Casseler Neueste Nachrichten
Nr 239. — 1- Jahrgang.
Letzte Telegramme.
(Nach Schlug der Redaktlou eingegangen.)
4_\ Ein aufregender Moment. Heute mittag «egen zwölf Uhr kam ein Lastautomobil durch BremerÜraLr». Aofalirett. her her
Das Gnde des KaifermanSvers.
(Privat-Telegram m.)
n Woldegk, 13. September.
DaS Kaisermanöver ist nunmehr beendet. Heute morgen hatte die blaue Armee am rechten Flügel starke Erfolge. Da das Ergebnis des Tages nicht mehr zweifelhaft war, wurde nm 9.50 Uhr das Gefecht abgebrochen. Ein Ballon ging hoch und meldete den Schluß. Dann ertönte zunächst das Signal „Das Ganze Ijalt" und dann der Offiziersruf. Der Kaiser sammelte die Kommandeure und Stabsoffiziere um sich zur Kritik. Gegen zwölf Uhr bestieg der Kaiser sein Automobil und lehrte nach Potsdam zurück.
Sm Melenferrer.
(Privat-Telegram m.) tü Antwerpen, 13. September.
Gestern abend 10 Uhr brach im großen Holzlager des Hafens Feuer ans, das in kurzer Zeit eine ungeheure Ausdehmmg annahm. Innerhalb kurzer Zeit bedeckte das Feuer eine Fläche von mehreren Hektar. Durch die ungeheure Hitze schmolzen die elektrischen Leitungsdrähte. Alle Feuerwehren waren an der Brandstätte tätig, konnten jedoch gegen die Macht des Elementes nichts ausrichtcn. Infolgedessen wurden die Feuerwehren von Brüssel und Gent hcrbeigrrufcn und das Militär reguiricrt. Ein starker Westwind begünstigte
pen wurde einhellig festgcstellt, daß der Verband jetzt fester stehe, denn je zuvor. Der Ausbau der Sterbe-, Fürsorge und Rechtsschutzkasse, die Einrichtung einer Haftpflicht-, Brandschaden- und Einbruchsdiebstahl-Versicherung, die Bekämpfung der Tuberkulose und der Nervenkrankheiten, des Alkoholis- m u s. die Einrichtung der Krankenpflege und Krankenversicherung, das sind die nächsten Ziele dieses großen Verbandes.
A Des Lebens müde. Ein Fabrikarbeiter aus dem Stadtteil Wahlershausen hat gestern in seiner Wohnung Hand an sich gelegt, indem er sich die Pulsadern öffnete. Als man den Lebensmüden auffand, war er bereits t o». Das Motiv der Tat wird in ehelichen Zwistigkeiten gesucht.
A Die Zeugengebühren. Die bevorstehende Revision der Gebührenordnung für Zeugen und Sachverständige hat der preußischen Regierung Veranlassung gsgeben, bei dem Reichsjustizamte in Anregung zu bringen, d->ß Volksschullehrern, sofern sie als Zea- gen in ihrer amtlichen Eigenschaft geladen sind, Reisekosten nach § 14 der Gebührenordnung für Zeugen und nach Maßgabe der Sätze des Gesetzes vom 21. Juni 1897 von den Gerichten gewährt werden. Die Erwägungen über diese Fragen sind noch nicht zum endgiltigen Abschluß gelangt.
A Bellachini im Residenztheater. Der bekannte Hoftünstler Bellachini, der durch seine Vielseitigkeit die Stunden angenehm zu kürzen versteht, wird vom 17. bis 24. September im Residenztheater gastieren und die Wintersaison in diesem Etablissement, das jetzt bekanntlich von Restaurateur Meißner bewirtschaftet wird, eröffnen. Bellachini hat in allen Orten einen großen Anhängerkreis, und so steht denn zu hoffen, daß auch sein Casseler Gastspiel großen Besuch aufzuweisen haben wird. Die Eröffnungsvorstellungen finden am kommenden Sonntag statt. Näheres ist aus dem heutigen Inseratenteil ersichtlich.
A Kleine Tageschronik. Im Alter von 68 Jahren ist Oberlehrer Professor Johann F e i- sel in Cassel gestorben. — Das Gesuch des Verbandes Deusscher Architekten- und Jnge- nieurvereine um Erhöhung der Preise für den Skizzenwettbewerb zur Erlangung von Plänen für den Bau einer Stadthalle ist vom Magistrat abaelebnt worden.
