Hessische Abendzeitung
Fernsprecher 951 und 952.
Mittwoch, den 20. September 1911
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setzt, um Ausschreitungen vorzubeugen. In der Stadt herrscht große Erregung.
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Eine Verschwörung gegen ßcnaleiasi
(Privat-Telegram m.)
Depeschen aus San Sebastian zufolge besteht nach Gerüchten, die seit einigen Tagen dort umlaufen, innerhalb der liberalen Partei eine Verschwörung zum Sturze Ca- nalejas. Als Grund wird genannt sein verspätetes Vorgehen gegen die Ausstandsbewegung, das eine Dukierung der "revolutionären Bestrebungen bedeute. Der König hat seine Rückkehr nach San Sebastian aufgeschoben. Er wird so lange in Madrid verweilen, bis die Unruhen beigelegt sind. Der Mitt i st e r r a t hat gestern unter dem Vorsitz des Königs eine Sitzung abgehalten, um zu beraten, welche Maßnahmen zu ergreifen seien, um eine Weiterausdehnung der Unruhen zu verhindern. Man erwartet für heute die Aufhebung der konstitutionellen Garantie für das ganze Land.
(Privat-Telegram m.)
Gestern abend wurde hier der General- reik proklamiert. Uebcr die Stadt wurde der Belagerungszustand verhängt. Tas Militär hat alle Plöke und größeren Straßen, ferner die öffentlichen Gebäude be-
Peter Arkadjewitsch Stolypin war kein Mann von Eisen: Er besaß weder die eherne Entschlossenheit, noch die starke Hand, um das Chaos russischer Reaktion und russischer Korruption zu entwirren. Man hat ihn den Bezwinger der russischen Revolution- genannt und er war es nicht; man hat ihn als Herkules im Kampf wider Kamarilla und Korruption gepriesen, und er hat doch nie gewagt, den eisernen Besen anzusetzen, der allein es hätte möglich machen können, das unheimliche Dunkel des russischen Verwaltungs- und Regierungs-Sumpfs leidlich zu lichten. Als die Re- volution von ueunzehnhundertfünf durch
Stolypin ist tot!
An der Bahre des Ministerpräsidenten.
Ströme von Blut überflutet ward, deckte ein Wald von Galgen das Riesenreich russischer Erde, und Peter Arkadjewitsch Stolypin war's, der mit dem Heer der Henker den ge Waltigen Ausbruch elementarer Volksleidenschaft dämpfen zu können wähnte. Daß er's nicht vermocht hat, hat die Häufung revolutionärer Verbrechen mit erschreckender Deutlichkeit bewiesen, und so bleibt (bei aller Achtung vor dem ehrlichen Willen des nun Toten) gerechter Würdigung nur die Anerkennung übrig, daß auch Stolypin mit allen Kräften einer ehrenhaften, unter der Last und Härte eines schweren (und manchmal grausamen) Amts aber in ihrem Idealismus erdrückten Mannesseele gegen Einflüsse gerungen hat, die stärker waren, als sein Wille, und die zu bändigen eines Riesen Kraft erfordert. Der Mann auf der Totenbahre des Kiewer Krankenhauses aber war kein Riese: Er war manchmal stark, aber nicht entschlossen und kühn, und er war, als man Härte von ihm verlangte, grausam, ohne tatkräftig zu sein. Rußlands Trauer aber verklärt seinen Namen als den eines Märtyrers'
F. H.
Ser tote PremiermmMer.
TeuerirngMsÄKüe in Budapest.
(Eigene D r a h t m e l d u n g.)
cäs Budapest, 19. September.
Im siebenten Bezirk rottete sich gestern abend em- v ielhundertköpfige Menge vor einem Spezereigeschäft zusammen und brach in die Rufe „Rieder mit den Lebens- m ittelwucherern!" aus. Die Fenster des Gewölbes wurden eingeschlagen. Die Polizei, die mit Steinwürsen empfangen wurde, zerstreute nach heftigen Zusammenstößen die Di enge. Fünf Polizisten sind verletzt; mehrere Berhaftungen wurden vorgenommen.
