Nummer 24S. __ 1. Jahrgang.
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Fernsprecher 951 »ad 952. Dienstag, den 26. September 1911.
Fernsprecher 951 und 952.
Herbstzeitlosen.
DeS alten Reichstags letzte Tage.
Wie au« parlamentarischen Kreisen berichtet wird, stnden die Neuwahlen »um Reichstage aller Wahrscheinlichkeit nach zwischen dem zwölften und sechzehnten Januar statt, also nicht, (rote man bisher annahm) erst Ende Januar. Wird Mitte Januar gewählt, so werden die Stichwahlen schon Ende Januar beendet sein. Der Prästdent de» Reichstage», Graf Schroertn-Soewitz, hat einer Berliner Korre- spondenz zufolge auf telegraphische «nftage be- ftättgt, daß er, ohne Besttmmte» sagen zu können, diese Zeitbestimmung der Neuwahlen für „ungefäh« zutreffend" halte.
Am siebenzehnten Oktober werden sich im Kuppelbau am Berliner Königsplatz des deutschen Volks Erwählte zur parlamentari- schen Schlußtagung versammeln, um noch am Spätabend des sterbenden Reichstags dem dürren Boden parlamentarischer Politik ein paar kärgliche Früchte abzuringen. Ursprünglich war der zehnte Oktober als Beginn der Herbst-Tagung in Aussicht genommen, »die allgemeine politische Lage" (unter welcher umschreibenden Formel man Wohl den Stand des Marokko-Handels zu verstehen hat) ließ es in» dessen der Regierung wünschenswert erscheinen, die .Schonzeit noch um eine Woche zu verlängern. Inzwischen wird das von den Herren Kiderlen und Cambon emsiglich beplau- derte Stückchen Weltgeschichte vollendet sein, und da die bundesstaatlichen Regierungen mittlerweile auch in der Bekämpsung der allgemeinen Teuerung einige Taten vollbracht haben, ist Herr von Bethmann Hollweg der Peinlichkeit Lberhoben, mit gänzlich leeren Händen im Wallotbau erscheinen zu müssen. Die Rücksicht auf diesen Umstand (der inanbetracht des immer näher kommenden „Tags von Philippi" doppelt schmerzlich gewesen wäre) hat die Regierung offenbar auch veranlaßt, den Wiedcr- zusammentritt des Reichsparlaments bis in die späten Herbsttage hinastszuschieben: „Zeit gewonnen, alles gewonnen!" Irgend ein andrer Grund, der den früher» Wiederbeginn der parlamentarischen Arbeiten als nicht wünschenswert hätte erscheinen lassen können, ist nicht erkennbar geworden, ebensowenig wie eine Ursache, die der Aufarbeitung des parlamentarischen Pensums gleich im Juni hinderlich sein konnte. Der Kanzler huldigt offenbar dem Grundsatz: „Eile mit Weile!" und so hat er es vorgezogen, durch des Zufalls freundliche Laune die Chancen einer parlamentarischen Stimmungs-Aufheiterung noch ein wenig verbessern zu lassen.
Ob das wirklich geschehen ist, oder bis zur Oktobermitte noch geschehen wird, läßt sich beute noch nicht beurteilen: Die scharf nach links strebende Stimmen-Verschiebung bei der Düsseldorfer Wahl darf indessen in die- ser Beziehung als charakteristisches Merkzeichen der politischen Stimmung gelten, das umso schwerer wiegt, als uns von den Neuwahlen zum Reichstag nur noch ein paar Monde trennen und die Zett kaum dazu angetan ist. Hoffnungen auf eine freundlichere Wandlung der Dinge zu rechtfertigen. Zwischen dem Schluß der Sommertagung und dem Beginn der Herbstarbeit im Reichstag liegt eine Zeitspanne schwerer wirtschaftlicher Heimsuchung, deren schroffste Härten noch zu erwarten sind und die sicher nicht ohne ttefgehenden Einfluß auf die politische Stimmung im Lande bleiben wird. Daß es sich dabei um ein elementares Ereignis handelt, mindert nicht die Gefahr der Kalamität. denn Volksstimmung fragt nicht nach Ursachen, sondern nach Wirkungen. Dabei wurde gar dieser Tage erzählt, man plane seitens der rechtsstehenden Parteien bald nach dem Wie- derzusammenttitt des Reichstags die Einbringung einer Interpellation, die den Reichskanzler zu einer Aeußerung darüber veranlassen solle, wie die Regierung sich angesichts der blutigen Teuerungskrawalle in der österreichischen Hauptstadt zu einer etwaigen Katastrophe im eignen Land stellen werde, und welche Maßregeln sie in einem solchen Falle zu ergreifen gedenke. Wenn es sich bei der Nachricht um mehr als um einen bloßen Versuchsballon handelt, wird man wünschen müssen, daß die besonnenen Elemente bis zum siebzehnten Oktobertag Mittel und Wege finden, ein solches Spiel mit dem Feuer (denn darum hau« delt's sich) zu verhüten: Der „Schrei nach Brot" hat mit dem Kampfruf der Revolution nichts zu tun und man soll den Instinkt der Masse nicht durch den Hinweis auf Säbel und Muskete zu dumpfem Groll stacheln.