A Das Wetter am Donnerstag. Der amtliche Wetterbericht sagt für Donnerstag für Hessen-Nassau folgende Witterung voraus: Zunächst stttchweise geringe Regenfälle, vereinzelt mit Gewittern, später wollig, kühler.
Schwerer Unfall des „M 3".
(Privat-Telegram m.)
--- Treptow a. d. Tollense, 13. Sept.
Im Manövergelände ist dem Militärballon „M 3" ein schwerer Unfall zugestotzen. Es erfolgte aus unbekannter Ursache eine Explosion durch den Motor, wodurch ein großer Teil des Ballons zerstört wurde. Sieben Mann der Besatzung gelang es, sich durch Herausspringen "in Sicherheit zu bringen. Verletzt wurde niemand. Einzelheiten fehlen noch.
Marokko.
(Privat-Telegram m.)
5 Paris, 13. September.
Der deutsche Botschafter Freiherr von Schön wird nach der heute mittag zu erwartenden Genehmigung des Textes der französischen Antwortnote durch Fallisres vom Minister Deselves emfpangen werden. Der Minister wird die mündlichen Aufklärungen über die Beweggründe der gestrigen Entschließung des Ministerrats geben, damit Schön in der Lage sei, etwaige Mißbeutungen in Berlin rechtzeitig zu beseitigen. (Siebe auch dev Ar- ttkel aus Seite 1. Red.)
sammenschluß den gegebenen Verhält- “ b«wv*i «ui mm um cujmuiuuwuu Duitp Nissen zu begegnen. Mit bezug auf die Ab- -orcmeriirnfe» Zähren. An der der I' fttterungsbesttebunaen einiger Beamtengrup-
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Tie „Casseler Neuesten Nachrichten" haben unter allen in der Residenz erscheinenden Zeitungen die höchste Abonnentenziffer in der Stadt. Sie sind daher ein unerläßliches Insertionsorgan für alle Branchen.
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Schützenstraße karambolierte es mit ein paar Pferden, die auf den Bürgersteig geschleudert wurden. Es dauerte geraume Zeit, ehe der Fuhrmann die Pferde, die einige Verletzungen davongettagen hatten, wieder aus die Beine gebracht Hatte. Die beiden „Parteien" gingen dann schimpfend auseinander.
A Die nächste Sitzung des Landesausschusses. Am 18. September tritt der Landesausschuß wieder zu einer mehrtägigen Sitzung im Ständehause zusammen.
A Erfolglose Berufung. Der Arbeiter Chttstoph Sch. aus Hersfeld war von dem dortigen Schöffengericht wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe von elf Wochen berurteilt worden. Gelegentlich eines Festes in Hersfeld kam es in der Nacht zum 23. Oktober 1910 zu einer Schlägerei, au der sich auch der Angeklagte beteiligt hat. Der Angeklagte will an dem Slbend betrunken gewesen fein, er wisse sich der einzelnen Tatsachen nicht so genau zu entsinnen. Seine Berufung wurde kostenpflichtig verworfen.
A Gefrorenes Fleisch für Deutschland. In der letzten Zeit ist mehrfach darüber berichtet worden, daß die Reichsregierung Maßnahmen trifft, um der weiter fortschreitenden Lebensmittelteuerung entgegenzuwirken. Jetzt wird aus Berlin gemeldet, daß die deutsche Reichsregierung den Schweizer Bundesrat um Auskunft ersucht hat über die Erfahrungen, die die Schweiz bisher mit der Einfuhr von gefrorenem überseeischen, insbesondere argentinischem Fleisch, gemacht habe.
A Aus Rot und Hunger zum Dieb geworden. Der Musiker Valenttn St. hatte sich heute wegen schweren Rückfall-Diebstahls vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, in der Nacht zum 8. August aus einer Wirtschaft mehrere Eßwaren und ein Messer entwendet zu haben. St. gibt die Tat in vollem Umfange zu, führt jedoch zu seiner Entlastung an, daß er lediglich aus Not und Hunger zu der Tat gettieben worden sei. Er fei fchon fünf Tage stellungslos gewesen. Der Staatsanwalt beantragt eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft. Nach langer Beratimg wird der Angeklagte wegen Hausfriedensbruchs und Diebstahls (Mundraub) zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten und einet Woche Gefängnis verurteilt.
