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Warum Krieg?

großen Bor- :3 der Hand

landsliebe bei und, ohne vor rückzuschrecken, wörtlich dafür

lich Bürgschaften dafür verlangt, daß Frank­reich von der angestrebten Freiheit der Begün­stigungen dieser und jener Kapitalistengruppe nicht einen dem Grundsätze der osfenen Tür hohnsprechenden Gebrauch machen werde. Bei dieser Angelegenheit sind auch andere Groß­mächte interessiert.

in diesem Sommer die Sonne gar so reichlich vom blauen Himmel herabscheinen liefe, wie es wohl die köstliche Rebe im Rheingau als eine ihr alle Jahrhunderte nur einmal geschenkte Wohltat empfindet, wie aber Wiese und Weide und Kornfeld es nur schwer und nahezu ver- dürstend zu ertragen vermögen.

voll hochgespannter Erwartung Zuhörer waren dem Einschlafen sie es nicht vorzogen, das Lokal Bülow war aber selig, ergriff Äanzlerbleistift und notierte mit

gekommenen nahe, sofern zu verlassen, den dicken fester Hand

kurz vor Leipzig mit allen drei Motoren fuh­ren, setzten auch jetzt wieder alle ein, um den böigen Wind zu bezwingen. Langsamer, aber ich er sing es vorwärts. Endlich wird es : klar. Potsdam soll unser Ziel werden. Märki- che Wälder liegen breit da, die Wipfel der, Kiefern vom Winde gezaust. Bald tauchen ei­nige Türme aus dem Dunstkreis des Horizon­tes herauf, es ist Potsdam. Wir befürchten eine Landung, doch zu unserer Freude geht es weiter über Schlösser und Kirchen des uuver-, gleichlichen Potsdam. Der Grünewald mit sei­nen tiesfarbiqen Seen wird überflogen, die südwestlichen Vorstädte der Reichshauptstadt naben heran. Zu schnell wechseln die Bilder. Groß-LichterMde. Dahlem mit dem botanischen Garten. StcgNtz eilt dahin. Im fernen Dunst reckt sich ein Riesenwerk empor, der Schöneber- «er Gasometer, die gelben alten daneben. Kreuzberg. Tempelhofer Feld, markante Bau­werke des Steinmeeres sausen dahin. In macht­vollen Kurven gleiten wir weiter. Wir wen­den um das Schloß und das märkische Mu­seum. sehen den Bau der Untergrundbahn in der Spree. Ueber Friedrichstraße, Siegessäule. Tiergarten gehts wieder nach Potsdam . . .

Set Marokkohandel.

Der Ruf nach dem Reichstag.

Bor einigen Tagen wurde angebeutet, daß bte Berliner Wilhelmstraße sich bereits die Zustimmung der ausschlaggebenden Fraktionen zu ihrem Borgehen rT im Marokkohandel gesichert habe. Tab sie über die Parlamentarier, die ste ins Vertrauen gezogen, ein wahres Füllhorn von Mründen gegen eine deutsche | Futzsassung in Marokko und für die herrliche Kompensation" in den Kongosümpfen ausgeschüttet hat. das leuchtet insbesondere ein au8 den diversen Artikeln, die der unvermeidliche Mathias aus dem Dchwabenland, der Landsmann Kiderlens, während der letzten Zeit veröffentlicht hat.

Wenn vor einigen Wochen auch in bürger­lichen Organen der Ruf nach dem Reichstag laut geworden ist (so schreibt man uns heute aus Berlin), man hat sich ja bald wieder in verschämtes Schweigen gehüllt, so wurde da­bei doch wohl übersehen, daß von unfern Par­lamentariern Offenbarungen auf dem Gebiete der auswärtigen Politik wahrhaftig nicht zu erwarten sind. Wer etwa glauben sollte, der Unwille weiter nationaler Kreise über Verlauf und voraussichtlichen Ausgang des Marokko­handels werde im Reichstag durch den Mund der Führenden Ausdruck finden, den möchten wir doch erinnern an jene berühmte Debatte über die Beschlagnahme deutscher Schiffe im Burenkriege. als eine hinter der heutigen kaum zurückstehende Erbitterung gegen England un­ser Volk durchzitterte. Wie die Regierung spä­ter während des russisch-japanischen Krieges sich befleißigte, jeden zum Vaterlandsverräter zu stempeln, der für Rußland nicht ausschließ­lich liebetriefende Worte übrig hatte (wir könnten davon wahrhaft Erbauliches erzäh­len!), so hatte während des Burenkrieges die Liebedienerei gegenüber England Maß uno Ziel überschritten. Glaubte aber die Wil- Helmstraße, auf diese Weise Englands gnädi­ges Verzeihen für das Krüger-Telegramm er­bitten zu können, so erwies John Bull seiner­seits seine Gegenliebe durch die Beschlagnahme deutscher Handelsdampfer. Ein Sturm brauste durch das Reich; und man erwartete einen Wi­derhall auch vom Reichstag. Zur Begründung einer dieserhalb eingebrachten Interpellation schickten die nationalen Parteien den .langen Möller" ins Treffen. Und er sprach, sprach so lange, so monoton, so langweilig, so gedämpft, wie es überhaupt nur irgend denkbar war. Die