Und sonst? Das Marokko-Geschäft wird im Wallothaus kaum laute Freude wecken, eher sogar die Zungen der Kritik zu scharfem Angriff lösen; aber da der Reichstag sich längst daran gewöhnt hat, n der auswärtigen Politik auf die Rolle ‘tS interessierten Zuschauers beschränkt zu
sein, ist Ernstliches nicht zu fürchten, trotzdem Herr Mathias Erzberger auf die Anfrage eines Organs der Panzerplattenpolitik als Marschroute für Kiderlen die Biberacher Parole ausgegeben hat: „Wir bleiben (wenn man nicht nett zu uns ist) in Agadir!" Eins indessen ist sicher: Aus dem mondelangen Marokko- Handel ist weder eine Wahlparole, noch irgend ein andres nationales „Stimmungs-Moment" herauszukrystallisieren, da mit der langen Dauer des Geplauders das Interesse der Oef- fentlichkeit abgeflaut ist, wie die Stimmung der Börse beim Triumph der Baisse. Man darf übrigens gespannt darauf sein, in welchen Farben sich die Erfolgfreudigkeit Kider- len'scher Politik im Reichshaus spiegeln wird, wenn der Kanzler dem Hohen Hause das Geheimnis der deutschen Diplomaten-Großtat von neunzehnhundertelf pflichtgemäß enthüllt. Der Tag der Marokko-Unterhaltung wird sicher der interessanteste des parlamentarischen Spätherbstes sein, dessen sonstige Früchte ein bescheidnes Maß von Hoffnung kaum übersteigen dürsten. Die Regierung hat zwar die Absicht kundgegeben, noch eine stattliche Reihe wichtiger Gesetzesvorlagen vom alten Reichstag verabschieden zu lassen und auch dadurch auf die Stimmung der Wähler einzuwirken, aber die geschäftsordnungsmäßigen Dispositionen des Parlaments lassen es fraglich erscheinen, ob es möglich sein wird, in der noch zur Verfügung stehenden knappen Zeit die ganze Restarbeit der im Juni abgebrochnen Tagung zu bewältigen. Und bis ins neue Jahr hinein kann angesichts der Neuwahlen doch auch der emsigste und tatenfreudigste Reichstag nicht zusammengehalten werden.