A Man soll keine Obstreste auf die Straße werfen! Auf der Fuldabrücke stürzte der Arbeiter H. durch einen hingeworfenen Obstrest so unglücklich zu Boden, daß er ernstliche Verletzungen der rechten Hand davontrug. Er mußte nach Anlegung eines Not- verbandeS auf der nahegelegenen Santtäts- wache weitere ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen.
A Für die notleidende Landwirtschaft. Wie bereits mitgeteilt, hat sich die Preußische Zentral-Genossenschastskafle bereit erklärt, den Genossenschaftlern zum Zwecke des Ankaufs der Futtermittel vorläufig zehn Millionen Mark zur Verfügung zu stellen.
A Die Ehrenzeichen von 1813. Es soll die Absicht bestehen, den Kttegsteilnehmern von 1870/71 zum Andenken an die hundettjährige Wiederkehr des Jahres 1813 vom Iahte 1913 ab das Tragen der vom Vater oder Großvater in den Befreiungskriegen erworbenen Ehrenzeichen zu gestatten. Für die einzelnen Staaten kommen verschiedene Ehrenzeichen ht Betracht: für Preußen neben dem Eisernen Kreuze die bronzene „Medaille für 1813 und 1814", die König Friedrich Wilhelm der Dritte am 24. Dezember 1813 in Frankfurt a. M. stiftete.
A Die Kameruner Mission in der Baptt- stenkapelle. Gestern abend fptach der Missionar S ü v e r i n aus Kamerun in der Baptistenkapelle über das Missionswesen. Der Redner ging von dem Ursprung der Mission aus und sckildette ihre Notwendigkeit unter den achthundert Millionen Heiden. Das Mis- sionsgebiet der deutschen Bapttsten fei Kamerun. Durch Gründung von Schulen suche die Mission zunächst die Jugend günstig zu beeinflußen. Es seien schon manche erfreulichen Erfolge zu verzeichnen, Die fernere Tätigkeifder Missionen bestehe im Abhalten von Verfammlungen und Besuchen in den Häusern. Gegenwärttg beständen in Kamerun schon eine Anzahl aussichtsvoller Missionsstationen. Es gebe aber noch viel zu tun, wofür auch neue Kräfte erforderlich wären.
A Die Tagung der Postbeamten. In Berlin fand gestern bet 21. Verbandstag mittlerer Reichspost- und Telegrapbenbeamtcn statt, bet burdi Gottschalk- Berlin eröffnet wurde. Bei Ueberweifung bet Anträge an die verfchie- benen Kornissionen sagte Tauber-Cassel, baß er bett Antrag bes Bezirks Oldenburg, der aus Bewilligung einer Teuerungszulage binzielt, sehr wohl für berechtigt halte. Bei der letzten Beratung des Postetats im Reichstage hätte ein Abgeordneter ausgeführt, daß keine Veranlassung zu einer Erhöhung der Beamtengebälter gegeben wäre, weil im letzten Iahte eine nicht unwesentliche Verbilligung bet Brotfrüchte stattgesunden hätte, jetzt aber, beklagte Tauber, wäre bas Gegenteil gekommen und eine steigende Teuerung stände bevor. Hierunter hätten die Beamten, denen doch die Hände gebunden wären, schwer zu leiden. In der Generaldebatte schlossen sich verschiedene Redner diesen Ausführungen an: es wurde betont, durch genoffenschaftlichen Zn-
Stellenzulagen von durchschnittlich 2000 Mark and Wohnungsgeld von 800 bis 2000 Matt mit einem penstonsfähiaen Dutchschnittssatz von 1312 Mark. Sein gesamtes Diensteinkom- men beträgt also durchschnittlich rund 16 000 Mark, noch nickt die Hälfte des Diensteinkommens des Berliner, Frankfurter und Münchener Oberbürgermeisters und etwas mehr als die Hälfte des Diensteinkommens des Düsseldorfer, Charlottenburger, Kölner und Breslauer Oberbürgermeisters. Die Großstädte haben eben die Gehälter ihrer leitenden Bürgermeister nur entsprechend beten gewaltiger V:twaltungslast unb Verantwortlichkeit festgesetzt. Wie groß auch bet höhere Derwal- tungsapparat einer Großstadt werden kann, zeigen die Verhältnisse in Berlin. Der Magistrat der Stadt Berlin umfaßt außer dem Oberbürgermeister noch einen zweiten Bürgermeister, 15 besoldete und 17 unbesoldete Beigeordnete und Stadttäte. dazu noch 44 Magistratsassessoren. Interessant ist, daß auch einige Städte ihren unbesoldeten Beigeordneten eine Vergütung gewähre», nämlich München je 1200 Matt, Kiel je 1800 ütziltt, Mona je 2400 Matt und Karlsruhe je 1209. Mark für Dienstaufwand. Die Gesamtsumme der Gehälter der Magistratsmitglieber oder Bürgermeister- unb Deigeorbneten-Kol- leflien itnb ber Direktoren statistischer Aentter ist verhältnismäßig, b. h. pro Kopf ber Bevölkerung, am höchsten in Deutsch-Wilmersdorf (1 Matt pro Kopf, Charlottenburg (0,84 Mark Pro Kopf) und Frankfurt a. M. (0,75 Mark pro Kopf). Am niedrigsten ist er in München (0,37 Mark pro Kopf).