den materiellen Interessen packt den derbsten Schlagworten zu- die .Volksausbeuter" verant- macht, daß der liebe Herrgott

Hilfe aus dem Wald.

Zur Milderung des Notstandes, der in einem großen Teile des Staates durch den beträcht­lichen Mangel an Futter und Streu hervorge- rufen ist, hat, wie die halbamtliche Berliner Korrespondenz mitteilt, das Ministerium für Landwirtschaft angeordnet, daß im laufenden Etatsjahr Waldstreu aller Art aus den Staats­forsten, ferner Torf zu Streuzwecken, sowie Gras und Futterlaub an Privatpersonen zu einem Preise abgegeben werden sollen, der bis auf ein Drittel der Taxsätze zuzüglich der etwa aufgcwendeten Werbungskosten ermäßigt wer­den kann. Die Gewährung der Waldstren usw. hat sich hauptsächlich auf die kleineren unbemit­telten Grundbesitzer und Pächter zu erstrecken. Größere Besitzer und Pächter werden wegen der beschränkten Leistungsfähigkeit des Waldes nur ausnahmsweise berücksichtigt werden

3m Reich der Lüste.

Die glückliche Fahrt derSchwaben«.

Nach der Rückkehr ans Berlin blieb das Luftschiff .Schwaben" am Sonnabend in Pots­dam verankert, da die Wetterlage die geplanten Passagierfahrten nicht zuließ. Am gestrigen Sonntag früh halb acht Uhr traf dieSchwa­ben" wieder in Gotha ein. Die Weiterfahrt nach Düsseldorf wird voraussichtlich am Diens­tag stattstnden. Ueber die prächtig verlaufene Fahrt nach Berlin spricht ein Teilnehmer in einem reichshauptstädtischen Blatte:

In der Gondel

Die Eindrücke dieser wundervollen Fahrt haben sich den Teilnehmern zum ewigen Ge­dächtnis oingeprägt. Kurz vor Sonnenaufgang glitt die stolze .Schwaben" aus der schützenden Halle, nachdem ste in stundenlanger Arbeit fahrbereit gemacht worden war. Wie von ei­ner qeheimen Macht getrieben, entschlüpfte das Luftschiff der Halle. Die Motore setzten ein und langsam begann das Steigen. Das im Morgendunst liegende Gotha und der Anblick einer goldgeränderten Morgenwolke beschäftig­ten die noch schläfrigen Augen der Teilnehmer, sodaß das allmähliche Steigen der .Schwaben" völlig unbeachtet blieb. Befanden wir uns im Anfang noch im Parterre und stiegen allgemach zum vierten oder fünften Stock auf. so befan­den wir uns doch bald im siebenten Himmel. War es doch ein erhabener Anblick, die Thü­ringer Burgen von der Morgensonne aus dem Dunstschleier gerissen zu sehen und wie schließ­lich die ganze Klarheit des Sonnenlichtes die ganze Erde erfüllte, die wie ein riesiges Wan­derb vd zu unseren Füßen dahinglitt. Wir schienen stillzusteben und die Erde unter uns vorbeizuziehen.

Erfurt, die thüringische Blumenkönigin, lag bald unter uns. Weimar glänzte in wunder­barer Morgenpracht. Jetzt stieg das Luftschisi. ostwärts gerichtet. Das Leutratal war das Ziel. Während eine Lokomotive die Bahn bin« abolitt, überholten wir sie und folgten dem Talzuge nach Jena. Ueber Jena lag der orts­übliche Morgennebel. Die Gruppen der Mu- schelkalkberae tauchten wie Felsenriffe emvor. Bald umfing uns wieder leuchtende Klarheit, als wir Dornburg, Saaleck und Rudclsburg passierten. Eifrig wurde geknipst.

