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84
Warum Krieg?
großen Bor- :3 der Hand
landsliebe bei und, ohne vor rückzuschrecken, wörtlich dafür
lich Bürgschaften dafür verlangt, daß Frankreich von der angestrebten Freiheit der Begünstigungen dieser und jener Kapitalistengruppe nicht einen dem Grundsätze der osfenen Tür hohnsprechenden Gebrauch machen werde. Bei dieser Angelegenheit sind auch andere Großmächte interessiert.
in diesem Sommer die Sonne gar so reichlich vom blauen Himmel herabscheinen liefe, wie es wohl die köstliche Rebe im Rheingau als eine ihr alle Jahrhunderte nur einmal geschenkte Wohltat empfindet, wie aber Wiese und Weide und Kornfeld es nur schwer und nahezu ver- dürstend zu ertragen vermögen.
voll hochgespannter Erwartung Zuhörer waren dem Einschlafen sie es nicht vorzogen, das Lokal Bülow war aber selig, ergriff Äanzlerbleistift und notierte mit
gekommenen nahe, sofern zu verlassen, den dicken fester Hand
kurz vor Leipzig mit allen drei Motoren fuhren, setzten auch jetzt wieder alle ein, um den böigen Wind zu bezwingen. Langsamer, aber ich er sing es vorwärts. Endlich wird es : klar. Potsdam soll unser Ziel werden. Märki- che Wälder liegen breit da, die Wipfel der, Kiefern vom Winde gezaust. Bald tauchen einige Türme aus dem Dunstkreis des Horizontes herauf, es ist Potsdam. Wir befürchten eine Landung, doch zu unserer Freude geht es weiter über Schlösser und Kirchen des uuver-, gleichlichen Potsdam. Der Grünewald mit seinen tiesfarbiqen Seen wird überflogen, die südwestlichen Vorstädte der Reichshauptstadt naben heran. Zu schnell wechseln die Bilder. Groß-LichterMde. Dahlem mit dem botanischen Garten. StcgNtz eilt dahin. Im fernen Dunst reckt sich ein Riesenwerk empor, der Schöneber- «er Gasometer, die gelben alten daneben. Kreuzberg. Tempelhofer Feld, markante Bauwerke des Steinmeeres sausen dahin. In machtvollen Kurven gleiten wir weiter. Wir wenden um das Schloß und das märkische Museum. sehen den Bau der Untergrundbahn in der Spree. Ueber Friedrichstraße, Siegessäule. Tiergarten gehts wieder nach Potsdam . . .
Set Marokkohandel.
Der Ruf nach dem Reichstag.
Bor einigen Tagen wurde angebeutet, daß bte Berliner Wilhelmstraße sich bereits die Zustimmung der ausschlaggebenden Fraktionen zu ihrem Borgehen rT ’ im Marokkohandel gesichert habe. Tab sie über die Parlamentarier, die ste ins Vertrauen gezogen, ein wahres Füllhorn von Mründen gegen eine deutsche | Futzsassung in Marokko und für die herrliche „Kompensation" in den Kongosümpfen ausgeschüttet hat. das leuchtet insbesondere ein au8 den diversen Artikeln, die der unvermeidliche Mathias aus dem Dchwabenland, der Landsmann Kiderlens, während der letzten Zeit veröffentlicht hat.
Wenn vor einigen Wochen auch in bürgerlichen Organen der Ruf nach dem Reichstag laut geworden ist (so schreibt man uns heute aus Berlin), man hat sich ja bald wieder in verschämtes Schweigen gehüllt, so wurde dabei doch wohl übersehen, daß von unfern Parlamentariern Offenbarungen auf dem Gebiete der auswärtigen Politik wahrhaftig nicht zu erwarten sind. Wer etwa glauben sollte, der Unwille weiter nationaler Kreise über Verlauf und voraussichtlichen Ausgang des Marokkohandels werde im Reichstag durch den Mund der Führenden Ausdruck finden, den möchten wir doch erinnern an jene berühmte Debatte über die Beschlagnahme deutscher Schiffe im Burenkriege. als eine hinter der heutigen kaum zurückstehende Erbitterung gegen England unser Volk durchzitterte. Wie die Regierung später während des russisch-japanischen Krieges sich befleißigte, jeden zum Vaterlandsverräter zu stempeln, der für Rußland nicht ausschließlich liebetriefende Worte übrig hatte (wir könnten davon wahrhaft Erbauliches erzählen!), so hatte während des Burenkrieges die Liebedienerei gegenüber England Maß uno Ziel überschritten. Glaubte aber die Wil- Helmstraße, auf diese Weise Englands gnädiges Verzeihen für das Krüger-Telegramm erbitten zu können, so erwies John Bull seinerseits seine Gegenliebe durch die Beschlagnahme deutscher Handelsdampfer. Ein Sturm brauste durch das Reich; und man erwartete einen Widerhall auch vom Reichstag. Zur Begründung einer dieserhalb eingebrachten Interpellation schickten die nationalen Parteien den .langen Möller" ins Treffen. Und er sprach, sprach so lange, so monoton, so langweilig, so gedämpft, wie es überhaupt nur irgend denkbar war. Die
den materiellen Interessen packt den derbsten Schlagworten zu- die .Volksausbeuter" verant- macht, daß der liebe Herrgott
Hilfe aus dem Wald.
