Casseler Neueste Nachrichten
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△ Teure Zeiten. Die Königliche Regierung veröffentlicht allwöchentlich in ihrem Amtsblatt eine kurze Uebersicht der häufigsten Einheitspreise für Fleisch an den Normalmarktorten des Regierungsbezirks Cassel. Aus der
der Ueber-
cher ist. Allerdings wird die Lautvernehmung durch die neue Membran etwas abgeschwächt, was jedoch in der Praxis wegen des geringen Unterschiedes kaum in Frage kommt. Zweifellos lassen sich durch die Verwendung dieser neuen Membran die Unfälle der Telephonistinnen reduzieren.
In der „Berliner klinischen Wochenschrift' berichtet Dr. Rudolf Foerster über neue Maßnahmen zur Verhütung von Gehörsschädigungen, die durch das Telephonieren hervorqe- rufen werden. Wie bekannt, schädigt häufiges Telephonieren nicht etwa nur die Telephonistinnen, sondern jeden Teilnehmer überhaupt, besonders Leute, die keine gesunden Ohren haben. Ueberempfindlichkeit gegen Geräusche, aber auch schwerere Schädigungen des Gehörs wurden konstatiert.
Der Grund ist nicht etwa
~ Ein schweres Eisenbahn unglück. Zwischen den Stationen Taber und Saarhölzbach auf der Strecke Trier-Saarbrücken, stieß ein Güterzuq und ein Arbeiterzug zusammen. Die Mehrzahl der Wagen wurde zertrümmert. Vierzehn Wagen entgleisten. Der Lokomotivführer Hommes ist tot, der Schaffner Philipp schwer verletzt, zwei Zugführer, zwei Heizer und ein Hilfsschaffner sind leichter verletzt. Das Unglück ist dadurch entstanden, daß beide Züge gleichzeitig auf das gleiche Gleis abgelasscn wurden. Wen die Schuld an dem Unglück trifft, ist noch nicht festgestellt.
~ Ein verhafteter Betrüger. Der aus Griechenland gebürtige Kaufmann Alexander Di- mitriates ist wegen großer Betrügereien in Hamburg verhaftet worden. Dimitriates brachte feinen Kompagnon um 58 000 Mark. Er be- schaffte sich durch Bilanzfälschung Darlehen bei der deutschen Palästinabank, die ihm einige Kellerwechsel diskontierte und schädigte auch einen Hamburger Rechtsanwalt um 25 000 Mk. Ter Umfang der Betrügereien ist noch nicht genau ermittelt, dürste aber sehr bedeutend sein
~ Der Tod auf der Straste. Auf der Chaus- ee an der Anhöhe von Radeberg verlor, wie uns aus Dresden depeschiert wird, der Leutnant von Uslar-Gleichen vom Schützenregiment, der im Manöver einen dienstli- d>en Auftrag zu Rade auszuführen hatte, die Herrichaft über die Maschine und rannte an einen Baum, wo er schwer verletzt aufgefunden wurde.
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das gilt auch von den drei Damen der Königin.
Die Chöre waren gestern durchweg musterhaft,, und verdienen besonders erwähnt zu werden.
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Die Zeit des Umzugs steht vor der Tür. I Die Wohnungen müssen gemietet und neue j Mietverträge abgeschlossen werden. Es ent- 1 steyt nun häufig die Frage, ob die bei der 1 Miete enter Wohnung Beteiligten schon vor 1 Abschluß des schriftlichen Vertrages gebunden i * „ ' Jt,enrt ’tn übrigen eine Einigung über I W!‘e erzielt ist. Ein Mietreflektant hat 1 3- B. dem Vermieter nach Besprechung aller I Einzelheiten erklärt: „Ich nehme die Woh- | nung. Schreiben Sie den Kontra« aus und I schicken Sie ihn mit zur Unterzeichnung ein.“ I Kann dann eine der Parteien die Unterzeich- 1 nung des Vertrages noch ablehnen oder ist eine 1 Bindung bereits eingetreten? Die Entschci- I düng dieser praktisch wichtigen Frage ist schwie- I rig und zweifelhaft.