Wie Depeschen ans Petersburg melden, ist Ministerprüfident Stolypin gestern gestorben, da da« schwache Herz nicht imstande war, den durch die Schußwunde hervorgerusenen Bluterguß zu verarbeiten. Privat-Nachrichten geben die Todesstunde auf vier Uhr nachmittags, die offiziellen Meldungen aas zehn Uhr abend« an. Etoly. Pin« letzte Stunden waren sehr qualvoll. Bagrow's Kugel hat nun doch ihr Ziel erreicht: Peter Arkadjewitsch Stolypin weilt nicht mehr unter den Lebenden, und Rußland trauert um seinen Ministerpräsidenten, der dem Verhängnis der Volkserbitierung zum Opfer gefallen ist. Bis zur Mitternacht vorm Tage seines Scheidens trug der Draht aus Kiew noch hoffnungfrohe Botschaft zum Westen, kündete Besserung und Aussicht auf baldige Wiederherstellung, trotzdem der Lebensnerv des Opfers von der Kugel Bagrow's zerrissen war. Warum es geschehen? Vielleicht, um die Schrek- ken des Dramas von Kiew zu mildern, vielleicht, um die Erregung im zarischen Riesenreich zu schwichtigen, vielleicht, um die aller Welt offenbar gewordne Verwirrung innerhalb der Regierung notdürftig zu verschleiern: Wer weiß es; die Wege russischer Politik sind dunkel und verschlungen wie das Netz russischer Gerechtigkeit, und es ist sicher mehr als bloßer Groll, daß jetzt, wo Peter Stolypin bleich und kalt auf der Totenbahre ruht, der Volkszorn sich Mit elementarer Gewalt gegen Die wendet, die gestern und ehegestern noch den Massen an der Mauer des Krankenhauses erzählten, des Himmels Beistand habe das Leben d^s ersten Staatsmanns im Zarenreich gnädiglich vorm Verhängnis bewahrt, und Rußland werde nicht um ein neues Opfer politischer Leidenschaft _ trauern müssen. Als die Nachricht vom Tode I Premiennimiterö durch Straßen bon I Kiew und Petersburg geschrieen wurde, bäumte - fid) in der Russenseele der Haß gegen die U n - Wahrhaftigkeit feiger Täuschung auf: i D ' e; elbe Unwahrhastigkeit, die Peter Ar- ■ kadjewitfch der Kugel des Mörders preisgab' '
Kokowzow StalyRns Nachfolger?
(Eigene Drahtmeldung.)
Wie uns weiter aus Petersburg depeschiert wird, herrscht im Ministerium des Innern große Verwirrung. Die Frage des Nachfolgers für den Verstorben.n wird lelch'ft erörtert. Große Cbancen hat Makarow; auch der frühere Ministergehilfe Durnow o wird viel genannt. Tie Ernennung Kokowzows zum Minister des Innern scheint jedoch gesichert. Tie Mutter des Mörders Bagrow beging Selbstmord aus Gram über das Verbrechen ih>-es Sohnes. Bagrow selbst ist
Stolypins letzte Stunden.
(Eigene.Drahtmeldung.f
$ Petersburg, 19. September.
Die Depeschen, die in den ersten Nachmit- tagsstunden hier eintrafen, meldeten, daß Sto lvpins Zustand hoffnungslos sei, und daß er die Nacht nicht mehr überleben werde. Schon am Vormittag versagtedasHerz. Es traten immer länger werdende Pausen der Herztätigkeit ein. während dem Stolypin bewußtlos dal-ig. Stolypin erkannte schon mittags die Besucher nicht mehr. Nachmittags versammelte fich die Familie an seinem Lager Der Metropolit Flavier erschien, um dem Sterbenden das Abendmahl zu reichen. Als der Pulsschlag weiterhin stark abnahm, wurde jede Hoffnung aufgegeben Stolypin hatte die ernste Absicht, falls die Wahlen in den Westgouvernements ungünstig ausfallen soll ten, sich ganz vom politischen Leben zurückzuziehen und als Privatmann auf seinen Gütern zu leben. Die letzten Le- bensftunden Stolypins waren sehr qualvoll. Ueberhaupt war gleich zu Anfang wenig Hoffnung auf Genesung, und die optimistischen Meldungen der ersten Tage werdev stark verurteilt. Stolypins Gattin wich nicht vom Krankenlager. Gestern fragte Stolypin: „Wie gehts den Kindern?" Stolypins Tod erfolgte nach amtticher Bekanntgabe um zehn Uhr zwölf Minuten abends. Er ver- chied in den Armen seiner Gattin, in Anwesenheit feines Bruders, zweier Schwäger und aller Aerzte.
furchtbar niedergeschlagen und krank. Die Untersuchung gegen ihn ist beendet.
