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PsstbesördemNg durch die Lust
Der erste Post-Aeroplar?^
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Aus aller Welt
Fra« Toselli.
Verkehrsstraße im Prinzip anerkannt. Zwischen London und dem Badeorte Brighton ist eine regelmäßige Luftpost eingerichtet worden, Mit Brieflästen, Postbeuteln und Bestellkarten, ganz wie bei jeder gewöhnlichen Post. Unser heutiges Bild zeigt den Moment, wo der Postbeutel auf das Flugzeug geladen wird.
raschen.
Beim ersten Schuß setzten sich die Ungeheuer
dieses Jahres ab einem besonderen Studium dieses Treibens gewidmet hat. Sie selbst macht darüber folgende Aussagen: Sie könne beweisen, daß in Berlin Kinder zu jeder Preislage von 300 bis 10 000 Mark zu den verschiedensten
würden, ohne daß den Händlern von irgend einer Behörde Schwierigkeiten gemacht würden. Ein großer Teil jener Kinder, die mit Abfindung übernommen werden, werden in das Pariser Findelhaus expediert und aus Kosten der französischen Nation unterhalten. In einem Falle habe ein stagwürdiges Ehepaar in einem Vorort Berlines sogar die Konzession, Kostkinder zu erhalten, gehalst, es habe einige Kinder mit Abfindungen von 3000 bis 5000 Mark angenomemn und lasse diese Kinder dann sterben oder verschwinden. Die Frau sei nach'ihrer Angabe zwei Jahre Wai- senpflegerin gewesen. Das einzige Gewerbe, das diese Leute nachweisen konnten, sei die Herstellung unzüchtiger Postkarten gewesen,
Gerettete Schiffbrüchige.
Am Dienstag kam die aus drei Mann bestehende Besatzung des in Danzig beheimateten Seglers .Walter" zu Fuß in Rügenwalde an. Das Schiff war auf der Fahrt von Saßmtz nach Karlshamm am Sonnabend im Sturm leck gesprungen. Da jede Aussicht auf Rettung des Fahrzeuges ausgeschlossen war, bestieg die Mannschaft das Rettungsboot, in dem sie von Sonnabend bis Sonntag in schwerer Gefahr ohne Nahrung auf der Ostsee nmher- trieb. Endlich kam das Boot bei dem Dorfe Laase an der pommerschen Küste an Land.
1. Vertage.
Freitag, 15. September 1911
Nr. 240.
Erster Jahrgang.
Trübsal und Herzeleid.
Skizze, von H. Trenenberg.
Im Hause Peter Melchmanns herrschte eitel Lust und Freude. Denn eine neue Frau sollte heute einziehen, nach zweijähriger Witwerschaft. Schön war sie ja gerade nicht, die Lmd- bauers Marie, aber groß und kräftig und hatte zwei tüchtige Fäuste, die anzufassen verstan- - den. und (das hatte bei dieser Werbung auch wohl den Ausschlag gegeben) 800 Taler brachte sie mit, 800 blitzblanke Taler. Die aber taten dem Peter Melchmann und seiner Wirtschaft wohl.
ES war so manches bergab gegangen in dieser Wirtschaft, seit die Frau vor zwei Jahren gestorben war.
Nun sollte das auf einmal alles wieder anders werden. Zwar brachte diese Frau gleich ' einen Jungen mit in die Ehe, einen rothaari. Wk gen, sommersprossigen Bengel von zwölf Jahren: aber schließlich waren dies ja auch wieder zwei kräftige Fäuste, die man zur Arbeit wohl - gebrauchen konnte. Besser als der kleine blasse ; Krüppel, den ihm seine erste Frau vor neun y Jahren geboren hatte.
f Das war das einzige Erbteil, die einzige - Hinterlassenschaft der Anna Melchmann gewe- i fett, als sie vor zwei Jahren das Zeitliche ge- / segnet. In Schmerzen geboren und in stil- Ä, lem Gram erzogen, war das kleine Heinerle £ ein Kind der Tränen und der Wehmut geworden. Die Liebe der Mutter zwar hatte ihn gehegt und gepflegt: was die Natur dem armen Krüppel schnöde verweigert, das hatte das Mutterherz dem einzigen Kinde doppelt und dreifach zu geben versucht. Unfähig, zur Schule zu gehen, war das Heinerle in Ofenccke und Er- Gartenwinkel ausgewachsen, ein einsames Kind, das keine Freunde und keine Gespielen kannte. Doch die Mutter war ihm Ersatz sür alles ge- wefen. wenn sie mit ihm spielte und scherzte.