Zur Milderung des Notstandes, der in einem großen Teile des Staates durch den beträchtlichen Mangel an Futter und Streu hervorge- rufen ist, hat, wie die halbamtliche Berliner Korrespondenz mitteilt, das Ministerium für Landwirtschaft angeordnet, daß im laufenden Etatsjahr Waldstreu aller Art aus den Staatsforsten, ferner Torf zu Streuzwecken, sowie Gras und Futterlaub an Privatpersonen zu einem Preise abgegeben werden sollen, der bis auf ein Drittel der Taxsätze zuzüglich der etwa aufgcwendeten Werbungskosten ermäßigt werden kann. Die Gewährung der Waldstren usw. hat sich hauptsächlich auf die kleineren unbemittelten Grundbesitzer und Pächter zu erstrecken. Größere Besitzer und Pächter werden wegen der beschränkten Leistungsfähigkeit des Waldes nur ausnahmsweise berücksichtigt werden
3m Reich der Lüste.
Die glückliche Fahrt der „Schwaben«.
Nach der Rückkehr ans Berlin blieb das Luftschiff .Schwaben" am Sonnabend in Potsdam verankert, da die Wetterlage die geplanten Passagierfahrten nicht zuließ. Am gestrigen Sonntag früh halb acht Uhr traf die „Schwaben" wieder in Gotha ein. Die Weiterfahrt nach Düsseldorf wird voraussichtlich am Dienstag stattstnden. Ueber die prächtig verlaufene Fahrt nach Berlin spricht ein Teilnehmer in einem reichshauptstädtischen Blatte:
In der Gondel
Die Eindrücke dieser wundervollen Fahrt haben sich den Teilnehmern zum ewigen Gedächtnis oingeprägt. Kurz vor Sonnenaufgang glitt die stolze .Schwaben" aus der schützenden Halle, nachdem ste in stundenlanger Arbeit fahrbereit gemacht worden war. Wie von einer qeheimen Macht getrieben, entschlüpfte das Luftschiff der Halle. Die Motore setzten ein und langsam begann das Steigen. Das im Morgendunst liegende Gotha und der Anblick einer goldgeränderten Morgenwolke beschäftigten die noch schläfrigen Augen der Teilnehmer, sodaß das allmähliche Steigen der .Schwaben" völlig unbeachtet blieb. Befanden wir uns im Anfang noch im Parterre und stiegen allgemach zum vierten oder fünften Stock auf. so befanden wir uns doch bald im siebenten Himmel. War es doch ein erhabener Anblick, die Thüringer Burgen von der Morgensonne aus dem Dunstschleier gerissen zu sehen und wie schließlich die ganze Klarheit des Sonnenlichtes die ganze Erde erfüllte, die wie ein riesiges Wanderb vd zu unseren Füßen dahinglitt. Wir schienen stillzusteben und die Erde unter uns vorbeizuziehen.
Erfurt, die thüringische Blumenkönigin, lag bald unter uns. Weimar glänzte in wunderbarer Morgenpracht. Jetzt stieg das Luftschisi. ostwärts gerichtet. Das Leutratal war das Ziel. Während eine Lokomotive die Bahn bin« abolitt, überholten wir sie und folgten dem Talzuge nach Jena. Ueber Jena lag der ortsübliche Morgennebel. Die Gruppen der Mu- schelkalkberae tauchten wie Felsenriffe emvor. Bald umfing uns wieder leuchtende Klarheit, als wir Dornburg, Saaleck und Rudclsburg passierten. Eifrig wurde geknipst.
