Kasseler Neueste Nachrichten
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2< 'LeiLage.
Sonntag, 8. Oktober 1911.
(Nachdruck Verboten.)
18)
Neue Heimat.
Roman aus Deutsch - Südweft - Afrika von O, Elfter.
»Ihr wollt fliehen, Herrin? Wohin?"
„Nach Mndhoek, wo ich Freunde finde. Stetrauft du dich, den Weg aus dieser Wildnis -erauszufinden? Wenn wir erst in der Ebene find, können wir den Weg nicht verfehlen."
„Ich kenne Liese Berge nicht," entgegnete Nikodemus. „Ich war zum ersten Mal hier, aber ich werde Len Weg schon finden. Wir müssen unS nur immer gegen Süden halten. Wenn wir die Wagen erreichen, seid Ihr gerettet."
„Wir wollen nicht zu den Wagen zurückkehren, Nikodemus. Auf dem Wege dotthin würde Herr Gehring uns etnholen, mich würde er wieder iw seine Macht bekommen und dich würde er strenge bestrafen."
„Ja, er würde mich bis aufs Blut peitschen lassen, vielleicht töten. ... Doch was schadet das, wenn Ihr nur in Sicherheit seid.".
„Nein, nein, Nikodemus! Das will ich nicht. Wir müssen einen Umweg nehmen und dann so rasch wie möglich einen von Menschen bewohnten Platz zu erreichen suchen."
„Wenn Ihr fliehen wollt, müssen wir noch diese Nacht ausbrechen. Morgen ist es zu spät."
„Ich bin bereit."
„Der Herr liegt in tiefem Schlaf der Trunkenheit, vor Sonnenaufgang wird er nicht erwachen. Mambo ist auch betrunken und den Hereros gab ich eine Flasche Rum, daß sie wie der Klippdachs im Winter schlafen. Ich will nur den Pferden die Hufe umwickeln, daß das Geräusch ihrK Tritte sie nicht weckt. Haltet Euch bereit, Herrin, in kurzer Zeit bin ich wieder bei Euch." „ .
Er schlüpfte geräuschlos davon, Enka in fieberhafter Aufregung zurücklassend. Jetzt, wo die Ausführung ihres Planes bevorstand, fühlte sie doch manche Bedenklichkeit. Würden sie sich in der öden Felsenwildnis nicht verirren? Durfte sie der Treue Nikodemus vertrauen? Würde Gehling nicht vorzeitig erwachen und ihnen nachsetzen?
Ach, wenn sie doch jetzt einen wahren, Lus- richtigen Freund zur Seite hätte, der sie schützen würde vor allen Gefahren, die ihr von der Wildnis und von der Leidenschaft der Menschen drohten!
Sie gedachte der Worte Heisters und ihres Versprechens, sich an ihn zu wenden, wenn sie in Gefahr geriete.
Sie empfand heiße Sehnsucht nach thrn, der ihr ja auch deutlich zu erkennen gegeben hatte, daß er sie liebte. Wie anders würde sich ihr Schicksal gestaltet haben, wenn sie auf seine Worte der Liebe, der Treue gehört. Aber damals hatte sie diese Worte nicht hören wollen. Damals war sie allein von dem Verlangen beseelt gewesen, hinauszuziehen in die weite Wett, deren Gefahren sie nicht gekannt oder doch nicht geachtet hatte.
Jetzt war es zu spät! Jetzt konnte sie seine Hilfe nicht mehr anrufen. Sie wußte ja nicht einmal, ob er sich in Windhoek befand; von Swakopmund war er ja mit seiner Kompagnie nach Süden marschiert, zum Kampf gegen aufständische Hottentotten. Sie wußte nicht
Sturz auf die Steine ganz steif geworden, und die Gäule der Hereros sind armselige Klepper, die es mit Eurem Schimmel und meinem Fuchs nicht aufnehmen können. Wenn Ihr bereit seid, können wir fort."
Erika erhob sich.
Sprechstunden.
Redaktion: Wochentäglich von 12 bis 3 Uhr nachmittags.
♦ Mittwoch und Sonnabend rün 6 bis8 Uhr nachmittags.
einmal, ob er noch lebte, ob nicht eine feindliche Kugel ihn niedergestreckt, eines Feindes Messer sein Herz durchbohrt.
Sie seufzte leise auf und ihr Auge ward feucht.
Da ertönte von dem Lager Gehlings her ein wilder Fluch. Erschreckt sah sie hinüber. Gehling schien erwacht; er fluchte und gab dem trunkenen Neger, der schwer auf seinen Beinen gelegen, einen Fußtritt. Mambo schlief ruhig weiter; auch Gehling sank wieder auf sein Lager zurück, hüllte sich fröstelnd in eine Decke, und bald verriet sein lautes Schnarchen, daß er aufs neue fest entschlafen war.
Nein ... in der Nähe dieses Mannes, dessen wahre Natur sich ihr in ihrer ganzen Rohheit offenbart hatte, wollte sie keine Stunde mehr bleiben!
Was waren die Gefahren der Wildnis gegen die Gefahren, die ihr von seiner Leidenschaft drohten? In jenen würde sie höchstens ihr Leben verlieren können, diese bedrohten ihre Ehre, ihre Reinheit, ihren weiblichen Stolz.
Fort von hier ... so rasch wie möglich! Das war jetzt ihr einziger Gedanke.
Nikodemus kam zurück. Er warf einen Arm voll Reisig auf das verglimmende Feuer, daß es hell aufslackerte.