te Hand? ... Ja, jetzt sah es deutlicher: Eine Hand winkte ihm. . . drüben aus dem Turmfenster: und jetzt . . . o Gott! . . . jetzt iah es ganz deutlich seine Mutter, ia, ia, seine Mutter. Dort oben, wo die Glocken hmgen, war sie und winkte ihm und lächelte: .Komm, Heinerle, mein Heinerle, komm!" ,
Da machte sich der Krüppel auf mit ferner Krücke und humpelte davon, die Blumen rn der Hqnd, zur Mutter . . . Immer blickte er verzückt zum Glockenfenster hinauf, wo er die Mutter sah, die ihm winkte. Und tote lieblich ihr sonst vergrämtes und verweintes Antlitz lachte, da sie ihn kommen sah. und welch' ettt feines, weißes Kleid sie trug! Und rascher humpelte er mit seiner Krücke.
Die schwere, eisenbeschlagene Tür war nur angelehnt: eine dunkle, verstaubte Treppe wand sich in dem engen Turm empor. Aber dennoch kletterte das Kind hinauf, eine jauchzende Freude im Herzen. Die Krücke war ihm entfallen und hinuntergekollert. Einen Moment harrte das Kind unschlüssig, ob diese finstere, gewundene Treppe doch nicht zu gefährlich sür es sei: aber nein, die Mutter rief ja! Jetzt hörte es sogar ihre liebe Stimme und seinen Namen nennen; dort oben war sie, sie würde ihm schon entgegen kommen und helfen. Und emsig kletterte es weiter, der Mutter entgegen.
Da aber rutschte der verkrüppelte Körper plötzlich aus ... ein unterdrückter Schrei, und er stürzte die Stufen hinunter und schlug drunten hart auf die steinerne Platte auf.
Ein Gurgeln, ein Seufzer nur, und es war aus . . .
Das arme Heinerle lag tot am Fuße der Treppe, in sich gekauert, wie ein Häufchen Unglück: die kleine Faust hielt aber noch festum- schlossen die Vergißmeinnicht, die für die Mutter bestimmt waren.
Heber ihm aber stillte den Turm das dumpfe Dröhnen der Glocken.
wenn sie ihm Märchen erzählte aus blauweißen Einsamkeiten, da verwunschene Königskinder gelebt, bis die Sehnsucht den Weg, den verworrenen, gefunden und die Liebe sie erlöst.
Dann waren dunkle, trübe Tage gekommen, da die Mutter krank lag und der Tod schon an die Tür pochte. Eine wahnsinnige Angst, von dem Kinde sich trennen zu müssen, hatte bie Frau verzweifelt kämpfen lassen um ihr bißchen Leben, Tage und Wochen hindurch. Aber dann war der Ruf doch mächtiger gewesen als sie, und sie hatte ihm folgen müssen.
Das arme Heinerle aber hatte sie zurückge- lassen in einsamer Not. Der Vater, der kam und ging, ohne das Kind, das ihm jetzt noch mehr Last war als je, überhaupt eines Wortes zu würdigen. Und so saß es und weinte heiße, bittere Tränen, Sehnfuchtsttänen nach der einen, die nie mehr kam, es zu streicheln und zu kosen, die ibm nie mehr Märchen erzählte, goldene Märchen von verwunschenen Königskindern. .
Und das nun sollte seine Mutter fetn, die große, robuste Frau mit dem wilden Blick und den dicken roten Händen! Schüchtern schlich das Kind hervor aus seiner Ecke, um ihr bie Hand zu reichen; seine Mutter würde die ja ni^ mals ersetzen können; aber er wollte sie doch begrüßen, war sie doch seines Vaters Frau.
Nur ein rohes Lachen erklang, als die Frau das Kind in feiner Unbeholfenheit erblickte: „AÄ fo. du gehörst ja auch dazu!" Und halb belustigt reichte sie ibm die Hand. Auch der aufgeschossene, rothaarige Junge, der nun fein Bruder fein sollte, grinste ibn höhnisch zur Begrüßung an, und ein paar abgerissene, verletzende Wotte drangen an des armen Heinerle Ohr.
Still war das Kind in seinen Wmkel zu- rückgehumpelt; aber dicke Tränen rollten über die vergrämten Wangen.