Kiew wurden gestern hundertfünfzig Per- ;onen, darunter mehrere Rechtsanwälte, verhaftet. Weitere Verhaftungen stehen bevor.
Wien nach dem Kampf.
Kaiser Franz Josef für schärfste Maßnahmen.
Ein Privattelegramm meldet uns aus Wien: Kaiser Franz Josef ließ sich gestern abend von Baron Gautsch über die Unruhen am Sonntag unterrichten. Er stimmte zu, daß im Falle der Wiederholung zu verschärften Maßregeln, eventuell zum Stand- r e ch i gegriffen werden müsse. Die Regierung würde sich allerdings nur schwer zu dieser äußersten Maßregel entschließen, die seit der achtundvierziger Revolution nicht mehr angewendet wurde. Weiter wird uns berichtet:
<? Wien, 19. September.
(Eigene Drahtmeldung.)
Enthüllungen Rovakowitschs
ÄS 7ni0e 6ut Unterrichtete wissen wollen, y -chteinmal iern steht) eintritt.
die unzähligen politischen Klubs, aus denen Serbien überhaupt nur zu bestehen scheint, ihr übriges tun, um nichts als Tatsachen gegen das Königshaus anzufübren. Bei der Veranlagung des serbischen Volkes muß eS ein Leichtes sein, die ganze Dynastie einfach hinweg zu fegen, wenn dazu erst mal der Anlauf gemacht ist. Was spräche denn nun elgentuch gegen das Haus Karageorqie- wttfch? Nicht die ewige Geldklemme, die die Regieruna eines jeden Fürsten ja überall hemmen muß, allein, sondern auch die man«
2? a 11 r a f t. Sie zeigt sich am deutlichsten darin, daß es dem König nicht einmal gegeben ist, im eignen Hanse Ruhe und Frieden zu halten. Die Wühlereien des Ex- kron p r i n z e n Georg, die nur nach außen hm und zur Not verdeckt und für gewisse Beiten überbrückt werden können, bringen
das Land in zwei Lager.
Das eine mit dem Ziele der wirtschaftlichen Sanierung des Landes, das andere mit dem Zweck der Größenwahnidee der .Macht- Ser- biens. An der Spitze der ersten Gruppe steht em schwacher König, der nichts erreichen kann, an der Spitze der zweiten sieht man den Kron- prinzen der nichts unversucht läßt, um die Politik seines eigenen Vaters öffentlich in den schwärzesten Farben zu schildern; der sich jetzt sogar m Risch hingestellt hat, um zu fordern, day man seinen eigenen Vater zur Rechenschaft darüber ziehen soll, daß er an der Ermordung des Königspaares Alexander dadurch Anteil gehabt habe, indem er um den Plan wußte und ihn gut hieß Wenn dem König schon die Macht fehlt den Sohn abzuHalten, so offen gegen den Vater aufzutreten, dann wird ihm auch die Kraft ehlen, zu verhindern, daß Georg für die weite
Verbreitung der
Als Sohn des in Rußland bekannten Se- bastopoler Helden, des Generalmajors Arkadij Stolypin, geboren, studierte Peter Arkadjewitsch Stolypin an der juristischen Fakultät der Petersburger Universität, die er mit Auszeichnung absolvierte. Seine Beamtenlaufbahn begann Stolypin im Oktober 1884 im D omä- Nenministerium. Er blieb jedoch hier nur kurze Zeit und ließ sich dem M i n i st e r i - um des Innern zuteilen. Als Stolypin ein passionierter Landwirt, im Jahre 1888 nach dem Gouvernement Kowno übersiedelte, um seine dort gelegenen Güter selbst zu verwalten, wurde er zum Kr ei s a d els ma r sch a l l von Kowno ernannt. Im Jahre 1902 ernannte ihn der Zar zum Gouverneur von Grodno. In dieser Stellung bekundete Stolypin rückhaltlose Loyalität gegen alle Bevölkerungsr schichten des Gouvernements und verfolgte alle Auswüchse der Beamtenwillkür unerbittlich Gegen Ende 1903 ging Stolypin als Gouverneur nachSaratow, wo er bis zu seiner anfangs Mai 1905 erfolgten Ernennung zum Mini- ster des Innern und spätern Ministerpräsidenten verblieb. In der jüngsten Zeit schien Stolypins Stellung stark erschüttert und noch in den letzten Bocken unternahmen die Gewalttäter der Palastpartei einen offenen Sturmlauf gegen ihn, um ihn zu stürzen, weil die Gesamtheit seiner Maßnahmen zum Scha den des Reiches ausgeschlagen sei.