Um die Januar-Mitte sollen dann (Herr von Schwerin-Löwitz hat diese Termin-Angabe als „ungefähr zutreffend" bezeichnet) die Neuwahlen zum Reichstag stattsiudcn, und zwar derart, daß die Stichwahlen bis zum Januar-Ende erledigt sind und in der zweiten Woche des Hornung-Monds dann des Volkes neu erwählte Boten ihren Einzug ins Wallothaus halten können. Viel „Spielzeit" ist ja auch nicht mehr vorhanden, denn wenn im neuen Reichstag der Etat rechtzeitig verabschiedet werden soll, darf kein Tag ungenutzt bleiben. Heut stehen wir nahe an des September Ende, und noch weiß niemand (denn vermutlich weiß es der Kanzler bisher selber nickt), welche Losung die Regierung zum bevorstehenden Kampf um die Lederpfühle im Reichsparlament ausgeben wird. Daß die Zeit zur Proklamierung einer zugkräfttgen Wahlparole bisher nicht günstig gewesen ist. läßt sich nicht verkennen, denn das Jahr neunzehnhundertelf stand (und steht) in der tnnern wie in der äußern Politik im Zeichen der Enttäuschung und des Mißvergnügens, und da das Pro- blem, von Disteln Rosen zu ernten, immer noch nicht gelöst ist, kann man's dem Kanzler nickt verargen, daß er immer noch auf eine freundlichere Zukunft hofft und es gar nicht erst versucht hat, die triste Gegenwart mit dem lange ersehnten, „erlösenden 25ort" zu meistern. Seit Dezennien waren die Auspizien für eine Reichstags-Neuwahl nicht so unfreundliche wie in diesem Jahr der Heimsuchung und Verdrossenheit, und es scheint fast, daß das düstre Prophetenwort des lebensfrohen „Privatiers von Villa Malta" über den schlimmen „Tag von Philippi" sich erfüllen will. Kommt schließlick zu der allgemeinen Ratlosigkeit auch noch die Nervosität politischer Ueberhast, dann kanns leicht geschehen, daß schon die Zeit der Herbstzeitlose uns einen Vorgeschmack von Dem bringt, das neunzehnhundertzwölf Unsrer gewissermaßen als Morgengabe des neuen Jahres harrt. F. H.
Schiffsklttaftrovhe in Frankreich.
Tas Panzerschiff „Liberte" explodiert; fünfhundert Menschen verunglückt!
Eia Telegramm meldet uns aus Toulon: Infolge eines im kohlenraam ausgebrochenen Brandes explodierte heute früh der Steffel des Panzerschiffes „Libertö." Das Schiff sank in neunzehn Minuten. Angeblich find fünfhundert Menschen bei der Katastrophe umgekommen. Einige Matrosen sprangen über Bord und konnten durch Boote gerettet werden. Weitere Depeschen von heute mittag berichten uns über die furchtbare Katasttophe folgende Einzelheiten: Wie verlautet, soll die Zahl der Opfer der „Libertr"-Katastrophe eine sehr große sein. Die Marinebehörde verweigert indckssen vorläufig jede weitere Auskunft und erklärt, sie müsse vor allem die Fa
milien der Opfer benachrichtigen. Gerüchtweise verlautet, daß weit über zweihundert Tote zu beklagen seien. Jedenfalls sei die Katastrophe viel größer als die bei dem Panzerschiff „Jena", die bekanntlich hundertdreißig Opfer forderte. Gegen fünf Uhr morgens entstand die erste Explosion, der wenige Minuten später zwei weitere folgten. Die Bestürzung in Toulon ist groß. Der Hafen ist abgesperrt, das Publikum darf auch nicht in die Nähe der Ankerplätze. Der Marineminister Delcassse ließ sich wiederholt telegraphischen Bericht über das Unglück erstatten und reiste unverzüglich nach Toulon ab. Ueber die Ursache des Unglücks durchsckwirren die wildesten Gerüchte die Stadt: Während einige wissen wollen, daß die Katastrophe auf die U e b erhitz u n g des Schiffskessels zurückzuführen sei, behaupten andre, es handle sich um einen verbrecherischen Anschlag, der mit der in jüngster Zeit besonders lebhaft betriebenen antimilitaristischen Propaganda in Zusammenhang zu bringen sei. Es heißt sogar, daß die Marinebehörde die Schuldigen kenne, vorerst aber noch die Namen geheimhalte, um die Untersuchung in aller Ruhe zum Abschluß bringen zu können. Sämtliche Pariser Mittagsblätter bringen spaltenlange Berichte über die Katastrophe, und stellen die schwere Heimsuchung Frankreichs mit den erst vor einigen Tagen gehaltenen zuversichtlichen Reden Delcassöes über den Triumph der französischen Marine in Parallele. Das Ereignis wird als nationale Katastrophe betrachtet, die Frankreich umso schwerer treffe, als es vor wenigen Wochen erst in demselben Hafen, der jetzt die Trümmer der „Liberte" birgt, die stolze Flottenparade der Republik bewundern durfte. Aus dem unbedingten Schweigen der Marinebehörde über die Ursache des Unglücks iwb ü6?,r die Zahl der Opfer der Katastrophe schließt man allgemein, daß dem verhängnisvollen Unfall ein verbrecherischer Anschlag zugrundeliegt, über den im Interesse der staatlichen Sicherheit vorerst keine Mitteilungen in die Oeffentlichkeit gelangen sollen.