Dichter Dunstschwaden lagerte über Leipzig. Der kernige Turm der alten Pleiß-nburg stach vlötzlich hervor. Je weiter uns unsere Reise führte, desto mehr eilte Telegravb und Tele­phon voraus. Daher jetzt so viele Menschen

können. «

Ferner wird auf die bereits nutzer allge­mein erteilte Ermächtigung verwiegen,in Not- iahren bi« Walow ride mit einem über bte fest­gesetzte Höchstzahl ksinausgetzenden Eintrieb von Rindvieh und Schweinen zu gestatten", das Nji'h her Waldanwotzncr, soweit die Rücksicht auf die Forstwirtschaft die Ausübung der «ialdweide überhaupt angängig erscheinen läßt,

Unter der Spitzmarke:Warum Krieg?" äußert sich die Köln. Ztg." an leitender Stelle über die gegenwärtige Situation. Das Blatt legt dar. daß Deutschland wegen der Verlet­zung der Algecirasakte nickst mit Frankreich die Waffen zu kreuzen brauche, zumal auch die an­deren Mächte hierin keinen Grund zu kriegeri­schen Verwicklungen erblickt hätten. Anders läge die Sache, wenn Deutschland, wie vielfach irrtümlicherweise angenommen, durch die Entsendung des .Panthers" Ansprüche auf Südmarokko habe geltend machen wollen. Es ei ein großer Fehler der deutschen Regierung, daß sie dieser Auffassung nicht durch eine ge­naue Kennzeichnung ihrer Ziele den Boden zu der jetzt allenthalben verbreiteten Nervosität entzogen habe. Zum Schlüsse bemerkt das Blatt:Selbst wenn die jetzigen Verhandlun­gen scheitern sollten, hätte Deutschland keinen Grund, gegen Frankreich zu Felde zu ziehen. Deutschland müßte sich alsdann allerdings aus den Vertrag von Algeciras zurückziehen und bei jeder Gelegenheit seine wirtschaftlichen In­teressen in Marokko nachdrücklich geltend ma­chen. Dieser Ausgang würde eine unablässige Bedrohung bedeuten. Niemand könnte dann die Bürgschaft übernehmen, daß über den fortge­setzten Reibereien nicht doch schließlich Krieg ausbreche. Das weiß man in Frankreich so gut wie in Deutschland. Man wird es sich daher sehr wohl überlegen, ehe man die großen Vor­teile der deutschen Vorschläge aus der Hand gibt. Die öffentliche Meinung Frankreichs hat einen besonders großen Einfluß auf die Ent­scheidung, aber wir glauben, daß auch dort das Verantwortungsgefühl der Staatsmänner und die durch die allgemeine Wehrpflicht geschärfte Friedensliebe des Volkes stark genug sind, die Heißsporne in Schach zu halten."

Sie große Sütte.

Ernste Sorgen.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" chrerbt: Die infolge der anhaltenden großen Dürre eingetretenen oder noch zu erwartenden Schädigungen bilden überall den Gegenstand ernster Sorge. Der Kaiser hat bereits ausge-. prochen, wie sehr ihn die dem Lande aus dem Mißwachs dieses Jahres drohende Not bejchaf- tige, und den Reichskanzler und Ministerpräsi­denten beauftragt, alle im Bereiche staatlicher Möglichkeiten liegenden Maßregeln zur Abhilfe des Notstandes zu ergreifen. Die Staatsregte- rung hatte, sobald die Futternot einen gefahr­drohenden Umfang annahm und erkennbar war, daß auf eine wesentliche Besserung nicht mehr zu hoffen fet, die sofortige Einführung von Notstandstarifen beschlossen und durch eine Reihe anderer Maßnahmen fördernd einge- griffen.