Dichter Dunstschwaden lagerte über Leipzig. Der kernige Turm der alten Pleiß-nburg stach vlötzlich hervor. Je weiter uns unsere Reise führte, desto mehr eilte Telegravb und Telephon voraus. Daher jetzt so viele Menschen
können. «•
Ferner wird auf die bereits nutzer allgemein erteilte Ermächtigung verwiegen, „in Not- iahren bi« Walow ride mit einem über bte festgesetzte Höchstzahl ksinausgetzenden Eintrieb von Rindvieh und Schweinen zu gestatten", das Nji'h her Waldanwotzncr, soweit die Rücksicht auf die Forstwirtschaft die Ausübung der «ialdweide überhaupt angängig erscheinen läßt,
Unter der Spitzmarke: „Warum Krieg?" äußert sich die Köln. Ztg." an leitender Stelle über die gegenwärtige Situation. Das Blatt legt dar. daß Deutschland wegen der Verletzung der Algecirasakte nickst mit Frankreich die Waffen zu kreuzen brauche, zumal auch die anderen Mächte hierin keinen Grund zu kriegerischen Verwicklungen erblickt hätten. Anders läge die Sache, wenn Deutschland, wie vielfach irrtümlicherweise angenommen, durch die Entsendung des .Panthers" Ansprüche auf Südmarokko habe geltend machen wollen. Es ei ein großer Fehler der deutschen Regierung, daß sie dieser Auffassung nicht durch eine genaue Kennzeichnung ihrer Ziele den Boden zu der jetzt allenthalben verbreiteten Nervosität entzogen habe. Zum Schlüsse bemerkt das Blatt: „Selbst wenn die jetzigen Verhandlungen scheitern sollten, hätte Deutschland keinen Grund, gegen Frankreich zu Felde zu ziehen. Deutschland müßte sich alsdann allerdings aus den Vertrag von Algeciras zurückziehen und bei jeder Gelegenheit seine wirtschaftlichen Interessen in Marokko nachdrücklich geltend machen. Dieser Ausgang würde eine unablässige Bedrohung bedeuten. Niemand könnte dann die Bürgschaft übernehmen, daß über den fortgesetzten Reibereien nicht doch schließlich Krieg ausbreche. Das weiß man in Frankreich so gut wie in Deutschland. Man wird es sich daher sehr wohl überlegen, ehe man die großen Vorteile der deutschen Vorschläge aus der Hand gibt. Die öffentliche Meinung Frankreichs hat einen besonders großen Einfluß auf die Entscheidung, aber wir glauben, daß auch dort das Verantwortungsgefühl der Staatsmänner und die durch die allgemeine Wehrpflicht geschärfte Friedensliebe des Volkes stark genug sind, die Heißsporne in Schach zu halten."
Sie große Sütte.
Ernste Sorgen.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" chrerbt: Die infolge der anhaltenden großen Dürre eingetretenen oder noch zu erwartenden Schädigungen bilden überall den Gegenstand ernster Sorge. Der Kaiser hat bereits ausge-. prochen, wie sehr ihn die dem Lande aus dem Mißwachs dieses Jahres drohende Not bejchaf- tige, und den Reichskanzler und Ministerpräsidenten beauftragt, alle im Bereiche staatlicher Möglichkeiten liegenden Maßregeln zur Abhilfe des Notstandes zu ergreifen. Die Staatsregte- rung hatte, sobald die Futternot einen gefahrdrohenden Umfang annahm und erkennbar war, daß auf eine wesentliche Besserung nicht mehr zu hoffen fet, die sofortige Einführung von Notstandstarifen beschlossen und durch eine Reihe anderer Maßnahmen fördernd einge- griffen.
Inzwischen ist geprüft worden, was weiter geschehen kann, um den durch die Dürre gefährdeten Interessen mit augenblicklichen praktischen Maßnahmen zu Hilfe zu kommen. Alle Möglichkeiten, von denen man sich in dieser Hinsicht einen Erfolg versprechen kann, sind eingehend erwogen worden. In der bevorstehenden Sitzung des Staatsministerrums wird über die Ausführbarkeit und Zweckmäßigkeit der einzelnen Vorschläge entschieden und das danach Erforderliche sogleich veranlaßt werden. Es steht zu hoffen, daß es dem einmütigen und uneigennützigen Zusammenwirken aller berufenen staatlichen und volkswirtschaftlichen Kräfte gelingen wird, dem Lande über die Folgen dieses verhängnisvollen Sommers hinwegzuhelfen. , t
Wir bedauern, daß hier und da versucht wird, die durch ein elementares Ereignis hervorgerufene Not, die zunächst die landwirtschaftlichen Produzenten in den von der Dürre leidenden Landesteilen trifft, aber auch in jedem Haushalt durch die Verteuerung von Lebensmitteln fühlbar wird, zur Bekämpfung unserer Wirtschaftspolitik auszunutzen. Wie wenig unser wirtschaftspolitisches System für den gegenwärtigen Notstand verantwortlich gemacht werden kann, zeigt am besten die Tatsache, daß die Folgen der ungewöhnlichen klimatischen Erscheinungen dieses Jahres sich mit gleicher und größerer Härte auch da geltend machen, wo die Wirtschaftspolitik auf anderer Grundlage beruht.