Bittere Wochen kamen nun für das arme ßeinerle. Aengstlich verkroch es sich immer in
Wie«, 14. September. (Privattelegramm.) Gestern nachmittag erschienen in Wiener Caföhäusern Pottzeibeamte und beschlagnahmten die dort vorhandenen Nummern des Pariser „Slatin“ Die Konfiskation hängt mit der Veröffentlichung eines Briefes der Fra« Toselli zusammen, in der das Verbrechen der Majepätsbeleidigung erblickt wird. Auch in anderen Städten Oesterreichs wurde der „Slatin" in öffentlichen Lokalen konfisziert. _______
Zm Kampf mit Walrosse«.
lieber einen gefährlichen Kampf mit wilden Walrossen berichten norwegische Seehundjäger, die soeben von einer Jagdfahrt zurückgekehrt find und einen norwegischen Hafen angelaufen
haben. Im Verlauf ihrer Jaadexpedttton be- merlten sie eines Tages einen Trupp Walrosse. Ein Teil der Jäger ruderte in aller Stille herbei um die nichtsahnenden Tiere zu über-
Aus England kommt die Nachricht, daß hort jetzt mit der Einführnng der Postbeforde- rung auf dem Luftwege, und zwar mit Hilfe von Flugtnaschinen, begonnen werden soll Wird es auch noch geraume Zeit dauern, bis dieser Luftweg die nötige Betriebssicherheit verspricht, die keine noch so große Geschwmdtg- keit ersetzen kann, so ist immerhin die Lust als
Brennende Wälder.
Aus verschiedenen Teilen des Reichs liegen uns auch heute wieder Telegramme
ligkeit und Heftigkeit auf die Angreifer los, daß diese kaum schnell genug ihre Reihen offnen und den Tieren Raum geben konnten, ins Wasser zu fallen. Dann eröffneten sie ein heftiges Feuer auf die schwimmenden Trere. Dabei bekam gleich am Anfang eines der Walrosse einen Schutz in den Kopf, eS schien zuerst betäubt, und, da es dem Eise nahekam, schlug ihm der Steuermann die Axt in den Schädel, um ihm den Rest zu geben. Das verwundete Tier schüttelte aber mit dem Kopfe und schleuderte die Axt wett von sich. Nun schifften sich die Jäger wieder ein, aber jetzt gingen die Walrosse, die nun in ihrem wahren Element waren, von der Flucht zum Angriff über.
Einige rannten mit den Schädeln gegen die vollbesetzten Boote, andere stießen mit ihren gewaltigen Zähnen in die Planken. Das größte unter ihnen zeigte sich am grimmigsten. Es spottete der Axthiebe, und die Harpunen blieben in seiner dicken Haut so ohne jede Wirkung, daß die Spitzen sich umbogen. Endlich gelang es einem der Jäger, ihm durch den geöffneten Rachen einen Schuß in die Eingeweide beizubringen. Da sank das Tier zurück, aber sofort versammelten sich die übrigen Walrosse um den verwundeten Kameraden, unterstützten ibn mit ihren Hauern und trugen ihn gewissermaßen schwimmend hinweg.
Berliner Kinderhände!.
Die frühere Stuttgarter Polizeiassistentin, Schwester Henriette Arendt, will einem umfangreichen Kinderhandel in der Reichshaupt- stadt auf die Spur gekommen sein, nachdem sie sich in Verbindung mit der Deutschen Gesellschaft für Mutter- und Kindesrechte von Mitte Juni
ein alter Tourist.
Im Allgemeinen Krankenhause zu Triest erschien dieser Tage ein Mann mtt langem weißen Bart und ließ sich dem ^niper tionsarzt vorführen, dem er die Bitte mn Aufnahme in das Spital vortrug, da er sich ungemein schwach und müde fühle und allem tn der Welt dastehe. Er komme aus Krakau, von wo er mit der Bahn nach Wien gefahren sei, von dort sei er z u F u tz nach Triest gegangen. Als Ausweispapiere zeigte er einen von der ruffu schm Behörde ausgestellten Paß fowie auch österreichische Dokumente vor; aus allen diesen Papieren ging übereinstimmmd hervor. datz der Mann hundertvier >5 ahre alt ist. Wie man sich denken kann, war der Arzt nicht wenig erstaunt über die Leistung des Alten. Dabei ist der Mann noch sehr rüstig unb er hatte auf beut ganzen Fußmarsch von Wien nach Triest sein Reisegepäck von beträchtlichem Gewicht auf den Schultern getragen. Mit Ruck- sich auf sein ehrwürbiges Alter würbe Robert Srvmanskt (so heißt der Greis) berett- willigst ausgenommen, und auf dm Betrag von 5 Kronen 94 Heller, den er als sem ganzes Vermögen bei sich trug und den er als Ersatz für die Verpflegungskosten anbot, wurde verzichtet. *
Der Tunnel des Millionäre.