Inzwischen ist geprüft worden, was weiter geschehen kann, um den durch die Dürre gefähr­deten Interessen mit augenblicklichen praktischen Maßnahmen zu Hilfe zu kommen. Alle Mög­lichkeiten, von denen man sich in dieser Hinsicht einen Erfolg versprechen kann, sind eingehend erwogen worden. In der bevorstehenden Sitzung des Staatsministerrums wird über die Ausführbarkeit und Zweckmäßigkeit der einzel­nen Vorschläge entschieden und das danach Er­forderliche sogleich veranlaßt werden. Es steht zu hoffen, daß es dem einmütigen und uneigen­nützigen Zusammenwirken aller berufenen staatlichen und volkswirtschaftlichen Kräfte gelingen wird, dem Lande über die Folgen dieses verhängnisvollen Sommers hinwegzu­helfen. , t

Wir bedauern, daß hier und da versucht wird, die durch ein elementares Ereignis her­vorgerufene Not, die zunächst die landwirt­schaftlichen Produzenten in den von der Dürre leidenden Landesteilen trifft, aber auch in je­dem Haushalt durch die Verteuerung von Le­bensmitteln fühlbar wird, zur Bekämpfung un­serer Wirtschaftspolitik auszunutzen. Wie we­nig unser wirtschaftspolitisches System für den gegenwärtigen Notstand verantwortlich gemacht werden kann, zeigt am besten die Tatsache, daß die Folgen der ungewöhnlichen klimatischen Erscheinungen dieses Jahres sich mit gleicher und größerer Härte auch da geltend machen, wo die Wirtschaftspolitik auf anderer Grund­lage beruht.

liches Blatt des Auslandes bezüglich der ver­änderten Lage im Wahlkampf schreibt: Wie die Volksstimmung heute ist. wird man nicht bezweifeln können, daß in der Wahlbewegung der deutsche Zorn nachzittern wird über die Erfahrungen, die während dieser Marokkover­handlungen gemacht worden sind. So sehr die Parteitaktiker sich auch bemühen mögen, die Er­innerungen an die vorangegangenen innerpoli­tischen Kämpfe wach zu halten und den Wahl­kampf fortzuführen nach dem Rezept, das et­was voreilig schon im Sommer des Jahres 1909 ausgeschrieben ist, werden ste doch schwer­lich verhindern können, daß der Wahlkampf nun wesentlich von zwei Triebkräften be­stimmt wird: Auf der einen Seite von diesem eben erwähnten deutschen, Zorn, auf der ande­ren von der allgemeinen 'Lebensmittelteuerung. Der Kopf wird in diesem Wahlkampfe verzwei­felt wenig zu sagen haben, der vielmehr be­stimmt erscheint, ein erbitterter Kampf zwi­schen Herz und Magen zu werden.

Je größer die Teuerung, um so größer die Siege des knurrenden Magens über das zür­nende Herz! Weit über die Fraktiönli-Zän- kereien hinweg wird der eine Teil des Volkes Mit dem Herzen sehnlich verlangen nack einem einigen Bürgertum, einer starken Regierung, -iner lückenlosen Verständigung: der andere Teil aber wird sich nicht geringere Wirkung versprechen, wenn er die breiten Massen fernab von den ideellen Erwäaunaen _ der Vater-

Die Verhandlungen.

Die in Berlin erscheinende französische Zei­tungJournal d'Allemagne", die sowohl zu den deutschen, als auch zu den französischen amtlichen Stellen Beziehungen hat, veröffent­licht in ihrer jüngsten Nummer eine Darstellung über den gegenwärtigen Stand der Unter­handlungen. Es heißt in dem Artikel:Wie wir erfuhren, hatte die französische Regierung für Südmarokko die Bildung einer deutsch­französischen Gesellschaft vorgeschlagen, die ge­meinsam die Ausbeutung der Bergwerke in die Hand nehmen soll. Aber diese gemeinsame Gründung genügt der deutschen Regierung noch nicht. Man stellt dem entgegen, daß diese keine Garantien bietet, da ihre Arbeiten zu viel von ander» Faktoren abhängig sind. Die Eisenbabnfrage zum Beispiel, die von Frank­reich abhängig ist, steht im engsten Zusammen­hänge mit den Ausbeutungsmöglichkeiten, so­daß jede einseitige Politik hinsichtlich der öf­fentlichen Arbeiten die Vorteile eines deutsch­französischen Zusammenarbeitens illusorisch machen kann. Auf französischer Seite steht man auf dem Standpunkt, daß eine Gesellschaft, in der deutsche und französische Industrielle vertreten find, genügende Garantie bietet, die Interessen der beiden Teile zu wahre«.

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Sie Basis der BerstSrrdigimg?