liches Blatt des Auslandes bezüglich der veränderten Lage im Wahlkampf schreibt: Wie die Volksstimmung heute ist. wird man nicht bezweifeln können, daß in der Wahlbewegung der deutsche Zorn nachzittern wird über die Erfahrungen, die während dieser Marokkoverhandlungen gemacht worden sind. So sehr die Parteitaktiker sich auch bemühen mögen, die Erinnerungen an die vorangegangenen innerpolitischen Kämpfe wach zu halten und den Wahlkampf fortzuführen nach dem Rezept, das etwas voreilig schon im Sommer des Jahres 1909 ausgeschrieben ist, werden ste doch schwerlich verhindern können, daß der Wahlkampf nun wesentlich von zwei Triebkräften bestimmt wird: Auf der einen Seite von diesem eben erwähnten deutschen, Zorn, auf der anderen von der allgemeinen 'Lebensmittelteuerung. Der Kopf wird in diesem Wahlkampfe verzweifelt wenig zu sagen haben, der vielmehr bestimmt erscheint, ein erbitterter Kampf zwischen Herz und Magen zu werden.
Je größer die Teuerung, um so größer die Siege des knurrenden Magens über das zürnende Herz! Weit über die Fraktiönli-Zän- kereien hinweg wird der eine Teil des Volkes Mit dem Herzen sehnlich verlangen nack einem einigen Bürgertum, einer starken Regierung, -iner lückenlosen Verständigung: der andere Teil aber wird sich nicht geringere Wirkung versprechen, wenn er die breiten Massen fernab von den ideellen Erwäaunaen _ der Vater-
Die Verhandlungen.
Die in Berlin erscheinende französische Zeitung „Journal d'Allemagne", die sowohl zu den deutschen, als auch zu den französischen amtlichen Stellen Beziehungen hat, veröffentlicht in ihrer jüngsten Nummer eine Darstellung über den gegenwärtigen Stand der Unterhandlungen. Es heißt in dem Artikel: „Wie wir erfuhren, hatte die französische Regierung für Südmarokko die Bildung einer deutschfranzösischen Gesellschaft vorgeschlagen, die gemeinsam die Ausbeutung der Bergwerke in die Hand nehmen soll. Aber diese gemeinsame Gründung genügt der deutschen Regierung noch nicht. Man stellt dem entgegen, daß diese keine Garantien bietet, da ihre Arbeiten zu viel von ander» Faktoren abhängig sind. Die Eisenbabnfrage zum Beispiel, die von Frankreich abhängig ist, steht im engsten Zusammenhänge mit den Ausbeutungsmöglichkeiten, sodaß jede einseitige Politik hinsichtlich der öffentlichen Arbeiten die Vorteile eines deutschfranzösischen Zusammenarbeitens illusorisch machen kann. Auf französischer Seite steht man auf dem Standpunkt, daß eine Gesellschaft, in der deutsche und französische Industrielle vertreten find, genügende Garantie bietet, die Interessen der beiden Teile zu wahre«.
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Sie Basis der BerstSrrdigimg?