△ Wie's der „Schwaben" in Düsseldorf erging. Obgleich die Landung des Luftschiffs .Schwaben" gestern mittag um 1.40 Uhr auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf glatt gelang unb die acht Passagiere ohne Mühe gelandet werden konnten, hatte die Führung des Luftschiffs dock Bedenken, es bei dem herrschenden starken Wind in die Halle zu bringen. ' Deshalb blieb die „Schwaben" auf der freien Heide, wo sie von mehr als hundert Leuten vier Stunden lang an Seilen feffgebalten wurde. Erst um 5.20 Uhr. als der Wind ab- gessaut hatte, und fast Windstille eingetreten war. gelang die sichere Unterbringung in die Halle. Die Düsseldorfer Halle liegt in unmittelbarer Nähe des Rheins, wo während des Tags meist ein böiger Wind weht. Da das letzte in Düsseldorf stationierte Luftschiff einer solchen Böe zum Opfer fiel, ist man vorsichtiger geworden. Dann sind die gestrigen Maßnahmen der Luftschiffleitung zu suchen.
A Der „Herr Direktor" ...! Wegen Betrugs in wiederholtem Rückfall hatte sich heute vor ber hiesigen Strafkammer ber Mechaniker «arl S. aus Cassel zu verantwotten. Am fünf« fehnten Mai kamen der Angeklagte und ein Scklosser in ein Gartenrestaurant der Hollän- wschen Straße. Im Laufe des Gesprächs foll der Angeklagte geäußert haben, er sei .Direktor Wiesemann ber Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft" : er bemerkte ferner, daß er ganz gern Skat spielen wolle, nur habe er nicht ge- ttugend Geld bei sich. B. bot dem „Herrn Direktor" leihweise den Bettag von fünf Mark MD, Der Angeklagte versprach darauf dem B., wln eine Stellung zu verschaffen. F. bestreitet deute die ihm zur Last gelegten Handlungen. Dlönne gar nickt verstehen, wie eine berartige k -Mldge gegen ibn erhoben werbe. B. hat ben Angeklagten tatsächlich für den angegebenen Preftor gehalten unb ihn nur ans diesem j®tttnbe den Betrag gel'ehen. Der Staatsanwalt hält den Tatbestand des Betrugs gegeben M beantragt neun Monate Gefängnis. Der AuSeklagie hält sich für schuldlos und bittet um feilte Freisprechung. Rach kurzer Beratung ^erkundet das Gericht folgenden Beschluß: Die Verhandlung wird ausgesetzt. Zur genaueren Verstellung des Tatbestandes soll der Geschä- d'gte, Schlosser B., als Zeuge vernommen werden.