. Der § 154, Abs. 2, B. G.-B. bestimmt: „Ist J eine Beuttundung des beabsichtigten Vertrages I verabredet worden, so ist im Z w eisel der 1 Vertrag nicht geschlossen, bis die Beurkundung j erfolgt ist. Diese Gesetzesbestimmung wird im 1 Zweifel zu einer Verneinung der Frage füh- I reu. ob die Parteien schon gebunden sind. Sie 1 schließt jedoch keinesfalls die Annahme aus, "1 daß m gewissen Fällen die Parteien sich schon 1 vor Abschluß des schriftlichen Vertrages binden :
In dem gewählten Beispiel war die- 1 fer Wille zur festen Bindung offenbar vorhan- : den. Aus § 154, Abs. 2, läßt sich also eine sichere Entscheidung nicht immer gewinnen.
Es ist des weiteren noch die Auslegung ; des § 566 B. G.-B. erforderlich. Nach diesem < d^agraphen bedarf ein Mietvertrag, der sich ; auf Wohnungen bezieht, sofern er für längere i Zeit als em Jahr geschlossen wird, der - christlichen Form. Wird die Form nicht beobachtet, so gilt, heißt es in § 566. der - Vertrag als für unbestimmte Zeit geschlossen. ' Dle Kündigung ist jedoch nicht für eine frühere ■öHt als für den Schluß des ersten Jahres zu- i lässig; d. h. mündliche Mietverträge über län- ; gcre Zeit als ein Jahr sollen für die Dauer 1 eines Jahres Bestand haben. Viele dürften geneigt fein, mit Rücksicht auf § 566 anzuneh- ’ men, daß in denjenigen Fällen, in denen die Parieren schon vor Abschluß des schriftlichen Vertrages gebunden sein wollten, auch ohne ■ Beurkundung ein fester Vertrag wenigstens auf cm Jahr zustande gekommen ist.
Diefe Anschauung erscheint jedoch bedenk- I lich. Wollten die Parteien z. B. auf die Zeit S bon drei Jahren einen schriftlichen Vertrag W schließen, so entspricht die Annahme des Ab-MSl schlusses eines mündlichen Vertrages auf nur ■' ein Jahr zweifellos ihrem Willen nicht. Dieser Wille aber geht über die Auslegungsregel des Gesetzes. Man wird also, sofern die Beurkundung eines Mietvertrages Über längere Zeit % als ein Jahr verabredet war, vor Abschluß des schriftlichen Vertrages eine Bindung der Parteien nicht anerkennen können. Daraus folgt, daß auch nicht ein Anspruch auf Vollziehung der Schriftform besteht. Die Rechtsprechung zu der erörterten Frage ist schwankend.
Seine Küustlerseele habe gesagt, was sie zu sagen hatte, und er wolle jetzt ausruhen.
Das Knacken im Telephon.
Eine neue Membran.
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Gastspiel im Hoftheater.
»Die Zanberflöte" von Mozart.
Mit dem Tamino sollte gestern ein weiterer lyrischer Tenor feine Fähigkeiten um das frei- werdende Fach beweisen. Der Gesamteindruck, den die Leistung des Gastes, Herr Kammersänger Camphausen vom Danziger Stadttheater, hinterließ, reicht nicht hin, um ihn als vollwertigen Ersatz für Herrn Koegel gelten zu lassen. Die kleine Stimme mit lyrischem Timbre klingt zwar angenehm, sie entbehrt jedoch des strahlenden Glanzes. Der Tonanspruch leicht und bestimmt und doch klingen die Töne in dem unteren und mittleren Register gepreßt, in der Höhe ist der Beiklang nickt so bemerkbar. Dagegen sind musikalische Sicherheit und geschmackvolle Phrafterung, die sich besonders in den Arien zeigte, wohl anzuererkennen; auch gute Aussprache und aufmerksames, gewandtes Spiel lassen nicht Besonderes zu wünschen übrig.