Von unterrichteter Seite wird aus Berlin geschrieben: Noch ehe die neuen französischen Vorschläge in Berlin eingetroffen waren, war die deutsche Regierung durch den deutschen Botschafter in Paris über die Grundzüge des von französischer Seite ausgearbeiteten Marokkostatuts unterrichtet worden. Schon damals war deutscherseits halbamtlich darauf hingewiesen worden, daß die neuen französischen Vorschläge als eine annehmbare Grundlage der Verständigung zu betrachten seien, daß aber über Einzelheiten voraussichtlich noch weitere Auseinandersetzungen erforderlich sein würden. Es kann nun in bestimmtester Form gesagt werden, daß die Punkte, über die gegenwärtig zwischen den Kabinetten von Berlin und Paris verhandelt wird, nur die damals angedeuteten Einzelheiten betreffen. Die Grundlage der Verständigung ist tatsächlich gefunden, es müßten ganz eigenartige Umstände eintreten oder unberechenbare Einflüsse sich geltend machen, wenn die Bemühungen nm eine Verständigung in diesen Detailfragen das Gelingen des Ganzen in Frage stellen sollten. Die Hauptarbeit, Frankreich von der Berechtigung und Unbedingtheit des deutschen Standpunktes zu überzeugen, ist getan. Bei dem beiderseitigen guten Willen ist es nicht mehr zweifelhaft, daß die in Rede stehenden Fragen sekundärer Natur auf beiden Seiten mit einem Geist der Versöhnlichkeit behandelt werden, der das baldige Zustandekommen eines billigen und würdigen Vertragsabschlvsses verbürgt.
Sine interessante Unterredung.
Der französische Minister des Aeußern, de Selbes, konferierte gestern mit dem in Paris weilenden Präsidenten der Republik Falliöres, und mit dem Ministerpräsidenten Caillaux. Im Ministerium des Aeußern erklärt man, es sei absolut unangebracht, über den Stand der dentsch-französtschen Verhandlungen irgendwelche Angaben zu machen. Jede Indiskretton könne die schwierigen Arbeiten der beiderseitigen Diplomatie nur stören. Das gilt, wie man an unterrichteter Stelle hinzusügt, besonders von den Verhandlungen über die künftige Ka- merun-Kongo-Grenze. Man hat neuerdings verbreitet, daß die von Deutschland angestrebte Erreichung des Kongoflusses an einem noch zu bestimmenden Punkte des Südlauses endlich nicht mehr als vollständig undiskutierbar erklärt wird, wenn man es auch vorzöge, sich mit gewissen Abtretungen vom Kongogebiete im Osten Kameruns abzusinden. Die Regierung will dies weder bestätigen noch entkräften. Sie macht die Durchführung der Kongoverhandlungen davon abhängig, daß Deutschland sich vorbehaltlos für die weitestgehende Berücksichtigung Frankreichs bei Vergebung der öffentlichen Arbeiten in Marokko erklärte. Dies sei nun einmal ihr Hauptprofit bei dem ganzen Handel. Die Erörterung dieser wichtigen Punkte wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da Deutschland ielbfweritänt«
auf den Beinen Waldweide überhaupt angängig er,weinen laßt,
Freudig erregt raunten die Menschlein na* dmer N« mmlass-n, auch
hin und her. Tsicherschwenken und Grüßen das nach ..•lonot.n tu (ervdmcnbe -23etbcgcIb hinab und hinauf. Weiter gina's über Delitzsch nach eigenem Ermessen bis aus em Drittel oer unb Bitterfeld aett Berlin. Während wir erst taxmaß'.aen Saste zu ermaytaen.
den Namen Möller auf der Liste der Ministerkandidaten. Das Amt des Handelsministers lohnte kurze Zeit darauf Möller dafür, daß er in einem Augenblick so starker nationaler Erregung so über die Maßen gedämpfte Töne gefunden hatte. Will man etwas anderes erwarten bet den bevorstehenden Marokkoverhandlungen . . .?! Wer das tut, weiß in der Wil- helmstraße und am Königsplatz gleich wenig Befcheid.
Anders, als die Wirkung des Marokkohandels im jetzigen Reichstag zu fein verspricht, dürste die Wirkung auf die Wahlen fein; und wir möchten uns in diefer Beziehung dem anfchließen, was ein deutsch-fteund-
I. Jahrgang.
Nummer 237.
MelerUeuÄ MchnchM
hessische Menchritung
Lsssrler MendMung
Di« „Dasseler Neueste Nachrichten" erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar a b end S. Ter AbonnerneritSpretS beträgt monatlich 50 Psg. bet freier Zu. stellung lnS HauS. Druckerei, Verlag u. Redaktion: Schlachthofstrabe 28/30. Berliner Vertretung; SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV, 676.
InferttonSprelfe: Die fechSgefpaltene Zeile für einheimische Geschäfte 15 Psg.. für auswärtige Inserate 25 Pf, Retlamezeiie für einheimische Geschäfte 40 Pf„ für auswärtige 60 Pf. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV, 676.
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Dienstag, den 12. September 1911.
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