Gestern abend herrschte in Ottakring ver- haltnismäßige Ruhe, einige kleine Zusammenstöße mit berittenen Patrouillen ausgenommen. Außer bei Erdbeben ist Wohl nie eine Ivlche ungeheure Zahl von Fensterscheiben zertrümmert worden, wie am Sonntag in Wien Rund um die großen Ottakringer Schulgebäude liegen die Glasscherben, sieben Zentimeter hoch den Boden bedeckend, daraus tausende von faustgroßen Steinen. In verschiedenen Strafen sind kilometerweit alle Straßenlaternen und alle Lampen der Geschäfte zerschlagen, zum Teil auch abgebrochen und gänzlich demoliert. Hunderte von Geschäften haben die Rolläden geschlossen, weil die Spiegelscheiben zertrümmert sind, uud die Gasthäusersenster sind mit dünnen Brettern verschalt. In der Wiener Neustadt findet heute eine von den Sozialisten emberuscne T e u er » n gs v er samml ung am Hauptplatz statt. Die ganze Garnison, die .getarnte Polizei und achtzig Gendarmen sind .ausgeboten,, da man mit der Möglichkeit ".euer U'u ruhen rechnet. Auch aus den Wien benachbatten Garnisonen ist zum Schutz der Hauptstadt Militär nach Wien.beordert worden. In der vergangenen Nacht trafen mehrere Züge mit Truppen ein, pie in den Höfen der Kasernements bereitge halten werden. Von den am Sonntag abend Verhafteten sind über hundert Persoven in Haft behalten worden. Sie werden wegen Verbrechens der öffentlichen Gewalttätigkeit unter Anklage gestellt werden.
Set Mer Sünde«.
Das Ende der Karageorgiewitsch'S.
(Von unferm Korrespondenten.!
Belgrad, 17. September.
,,,. den maßgebenden militärischen und po« litifchen Kreisen Serbiens ist man allgemein der Ueberzeugung, daß die Dynastie Ka- i ? e" rgiew lisch endgültig ansge- sp'elt hat, und daß es nur der Aufklärung des Volkes tn den Provinzen bedarf, um dem etzlgen Königshaus den letzten Stoß zu ver- etzen. Es sind nicht allein die Enthüllungen Nowak o w t t sch' s (die bekanntlich den jetzigen König Peter der Mitwissenschaft an der örmorbung König Alexanders bezichtigen), die den serb,,chen Königsthron erneut ins Schwanken bringen, sondern es ist die Häufung der Umstände, die das morsche Gebäude des Königshauses immer deutlicher in die Erscheinung treten lassen. Das Versprechen des Königs nach Ueoernahme der Krone, Serbien neuen Zeiten entgegen zu führen, ist nicht er» nttt worden; es konnte auch nicht erfüllt wer- den, denn dazu fehlten bei dem König die ersten Vorbedingungen:
Energie und . . . Geld!