Die zweite Neubesetzung betraf die Koloraturpartie der „Königin der Nacht“. Fräulein Gates führte auch diese Partie zum erstenmale gesanglich, wie nach ihren bisherigen Leistungen nicht anders zu erwarten war. befriedigend durch. Während der ersten Arie schien die Sängerin unter einer gewissen Nervosität ju leiden, denn die zweite Rachearie gelang bei weitem besser. Vielleicht lassen sich die Dekorationen beim Erscheinen der Königin der Nacht so ändern, daß eine freiere Entfaltung des Tones möglich ist. Auch müßte Fräulein Gates die die Koloraturen begleitenden, kurzen Kopfbewegungen zu vermeiden zuchen.
Die neue Volontärin Fräulein Wolf sang zum ersten Male den ersten Knaben. Die junge Sängerin besitzt einen kräftigen Sopran, der aber noch tüchtiger Schulung bedarf. Vor allem muß sich Fräulein Wolf im Terzett den beiden anderen Knabenstimmen mehr anvasten, und
die Leiche lag nämlich auf dem Gesicht. Die klebrigen machten den Eindruck, als wenn sie im Schlafe ermordet worden wären. Die Betten waren völlig mit Blut durchtränkt. Das mngste Kind lag in seinem blutbefleckten Korb. Rach der Tat hat Zaudtke sich mit einem Strick am Treppengeländer erhängt; vermutlich hat ~ Haus nicht eher betreten, als bis feine wamute fchlafeu gegangen war. lieber das Motiv der Tat lasten sich nur Vermutungen anstellen. Nahrungssorgen können nicht der Grund gewesen sein: denn die Familie lebte m den besten Verhältnissen
Weites lern Tage.
(Depeschen der Casseler Neuesten Nachrichten.) ~ Brennende Wälder. Die infolge der anhaltenden Dürre sich immer weiter ausbreitenden Waldbrände nehmen in Westdeutschland beängstigenden Umfang an. Gegenwärtig brennt es in über fünfundzwanzig in den verschiedensten Gegenden gelegenen Wäldern In einzelnen Orten an der deuttch-belgischen Grenze leisteten Militär und viele Arbeiter energische Hilfe. Die Landstraßen sind mit Wagen und Automobilen übersät, die tausende von Neugierigen an die Brandstellen bringen. Im Bergischen Lande sind an einzelnen Orten Tag und Nacht Beobachtungsposten ausgestellt, um die bedrohten Häuser zu schützen. In der Nähe von Oberhausen wurde beobachtet, daß Wegelagerer einen Waldbrand verursachten. Trotz eiftiger Verfolgung konnte man ihrer nicht habhaft werden. — Wir verweisen auch auf die Nachrichten auf der ersten Seite der ersten Beilage. Red.