Von unterrichteter Seite wird aus Berlin geschrieben: Noch ehe die neuen französischen Vorschläge in Berlin eingetroffen waren, war die deutsche Regierung durch den deutschen Botschafter in Paris über die Grundzüge des von französischer Seite ausgearbeiteten Marok­kostatuts unterrichtet worden. Schon damals war deutscherseits halbamtlich darauf hinge­wiesen worden, daß die neuen französischen Vorschläge als eine annehmbare Grundlage der Verständigung zu betrachten seien, daß aber über Einzelheiten voraussichtlich noch wei­tere Auseinandersetzungen erforderlich sein würden. Es kann nun in bestimmtester Form gesagt werden, daß die Punkte, über die gegen­wärtig zwischen den Kabinetten von Berlin und Paris verhandelt wird, nur die damals angedeuteten Einzelheiten betreffen. Die Grundlage der Verständigung ist tatsächlich gefunden, es müßten ganz eigenartige Umstände eintreten oder unbere­chenbare Einflüsse sich geltend machen, wenn die Bemühungen nm eine Verständigung in diesen Detailfragen das Gelingen des Ganzen in Frage stellen sollten. Die Hauptarbeit, Frankreich von der Berechtigung und Unbe­dingtheit des deutschen Standpunktes zu über­zeugen, ist getan. Bei dem beiderseitigen gu­ten Willen ist es nicht mehr zweifelhaft, daß die in Rede stehenden Fragen sekundärer Na­tur auf beiden Seiten mit einem Geist der Ver­söhnlichkeit behandelt werden, der das baldige Zustandekommen eines billigen und würdigen Vertragsabschlvsses verbürgt.

Sine interessante Unterredung.

Der französische Minister des Aeußern, de Selbes, konferierte gestern mit dem in Paris weilenden Präsidenten der Republik Falliöres, und mit dem Ministerpräsidenten Caillaux. Im Ministerium des Aeußern erklärt man, es sei absolut unangebracht, über den Stand der dentsch-französtschen Verhandlungen irgend­welche Angaben zu machen. Jede Indiskretton könne die schwierigen Arbeiten der beiderseiti­gen Diplomatie nur stören. Das gilt, wie man an unterrichteter Stelle hinzusügt, besonders von den Verhandlungen über die künftige Ka- merun-Kongo-Grenze. Man hat neuerdings verbreitet, daß die von Deutschland angestrebte Erreichung des Kongoflusses an einem noch zu bestimmenden Punkte des Südlauses endlich nicht mehr als vollständig undiskutierbar er­klärt wird, wenn man es auch vorzöge, sich mit gewissen Abtretungen vom Kongogebiete im Osten Kameruns abzusinden. Die Regie­rung will dies weder bestätigen noch entkräf­ten. Sie macht die Durchführung der Kongo­verhandlungen davon abhängig, daß Deutsch­land sich vorbehaltlos für die weitestgehende Berücksichtigung Frankreichs bei Vergebung der öffentlichen Arbeiten in Marokko erklärte. Dies sei nun einmal ihr Hauptprofit bei dem ganzen Handel. Die Erörterung dieser wich­tigen Punkte wird noch einige Zeit in An­spruch nehmen, da Deutschland ielbfweritänt«

auf den Beinen Waldweide überhaupt angängig er,weinen laßt,

Freudig erregt raunten die Menschlein na* dmer N« mmlass-n, auch

hin und her. Tsicherschwenken und Grüßen das nach ..lonot.n tu (ervdmcnbe -23etbcgcIb hinab und hinauf. Weiter gina's über Delitzsch nach eigenem Ermessen bis aus em Drittel oer unb Bitterfeld aett Berlin. Während wir erst taxmaß'.aen Saste zu ermaytaen.

den Namen Möller auf der Liste der Minister­kandidaten. Das Amt des Handelsministers lohnte kurze Zeit darauf Möller dafür, daß er in einem Augenblick so starker nationaler Er­regung so über die Maßen gedämpfte Töne ge­funden hatte. Will man etwas anderes erwar­ten bet den bevorstehenden Marokkoverhand­lungen . . .?! Wer das tut, weiß in der Wil- helmstraße und am Königsplatz gleich wenig Befcheid.

Anders, als die Wirkung des Marokkohan­dels im jetzigen Reichstag zu fein verspricht, dürste die Wirkung auf die Wahlen fein; und wir möchten uns in diefer Bezie­hung dem anfchließen, was ein deutsch-fteund-

I. Jahrgang.

Nummer 237.

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hessische Menchritung

Lsssrler MendMung

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Dienstag, den 12. September 1911.

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