Der Marstto-HMdel perfekt?
Offiziöse und ministerielle Stimmen.
In ihrer letzten Wocheurundschan widmete die offiziöse Norddeutsche Allgemeine Zeitung dem Marokko-Handel folgende Sätze: „Bei den Marokko-Verhandlungen sind in den letzten Besprechungen des Staatssekretärs von Kiderlen mit dem französischen Botschafter Vorschläge zur Ausgleichung der noch verbliebenen Streitpunkte formuliert worden. Diese von den Unterhändlern vereinbarten Vermittlungsvorschläge liegen den R e - gierungen vor. Eine Rückäußerung der französischen Regierung ist für die nächsten Tage zu erwarten." Ein Privat-Tele- g r a m m berichtet unS weiter aus
N Paris, 25. September.
Ans einer Rede, die der Ministerpräsident E a i l l a u x gestern bei einer Einweihungsfeier in A l e n g o n hielt, geht hervor, daß die Marokko-Verständigung als gesichert betrachtet wird. Caillaux sagte, daß die Schwierigkeiten zur Stunde zwar nicht verkannt, aber auch nickt übertrieben werden dürften. Die Lösung der Marokkofrage sei durch eine Reibe von Ereignissen notwendig geworden. Caillaur fuhr fort: Wir suchen die einzige Lösung, die Frankreichs würdig ist, indem wir die Auseinandersetzung in versöhnlichstem Sinne zu erledigen suchen. Wir bemühen uns, die Interessen zu verstehen, die den unsrigen entgegengesetzt sind, und wir tragen dabei Sorge, daß unsere eigenen Interessen in jeder Hinsicht geschützt werden. Wir zweifeln nicht daran, daß zwei Völker, die Aufgaben der Zivilisation in der Welt zu erfüllen haben, und von denen jedes den gleichen Willen, den Frieden zu wahren, auch jedes das gleiche Bedürfnis hat, den Frieden zu sichern, zu einer Verständigung kommen, die dauernd ist und die keine bitteren Gefühle zurückläßt. Rur muß sich jedes von dem Gedanken letten lassen, den Thiers in folgenden Worten ausdrückte: „Ein Geschäft ist nur dann gut, wenn beide Parteien Vorteile von ihm haben." Und in Wahrheit handelt es sich in diesem Falle um ein Geschäft.
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61» blutiger Sonntag in Paris.
(Eigene Drahtmeldung.)
d Paris, 25. September.
Getzxrn mittag kam es anläßlich einer sozialistischen Versammlung, die auf dem Aeroplatz stattfand, zu einem heftigen Zusammenstoß in der Rue de Mouffetart zwischen Demonstranten und über vierhundert Schutzleuten. Ein Polizist wurde lckwer ver
letzt, auch einige Arbeiter erlitten Verletzungen. Biele Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Polizei war durch drei Eskadronen des elften Küraffierregiments und durch zwei Eskadronen deSl3.Küraffierregiments unterstützt. Um neun Uhr hatten sich bereits zehntausend Mann eingefunden. Die Menge wuchs noch ständig an und um zwei Uhr nachmittags waren es mindestens zwanzigtau- send Mann, die sich versammelt hatten. Der Ordnungsdienst wurde von dem Polizciprä- fekten L ö p i n e selbst geleitet. Um drei Uhr ereignete sich an dem Krankenhaus Rothschild ein weiterer Zwischenfall. Sozialisten hatten eine Menge ihrer Flugblätter unter die Schutzmannschaften geworfen, worauf es zu Tätlichkeiten kam. Viele Arbeiter und Schutzleute wurden dabei verwundet und eine große Anzahl von Verhaftungen mutzte vorgenommen werden. Gegen halb vier Uhr begannen die Reden der Parteiführer. Sie waren insbesonders gegen einen Krieg gerichtet und wurden mit Beifall ausgenommen. Um fünf Uhr gab der Polizeipräfekt den Befehl, daß sich die Truppen und Schutzleute, die den ganzen Aeroplatz umzingelt hatten, in die Seiten- straßen zurückziehen sollten, damit weitere Zusammenstöße vermieden würden. Die Menge ging dann auch nach Schluß der Versammlung ruhig auseinander.