. -"Die „Schwaben" in Düsseldorf, Sobald dos Lnftichkff „Schwaben“ in allen seinen Teilen genau untersucht sein wird, werden — voraussichtlich von Sonnabend ab — wie uns aus Düsseldorf depeschiert wird, Zielfahrten zwilchen Düsseldorf und Baden-Baden erfolgen
~ Das Drama von Waßfeld. Zn der Fa- milienttagödie in Waßfeld, wo, wie wir schon meldeten, ein Mann seine Familie ermordete, wird noch berichtet: Nach dem Leichenbefund hat Zaudtte zunächst die Frau mit dem Hammer betäubt und ihr dann den tödlichen Schnitt beigebracht. Die Unglückliche hat sich im Todeskampf noch herumgeworfen, aber nicht die Kraft mehr besessen, sich zu wehren; dann machte sich der Mörder über die Kinder her, die 1% bis 11 Jahre alt waren. Das älteste Kind, ein Mädchen, scheint erwacht zu sein;
eine bedenkliche Kriegshetze betrieben. Gerade die jetzige Situation hat deutlich gezeigt, tote notwendig mein Antrag ist- Wenn er auco wenig Aussicht auf Annahme bat. so muß er doch immer wieder eingebracht werden, denn wir verlangen nach unferm Programm eine Regelung der internationalen Be- aufgebaut auf dem Grundsatz der Selbsöbesttmmung der Nationen.“ (Beifall) Damit schließt die Diskussion. Es folgt nun der Bericht der Mandatprüfungkommission, den Hoffmann (Hamburg) erstattet. —In der Ab- L'Eung wird mit großer Mehrheit die zweite Wahl der Wahlkretsleiiung Stuttgart für ungültig erklärt. Es würden deshalb als ge- «$11*« proklamieren sein die vier, in der ersten Wahl gewählten Delegierten: Reichstags- abgeordueter Hildebrandt, Fran Duncker, Rapp und Westmeyer. Gegen die Wahl Westmeyers ist nun em Sonderprotest eingelaufen wegen Unregelmäßigkeiten. Der Parteitag erklärt Pm Vtto“ Drittel Mehrheit das Mandat Westmevers für ungülttg und den Delegierten Seemann für rechtmäßig gewählt.
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Jena, 14. September. (Privat - Tele- gramm.) Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hielt eine Frakttonssitzung ab, in der beschlossen wurde, folgende Jnterpellatio- nen im Reichstage einzubringen: 1. eine Marokkointerpellation, Redner: Bebel und Frank- 2. Interpellation betr. Lebensmittelteucrung' Redner: Scheidemanu und Südekum. 3 Jn- terpellatton betr. Maßregelung der Eise'nbah- ner tu Elsaß-Lothringen, Redner: Emme! und Bohle: 4. Interpellation betr. die Handhabung des Veremsrechts, Redner: Albrecht.
Nie Politik des Tages.
cs- Die neue preußische Steuervorlage. Die neue preußische Steuervorlage ist von dem Finanzministerium fertiggestellt worden und wird dem Gesamtministerium zugehen. Der preußische Landtag wird sich bereits in der kommenden Session mit der Vorlage betreffend die Neuregelung des preußischen Einkommensteuersatzes zu befassen haben.
Das schnellste Großschiff. Nach einem uns ans Cuxhaven zugegangenen Privattelegramm erreichte der Linienschiff- Kreuzer „Moltke“ bei seiner Probefahrt 29l^ ©eemetlen Geschwindigkeit in der Stunde. Er ist somit das schnellste Großschiff der deutschen yiottc.
_ ,cSDq Was kostet ein deutsch-französischer grieg? ^n einem französischen Militärwochcn- blatt berechnet der Offizier Lauth, was in der Gegenwart em Krieg zwischen Deutschland und
™ Der Schwabenflug. Nach einer Depesche aus Friedrichshafen ist Jeannin dort gestern abend um 6.02 Uhr, Stocher um 6.36 Uftr gelandet. Nölle mußte bei Ersingen eme Notlandung vornehmen. Er ist unversehrt Am schnellsten in 57 Minuten hat Jeannin die Strecke Ulm - Friedrichshafen durckflogen. Hirth brauchte eine Stunde vier Minuten Vollmöller eine Stunde 25 Minuten, R o e v e r eine Stunde 26 Minuten, Lindpa i n t n e r eine Stunde 40 Minuten, lieber die Vreisverteilung läßt sich noch nichts Bestimmtes sagen. Hoffmann, Hirth und Liud- Vamtner stiegen abends zu prächtigen Schaufln gen auf. Mit dem Königspaar war Gras Zeppelin auf dem Fluggelände anwesend.
™ Das Pilsener Bier wird teurer. Die drei großen Pilsener Brauereien beschlossen gestern einmütig die Erhöhung des Bierpreises pro Hektoliter um drei Kronen, lieber den Zeitpunkt des Eintritts der Erhöhung wird noch Beschluß gefaßt werden.