jer 1910 beigefügt. Der Geldanschlag von -Dienstwohnungen ist in dem Gehalt mit eingerechnet, ebenso der Repräsentationsgehalt. danach beträgt der derzeitige Gebalt des Oberbürgermeisters von Berlin (2 064 153 E.) 36 000 Iwrk, von München (595 053 E.) 33 900 Mark, »on Leipzig (585 743 E.) 25 000 Mark, von Dresden (546 882 E.) 20 000 Mark, von Köln (516167 E.) 30 009 Mark, von Breslau (511891 g) 30 000 Mark, von Frankfurt am .Main (411406 E.) 36 000 Mark, von Düsseldorf (357 000 E.) 31000 Mark, von Nürnberg (33-t G5i E.) 27 200 Mark, von Charlottenburg (304 722 E.) 30 500 Mark, von Hannover 302384 E.) 24 000 Matt, von Essen (294 629 SeX 27 000 Mark, von Chemnitz (286 455 E.) 90000 Matt, von Magdeburg (279644 E.) 25 g00 Mark, von Königsberg (245 963 E.) S £>000 Mark, von Rirdorf (237 378 E.) 18 000 Mark, von Stettin (236 145 E.) 23 000 Matt, hon Duisburg (229 478 E.) 20 000 Mark, von Dortmund (214 333 E.) 21 000 Matt, von «i-l (211044 E.) 18 000 Mark, von Mannheim (193 379 E.) 20 000 Matt, von Halle (ISO 551 E.) 18 000 Mark, von Straßburg 1 «78891 E.) 20 000 Mark, von Schöneberg
3172902 E.) 22 000 Mark, von Altona (172 553 6.) 25 000 Mark, von Elberfeld (170118 E.) 22000 Mark, von Barmen (169101 E.) 21500 Mark, von Posen (156 696 E.) 20 000 Matt, von Aachen (156 044 E.) 23 000 Mark, von Cassel (153078 E.) 19000 Mark, von Braunschweig (143 319 E.) 17 000 Mark, von Karlsruhe (124 677 E.) 16 000 Mark, von S Wauen (121104 E.) 16 750 Matt, von Mainz 10 624 E.) 17 000 Matt, von Deutsch-Wil- mcrsdorf (109 729 E.) 21500 Mark, von Wiesbaden (109 033 E.) 20 000 Mark.
Zieht man die Gehälter der höheren staatlichen Verwaltungsbeamten zum Vergleich heran, so beziehen z. B. in Preußen, das seine Beamten am besten bezahlt, die meisten Oberbürgermeister einen größeren Gehalt, als die Regierungspräsidenten. "Nach der Besoldungsordnung für die unmittelbaren Beamten Preußens (Gesetz vom 26. Mai 1909) beträgt der Gehalt eines Regierungspräsidenten 13 000 Mark. Außerdem erhält et nichtpensionsfähige
__________Donnerstag, 14. September 1911. das Feuer, so daß nicht nur das Holzlager, sondern auch eine Anzahl in der Nähe befindlicher Wohnhäuser eingeäschert wurden. Der aus dem Holzlager befindliche Bahnhof wurde vom Feuer ergriffen und vollständig eingeäschert. Tas neue, im Ban begriffene Trvcken- Tock schwebte ebenfalls in großer Gefahr. Jedoch konnte ein liebergreifen des Feuers verhindert werden. Die Genietruppen entfernten alle vorhandenen Holzgerüste, um einem weiteren Ausbreiten des Brandes Einhatt zu gebieten. Namenloses Unglück hätte geschehen können, toeutt es den Rettungsmannschaften nicht gelungen wäre, die im Trocken-Dock befindlichen Dhnamitvorräte in Sicherheit zu bringen. Gegen drei Uhr war das Feuer auf seinen Herd beschränkt.
-4- Brüssel, 13. September.
Zu dem Braud im Antwerpener Hafen wird noch gemeldet: Der Umfang des Schadens im Hafen von Antwerpen läßt sich jetzt genauer übersehen. Das ganze Viereck der Holzlager zwischen dem großen Bassin Kattendhee und dem Bassin Sefebre, wo das Trockendock gebaut wird, ist ausgebrannt. Nichts von den dazugehörigen und umliegenden Gebäuden ist übrig geblieben, alle Ladevorrichtungen und Krähne, die Eisenbahnanlagen und das Zollamt sind zerstört. Das Bassin Kattendtzee selber konnte erhalten werden. Tie bort liegenden Schiffe und Wagenschuppen sind nur unbedeutend durch Funken und Rauch beschädigt. Durch die Hitze bildeten sich innerhalb der kompatten Holzmaffen Gase, die explodierten und die glühenden Scheite mit Projektilgewalt fort« schleuderten. Glücklicherweise drehte sich nach ein Uhr der bisher das Trockendock direkt bedrohende glühende Wind. So ist es den Pionieren möglich gewesen, dieses durch Freilegung eines isolierenden Terrainstreifens von etwa 100 Metern, auf den man reichlich Wasser gab, soweit zu schützen, daß die Sauarbeiten hier werden sortgesetzt werden können.