Am Vermögen hat es dem König von der ersten Stunde seiner Regierung an gefehlt, eine Zivilliste reichte mangels eigener Mittel bei weitem nicht aus und seine größte Sorge bestand stets in der Frage des Ueberwasserhal- tens in finanziellen Dingen. Daran hat auch
f jetzige Einschreiten Rußlands, das Konigshaus durch eine Heirat zu sanieren, mckts geändert, denn die russische Spekulatton, durch eine finanzielle Aufrichtung des Hauses Karageorgiewitsch die Einflußsphäre Rußlands in Serbien zu erweitern, wird nicht mehr zur praktischen Durchführung kommen, da der von Rußland geforderte Thronver- zlcht König Peters zugunsten des Kronprinzen Alexander die Dynastie nicht um die Kllppe bringt, die ihr jetzt droht, wenn die Preße und
Stolypins gualvolles Ende ist für ewige | Z.kuen ein Brandmal russischer K o r r u p - t i o n, denn es kann kein Zweifel darüber ob- - walten, daß der Ministerpräsident von der ; Hund grabe bes Mannes gefallen ist, den die Politische Polizei mit feiner Ueberwachung und g Peschützung beauftragt halte. Und das tat die Polizei, obwohl sie die revolutionäre Gesinnung des Menschen kannte, der ihr Spitzeldienste leistete und sich bei seinen Genossen durch eine „Snt" wieder Vertrauen erwerben mußte, um ... ihrer Rache zu entgehen. Es ist . indessen kaum anzunehmen, daß dieser skanda- - lose Fall zu einer ernsthaften Aenderung des - Systems führt, das schon so viel Unheil angerichtet und so viel Blut gekostet hat: Das F System ist zu eng mit den gesamten russisch on Verhältnissen venvachsen, als daß es ohne verhängnisvolle Erschüiterungeil von Grund aus umgeftaltet werden kann Jedenfalls fehlt im Augenblick in Rußland die starke Hand des einen Mannes, der das allein ~ ?um Ziel führende Resormprogramm durchsetzen könnte. Dazu gehört als Voraussetzung o.e tatsächliche Anerkennung der auf dem Papier stehenden Rechte des Parlaments | das bisher nur ein armseliges Scheindasein geruht hat, das Vertrauen des russischen Volkes nie hat gewinnen können, und einfach nach Hause geschickt würbe, wenn es einmal zu selbstständigen Neigungen erwachte und für das Wohl des Volkes ernsthaft etwas leisten wollte. Der Zar ist für ein solches Programm nicht zu s vaben und zu vielen Einflüsterungen zugäng- U vnd ;o ist denn leider zu erwarten, daß die Nutzanwendung aus der blutigen Lehre : von Kiew wiederum ein verstärkter Rückfall m die krasseste Reaktion und ein neuer HW- । ausbruch gegen die Freiheitsregung im Reich ■ des Zaren fein wird.
Spanien vor her Revolution r In Valencia ist der Generalstreik proklamiert! • Nach einem uns aus Paris zugehenden P r l v a t t e I e g r a m m lauten die letzten aus M a b r i b dort eingelaufenen Nachrichten sehr beunruhigend. Die Lage gift als äußerst kritifch, besonders in Saragossa und in Barcelona. In Saragossa sind (roie nach- traßhd) gemeldet wird) ernstliche Zusammenstöße zwischen der Polizei und den Kundgebern vorgekommen. Von den letzteren war eine Versammlung veranstaltet worden, in der der Generalstreik proklamiert wurde. Berittene Polizeiagenten und Bürgerwehr muyten mehrmals einschreiten und von der blanken Waffe Gebrauch machen Die Demonstranien gaben Schüsse auf die Beamten ab, die von der Polizei erwidert wurden. Während einiger Zeit entwickelte sich ein förmliches Gefecht, bei dem viele Personen verwundet wurdei^ Die Ausständi- gen gingen mit den Rufeck: ,E s lebe die Revolution!" gegen die Truppen vor. Bei dem sich nun entspinnenden Kampf wurden eine Person getötet und fünf verletzt. Zahlreiche Verhaftungen sind vorge- nommen worven, und viele Waffen und Munition wurden von der Polizei beschlagnahmt inzwischen ist auch in Valencia der Gene- raiitreit proklamiert worden. Es geht uns darüber folgende Meldung zu:
** Valencia, 19. September.