~ Eine blutige Familientragödie. Den Schauplatz einer erschütternden Familientra- göbte bildete gestern nachmittag ein Hans in Rixdorf bei Berlin. Ans Verzweiflung darüber, daß ihr im Ehescheidungsprozcß ihr Kind abgesprochen worden war, suchte dort die Frau eines Arbeiters ihr zweijähriges Svhn- )en und dann sich selbst zu töten, indem sie die Pulsadern ausschnitt und dann die Gashähne in der Wohnung öffnete. Mutter und Kind wurden in fast hoffnungslosem Zustand aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht.
~ Ein untergegangener Dampfer. Während des letzten Sturmes auf dem Schwarzen Meer i't nahe Poti ein nach Taganrog gehender russischer Dampfer mit Salzladung untergegangen. Das Schicksal der ins Meer gespruu-
gang von elektrischem Strom aus der Leitung in den Körper, sondern es sind die sogenannten „Knackgeräufche“. Dieselbe Membran am Telephonhörer, die die Sprechlaute dadurch hervorbringt, daß sie elettromagnetisch in Schwingungen versetzt wird, produziert auch die Knackgeräusche. Es sind Geräusche, wie man sie ähnlich, nur in gröberem Maße, durch Druck mit dem Finger auf den Boden einer leeren Blechbüchse hervorbringen kann. Wahrscheinlich ist es nicht allein der akustische Effekt, der die Gesundheitsstörungen veranlaßt; es sind offenbar vielmehr psychische Einflüsse im spiel: Man erschreckt vor dem Geräusche unmittelbar am Ohr Während nun die Gefahr des Stromüberttitts in den Körper durch eine verbesserte Jfolierung der stromführenden Teile an Apparaten und Leitung ... die Telephonistinnen tragen Jsolierhandschuhe ... stark reduziert worden ist, hat man die Knackgeräusche bei Neukonstruktionen des Telephons bisher nicht berücksichtigt. Die knackende Membran besteht noch immer aus weichem Eisen. Versuche, die neuerdings der Telegraphendirektor Bähr in Charlottenburg eingestellt hat, haben ergeben, daß das Knacken der Membran viel geringer ist, wenn man anstelle der Eisenmembran eine Glimmermembran verwendet, mit einem kreisrunden Loch in der Mitte, das durch eine ausgekittetc Eisenmembran verdeckt wird.
Tr. Foerster hat nunmehr festgestellt. daß das Knacken in der neuen Membran viel wei-
__Freitag, 15. September 1911.
acnen Mannschaft ist unbekannt. Der Kapitän ist bewußtlos ans Ufer getrieben worden.
~ Betrogene Sparer Die kleinen Sparer in Paris und der Provinz sind neuerlich einem fchwindelhaften Bankhaus, das große Verzin- fung versprach, zum Opfer gefallen. Der Ban- kicr ist verschwunden. Das Publikum erleidet einen Schaden von vier Millionen Franks.
~ Eine Pockenepidemie. Die Pockenepidemie im russisch-polnischen Grenzgebiet von Kielee macht riesige Fortschritte. In wenigen Tagen sind 230 Fälle sestgestellt worden, von denen bis jetzt sechs tödlich verliefen.
Ns Neueste aus Kassel.
MünÄliche Mietverträge.