„Wenn das Feuer erloschen wäre," sagte er leise, „würde der Herr von der Kälte aufwachen und dann unsere Flucht entdecken. Solange das Feuer brennt, wird er glauben, daß Ihr noch da seid."
„Sind die Pferde bereit, Nikodemus?"
„Ja, Herrin. Sie stehen dort in der Sci- tenschlucht. Morgen wird uns der Herr nicht folgen können, denn sein Rappe ist von dem
„Ich bin bereit ..."
„Nehmt Evern Mantel da mit, Herrin. Einige Decken habe ich auf die Pferde geschnallt und auch Lebensmittel mitgenommen. Wer weiß, ob wir sie nicht brauchen. Das Gebirge ist unbewohnt."
„Ich danke dir für deine Sorge, Nikodemus."
„Ich muß Euch danken, Herrin, daß Ihr meine geringen Dienste annchmt. Aber kommt, ehe der Morgen anbricht, müssen wir das Gebirge hinter uns haben. Seid vorsichtig ... haltet Euch in den Schatten der Felsen..."
Noch einen Blick sandte Erika nach dem Schlafenden zunick, dann trat sie in die Finsternis des Schattens, den die hohen Felsenwände über das Tal warfen.
Sie verließ einen Mann ihrer eigenen Rasse, ihrer eigenen Bildung, um einem Halbwilden zu folgen. Aber in dem Herzen des gebildeten weißen Mannes lebten die wilderen Leidenschaften, in dem Herzen des Halbwilden lebte dagegen Ehrlichkeit und Treue. Unbedenklich folgte sie ihm in die finstere Seitenschlucht; vor dem gebildeten weißen Mann sloh sie, dem halbwilden Sohn der Steppe vertraute sie sich an.
Die Pferde schnoben leise, als sie sich näherten. und scharrten mit den Husen.
Nikodemus ergriff die Zügel seines eigenen Pferdes und desjenigen Erikas.
„Steigt auf, Herrin," flüsterte er. „Ich werde Euer Pferd führen."
„Und Ihr?"
„Der Pfad ist schmal und felsig und gefährlich. Ich muß zu Fuß gehen, bis wir die Höhe erreicht haben, um den Pfad verfolgen zu können. Da ... nehmt die Zügel meines Pferdes,
wenn Ihr im Sattel sitzt. Es folgt Euch dann ... ich gehe vor Euch und führe Euer Pferd."
Erika schwang sich mit seiner Hilfe in den Sattel; dann begann der Aufstieg, der steil und gefährlich war. Steine rollten in die Tiefe; der Wind sauste hier heftig; Nebelschwaden verhüllten die Aussicht ... mit Mühe erreichte man die Höhe. Ein weites, steiniges Plateau schien sich vor ihnen auszubreiten. Man konnte jetzt rascher vorwärts kommen. Nikodemus sprang in den Sattel.
„Wir haben eine Strecke freies Feld vor uns, Herrin ... der Mond zeigt uns den Weg ... vorwärts!"
In wenigen Augenblicken waren die Flüchtlinge in der Dunkelheit der Nacht verschwunden.
Zwölftes Kapitel.
Bald mußten sie wieder langsamer reiten. Der Weg ward allzu uneben. Dazu kam, daß der Mond untergegangen war, daß dichte Nebel aus den Tälern und Schluchten aufstiegen und undurchdringliche Finsternis sie umhüllte.
Sie durchquerten eine Schlucht und kletterten Berge empor. Die Pferde schnauften, öfter stolperten sie; man mußte absteigen und sie führen.
„Wir kommen so nicht weiter," sagte Nikodemus. „Ich kann mich nicht mehr zurechtfinden, die Sterne fehlen. Wir müssen warten, bis der Morgen dämmert. Ich will Euch im Schutz dieses Felsens «in Lager bereiten."
Erika war erschöpft; so gern sie die Flucht fortgesetzt hätte, so sah sie doch die Unmöglichkeit ein. Sie ließ sich auf das rasch hergestellte Lager sinken, lehnte das Haupt an die kalte Felswand und verfiel in einen leichten Schlummer.
Der Wind sauste, feuchte Nebelschwaden zogen über die Bergkuppen. Im Traume war es Erika, als befinde sie sich wieder auf dem großen Ozeandampfer, und plötzlich sah sie Hauptmann Heister vor sich stehen, sein ernstes Auge liebevoll auf sie gerichtet.
„Weshalb bist du von mir gegangen?" fragte er. „Ich liebe dich ja und will dich schützend in meine Arme nehmen ..."
Er breitete die Arme aus, er umfing sie und sie glaubte seinen Kuß zu fühlen. ... Da erwachte sie und starrte erschreckt in die Felsenwildnis.
Eine leichte Dämmerung herrschte. Ein fahler gelber Schein flammte am Himmel auf, der Vorbote des Morgens.
Nikodemus stand vor ihr.
„Wir müssen weiter, Herrin," sagte er. „Ich glaube, wir werden schon verfolgt/ ich habe einen Schuß gehört ..."
Erika sprang empor.
„Rasch zu Pferde!" rief sie. „Wohin wenden wir uns?"
„Da hinaus". ... Nikodemus zeigte nach Osten ... liegt die Ebene. Wenn wir dort sind, können wir die Pferde ordentlich ausgreifen lassen."
„Also vorwärts!" (Fortsetzung folgt.)
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