Hessen« Flottenvereme.
Die gestrige Versammlung des Kurheffischea Provinzialverbandes.
Gestern vormittag 11/ Uhr hatten sich die Mitglieder des Kurhessischen Provinzialverbandes des Deutschen Flottenvereins zu ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung im Saale des Garnison-Kasinos (Wolfsschlucht) eingesunden. Generalleutnant z. D. von Liebermann eröffnete die Versammlung durch Vegrüßungsworte, besonders bewillkommnete er den Präsidenten des deutschen Flottenvereiirs, Großadmiral von K ö st e r. Stadtrat Brunner erstattete alsdann den Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Redner führte aus, daß der Verein Jahre stürmischer Bewegung erlebt habe, die wesentlich durch die mächtige Agitation für die Flottenvereinsgesetze hervorgerufen worden wären. 9(6er diese Bewegung fei vorbei. Im Volke sei der gesunde Gedanke wach geworden, daß wir einer schlagfertigen Flotte dringend bedürfen und dieser Gedanke müsse auch erhalten bleiben. In sich geeinigt stehe der Deutsche Flottenverein jetzt gekräftigt da. Von Jahr zu Jahr habe er sich vergrößert. Durch Wort, Schrift und Bild sei das Interesse an der Flotte gehoben, eingedenk der Tatsache, daß wir neben einem wohlgerüsteten Landheer auch einer tüchtigen Flotte bedürfen. Die Flotte ttage unbestritten zur Machtstellung des Landes bei. Während die Zahl der Einzelmitglieder in den Jahren 1906 bis 1908 über dreihundert- tausend betragen habe, sei sie bis zum Jahre 1910 auf 291 426 zurückgegangen. In Hessen- Nassau habe die Zahl der Einzelmitglieder im Jahre 1907 noch 11600. 1908: 10 359, 1909: 9955, 19102 9730 betragen. Die gesamten vierundneunzig Vereine und Korporationen weisen eine
Gesamt-Mitgliederzahl von 112 419 auf. Rechne man die Mitglieder von Nassau hinzu, fo erhält man die ansehnliche Ziffer von 122149. Am 31. Dezember 1910 habe die Ge- samtmitgliederzahl des Deutschen Flottenvereins 1034987 betragen. Ter Kurhessische Vezirksverband wird eingeteilt in dreißig Bezirksverbände, dreiundsiebzig Ortsverbände und vier Zweigverbände. Hundertundzwanzig Vertrauensmänner feien für den Verein tätig gewesen. Die Einnahmen im Jahre 1909 haben 9207,18 Mark betragen, während die Ausgaben den Betrag von 9032,18 Mark erreichten. Der Kassenbestand betrug mithin Anfang 1910: 175 Mark. Zum Sckluß sprach der Redner Generalleutnant von Liebermann seinen Dank für die Mübewaltungen um den Provinzialverband aus. Für das Jahr neunzehnhundertzwölf wurde Fulda als Ort der Mitgliederversammlung bestimmt. Bei der Wahl des Haupt- ansschusses und des Vorstandes wurden neugewählt: Eisenbahnpräsident Vollgold -Cassel, Gerichtssekretär Jahn-Kirchhain und Lehrer A st e r o t h - Trevsa. Steuerinspektor H o ß- b a ch - Kirchhain mußte die Wahl wegen Versetzung ablehnen. Der Vorstand setzt sich nunmehr zusammen aus den Herren: Generalleutnant von Liebermann. Vorsitzender; Generalleutnant Grelinger, stellvertretender Vorsitzender; Kommerzienrat Plant, Schatzmeister; Stadtrat Brunner. Schriftführer; Geheimer Obervostrat Hoffmann, Oberst a. D. von Riekebusch und Eisenbahnpräsident B o l l g o l d . sämtlich in Cassel. Großadmiral von Köster spricht seinen Dank für die freundliche Einladung und die huldvollen Begrüßungsworte aus. De, Provinrialverbaud von Kurbeffen könne sich