Frankreich kosten würde. Wenn Frankreich mo- biliiierte, so bedeutet das eine tägliche Ausgabe bonj?0 652 500 Francs, während Deutsch- taud im Falle der Mobilmachung etwas mehr, nämlich 35 630 000 Francs am Tage auftutoen- den hatte. Dabei sind die Reserven jedoch noch nicht mttgerechnet: vielmehr hätte Deutschland, sobald der Landsturm auch aufgeboten würde, taghd) <6900 000 Francs Ausgaben. Eine Urn- rechnung dieser Summe in deutsches Geld ist nicht notig, denn die Multiplikation mit vier Fünfteln spielte bei den schwindelnden Kahlen zu denen Lauth gelangt, keine große Rolle. Ein Krieg zwilchen Frankreich und Deutschland, der nur einen Monat dauerte, verursachte für Frankreich Kosten von 918 375 000 Francs also bemahe etne Milliarde, und falls sich der Krieg ?ahr ausdehntc, hätte Frankreich 11020 500 000 Francs aufzntoenden, während für Deutschland die monatlichen Kosten ohne *307 om non 900 000 mit Landsturm ~30< 000 000, die Jahreskosten eines Krieges 13 186 800 000 oder mit Landsturm gar 27 684 000 000 Francs betragen würden
ZuMinde in Portugal. Auf die in Portugal herrschenden Zustände wirft eine uns heute ^gegangene P r iv a t d e p e sche erneut ein grelles Schlaglicht. Aus Bajadoz wird UE/sch telegraphiert, daß bei Amarande ein Zwischen den dort liegenden Gruppen und dem Zivil statt- fand Beide Teile feuerten aufeinander und bielc Personen wurden getötet oberv e r w u u d e t Das Zivil War der au- greffende —eil. Die Soldaten behaupteten das Feld, nachdem sie zweimal Verstärkung erhalten Verwundeten wurden ins Hospital gemacht. T
c§0 Die Fremdenhetze in China. Wie aus Tichungking gemeldet wird, haben die Aufstäu dnchen rn der Provinz Czechuan christliche Missionen Uledergebrannt und mehrere Missionare ermordet. Die telegraphischen Verbindungen mit Tschengtn sind unterbrochen.
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Kleines Feuilleton.
33s Königliche Schauspiele. „Die Meistersinger“ von Richard Wagner gelangen heute, mit Herrn Vogelstrom vom Hoftheater in Mannheim in der Partie des „Walter Stol- zing“, zur Aufführung. Den „Sachs“ singt Herr Wuzsl, „Eva“ Fräulein von der Osten. Ferner sind noch in Hauptpartien beschäftigt: Fräulein Herper und die Herren Battram. Groß, Ulrict, Warbeck. Dirigent der Oper ist Herr Professor Dr. Beier. Freitag, den 15. d. M., findet eine Wiederholung der komischen Oper „Die «einen Michus“ statt.
ttbi Bjiirnfons hinterlassenes Werk. Wie aus Christtania berichtet wird, ist im Herbste die Veröffentlichung eines Buches aus Björn- sons Hinterlassenschaft zu erwarten. Es ist dies eine Uebersetzung von Victor Hugos „Legende der Jahrhundctte“ in norwegische rhythmische Prosa. Björnson liebte dieses Werk des französischen Dichters, und es gehörte zu seinen Lieblingsneigungen, daraus privatim und auch öffentlich vorzulesen. Das Manuskript verwahrte er aber in strenger Hut und hielt daran fest, daß es bei seinen Lebzeiten von keinem anderen gelesen werden durfte.
„Kajus, der Strolch". „Kajus, der strolch“, eine romantische Komödie in drei Akten und einem Vorspiel von Kurt Küchler, wurde vom Thalia-Theater in Hamburg angenommen und gelangt dort am 21. September zur Uraufführung. Das Werk befindet sich im Bühnenvertriebe des Verbandes Deuttcher Bühnensckriftsteller, Berlin.
_ Eine Expedition nach Zentralafrika. Der baliiichc Geologe Dr. Egon Fr. Kirsch- st e t n, der 1906 bis 1908 an der AfHkadurch- guerung des Herzogs Adolf Friedrich zu Meck- Ibnburg teiigxnommen hat, tritt in kurzem eine Ktttabtje Forschungsreise an, auf der er das Gebi« des großen zentralafrikanischen Grabens vom südende des Tanganjika bis zum Nil untersuchen wird. Er wird von Portugiesisch-Ost- E"" ?usgehen, das geologisch saft unerforscht
.Dto Tauer der Expedition ist auf ein bis Zwei Jahre berechnet.
Italienische Komvonifte».
