bestehe der feste Entschluß, den Sturm im Mittelmeer nicht vorübergehen zu lassen, ohne Englands Protektorat über das Pharaonenland heimgebracht zu haben, und es dürfe sogar als wahrscheinlich gelten, daß Lord Kitchener, derMann mit der eisernen Hand" schon bei seiner Ankunft in Alexandrien die Proklamierung der englischen Herrschaft im Reich des Khedive vornehmen Werde. Offiziös wird zwar in der englischen Presse die Existenz des niedlichen Plättchens noch bestritten und derObserver" (der zu sehr ungelegner Zeit aus der Schule geplaudert hat) als übler Lärmmacher befehdet; aber man kennt die straffe nationale Disziplin der Lon­doner City-Presse, die im enffcheidenden Augen­blick auf einen Wink aus Sir Edward Grey's Kabinett selbstverleugnend einfchwenkt, und über demgroßen vaterländischen Ziel" allen kleinlichen Werttags-Hader vergißt. Man braucht also die sanfte Abwehr frommer Scheu, um die sich heut Englands geschwärzte öffent­liche Meinung hinsichtlich des Ril-Land- Traums einträchttglich müht, nicht sonderlich tragisch zu nehmen: Hinter der Unschuld­maske funkelt das Auge im Vorgenuß der Freude des Gelingens, und man ahnt jetzt auch, warum grade Lord Kitchener, der Held von Khartum", mit dem bisher recht nebensächlichen Posten desenglischen Agenten"

(Eigene Drahtmeldung.)

Bei Moimenta fand gestern ein ernstes Gefecht statt, über dessen Ausgang nur Ver­mutungen bestehen. Es wird aber versichert, daß die Monarchisten gesiegt haben. Mehrere Tote und Verwundete, darunter ein Offizier, blieben ans dem Schlachtfelde. Die Stimmung in Lissabon ist schwül. Zwischen Heer und Marine herrscht Rivali­tät. Die ausländischen Konsulate werden von Carbonarios bewacht, um zu verhindern, daß verdächtige Portugiesen dort Schutz suchen. Bei der Ankunft eines Transportes verhafteter Monarchisten spielten sich in Oporto wüste Szenen ab. Der Mob zwang Gefangene, die republikanische Mütze zu küssen, und miß­handelte Widerstrebende schwer.

*

Weitere Depeschen ans Braganza melden, daß der Monarchistenführer Concei- ros Cacares verlassen habe und gegen Westen marschiere, wobei er innerhalb der Grenze blieb. Republikanische Truppen folgen ihm. Man glaubt, daß auch der Chef der Ro­yalisten diesen Weg einaescblagen habe, aus Furcht, daß spanisches Militär seinen Rück­zug nach Spanftn hindern könnte.

KSnigMärder-GeheimmssL.

Nowakowitsch und Karageorgiewitsch.

Die Enthüllungen des serbischen Königs­mörders Nowakowitsch über die Vorberei­tungen zur Ermordung des Königs Alexander und der Königin Draga (die wir jüngst in dem Leitartikel iKönigsmörder-Geheim­nisse" eingehend gewürdigt haben) sind bis­her ohne irgend eine amtliche Berichtigung ge­blieben, und man muß also annehmen, daß sie den Tatsachen durchaus gerecht geworden und in allen Einzelheiten wahr sind. Nowakowitsch hat jetzt den ersten Teil der Reminiszenzen ab­geschlossen und in seiner letzten Veröffent­lichung weitere Beweise für die Mitschuld König Peters erbracht. Ein Privat- Telegramm berichtet uns darüber:

MorrarchUensieg in Portugal?

Ein Gefecht bei Moimenta.

Ein Privat-Telegramm berichtet uns aus Lissabon: Trotz allen gegenteili- gen Meldungen der Regierung ist die Ruhe im Norden von Portugal noch lange nickt hergestellt. Jetzt wurde wieder Jnfan- terie nach Moimenta und Monteeorva abge­sandt, außerdem wurden gestern vierhundert Seesoldaten in Oporto ausgeschifft, während weitere vierhundert nach Braganza abgegan- acn sind. Der Kriegsminister bat we-

mens zunächst abwarten will. Der konserva­tive Abgeordnete Benoit veröffentlicht in den Zeitungen den Wortlaut eines Briefes an den Ministerpräsidenten, in dem er gegen die päte Einberufung des Parlaments prote- tiert. Cailleaux weiß sehr gut, was diese Angriffe zu bedeuten haben: Wird das Parla­ment eröffnet, bevor das Abkommen per- ett ist, so wird man versuchen, das Kabinett auf Grund einer Interpellation über irgend eine Frage zu stürzen und dadurch die müh­selige Arbeit langer Monate zunichte zu ma- chen. e

Wie uns ein weiteres Telegramm mel­det, fand gestern im Auswärtigen Amt in Paris eine Besprechung zwischen dem Mini­ster des Auswärtigen, de Selves, und dem Gouverneur von Algier statt. Die Besprechung betraf die M arokko fra g e. Heute mittag findet abermals ein Ministerrat statt und man hofft, dann Mitteilungen über die endgülti­ge Einigung zwischen Deutschland und Frankreich machen zu können.

sammlung im Namen des Königs von Griechenland eröffnet worden. Die Abgeord­neten tiefen:ES lebe die Vereinigung mit Griechenland!" Ein Telegramm aus Tripolis meldet, daß bei dem Bombardement sieben Europäer umgekommen sind. Einige, Italienern gehörige Häuser, wurden zerstört, darunter das Gebäude der B a n k v o n R o m. Die türkischen Gendarmen haben sich von dem Obersten Craveri anwerben lassen. Es ist dies derselbe, der seinerzeit die Truppen von Kreta organisierte. Viele türkische Soldaten sind desertiert. Hundert türkische Soldaten, die sich in einer Barke ein­schiffen wollten, wurden zu Kriegsgefan­genen gewacht, außerdem fielen den Italie­nern einundzwanzig Schnellfeuergeschütze in die Hände. Nach den letzten Nachrichten aus Tripolis scheint die Stadt wieder ihr normales Aussehen anzunehmen.

Konstantinopel, 10. Oktober. (Ei­gene Drahtmeldung.) Der russische Botschafter Tfcharkow hat einer vertrau­enswürdigen Verson erklärt, daß bis Ende der Woche dieftipolitanischeFrage grund­sätzlich geregelt sein werde. Die Ant­wort der Mächte auf die Rote der Türkei um Vermittlung ist günstig ausgefallen.