Der bekannte amerikanische Milliardär John D. Rockefeller scheint sich hermetisch von der Außenwelt abschlietzen zu wollen. Von seiuem Hause auf dem Kyl Utt Hill tn Tarrytown bet Wetstschester läßt er einen 500 Meter langen Tunnel nach einem Wege tn der Nahe seines Stalles anlegen, wo alle Wagen halten müssen, die Lebensmittel und andere Guter abzuliefern haben. Der Tunnel wird eine halbe Million Mark kosten. Nach seiner Fertigstellung würde nur ein Flieger imstande sein, Herrn Rockefeller in feiner Behausung gegen dessen Wunsch zu besuchen.
Frau Toselli erzählt in der jüngsten Fortsetzung ihrer Memoiren von ihrer Fahrt von Zürich nach Gens, die sie in Begleitung Gi- ; ronS zurücklegte. In Zürich hatte sie noch eine kurze Unterredung mit ihrem Bruder Leopold ' und es wurde beschlossen, sofott nach Genf weiterzureisen. An den Kämmerer Herrn von Tümpling in Dresden wurde eine Depesche ab« geschickt, worin ihm Prinzessin Luise ihrm Entschluß bekannt gab, nie wieder nach Dresden zurückzukehren. Das Telegramm wurde jedoch, um die Spur der Flüchtigen nicht zu verraten, von Giron an einen seiner Freunde nach Brüssel gesandt und von dort aus nach -Dresden weiterbefördert. Diese Depesche erregte selbstverständlich am Dresdener Hofe die arötzre Bestürzung, einige Tage hielt man die Nachricht geheim und das Dresdener Amtsblatt brachte täglich Bulletins über eine an« aebliche Erkrankung der Prinzessin in Salzburg; zu gleicher Zett reisten Frau von Fritsch und Herr von Tümpling in Begleitung sachsi- ger Geheimpolizisten nach Brüssel, wo sie, na-
-lich vergebens, alle Hotels nach den Fluchtigen durchforschten. Unverrichteter Sache kehrte diese Expedition nach Dresden zurück.
M Als der Aufenthalt der Flüchtigen in Genf bekannt wurde, forderte die sächsische Polizei die Schweizer Regierung auf, ihr zu gestatten, die Prinzessin Luise in Genf festnehmen zu dürfen, um sie nach Dresden zurückzubringen. Ein Beamter der Berliner Geheimpolizei traf mit mehreren Agenten in Genf ein, ihm wurde jedoch erklärt, daß in der Schweiz memand von einer fremden Polizei verhaftet werden dürfe. Die Herren mutzten sich unverrrchteter Sache wieder zurückziehen.
Ein paar gute Worte werden dem Anwalt Luisens, Herrn Lachenal in Genf, gewidmet. Luise will sich einer Scheidung widersetzt und * nur eine Trennung von Tisch und Bett verlangt haben. Sie' behauptet dabei, alle Mit- "y teilungen, die sie durch ihre Dresdener und Leipziger Anwälte nach Sachsen gelangen ließ, seien in skandalöser Weise .denaturiert" worden, wodurch man die Oeffenttichkeit über die mähren Gründe ihrer Flucht getäuscht habe. Auch ihrem Gatten habe man in dieser Werse Unwahrheiten hinterbracht. Der Schlntz der heutigen Aussührnngen bildet wieder ein ungeschminktes Eigenlob. Ihre angebliche oder wirkliche Volkswmlichkett wird in hellstes Licht gerückt, wobei die Dame nicht vor der Behauptung zurückschreckt, in Dresden fei es wegen ihres Verschwindens zu wahren Volksaufständen gekommen. Die Volksmenge habe das Palais belagern wollen, dessen Tore eilends hätten geschlossen werden müssen. In einem fort habe die Menge gerufen: „Wo ist unsere Lmse? Gebt uns unsere Luise zurück!", und jedermann habe gewußt, daß sie ein Opfer der Hof- intrigen und der Jesuiten geworden sei. Man habe eine schwarze Katze getötet und das Fell ans Schloßtor genagelt mit der Aufschrift: „So wird es euch ergeben! Nehmt euch in acht!" Prinzessin Mathilde von Sachfen sei für eine geraume Weile aus bet ,Zir- ; kulatton" gezogen worben, unb Herr von Metzsch, der Kammerherr, habe sich gehütet, der Volkswut zu trotzen.