Ein Urteil Saint-Saöns.
, ®irt Mitarbeiter der italienischen Mustk- zeltnng „£ Lrfeo“ hatte dieser Tage eine Un- lerrebung mit dem greifen Camille Saint« nadL ®efena gekommen war, um «e<r „Aufführung )einer Oper „Samson et Ta- Itla beizuwohnen. Auf die Frage, was er von den Komponisten der französischen Schule halte, antwortete Saint-Sat-ns:
-s^^lien Sie mir ein Urteil über meine i haben einen andern Weg eingeschlagen, als wir, die wir der Kunst unter Bestes gegeben haben, und dieser Weg ist auch gangbar; ein Urteil über sie mochte ich aber uicht zum Ausdruck bringen.“ ... „Und foniftJn^" Sle-l°n ?eu italienischen Kom- fS l'ebe, bewundere und
schätze Umberto Giordauo, der mir äußerer« dramatische und musikalische Eigen-
I chaften zu besitzen scheint. Er hatttneaan- eigene Auffassung vom Theater, und ich habe seine lungst in Paris gegebene Oper „Sibirien“ bewundert. Von Mascagni kenne ich nicht viel. Die „Cavalleria Rnstieana“ war N!-„iÄ bubarung eines jungen und starken SenteS, eine große Offenbarung, aber das Genie muß immer lernen und studieren, da- mit, wenn ich so sagen darf, der überschüssigen Kraft, die oft die größte Feindin der Kunst ist, ein Zugel angelegt werde. Was Puccini angeht, so feiert er in Pans immer große Triumphe.“
. -Und wie steht es mit dem Feldzug, den im Namen der Kunst gewisse sranzosische Komponisten unter der Führung Lerour' gegen die italienische Musik in Paris eröffnet haben?“ ... „Das war nur eine Geldfrage, die Kunst hat damit gar nichts zu tun. Von Zeit zu Zeit muß ja der Zorn der Pygmäen der Kunst sich Bahn brechen und Terrain zu erobern suchen. Aber die Kunst hat mit solchen neidischen Angriffen nichts zu schaffen, und der Direktor der Komischen Oper handelte ganz richtig, als er die Beschimpfungen und die Boykottversuche nur mitleidig belächelte. Im übrigen ist die Geschichte ja zu Ende.“
Zmn Schluß erklärte saint satzus noch, daß er nichts mehr zu komponieren gedenke:
Nr. 240. — 1. Jahrgang.
genheit, den Frauen die Ursache der jetzigen Notlage weiter Kreise des arbeitenden Volkes oarzulegen u. sic zum organisierten Kamps da- Sfaen auf^rufen.“ In der Debatte führte ;,llbbe.J6ambuifl) aus, die Reichstaas- ftaktton hatte sich bei der Erledigung der fo- 86 ~C'r Wagner im Reichstag eine Ver- nachlassigung ihrer Pflichten zu Schulden kommen lasscii. „Die verichärscnden Bestimmun-
Wagner sind in der zweiten ^c ung widerspruchslos angenommen worden. Wo war da oie Fraktion? Das muß fcbarf ac- nigt werden. (Zustimmung.) Die Fraktion war jedenfalls nicht auf ihrem Posten und hat sich uberrumbeln lassen. Bedauerlich ist auck ba6 unsere Parteipresse über diese Vorgänge m flar uuh^ gebracht hat. Das liegt b^5^^.baran. daß mehrere Redakteure gleich- zettlg Abgeordnete sind und deshalb über ihr aebrockt i6ren Blättern nichts
(Heiterkeit.) Eduard Bern- ei9, baß die Negierung ver- pttlchtet wird, un ?xalle internationaler Ver- üb^dte9m- ben Reichstag einzuberufen und über die Verhandlungen mit den auswärtigen unterrichtet zu halten: „Der An- ttag bezweckt einen Bruch mit dem heutigen SM-em der geheimen Diplomatie. Durch Verbreitung uukonttollierbarer- Gerüchte wird