Die Unruhen in Frankreich.
(Privat-Telegram m.)
Paris, 13. September.
In den meisten Departements im Norden von Frankreich verlief der gestrige Tag verhältnismäßig ruhig. Jedenfalls kam es dort zu keiner offenen Erneute mehr. Dagegen fand eine von etwa fünftausend Personen besuchte Volksversammlung in Corienne auf ber bärtigen Arbeiterbörse statt, wobei mehrere 5Rebner eine ganz besonders aufreizende Sprache führten. Nach Schluß ber Versammlung kam es zu Straßenkrawallen, bei benen auch Mili tär abermals einschreiten mußte. Es wurden zahlreiche Verhaftungen «örgenommen und auf beiden Seiten gab es Verwundete. Endlich konnte die Ordnung einigermaßen wieder hergestellt werden. Auch vor der Arbeitsbörfe in St. Etienne kam es zu wilden Austritten. Dort hatte sich eine aus Männern und Frauen bestehende zahlreiche Menge angesammelt, die schließlich die Absperrungskette der Dragoner durchbrach, die Gendarmen und Schutzleute zur Seite drängst und vielfach verwundete unb sich bann auf bie ht ben Markthallen aufgestapelten Waren ftürzst, bst größtenteils vernichtet würben. Fünfzehn Verhaftungen wurden vorgenommen. Schließlich mußten bie Truppen regelrechte Attacken ausführen, um bie Straßen zu säubern.
Gewalten der Tiefe.
(P r i v a t - T e l e g r a m m.)
□ Rom, 13. September.
Die Eruptionstätigkeit bes Aetna hat bie höchste Entwicklung erreicht. Es ist festgestellt baß jetzt 25 Krateröffnungen Asche, Steine unb Sand speien und sieben Lava. Diese eruptive Tätigkeit ist von fortwährendem unterirdischen Getöse begleitet, das die Bevöfterung in furchtbarer Aufregung erhält. Ost erWlttert der Boden so statt, als müßte sich in jedem Augenblick ein Abgrund öffnen. Seit gestern nachmittag 3 Uhr fließt ein zweiter Lavastrom von Monte-Rossi in der Richtung auf Sanct Felice unb zerstörte bie Weingärten von Sauet Ginist. Ter erste Lava-Arm befanb heute nur noch 80 Meter von der Aetna-Bahn, deren Schienen an dieser Stelle schleunigst ab« montiert wurden.
Eine furchtbare Familientragödie.
Waßfeld (Hannover), 13. September. (Privat-Telegram m.) Eine Familien- tragöbie hat sich in Waßfeld abgespielt. Ein Arbeiter durchschnitt seiner Frau unb feinen fünf Stubern bie Kehle unb erhängte sich bar» auf. Er bürste bie Tat in einem Anfall von Geistesstörung begangen haben.
Ein schwerer Automobil-Unfall.
Berlin, 13. September. (Privat-Te- legramm.) Ein schwerer Automobil-Unfall hat sich heute morgen hier zugetragen. Zwei Privatcuttomobile karambolierten, wobei ein Wagen west fortgesckleudert würbe. Ein bie Straße hn gleichen Moment passierender Kaufmann wurde von dem Auto umgeriffen unb erlitt schwere Verletzungen. Man brachte ihn nach ber Unfallstation, wo ein Schädelbruch konstatiert wurde.
Eine furchtbare Explosion.
Petersburg, 13. September. (Prf« vat - Telegramm.) In einer Metallfabrik in Zarizin explodierte ein Kessel, in dem sich viertausend Zentner stüssiges Metall befanden. Die Arbeiter, etwa fünstausend Mann, ftüch- teten panikarttg. Mehrere Personen wurden getötet, zahlreiche schwer verletzt.
Eine „süße" Ueberschwemumng.
New York, 13. September. (Priv alte leg ramm.) In New-Orleans sind mehrere Straßen und eine große Anzahl Wohnungen von Zucker-Siruv überschwemmt. Mehrere Behälter mit Zuckerssrup gingen auseinander, und bie Flüsigkeit überschwemmte bie Straßen. Verschiedene Personen schweben ht Lebensgefahr. Der ungerüstete Schaben ist bebeutenb.
MMWMinMllüiMH Seiten.