vor, bie über ausgedehnte Waldbtände zu melden wissen. Im Forstbezirk Reichstem ei Kunnersdorf in Sachsen kam durch bte Unvorsichtigkeit eines Waldarbeiters Feuer aus das bis jetzt tausend Morgen Wald vernichtet hat. Sioei Regimenter Leibgrenadiere und Gar.e- reiter, die hier im Manöver liegen ruckten aus Der Schaden wtrd bts fetzt auf 300 000 Mark geschätzt. Die Ortschaft Kunnersdorf tst bedroht. — Ein uns aus Köln m Rhzuge- aangenes Privattelegramm besagt. Dte Waldbrände wachsen sich zu einer Katastrophe aus lieber ein Dutzend Waldbrande wurden aeftern vom Mittel- und Niederrhein gemeldet Der Waldbrand in der Nahe von Eupen hatte gestern abend, infolge des starken Windes, plötzlich große Ausdehnung angenommem Die Telegraphenverbindung ist durch Feuer zerstört, so daß man zurzeit ohne genaue Rach- ridrt ist Die Landstraßen sind nach allen Rich- Lgen abgesplrrt, da der Brand mit rasender Schnelligkeit vorwärts schreitet.
Der reichste Fürst.
Der Großherzog von Luxemburg gehört bekanntlich zu den reichsten Fürsten Dreier reichste Fürst lebt seit Jahren gelahmt, der Sprache und Sehkraft beraubt, außerdem ichwer an einer inneren Krankheit „leidend, auf dem Bergschlotz Hohenburg bei Tölz unb ist ^“^tg w ärz kicher Behandlung. Nunmehr wird, wie man au§ München meldet, der Großherzog Wilhelm von Luxemburg von semer ®attm Anna Marie, GrotzherzogiwRegeittin, pon Schloß Hohenburg nach dem neuen (Sdiloh Kolmarberg in Luxemburg ge- 6rad)t werden. In den" Sonderzug wird ein Krankerckalonwagen für den Grotzherzog eingestellt werden. Politische Rucksnhten legten es der Großherzogin-Regentm nahe, die Residenz nach den luxemburgischen Landen zu verlegen, wo es feit langen Jahren als cm Hebel« »and empfunden wurde, daß die Regentin. wegen der Krankheit ihres Gatten mehr im Auslande als im eigenen Lande sich aushalt.
feine Ecke, um ia nicht im Wege zu fein, wenn die schrille (Stimme der Hausfrau durch bte Räume schallte ober ber wüste neue »ruber tn wilben Sprüngen durch bie Zimmer tollte. Auch der Vater war meist mißgestimmt; er fühlte sich nicht sehr behaglich in feinem Heim, trotz ber 800 Taler, bie bie Lindbäuerin ihm mitgebracht hatte.
Heinerles traurig-schönste Stunden waren es. wenn er an warmen Herbsttagen hinten im Garten in der Sonne saß, in Träume eingesponnen, in Träume, die sich immer nur um bie Eine drehten, um die einzig Eine, deren Gehen das liebekranke Herz des Kindes nicht verschmerzen konnte, auf deren Wiederkommen es wartete mit fehnfuchtzittemder Seele.
Oester war das kleine Heinerle hinaus nach dem Kirchhof geschlichen, um still am Grabe feiner Mutter zu meinen und zu beten; aber wehe, wenn die Stiefmutter etwas davon erfuhr, dann war sie immer zornig und wütend geworden, und mit manch' harter Züchtigung mußte das arme Kind diese heimliche Besuche an feiner Mutter Grab büßen.
Wieder war ein solcher leuchtender Herbsttag gekommen, da die Sonne noch einmal rings über Wald und Wiesen warmes, weiches Gold goß, webendes, wogendes Sonnengvld. Heimlich hatte das Heinerle hinten im Garten noch ein paar letzte Vergißmeinnicht gepfückt, um sie der Mutter zu bringen, dort draußen. Denn alle häßlichen Worte und Züchtigungen konnten das Kind nicht abhalten von diesen heimlichen Gängen.
Träumend hatte der Junge so gesessen. Da Hub es plötzlich drüben von dem Kirchturm an, Glockenklänge, Samstagabendglockenklänge, die die Woche zu Ende läuteten, den (Sonntag ein.
Still ergriffen lauschte das Kind. Da zuckte es plötzlich zusammen; dort, da drüben . . . was war das .. . dort in den Glockenfenstern?! Sah es recht, toinfte dort nicht eine blasse, zar-